Auftakt im Genfer Völkerbundsrat.
polnischen Mi,
Die Vertagung der Hreigabebill
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les Novum, und chwere Der-
uberwiefen werden. Vorläufig soll der Döller- bundskommissar in Danzig vom Döllerbundsrat mb der Entscheidung für den einzelnen Full beauftragt werden. — Ferner wird in der morgigen öffentlichen Sitzung der Bericht der Mandatskommission über die direkte Anhörung der Vertreter der Mandatsmöchte sowie über
der öffentlichen Sitzung wird zunächst die Frage der Lagerung von Kriegsmaterial in Danzig zur Sprache kommen. Diese Frage wird voraussichtlich vom Völkerbundsrat zunächst an die im 3uni zusammentretende beratende Äom- mission des Völkerbundes zur Etellungnah^ überwiesen werden. Vorläufig soll der Völk«
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Poßschrckkoino:
frTanftnrtam nialn 11686.
2ln demselben Tage, an dem das deutsch-ame- rikanische Kabel feierlich eingeweiht wurde, ist im amerikanischen Senat ohne jegliche Feierlichkeit der Gesetzentwurf über die Rückgabe deS beschlagnahmten deutschen Privat e i g e n 1 u m s begraben worden. Natürlich ist daS nur ein zufälliges Zusammentreffen, aber eS war doch ein Wermutstropfen in den Freudenbecher. Freilich brauchte man über dieses Ergebnis nicht sonderlich überrascht zu sein, denn wer einigermaßen in Amerika Bescheid weist, war sich seit langem darüber klar, dast nur durch ein Zusammenwirken besonders günstiger Umstände die Annahme der Bill in der soeben abgelaufenen Kongrest-Session möglich gewesen wäre.
Für den, den Dingen etwas ferner stehenden deutschen Leser ist es nicht ganz leicht, sich in dre amerikanischen Verhältnisse hineinzudenken. Der Kongreß wird immer im November der graben Jahre gewählt, um am 4. März eines ungraden Jahres zu Ende zu gehen. Nach der jeweiligen Wahl im November tritt aber noch der alte, zwei Jahre zuvor gewählle Kvngrest zu seiner Schlustsession zusammen, die am darauf folgenden 4. März endet, während der neugewählte Kvngrest sich erst am ersten Montag des Dezember, also genau dreizehn Monate nach seiner Wahl, versammelt. Nur wenn nach dem 4 März des auf den Wahltag folgenden Jahres der Präsident sich aus besonderer Veranlassung genötigt sicht, eine außerordentliche Tagung des Kongresses einzuberufen, können die Arbeiten zu einem f rü he ren Zeitpunkt aufgenommen werden.
®ie_ Kongrest-Session nun. die gesetzlich am 4. März des ungraben Jahres endet, heiht allgemein die kurze Session, weil sie nur rund drei Monate dauert, während die erste des neuen Kongresses zeitlich unbeschränkt ist und bis tief in den Sommer sich erstrecken kann. In der kurzen Session werden selbstverständlich als Hauptgegenstand die Etats behandelt, und dann kön- P?n meist nur diejenigen wichtigen gesetzgeberische.! Arbeiten zur Erledigung gelangen, gegen We feine grundsätzliche Opposition vorhanden ist. Auch dann, tocim man von grundsätzlicher Opposition kaum sprechen kann, wie im salke der Freigabe-Bill, sind solche Wast- napmen doch immer bis zum letzten Augenblick aufS äußerste gefährdet, weil es irgendeinem Senator, der besondere Wünsche hat. einsallen kann, dre Erfüllung feiner Wünsche d. h. die Nachgiebigkeit des Senats selbst, durch Obstruktion gegen alle anderen Bills zu erzwingen. Einer solchen Obstruktionspolitik ist auch die Freigabe-Bill zum Opfer gefallen.
Aus parteitaknschen Gründen wollten einige demokratische Senatoren die Annahme einer Re- solution herbeiführen, wonach zweifellos vorge- kommene Wahlbetrügereien in verschiedenen Staaten der Union durch einen Kongreh- ausschuß untersucht werden sollten. Diese Untersuchung hätte sich hauptsächlich gegen re-
erftcr Linie den genauen Endtermin für den Abzug der französischen Truppen sestzusetzen, ferner den D a h n s ch u tz insbesondere wegen seiner Drohe zu beanstanden, und schließlich die genauen Kompetenzen irgendwelcher neuen Organisationen sestMegen.
Zur Frage des oberschlesischen Schulkonflikts liegt dem Nat eine Petition von Z041 Bewohnern Ostoberschlefiens vor: durchweg Leute polnischer Muttersprache, die um den Besuch der deutschen Schule für ihre Kinder einfommen. weil ihnen eine doppelte Kultur unerläßlich erscheint. Der Präsident der deutsch-polnischen gemischten Kommission für Ober- schlesien, Calonder, hat diese Frage nach dem Wortlaut der Genfer Konvention zugunsten eines deutschen Anspruch« der Einwohner Ostoberschlesiens entschieden. Polen hat sich mit dem Hinweis darauf widersetzt, daß ein solcher Anspruch auf Grund des Minderheitenrechts. der von Angehörigen der Mehrheit ausgehe, das ganze Minderheitenrecht auf den Kopf stelle, aber gerade damit ein Argument für die stets von Deutschland vertretene Auffassung in bezug auf die besondere Eigenart deroberschlesischenVerhältnisse geliefert. Es ist kaum anzunehmen, daß diese Frage in der gegenwärtigen Tagung entschieden wird, vielmehr ist zu erwarten, daß sie einem G utachten deS Haager Gerichtshofes unterworfen wird.
polnische Propaganda in Berlin.
Seltsame diplomatische Methoden.
(Eigener Bericht des »Gieß. Anz")
Berlin, 6. März. Die polnische 0e- |0 n dtschafI in Berlin hat in der letzten Zeit immer mehr den Charakter einer Propaganda- zentrale angenommen, wobei sie sich einer Me thodc bedient, die mit den Aufgaben und der Stel- lung einer diplomatischen Auslandmission in keiner Weise zu vereinbaren ist. In Berlin sind Zeitungen und interessierte Persönlichkeiten mit anonymen Zuschriften über die Unterbrechung der deutsch.
den neuen Fragebogen für die Mandatsmächte syr Sprache gelangen. DeS weiteren steht auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung der Bericht £er Hygiene-Kommission sowie das System der Wahl der nichtständigen Natsmitglieder.
. heute vom DölkerbundSsekrelariat veröffentlichte Tagesordnung für die nächsten Ratssitzungen. die bis jetzt 40 Fragen umfaßt, geht bis zum Mittwoch, so daß allem Anschein nach nut einer kurzen Dauer der gegenwärtigen DöllerbundStagung gerechnet werden kann. Nach den bisherigen Dispositionen werden die Fragen der Neubildung der Saarregierung sowie des Rückzuges der französischen Truppen auS dem Saargebiet nicht vor Mittwoch zur Verhandlung gelangen. Auf der für Dienstag nachmittag vorgesehenen Döllerbundsratsitzung wird voraussichtlich der Protest des oberschlesischen Dollsbundes behandelt werden.
Die deutschen Probleme.
Die Laar und Lbcrschlesien.
Genf, 6. März. (WB.) Die Tagung deS Volkerbundsrats begegnet im allgemeinen einer verhältnismäßig nüchternen Auffassung in bezug auf die Möglichkeit von Ergebnissen, die nicht scharf durch die umfangreiche Tagesordnung — nunmehr 40 Punkte — Umrissen sind. Die Tatsache, daß der deutsche Reichsaußenminister den Vorsitz führt, ist zu den verschiedensten Kombinationen benutzt worden. Sie sind vollkommen abwegig, da die alphabetische Reihenfolge diesen Vorsitz herbeigeführt hat.
In der Saarfrage liegt daS sogenannte Korn p r »miß vor. das von der RegierungS- kommission des Saargebiets gegen die Stimme deS saarländischen Vertreters dem Rat unterbreit« worden ist. Dieser Vorschlag weist zunächst verschiedene offensichtliche Mängel auf; so vor allem den. daß die Zurückziehung der französischen Truppen nich> von vornherein an ein bestimmtes Datum geknüpft ist. Die Verhandlungen werden darauf abzielen müssen, in
publikanische Politiker gerichtet, und beätoegen widersetzten sich die republikanischen Senatoren der Annahme. Durch diesen Kampf wurden die Demokraten zur O b st r u k t i o n geführt. und die Folge war, daß eine Anzahl von MllS, darunter die Fre i g a b e-Bi l l. nicht mehr durchkamen. Vielleicht wäre es doch noch möglich gewesen, die Annahme zu erzwingen, wenn sich der Präsident schärfer dafür eingesetzt hätte. Das ist nicht geschehen, weil Cov- lidge nicht noch mehr Zündstoff in die ohnehin r?tc Atmosphäre des Senats hineintragen wollte. Bekanntlich hatten er und Schatzamtsekre- lar Mellon sich für die Freigabe ausgesprochen, wie überhaupt bei beiden Parteien wohl Meinungsverschiedenheiten über die Ausgestaltung bet Bill vorhanden waren, nicht aber über den Gegenstand selbst.
. , 2lus dem Dorhergesagten ist zu entnehmen, daß der Kongreß, wenn nicht besondere Zwischenfalle eintreten, erst im Dezember dieses JahreS wieder Aufammentntt, und zwar zur langen Session. Dann wird die Freigabe-Bill, hoffentlich in besserer und vollständigerer Gestalt, als jetzt, wieder auferstehen, und wir dürfen hoffen, daß sie auch etwa im Lause der ersten Monate 1928 Gesetz wird. Es stehl dann die Präsidentschaftswahl vor der Tür, und da wird es keine der beiden großen Parteien toageiK gegen ehre solche Dill zu stimmen, um
die zahlreichen deutsch-amerikanischen Wähler vor den Kops zu stoßen. Solange aber müssen wir uns gedulden.
Eine andere für unS sehr wichtige Vorlage sil vor dem Schicksal der Freigabebill bewahrt gebl.eben. Wir haben schon wiederholt darauf hmgewresen. daß der Kongreß vor einem Jahr ein Gesetz zur weiteren Beschränkung der Einwanderung erlassen hat. das neue Quoten in der Verteilung der Einwanderung mis die verschiedenen Nationalitäten einführte. Der Zweck war, Beschränkung unerwünschter und Förderung erwünschter Einwanderer. Unter Unerwünschten versteht man in Amerika in großen Zügen, romanische, slawische und ost- ludische Einwanderung, unter Erwünschten get- manikbe Einwanderung Es waren aber so man- mgfache. einander widersprechende SinftüHe zur Gütung gekommen, daß em heilloses Durcheinander entstand und eine Quotenverteilung bet- au«Iam öie nur die englische Einwanderung ungebührlich begünstigte, die deutsche und skandinavische dagegen auf« schwerst« be- c 'TLtxi) tm letzten Augenblick
HAen beide Häuser des Kongresses einen Bc- geatzt, den der Präsident genehmigt hat. Dadurch wird jebe Bestimmung des neuen Ein- wanderungsg esetz es vorläufig für ein Jahr aufeet Äraft gesetzt, und es bleibt bei der bischerigen Quotenverte.lung. Inzwischen hoift man. ein neues Cinwanderungsgesetz fertig- neuen au rönnen, das dem Zweck, den man ursprünglich un Auge hatte, wirklich gerecht werden kann.
Erste Fühlungnahme.
Genf, 6. März. (IU.) Reichsaußenminlster Dr otrefemann ist heute vormittag kurz vor acht Uhr mit dem Staatssekretär v. Schubert aus San Remo in Genf eingetroffen. Er wurde auf bem Bahnhof von dem gestern Abend hier eingetroffenen Mitgliedern der deutschen Delegation sowie □an der gesamten deutschen Studentenschaft der (Ben- icr Universität empfangen. Bereits im Lause des Dormittag» halte Dr. Stresemann eine längere Unterredung mit Staatssekretär o. Schubert und Ministenaldirektor Dr. (Baus sowie dem Böller- bunbsreftrenien v. Bülow.
Der französische Außenminister B r i a n d ist ebenfalls heute vormittag in Begleitung seines Kaknnettchefs L e r o y , des Dölkerbundreferenten Grafen de Clauzel und des Generalsekretärs der Botschasterlonierenz Massigli in Genf ^n-etroffen. Mit dem gleichen Zuge kamen Sir Austen Chamberlain und Lady Ehamber- lain, der japanische Botschafter Graf Jshii sowie der belgische Außenminister B a n Verve l d e an. Im Lause deS Nachmittages hat die erste Fühlungnahme zwischen den Außenministern ftattgefunöen. Um drei llhr suchte Eharnberlain den fran$öfi1dfcn Außenrnini- fter Briand auf, der vorher längere Zeit mit dem rumänischen Vertreter im Völlerbunds- rat, Titulescu, verhandelt hatte. Kurz nach fünf 11 br erschienen bei Briand Dr. Stresemann. Staatssekretär von Schubert, sowie Ministerialdirektor Dr Gaus. Anschließend daran begab sich der Reichsminister zu dem britischen Minister des Aeuhern. Sir Austen Eharnberlain, mit dem er eine ungefähr zweistündige Unterredung hatte.
Die Unterredung zwischen Stresemann und Briand.
Paris. 7.März. (W. T. B. Funkspruch.) lieber die gestrige Unterrebung zwischen Briand und Dr. Stresemann berichtet Havas aus Genf: .Man hat sich über die französisch-deutschen Beziehungen au-gesprochen, auf dem bereit- zurückgelegten Weg und dem zur Besserung der Beziehungen der beiden Lände: noch zurückzulegendem Weg einen Ucbcrblid geworfen. Briand und Stresemann sind glücklich gewesen, festzustellen, daß keiner von ihnen den Wunsch. sich der Wiederannäherung der beiden Länder zu widmen, irgendwie und in irgendeinem Punkte abgeändert habe. Der Abschluß dieser gemeinsamen Politll erfordert natürlich eine freimütige Zusammenarbeit der beiden Völker, stellt also eine Opportun itätSsrage hinsichtlich gewisser Maßnahmen dar. die von der öfsenllichen Meinung in Deutschland beharrlich gefordert werden und die von gewissen Bedingungen abhängen. die bis jetzt noch nicht erfüllt worden sind, da seit der Zusammenkunft von Thoiry Deutschland noch keinen bestinnnten Vorschlag als Gegenleistung für eine etwaige Räumung der Rheinlandgebiete gemacht hat. Es scheint auch nicht, daß bei der Zusammenkunst von gestern abend Stresemann nach dieser Richtung ein neues Moment beigebracht hätte. Sollt« das noch geschehen, so müsse man immer bedenken, daß es sich nicht um ein aus- schließlich deutsch-französisches Problem handelt, daß eS vielmehr auf Grund der bestehenden Verträge auch die Alliierten Frankreichs in- tcrcnUn. Das sind einige der tatsächlichen Wahrheiten, die Briand wahrscheinlich gegenüber Stresemann vorgebracht hat!
Der Eindruck in französischen Kreisen war übrigens so. daß demnächst auf alle Falle, aber nicht in Gens. Derhandlun- aen über die R h e i nl a n d be s e tz u n g stattfinden würden. Briand gab einigen Journalisten die Versicherung, daß keine andere, Frage al- die, die amtlich bekanntgegeben würde, auf der Ratstagung aufgeworfen werden würde. Er fügte hinzu: „Keine Frage, fei sie alt oder neu."
Das Programm der ersten Ratssitzung.
Genf. 6. März. (TU.) Der Völkerbunds- rat wird morgen vormittag unter dem Vorsitz D r. Stresernanns um 11 Uhr zu einer Geheimsitzung zusammentreten. Hierbei wird der Antrag des VöÜerbundskommissars in Danzig, van Hamel, auf Uebemahme seines Gehaltes durch den Döllerbund zur Sprache gelangen. Man nimmt hier an, daß der Völkerbunds rat sich der ablehnenden Auffassung der Kvntrollkommifsivn ansc^iehen wird. — In
polnischen siandelsoertragsverhandlungen überschwemmt worden, bereit Ävhalt den amtlichen polnischen Ursprung ohne weiteres erkennen läßt. Zu dieser Propotzgndo gehören ferner eine Reihe Kommuniques, bie Mitte Februar von der polnischen Gesandtschaft einer großen Zahl der ausländischen in, Berlin beglaubigten Missionen üln?rfanbt worden sind und die den polnischen Standpunkt in der Frage der Han- delsoertragsverhandlmigen nicht nur in fachlich un-
treffender Weife, fordern auch in einer die deutsche Regierung schwer verletzenden Form darlegen. So heißt es z.B. in einem diefer Kommuniques vom 13. tlebrimr „Die Taktik der deutschen Regierung zielt faktisch dahin, unter Drohung des Abbruches der Handvlovertragsverhandsimgen von der polnischen Delegation das zu erpressen, was der deutschen Politik rim gegenwärtigen Augenblick als das wertvollste erßcheint, nämlich den weitgehenden Zustrom und die Pestfetzung des deutscher- Clementes auf polnischem, Boden zu ermöglichen." Es handelt sich hier um ei tu? unerhörteVerdäch- tigung, die nicht erprgi(d) genug zurückgewirfen werden kann. Was dir deutsche Regierung lediglich erreichen wollte, xoar, einen modus vivendi inderAusweisunasfragezu erreichen, da- mit die Fortsetzuna btr Handelsvertragsverhandlun. gen in einer friedlichen Atmosphäre und damit mit besserer Aussicht auf «Erfolg vor sich gehen könne. Es war alfo nichts weiter alt der Abschluß eines Art W a f f e n st i l l ft,a ndes vor dem Beginn der eigentlichen Friedenstterhandlungen in dem deutsche polnischen Handelskrieg angestrebt worden. Das oben charakterisierte Vorgehen der polnischen !DK| Hon in Berlin ist ein diplomatisch kann als nichts anders als eine f
lehung des Gast rechtes bezeichnet werden. Daß die deutsche Regierung die unerhörte gandatatigkeit der polnischen Gefandtfchcht nicht widerspruchslos hinachwmmen und den deutschen Gesandten in WarfchOu Ulrich Rauscher beauftragt hat, energischen Protest bei der polnifchen Regierung einzulegen, ist selbstverständlich und wird von der gesamten deutschen Vefsenllichkeit nur begrüßt werden können.
ITr. 55 Erstes UZ. Jahrgang Montag, Z. März |Y2Z
GietzenerAilMgerW
E AW • Dr Fnedr Will) Lange.
General-Anzeiger für Gberhessen MZZ
Dlumfchein,- für den An-
Ornd Perlag: VUihI'Ichc Unw.rß.ä.- Such^ unö Steh.tn.frrei R. Eo.ge in rieften. Sd)nfiltih.ng und $Wfr 7.
Deutsch-polnische Besprechungen h| Genf.
03erIin, 0.Olljärz. sPriv.-Tel. des G.A) Der polnische Außenminister Zaleski erklärte in einem Interview einem Mitarbeiter her .Wiener Neuen 5xeicn Prelle", er nehme an. öab er in Genf Gelegenheit zu einer Aussprache mitDr. Etresemann haben werde, und er werbe diese Gelegenheit um so lieber benutzen, als auf deutscher Seite eine solche Aussprache offenbar für erwünscht gehalten werde. Wenn dabei der pcftnische Außenminister betont, daß die polnische Otegierung ihren besten Willen zur Erzielung eine* Entspannung aufbringe, so muß demgegenüber -etont werden, daß das unerträgliche (Verhalten Polens in der Ausweisungsfrage dak Hindernis für die Fortsetzung der Verhandlungen gewesen ist. und daß Polen unbedingt in irgendeiner Form Z u s i ch e- rungen geben muß. die ein weiteres Fort- ayren in dieser Ausweisungspolitik verhindern. Selbstverstälndlich dürfte auch auf unterer Seite nichts unversucht bleiben, zu einer Verständigung zu kommen.
Tanger.
Spanien bleibt — Fran;ösisch,britischc Bespreuungen in <4enf.
Paris, 6. März. (Wolff.) Wie der „Ma- tm aus Madrid meldet, erklärt die Prelle daß General Prrmo de Rivera im Mmifterrat über den Stand .der Tangerverhandlungen berichtet habe. DK- den spanischen Delegierten udeisandten 3nftEitft:onen seien in dernEinne derForderun^en des sPanifchenMe- rnor an du ms gchallen. D^e hauptsächlichsten Forderungen feien beibehalten, einige an» >er« nuanciert wurden D.e Zeitung ,.El Sol" schreibt hierzu, dVe pnftruftomm enthalten kein Anze-.chen von Schwäche ter spanischen Regierung, denn diese habc^ lang und sehr genau daS Problem ftu&icrt „El Debate" erklärt, da- spanrscye'Volk wissfe. daß General Prirno de Rivera sich weder mit einigen Brocken begnügen tonne, noch dürfe. Tanger müsse spanisch sein oder zum m.nf^ften von Spanien !on- trollicrt toerben. Die Jntcmat.onallsieruna fei nur eine Waske für ein französi- lche« Tanges. Wenn man schon auf der ?^"^on<rlisi«»ung bestche, bann müsse man he wenigstens ehrlich und aufrichtig an- toenben, d H. vhne Ausschluß irgendeines am Tangerproblem Interessierten Landes
Wie in Paris verlautet, wird in den pri» Daten Besprechimgen zwischen Briand und
6le Tangerfrage eine Rolte t /^«tt, daß Spanien fein*: Forderung auf etnperIcibuMfl der Stadt Tanger oder zumindest ihres Hreterlandes in die spanische Ma- rcttozvne au echterhalten werde Man glaubt, daß der französische und englßche Außenminister eine £$>fung finden werden, die dem spanischen Jnterelle ReHnung trägt, ohne eine Aend erung des internationalen ^^naerstatuts von 1923 zur Folg« äu Haden. Diese Lösung soll das äußerste Zugeständnis sein^ das Frankreich und England Spanien machen Bmtt.


