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rtisch.
rbuch. 17. Ichi. Ono itzr, Darmstadt 1926. - ;d eröffnet durch einen Paul Tillich. gibt einen igleit des Pertages unh und bringt überdies eine (einer bdannteften OEii-
(Verlag Berlin W 9i, irgong mit dem ersten 3a- tn leii einer umfassenden mtbarftellunf] ber Arbeit aembmet i[t. Sie präg- e von Scfyiub, Müller ■bt erfahren eine in\tnib r als 60 AufnahMN der führender Aünftln. on zahlreichen wichtigen 1. Reich iüuftrien ist and) et die letzten Thealerereiz- let Äus dem übrigen Text-, Dr. Oskar Suttnwnn über md ein Aufsatz von oreb Andri de Larde' hervor. ,nd einfallsreiche Modente'l Leserin bereits an die |u*
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Donnerstag, 6. Januar 1927
177. Jahrgang
Ur. 4 Erstes Blatt
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Dm! imt Dtrlag: vrLHI'iche llnivkrsititi-vuch. und Steinöruierei H. lange in Sietzen. Schnftleitnng und Seschäsirftelle: SchnNttatze 7.
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Chefredakteur
Dr Friedr Wilh Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil t Dertr. H. Beck, sämtlich in Gießen.
Erschein, täglich, autzer Sonntags und FeieNags.
Beilagen.
Gr^enei Familienblätter tze'mcU im Bild
Die Scholle
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3 Keichsmark und 20 Jrid)5pf«nn,g für Träger» Mm. auch Lei Richter» Urtneri einzelnerRummern Ufolgt höherer Gewalt. Aernsprechanl chlüsse:
51, 54 und 112
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jiaeffurt am Main 11686.
Polens Politik gegen Deutschland.
Sekundanlendienste für Foch.
Dir haben eS schon wiederholt erlebt, bah bi Augenblicken, die für die Beziehungen ztoi- schn Deutschland und Frankreich irgendwie ent» schidend waren, der polnische Außen- minlftcr, gleichgültig wer eS auch immer war^ durch einen Ausfall gegen Deut s ch l and fon Widersachern der Derstänvigungspolltik Bn- ml>S zu Hilfe gekommen ist. Die gleiche Ersah» nma haben wir jetzt gemacht. Unmittelbar nach da Kampfansage Briands an die Gegner der Tiumung der Aheinlande hat der polnische AuhcnministcrS Zaleski die Gelegenheit vom Aiun gebrochen, um eine Bede über die Be» Munaen Dolens zu Deutschland und Danzig au hallen. Der Inhalt der Rede ist nicht neu. Damals spricht der polnische Außenminister booon. wie sehr es ihm und der polnischen Re- gkrung am Herzen liege, gut« und sreundschaft» Qd)c Beziehungen zu dem deutschen Rachbarn zu hf! ,icn, fügt aber das Bedauern hinzu, daß sich im deutschen Volke gewisse Tendenzen zeigten, dic die Herstellung eines wirklich guten freunv- no^barllchen Verhältnisses verhinderten. So Ölde Krokodilstränen hat Herr Zaleski in Innigem Einvernehmen mit seinem Vorgänger eiizinsli schon öfter vergossen und infolgedessen fcüfjt das riihrsame Schauspiel allmählich an Wirksamkeit erheblich ein.
Minister Zaleski hat in dem gleiten Zusammenhänge vor wenigen Wochen erklärt, die polenseindlichen Reigungen in einem Teil des deutschen Volkes übten eine ungünstige B lang aus die HandelsveNragsverhandlungen strichen beiden Ländern aus. Diesmal hat er k> zselbe, nur in allgemeineren Wendungen. fl(iCflt. Wohlweislich hat sich aber in beiden -Ail en der Herr Minister gehütet, näher darzu- feen welcher Art die von ihm so tief be- Cciten polenfeindlichen Tendenzen im deutschen dDift seien. In Paris wird man den Wink natürlich wohl verstanden haben, und wir können ws auf neue angebliche Enthüllungen über an- flbtiche Rüstungsvorbereitung:n Deutschlands zum Kriege gegen Polen gefaßt machen. Es Ei,vden also die in den nächsten Tagen wieder ans genommenen Verhandlungen über unsere De- s c't i g u n g e n im O st e n auf neue und ver- ftcjtc Schwierigkeiten stoßen. Wie wiinderbar |c i jedoch die Militaristen in Paris und Warst-, u einander in die Hände arbeiten, ergibt daraus, daß an demselben Tage, an dem jj'tr Zaleski seine heuchlerische Rede hielt. Mar° Td.’L! Foch und der französische Generalstab mit fläzen Artikeln und Krokis sich in der fran- ird)en militaristilchen Presse breit machten, durch Bi: der R ichweis versucht wird, daß die Räu- tnjng des Rheinlandes auch zum Schuhe der freunde Frankreichs im Osten verhindert werden müsse. Das genügt zur Kennzeichnung des schönen Planes.
Run aber die Kehrseite der Medaille. Herr Zaleski betont die große Friedensliebe des pol- ni'chen Schäfleins, das nicht imstande sei. ein Täf'etlcin zu trüben. Wie stebt es mit Ober- fdilefien? Die polnische Regierung hat die 5ntfd)cihtmg des Vorsitzenden der gemischten Nvnmisiion für Oberschlesien, Calonder, über 5v T^erpflich'ug Polens, deutsche Schu len in Ostoberschle ien nach den Wünschen der Elim, einzurichten, nicht anerkannt. Die Folge f daß zunächst ein Eingreifen des Völkerbunds- ra:es als Ant nort auf die Beschwerde der deut- I4?n Eltern in Ostoberschlesien notwendig wird. Dcm hat auch in Genf bereits eingesehen, daß nan um diesen Schritt nicht mehr herumkommen 'Llrd, und deshalb die Absendung eines Vertreters nach Oberschlesien beschlossen, der sich • untere Tage dort aufhalten wird, um sich -in Ort und Stelle über die Verhältnisse zu unterrichten. Einen solchen Schritt können wir -tur mit großer Genugtuung begrüßen, weil wir on mi* Bestimmtheit das Ergebnis erwarten, "Wi den übrigen Mitgliedern des Völkerbunds- ■aee nunmehr etwas mehr die Augen über vol- xilöe Doppelzüngigkeit ausgehen werden. Wir innen i ur bedauern, daß ein solcher Schritt ilfit schon längst erfolgt ist. Seit dem Eintritt Zcutschlands in den Völkerbund und in den Rat khcint man also doch etwas mehr die moralische Jupflichtu'.-g anzueikennen, sich um die Zu- Etc-ie in Ostober chlc'ien zu belümmern, als bisher. Das wäre i nmerhin eine nicht zu unter- l4ahende Folge unieies Eintritts in den Völker- Etnb.
Die Ablehnung der Calonderschen Cntschei» Bing durch Polen bedeutet jedoch noch mehr. 5k- läuft auf die Ablehnung oder richtiger Ver- Ceignung des Artikels 131 des seinerzeit in Genf wchlossenen Abkommens hinaus, auf den sich yfälibem Ealonder in seiner Entscheidung ge- Ritjt hat. Er besagt, daß ausschließlich die Litern zu bestimmen haben, ob ein Kind in 6h polnische oder in die deutsche Minderheits- idule gehen soll, während die Polen geltend «lachen, nur dann, wenn sich beide Eltern aus- 6rüdlid) als ausschließlich deutschsprechend be- lennt hätten, wäre eine solche Forderung be- ■xf'tigt. Wie die Ermittlung der Ein- oder 2wpelsprachigkeit von Ellern von polnischen Be- ®nfcn durchgeführt wird, läßt keinen Zweifel «rüber zu, daß eine Vergewaltigung des
bestehenden Rechtes in unerhörtem Maße vor sich gegangen ist.
Das ist Die Probe aufs Exempel für das. was das angeblich so friedfertige Polen unter Vertragstreue und der Pflege freundschaftlicher Beziehungen zu seinem deutschen Rachbar versteht. Als Polen zum halbständigen Mitglied des Dölkerbundsrates gewählt wurde, gaben wir der Erwartung Ausdruck, daß die übrigen Mitglieder des Rates bald in die Lage kommen würden, das wahre Gesicht Polens zu er- kennen. Diese Erwartung scheint sich früher zu erfüllen, als wir selbst angenommen haben.
Außenpolitische Debatte im polnischen Sejm.
Warschau. 5. Ian. (WTD) 3m Auswärtigen Ausschuß des Landtages begann die Aussprache über die gestrigen Darlegungen des Außenministers Zaleski. Der christlich-nationale Abg. S t r o n s k i ist der Ausfassung, daß die jetzige schwierige außenpolitische Lage Polens sich von Locarno herleite. Gegen die Enlwaffungs- I kontrolle in Deutschland durch Den Völkerbund beständen ernste Bedenken gegen diese Lösung. |
Litauen sei ein Werkzeug In der Hand Deutschlands und Rußlands. Zwischen diesen beiden Staaten bestehe ein Einvernehmen, um Litauen gegen Polen auszuspielen. Der Sprecher der Sozialdemokraten glaubt, daß die Enl- wassnungskontrolle durch den Völkerbund nur dann wirksam sein werde, wenn der Genfer Bund Autorität besitze. Deshalb müsse Polen an Der Hebung des Ansehens des Völkerbundes arbeiten.
Der Rationaldemokrat Sejda lehnt Die Darlegungen Zaleskis ab, da „ein solches Expose nur Deutschland aufstacheln könne, seine gegen Polen gerichtete politische Offensive möglichst stark zu betonen". Ohne Zweifel sei die Front Der DeutschenRüftungengegenDieWetch- se l gerichtet. Laut müsse gesagt toerDen, Daß Die gegenwärtige französische Politik in sich Gefahren für Die Zukunft Frankreichs und Polens berge. Roch unverständlicher als Der Optimismus Briands sei die Schönwetterstimmung des polnischen Außenministers. Zu dem passiven Verhalten in Genf in der Frage der deutschen Rüstungen komme noch im Innern des Staates die Schwächung des polnischen Clements und die Stärkung des Deutschtums in den West- marken.
3merften$taMumöerRegierung$bil6ung
Vor der Betrauung des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius.
Berlin, 5. Dan. wie das wolffbureau aus I parlamentarischen Kreisen erfährt, wird nun mit | Sicherheit damit gerechnet, daß der bisherige Reichs- wirlschaftsminlster Dr. Curtius (D. V.P.) gleich nach seiner Rückkehr von seinem Wiesbadener Erholungsurlaub vom Reichspräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt werden wird. Seine Bemühungen dürften sich in der Richtung der Bildung einer möglich st breiten Koalition mit feften Bindungen bewegen. Die Berufung Dr. Curtius' fei von dem Fraktionsvor- sland der Deutschen Boltspartci gebilligt worden. Ob der versuch Dr.Curtlus', ein Kabinett auf der Grundlage einer Koalition sämtlicher bürgerlicher Parteien zu bilden, gelingen wird, wird von dem volkspartcilichen Blatt unter Hinweis auf die ablehnende Haltung der Zentrums- presse stark bezweifelt. Sollte der versuch fehl- schlagen, so bliebe nur übrig, ein Kabinett der Mitte zu bilden. Die „Germania" hält es für ausgeschlossen, daß sich das Zentrum an der von Dr. Curtius geplanten Koalitonsbildung sämtlicher bürgerlicher Parteien beteiligen werde. Eine Regierung unter Beteiligung der Deutschnationalen mit volks- parteilicher Spitze wäre, wie das Blatt schreibt, eine ausgesprochene Rechtsregierung, die auf die Unterstützung des Zentrums nicht zählen kann. Sollte es jedoch wieder zur Bildung einer Regierung auf der bisherigen Grundlage kommen, so hält es die „Germania" für selbstverständlich, daß die Führung beim Zentrum verbleiben müsse.
An die Möglichkeit einer Regierung der „kleinen Rechten" glaubt man auch in rechtsgerichteten Kreisen nicht mehr. Dagegen hofft man hier noch, mit Hilfe der Bayerischen Volkspartei das Zentrum für eine Rechtsregieruna zu gewinnen, um eine Koalition wieder zu erreichen, wie sie zur Zeit des ersten cuther-Kabinetts bestanden hat. Als der hierzu notwendige „rechte Mann im rechten Augenblick" wird der Führer der Bayerischen Volkspartei, Domkapitular Dr. Leicht, angesehen, der als geschickter Taktiker und gewandter Parlamentarier bekannt ist und auch im Zentrum großes Ansehen genießt. Ob eine bindende Vereinbarung zwischen den maßgebenden Persönlichkeiten der Deutfdjnationalen und der Bayerischen Volkspartei schon getroffen ist, war noch nicht festzustellen, wenn man auch nicht daran zweifelt, daß eine Verständigung zwischen den
beiden Parteien verhältnismäßig leicht m ö g - 11 ch ist. Entscheidend ist aber immer wieder das Zentrum, ohne dessen offizielle oder inoffizielle Mitwirkung eine einigermaßen stabile Regierung nicht zustande zu bringen ist.
Bel den Parteien der Linken arbeitet man natürlich entgegengesetzt und möchte das Zentrum für die große Koalition, und wenn diese abermals gescheitert fein würde, für d i e Weimarer Koalition gewinnen. Die Deutsche v o l k s p a r t e i soll dabei die Hilfsstellung übernehmen, die diese für eine rechtsgerichtete Regierung vom Zentrum verlangt. Auf der ganzen Linie der politischen Betrachlungen wird immer wieder auf das Zentrum hingewiesen, das die Entscheidung über den zukünftigen Regierungskurs in der Hand hält. Das Zentrum aber vermeidet vorläufig eine klare Stellungnahme und wird damit woyl noch weiter solange als möglich zurückhalten.
Bemerkenswert ist, daß man von französischer Seite jetzt auf die deutsche Innenpolitik unberechtigterweise Einfluß zu gewinnen versucht. Besonders eine Aeuhcrung des dem französischen Außenminister B r l a n d nahestehenden „Quollen" wird viel beachtet, in der eine Linksregierung in Deutschland als notwendige Garantie gefordert wird, von der eine vorzeitige Räumung der Rhein- lanbe abhängig gemacht werden mühte, wie weit die Aeuherungen des „Quollen" auf den Einfluß politischer Persönlichkeiten Frankreichs zurüzusühren sind, ist natürlich schwer zu sagen. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, daß gewisse Berliner Kreise ein Interesse an derartigen Aeuherungen in einem immerhin als regierungsoffiziös anzusehenden Blaffe haben.
3m übrigen ist zu sagen, dah die Informationen, die in der Berliner Presse zur Frage der Regierungsbildung bisher erschienen sind, von gut unterrichteter parlamentarischer Seite zum größten Teil als Kombinationen bezeichnet werden, so namentlich auch die Rachrichfen über die voraussichtliche Besetzung einiger Ministerien mit bestimmten Persönlichkeiten. Richtig ist vielmehr, dah die Entwicklung der Krise sich noch in ihrem aller- erffen Stadium befindet und eigentliche Verhandlungen erst in der nächsten Woche beginnen werden.
N eifliftt AMm in w tonet leiK
London, 6. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Korrespondent der „Daily Mail" in hankau berichtet von gestern nachmittag, die britische Kolonie sei in äußer st er Gefahr. Ihre einzige Stühe seien die chinesischen Truppen, die sich gegen den Fanatismus wenden. Angesichts der gestern geplanten Landung englischer Marinesoldaten habe der Minister des Auswärtgen der Kantonregierung erNärf, wenn ein einziger Schuß abgefeuert werde, würde das britische viertel angegriffen werden. Die eingeborene Polizei hat sich geweigert, im Fremdenoiertel Dienst zu tun. heute nachmittag sott alle Arbeit eingestellt werden, die Arbeiterverbände verlangen, daß die Kan- fonregietung dem britischen Konsul ein 72stündiges Ultimatum stellen, in dem die Entwaffnung der englischen Freiwilligen und der Polizei verlangt wird. Im Falle einer Ablehnung soll der Generalstreik proklamiert und das britifme viertel blockiert werden. Auch der ameri- kaniscyc Generalkonsul in Schanghai hat Nachricht aus hankau erhalten, wonach die Lage dort sehr ernst ist. Alle Missionare im Innern Chinas sind aufaemrbert worden, im Interesse ihrer Sicherheit zurückzukommen.
Rach Bcr'chtcn der Londoner Abendblätter ist unmittcUat nachdem zlv schen dem englischen Admiral, den englischen Behörden und dem chi
nesischen Polizeidireltor eine Dcrnnbarung über die Zurü.zkehung der er.gl s^en Marinelandungsabteilung zustandegekommen war, eine chinesische Volksmenge in die englische Konzession eingedrungen und hat sich der aus Sandsäkcn gebildeten provisor'schen Verteidigungsanlagen bemächtigt Daraus erhielten die englischen Soldaten Beeil, erneut zu landen der jedoch widerrufen wurde, da es im Salle einer Landung unmöglich gewesen Ware, auf Eröffnung des Feuers zu verzichten. Der chinesische Pöbel hat die Derteidi- gungfanlagrn zw schcn der brit schen Kon ession und dem chinesischen (^eb et z e r st ö r t iedoch ist das Kentoneser Milltär noch Herr dcr Lage. Die auöränb'schen Krn ess onen und Tanlen und auch das br't'sche Konsulat haben zum Schuh gegen den Pöbel chinesische Waffen erhalten. Das ; ol g bäubc und v rschiede^e andere Häu'er der britischen Konzession wurden vom Pöbel beseht gehalten. Rur die franzöfi'He und die japanische. Konzes irn^ sowie amer'.lanisches Eigentum sind bisher unbehelligt geb.ie.en. Alle verfügbaren britischen Flotten st reit- kräfte siud von Shanghai nach 5a'kau beordert worden. Di: Kreuzer „Dindiclibe" und „C'riZie" sind von Hongkong abgegangen. Infolge der sehr ernsten Lage find die Handels
häuser in der britischen Äon^efTion geschlossen worden. Man halt es nicht sur ausgeschlossen, dah das Konzessionsgebiet geräumt wird.
Don den chinesischen Sronten wird ebenfalls größere Altivitäl gemeldet. In Shanghai trafen gestern zahlreiche Verwundete ein, die von schweren Artillerie'ämpsen am Flussr Tschirnting berichten. General S ch a n k a i s ch e k soN die Führung der Kantontruppen persönlich übernommen haben, was auf die Bedeutung der gegenwärtigen Operationen fchliessen läßt.
Chamberlains Chinamemorandum.
Die Rivalität dcr Mächte.
Paris, 5. Ian. (WB.) Das „Journal Des Debets" beurteilt Die Wirkung, Die Das englische Memorandum an Die Mächte in internationaler Hinsicht gehabt hat, wie folgt: Die englischen Vorschläge hälfen auf internationalem Gebiet zur Folge gehabt, Daß sie Das Fehlen einer Einigung unter Den Mächten beleuchteten. Gewiß hätten Die in Dem Memorandum enthaltenen Vorschläge nicht Den Zustand geschaffen, der schon seit langem bestanden hätte. Aber sie hätten ihn vielleicht Dadurch verschlimmert, Daß sie ihn vor allen Augen brüsk enthüllten. Die englische Politik sei kühn gewesen. Habe sie nicht durch ihre Lieberstürzung Die spätere Verwirklichung einer Verständigung verhindert? Die Erfahrung allein werde darüber aufklären, ob England bei dieser Haltung gut beraten gewesen sei. Allgemein gesehen hätten die Mächte jedesmal, wenn sie sich einem aktiven Rationalismus im Orient oder im Fernen Osten gegenüber befunden hätten, gegenseitig mit ihrer Rivalität zu rechnen gehabt. Man sehe keinen Grund dafür, daß es dieses Mal anders fein sollte.
Eine offiziöse Darstellung.
London, 6. Ian. (WTB.) Reuter veröffentlichte gestern abend eine offenbar vom Foreign Office inspirierte Erklärung über die Lage in Hankau, in der es u. a. heißt: Die Rotwendigkeit, von den Waffen Gebrauch zu machen, wird sich hoffentlich vermeiden lassen. Rach den vorliegenden Berichten scheint Die Regierung von Kanton in Der Lage zu sein. Die Ordnung aufrechtzuerhallen. Die Frage, ob Der Bolschewismus für Die Gestaltung Der Lage in Hankau verantwortlich ist, toirD man wohl nicht uneingeschränkt bejahen können. Der Ausgangspunkt Der Bewegung ist Der Wunsch Der Chinesen, i h r Land selbst verwalten zu wollen. Die britische Politik entspricht Dem unD sie ist, abgesehen vielleicht von Den Vereinigten Staaten von Amerika, früher zu diesem Ergebnis gekommen, als Die anDern Mächte. Ein allgemeines Ueberein» kommen über Die Politik gegenüber China hat nicht bestanden, und England hat nichts getan, was gegen Den Geist Der Verträge von Washington ist.
Forderungen der Arbeiterpartei.
L o n D o n, 5. Ian. (WB.) Die engische Arbeiterpartei veröffentlicht eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Das einzige Ziel Der britischen Regierung bei diesen Verhandlungen sollte sein, die Mindestbedingungen zu erhalten, die für die persönliche Sicherheit britischer Untertanen in China und für ehrenhaften Handel zwischen britischen und chinesischen Kaufleuten iwtwendig sind. Die britische Regierung muß die streng st e Neutralität im chinesischen Bürgerkrieg wahren. Sie muß die Beziehungen mit der Kantonregie- rung sobald wie möglich auf eine freundschaftliche Grundlage stellen und muh versuchen, im Zusammenwirken mit anderen in Betracht kommenden Rationen ein absolutes und wirksames Verbot Der Waffeneinfuhr nach China her- beizuführen.
Amerika für eine selbständige Chinapolitik.
Reuyork. 5. Ian. (£11.) Die amerikanische Regierung hat ihre Antwort auf Das britische China-Memorandum verschoben, um erst Den Bericht ihres nach Washington berufenen Pekinger GesanDten abzuwarten. Inzwischen hat der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses, Porter, eine Resolution eingebracht, nach Der Die Vereinigten Staaten im Gegensatz zu Dem britischen Chinamemorandum mit Der Pekinger Regierung be- s o n D e r s in VerhanDlungen eintreten sollen.
Die Pangtsestadt Wubu geplündert.
LonDon, 5. Ian. (TA.) Rach einer Meldung Der British UniteD Preß ist die Stadt Wubu am Pangtse vollständig geplündert worden. In Peking hofft man, daß Der zum Schuh Der Europäer entfanDte Zerstörer noch rechtzeitig eintreffen toirD. In Hankau sink) zwei amerikanische Kanonenboote zum Schuh der amerikanischen Bürger eingetroffen. W.e weiter berichtet toirD, beabsichtigt Wellington Koo nur noch kurze Zeit an Der Spitze Der provisorischen Regierung zu bleiben.


