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Nr. 285 Erster Blatt

ITT. Jahrzaitg

Dienstag, 6. vezember (927

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lwf*nh ftr t>rol>r»e* n*tm Hejd|fr Otetznu

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Imfhnrtot?Sun*ne*. t>n< tH Beritt: Vrlhs^che UwtterfMH>BiA* iw6 Stete briterri Ä. ttey hi Sietzen. S^rtftirttweg neö Geschäft,»eie: Schellkraße V

SiMhe« »m ln)«ig«e ftr bt« lagrtftneieift bl» jee Rachmiliag terbre.

Prtll lir 1 ci«n i^bf ftr Ü»>»i^rti vo« 2T im Brett« . nlch 8, eeetruri» 10 1letd),pfeiimg; ftr Re» Illamra»;«»-«» i-on TO1 »n Butte ;<5 Reichspsenntg, Vioeearftbrui 20* mehr.

Cbrfrrbalitre:

Dr ^nedr Wilh Lange. Berantwottiich 'ur Dchnli Df. Fr Wb La»-«, für ^uiUeton l>r ft Ibguot; für ben übdf«» Iril tfrr.lt Blumsch«- für bw Ine irigwui! Kurt fttlman«, sämtlich in CTi«'

Englisch-russische Fühlungnahme in Genf.

Litwinow besucht Chamberlain. Keine Grundlage für ein Llebereinkommen gefunden.

®eef, 1 Dry (Wölfl.) Der fleflttertrrtetibe Bo(f«fomminur flr ousrourflgr Hngrkgmhdlm, C 11 re I n o ro . Hot an Chamberlain da» <$r- smtzen oerkblrt. ihn beule nachmittag ;u empfan­gen Chamberlain Hal luaefagL Lunalschorfkl und bk äbrigrn hier noch ann»efendrn Mitglieder brr sowjetrufsischen Delegation für den Vorbereiten­den #brüftungMU»|d)uh Hoden heute vormittag eis Uhr Genlln Richtung Berlin Verlagen, lieber bie Ansammenkunst zwischen Litwinow und Chamberlain, di« h'ule nndrnittag um 2.30 Uhr am Sih« der englischen Delegation begann, wurde von englischer Seite folgende» ftommunlqut auegrgebrn

^Nachdem fterr Litwinow Sir Austen Cham bertaln um eine Besprechung gebeten hatte, sand Sule nachmittag Im ftotel Beau Hloage eine 3e- mmenfunlt »milchen beiden llatt. Die Unter­redung gab Gelegenheit ju einem | reim öligen mdnung»auetauld) über die Beziehungen zwi­schen den Regierungen von Sow>ltrustlanb und Großbritannien. Indessen zeigte e» sich nicht al» möglich, während de» verlaus, dieser Besprechung w irgendeiner Grundlage für eine Verein­barung (ganiemenl) zu gelangen."

Litwinow, der punkt 3 30 Uhr da» ftotel Beau Rioage wieder verliest. ertlärte für; auf eine An­träge der Journalisten, daß er ..nicht. Interessante»"

' nntr. Uel>er Mc Unterredung ist von rulfi- scher Seite frin ergänzende, Kommunique herau»- gegeben worden. Litwinow reist, wie von russischer Setle versichert wird, nunmehr am Dienstag vor­mittag von Gens ab.

Ziemlich überraschend imb tm Gegen sah yu den iPrnH>cydxmgcn. besonder» t»*r englisch'n Presse. Hal sich der britische Außenminister Ehamberlaln ossenbar unter dem Ginsluh Brian b» mm allo doch entfchkssen, in Dens

' imif'jr Litwinow zu tonfericrni. Die Unterhaltung Hit 1* . Stunden gedauert, und über ihren Jnbilt ist da» obige Äoimmmlqu - verössentüchi worden. Da» in diesem Äomimmiqu^ steht könnte sich jeder Sachkenner im voraus sagen. Die tm brit.schon Kabinett seit der Arevs-AlsiZre entscheidende "Richtung, die der Diehard 1 und der Morning-Post. will von einer fterstellung der Nb'.n '-'x-n D Ziehun­gen zwischen beiden Andern n I d> t » wissen. Ehamberlain für seine Person hat sich lange genug und hcltig genug gegen da» Inf innen eine» vollständigen Bruche» mit Moskau ge­sträubt. aber nachgeben m.Isen. Inzwischen bat freilich die 611D ihren nicht unerheblichen Oinfluft eingdeftt, um entweder das D Ichebene rückgängig zu machen oder doch einstweilen einen Modus zu schassen, der die Aufrechterhaltung oder sogar den Ausbau der wirtschaft- lichen Beziehungen g-ftatkt. Sie Hal mit ihrer Tendenz, wie da» ä inlcnten Ghamber- lain» zeigt, im wesentlichen bie Oberhand beba Men.

Aber bah der von seinem Kabinett durch einige 100 "'Hie kn g.'trennte Aussenminister in einer so einschneid.n>en «Trage, in der er noch dazu uriprünqlKh die Opposition rcyräknficrte. einen grunblätiiichen Gesinnungswechsel der britischen Regierung kvnze , ren könnte, hat wohl fein Mensch. und am w.-ni flen Litw nvw. erwartet <Sber konnte man ann hmen. bah darin eine gewi se Höflichk tsgc'e liei? an d.r der 2lbschluh von Be handii n en zwisa e i d r Sow­jet-Regierung und M c Ä c n n a nicht ganz u.tbe- tcillgt ist. Nachdem eine gr.Vk* enilifch' Bank die öarunhe ter Lowjettvech ei für br I sche Le- fenm^xn an RloAfau übernommen hat konnte man schlechterding» nicht mehr ganz ab­lehnend sein, um M. D. schüttc n cht au ge- fäbetten. auf die es der engli'chen D rttchaft hierbei ankommt.

Soweit überhaupt von Politik die Red ge­wesen fein kann, dürfte öbamb rlain den, Sowjet- kvmmissar erklärt haben. tKrh eine D.ederaus- nahme der "Beziehung n an ein.- vvrbehaltslott Becpslichtung Ruhlanb» einschl eHidb der Äomir.tcm zur U nterlaf f u ng jeder politischen Propaganda im englischen Herrschaftsgebiet gclnüyft ki; und L.tw-.now dürfte ebenso felb'lverstän^lich nach dem alten Sowjetmuster auf die wil n a b&ä ngi fl f e i t der 3. Internationale von der Sowj.t- Regierung verwi.tten haben, um die LInMög­lichkeit einer 3 ro darzutun. Denn deshalb das .'iummur .que von der Llnmöglichkeit spricht, .währcnd d efer Un­terredung" zu einer Ber ran igung über d e Grundlagen eine» Agrern nts zu gelangen, so braucht man sich nicht den 2Dcg für ein: tünf- tige anderslautende "3criautbaruna dadurch brr- legt zu haben. Der erste Schritt zu einer Wiederannäherung ist jedenfalls griche^en und bah ihm in irgcr.3e.ner 3ronn demnächst wei­tere folgen werden, ^ar^ber be teht angesich'^ des lebha'ten materiellen In erette» beider Teile wohi kaum ein Zweifel.

Litwinows Besprechungen.

Dens. 5. Dey tDB ' Der bie'igc Vertreter der sowjetrusti'chen Telegraphenagentur Hai über die De^ prcchungen Litwinows mit B r i a n d und 6 t r 2 f c m a n n folgrobes Telegramrn nach Moskau gdandl .Briand oerfi2x?:c Litwinow, dah da» Wistverständr.is das buras die Sa«

kvwfkl-Angelegenheit entstanden war, al» bei gelegt betracheet werden

und dah von einer Unterbrechung der Beziehungen zwilchen Frankreich und Ruhland keine Rebe fein kann. Aach der Ankunft de» neuen Botschafters in Dari» werden die Der- Handlungen über die Schulden- und über die Kredit frage wieder ausgenommen, ebenso auch die Derchandlungcn über einen Richt- angrissspakt. Die beiden Staatsmänner haben auch den polnilch-litauifchen Äonflih be­sprochen, wobei beide die Rotwendigkeit der So­fortigen Aufhebung des Kriegszustandes »coilchcn Litauen und Polen anerkannt haben. Auch andere Probleme internationaler Art wurden defprochen.

Die Be*poechung Litwinows ml: Strese- m a n n hat ttch ebenfalls haupttächtich um die pvlni'ch-litaui «che Frage gedreht und um die Notwendigkeit der Aufhebung de» Kriegszu­standes zwischen den beiden Ländern. Die Unter- rebung verlies sehr herzlich und sreundttchaftl'.ch wobei Litwinow den Standpunkt der Sowjet- reglenmg zum Ausdruck brachte, wir er in ihre., beiden Qloten an Da tschau und Row ,o bereit» niebcrgeLcgt worden ist In der Besprechung wurde auch sestgestellt. dah über Mec «fragen keine prinzipielle Meinung»ver- schiedenheit bestehe.

Einigung im polnisch-litauischen Konflikt.

Günstige Aussichten auf eine Beilegung.

Gens. 6. Dez. (WIB.) 3n hlestgen politischen ft reifen verlaut« l mit Besllmmlhelt, hast pil- sudski am nächsten Jrdtag In Gens eintrifft, um an den Schlustorrhandlungen über den polnisch- litauischen Streitfall teilzunchmcn Zwischen den Ralsmächten befiehl, gutem vernehmen nach, bereit» vollkommene Einmütigkeit über die praktische Rege­lung d.« Julies. wol<i. tote perfidhrt wird. Polen eine äuhersl verständige Haltung einnimmt und sich mit einer schrittweisen Wiederaufnahme der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern beanügen wird.

Die juristische Regelung de, Halle» steht zunächst die Aushebung de» ftrieg»zu stände» vor und man glaubt, dafz dadurch verhaltni»mähig rasch normale diplomatische und wirtschaftliche Beziehun­gen zwischen den beiden Ländern sich entwickeln kön­nen. Eine Verwahrung Litauen, In bezug auf den jetzigen Status guo und da, DI (nage* blei wird al, selbstverständlich angesehen. Man bt- sürchtet aber, dast Litauen darüber hinaus wei­tere Jorberungen geltend machen und sich mit dem unter den Ralt-mltgllebrm virtuell bereit, pcreinbarlcn versahren nicht zufrieden geben wird Sollte jedoch Litauen unter den gemeinsamen Bemühungen der Grostmächte. dnschiiestiich So- wjdruhland». stch dem seht vom Rat geplanten Ver­fahren anschNrfzm. so wird damit gerechnet, dast am Mittwoch in einer ersten Lesum, der Vorschlag der Ralsmächte angenommen und In einer zweiten Lesung gegen Ende der Woche von vllfudski geneh­migt werden wird. Die geplante Lösung würde be­ben tm. hast beide Mächte vom Rat aufgefordert roet- bcn. durch direkte Verhandlungen wieder zu normalen diplomatischen und wirlscha liichen Be­gehungen in gelangen und bl» zur nächsten Jrüb- jahr»lagung über da» Ergebnis dieser direkten Ver­handlungen za berichten. Unter dem morallich-m Druck der Aufforderung be» Völkerbundsrate, hofft man, eine endgültige Reglung de» gesamten pol- nisch-iitauiichm Jrngenfomptere» erfolgreich etnleiten zu können.

wenn also auch mit einem Vorbehalt Li­tauen» in bezug auf feine Ansprüche auf da» öllnagcbtef gerechnet werden must, so wird in hte­il Kreisen doch die Auffassung ver­treten. dast der Aufnahme der normalen Beziehun­gen zwischen Polen und Litauen entscheidende Be­deutung für die Beruhigung der Ost läge zukomml. und man gibt stch der Hoffnung hin. dast

die volle Wiederherstellung der diplomatischen und wirtschaftlichen Begehungen zwilchen Polen und Litauen darau, rtfultiern wird. Die juristische Formulierung der geplanten Lösung wird die Aufgabe eine» Junfertomltee» fein. In dem England, Frankreich. 3lali«n und Japan urch ihre juristischen Berater vertret n sein werden. Deutsch­land. besten ftaltung in dieser Streitfrage und besten Interessen an der Wahrung der Souveränität Litauen, bekannt sind, ist bereit, in diesem Aus- schust mllzuwirken.

Besuche bei Etresemann.

Dens, 5 Dez tDTB.) Aeichsminister Dr. Strefemann begab sich heule nachmittag gegen 5 Llhr ZUIN pnlniUjcn Wintster de» 21- 3 a I e f l i, der nach seiner vor kurzem über­standenen Rrankhe.i sich noch grobe Schonung auferlegen must Degen 6.30 Uhr emp ing Äeich»- minister Dr 21r i.-mann bann tm fto ei .Meico- pole" den Besuch bt» tilautfcben Win sterpräsl- benten Wolbemaras. Die B-e'prechung bauerte etwa eint Stunde. Danach stattete der neue Aatprä l.'ent, dtr chinesische Botschafter in Pari», Tfcheng-Lob. dem deutschen Aats- mitglieb einen Höflichkeitsbesuch ab.

Heber die Besprechung zwischen Zaleski und Strefemann wird von polnischer Seite folgende Mitteilung verbreitet: Die Mmlsten hatten im "Derlaufe ihrer Hnterrebung Dttegm- beit, *tdi über den c.cinb der deuttch-po". Berhandlungen zu unterhalten, die den 2b- lchlust eines deutsch-polnischen Han­delsvertrags betreten und sich günstig ent­wickeln. Sie haben auherbem die wichtigsten politischen Fragen besprochen, btt in der gegenwärtigen "Ratstagung auf der Tagesord­nung stehen und dabei sestgestellt, dah zwischen den Ministern keine Meinungsverschie­denheiten in bezug auf die Rotwendigkeit S N gen innerhalb de»

öllerbundes bestehen, um die normalen fried­lichen Beziehungen in Osteuropa aufrechtzu­erhalten. Diele Darlegung wird dem Genfer Vertreter bei DTB au» den Kreisen der deutschen Delegation bestätigt und dabei die Be­deutung de» letzten Da.he» über dir Notwendig­keit der 2ufred>lerbaltung normaler friedlicher Beziehungen zwischen Polen und Litauen betont

9er ArbeiisloiW in her Äseninhnstrie.

Eigene Drahtmeldung be» ..Diestener Änzeigcr,".

Berlin. 6. Dez Rachdem zwei Arbeits­konflikte von grobem 2u»mast erst vor kurzem durch den Schlichter enftch.eden worden sind, im Braunkohlenbergbau und in der Tabakindu­strie. droht uns ein neuer Arbeitskonflikt von ungewöhnlichen AuSmahen. Der Dries, den der Direktor de» Stahlvereins. SmH Poensgen an den Reichsarbeit»minister gerichtet hat. bc- ei 1 en'chas senden und elfenDcrarbci: enZten Derke zum 1. 3anuar als eine in Aussicht genommene Maßnahme wirtschaftlicher Not­wehr und spricht die Hoffnung aus. dah es ttch dabei nur um einen .vorbeugenden Schritt" zu haindeln brauche. 215er der Ber- lauf ter Verhandlungen, die zwischen dem Ber- cin Deutscher äilcn- und Stahl industrieller und den Grwerifchatten über d'.e Durchführung der Berordnung vom 16. 3uli IS27 geführt worden finb. läh! zunächst nur geringen Optimismus au^tommen. Die Derke taten auf dem Stand­punkt. dast eine Durchführung die er Beiordnung, d. b. eine «alle Durchführung des Achtstunt-en- tag» mi: einem Dreifchichtenivsten'. die "Rcuc-ji- ftellung von 18 000 Mann und eine Mehr­belastung ron 66 Millionen Mark. d. h. nutzt weniger als 29 Proz. der gegenwärtigen Loh-- 'ummc eriordern würde. Dte Konsequenz wäre eine 10- bis I2prvzentige Derteuerung der E i s e n p r e i s e und eine entsprechend höhere der weiterverarbeiteten Produkte.

Sine übermäßige Aentabilttär haben sie trotz der günstigen Äonjunftur nicht erzielen können.

und e» scheint ausgeschlossen dah die Industrie selbst diese Mehrbäastung oder auch nur einen erheblichen Teil davon tdie Beregnung m der Arbeitnehmer geh.-n f tt>: etwa au' die Hälfte der vorgenannten Ziffern) tragen könnte, ohne diese Blehrausg^ben aus den Berbrauch abzu- wälzen. Damit aber würde die deutsch Äon- kurrenzsähigkeit au* dem Del markt crbwlklt. Ss ist zweifellos, dah in diese Sntw cklung sehr stark die nicht gerade vunschgemähe der inter­nationalen Aohei'engcmcinfchaft hineinsplelt, in der Deutschla^ durch b e Be­messung der Quote und die S rafzahl-ngen für ihre Ueberidirritung stark befchnttt.n ist. und weiter die o a l u t a r i s ch e n Einflüsse auf die Löhne in Jranltr.Q und Belgien. d:r noch immer erheblich unter den bcull^m l egen. Don einer Kündigung Warden nach westdeufwen Fest­stellungen etwa 203- 252 >00 Mann betroffen, ungerechnet d e Sww.engt.i.en, d.e sich für dic weiterverarbeitende 3nbu iric trotz aller Möglichkeiten einer behrissmä j gm Der- forgung mit Öaarafen und der Hera-Eichung von Lagerbeständen ergeben mühten.

Ts würbe sich also um eine Sawstrophe von ganz großem Susmah handeln und die Haltung Ser Industriellen w.rd begreiflithemxrc noch Der» schärst durch fre Forderung einer allgemeinen Lohnerhöhung in der Eifenindustrie um zehn Pfennig |t Stunde. Für die Kündigungen kommt vorausstchllich etwa der 15 d. M. in Frage: in der Zwischenzeit läßt sich wohl noch einiges erreichen. Auf jeiten der Arbeitnehmer iinb vorwiegend christliche Gewerkschaften mteeeffierL die

in dem Hauptarbeit »gebiet bf» norbwesttichen 3n- buftrieb«jirf» die Mehrheit stellen Sn dieser Zu­sammensetzung hegt auch bte Aussicht auf eine ge­wisse 2'er|iiinöigung»bereit|d)oft non der flrtcit- n.chinerseite her, bie etwa auf der Linie liegen tonnte dast nicht da» ganze Paket der Forderungen Arbeitezeitoerkurzungen. Dreischichten- System. Erhöhung der fttUNirbeitedobnc und all­gemeine Lohnerhöhung gerade zum 1. Januar ans einmal prälenheru werben müstte. sondern bie Durchführung der Verordnung planmäfjig ge- siafseli wurde.

Weitere Stiltegungsanzeiqen.

Düsseldorf, 5. Dry (WIB ) Au der drohen­den Stillegung In der Grostrlsenlndustrle wird be- kann!, dah auch zahlreiche reellrrorc- arbeitende Industriebetriebe be» Rhei­nisch-westsälischen Znbustriebezirk» au, freien Stücken eben lall» StillegiingMjnjelgen bei dem zuliaudi- qen Regieruugspräfibenten zum 1. Januar 1926 er­stattet haben 6Ine Verwirklichung wurde den Be­trieben ein wirtschaftliche» Weiterarbeiten nicht mehr gestatten. Wie ferner mltgelelll wird, haben graste klüttenkonzerne die au»ldnblfdxn Erzll.se- lanten auf Grund der bestehenden verirag,beKim­mungen soeben ersucht, die Erzoerschissun- gen im laufenben Monat Dezember, soweit noch seht möglich, tunlichst riniufchranken und ob 1. Ja­nuar 1926 ganz e I n j u ft e 11 e n. Die Werke be­ginnen bereit» mit der praktischen Vorbe­reitung der für den 1. Januar angefünblgleii Stillegung. Schon in den nächsten laaen dürfte die Einstellung der Bauten stch durch Abstop­pen der ftochosenbezüge an Ralf und feuerfesten Stossen und durch Anhalten brr Schrottbelieserung bemerkbar machen. In ben ft reisen der Eisenindustrie wird damit gerechnet, dafz die für den 7. d. M. ange- fehlen Verhandlungen sich über 14 läge hinzlehen dürften, fo das, die offizielle ftflnblgung feilen» der Arbeitgeber am IS. bzw. 17. d M. aus­gesprochen werden dürste.

Eine Erklärung der christlichen Gewerkschaften

Duisburg. 5 Dez (Dolfs ) Der Lhriftt che "HefaIIarbcilcrtvrbanb Pot im ftindlick auf die drohende Betriebst Illau na an ben Reich»- aroeit-minister ein Schreiben g richt t tn dem c* u. a. heftft. Dir halten un» oerptticht Ihnen mitzuteilen, bah die Forderungen de-s Ehristlichen Metallarbeitervertzandes klar erken­nen lassen, bah es falsch ist. ttvnn fi? 3nbu- brie behauptet, die Gewerkschaften verlangten die Durchführung des schematischen Achtstundentages für bie grsaml Ct n schassende und Gisen verarbeitende Industrie, vol­len Loh-nausaletch usw. Dir rnüsien 9 niprutz er­heben gegen die Darstellung, deren sich b e deut'che Grobe,senin^uftri? in ihrer Zuschrift vom 2. Dezember bedient. Die Androhung der Be­triebsstillegung ist erfrlzt. bevor bieeigen - lichen Berhandlungen begonnen und bevor namentlich die Ausw.rkungen un­terer Borschläge ausreichend geprüft wor n sind. Dir bitten Sie daher, das letztere veran­lassen zu wollen.

Die Erwerbslosigkeit.

Steigerung der Arbcitblosenzifsern mit dem Beginn de» Arofte».

Eigene Drahlmeldung be, ..(Siebener Anzeigers".

Berlin, 6. Dez. Mit dem Eintreten der küh­len Witterung, bie in vielen Teilen des Reichs sogar zu Frost geführt hat, ist auch eine starke Steigerung der ÄrbElosenzisier eingetreten. Au, dem ganzen itzrichr iommen loldw Meldungen. In Berlin x B. ist die Arbeitslosenzahl um rund 18 0 0 0 Personen ge ft legen und übersteigt damit die porausgegangene Woche um ein Mehrfaches. Es ist Har, dast die Verschlechterung der Zirbrit,möglich« feiten zum größten Teil die männlichen Arbeit»- liai'.r betroffen hat. da mit dem Eintreten des Fro­stes vor allen Dingen der Baumarfl betrauen icorlX" ist. Aber auch die weiblichen Arbeit»- losenzissern sind um etwa 12 Prozent gestiegen. Diese Zunahme beulet daraus hin. dast die Derschlech- terung be» Arbeilsmorktes zu einem Teil auch auf wiche Berussgruppen sich ausgedehnt hat, bie an Austen und Bauarbeiten nicht beteiligt sind, so z. B. im Bekleibunosgewerbe.bas aUrrbingc oll- Ehrlich um diese Zeit einen Rückgang in der Defchät- tigungszifser zu verzeichnen hat Daneben aber ist der O.famtrfcfgang auch auf ftünbigungen in der Metallindustrie 'urückprfuhren, yn eini­gen anderen Berufszweigen ist eine leichte Stei­gerung des Bschäftigungsgrades zu verzeichnen, die in erster 2inie au* das beginnende Weih­nachtsgeschäft zurückzuführen ist.

3om von Bulach.

Barts, 5. T*x. sWV.) ftaoas meldet au» Strahburg. Tlaus Zorn v. Bulach Hobe an den Prä­fekten des Departements Niederrhein, Lorurome, folgendes Schreiben gerichtet:Seit der Verhaf­tung Baumanns und Köhler» und ange­sichts der Motive ihrer Verhaftungen sehe ich mich gezwungen, mich von meinen früheren Mitarbeitern