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8-05: Di- Se-Arabt | iklus der Industrie- lsurt a. Qll-Nmi: f Arbeilslosenversichc-
Dorlrag ton Dr. Das Hörensehen der :f DembeL 20: Heber- :u: Erstes Freitags-
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Donnerstag, 6. Gttober (927
Nr. 17A Drittes Blatt
Gießener herbstpferdemartt.
DaS gute Herbstwriter war für btn gtftrigtn Gießener S; e r b ft - $ f c r t> c m fl r t i teemg flünftig. denn btt Landwirt« benutzten den schonen Lag. um ihre Karu>l,eln und Dtckwur, einzu- bringen und bk wieterhoU verregne.« ®.ummd- ernt« In einzelnen Orten zu Ende zu brmgen So blieben denn der Besuch und der Aufinrb de« War!.«» tetiächtlich hinter dem Herbst« Ps«r7«markl 1926 zurück.. Die Zahl der aufge« Iriebenen Zucht« und Hand'.erpferde belief srch aut 244 Pferde und 14 Fohlen, gegen 309 Pferd« iinv 24 Fohlen bei dem Herbst P ertemarit 1926. Zur P:äuii:«rung tourten 152 Pferde vsrgeführt gegen 179 im Herbst 1926 Allgemein wurde vorzüglich« Ps«rdema.erial lobend anerkannt und betont, daß bk G ebener PfertemÜrkte au die Hebung der Pferdezucht in Oberhesfen und im Lahn'.al von großem Einfluß sind. Di« geringere Besch.ckung des Marktes hatte zum Leit auch ihren Grund darin, baß die ifraellti- fchen Pferdehändler aus der wriiecen Umgebung w«5«n de- bevorstehenden (heutigen) hohen kirchlichen Feiertage- fehlten. Der Handel war im allgemeinen schleppend, meist wurden nur ®e- fchLste In geringerer und mittlerer Ware cb- geschlolfen. Srsttlafsige Pferde standen hoch im Preite, inde- war der Absatz nicht sehr groß. Sein Wunder daher, daß bei dem nicht sehr starten Markibesuch auch über geringen Berkaus der Bserdelose geklagt wurde. Einen Hauptanziehungspunkt »'es Marktes bildete die Dor» führung der Pserdeputzmaschine Elektro l u r an der Pulvermühle.
Ergebnis der Prämiierung.
Wagenschläge, paarweise zu prämiieren: 1. Preis, 60 Mk., dunkelvr. 5jähr. Stuten: 3 Rauf- mann-Rieder Weisel 2 Preis, 40 Mk, 4jahriger brauner Walloch und Sjahripe braune Stute: '21 ug. Frensdorf Gießen: 8. Preis, 30 Mk., 5- und 6jäh- rige Noppen: tfkbr. Isenberg-Gießen, Anerkennun- gen mit je 10 Mk., Oldenburger: Isidor Strauß- öberMockstadi. 4- und kjähr Schimmel: Sol. Michel-Gießen
'.Arbeitsschläge (schwere), paarweise zu prämiieren: 1 Preis, 60 Mk., 4jähr Fuchsstutcn: 3ul Kaufmann Rieder-Weisel: 2. Preis, 40 Mk., 4 unb Gjibr. Rotschimmclstulcn: Sal. Michel-Tie- ßen: 3. Preis, 30 Mk., Belgier: Isidor Strauß. Ober-Mockstadt: 4 Preis, 4- und Sjahr. Rotichim- melftuten: Jul. Raufmann-RiederWeisel. ‘Tiner- tennung, 10 Mk., 4jahr Fuchswallach und 5jähr. Fuchsstute: Sal. Michel Gießen
Arbeitsschläge (leichte), paastweise zu prämiieren: 1 Preis, 60 Mk., 3- und 4jähr. Fuchs- ftuirn: Aug. Frensdorf-Gießen: 2. Preis, 40 Mk., 4-ähr. braune Stuten: M. Bing-Lich: 3. Preis, 30 Mk., 3- unb 4fäf)r: Jul. RaufmannNieder- Wrisel.
Schwere Arbeitsschlage, einzeln zu prämiieren: 1. Preis, 40 Mk., 4jähr. Juchsstute. Jul. Raufmann-Nieder-Weisel: 2. Preis, 30 Mk., 4|ubr. braune Stute: Aug. Frensdorf-Gießen: Anerkennungen mit je 10 Mk, 4jähr. Fuchswalloch: Sal. Michel-Gießen, 6jähr. Belgier Wallach: Gebr. Isenberg-Gießen, 6jähr Rappstute: Isidor Strauß- Ob er-Mockstadt.
Leichte Arbeitsschläg«, einzeln zu prS. iniicren: I. Preis, 40 Mk, 6jähr. Fuchsstute: Aug. Frensdorf-Gießen: 2. Preis, 30 Mk., 4,abr. braune Stute: M Bing-Lich: 3. Preis, 20 Mk., 5jäbr. Stichelfuchs: I. Raufmann-Nieder-Weisel: 4. Prets, 15 Mk, Fuchsstute: Isidor Stroub-Ober-Mockstadt.
Schwere Arbeitsschläge, einzeln zu prämiieren: 1. Preis, 60 Mk, 12|äh*. Fuchsstute: Will) Langsdorf Albach: 2. Preis, 30 TU , 6jahr. Fuchsftute: Hch Dreut U.-Griedel: 3. Preis, 20Mk., üjäbr. braune Stute: Gg. Rißler l.-Nieder-Wcisel: 4 Preis, 15 Mk., 5jähr. Fuchsstute: Louis Klein- Wohndach: 5. Preis, 10 Mk., 4jähr. Fuchsstute: Rich Becker-Traio-Horioss: 6. Preis, 10 Mk, ßjafjr. Rotschimmelftute. Gg. Rißler U.-Rieder-Weisel: An- et kennungen mit je 5 Mk., üjäbr. braune Stute: j)cinr. Wallbott-Garbenteich, bjähr. braune Stute: Wilh. Biße! Griedel, Sjähr Fuchsstute: Ludwig Wald I.-Steinbach.
Leichte Arbeitsschläge, einzeln zu prämiieren: 1. Preis, 40 TU., Ojäbr. braune Stute: Anton Belten XVL-ßang-(Böns; 2. Preis, 30 Mk., Sjahr. dunkelbraune Stute: Eg. 5)d). Bender-Dors- (flirt, 3. Preis, 20 Mk., 4jähr. braune Stute: 5).
Ronr. Straßheim-Griedel: 4. Preis, 15 Mk., 4jähr. Rotsch.inmetltute: Hch Menget U.-Hattenrod
Schwere Arbeitsschläge, paarweise zu prämiieren: 1. Preis, 40 Mk, 4 und sjähr Fuch- ftuten: Rich Becker-Trots Horloff: 2. Preis, 30 Mk., 12- unb Sjähr. Fuchsstuten: D Albach-Langsdors. 3. Preis, 20 Mk., 5- u. 13jahr Fuchsstuten: L Klein- Wohnbach.
Leichte Arbeitsschläge, paarweise zu prämiieren: 1. Preis ohne Auszahlung, 9- und 5idt)r. braune Stuten: Am. Selten XVI. Cang- (Bun»; 2 Preise, je 30 TU., 11- und 4|ähr. braune Stuten: f). Ronr Straßheim Griedel und 7- und 6jäHr. Rappstuten: Daniel Bender-Griedel: 3. Preis, 20 TU., Rappstuten: L Pebler-Hömshetm.
Dreijährige Fohlen, geboren 1924, Wagenschtoge: 2. Preise mit je 20 Mk, Rappftute: K Lich Londorf und Ludw. Pebler-Hömsheim.
Dreijährige Fohlen, geboren 1924. Arbeit ssthlüge: 1. Preis. 30 Mk. Fuchsftut« TB Lange^ri-Albach und 1. Preis. 40 Mk.. braune Stute, Anton Benter-Dorn asfeicheim; 2. BreiS. 20 Mk.. Aich. Becker-Trais-Horloff.
Zweijährige Fohlen, geboten 1925. Wagenschlage: 1. Preis. 30 Mk. braune Stute. Hch. Fenchels»riete! und Rappftut« G Hch. Bender-Dvrsgill: 3. Preis 15 Mk. Schimmel- Wallach. S^dx Otedcr VI.-Mufchenheim.
Zwei j ädrige Fohlen . geboren 1925. ArbcitSfchläge: 1. Pre^. FuckSftute Hch Tvall- bett Xll -<?arbenteich: 2. Preis. 20 Mk . Fuchs- ftute, TD. Ä. Müller-Grietel. 4. Prerfe mit je
10 Mk.. braune Stute, Jt Aock-Haaenrod. Aor- jchimmelstute, Daniel 'Benter-Griedel.
Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehreren Aachkommen. TDagenfchläge 1. Preise mit j« 50 Mk. braune ©tute mit 3 Aachkvmmen. H Äonr. Straßheim«<briete!: dunkelbraune 8;äbr.ge ©nett, Gg. Hch TSender« Dorf-Gill.
> uch t st u t«n mit Saugfohlen oder mehreren A a chkvmmen. Arbeitsfchläae: 1. Preis, 50 *2Ht, 6jhr. Fuchsstute, Hch Ditut II.« Griedel: 2. Brei», 6jühi. braune Stute. Wilh. Dtffel-G rietet.
Z u ch t st u t« n, nachweislich in 1927 gedeckt oder «trennbar trag mb. Wagenf chläge: 1. Prc:S ohne Auszahlung. Sjäbr. dunkelbraune Stute. Gg Hch Benter-'Dotl-Gill: 1. Preis. 50 Mk.. Sjähr. braune Stute. Ant. Belten XVL-Qang- Göns: 2. Preis. 40 Mk. 11 jähr, braune Stute. H Äanr Straßheim^Grietel: 3 Preis. 30 Mk., Sjähr. Aavpftute. Daniel Benter-Grietel.
Z u ch t st u t« n, nachweislich in 1907 gedeckt oder erkennbar tragend. Arbeitsschläge 1. Preis ohne AuS^hlung. 12jähr. KohlsucvSstute. TD. LangSdors-Albach: 1 Preis, 50 Mk. Sjähr. «Fuchsstute: Hch Dreut ll.^Drietel: 2. Preis. 40 Mk. 5iähr «Fuchsstute, LouiS Klein-TDohn- bach: 3 Preis, 30 Mk. Sjähr. braun« Stut«, Ga « ßlec ll.-TZleter-Beifd; 4. Preis. 20 Mk., 4jähr «Fuchsstute. Aich Becker-'LraiS-Horlvsf; 5. DreiS, 10 Mk. Sjähr. braune Stute, Gg. Kitzler l.-Tli«ter*TDdfel; Anerkermungen mit je
Der Sternhimmel im Oktober.
Sonnenaufgang von 6 bis 7 Uhr. — Sonnenuntergang von 17,35 biS 16,30 Uhr ßicblgeftalten deS MondeS: 1. Diertel am 4 um 3 Uhr. Vollmond am 10. um 22 Uhr, 3. Diertel am 17 um 16 Tlhr
mf. Wie der April die fchnellste Wandlung zwn Frühling, so bringt der Oktober den schn.listen Ueberncng zum Dintersternhimmel. TDcgcn der immer zeitiger einsehenden Dunkelheit ist daß Austauchen d.-r TDintcrftembilber im Osten ausfallen ter. als das Berfchwinden der Sommerstern« im Westen: tenn dieses Derfchtoinden wird da
lung zur Sonne im Bormonat Halle und bei Eintritt ter Dunkelheit nun bereits ziemlich hoch am Himmel stehl. Cr bewegt sich nicht allzu schnell unter dem auS einem TlnDtomdki- und drei Pegasussternen gebildeten HimmelSquadrat. Der Anblick des prächtigen, auch von unserem Schiller im Wallenstein besungenen WantelstcrnS ersroul unS um so mehr, als er. wenn auch langsam, in höhere Gegenden d«S rierkreiseS «mporste-gt und dadurch für die kommenden Jahre eine immer längere Sichtbarkeit verspricht. Sonst ist am Abend- Himmel nur noch der Saturn zu sehen, freillch nur
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Q)Marz (SjJupNw ($)/afum
//•rna, Kleine Bucf' sX/f«Z>en
(•) Jonne D T Werfe! @ Vollmond (l J Viertel
Der Äit 24 5twnäevv«e)i)«n een Mitter . neckt Vie Mitternacht einet Tafte enthaltende Kreit and die dick punktierte Linie, der tofmannt* Hcnront, nnd fett- itehend tu denken. Der Stemkienme)dreht tick teert deen auf Mitternacht teifendm geraden Pfeil — geu-iet ernte Ren dem Zeiger der Himmeleukr — in 13 Stunden und 56 Minuten im Sinne det gelegener Pfeile einmal um eeinen Mittelpunkt Der etnge tri ebnete Hari tont umrahm die eu der Stunde, auf die der gerade Pfeil teige, um die Monatemitte eicht- laren 5frm«. Untere Karte aeigt alte den Zuetand um Mitternacht der Mc- natemitte. Will m*n eu einer anderen Stunde beobachten, to denkt man eich den Sternhimmel tarnt dem geraden Pfeil te gedreht, daß difer auf die Bi- cbachttmgtetunde eng*: dadurch werden die eu dieeer Zeit eiehtbaren Sterne in den nicht miteudrehenden Horicont km - rmgedrekt. Für je S Tage rar der Ma- not mitte itt der gerade Pfeü */) Stund« früher, für je S Tage nach der Monate- mitt« */□ Stunde epäter eu ttellen. Man * er gleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die geeeichnetm Stellungen ein. wenn er die angtdeultt* Licht- gestalt seigt.
durch, dah wir zu immer früherer Stunde beobachten können, etwas verzögert. So ist denn der Arclur noch den ganzen Monat über sichtbar, wenn auch zuletzt nur kurze Zeit. Die anderen Sommersterne, vorab die Wega, behaupten noch einen höheren Stand. 3m Osten erscheint zuerst der Stier mit den Plejaden, fast gleichzeitig. die obere Hälfte des Orion im Osten und die Zwillinge nach Aordosten zu.
Bon den Wandelsternen fällt vor allem der prächtige Jupiter auf, der seine (Segenstel-
zu Beginn des Monats gatne lurAc Zeil im Westen. Der Helle Stern in feiner Näh« ist der Anlarev, zu deuifch etwa „Gegenmars", so genannt wegen seiner an den Mars erinnernden rötlichen Farbe. Für Frühaussteher sei noch bemerkt, daß die Bonus als Morgenstern am Himmel erstrahlt. Da sie in höheren lierkreisgegenden steht als die Sonne, ist sie verhältnismäßig früh vor Sonnenaufgang sichtbar und hat auch bei Eintritt der Tageshelligkeit bereits eine beträchtliche Höhe erreicht.
Äü ft ermann.
llmMolgundMe.
Roman von Robert Misch.
Copyright by Earl Dunker. Berlin SW 62.
9 Fonsetzung Rachdruck verboten
Und wieder jauchzten sie ihr alle zu. Roch nie hatten diese Räume, in denen man meist nur „hohe" Kunst machte, solch uberschäumenden Beifall gehört. Man vergaß, wo man sich befand. Besonders die Künstler waren außer sich vor Entzücken.
„Sic kann'» besser als die Masiary.' — „Welch ein Vortrag!" — „Ein zukünftiger Star!"
fllur Lutrin machte wieder fein ärgerliches ®e- sicht
„Meine Herrschaften, machen Sie mir das kleine Fräulein nicht verrückt'. Sie ist Sängerin und keine Chansonniere, und schließlich ja auch Schülerin. Das sind ja nur Scherze, Scherze
Er drohte ihr mit dem Finger. Aber Lenz, mit dem Isa, nachdem sie viele Hände gedrückt und viele Komplimente mit glücklichen Lächeln empfangen, schließlich wieder an dem kleinen Tischchen in der Ecke landete, riet ihr mit ernster Miene:
„Laßen Sie sich nicht irre machen, Madonna! Für uns Ausübende gibt es keine groß« unb keine kleine Kunst. Reicht Fhre Stimme für die Opernbühne — gut! Sonst können Sie auch im kleinen Genre groß werden. Die Subic und Rvctte Guilbert sind mir lieber, als ein mittelmäßiger Parfival." (Dabei lachte er leise unb blickte spot- tisch zu ßutrin hinüber.)
Wie auf einer Trauminsel saß sie hier mit ihm allein — keiner trat, wie nach siillschweigenbem Uedereinkommen, an ihren Tisch. Rur Lukrin blickte ein paarmal sauersüß her. Ringsum sprachen unb lachten sie. Sic hörte nur ihn. Don feinen Anfängen erzählte er, von feinen Gastspielen, von Wien unb seinem Burgtheater
„Uebrigcns, was Sic für ein scharfes Ohr für Dialekte haben! Ihr Wienerisch war beinahe echt. Für den Wiener freilich, kleine Berlinerin .
Auch von sich selbst mußte sie erzählen, unb er hörte ihr interessiert zu.
„Auch ich stamme von kleinen Leuten ab. Wer von unten kommt, strebt mit doppelter Rraft nach oben — wenn die Äraft da ist."
Eine Sängerin trat an den Flügel, wählte in den Roten, man sammelte sich um sie.
„Und roflm's die Patti oder Lilli Lehmann wäre, heute will ich nicht mehr fingen hören — C’etait Tamour du joli tambour — rataplan, rata- plan, rataplan“, summte er leise vor sich hin.
Sie schaute ihn mit glückstrahlenden Auaen an. Er zog seine Uhr: „Höchste Zeit für die Garderobe! — Ich spiele heute den „Misanthrop" — aber mir ist gar nicht misanthropisch zu Mut. Moraen bin ich Hamlet. Stammen Sie hin — an der Kasse wird das Billett für sie liegen. Und nachher soupieren Sic mit mir!"
Eine heiße Röte färbte ihre Wangen, aber sie schüttelte den Kopf.
„Ins Theater komme ich — ins Restaurant, das geht nicht.'
„In drei Tagen reife ich fort. Also gut — es wird eine Loge für Sie und Lukrin an der Kasse jein; unb dann sind wir zu vieren zusammen, kleine yjeilige mit der Feuerkrone. Ist's so recht ? — Und jetzt, französischen Abschied!"
Sie nickte ihm freudig zu, fühlte noch einmal den Druck seiner weichen, warmen Hand — unb, während das Gespräch langsam abebbte, verschwand er mit seinem leichten, schwebenden Schritt im Nebenzimmer.
Die Sängerin sang — Jia hörte nur verworrene Töne einer großen Arie. Beifall Dann noch ein Lied — wieder Beifall! Langsam und ungesehen glitt Isa aus dem Zimmer, in den Korridor.
Auf der Straße dämmerte es eben. Langsam schritt sie hinüber, der Rousieau-Insel zu, wo nur einzelne Spaziergänger die Abendluft genosien.
Roch nie war ihr die Welt und dieser große, grüne Park so schön erschienen.
Zuhause fragte sie die Mutter neugierig aus. Datcr war in seinem Verein. Während sie ihr Butterbrot aß unb ihren Tee dazu trank, erzählte sie aogerissen und wortkarg.
„Es war sehr schön — sehr viele bekannte Künstler und vornehme Leute — überhaupt alle» sehr fein unb vornehm!" Sie hätte gelungen unb Beifall gefunden. Bon Lettz sprach sie nur ganz
obenhin — sie hatte ihn kennengelernt, unb auch er hatte ihr Komplimente gemacht
„Ach ja — Lukrin hat eine Loge für morgen — Hamlet mit Lenz. Er hat mich eingelaben.
Dann schützte sie Müdigkeit vor — sie wollte ins Bett.
„Auf deinem Tisch liegt ein Brief — aus Hildesheim, also Dcrmutlid) von Eberhard. Ich dachte, er hat dich ganz vergeßen. Wahrscheinlich hat ihm der Alte verboten, an dich zu schreiben."
Dazu lächelte sie verstohlen. Verständnislos blickte Isa sie an. Ach ja — der Junge! Sie mußte sich erst auf seine Existenz besinnen.
Als sie schon in ihrem kleinen schmalen Mäd- chenbett lag, öffnete sie bas Schreiben
„Meine geliebte Isa!
Denkst Du noch an mich? Ich tagtäglich. Wenn ich Dir nicht schrieb — Ich hatte ja Vater mein Wort geben müssen, es nicht zu tun ... Aber ich breche dies erzwungene versprechen. Ach, unser.' schöne Fahri nach dem Scharmützelsee .. Und wenn sich alle auf den Kopf stellen, uns sollen sie nicht auseinander bringen — nicht wahr, meine 3(a?
Ich weiß durch Rolf — die Alten schreiben mir keine Silbe von Dir — baß Du jetzt Gesangsunterricht im Konservatorium nimmst. Das Ist Deiner würdig und ^ebenfalls bester als Vaters dumme Tippmamsell-Idee. Deine Stimme war ja immer schon, unb wenn Du im Konzertina 1 ober auf ber Bühne stehen wirst mit Deinem lieben Gesicht und der funkelnden Haarkrone Ach, Dein Haar!"
Unwillkürlich lächette sie unb griff in die ge löst«, rotgolbenc Flut, die auf dem Riffen Jag. •J!ud) er! — „Madonna mit der Feuerkrone! — Gelangweilt las sie weiter:
Denn ich nicht die große Sehnsucht nach Dir hatte, toär's hier ganz schön. Der Onkel — so nenne ich den Pastor — ist ein netter, munterer Mann — gar nicht priesterhast. mehr wie ein luftiger alter Korpsstudent. Mit seinen beiden jüngeren Söhnen bin ich befreundet, besonders mit dem langen Karlheinz, der In meinem Atter ist. Er will auch Dichter werden — aber bann lacht fein Vater unb lagt: .Dichter wirb man nicht, man ist es." Er schreibt einen König Saul Ganz
10 THT , 4jühr Avttckrrmmelftut«. Hch. TlZenaol II.« Aattcnrob, 5jäfrr. Fuch4stut«. L TDalb I.-Steinbach. 8]ähr. braune Stute, Dome. Brnter-Orietet: d ui tri- Rorichimmelftutr. Hch Ärtmer I.« Lanasteri
an#getarnt tourten zur Prämiierung 1630 Mark txr.ru »gabt
Vorführung des Elektrolur.
Tdontetv# Jntt€tfl« bot für ot« Drfucher bi« CA'ftriftte viedreintgungSmaschin« .Slektroluff". bi« an ter Pulvermühl« bor- Sführt tourte tuurte hier bewiesen, daß e elektrisch: D.edreinlgunasmaschine »Glektrv- lur" bet ten Tieren restlos Staub. Schmutz. Läufe und Haarltnge entfernt, die Ueoertraguna von Hautkranktetten ner&mtert. die Dlutziriu- latwn unb W.terstanbSlratt ter T ere |örterl. te« Milchprot-uktivn bei ftä.iMgem ttebrauch er böht. 'Betriebskosten für Pfleg« unb Xeinijung bedeutend eripart mrd dadurch eine Werts::ige- rung ter Tier« berbeiführt SaS zahlreiche Publikum verfolgte die prattifche Tbriührung dieses für bi« 2an w.rifd>jft vorteilhaften Apparates mit gtofwm IMkereff«
Wirtschaft.
Diskonterhöhung und Konjunktur.
Der H e r b st u l t i >n o hat als schtoierigsten Schnittpunkt tes Zablungs^rlehrs ten erwarteten Tkrlauf genommen, Die Zuspitzung am Geldmarkt erreichte die Lußcrfte G.en«ze des Erträglichen. und die Kapitalanlage ber Ae tchS bank hat nach dem September- u 11 i m o a u s w e i s mit runb 3 Milliarten Mk. einen Rekordstand erreich! Trotz dieser Gi- Wartungen stellt dl« jetzt erfolgte Dlskonkerhdhung ter Reich»bank eine wirk.ich« llel-eeraschung bar. imb hat sogar In ten sonst gul Inlor vzrlen Finanzkreisen, speziell bei den Berliner O.otz- banten, eine Enttäuschung tervorgerusen, da man ten Beschluß ter Reichs bank auf eine D.!-tmt- erbfibunq für übcv«t(t hält. Aussällla ift alle: - ding-, daß ter ReichSbankprästdent dieses Mal nicht, wie es sonst üblich Ist. di« wabrschrinlich «imretente Entlastung ter ersten Oltatennodx abgewartet bat. ehe cr die Disksnterhöhtm-t durchsührte. Diskontpolitisch« Maßnahmen bei ReichSbank werten aber nicht nur auf Grund teö Status der Reichsbank, ber die Lage am Geld- und Kapitalmarkt wibersv.eg-lt. ergrissen. sondern die Maßnahmen ter Relchshmtk In dieser Richtung sind zugleich auf Konjunkturbe« tlnflvf f ung g «richtet. Die Reichs bank bäh also anscheinend die Zeil für gekommen, nicht nur ein Warnungszeichen ,u g ?bcn gegenüber der Ueberlpannung her Äoniunftur. sondern auch ter in der letzten Zeit gestiegmei» Ausnahme von Krediten bei ter Tlolcnbanl Zügel an- zu legen Diese Ausfastuna ber Reichs bank geht unseres Erachtens zwrifellos aus ter Erhöhung des Dlskonttatzes um ein volles Prozent hervor. Wie di« Diskonterhöhung lich auf die Wirtschaft und aus di« gegenaxlrtlg laufende Konjunktur an ^.wirken wirb, läßt sich natürlich im Moment nicht übersehm. Zunächst bringt di« Diskonterhöhung ter Wirtschaft eine Verteuerung des gesamten Kredltver- kehrs um mindestens 1 Prozent. Denn sie wird alsbald auch eine Verteuerung ter Zinssätze nach sich ziehen, die vom Diskontsatz ter Reichsbank abhängig sind. Auch die Bankzinsen werden entsprechend erhöht werten. Ihtfolge der Ärehifoerteuerung wird di« Wirtschaft zu knapperer Lagerhaltung gezwungen sein, so daß die in einzelnen Zndustnezwetgrn insbesondere ter Xertilinhuftric. in starkem Ansteigen begriffenen Lagerbestänte eine weitere^Dermeh* rung nicht mehr erfahren dürsten. Normaler« weise müßte die DiskonterhShung auf das Preisniveau, das infolge des wirttchastlichen Aufschwunges unter den in Deutschland vorliegenden befenteren Entwicklungstedingungen gestiegen ist. senkend wirken. Es liegt also nahe, anzunehmen, daß die Regierung, die erst kürzlich erklärt bat daß fic eine Preissteigerung fetten# der Wirt- T^ast infolge der Erhöhung der Beimtengehaller stark bekämpfen würde, diesmal hje Dislont- polittk ter Reichsbank entscheidend beeinflußt hat, um Bestrebungen auf Preissteigerung von vornherein totzumachen. Aus dem Geldmarkt
hub|d), aber io em bißchen im ahm Stil. Der hält immer lang? Reden, und der David auch. Das ift nicht modern. Ich schreibe ein modernes Drama — ein junger, vornehmer Mann unb ein junges Mädchen, die Tochter seines Gutslnspektors Sie hat rotblondes Haar,, das habe ich extra vorgeschrieben. Karlheinz findet es sehr schön — ich bin schon beim zweiten Akt.
Wenn Du zur Bühne gehst, da wirst Du viele Verehrer haben, aber keinen, der Dich so liebt und es so gut mit Dir meint. Nicht wahr, Du wirst mich dann nicht vergessen? Du host ja meinen Ring Den trägst Du doch noch? Aber sage nie- mand, daß er von mir ist!"
Die letzten der neun Seiten überflog sie nur — Liebesbeteuerungen — Schilderungen von Hildesheim — Tanzstunden — „aber die dummen Kleinstädterinnen gefallen mir nicht: und mit Dir, meine geliebte Iso, kann sich keine vergleichen." — Er lernte sehr fleißig, um bald aus der Quetsche, vulgo Gymnasium herauszukommen. Denn er doch entlieh ein freier Student wäre . dann würden sic sich auch wiedersehen Er reifte dann hin, wo sie spielte. Und sie solle ihm postlagernd schreiben, recht bald und ausführlich — Chiffre Eberhard. Der Onkel öffnete zwar seine Briefe nicht, aber besser sei bester .
Achtlos glitten die mit seiner kleinen, z-crlichen Handschrift eng beschriebenen Seiten auf den Rächt- risch Seltsam — so oft hatte sie mit Ungeduld auf ein Wort von ihm gewartet und heute — wie ein ferner, längst vergessener Traum erschien ihr alles. Da schrieb er, „Dein Dich ewig liebender Eber- Hard" — Was waren alle anderen im Vergleich zu ihm, dem stolzen, gefeierten Helden der Bühne, dem Tausende Bewunderung zollten!
Sie löschte dos Licht. Ein Mondstrahl glitt durch die nicht ganz geschlossenen Vorhänge.
Was für kluge, bald spöttische, bald lodernde Äugen dieser Len; hat! — ha ha — ,JDlabonna mit der Feuerkrone" — Und langsam glitt sie hinüber ins Traumreich Romeo vor dem Balkon — im Mondschein — ober schien er durchs Fenster? — Und nun stand ste selbst auf dem Balkon, und er streckte rlehenb die Arme nach Ihr aus: aber er rief richt Iukia, sondern ,Lsa — Madonna" ...
(Fonjetzung folgt)


