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nicht« sieht, ert durch ba« Äon^ert ber Ma- schinrngewehre und Geschütze auf ihre ungefähr« Stellungen aufmerksam wird. Sine tyP'fche Ber- ÜTiderung gegen früher ist da« fast völlige Fehlen de« Vchühenfeuer«. Den Hauptfeueriamp' fuh­ren eben heute die Maschinenwaffen. Gan» vor­trefflich erscheinen die Leistungen der H a ä) - richtentruppen, ebenso wie cr.e der Rach- richtenorgane innerhalb der einzelnen Truppen und Stäb«. Dem Rachrichten- und Meldewesen wird ein grober Wert gelegt.

Bet der Beurteilung der Leistungen unse­rer "Reichswehr muh man sich stet« vergegen­wärtigen dah ihr durch da« Versailler Diktat alle modernen Waffen, wie schwere Ar­tillerie, Flieger. Tank« genommen sind, wo» durch ein« modern« Ausbildung ungeheuer!.ch erschwert wird Umsomehr ist die Ausbildung«- arbeit anzuerkennen, di« in der Reichswehr ge­leistet wird und di« Truppe bei den jetzigen Hebungen in so günstigem Licht erscheinen lieh.

Wir hoffen, dah über die militärische Be­deutung dieser Hebungen hinau« durch da« Zu­sammentreffen von Angehörigen fast aller deut­schen Stämme zu den Manüvern in Westfalen, da« Sichkennenlernen untereinander und m l der Bevölkerung Westfalen« seinen kleinen Teil zum Verständnis der deut chen Stämme untereinander und damit a u r Einigkeit im Gr ohen, die un« so vitter nottut, beitragen möge.

15 Milliarden Dollar.

Bon Universitätsprofessor Dr. Alfon« Goldschmidt.

Die Schätzungen der nordamerikani- fchen Kapitalsanlagen im Auslande gehen weit auseinander. Die einen schätzen die Gesamtsumme auf 12 bi« 13 Milliarden Dollar, andere auf 15 Milliarden Dollar, und eS gibt Stützungen, die noch über 15 Mil iarden Dollar erheblich htnauSgehen. Jedenfalls ist feit dem Kriege die Giäubigerfchait der Dereinig'.en Staa­ten gewaltiger und gewaltiger geworden, so daß sie heute schon die Gläubigerschaft Grohbritan- nienS erreicht, wenn nicht übertrifft.

Die Bereinigten Staaten waren lange Zeit ein S ch u l d n e r l a n d, dem man nicht sehr gern gröbere Summen lieh. Die Industrialisierung und besonders auch die VerlehrSentwicklung wa­ren drüben so rapide, dah an eine Sicherheit der Kapitalsanlage in jener Zeit nicht gedacht werden konnte. Die Beteiligung an amerikani­schen Unternehmungen, speziell an den Eisen­bahnen der Vereinigten Staaten, war in den meisten Fällen ein Abenteuer. Man wird sich nob de) F e «erzustandeS der Vcuhorker Behörde erinnern und der vielen Aktienkrachs, die die Ueberspekulation in den Vereinigten Staaten an den europäischen Börsen zur Folge hatte.

DaS hatte sich eigentlich schon kurz vor dem Kriege geändert. Während 1899 die Vereinigten Staaten dem europäischen Kapital rund 3 3 Milliarden Dollar schuldeten und Bord- Amerika selbst nur etwa 500 Millionen Dollar über die Grenzen auSgeliehen hatte, war die Ge­samtforderung der Vereinigten Staaten an da« Ausland im Jahre 1913 schon 2.6 Milliarden Dollar. Di« Vereinigten Staaten waren also damals schon auf dem Weg«. Drohgläubigerland zu werben. Allerdings hatten sie den wichtigsten Teil des ausgeliehenen Kapital« auf dem amerikanischen Kontinent selbst an­gelegt. besonder« in Kanada und Mexiko. Der Krieg 1914/18 bedeutete nun für da« Kapi­tal der Vereinigten Staaten eine schnelle und gewichtige Jnteressenumschichtung. Die Ansprüche Europa« sprangen nur so an den amerikanischen Geldmarkt heran. Vach dem wert- vvl en BucheAmerican Foreian Investments" von Robert W. Dünn hat allem die Regie­rung der Deretnigien Staaten den Regierungen der Alliierten während de« Krieges die Riesen» "nmme von über 7,3 Milliarden Dollar ge- iehen. Rach dem Kriege hörten diese unge- Iieurtn Ansprüche nicht auf. Allerdings wandte ' ich nun das europäische Unternehmertum verhältnismäßig öfter al« europäische Regierun- ocn an den Kapitalmarkt der Vereinigten Staa­ten. Hinzu kamen die Ansprüche anderer Konti- i ent«, insbesondere Latein-Amerikas. Im Jahre 1919 allein exportierten die Vereinigten Staaten beinahe 3.4 Millarden Dollar. DaS meiste davon war allerdings noch Kredit von "Regierung zu Regierung. Dann aber setzt«

auch der Kapitalexport an Privat- unternehmungen in auherorden tlichem Mast« «in. ~ K

Diese ungeheuren Anlagen un AuSlande haben den politischen Sinttuß der Vereinig- ten Staaten zuungunsten anderer^ Länder, ins­besondere Englands, wesentlich gestärkt. Dor dem Krieg« hatten die Vereinigten Staaten an Kanada etwa 417 Millionen Dollar zu fordern gegen fast 1.86 Milliarden Dollar Forderungen Grohbritanniens. Im Jahre 1923 hatte iich da« Bild völlig verschoben. Während Großbritannien rund 1.9 Milliarden Dollar Forderungen an Kanada hatte, betrugen die Forderungen der Vereinigten Staaten 2.4 Milliarden Dollar. Ent- spreck^nd ist natürlich der Export der Der- einigten Staaten nach Kanada gestiegen. Es ist wohl selbstverständlich, dah bei einer derartigen Weiterentwicklung deS Gegensatzes zwischen dem amerikanischen und englischen Kapital in Kanada die politischen Konsequenzen nicht ausblewen können. Der Anteil deS norbamerikanttchen Kapi­tals an den auswärtigen Kapitalsanlagen in Mexiko ist so grob, dah beispielsweise da« englisch« Kapital begonnen hat. sich aus Mexiko zurückzuziehen Der amerikanische Anteil wird jetzt auf etwa 1.3 Milliarden Dollar geschäht, wovon nicht viel weniger als 500 Millionen Dol­lar in der Oelinbustrie investiert sein sollen. Damit hat das Kapital der Vereinigten Staaten etwa die Hälfte des ziffernmähiq erfaßbaren Rationalreichtums Meriko« in der Hand. Ratür- lich ist dieser Vationalreichtum im Hinblick auf die Aufschließbarkeit Mexiko« viel höher zu veranschlagen. Hier aber handelt es sich um die augenbl ck iche Macht, in Summen au-gedrückt. Man versteht ohne weiteres da« Bestreben Mexiko«, sich von diesem Druck zu entlasten, denn er bedeutet da« Verlangen de« nordameri­kanischen Kapital-, nicht nur di« mexilanifche Wirtschast, sondern auch bi« mexikanische Politik zu bestimmen.

Die reiche Zuckerinsel Kuba steht völlig unter der Herrschaft deS Kapitals der Ver­einigten Staaten. 3m Jahre 1924 hatten die Vereinigten Staaten nicht weniger als 1.25 Mil­liarden in Kuba investiert, davon allein 750 Mil­lionen Dollar in den Zuckerpflanzungen und In der Zuckerraffinerie. Es gehören ihnen irt Kuba die Ei'enbahnen. wichtige Tabakpflanzun­gen und < igar-enfabriken. die bedeutendsten Hotels. Minen usw. Kuba ist damit nord- amerikanisch und die Vertrage sind derart, daß es eine selbständige kubanische Politik nicht mehr gibt. Aehnlich ist das Interesse der Ver­einigten Staaten an Haiti, wo daS Nordameri­ka iche Kapital die wichtigsten Zuckerkonzr fronen und andere Rechte besitzt. Man kann sagen, daß. abgesehen von den großen südamerikanischen Ländern, deren Abhängigkeit v n nordamerikani­schem Kapital aber von Jahr zu Jahr steigt, ganz Latein-Amerika vom Kapital der Vereinig­ten Staaten kontrolliert wird. Die anderen aus­wärtigen Kapitale verlieren in diesen reichen Gegenden dauernd an Bedeutung.

Mit welchem Ungestüm das norbamerikanische Kapital vordringt, zeigt sich unter anderem an dem rapiden Wachsen deS amerikanischen Ex­portes nach China. Während im Jahre 1914 der nordamerikanische JahreSexport nach China noch nicht ganz 25 Millionen Dollar betrug, war er bis 1924 schon auf 124,4 Millionen Dol­lar gestiegen. In Japan bringt bas norb­amerikanische Kapital schnell vor. unterstützt von der Regierung ber Vereinigten Staaten, bie der japanischen Regierung noch vor nicht langer Zeit eine große Anlage vermittelt hat.

Die ra'ende Kapitalsausdehnung ist zugleich ein Symptom der wachsenden Wirtschafts­krise Rordamerikas. Die Krise wirb sich in dem Maße verschärfen, als ber Gegendruck der dem amerikanifchen Kapital unterworfenen Gebiete stärker wird. Daß diese Bewegung im Gange ist, dafür sind genügend Anzeichen vorhanden. Es kam, gar keine Rede davon sein, baß bie Großgläubigerschaft ter Vereinigten Staaten eine Dauererscheinung ist. Sie wirb ebenso zusammen­brechen. wie bie Großgläubigerschaft anderer Länder zusammengebrochen ist.

Tvreckiftunden der Redaktion.

12 bie 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen

Anzetgenausträgk sind lediglich an bl« Geschäftsstelle zu richten

verSüddeulscheGnzelhandelstag zur preisbilöungsfrage.

Dom Landesverband des hessischen Einzelhan- dels, Sitz Darmstadt, wird uns geschrieben:

Der Süddeutsche Einzelhandels' tag', dem bie Einzelhandelsoerdändc von Ba­den, Bayern, Hessen, Rheinpfalz und Württem­berg angehören, beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 29. September in Karlsruhe u. a. auch mit den Aeußcrungen des Reichsfinanzministere Dr. Köh- l c r beim Magdeburger Beamtentag, wonach In­dustrie und Handel bereits daran seien, anläßlich der Reuregeluna der Deamtenbesoldung die Preise für bestimmte Waren zu erhöhen. Diese Behaup­tung des Herrn Dr. Köhler und die daran ge­knüpfte Drohung wurden vom Süddeutschen Einzel­handelstag mit lebhaftester Entrüstung zurück- gewiesen. Einmütig wurde festgestellt, daß für die Behauptungen des Herrn Reichssinanzministers Dr. Köhler keinerlei Beweise vorliegen und der­artige Behauptungen auch aus den Vorgängen der Vergangenheit keine Stütze finden. Der Einzelhan­del begrüßt jede Stärkuna der Kaufkraft des Pu­blikums und hat lebhaftestes Interest« daran, daß der deutschen Beamtenschaft eine ihrer Bedeutung angemessene Lebensmöglichkeit gesichert wird Die Preisbildung ist aber in erster Linie abhängig von der Marktlage der Rohstoffe, von dem Deschäfti- aungsgrad, von der Leistungsfähigkeit und von den Kalkulationsprinzipien der Dorlieferanten, die den maßgebenden Einfluß auf die Preisgestaltung in Händen haben. Dom Einzelhandel selbst hängt nach alten volkswirtschaftlichen Grundsätzen die Preis­bildung nur in ganz geringem Maße ab. Für ihn ist der Regulator die Konkurrenz und jeder Einzel­händler, der über das Preisniveau seines Kon- kurrenten hinausgeht, kann auf die Dauer Im freien Wettbewerb nicht bestehen Der Einzelhandel kann auch nur an einer möglichst gleichbleibenden und reibungslosen Gestaltung des Wirtschaftslebens Interesse haben. Damit aber fallen die Vorwürfe und Drohungen des Herrn Reichsfinanzministers Dr. Köhler als völlig unbegründet in sich selbst zusammen."

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

Mainzlar, 5. Ott. Anläßlich des Ge­burtstages des Reichspräsidenten vonHinden- b u r g veranstaltete der Iungdeutsche Or­den. Bruderschaft Altenmark, ein Sportfest mit Preisgruppenschießen. Hierbei er­rangen im Fünfkampf 1. Kl.: 1. Preis Bruder Heinrich Becker- Mainzlar. 2. Preis 3ung- bruber Otto Rupp- Alten-Duseck. 3. Preis Turner Otto Bodenbender -Ruttershausen. 11. Klasse: 1. Breis Jungbruder August Kern- Mainzlar, 2. Preis Turner Otto Deck er-Rut­tershausen, 3. Preis Karl Heinz Weynanb- Marburg. Aus ber 4xl00-Meterstafsel ging der Turnverein Ruttershausen als Sieger hervor. Im Preisgruppenschießen errang den 1. Preis bie Altersklasse des Kleinlaliber-Schühenr «rein- Frvnhausen. Den 1. Preis in der Jugendklasse errang bie Schar Mainzlar. Rach Beendigung der Sportkämpfe gedachte Bruder Amtsrichter von Baumbach in eindrucksvollen Worten der Verdienste des Jubilars.

(.) Lang-Göns, 5. Olt. Die Kartoffel­ernte ist bis auf einige Rachzügler be­endet. Der Ertrag war ein sehr guter. Der Preis geht tn die Höhe, besonder- für die Sorte .Industrie". Während gestern von der Genollenschaft der Zentner noch zu 3.63 Ml. eingeladen wurde, gehen die Händler heut: schon bis zu 4 Mk. Andere Sorten sind billiger.

(.) Holzheim, 5. Ott. Infolge des guten Herbstes geht bie Feldarbeit ihrem Ende ent­gegen. Die Kartoffeln sind in der Haupt­sache eingebracht, das Obst hängt vielfach noch, die Folge der übergroßen Ertrage. Die Land­wirte säen schon die Winterfrucht. Aus Station Lang-GönS werden z. Z. Kartoffeln ver­laden, der Zentner 2,30 Mark. Dabei handelt eS sich um bie Sorte .Hassia". ,Industrie" ist teurer.

(.) ® rünlngen . 5. Oft. Die Obsternte ist hier immer noch nicht beendet! denn der Segen war in diesem Jahre sehr reichlich, ©rünlngen ist von jeher als Obstborf bekannt. Zur Zeit fah­ren hochbeladene Wagen zur Station Lang-Göns. Die meisten haben K e 11 e r o b ft, daS für 2.50

Mark (Zentner) eingeladen wird. Edelobst wird mit 6 bis 7 Mark gehandelt. Rachtrage aller­dings gering.

: Trais-Horloff, 5 Oft. Am Sonn­tagnachmittag fand bie feierliche Einwei­hung de S neuen Friedhofs statt. Um 2 Uhr riefen die Glocken einige Hunden Menschen au« nah und fern auf dem alten Friedhof zu­sammen. Eingeleitet wurde bie Feier durch den Pvsaunenchor au« Lang-Göns unter der bewährten Leitung feine« Dingenden Bol­le r. S« sei gleich oonncg genommen, daß es ihm gelang, der ganzen Feier eint stimmungsvolle Umrahmung zu verleihen wofür ihm unb dem Thor herzlicher Dank gebührt. Rach ergreifende« AbschiedSworten des Ort« geistlichen Pfarrer Weber bewegt« sich der Zug unter Dorantritt des Posaunenchors und unter den Klängen des Ehorals .Ach bleib mit deiner Gnade" durch das Dorf hinüber auf den stimmungsvoll mit Blu­men geschmückten neuen Friedhof. Rach ein­leitender Ehoralmelodi« .Jesus meine Zuver­sicht" hielt Pfarrer Weber von der Dederckhalle au«, bie ebenfalls mit Blumen und Girlanden reich geschmückt war. die Weih«/«de, der «r al« Text Hesekiel Kap. 37 D 1 bl« 14 zugrunbe­legte. Als Totenacker, aber auch al« Leben«selb weiht« er bie neue "Begräbnis fedt*. Mit einem Rachspiel de« Posaunenchor«, da« in den Choral .Jerusalem du hochgebaute Stabt" auSklang. schloß die hx jeder Hinsicht erhebend« Feier Di« offiziell« Uebcrgabe ber von der Gewerkschaft .Friedrich" errichteten neuen Friedhof«anlage an die Gemeindeverwaltung hatte schon am Tage zuvor stattgefunden E« stand von vornherein fest, daß bie Frag« ber Friedhofsumleguna nur bei zartester Rücksichtnahme auf bi« Gefühle ber Angehörigen, sowie ber ganzen Ort«bevö£tenmg zu lösen war. Es muß deshalb dankbar an­erkannt werden, daß die Leitung be« Werkes es während ber ganzen Verhandlungen an dieser Rücksicht nicht hat fehlen lassen Wa« die An­lage selbst betrifft, so hat sich bk Gewerkschaft hier selbst ein Kulturdenkmal gesetzt, da«, archi­tektonisch wie hyaienisch gewertet, eine Leistung bedeutet. (Zu unserem Bericht in Rr. 225 vom 26. 9. über die Reuanlag« diese« Friedhofes wirb un« von beteiligtet Seit« mitgeteilt, baß bie in jenem Bericht enthaltene Angabe, die Um­fassungsmauer sei von Bauunternehmer Dietz- Utphe ausgeführt worden, nicht -utrefse. Viel­mehr habe der Maurermeister Rudolf in Trai-s-Horlofs dies« Umfassungsmauer ausge­führt. D. Red.)

Krcis Irticbbcrn

WSR. Friedberg, 5. DU. Wie erst kürzlich aus Beienheim, so wird jetzt auch aus S ö d «l über eine energische Hamfterabwchr berichtet. So wurden im Laufe des Sommers in Sudel nicht weniger als 889 Hamster abgeliefert, für deren Erlegung Prämien ausgesetzt waren.

# Butzbach, 5. Oft. Gegenwärtig herrscht an u f re .i Derladebahnyoi Grotzdetrieb. Aus allen umliegenden Dörfern selbst aus den entlegenen Taunusorten werden größere Men­gen landwirtschaftlicher S zeugniss« verladen. Sine ganze Anzahl Maller besorgt die Auskäufe von Kartoffeln, Obst und Stroh. Besonders sind es erstere, die al« Speisekartoffeln Modrow« 3nbuftrie in großen Mengen zum Versand kommen. Die Preise sind innerhalb kurzer Zeit von 2 Mk. auf 3.50 Ml. gestiegen. Die Kar­toffelernte fällt hier wie in ber gesamten Umgebung recht gut au«. Auch Obst wird täglich viel verfrachtet. Schüttelobst ist zur Zeit mit 3 Mk., Pslück-WirischaftSobst mit 4 bi« 6 Mark im Preise Bessere Sorten gelten, je nach Sorte und Liebhaber, entsprechend mehr. Die Zwetschenpreise s.nd im Steigen begriffen. Wäh­rend noch vor etwa 14 Tagen 4 bi« 5 Mk. bezahlt wurden, sind inzwischen dem Erzeuger für da« mühevolle Pflücken schon 10 Ml. bezahlt worden. Sogar nehmen heule schon Händler geschüttelt« Zwischen zu einem Preis von 12 Mk.. ein Be­weis. baß diese Obstart wohl sehr gesucht ist. Die hie ige B e z i r k « s p a r k a f s e Mathil- denstift. das älteste Geldinstitut Butzbach«, veröffentlicht seinen Jahrelabs.hluß für 1926. Die Einlagen sind auf 2 019 728 72 Mk. ange­wachsen und betragen somit 43 Prozent der VorkrlegLeinlagcn. Der Reservefonds beträgt 102 543,(56 Mk.. wobei die Gebäude und Immobi­lien hierbei nut mit je 1 Mk. gebucht find. Der Reingewinn im Iahte 1926 ist mit 9703.74 Mark verzeichnet. Der Umsatz beträgt das Reun­

itteilungen

&r. Fritz Fremersdorf. der Leiter ber Ärschen Abteilung de« Wallraf-Richartz- Mu'eum« In Köln hat bisher in dieser Gegend lJ_^lcbtr 5rankngräber festgestellt. die ersten aus Kölner Boden. Sie stammen au« dem vierten und sechsten Jahrhunder'. au« jener Zwischenzeit vor dem Anbruch ber karolingischen Epoche bertn Kultur un« noch sehr bunkel ist. Diese Gräber liegen am Rande eine« Gebiete« da« im Iaht« 1926 einen ber umfangreichsten unb in feiner Vollständigkeit besonder« interessanten Fund brachte: den römischen Gutshof den Dr. Fremer«dvri auf Grund früherer Mitteilungen au«grat>en konnte. In der Rabe diese« etwa um 400 kampflos und ohne Zerstörung ver- lattenen ®ute« entdeckte man da« dazugehörig« Gräberleld mit etwa fünfzig Brandgräbern au« dem 1. und 2. Jahrhundert n. Ehr.

Während die zuletzt gefundenen Gräber au« wm 5. Jahrhunder: feine Beigaben außer den Watten - enthielten, fand man in den Da­neben liegenden, schon erbrochenen vteingräbem mancherlei wertvolle Beigaben: Bronzebecken tönerne Töpfe mit Gettügel^nochen. Br.-nze- tannen unb vor allem einen großen Löffel au« lept gutem Silber, gar nicht oxydiert. Er trägt r^./nn®<to>etcn:tt*r (A.rUo, eingelegte 3n- >*Wn: Deo Gratias allo frühchristlich« Ar-

Neue Zünde im römischen Köln.

Don tturt Hotzel.

Bor kurzem deckte man bei Straßenbau­arbeiten am Kölner Sportpark wieder einige Frankengräber auf. Mil dem Gesicht nach Süden lag dort ein fränkischer Ritter, da« Langschwert an der Herzseite haltend, einen mächtigen Speer quer über die Beine gelegt mit der Spitze nach unten. Offenbar hielt ihn ber Tote in ber Rechten, abtoärt«gefenh. Die Bestattung scheint in die Erd« vorgenommen worden zu sein, ohne Ummauerung, wie man H« an demselben Platze vor einem Jahre in ähnlichen Gräbern vvrgefunden hatte. Reben dem Frankenntter fand man da« Grab einer 3rau. Der Leichnam hatte auch in der Erde ge­legen und war nur noch an wenigen Resten zu erkennen u. a. an den farbigen Perlen einer primitiven Vchmuckkette.

beit Fremersdorf schließt daran«, baß bad Christentum im 4 Jahrhunbert in unb um Köln schon sehr weit ausgebreitet gewesen sein muß. Debeutenbe Ausschlüsse über den kulturellen Stand jener Zeit bieten bie gefunbenen ©la«- gerate, die sich heute würdig ber einzig­artigen ®Ia«famnuung ber römischen Abteilung bes Dattras-Richarh-MuseumS einreihen. Man fanb u. a. eine Schale auS entfärbtem Glase, bie 14,5 Zentimeter Durchmesser hat unb außen vollkommen mit Schliss bedeckt ist. In der Mitte sieht man einen Männerkopf in spätzeitlich sche­matischer Darstellung, während der breite Rand von der Darstellung einer Hasenjagd auSgesüllt wird. Diese Darstellung im Flachschi,ff ist so entfernt von aller antiken Strenge, so frei und bewegt, daß man an moderne .expressionistische" Darstellung erinnert wird. Auch Landschaft mit "Bäumen. Gräsern, Hügeln ist zwischen den Jä­gern mit ihren Retzen, Stöcken. Keulen und dem Hunde zu sehen, der den Hasen in die Rehe hetzen soll. Diese Jagdschale reiht sich an einen ähnlichen Fund an, der in ber Sammlung de« Museums als Glanzstück aus ber Mitte des 4. Jahrhunbert« ailt: bie etwa« größere Schlissschale mit ber Darstellung eine« 3irhü- rennen« rund um einen Cäsareickvps mit Strah­lenkrone. Hier erkennt man antike Strenge di« perspektivisch gereihten Pferbeköpse neben barbarischer Auslosung ber Form.

Der erwähnt« römische Dutshos ist in seiner vollständigen Daugeschich.e erkennbar aus­gegraben worden, ehe man dort daS Gelände zu einer Spielwiese planierte. Ss ist da« erste- mal. daß man eine solche römische .Billa" voll­ständig ermitteln kontzte. Dreizehn Gebäude sind festgestellt worden im weiten Umkreis. Davon das sog. Herrenhaus, ein langgestrecktes Recht- eck mit vier ödbauten, turmähnlich aber ohne die sonst oft üblichen Flügel. ES enthielt in einer Front von über 50 Metern Sänge etwa 30 TUum«. Diele« Herrenhaus wurde nach -chatten, die man au« der gefundenen Keramik gezogen hat. etwa um das Jahr 50 n Chr gegrunbet, allo zur Zeit Rero« den Jahr- ßunöcricn zum Ende ber Römerherrfchaft am Rhein, wv es von seinen Bewohnern ver» la 'en wurde aus Furcht vor dem Germanen- norm, also fr« 400. erlebte es mancherlei Aus­

bauten unb Umgeftaltimgen. Die Berauben unb auch bie angegliederten Dabeaniagen würben großartiger. Die Wänbc waren mit Marmor- Platten belegt, wie Funde ergeben haben, und auch Wandmalereien entdeckte man in Bruch­stücken mit ornamentalen und figürlichen Dar­stellungen. D.ese Stücke sollen wie die im Trierer Provinzialmuieum aufgestellten Wandrekonstruk» tionen ergänzt werden und fo ein anschauliches Bild von ber Raumausschmückung dieser späten Ausläufer antiker Architektur liefern. D e übri­gen Gebäude setzen sich au« dem Gesindehau«. einem Trockenspeicher, einer Scheune, einem offe­nen Schuppen, einem mehrstöckigen Getreide­speicher (Silo), drei Ställen unb e.nlgen an ba« Herrenhaus angesetz en Wirtschaftsgebäuden zu­sammen. Der Besitzer dieses Gutshvse« war nun aber kein eigentlicher Römer, sondern ein Germane, der bie überlegene Technik unb Dau» lultur ber Römer tjollftäiibig übernommen hatte. Diese Anpassung gewisser Germanen an bie römische Kultur, ja ein äußerliches Ausgehen in ihr, ergeben auch bie Gräberfunde au« ber Zeit zwischen 50 n. Chr. unb etwa ber Milte be« dritten Jahrhunbert«. Die Germanen saßen ja schon seit bem fünften vorchristlichen Jahr­hundert am Rieberrhein, wo sie um bie Zeit von Christi Geburt von ber römischen Welle überflutet wurden Köln ist aus einem ber vielen Kastelle hervoraegcmgen, die D r u f u « läng« de« Rhein« anlegte. Es ist int eres sank, im Gegensatz zu her herkömmlichen Meinung zu erfahren, baß diese Entstehung einer Stabt hier bereit« um 50 n. Chr. festzustellen ist unb zwar nachbem bie LeglonSlager in Köln aufge­hoben und bie Legionen nach Reuß unbBorut verlegt worben waren. Die Schlacht im Teuto­burger Walde (9 n. Chr.) unb da« sonstige Miß­geschick der Römer in bem rechisrhein schcn ©er- nronien nötigte bie Ka ser zu bieen Maßnahmen. Die jüngere Agrippina betrieb nun die ®rün- duna einer Betetanentolonie, eine« municipium, in Köln, auS der die Stadt hervorging. die ihren Barnen nach bem römischenColonia Agrippina trägt Sonst finb bie al.eften Stäbte an Rhein und Donau erst im Laufe be« dritten nachchristliche'.- Jahrhundert« au« den den Kastel­len. den Mllitärlagern angegliederten W.ris- Häusern hervvrgegangexx. Köln lag an ber ur­

alten Hauptstraße über den Rhein und würbe deshalb schnell zur reichsten Stabt de« Lan­des. Cs ragte besonders In ber Zeit von 50 bi« 260 hervor, bann würbe e« van Trier, der Kaiserresibenz, überflügelt, ba« sich im vier­ten Jahrhundert zur Hauptstadt be« westlichen Römerreiche« erhob und ungeheuere Pracht ent­faltete. Die Ruinen bilden noch heute einen ungewöhnlichen Anziehungspunkt.

Au« dem Militär: fchen Köln der- merzeil finb auch letzthin bebeutenbe Funbe gemacht worden. Man grub auf ber Alteburg im Süden ber Stabt bie römische Flollenstat on mit umfangreichen Äafernenbauten aa«. Dieser Flottenstützpunkt ist etwa um 20 n. Chr. angelegt worden, um von hier au« nach ber Rieberlagß im Teutoburger Wald wenigstens da« UnJi Rbeinuser fest in ber Hanb zu befallen. Aehn- liche Stützpunkte finben sich rheinabwärt« im heutigen Rirnwegen und Arentsbarg. Die Kölner Anlage auf ber .Dieburg" hatte man schon in den neunziger Jahren, wa« bie Befestigung anlangte, untersucht. Da« Kastell hat von 20 bis 270 n. Chr. bestanben, unb bie Äalemenbaui« im Innern zeigen bema«folge verschiedene Bau­perioden. Dohnräume, Ställe, Warmluftheizun­gen in primitiverer Form als sonst tn römi­schen Häusern, Weinkeller u. a. wurden fest­gestellt. Die Ziegelsteine trugen oft die Sternp-t der Truppe, die sie selbst herstellte: C A U al« Abkürzung von Classis Augusta Germanica, .bie Germanische Rheinflottc". und CG P F: Classi« Germanica Pia Fidelis, ,bic Germanische Rhein­flotte. bie treu ergebene unb zuverlälttge". De« erste Stempel ist aus ber Zett von 89 n. Chr. In diesem Jahre hatte sich die Flotte bei bem Aufstande des Caturnlu« treu gezeigt und erhielt daraus den "Beinamen via fidelis.

Sv tritt auch da» römische Köln immer deutlicher vor ba« Auge de« Forscher«. Cs wird nicmal« bie Großari gkeit ber Kaiser stabt Trier, Augusta Trevcrerum, enthüllen: aber es wird dafür eine industrielle Betriebsamkeit zei­gen, wie |le schon au« den Funden an Glas. Keramik, Schuhm ufw. festgestellt ist unb Vie sie durch die Jahriauienbe h ndarch Köln, bet stolzen Stadt am deutschen Rhein, immer eigen geblieben ist.

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L Mücke, 5. h'e'lgen Tüterba Teer und Splitt Vb-nftrabe dr lvberohmen) ist unterwegs, um i ® Ort und Sief ÄS »ü der Sudrlerst Jfl Men mehre Sm nach Lehnt A bie im Doti wurde. 'S £Afe6eihe?

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