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Donnerstag, 6 Ottober 1927

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen)

r. 23< Zweites Blatt

Die grohen Manöver in Westfalen

großzügige Uebungsaniuge brachte einen soerlauf, wie er lehrreicher, vielseitiger und

marsch und der späteren Gliederung berücksich-

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Manövergelände des Gruppenkommandos 2.

«M siebener Stadttheater inst, flirt: «oethe:Egmont".

Die BeöeDtüng 6«

*.22 Je 1lnnr "N Wusilumra ,mung. die Beethoven als öflöliO M geniale Huldigung an die Schwesterkmst

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sie in einer fort lausenden Geltung kamen, verlieh den mäßige- Gepräge und gab ab. welche Anforderungen Führer und Truppe stellen

in r.40p.,als herArzt en

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ir; Drama komponierte ..Egmont" war aus- cfc)cn. die neue, winterliche Spielzeit unseres !h«aterS würdig einzuleiten: mit dieser Eröss- tirra ward zugleich ein lange gehegter Wunsch efillt, und ein alles Versprechen eingelöst.

^ampshairdlung zur Klebungen ein kricg<- dnen Maßstab dafür d>e WirNichkeil an wird.

<<hen und gewollt wie jener und auch noch :i-l so über das nur Geschichtliche hinaus- itSoben und stilisierender Klassizität angenähert

nadim. v. 3-5 Uhr jenem Kraftfahrzeug

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Zweimal hat Goethe sich der betäubenden ritt verwirrenden Leidenschaft, in die ihn seine

MMWM Me Mliedtt und Mgehöngeil tperben da;u brin' gend eingcldben.

SirSori*

mgsoerlauf. wie er lehrreicher, vlelseitiger uno t cssanter für Führer und Truppe kaum gedacht ( en tonnte. Allerdings überraschte dies den Ein- i ihkn insofern nicht, al, man von einem Letten- i von den Ausmaßen eines Generals der In-

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uns, lÄflf ,fStai6-

Haupt­feier

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großen klassischen Liebespaare unlöslich ver­bunden ist. so wird doch wiederum die tiese Berechtigung jener Kritik, gerade vom Stand- punk.e les Theaters, des D.ainatikers und Tragi­kers. auch heute nicht zu verkennen sein: mit solcher entscheidenden und am tiefsten eingreifen­den Wendung des Stoffes war zugleich die un- dramatische, lyrisch-musikalische, zuletzt opernhaste Grundstimmung im Gesamtcharak «c des Trauer­spieles angeschlagen, gegen die immer wieder kritische Einwände erhoben wurden.

Auch wenn man sich die feinsinnige Formu­lierung deS Leipziger (vormals Gießener) Lite­rarhistoriker- Korff zu eigen macht, der den ..Egmont" gewissermaßen als eine Fortführung des ..Don Larios" aussaht. wird man jene Be­denken nicht überhören wollen. Kampf um die Freiheit das ist das Thema hier wie dort. Hm die innere, die Gewissensfreiheit deS Einzel- rnenschen dort, im ..Dorpostengesecht" Posas am spanischen Hofe ... um die äußere, die staatliche Freiheit und Unabhängigkeit eines DolkeS hier, in Brüssel, im Kampfe der Niederländer. Beide Male endet die Auseinandersetzung mit einer Niederlage, was aber demCarlos" den großen, fort reißenden und überzeugenden Schwung ver­leiht die ebenmäßige, dramatisch ausgewogene Verteilung der Gewichte fehlt hier, oder kommt doch erst spät, zu spät inS szenische Gefüge.

v . iiw Fast 13 Jahre hindurch hat der Dichter sich . m d^n Stoss beschäftigt und an dem Drama iWT'lUL* »arbeitet, gebessert und geändert, bis eS zu ttim 1738 erschien.

Das Werk steht alS Ganzes etwa auf einet frittieren Linie zwischen dem ..Götz" und dem

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n'en'tellung mehre er einzelnen Handlungen und denäld«. die beinahe durch nichts als durch den t^rafter zusammengeha len werden, ter an allen Sncil nimmt, und auf den sich alle beziehen."

3n dieser (la fischen Rezension richtete sich kc Haupteinwanü gegen die Zentralsigur des keckes, gegen Egmont also, der weder in der Schichte noch im Trauerspiel ein großer Cha- hf er sei. Schiller wies ferner darauf hin, daß las geschichtliche Vorbild des Helden ein ver- sei rateter Mann io ar. der bei seinem Tode Lun (nach anderen elf) Kinder hinterließ. Wenn tai die von Schiller getadelte Abweichung vom his:arischen, die Umbildung und Stilisierung der lderlieiert feststehenden Erscheinung Egmonts. tie sie Goethe gestaltete, schon um deswillen be- irürjen wird, weil mit ihr das Bild eines der

die jedoch Die Mdglichkit zu offenOPen Stößen auch größerer Teile der Division zulieh

Aus Dorstehendem ersieht man die außer­ordentliche Vielseitigkeit der Ausgaben, vor die Führet und Truppen gestellt wurden. Daß

Bon unserem ?-Sonderkorrespondenten.

Die großen Manöver des Grppenkommandos 2 in ,r:faien find um29.v.M.dei einem herrftchenHerbft- l?r zu Ende gegangen. Sie waren wohl an Aus- Uuna die größten, die bisher nach dem Kriege itanben und die ersten, die den Kamps einer ^nteriedivision gegen eine verstärkte Kavallerie- ion zum Ausdruck brachten. Wein äußerlich er- ,kn sie durch die Beteiligung von sechs Weiter- nentern. eines auf Lastkraftwagen transpor« i in Infanterieregiments und von Kraftwagen- i :erien den Tharakter äußerster Beweglichkeit und

U wechselnder Bilder.

?< jegnung mit Lift Echönc.nann verstrickte, durch s j>- Flucht entzogen, das erste Mal durch eine * St e in die Schweiz ... das zweite Mal. kaum

tiü>r daheim, durch eine Einlehr in die nieder- liu.ftsche Nenaifsance und in die Geschichte des ki-rien Egmont. Prinzen von Gaure, wie er sie itßzezeichnet sand in den historischen Quellen» Üchern von E:rada und von Emanuel van Mele-

Das starke Gegenspiel, ohne das jede echte Tragödiezum Tode verurteilt ist, greift erst im vierten Akt in die Handlung em, mit dem Er­scheinen Albas, als des Abgesandten und Wort­führers König Philipps und der spanischen Macht. 3n diesem All den Goethe nach eigener Aus­sage »haßte', und den er mehrfach ummodelte liegt der entschiedene Höhepunkt des ganzen Werkes: hier ist der .Egmont" wirklich ein Drama, hier hat die Szene Stil. Ausmaß und inneren Antrieb der großen tragischen Historie: von den beiden Szenen gruppen dieses Aktes gehen dichterisch, dramatisch, theatralisch immer wieder die tiefsten Eindrücke aus. die entschei­dender sind für den Wert der Dichtung als die Klärchencpisode oder gar der merkwürdige Schlußakt.

In der einleitenden Dolks'zene in der das .Volk" nicht nur zu murmeln hat. sondern ein­mal. aus der unfruchtbaren, lediglich raum- füllenden und arupvenstellenden Sta istenroll? erlöst, individuelle Züge und miripielende Be­deutung erhält, in dieiem knappen Auftritt wirst Alba schon, obwohl noch nicht sichtbar, einen langen, unheimlichen Schafen voraus, in die verödäen Straßen der e.ngtschüchtertcn Stadt hinein: aus dem verängstigten Getuschel eines zusammengedrückten Bürgerhausens wächst schon das Schreckbild der Inquisition, der starren Mili­tärmacht und Geistesknechtung des spanischen Re­

gimes beklemmend und unheildrohend in die Dämmerung hinein.

Und im folgenden Bilde, im Sulenburgilchm Palast, wird zwischen Ea.no^t und Alba jenes .Vorpostengefecht" zwischen Pdsa und König Philipp grausam zu Ende gekämpst: hier wird das Bild, der historische Ausschnitt zur tragi­schen Szene, hier seht sich das Wechselspiel von Nede und Gegenrede in dramatische Energien um, hier endlich werden geistige Kräfte wider ein­ander gestellt: hier wird auch die Schicksalsidee wieder ausgenommen, die zuvor, als ein Orgel­punkt in der Melodik des Trauerspieles, in 6g- monts berühmte Worte gefaßt wurde: .Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnen- pserde der Zeit mit zmsers Schicksals leichtem Wagen durch: und unS bleibt nichts, als, mutig gefaßt, die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da die Näder wegzulenken. Wohin es g^jt, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam."

Der Schlußakt steht nicht mehr, bei weitem nicht, auf der ausgeglichenen künstlerischen Höhe der vorhergehenden Szmen, an die er unmittel­bar anschlieht. Klärchen wächst überraschend aus der bürgerlichen Nachbarschaft des Heilbronner Kätchens und der Margarete (im .Faust") in die heldischen Dczir'e einer Ieanne d'Arc hinein: Egmonts ganz lyrisch gefaßter Charakter wird vor allem durch den langen ersten Kerker- Monolog nicht eben zugunsten des Ganzen nach unterstrichen, und die allegorisierende Schluß­szene endlich vollzieht den berühmten .Salto- mortale in eine Opernwelt". von dem Schiller sprach, und der allerdings auch der Verschmel­zung des Trauerspiels mit der umrahmenden Musik Beethovens zugute kommt.

Hofrat Steingoetter hatte die Premiöre inszeniert. Seine Aufführung war vornehmlich durch die Streichung der beiden Szenen der Re­gentin (I, 2. III. 1) gekennzeichnet. Die Vorzüge diefer dramaturgischen Behandlung sind klar: in der schon durch den musikalischen Teil erheblich be­lasteten Spieldauer werden zwei Verwandlungen eingespart, außerdem gilt es als praktische Er­fahrung, daß die ausgefallenen Szenen, vor­wiegend politischen Inhalts, meist ohne Publi­kumswirkung bleiben. Demgegenüber dürsm na­türlich auch die Bedenken gegen einen solchen Eingriff nicht ganz verschwiegen werden Marga­rete von Parma verschwindet völlig, und mit ihr die immerhin nicht unwichtige verbindende Mittelgruppc im Spiel zwischen Philipps Hof und Q3rüffd; überdies gibt die erste Palastszene wohlerwogene Ergänzungen zum Bilde Egmonts: gegen die Streichung der zweiten sind kaum ernst­liche Einwände vor,zubringen. Wohl aber wäre zu erwägen, ob nicht an anderen S dien gekürzt werden konnte: der letzte Akt beispielsweise würde durch eine überlegte Zusammenraffung nur ge­winnen.

Der Abend des ersten Tages sah bte Truppen tn frieden-mäßigem Biwak-. die sie jedoch 2 Uhr nacht» wieder verließen, um in die Fortsetzung der Kampftxrndlung etn^utreten, die sich in­zwischen folgendermaßen entwickelt hatte: Da­rote Kavallerie-Korps hatte am 26. mit feinem Nordflügel (4. Kavallerie-Div. Annahme) schwächere blaue Kräfte bei Schwaney und Neuen­beken geschlagen und bi- in die Gegend von Driburg verfolgt Dort brachte neuer starker Feind da- Vorgehen zum Stehen. Gegenüber der roten 3. Kav -Div. hat sich die blaue 6. Div. westlich de- Eggegebirge- gehalten. Da- Kav - KorpS beabsichtigte am 27 September mit der 3. Kav-Div. erneut die 6. Division frontal an- jugreifen, während die angenommene 4. Kav- Div nördlich um da- Eggegebirge herum in den Rücken der blauen 6. Div. vor gehen sollte.

Dem gegenüber sollte sich die blaue 6. Div in der Nacht vorn 26. zum 27. September vorn Feinde loSlösen, durch die Egge zurückgehen und jenseits des Gebirge- das Vorgehen von Rot nach Osten verzögern

Somit brachte dieser Tag für die 3. Kav - Dkv. ein Verfolgungsgefecht, für die 6. Div. ein Rückzugsgefecht mit hinhaltendem Kampf. Unter Ausnutzung seiner Beweglichkeit setzte der Par­teiführer von Rot feine Reiter-Regimenter zur Verfolgung auf den Wegen durch das Eggege­birge an, während da- auf Lastkraftwagen trans­portierte Insanterie-Regiment weit südlich auS- hvlend. über Scherfede Richtung Peckels­heim in den Rücken der blauen 6. Div vorgehen sollte. Die Führung der naturgemäß weit auS» emanbergcÄogcnen Kav.-Div war nicht einfach, daß sie gluckte, ist ein glänzende- Zeugnis für den Nachrichten-. Befehls- und Meldeapparat. Die blaue 6. Div. muhte einem so beweglichen

........1 . Egmon t". ein Trauerspiel in fünf Auf> hönnrnewn MdI von Goethe, mit der großen und feier Utllvll !!» -in-i f -munn die Brelboven

Moderne Kampfführung! Diejenigen, die schöne Kampfdilder im früheren Sinne erwartet harten, dürften stark enttäuscht worden sein. Da» Kennzeichen moderner Kampffuhrung ist b i e Leere des Schlachtfeldes. Dieser Begriff gilt für alle Waffen gleichmäßig. Man sieht vom modernen Gefecht nicht allzu viel. Es war erstaun­lich, zu beobachten, in welch gewandter Weise sich die Infanterie in jedem Gelände zu bewegen wußte. Der Transport eine» Infanterie-Regiment» aus Lastkraftwagen bat gezeigt, daß die Lastkraftwagen bei Truppentransporten auf größere Strecken non großem Rügen sein können Ein charakteristische» Zeichen eines modernen Gefechts ist auch da» saft völ- lige FehIen de » Schützenseuer ». Maschinen- gewehte, Minenwerfer und Geschütze sind tonan­gebend im Konzert de» Feuergefechts Zuerst müssen die Maschinen arbeiten, die wertvollen Menschen­kräfte geschont werden Daher wird auf die Ver- bindung zwischen Infanterie und Artillerie so großer Wert gelegt

Auch bei der Artillerie war zu bemerken, daß sie der richtigen Geländeausnutzung und Deckung gegen Fliegersicht den allergrößten Wert beilegte. So, wie die Infanterie ihr Feuer nicht verstreut, sondern dort, wo sie den entscheidenden Angriff plant, zu einem Schwerpunkt vereinigt, so ist auch bei der Artillerie au bemerken, daß sie ihr Feuer nicht verzettelt, sondern auf Einbruchstellen für die Infanterie zusammenfaßt

An der Leere des Schlachtfeldes hat auch daS Auftreten so starker K a va ll e ri e k ö r p e r bei den Hebungen nichts geändert Am letzten Ma­növertage z. B. batte ein Reiter-Regiment eine Verteidigungsstellung aus der Höhe von Hohen­wepel eingenommen. Obwohl das ganze Regi­ment mit seinen Maschinengewehren in Stellung war. sah man geradezu nichts, weder von den Schützen, noch von den Handpserden, ein Zeichen, daß auch die Kavallerie da- Wesen des Feuer­gefechtes voll und ganz beherrscht. So geschickt, wie man die abgesessenen Reiter im Feuergesecht sich bewegen say, waren auch ihre Bewegungen zu Pferde. Das Vorgehen der Eskadronen in einzelnen Trupps, jede Geländefalte und Deckung ausnühend. war bemerkenswert. Man hatte den Eindruck, es nur mit Patrouillen zu tun zu haben. Hm so größer war da- Erstaunen, wenn dann plötzlich von diesen vermeintlichen Patrouillen ein einheitliches Feuer in Erscheinung trat, da- auf stärkere Kräfte schließen ließ. So ist die moderne Kavallerie besonder- für marschierende Truppen ein außerordentlich unange­nehmer Gegner geworden, der befähigt ist, in Flanke und Rücken deS Feinde- aufzutreten und hier erhebliche Störungen anzurichten. Der Kavallerist von heute reitet abgesehen vom AusllärungSdlenft, um seine Waffe schneller al- der Infanterist es kann dorthin zu bringen, von wo ans er den Feuerkampf aufnehmen will.

Wenn man den Eindruck des modernen Kampfbildes zusammensaßt, so ist er der. daß man von dem Vorhandensein der Truppen f a ft

rtgen. Tatsächlich gelang der 3 Kar» «Dw. alle feine wett auseinander gezogenen Kräfte nach Durchschreiten de- Eggegebirge- zu einem etn- hertl'.chen Angrift gegen die blaue 6. Div $u- sammenzufaßen. Auf der anderen Sette baihe es sich gelohnt, daß starke Reserven in der Tiefe gestaffelt waren, die gegen das vor. Süden her­um greifen de rote Infanterie-Regiment auf Last­kraftwagen zur Abwehr eingesetzt werden konnte.

Für die Forts ührung der Kampf- Handlung am 3. (letzten) Tage war ange­nommen worden, daß die roten Kampfkräfte am Nachmittag des 28. Sepl. von Süden her mit Vorhuten die Diemel beiderseits Warburg erreichen sollten. Für ihren weiteren Vormarsch sollte daS Kav.-KorpS die Diemel Übergänge offen halten und dazu mit der 3. Kav -Divifton in der Gegend Lütgeneder-Hohenwepel dem Gegner entscheidenden Widerstand entg.gensehen.

Don den blauen Hauptkräften war an­genommen, daß sie am 27. Sept, ihre Versamm­lung beendet haben und am 28. den Vormarsch nach Südwesten an!re:en wollten. Hierzu ist der 6. Division der Vormarsch auf Warburg be­fohlen. um sich zunächst in Besitz des Diemel- abschnitteS beiderseits der Stadt zu setzen.

Diese Aufträge bedingten für beide Parteien ein Umgrubbteren ihrer Kräfte in eine neue Richtung Sie brachten der 6. Division die bei Maneverbeginn tn einer Sicherungsaufstel­lung stand, bann hinhaltend kämpfend jurüJging, um sich ostwärts des Eggegebirges zur nachhalten­den Verteidigung zu stellen, nunmehr eine Be­reitstellung. der das Vorgehen zum Angriff folgte. Die 3 Kav -Division, die am ersten Tage aus den Marschkolonnen heraus zum Angriff übergegangen war. bann am zweiten Tage ein Versolgungsgesecht durchführte, dem ein? Bereit­stellung für einen planmäßigen Angriff folgte, hatte nunmehr eine schwierige Umgruppierung und Uebergang zur Verteidigung auszuführen,

Im übrigen kamt man mit der Ausführung im wesentlichen einverstanden sein: ihr Höhe- bimlt lag im vierten Akt, wo besonders die ein­leitende S raßenszene s.hr gut h'rauskam Auch das Vogelschießen bot ein lebhaftes und b ürgte-4 Bild: doch sollte hier die unbeteiligte Etat sterie ruhig mit halber Stimme durche.nanderred n, anstatt lediglich den Mund aufzutun, die Becher zu schwingen und sich bieder auf die Sch ifter zu Nopf en: das lautlose Agieren der meist m machte mehrfach den Eindruck einer Filmaufnahme. Vmr den übrigen Bildern find vor allem die große Begegnung mit Alba (IV, 2) und die ersten Klär- chen-Szeneu mit Anerkennung zu erwähnen.

Die Besetzung ergab einen erfreulichen Durchschnitt und bot interessante Einzelheiten. Geffers als Egmont zeigte sich von der besten Seite: gute Erscheinung und Maske, ein Mann von edlem Anstande, wie man zu Goethes Zei cn gesagt haben würde. 3m Spiel nicht ganx so leichtherzig und sorglos, wie er doch w yl im Drama angelegt ist, aber vornehm und fast männ­licher in bet Haltung, alS es bem Bilde. baS nun einmal für ihn gültig fein soll, zukommt. Susanne Hehm Klärchen hafte bie stärksten Augenblicke in ihren ersten Szenen, in brr he: e- ren und unbeschwerten A imut e.nes ontli^d en und bewundernden BürgerkindeS: doch fjnb sie auch mit Ge'chrnack die liebergänge im Schlußakt, der ifrt pathetische Worte und Gebärdm zur Pslich' macht.

Die in kalten und düsteren Farben gehaltene Rolle des Alba gab Teleky, dessm schau­spielerischer Eigenart die Figur deS spanischen Herzogs befonberd liegen mußte: er verlieh seiner einzigen Szene In prägnanter Charakteristik das volle Schwergewicht, bas ihr zukommt. Aus dem Ensemble sei der von 3a ft 6 ausgezeichnet gespielte Dunsen an erster Stelle genannt: die Fi.;ur dieses Winkelschreibers und Dolksauswieg- lers war mit einer Geschmeidigkeit in Geste und Wort, einer Gelöstheit der körperlichen Bewe­gung gestaltet, daß man Freude daran hatte. Als neues Mitglied des Theaters stellte sich Eberhard Hennig vor: sein Brackenburg (nicht getaLe eine Paraderolle für jugendliche Sjclten) machte eine gute bühnengrrechie Figur und zeig e gepflegtes darstellerischcs und dialek.isches Kön­nen: mehr läßt sich nach die er Probe über Art und Umfang seiner schauspieleri'chen Begabung kaum lagen. Don den übrigen: Schubert (Oranien). Jüngling (Mutte ) Dolck 6'e t).

Den musikalischen Tell der Aufführung be­stritt die Reichswehrlapelle. bie unter Leitung ihres Obermusikmeisters Löber ben hohen An­forderungen der Partitur mit den verfügbaren Mitteln in fleißiger und sorgsamer Arbeit ge­recht wurde. Nach dem letzten Akt konnte der Spielleiter mit den Hauptdarstellern den Beifall des Haukes entgegennehmen. Dr. Th.

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Mk. 1.2o an

vi" dieser.

Die erste, große und wohl auch heute noch ;i lige Kritik amEgmont". die bei ihrem Er- H-inen ein erhebliches Aufsehen machte, stammt k Schiller: in ihr ist fast alles gesagt, was ji und was gegen das Stück vorgebracht werden iwn. Dor allem freilich dagegen: ..Hier ist keine v'ivc-rstcchende Begebenheit, keine vorwaltende k denscbaf t. keine Verwickelung, kein dramatischer '1 in. nichts von dem allem: eine bloße Anein-

ric Reinhardt nicht» anderes erwartet hatte. i Fülle des Uebungsftoffes möge kurz an Hand drei Wanövertage erläutert werden:

'Den drei Uebungstagen war eine fortlaufende tn-pfhonblung zugrunde gelegt. Die Lage für den Sinn Tag halte etwa folgendermaßen gelautet: Die

He, verstärkte 3. Kaoalleriedioision, als Teil if5 Kaoullertekorp» hatte im Dormarfch die Ge- ii Geseke, Salzkotten und Ruthen er- Al. Ihre Vorposten stehen bei Haaren, ichborchen und ostwärts Rüthen Ihr fcienüber steht die 6. Division bei Willehad- '< I t n und Lichtenau mit dem Auftrage, den fix des Eggegebirge» erfolgenden Aufmarsch I uer Strafte zu sichern. Die Aufgabe der ver : r len 3. Kavalleriedioision .war den westl. des (Mgebirges stehenden blauen Aufmarschschutz an- #g reifen, wahrend die link» von ihr befindliche < Saoalleriedivision nach Zurückwerfen feindftcher tfccrungen Richtung Willebadessen in den Rücken vorgeschobenen blauen Kräfte vorgehen sollte.

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ü Clt/ Mio". So ist nicht mehr so als reine Histone

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Oie Ausführung dieser Aufgabe brachte der HaDaaeriebiDifion ein Dorgehen In mehreren Ko- lir en tief gegliedert und zergliedert, um bei dem |«cmmenlrefren mit dem Feind schnell eine mög- liH große Gefechtsbereitschaft herzustellen und die n UichenBortruppen möglichst schnell erledigen zu nren. Auf der Gegenseite bedeutete die Lage für > Division ein Verteidigungskampf um Zeitge- r. i.Sebingt wurde die Ausführung durch bie ! r je bes verteibigungsabschnitte», die Unüber- _ 7ichkeit des Geländes, sowie die Rotwendigkeit, Truppen für die nachfolgenden Kämpfe und vor n für den schweren Entscheidungskampf kämpf- ftifl zu erhalten. Dementsprechend setzte die 6. Di- rion ihre Infanterie nur sparsam ein und suchte k, Aushalten des Gegners vornehmlich durch Ma- ftriengewehre und Artillerie, während die Division q t(n ganze» Infanterieregiment in der Mitte der hlxn Sicherungsabschnitte zur Verfügung hielt.

,r diese Art gelang es der 6. Division in richtiger ISndeausnutzung die Kaoalleriedioision bis zum r.fyn Rachmittag von ihren Sicherungen aufzu- k t <n. Für die Artillerie macht es bie Lage not- tn':g. alle Vorbereitungen zu treffen, um schon dMä , Ubl v,t!)er ben anmarfchierenden Feinb frühzeittg auf- i (<n 8« können

ÄSS -q6 die Führung solch kleiner, auf 14 Ätlometer ZMvstMMYIm tf,tf ouseinanbergezogener Sicherungsabteilungen S^ugi von dem hohen Ausbildungszustanb Trupp, ebenso wie bas schnelle Zusammen- tWIUUM >^cs Artilleriefeuers auf bestimmte Teile bes ID3 v r stchen Vormarschgelänbes