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Das deutsch-französische Verhältnis.

Ein französischer Sozialist über die Fort­führung der Locarnopolitik.

Dresden, 5. Oft. (Wolff.) Drr französische svztalistifche 2IbqeoröiKte 11 b r t) sprach sich in einer längeren Unterredung mit dem Korrespon­denten der .Dresdner Neuesten Nachrichten" über die Vorgänge der jüngsten Tage m Paris im Zusammenhang mit der Hindenburg- Feier auö. Die Ausführungen dieses einfluß- reichen Abgeordneten sind um so bedeutsamer, alS er dadurch, wie er ausdrücklich betont, nicht nur seinen persönlichen Standpunkt vertritt, son­dern auch den seiner politischen Freunde. Nach einer sachlichen und würdigen Kritik der Hindenburgfeier und einem inter­essanten hypothetischen Vergleich mit der Zeit der Präsidentschaft Mac Mayvns versichert Uhry, baß in unterrichteten Kreisen die Hindenburg- Feier nicht in Zusammenhang mit dem Stand der deutsch-französischen Beziehungen gebracht werde. Wörtlich führte er dann auS: .Ent­scheidend ist und bleibt die Frage, ob Deutsch­land die Politik von Locarno unb Genf ehrlich sortführen will. Stresemanns Rede in der Vollversammlung des Völkerbundes ver­schafft uns hierüber positive Gewißheit. Da auch bei uns der Will« -um Ausbau guter Beziehungen zwischen Frankreich und Deutsch­land unerschütterlich ist. so hoffen wir fest, die in einigen Boulevardblättern und natio-nalistt- schen Parteigruppen entfesselte Kampagne gegen Deutschland erfolgreich abzuwehren. Wir wissen, daß die Idee des Revanchekrieges im deutschen Volke keine nennenswerte Anhänger­schaft besitzt. Die weiteren Etappen der künftigen Entwicklung der deuksch-sranzöslschen Beziehungen liegen klar vor uns

Da» Rheinland mutz geräumt werden. Ich bin mit meinen politischen Jreunöcn davon über­zeugt. datz die Aufhebung der Besetzung Frank­reich» Sicherheit nicht um ein Jota beeinträch­tigen wird.

Ich spreche eine in meinem Lande vielfach ver- tre ene Meinung aus. wenn ich erkläre, dah es, um ein besiegtes Volk zur Anerkennung seiner Alleinschuld am Kriegsausbruch zu zwingen, es nicht genügt, ihm noch einfach diese S uld in einem Diktatsrieden auf» zubürden. Gs ist notwendig, dah die Völker selbst auf Grund eines unparteiischen Urteils zur Lösung des Schuldproblems gelangen. Ich meinerseits halte dafür, dah die Weigerung «Wilhelms II. ein Schiedsgericht anzuneh­men, ein sehr ernstes Faktum bei der Beurtei­lung der Kriegsschuldfrage bedeutet. Diese Tat­sache hat jedoch nichts mit dem deutschen Volke se.Bst zu tun. Wir dürfen dagegen auch die Frage auswerfen, welche Rolle Iswolski gespielt hat, und darin erinnern, dah Jean Iaures unmittel­bar vor dem Kriegsausbruch die Politik des da­maligen russischen Botschafters in Paris ent­hüllte. Wir dürfen nicht aufhören, die Ver­öffentlichung der diplomatischen Kriegsarchive des sranzö t chen A ihenamteS zu fordern. Eine sehr wichtige Frage, die mit dem europäischen Frieden zu^ammenhängt, ist die der deutsch-polnischen Beziehungen. Wir halten ein 0 st - L o c a r n o, das Polens Sicherheit gewährleistet, für zweckmähig, doch unter der Voraussetzung, dah diejenigen Teile des Versailler Vertrages, die Deutschlands Poli­tik und Wirtschast im Osten schwer schädigen, in loyaler Art und Weise abgeändert werden.

Die Wirtschaftslage.

Der Industrie- und Handelstaq zur Wirt» schaftspolitit des Reichs

Berlin, 5. Oft. (WTD.) Der Deutsche In­dustrie' und Handelstag kam in der heu­tigen Sitzung seines Hauptausschusses, in der zu­nächst die Wirtschaftslage besprochen wurde, zu der allgemeinen Auffassung, daß in dem augenblick­lichen Stande der deutschen Wirtschaftskonjunktur zwar Spannungen nicht zu verkennen sind, irgendwelche Gründe aber nicht vorliegen, aus denen es zu einem Uebcrgang der gegenwärtig im wesentlichen unverändert anhaltenden Konjunk­tur in einen krisenhaften Zustand kommen müßte. Auch auf längere Sicht kann und muß vielmehr nach der allaemein vertretenen Auffassung eine Wirtschaftskrise vermieden und die Fortdauer der für produktive Zwecke notwen­digen ausländischen Kreditgewährung, namentlich der langfristigen, erreicht werden, wenn die volkswirtschaftlich verantwortlichen Stellen der Regierung, aber auch der Arbeitgeber und Arbeit­nehmer die Erfordernisie der Zeit nicht nur klar erkennen, sondern auch erfüllen. Diese Not­wendigkeiten siegen in erster Linie in der Wirt­schaftspolitik des Reiches und der in einer un­trennbaren Einheit mit ihr zu betrachtenden F i» nanj- und Sozialpolitik, jede neue Er­höhung der Kosten der Erzeugung und Verteilung zu vermeiden, vielmehr den Abbau der Be­lastungen einzuleiten, damit der innere Markt behauptet und insbesondere die un­entbehrliche Steigerung der Ausfuhr er- reicht werden kann. Zugleich aber ist geboten, daß Produktion und Verteilung mich ihrerseits die Erfordernisse der Lage berücksichtigen und insbeson- dere nach besten Kräften alles vermeiden, was zu einer Preisbewegung führen könnte.

Dabei kam zum Ausdruck, datz, soweit einer im Rahmen des Notwendigen sich haltenden (Er­höhung von veamlenbczügen eine in den lau­fenden Einnahmen bereits vorhandene Deckung gegenüberfleht, darin kein Drei»erhöhungs- grnnb liegen kann, datz es aber um so mehr die Aufgabe der öffentlichen Gewalten ist, (Er­höhungen der Steuern und Gebühren unter allen Umstanden zu vermeiden.

Lirdlich wurde das verständliche Verlangen aus­gesprochen, dah künftig mehr alS bisher ver­mieden werden solle, in ihren Rückwirkungen bedenkliche Beunruhigungen in die öffentliche Meinung zu tragen, die zu einer Trübung des deutschen Wirtschaftslebens und damit zu einer Schädigung der Volkswirtschaft führen könne.

Im weiteren Verlaus der Sitzung beschäf­tigte sich her HauptauSschuh m t dem ®nt- tourt des Steuervereinheitlichungs« gcsetzeS und billigte eine Entschließung deS SteuerausschusseZ des Deutschen Industrie- und Handelstaaes. daß eine Vereinheitlichung des geltem«n Realsteuerrech 1 S durch Rahm n- aefchsiebung des Reichs dringend notwen- d» g ist Hierzu wurde ausgesprochen, dah der Wnttourt zum Steuervereinheitlichungsgesetz in

gebot und Nachfrage gesichert sei. Mit den Wohnungsbaumitteln der Städte und Gemeinden dürsten weder unzulängliche Notwohnungen noch ausschließlich Kleinstwohnungcn ecstcllt wer en, sondern als Regel müsse wenigstens die vier- räumige Wohnung angesehen werden. Da­bei seien die Daudarlehen so hoch zu bemessen und ihre Tilgung und Verzinsung so niedrig zu halten, dah auch der Arbeiterbevölke- rung di« Zahlung der Mieten in Neubauten möglich sei. Die volle Wirksamkeit aller Gesetze -um Schutz der Gesundheit und zur Hebung der sittlichen Kräfte des deutschen Voller- seien so­lange in hohem Maße in Frage gestellt, wie der normale Wohnbedars nicht gedeckt sei. Es wurde deshalb verlangt, daß Reich, Länder und Ge­meinden in Zusammenarbeit mit gemeinnütziger und privater Bautätigkeit sowie in Heranziehung her Frauen sich mit wesentlich größerer Energie als bisher der Behebung des schwersten sozialen Notstandes, der Wohnungsnot, zuwenden. Schließlich wurde die Gründung einer deutschen Forschungsstelle für öle Hauswirt- schäft verlangt. Die Initiative hier'ür solle der ReichsforschungSge'ellschast für Wirtschaftlich- feit, dem Bau- und Wohnungswesen zusammen mit dem Reichskuratorium für Wirtschaftlich.- feit zu.

Aus Aller Welr.

Notlandung des D 1230.

London. 6. Off. (Wolff. Funkspruch.) 3n Lon­don liegt eine Nachricht vor, datz das Iunkersflug zeug D 1230 aufderhöhevon Santa Cruz ins Meer gefallen sei. E» ist ein Kriegsschiff abgefchickl worden, um da» Jlug$Aig aufzusuchen. Zwischen Kap Mondego und Santa (Eruj wird eifrig nach dem Flugzeug geforscht. Nach einer Meldung desPetit parifien aus Lissabon sah sich das Jun­kersflugzeug D 1230 infolge einer Panne gezwungen, auf der hohe von Kap Roca bei Santa Cruj zulanden. Nachdem es Hilferufe ausgesandt hatte, schickte die Regierung sofort Hilfe ab.

Der neue Ozeanflug ist, wie den Blättern mitgeteilt wird, beim Reichsverkehrsministerium angemeldet worden, und zwar von den Junkers- flugacugtnerfen. Es sind alle Vorkehrungen ge­troffen, damit dritte Personen nicht gefährdet werden. Es handelt sich nicht um einen sport­lichen Rekordflug, sondern um die Anbahn ung eines künftigen Verkehrs, wobei Zwi­schenlandungen beliebiger Art g c - stattet sind. Die Iunkerswrrke versichern, daß sie in keiner Weise hinter dem Unter­nehmen stehen. Sie Haven dieses Unternehmen weder technisch, noch organisatorisch, noch f'.nan- | Ml in irgendeiner Beziehung vorb.-reitet, noch stehen sie irgendwie in Verbindung mit ihm. Die Maschine, mit der der Flug ausgeführt wird, ist rn andere Hände übergegangen und bamit dem Einfluß der IunkerZwerke entzogen.

Die an dem Ozeanflug als Fahrgast teilneh­mende Wiener Schauspielrrin Lilly Dillenz erklärte, nicht Sensationslust sei es. die sie ver­anlaßt habe, alles aufzubieten, um in dem deut- schm Ozeanflug trilzumhmen. Eine Airzahl ö st er­reich i s ch e r Patrio en, die den brennenden Wunsch hatten, auch das klein und arm gewordene Oesterreich, das dir erforderlichen Mittel für solch eine kühne Fahrt nicht aufbringen könne, an einem derartigen Unternehmen beteiligt zu fein, habe ihr die Teilnahme ermöglicht.

Eine Strafte der Ehrentafeln.

Anläßlich des 80. Geburtstages des Reichs- Präsidenten hat die Stadt Koblenz das Haus Schloßstraße 42, in dem Hindenburg als General­major und Stabschef beim 8. Armeekorps in Koblenz wohnte, mit Genehmigung des Reichs- präsidenten ^Hindenburghaus" genannt und eine entsprechende Tafel angebracht. Vier große, um Deutschland hochverdiente Männer haben in dieser Straße gewohnt und find durch

der Rücktritt te; Hiemelöireftoriums.

Ein Prüfstein für den

(ölgenet Drahtberich des .D Bene. Steiger8*.)

Berlin, 6. Oft Seit der litauische Mi­nisterpräsident WoldemaraS im Juni wäh­rend der Ratstagung des Völkerbundes eine Erfüllung der berechtigten memelländischen Wün­sche und Forderungen zugesagt hat, ist in einem wesentlichen Punfte d e Erfüllung des Ver prvche- nen erfolgt: die Wahlen sind, zwar im letzten Augenblick, aber versprochenermaßen noch vor der September-Tagung des Völkerbun es ab­gehalten worden und haben, wie nicht anders zu erwarten war, eine erdrückende deutsche Mehrheit ergelen. In allen an­dern Punkten, insbesondere in der Frage der Entlassung von Lehrern, Iustizbeamten usw. sind die Mißgriffe der litauischen Regierung bzw. des nach dem Buchstaben des Memelstatuts re^ls- widrigen Direktoriums nicht nur nicht abgestellt worden, sondern die vorher geübte Praxis wurde bis in die jüngsten Tage hinein fortgesetzt. Der Kündigung von 34 Lehrern, von denen sieben am 1. Juli, also nach den erfolgten Zu­sagen Doldemaras' in Genf aus dem Schuldienst entlassen worden sind, wurden fortgesetzt, verschiedene höhere Beamte und schließlich auch drei Redakteure folgten.

Nun hat in der vorigen Woche die Aus­sprache, die Reichsaußenminister Dr. S t r e s e - mann in Genf mit Woldemaras hatte, eine Fortsetzung erfahren, und es sind neuerdings die durch ein Interview bekannt gegebenen Zusagen deS litauischen Ministerpräsidenten auf Abstel­lung der Mißbräuche erfolgt. Es ist ein erfreu­liches Zeichen, daß unmittelbar nach der Rück­kehr Woldemaras' nach Kowno das litauische Landesdireltorium S ch w e 11 n u s , wie heute ge­meldet wird, seine Demission gegeben hat. Denn um der von Woldemaras nunmehr bestä­tigten Auffassung Geltung zu verschaffen, wonach das gesamte Direktorium einschließlich d.s Prä­sidenten des Vertraue ns des Landta­ges bedars, mußte zunächst das durch die Ausenlhaltsverweigerungen, Entla funcen und Abschiebungen kompromittierte Direktorium von der Bildsläche verschwinden.

Das Memclgebiet hat in Verlaus eines knap­pen Jahres 't wenizer als '^s Periönl ch- ke'ten an der S-itze fe n?c Regier nz g s h:n: die ®dudc. Vu drys . il.ua und Schalkauskas und die Präii.entcn des D rei-

der gegenwärtigen Fassnn' Wesen icher A c n d e - rungen bedarf. Vor allem ersehe.nt der Ent­wurf in seiner jetzigen Gestatt nicht geeignet, die von der Reichsregierung selbst erftrebte Senkung der Real steuern hcrbeizuführen.

Der Hauptausschuß beschäftigte sich weiter mit dem Entwurf eines Derufsausbildungs- gesehes. Hauptbestandteil des Gesetzes ist die Lehrlingsprüfung. Nach dem Gesetzent­wurf soll nur dasjenige Unternehmen Lehrlinge holten dürfen, das als Lehrbetrieb von der amt­lichen Berufsvertretung anerkannt ist. Es er­scheint zweckmäßig, die Anerkennung dadurch zu ersehen, daß solchen Firmen, die sich als unge­eignet bei der Lehrlingsausbildung erwiesen haben, das Recht der Leyrlingshaltung aber­kannt wird. Die tn der Oefsentlichkeit er­hobene Forderung, als Träger der Berufsaus­bildung nicht die amtlichen Derussverlretungen (Industrie und Handelskammern und Ha btrerfS- kammern), sondern die Stellen zu beauftragen, die mit der Durchführung der Arbeitsvermitt­lung und Arbeitslosenversicherung betraut sind, lehnt der Hauptausschuß ab.

Krupps russische Konzessionen.

Die Förderung der Lchafzucht.

Moskau. 5. Oft. (WB.) Das Volkskom­missariat hat einen neuen Konzess ions- vertrag mit der Firma Krrrpp abgeschlossen, der eine Geltungsdauer bis -um 1. Dezember 1958 hat. Der Konzessionär verpflichtet sich, auf dem ihm zugewiesenen Gelände von 32 (XX) Hektar rationelle Landwirtschaft zu trei­ben, Ackerbau und rationelle Schaf­zucht einzuführen und einen Z u ch t st a l l für das kalmükische Arbeits- und Schlachtvieh ein­zurichten. Für die Bedürfnisse der rationellen Schafzucht verpflichtet sich der Konzessionär, die genügende Anzahl von Merino - Zucht- schasen zu importieren, wobei die Schaf­herde bis 1936 auf 36 000 Köpfe gebracht werden muh. Der Konzessionär verpflichtet sich schließ­lich zu vollkommener Mechanisierung des Wirtschaftsbetriebes.

neuen Kurs in Kowno.

torimäs Borchert, Iuosupaitis und zu­letzt den nunmehr zurückgetretenen Schwel I - nus: es wäre zu wünschen, datz nunmehr durch die Wahl einer Persönlichkeit, die sich in der Tat des Vertrauens der Bevölkerung er­freut, eine gewisse Stetigkeit in die Handhabung der Geschäfte kommt. Woldemaras hat sich ver­pflichtet, für die Ernennung des neuen Präsi­denten des Direktoriums sich mit den Parteien der LandtagSmchrheit, alfo mit den deutschen Gruppen In Verbindung zu setzen: die Art und Weise, wie dieses Versprechen durchgeführt und bei der Wahl des Tirektor nms- Präsidenten und der Zusammensetzung des Tirek- toriums Rücksicht auf die Wünsche der Bevölke­rung genommen wird, kann der Prüfstein für die ehrliche Durchführung der Versprechun­gen dienen, die Woldemaras neuerdings in Ber­lin abgegeben Hal. Dabei ist nicht nur die Person deS Direktoriums-Präsidenten, sondern vor allem auch diejenige deS litauischen Gouverneurs wichtig, der bei den fern- pl zierten Rechisve häl nis en w itg h rd: D.^ug- nisse auSübt und von Wol ,'maraS ver proche- nermatzen mit der Hebcnr.it (ung eines 211- tionsprogramms an den Gan*tag betraut werden wird, um Unklareriten und Lücken in der Memelkonventionim Geiste deS Ausgleichs und der Versöhnung zu ergänzen."

Nach einer Meldung der Morgenblätter aus Kowno erklärte u. a. Ministerpräsident Woldemaras nach seiner Rückkehr der Presse, die Beziehungen Litauens zu Deutschland hätten sich nicht verschlech­tert. Er werde alles tun, um die freundschaftlich­nachbarlichen Beziehungen zu Deutschland weiter zu pflegen. Dem Ministerpräsidenten läge daran, dielokalen Mißverständnisse" zwi­schen Memel und Kowno zu beseitigen. Auf die Frage der Pressevertreter, ob die Absicht bestehe, die Pressezensur in Litauen abzu­schaffen, erklärte Woldemaras, daß daran n'cht zu denken sei, denn die Zensur sei das beste Er­ziehungsmittel für die litauische Presse. Als bemerkenswerte Illustration zu der Erklärung des litau schon Ministerpräsidenten w>rd von den Mor- genblättern darauf hingewiesen, daß keine ein. zige litauische Zeitung einen Bericht über die Besprech'ingen Woldemaras' mit Strese- mann veröffentlichte.

Frankreich fordert erneut die Abberufung Rakowskis.

Paris. 6. Ott. (Havas, Funkspruch.) In­folge der von der Telegraph-nagentur der Sow­jet-Union veröffentlichten Meldung über den diplomatischen Schritt des französischen Botschaf­ters in Moskau, Herbette, bei Tschitscherin und in dessen Abwesenheit bei Litwinow hat Briand gestern abend neue Weisungen an den französischen Botschafter in Moskau über­mittelt, damit dieser aufs neue den Vertretern ber Sowjet-älnion zur Kenntnis bringe, daß die französische Regierung Rakowskinichtmehr als persona grata betrachte und die Entsendung eines neuen Sowjetbotschasters nach Paris erwarte.

fiommunalpolitifdie Forderungen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins Auf feiner Oktvbertagung in Eisenach faßte ber Allgemeine Deutsche Frauen- verein im Anschluß an eine Reihe von Refe­raten mehrere Entschließungen, d e sich mit der praktischen Durchführung des Reichsgesehes zur Bekämpfung der Geschlechts­krankheiten und mit der Gestaltung des Wohnungswesens befaßten. Cs w.rd da- a' 8^fordert die baldige Vorlage eines Retchsbcwahrungsgesetzes alS notwen­dige Ergänzung zu den bereits bestehenden Schuh- geteyen Ferner bei der Gestaltung des ©cbäube- ent^chuldungsgesetzes die Sicherstellung ausreichender Mittel für den Woh - nungäbau auf wenigstens ein Jahrzehnt. Mieterschutz und gesetzliche Mietrinsbildung seien erst dann aufzuheben. wenn auf dem Wohnunas- markt das vollkommene Gleichgewicht von An­

Ehrentafeln verewigt worden: 3ofri v Görres Max v S che nk on dor f s. He muth v. M o 11 ke und Paul v. Hindenburg. J Sch'os, strafte ist somit bft Shrenstratze vo. Kvd.mz

Auf der Spur Filchncr».

Rach einer Nachricht aus Sikkim besteht die in Nagchuka eingetroffene Reisegesellschaft aus einem Deutschen, einigen Amerikanern und Engländern. Danach schein: eS kaum mehr zwei­felhaft. datz Filchncr baS deutsche Mitglied dieser Reifegesellschaft ist.

Amerikafahrl de» Lhcf» ber Heeresleitung.

Der Chef der Heeresleitung, General h e y c, begibt sich am Freitag in Begleitung von Major Stumpf und Kapitänleutnant Hellmuth Heye an Bord des hapagdampfcrsHamburg-, um seine bereits feit längerer Zeit vorgesehene Amcrikareise anzutreten. Er wird voraussichtlich Anfang No­vember wieder nach Deutschland zurückkehren.

Schwerer Grubenbrand bei Bauften.

Auf der Grube _0.'ga" bei Kleinsaubemih ist aus noch nicht geklärter Ursache ein Gruben - brand ausgebrochen, dem drei Menschen­leben zum Opfer fielen. Bei den Ret­tungsversuchen haben noch woitere sieden Mann der Belegschaft van Kohlengasen, die die Stollen durchzogen. Rauchvergiftungen erlitten.

Schneefall im Riesengebirge.

Im Riesengebirge hat es in den letzten 24 Stun den zeitweise geschneit. Die Schneedecke beginnt bei etwa 1000 Meter höhe und beträgt etwa 2 Zenti meter. Mittwoch morgen gegen 7 Uhr wurden vom Kamm 2 Grad Kälte gemeldet. Im Lause de» Vor­mittags hat cs zeitweise weiter geschneit.

Beim Drachensteigen getötet.

In Lassan in Pommern wollte eine Schülerin einen an einem Kupferdraht befestigten Drachen steigen lassen. Ihr Bruder, ber 25 Jahre alte Maurer Wilhelm Steinfurth, war ihr dabei be­hilflich. Plötzlich stürzte der Drachen herunter und fiel auf eine 15 000 Volt-Starkstromleitung. Steinfurth brach sofort leblos zusammen.

Deutsche Banknotenfälscher in Brasilien.

In Sao Paulo hat die Polizei eine Fabrik zur Fälschung von Danknoten entdeckt und fünf Deutsche verhaftet. Ts wurden Einrich­tungen zur Herstellung von 150 000 Eontos bra­silianischer Banknoten gefunden.

Erfolg eine» Kritikerstreik».

Die Vorstands ha t derLiedertafel" Aschaffenburg hatte durch eine E.k.ärung die M u s i t r e f c r c n t c n der Aschaffenburger Tageszeitungen derart verletzt, datz die Ein­stellung der Berichterstattung be­schlossen wurde. Jehl wurde von derSieber- tasel" bet betreffende Teil des Rundschreibens, der zur Einstellung der Berichterstattung Anlaß gegeben hatte, mit Bedauern zurück- genommen.

Rätselhafter Skelcttfunb.

Bei Ausschachtungsarbeiten einet» Neubaus in der Wurmbergstrahe in Kassel stießen die Arbeiter einer Baufirma aus menschliche Knochen- teile. Auf Weisung deS Bauleiters wurde mit aller Vorsicht das Gebiet untersucht und nach längerem Bemühen fand man etwa in 40 Zenti- Meter Tiefe ein noch ziemlich vollständig erhalte­nes menschliches Skelett. Die Kriminalpolizei nahm foiort die Untersuchung auf. Es wurde festgestellt, datz es sich um ein weibliche» Skelett handelte, das etwa 20 Jahre in ber Erde gelegen Halen muß. Die Ermittelungen über den Fund sind noch nicht abgeschlossen.

Die Wetterlage.

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9m Anschluß an die gestrige Störung, die auch unserem Gebiet oercinzette Regentropfen brachte, trat in den Nachmittagsstunden wieder Aufheite­rung ein. Infolge der Polarluftzufuhr und nächt­lichen Aufklärung lagen die Temperaturen am Ge­frierpunkt und in Bodennähe bereits darunter. Durch die östliche Verlagerung des isländischen Tiefs wurde das britische hoch etwas südwärts verdrängt und West- und Mitteleuropa kommen noch mehr als bisher unter feinen Einfluß, lieber ganj Deutschland ist der Luftdruck weiter ange­legen Das trockene Herbstwetter dauert noch fort.

Wettervoraussage: Nacht» klar, tagsüber wolkig mit Aufheiterung, wärmer und trocken.

Witterungsaussichten für Samstag: Weiterhin aufhellernd und trocken.

Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 3,9 Grad Celsius: am 8. Okto­ber: morgens 3,1 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 5. Oktober: abends 9,9 Grad Celsius: am 8 Oktober: morgens 5,5 Grad Celsius. Marimum 11,2 Grad Celsius, Minimum 0,4 Grad Celsius. Niederschlage 0,2 Millimeter. Sonnenjcheindauer 2J4 Stunden.