»lei
chen (T^O«! WC»
)t zwn und
L" m« !L^*L Unb^tmtn* Win «uLn
«schW
t^^rT Ut“ Ä
La« i?S* t! baten. $je kr Jägerei
Hortet '"Pyritzwvhn, Hermann er. iermQnn ist einem e°Echiige $er- Wan glaubt, dak ans aushält, allibuteau.
?t‘t’«'u ,lnef ‘V^tin neunten
Harvard-Club it von chnen dH.
schieben. M ?m Fenster, um rr dar sofort tot, bCTietjt, daß man ■ Ein dritter Teil- in seinem Stühs nst getroffen, wt e, der nach dem mmenstürzte. Der »Ä
iahnhos Hamm, der aus Mmster m Dahchvs Hamm :edenarbeitet carbeiten das Her.
t hatten. Ein 2h> xi andere sch-«
fsfall.
ijährige Sohn eines g seiner Troß- loloer spielen. Lasse reichen, Dabei >r geladene Revolver , ins Herz gettossen,
I wegen Veslcchnv- ral Aymierski, udjef im poWltyn t war, bti Mitt' Ler vergeben Hai, txbt zu N fahren ng aus dem Heere;'
ff
q
I «r«rf [«<•
7tL J)
0
vA*|
20 C‘
<, Rcri*«* i
. mtior.t'i i11. ;
1 TJ1 0 „.Oßy
HüdL-e^
$ 1 zeitig ... auch
eist «feitafl'
.S-SK
Aus der Provinzialhauptstadl.
Gießen, ten 7. September 1927.
Nahender Herbst
Die Astern blühen, die Blumen des Spätsommers, daneben glühen Georginen im Hellen Weih bis zum samtnen Schwarzrot. Eine Fülle Farben strahlt und düstet, letzte Rosen öffnen sich taufrisch aus dem kühlenden Morgennebel, der sie oft nässend und kühlend bald entblättert. Aber ein starker Duft umweht uns, berauschende Farben wirbeln zitternd in des Mittags Glut. Falter fallen schwer herab ins Blumenbeet lebende, zitternde, schwirrende Farben. Lind dennoch ... es kommt der Herbst m seiner Pracht und Schönheit, in seiner Berauschung und Sattt- aung, in seiner Herbheit und Düsterheit.
Spätsommer - Frühherbst. Die Stoppel, das sich leerende Srntefeld erinnern uns zuerst daran. Doch bedeuten sie uns noch nicht Abschied und Wehmut. Roch manche Schönheit gibt es zu -rinken, ehe das letzte Blatt im Oktoberwind zu unseren Füßen rollt. 3m Gegenteil'
Sicheln klingen, Mädchen fingen unter Sichelklang, bis das Mondlicht schimmert, auf den Stovpeln flimmert, frohen Erntesang. (Ludwig Hölty.) Alle fühlen ihre Blicke gebannt von den früchtegeneigten Zweigen, von erdgebeugten Fruchtasten, von dem tiefsinnigen Bilde hundertfacher Frucht. Bollendung neigt sich demutvoll, Dankbarkeit grüßt ergeben den Schöpfer, eines Jahres Fleiß erheischt seinen Lohn. Lind jeder Tag feiert neuen Erntedank. Golden glänzt die Sonne, sie ist nicht dann die scheidende traurige, nein, eine gütig lächelnd zufriedene. Warum auch nicht? Ist doch diese Fülle unter ihr auch mit ihr Werk. Die Erde haucht Freude, die Lüfte Wonne, der Wald schmückt Feiern, die Gärten glänzen in Bunt: Das Füllhorn des Lebens schüttet seinen Segen aus. Des Jahres höchstes Fest naht, gereifte Erfüllung erheischt Bewunderung. Menschlein, da stehe still und schaue und trinke, bete und danke, freue dich und erhebe deine Augen, um die Schönheit in ihrer ersterbenden Bollendung zu grüßen. Buntere Farben zeigte nie der Wald in seinen schönsten Frühlingsblumen als im braunen Herbstgold seiner Blatter, köstlicher lachte dich des Feldes Saaten- arün nie an als jetzt der Früchte strotzende Fülle. Ehemals — im Frühling — umgaukelten dich kleinere Falter — Bläulinge — zitronengelbe — jetzt wiegen sich perlfarbene Kaisermäntel, samtdunkle Trauermäntel, prächtige Admirale auf weihen und roten, blauen und violetten Astern, schwarzroten Rosen, schneeigen Georginen. Lind überall in der Insekten« und Kleinlebewelt ist ein Hamstern und Heimsen, ein letztes Schmausen und köstliches Raschen — Feiertagsschmaus. Lind Über das alles göltet die Sonne.
„Oh, stört sie nicht, die Feier der Ratur! Dies ist die Lese, die si« selber hält, denn heute löst sich an den Zweigen nur, was vor dem milden Strahl der Sonne fällt." (Hebbel.)
Lind solche Tage sollst und kannst du noch manche schauen und mitfeiern, ohne schon Abschied und Tod, Wehe und Schnee, nahen zu fühlen. _2?od) herrscht erhabene Freude, oft übermütige Heiterkeit ob deS reichen DegenS.
„Der Rebel steigt, es fällt das Laub, scheid ein den Wein, den holten! Wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden." Mf.
Reisen zu Sommers Ausgang.
Die Leute, die behaupten, es sei viel gescheiter, nach ter Saison eine Erholungsreise zu unternehmen, behalten sicherlich wieder einmal recht. Der herrlich auskiingende Sommer, der beginnende Herbst dieses Jahres lassen so manchen Hoch» sommerreisenden mit Wehmui an seinen Ausenthalt im Kurort, an ter See während des verflossenen 3uli und August zurückdenken. Allerdings, die Abende sind jetzt länger als im Hochsommer, vielleicht auch kühler. Aber all dies hindert doch nicht, bei Mondenschein, gehüllt in einen warmen Mantel, allabendlich noch einen kleinen Bummel durch den Kurort, am Waltesrand oder am Strand entlang zu unternehmen. Die oft ein ktoenig dunstige Lust hüllt den Crholungsreisen- den in eine behagliche Atmosphäre ein, die überaus beruhigend auf die erregten Rerven einwirkt. Tagsüber ist dazu gerate in der jetzigen 3ahres zeit die Luft derart rein und durchsichtig, daß man vielfach Fernblicke zu Gesicht bekommt, die man im Hochsommer nur in den seltensten Fällen genießen kann. Die „Aussicht" auf diese „Aussichten" bildet im Verein mit der anregenden kühlen und meist recht beständigen Witterung einen lebhaften Anreiz zu Hochgebirgstouren, die für viele geistig überarbeiteten Städter ein unerreichtes Mittel bilden, um Seele und Geist zu entspannen, um den lang entbehrten Schlaf wieder zu gewinnen. Also an den klimatischen Reizen einer „Reise zu Sommers Ausgang" ist nicht zu zweifeln.
Richt minder hoch zu bewerten sind aber auch die Vorzüge des Milieus während ter Rachsaison. Die Preise sind niedriger, die Bemühungen ter Hotels und Pensionen um die geringere Zahl der Gäste tragen viel zur Behaglichkeit und Bequemlichkeit des einzelnen bei. Das Fehlen allabendlicher schlasverscheuchender Tanzmusik, die ungestörte Einsamkeit des Waldes .'erben von allen erholungsuchenden Kurgästen : erlich aufs angenehmste empfunden.
Lind nicht zum wenigsten — die Fahrt hin i :> zurück vollzieht sich in mäßig gefüllten Ab
teilen, in einer keineswegs überhitzten Temperatur. Die Anstrengungen der Reise werden auf ein Mindestmaß eingeschränkt.
Einen ganz besonderen Anreiz zur Reise in ter Rachsaison bilden Traubenkuren, deren Durchführung die gerate jetzt reifenden Weintrauben ermöglichen. Gichtiker, Vieren tränte, Fettleibige, Personen, die an einer Arterienverkalkung und hohem Blutdruck leiden, werten daher von den Aerzten gern während der Rachsaison in Traubenkurorte am Rhein, in Tirol usw. geschickt.
Alles in allem werden Erholungsreiseiche wie Stoffwechselleidende auf einer Reise zu Sommers Ausgang gewißlich oft die gewünschte Ausspannung oder Heilung finden. T.
Bornotizen.
— T a g e s k a l e n d e r für Mittwoch: Ortsgewerbeverein: 8.30 Uhr, Restaurant „Hindenburg" Ehrung von Altmeistern. — Palast-Lichtspiele: „Luise von Coburgs. — Astoria-Lichtspiele: „Radanika".
Der Leitgedanke der Hinden- burg-Spende. Bei der Geschäftsstelle ter Hindenburg-Spende gehen dauernd Anfragen nach der Verwendung der Spende ein. Lieber die Verwendung hat bekanntlich der Reichspräsident selber dahin entschieden, daß sie den Kriegsver- lehten und den Kriegshinterbliebenen zugute kommen soll. Das hindert nichts an ter Tatsache, daß die Spende zunächst nichts anderes ist als eine Dankeskundgebung des gesamten Volkes in Gestalt einer Ehrengabe für den 80jährigen Reichspräsidenten Dieser Leitgedanke, verbunden mit der von Hindenburg beabsichtigten Art ihrer Verioendung, gibt ter Hindenburg-Spende ihren persönlichen Wert für jeden Deutschen und macht jede einzelne Gabe zum Ausdruck des schuldigen Dankes an Hindenburg.
' Schmückt die Gräber unserer Helden in fremder Erde! Wieder einmal gibt ter Voltsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Angehörigen Gelegenheit, auf den Gräbern ihrer in fremder Erde zur letzten Ruhe gebetteten Toten aus dem Weltkriege an den Totengedenktagen (Allerseelen und Totensonntag), sowie zu Weihnachten einen Kranz niederlegen zu lassen. Das soeben erschienene Septemberheft der Bunteszeitschrift „Kriegsgräbersürsorge" enthält eine Aufstellung aller derjenigen Kriegerfriedhöfe in Frankreich, Belgien, Polen einschließlich Galizien usw., auf denen eine Kranzniederlegung möglich ist. Wer diesen Wunsch hat, wende sich rechtzeitig an die in seinem Orte bestehende Ortsgruppe ober, wo keine solche vorhanden ist, an die Buntesgeschäftsstelle des Volksbundes in Berlin W 15, Brandenburgische Straße 27. Das Heft enthält auch die Termine, bis zu welchen die Bestellungen bei ter Buntesgeschäftsstelle eingegangen sein müssen, damit sie ausgeführt werden können. Das Ausland muß sehen, daß die Deutschen ihre Toten aus dem gewaltigsten Ringen aller Zeiten nicht vergessen haben. Den Angehörigen derjenigen, die als „Llnbekannt" in den großen Sammelgräbern beigefttzt sind, möge es zum Trost gereichen, daß der Volksbund auch in diesem Jahre an den beiden Totengedenktagen Kränze auf die Sammelgräter niederlegen wird.
•• Der Bau des Finanz- und des Dersorgungsamtes zwischen Stephan- und Gnauthstrahe, über den wir schon wiederholt berichteten, ist nunmehr in Angriff genommen worden. Zur Zeit sind die Ausschachtungsarbeiten im Gange, die sich naturgemäß über einen großen Geländekomplex erstrecken. Mit ter Erstellung des umfangreichen Gerüstes hat man gleichfalls schon begonnen.
* Di e Bier st euer in Gießen. 3m Anzeigenteil unserer heutigen Ausgabe veröffentlicht die Stadtverwaltung die „Ortssahung über die Erhebung einer Biersteuer in der Stadt Gießen". Der Steuersatz beziffert sich, wie kürzlich schon gemeldet, auf 7 v. H. des Herstellerpreises. Die Steuerordnung tritt am 1. Oktober in Kraft. Räheres ist aus ter Bekanntmachung ersichtlich.
* Den Hausierhandel mir Gas- sparern, Epardüsen usw. betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Gaswerks in unserem heutigen Anzeigenteil. Den Hausfrauen sei diese Bekanntmachung zur Beachtung empfohlen.
• * Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Ruhviehmarkt waren, wie in einem Teile ter gestrigen Ausgabe bereits berichtet, 893 Stück Großvieh und 412 Kälber aufgetrieben. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Der Markt nahm einen guten Verlauf: es wurde ausverkauft. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe, 1. Qual., 650 bis 700 Mk., 2. Qual. 500 bis 600 Mt., 3. Qual. 250 bis 350 Mark: Rinder, ein- bis zweijährig, 180 bis 250 Mark: Zuchtkälber bis zu 2 Wochen, 75 bis 80 Mark. Bessere Tiere wurden über Rotiz bezahlt.
* Ein Samariterkursus des Alice» Frauenvereins soll demnächst beginnen. 3m Anzeigenteil unserer heutigen Ausgabe wird zu Anmeldungen aufgefordert. Man beachte die ^Ärbeitsjubiläum. Der Vorarbeiter August Rinn beim hiesigen Gas- und Wasserwerk kann am morgigen 8. September auf eine 25jährige Tätigkeit bei diesem Werk zurückblicken
" Zum Ruderwettkampf um den Städteachter Gießen-Wetzlar, der am Sonntag auf der Lahn bei Gießen ausgetragen wurde, sei ergänzend roch berichtet, daß die beteiligte Mannschaft des Vereins Rudersport Gießen aus vier Iungmannen und vier Anfängern bestand, die sich nach dem Urteil von Kennern bei dem Wettkampf verhältnismäßig gut gehalten haben. Zu berücksichtigen ist dabei, daß in den beiden
anderen, an dem Kampfe beteiligten Booten zum Teil bis zu 50 Prozent Senioren vertreten waren. Die Leitung des Vereins Rudersport war sich, wie man uns mitteilt, van Anfang darüber klar, daß ihre Mannschaft aus dem Rennen nicht als Sieger hervorgehen konnte, zumal die Mannschaft auch noch auf Start 1 lag und infolgedessen den Bogen kurz vor dem Ziel ausfahren mußte. Wenn diese Mannschaft trotzdem, unter Berücksichtigung der erwähnten Umstände, dabei war, so zeige das, daß sie zu kämpfen verstehe, wenn es fein müsse. Der Verein hofft, diese Mannschaft im nächsten Jahre geschlossen wieder beisammen zu haben, um sie dann in ihrer Klasse starten zu lassen.
" Verkehrssünder. 3n der Zeit vom 1. bis 31. August wurden folgende Strafanzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraft- und Radstihrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 19 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 7 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 3 wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 22 wegen Fahrens in gesperrten Straßen, 6 wegen sonstiger Zuwiterhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht.
° Ein schwerer M o t o r r a d u n s a l l ereignete sich heute vormittag gegen $9 Uhr auf der Straße Leihgestern— Gießen in der Nähe der Ninds- mühle. Das dem Händler Karl Häuser aus Steinberg gehörende Motorrad erlitt dort einen Gabelbruch, wodurch Häuser und der mitfahrende Landwirt Heinrich Gilbert aus Watzenborn derart zu Fall kamen, daß Gilbert bewußtlos aus der Straße liegen blieb, während Häuser sich nur mit Mühe an den Rand der Straße schleppte. Passanten riefen die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und einen Arzt herbei. Das Sanitätsauto war in wenigen Minuten an der Un fallstelle, wo von den Mitgliedern ter Sanitäts- koionne in zweckmäßiger Welse erste Hilfe geleistet wurde. Der inzwischen eintreffente Arzt ordnete die Ueberführung ter Verletzten in die Chirurgische Klinik an, da bei Gilbert anscheinend ein Schädelbruch und sonstige Verletzungen am ganzen Körper vorliegen, bei Häuser eine leichte Gehirnerschütterung, Kopfverletzungen und eine Anzahl Abschürfungswunden festgestellt wurden.
*’ Bei Ausschachtungsarbeiten verunglückt. Gestern nachmittag tourte ter Arbeiter Heinrich Rudolph, beschäftigt bei einer Dorlarer Firma, bei Ausschachtungsarveiten in einer Dacksteinbrennerei in der Rähe von Krofdorf durch Herabstürzente Erdmassen so schwer getroffen, daß er erhebliche Quetschungen am ganzen Körper davontrug. Ein Mitglied ter Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz leistete dem Verletzten die erste Hilfe. Der bedauernswerte Mann wurde sodann mit dem städtischen Sanitätsauto nach ter Chirurgischen Klinik verbracht.
** Landesverband hessischer Volkshochschulen. Am Montag kamen in Offenbach Vertreter hessischer Volkshochschulen und der Leiter der Zentralstelle für Volksbildung in Hessen, Schulrat H a f f i n g e r, zusammen, um gemeinsame Schritte zur Förderung des Dolkshochschulwesens in Hessen zu beraten. Das Ergebnis der Beratung war zunächst die Gründung eines Landesverbandes hessischer Volkshochschulen. Mit der Führung der Geschäfte wurde die Volkshochschule Gießen beauftragt, deren Letter Herr Walter H e g a r ist.
•* Hindenburgbriefmarken. Die Deutsche Reichspost läßt gegenwärtig nach einem Entwurf des Kunstmalers Eddy Smith vier Freimarken zu 8, 15, 25 und 50 Pf., sowie eine Postkarte zu 8 Pf. mit einem Bildnis des Reichspräsidenten Herstellen. Die Wertzeichen zu 8 Pf. werden zu 15 Pf., Die übrigen zum doppelte Nennwerte durch die Post- arvftalten und die Deutsche Nothilfe vertrieben. Außerdem werden Markenheftchen mit vier Marken zu 8 unb drei Marken zu 15 Pf. zum Preis« von 1,50 Mk. ausgegeben. Der Verkauf beginnt am 26. September und dauert bis Ende Januar 1928. Die Gültigkeit der Wertzeichen zum Freimachen von Postsendungen hört mit dem 30. April 1928 auf. Der Erlös aus dem Zuschläge wird dem Reichspräsidenten zur Linderung der Not unter den Mittelstandsangehörigen und Sozialrentnern zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung des Verkaufs werten die Restbestände der Postanstalten und der Deutschen Nothilfe eingezogen werden.
" Gesellschaft für Volksbildung. Aus dem 3ahrestericht der Gesellschaft für das 3ahr 1926 ist folgendes zu entnehmen: Die Gesellschaft gab im 3ahre 1926 177 732 Bücher ab, verlieh 847 Wanderbüchereien mit 31 753 Bänden, verabfolgte unentgeltlich an 687 Büchereien 21 793 Bücher, verlieh 3228 Glasbilderreihen (200 000 bis 250 000 Bilder), verlieh 497 Laufbildrollen und 411 Bildwerfer. Die Ausgaben der Gesellschaft betrugen 1926: 711 423 38 Mk. Der Gesellschaft gehören zur Zeit 5198 Vereine und Verbände im ganzen Deutschen Reiche, außerdem 5873 Personen als Einzelrnitglieder an.
Kleine Strafkammer Gießen.
* Gießen, 2. Sept. Gegen einen Bürgermeister in Oberhessen war vor längerer Zeit von Ortseinwohnem bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Llickuntenfälschung, Verschiebung von rationiertem Holz usw. erstattet worden. Das Verfahren endete aber nach umfangreichen Ermittlungen mit Einstellung. Die Beschwerde gegen den Einstellungsbeschluß tourte von dem Generalstaatsanwalt in Darmstadt zurückgewiesen. Auch das zuständige Kreisamt leitete eine Unter» suchung ein, aber gleichfalls mit negativem Resultat. Da ein Ortseinwohner dem Bürgermeister vor Zeugen den Vorwurf machte, er habe in dem fraglichen 3ah-re rationiertes Holz fortgeschafft, und feilte Handlungsweise eine „Schuftigkeit" nannte, stellten der letztere und das KretSamt
Strafantrag. 3n ter Verhandlung vor dem Amtsgericht wurde ter Beleidiger zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. Gegen dieses Urteil 'verfolgte der Angeklagte Berufung. Rach fast fünfstündiger Verhandlung gelangte das Berufungsgericht zur Freisprechung des Angeklagtem ES könne dem Angeklagten der (Sebraud) des Ausdruckes „Schuftigkeit" nicht nachgewiesen werten: auch in der weiteren Aeuße- rung sei eine Beleidigung nicht enthalten. Auf ter anderen Seite sei aber auch, so hob der Vorsitzende bei ter Urteils Verkündung hervor, kein Anhalt dafür vorhanden, daß ter Bürgermeister sich in irgendeiner Weise vergangen habe.
* Gießen, 6. Sept. Wegen Störung des Gottesdienstes hatten sich zwei Händ- let aus Wenings, Vater und Sohn, zu verantworten. Als im Frühjahr der jüngere ter Angeklagten bei einer Feier in der Synagoge in Wenings beim Ausruf zur Vornahme einer gottesdienstlichen Handlung vom Vorstand übergangen wurde, drängte er sich an die Stelle des Oluf gerufenen: das gleiche wiederholte er, als er beim nächsten Aufruf wiederum übergangen wurde. Hierdurch entstand Lärm und eine so schwere Störung des Gottesdienstes, daß die Feier geschlossen wurde. Sein Vater sollte ihn in feinem Vorhaben durch einen Zuruf bestärkt und dadurch ebenfalls den Gottesdienst gestört haben. Dorn Amtsgericht Ortenberg war ter Vater mangels ausreichenden Beweises freigesprochen, ter Sohn zu einer Geldstrafe von 250 Mt. verurteilt worden. Der verurteilte Angeklagte und ter Amtsanwalt verfolgten Berufung. 3n ter heutigen Hauptverhandlung stellte es sich heraus, daß das moralische Recht auf feiten der Angeklagten lag. Der Sohne war vom Vorstand aus Grünten persönlicher Ratur — ter Vater hatte den Vorstand wegen einer Fleischschiebung angezeigt und stand im Verdacht, ihn auch wegen Steuerhinterziehung angezeigt zu haben — in kränkender Weise übergangen worden. Dennoch war er nicht berechtigt gewesen, den Gottesdienst zu stören, er hätte versuchen müssen, durch Beschwerde oder auf eine andere zulässige Art zu seinem Recht zu kommen. 3mmcd)in konnte sein Vergehen so milde aufgefaßt werden, daß die Strafe auf 30 M k. herabgesetzt wurde, ter Vater tourte wieder freigesprvchen, da die Aussagen der ihm feindlich gesinnten Zeugen dem Gericht nicht genügend glaubwürdig erschienen.
Die Strafe gegen einen Rückfallbetrüger, der in der Gegend von Friedberg Schwindeleien verübt hatte, wurde auf die Berufung ter Staatsanwaltschaft von drei auf fünf Monate Gefängnis erhöht.
Schöffengericht Wetzlar.
Q Gegen einen Arbeiter aus Holzhausen, welcher ter Vornahme unsittlicher Handlungen an zwei Knaben von drei bzw. fünf 3ahren bezichtigt war, wurde unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit behandelt. Das Urteil lautete auf sechs Monate Gefängnis unter Auferlegung ter Kosten. Dem Angeklagten wird nach Verbüßung von drei Monaten für den Rest ter Strafe bei guter Führung Bewährungsfrist zugebilligt.
Gegen einen Kraftwagenführer aus Ranzenbach wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung DerbantelL Der Angeklagte überholte auf der Straße Riederscheld—Herborn im Mai mit seinem Kraftwagen mehrere Radfahrer. Hierbei fuhr er einen Radler derart an, daß dieser um* stürzte und sich innere Verletzungen, sowie Hautabschürfungen zuzog. Der Angeklagte kümmert« sich nicht weiter um den Verletzten, sondern fuhr weiter. Er bestreitet jetzt ein Verschulten seinerseits, was aber durch die eidlich vernommenen Zeugen widerlegt wurde. Das Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe, hilfsweise zehn Tage Gefängnis.
Ein Maschinist aus Oberscheld stand wegen fahrlässiger Brandstiftung unter Anklage. Der Mann, der geständig war, hatte in dem Aufenthaltsraum der Arbeiter seines Arbeitgebers einen Topf mit Stauferfett auf den brennenden Ofen gestellt, um das Fett flüssig zu machen. Das Fett kochte aber über und geriet in Brand, während der Angeklagte abwesend war. 3n dem Raum war damals niemand anwesend. Der Brand fand an den Kleidern reichlich Rah- rung und tn kurzer Zeit stand das gange Häuschen in Flammen. Der Angeklagte erhielt 5 0 Mark Geldstrafe zudiktiert, an deren Stelle im Richtbeitreibungsfalle für je fünf Mark ein Tag Gefängnis tritt.
Berliner Börse.
Berlin, 7. Sept. (WTB. Funklprucb.) Geschäfte sind im heutigen Frühoerkehr noch nicht zustande» gekommen. Die Tendenz bleibt auch weiterhin bei größter Zurückhaltung unsicher. Farven werden mit 273 genannt. Am Devisenmarkt hört man London gegen Kabel mit 4,8605, Mailand 89,40, Madrid mit 28,78, Paris mit 124,02.
Rundfunk-Programm.
Donnerstag, 8. September.
13.30—14.30 Llhr Liebertragung von Kassel: Mittagskonzert ter Kasseler Hauskapelle. 16.30 bis 17.45 Konzert des Hausorchesters: Anton Dvorak. 17.45—18.45 Llhr Stunde ter Landwirtschaftskammer Kassel: „Kalkung, eine der wichtigsten Düngerfragen der Gegenwart", Vortrag von Direktor Scheer, Wolssanger. 18.45 bis 19.10 Llhr: „Das Deutschtum in Rom", Vortrag von Dr. Friedrich Roack, Freiburg. 19.15 bis 19.45 Llhr: „Meine gefährlichste Elefantenjagd", Dorttag von Hans Schomburgk.
Ware zu haben, 1Stück lOPfg
z/var durch Verstärkung des Aromas unddu/ch Zusatz von feinstem Reispuder. Auch enthalten DnOetker's Pudding-
ist und bleibt ein Oetker-Pudding. En ist eine Freude für die Jugend und ein köstliches Labsal für die Erwachsenen. Nahrhaft, wohlschmeckend, leicht verdat- pu/ver die für den Körperbau und die Blutbildung not< lieh und preiswert sind die Merkmale der O etken- wendigen mineralischen Satze, infolge großen Umsatz.& Puddings die jetzt in noch besserer Qualität her- sind Dr Oetker's Puddingpulver stets überall in frischer gestellt werden als bisher und e Ware zu haben. 1 Stück lOPfg
Verlangendem den einschl Geschähen auch Dr. Oetkers neues farbig illustriertes Rezepttwch Ausgabe F für 15 Pfgr wenn nicht vorrätig gegen Einsendung von Marken von


