ichlen. Besonders gift diese Wahnichmung bei der Oderwälder Blaue und Allerfrüheste Gelbe. An dem Sraut treten die Raupen in so gewaltigen Mengen auf, daß man ihrer durch Ablesen oder Ber- ilgungsmastnahmen mittels Salzwassers oder Betreuens mit Thomasmehl kaum noch Herr werden (inn. Vielfach, sind vollständig kahlgefressene Kohl- mb Krautstrünke als traurige Ueberrcfte vorhanden.
<D Lich, 4. Sept. Die hiesige Volksschule ver- inftaltete dieser Tage ihre diesjährigen Reichs- uigenbroettfämpfe. Die Knaben vom siebten Schuljahr aufwärts turnten in einem Fünfkampf, bestehend aus je einer Pflichtübung am Barren und Reck, ferner Weitsprung (2 Meter = 0 Punkte). Ball- wurs (30 Meter = 0 Punkte) und 100-Meter-Lcw' (19 ^künden = 0 Punkte). Sieger blieben 1. mit 106 Punkten Wilhelm Lechens, 2. mit 101 P. Karl Völker, 3. mit 99 P. Hermann Rau, 4. mit 87 P. Hans Weigel und 5. mit 84 P. Wilhelm Findt. In der Vorklaffe vom 6. Schustahr abwärts wurde ein Dreikampf ausgetragen, bestehend aus Weitsprung (1,80 Meter - 0 Punkte), Ballwurf 20 Meter - 0 Punkte) und 75-Meler-Lauf (16 Sekunden - 0 Punkte). 1. mit 65 Punkten Erich Jung, 2. mit 58 P. Hans Hartmann, 3. mit 52 P. Wilhelm Seim, 4. mit 50 P. Heinrich Kambeitz, 5. mit 47 P. Albert T r e ch s l e r. Bei den Mädchen, 7. Schuljahr aufwärts, die ihre Kräfte in einem Dreikampf, bestehend aus Weitsprung, Ballwurf und 75-Meter-Lauf, maßen, erhielt den 1. Preis mit 58 Punkten Johanna Kaiser, 2. mit 51 P. Else St r o t h m a n n, 3. mit 47 P. Emilie Junker, 4. mit 44 P. Erna Vater, 5. mit je 42 P. Paula Weiter und Leni Volk. Die Vorklasse der Mädchen vom 6. Schuljahr abwärts turnten einen Dreikampf, bestehend aus Ballwurf, Weitjprung und 75-Meter-Lauf. Es errangen den 1. Preis mit je 48 Punkten Marie Zimmer und Elisabeth L e d e r m a n n , 2. mit je 46 P. Kuni Lechner und Gertrud Gruber, 3. mit 43 P. Philippine Schmidt, 4. mit 42 P. Anna Schulz, 5. mit je 41 P. Karola A u l b a ch und Else F i n d t. Von den Siegern erhalten 10 Prozent die Urkunde des Reichspräsidenten, die übrigen die Urkunde des Reichsausschusses für Leibesübungen.
Lrcis Friedberg.
z Münzenberg, 4. Sept. Die Fruchtfelder sind in dieser Woche fast leer geworden. Qlur noch vereinzelt sieht man Getreidehaufen auf den Feldern. Was in diesen Tagen eingefahren wurde, befand sich durchweg in leidlichem Zustande, sodaß es manchen Landwirt heute gereut, daß er während der Regenzeit Getreide in nassem Zustande in die Scheune brachte. Die Höhe des Schadens, der an der Frucht durch die schlechte Witterung angeridjtet worden ist und trotz des diesjährigen Vollertrags einen Ausfall gegenüber einer Vormalernte bedeutet, ist noch nicht im einzelnen festzustellen. Das wird erst der Drusch zeigen. 3m allgemeinen steht eher glücklicherweise fest, daß die Drvtsrucht toeniger gelitten hat als der Hafer. Das schone Vachsommerwetter begünstigt in hervorragendem Maße die Grummeternte, über die man selten so rasch hinwegkommen wird, wie in diesem Jahre. Vielfach wurde an einem Tag gemäht, am andern schon eingefahren. Die Ernte ist in jeder Hinsicht eine Qualitätsernte, die vielerorts besser einfommt als das Heu. Auch in Bezug auf die Quantität ist die Ernte durchaus zufriedenstellend. Vur die trockenen Lagen hatten einen dünneren Grasbestand. Wie überall in der Wetteraw hat auch unsere durch ihre mustergültigen Obstanlagen bekannte Gemarkung, die zu den Versteigerungen immer zahlreiche auswärtige Käufer anzieht, eine Rekordernte zu erwarten, besonders in Aepfeln. Die Witterung dieses Sommers war bis jetzt keinesfalls ungünstig für das Spatobst. Das feuchte Wetter begünstigte nämlich das Dickenwachstum der Früchte und außerdem die Saftbildung. Die Aepfel sind trotz überaus starken Behangs der Bäume verhältnismäßig dick.
Kreis Büdingen.
„T Vidda, 3. Sept. Bei der Suche nach neuen Quellen für die Wasserleitung hat sich der Leiter der hiesigen Gewerbeschule, Rektor Vitt, als vorzüglicher Wünschelrutengänger erwiesen. Es gelang ihm, den unterirdischen Wasserlauf der neugefatzten Quelle einwandfrei festzulegen. Beim Vachgraben in der angegebenen Richtung stieß man auf den angezeigten Wasser- ftrang, der jetzt über 60 Kubikmeter täglich liefert. Auch an anderen Gemarkunasstellen konnten mittels der Wünschelrute stärkere unterirdische Was- — UIIMI -TTT1---— I ■ I II
Zwischen Mund sieben
Roman von Liesbet Dill.
Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.
7. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Sie legte die Noten zusammen. „Die Herren von der Grammophon-Gesellschaft sind entzückt von der Wirkung der Platten. Morgen früh soll ich sie hören. Kommst bu mit?"
,Lch werbe kaum Zeit haben, morgen." Der Diener melbete, bah angerichtet sei.
Sie setzten sich an den gedeckten Tisch unter die große zartblau beschirmte Lampe, und der Diener brachte heiße Fleischbrühe in Tassen.
„Und das Konzett?" Sie reichte ihm den Teller, auf dem warmer Toast in der Serviette lag.
„Welches Konzert?"
„Nun, dein russischer Abend. Es ist dumm, daß unsere beiden Konzerte gerade zusammenfallen . . Ich hätte den neuen Tschaikowsky gerne gehört ... Dieser Skrajabin interessiert mich. Was du davon spieltest gestern, erinnerte an Claude Debussy ... Für eme „Ekstase" allerdings ist er mir zu gedämpft und verhalten."
Er antwortete nicht. Er sah sie immer nur an ... Wie ruhig sie war. Ihr Herz schlug sicher nicht stärker als sonst ... sie konnte ihn ansehen, konnte plaudern, lächeln ...
„Nimmst du keinen Wein?"
„Danke, heute nicht ..."
„Er ist so glanzvoll verzückt," fuhr sie fort, mit ihrem Toast beschäftigt, „so phantastisch und traurig, schön, wie Fieberträume ... Die Tschaikowsky- Sinfonie gefällt mir weniger ... sie hat nichts von der Pathetique ..."
„Es muß ja nicht immer eine Komposition an bic andere erinnern, er schob das Glas zurück.
Der Diener räumte die Tassen ab und kam wieder mit den Pasteten.
„Du siehst abgespannt aus."
„Ich haoe einen Todesfall gehabt. Mitten in der Tschaikowsky-Sinfome ..."
„Ach, wer denn?"
„Ein Herr Schmidt ... zweite Geige." „Was fehlte iym benh?*'
ferläufe festgestellt werden, die bei weiterem Bedarf sich nutzbar machen lassen.
)( Ortenberg, 4. Sept. Eine wesentliche Verbesserung in der Postbeförderung ist seit einigen Tagen durch die Bemühungen des hiesigen Oberpostmeisters eingetreten. Der Zug 4108, der Gedern um 12.57 verläßt und um 16.07 Uhr in Frankfurt eintrifft, hat jetzt ebenfalls direkte Beförderung der Brief post nach Frankfurt erhalten. Besonders für Geschäftsleute und die Behörden ist diese Verbesserung sehr wesentlich, da die vormittags eingehende Post bereits am Mittag beantwortet abgehen und noch am selben Tage am Bestimmungsort eintreffen kann.
-/- Aus dem Viddertal, 4. Sept. Das prachtvolle Sommerwetter, das seit vorigen Sonntag eingetreten ist, hat die Erntearbeiten wesentlich gefördert. Vur noch hier und da sieht man einige Getreidehaufen auf den Feldern stehen. Wenn auch der durch das schlechte Wetter verursachte Schaden nicht unterschätzt werden soll, so hat er sich doch in vielen Gemarkungen nicht als so groß herausgestellt, als anfänglich befürchtet werden mußte. Vor allem kommt das schöne Wetter der in vollem Gange befindlichen Grummeternte zugute, die in diesem Jahre sehr gut ausfällt. Infolgedessen sind die Preise, wie auch bei der Heuernte, sehr gedrückt. Besonders vorteilhaft ist die Sonne auch dem Obst, das nun noch etwas Farbe bekommt, wodurch die Güte sehr gebessert wird. Der Preis für Frühobst ist sehr gering: teilweise herrscht nach Frühäpfeln überhaupt keine Vachfrage, so daß das Abernten sich kaum lohnt. Es besteht jedoch die Aussicht, daß sich für Spätobst die Verhältnisse wesentlich bessern werden, da es in manchen Gebieten, die als Hauptabsahgebiet für unsere Gegend in Frage kommen, wie Rheinland-Westfalen. Württemberg rmd anderen wenig ober gar keine Aepfel geben soll. Ein Verkauf zu Schleuderpreisen kommt dacher sicher nicht in Frage.
]:[ Gelnhaar. 4. Sept. Ein schwerer Llnglücksfal 1 betraf die Frau des Landwirts Heinrich Emrich II. von hier, als sie mit einem Kuhgespann vom Acker nach Hause fahren wollte. Dabei wurde die Kuh plötzlich wild und sprang auf die F r a u. so daß diese zusammenbrach. Das Tier stieß nun mit den Hörnern nach der am Boden Liegenden, die hierbei schwere Wunden am Gesäß erlitt: schließlich wurde die Bedauernswerte von der wütenden Kuh mit den Hörnern noch ein Stück beiseite geschleudert, wobei die Frau gegen eine Mauer fiel und H a u t- verlehungen am ganzen Körper davontrug. Die Frau ist von dem Tier so übel zugerichtet worden, daß die beiden zur Behandlung herbeigerufenen Aerzte die Äeberfrchrung der Patientin in die Gießener Klinik ins Auge fassen.
Kreis Schotten.
-+■ Schotten, 4. Sept. In diesen Tagen verläßt uns Schwester Anna, die feit einer Reihe von Jahren innerhalb des Kreises auf dem Gebiet der Säuglingspflege und Fürsorge tätig war. Sie hat sich einen anderen Wirkungskreis gesucht, der weniger Anstrengungen erfordert als die Berge und der Winter des Vogelsberges. Ihre hiesige Wirksamkeit ist gekennzeichnet durch eine aufopfernde Tätigkeit im Dienste der Kleinsten und Aermsten. Das stille, segensreiche Wirken sichert der Sckeiden- ben bis zum entlegensten Dorfe unseres Kreises ein dankbares Gedenken.
Preußen.
36. deutscher Wandertag.
Lpd. Herborn, 4. Sept. Am 3. und 4. September fand hier der 3 6. Deutsche Wander- t a g, verbunden mit einer Tagung des Verbandes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, dem etwa 300 000 Mitglieder angehören, statt. Aus allen deutschen Gauen waren Abordnungen in großer Zahl erschienen, auch die Gebirgs- und Wandervereine aus dem Saargebiet hatten Vertreter entsandt und die sudetendeutschen Gebirgsvereine, die etwa 50 000 Mitglieder zählen, ließen sich durch den mutigen Bekenner für das Deutschtum in der Tschechoslowakei, A. Wolfram aus Aussig, vertreten. Die Tagung führte der 1. Vorsitzende des Verbandes, Oberstudiendirektor Dr. K i s f i n g e r aus Darmstadt durch. Der Verlauf der Tagung ergab, daß es um die deutsche Wanderbewegung sehr gut steht, jedoch soll in
«Herzgeschichlen ... Er hatte sich vor der Hauptprobe krank gemeldet; ich wußte nicht, baß es so ernst war unb rebete ihm noch zu, trotzdem zu kommen und der brave, pflichtreue Mann kam ... Einer von den Jungen wäre sicher nicht gekommen."
„Du ißt ja gar nichts", mahnte sie.
Er nahm von der Pastete.
Die gelben Rosen sah er nirgendwo. Auf dem Tisch standen frische Veilchen in einem silbernen Koro.
„Du mußt dir bas nicht so zu Herzen nehmen mit dem alten Mann, er war schließlich siebzig Jahre alt. Du siehst aber wirklich blaß aus. Ist Dir nicht gut?"
„Doch, doch ..."
„Wie war s eigentlich mit der Untersuchung?" erinnerte sie sich plötzlich. „Was sagte der Professor?"
Der Arzt?! Wie lange war das schon her ... unb was lag alles dazwischen ...
„Ach so ... Ich war ja bei dem Professor ... Er untersuchte mich. Es ist nichts Besonderes ... ich soll mich nur in acht nehmen ..."
„Vor was?"
„Dor Aufregungen", sagte er und sah sie an.
In ihrem schönen Gesicht veränderte sich nichts, es sah ruhig und besorgt aus ... Melitta ... Melitta ... Ein Schmerz frarrfpfte sich um sein Herz, baß er die Gabel hinlegte ... Wenn doch alles nicht wahr wäre! Wenn er sich getäuscht hätte! —
„Ich kann nichts essen", sagte er unb stanb auf. *
Sie war seine Saunen in letzter Zeit gewöhnt. Wenn er von einer Probe heimkam, war er immer die erste Stunde schweigfam unb aß fast nichts. Unb es half auch nichts, wenn man ihm zurebete.
Sie ließ das kalte Geflügel abtragen und nahm eine Birne vom Fruchtkorb. Während sie die Frucht schälte, beschäftigte sie sich mit dem armen, alten Musiker ...
„Hast bu ihm einen Kranz geschickt, Rubols?" riej sie ins Nebenzimmer, dessen Portieren zurück- ge|d)oben waren.
„Es ist alles besorgt." Die Zeitung knisterte in seiner Hand ...
Er saß am Feuer unb fror ...
Nach einer Weile kam sie herein unb setzte sich ihm gegenüber, nahm ein paar illustrierte tfefte unb
noch stärkerem Maße als bisher das Iugend- wandern gefördert werden, und es sollen, um tüchtige Iugendsührcr heranzubilden, Lehrgänge eingerichtet werden, da man der Ansicht ist, daß viel von der geeigneten Führerpersönlichkeit abhängig sei, um die Jugend gruppen lebensfähig zu erhalten. Referate, die sich mit der Vvt- Wendigkeit einer umfassenden Jugendpflege befaßten, hielten u. a. Prof. V ä g e l e, Tübingen; Prof. Bender, Frankfurt: Oberlehrer Richter, Dresden, und ein Führer in der deutschen Jugendbewegung, Pfarrer Löcher aus dem sächsischen Ort Zwönitz.
Den offiziellen Abschluß des Wandertags bildete am Sonntagnachmittag die Veranstaltung eines großen Trachtenfestzuges, in dem vornehmlich ländliche Volkstrachten aus dem Heffenland unb Wlnzergruppen aus dem Rheingau vertreten waren. Etwa 30 000 Wanberer und Freunde des Wanderns hatten Herborn als Ziel ihres Ausflugs auserkoren und so dem 36. Deutschen Wandertag das Gepräge eines großen deutschen Wandertags gegeben, der in allen Teilen einen würdigen Verlauf nahm.
Maingau.
Frankfurt a. M., 4. Sept. (WTB.) Der Frankfutter Polizei gelang es, einen Sekretär Basilius Sabathieraschwili, einen gebürtigen Georgier zu ermitteln und zu verhaften, ber gefälschte russische Ein-Tscherwonetz- noten, die im vergangenen Monate mehrfach in Berlin aufgetaucht waren, nach Deutschland gebracht hatte. Er wurde nach Berlin übergesühtt, wo er zunächst angab, daß er die Noten als echte von Landsleuten erhalten habe. Seine Aussage war jedoch unglaubwürdig, da das ihm gehöttge beschlagnahmte Gepäck unbenutzte Klischees usw. für Tscher- wonetznoten enthielt. Der Verhaftete erklärte, .daß er aus politischen Gründen zum Notenfälscher geworden sei, da fein in Georgien ansässiger Vater von den russischen Behörden ungerechterweife eingekerkert worden sei. Die Polizei entdeckte später die Falschmünzerwerkstätte in Frankfurt a. M., in ber bic Noten gebrückt worden waren und ganze Ballen angefangener Falschscheine oorgefunben wurden. Man nimmt an, daß Sabathieraschwili mit Falschmünzern in Paris zusammengearbeitet hat, insbesondere mit dem früheren Sekretär Rasputins, Simano- witsch.
Wirtschaft.
Die Wirtschaftslage im August.
Vach einer auf Grund von Berichten preußischer Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks-- und Gewerbekammertags im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengestellten Liebersicht zeigte die Wirtschaftslage im Monat August t ein einheitliches Bild. In verschiedenen Industtten machte sich die durch die Jahreszeit herkömmlich bedingte Geschäftsstille bemerkbar. Im Ruhrkohlenbergbau hat sich bei etwas gesunkener Sternkohlenförderung, aber gestiegener Kokserzeugung Gesamt-Produktton und -absatz nicht wesentlich verändert. Der oberschlesische Kohlenbergbau erfuhr eine leichte Belebung. In einigen Zweigen der Eisenindustrie ließen Auftragseingang und Absatz zu wünschen übrig, andere Zweige waren bei reger Vachfrage gut beschäftigt. Aus dem Tettilgebiet lauten die Vachttchten über Deschäfttgungslage und Aufträge zum größeren Teile günftig. Die Versteifung am Geld- und Kreditmarkt hielt weiter an. Verschiedentlich wurde über schlechten Eingang der Gelder und im Verhältnis zu den Selbstkosten zu niedrige Preise geklagt. Bei verschiedenen Zweigen der Industrie macht sich nach wie vor der starke Wettbewerb des Auslandes, welches seine Waren zu teilweise erheblich niedrigeren Preisen anbietet, auf dem Auslandsmärkte und, z. B. bLi Kohlen, auch auf dem Inlandsmarkte stark bemerkbar.
Lieberwiegend wird die Lage des Handwerks durch die verhältnismäßig günstige Beschäftigung im Baugewerbe beherrscht. Gegenüber den im Vormonat geäußerten Befürchtungen, daß im Baugewerbe bald ein fühlbarer Rückgang eintreten würde, kann festgestellt werden, daß der Beschäftigungsgrad zunächst noch gut geblieben ist und sich auch günstig auf die Auftragserteilung in den Baunebengewerben auswirkte. Im allgemeinen liegen die Verhältnisse für das in den Städten ansässige Handwerk günstiger als auf dem
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vertiefte sich Darin. Wie jeden Abend, dachte er. Er lauerte auf einen Blick, der sie verriet ... ein Wort, das ihr entschlüpfte ... Er hatte Lust, auf den Tisch zu schlagen, der zwischen ihnen stand und sie zu fragen: Weißt du, wo Platanenstraße 3 ist?
„Was siehst Du mich so fonDerbar an?" fragte sie plötzlich unD legte Das Blatt fort. „Was hast Du, Rudolf?"
„Ich? Nichts Ich bin sehr abgespannt."
„Nun, Das ist Doch nichts Neues ... Du überarbeitest Dich immer" ...., sagte sie. „UnD Dann mußt Du es büßen. Du hörst nicht... Nicht einmal, wenn ein Arzt Dich warnt..."
Es war ihm, als ob ihre Stimme nicht mehr so ruhig klänge, als vorhin. Als ob ihr Auge seinen festen Blick nicht ertrüge ... ihm auswiche ...
„Wo warst Du eigentlich heute nachmittag, Melitta?" fragte er.
„Ich?... In Der StaDt ... Ich machte Besorgungen unD habe bei Ethel Tee getrunken.... Wir wollten Doch nachher Die LieDer Durchproben, Die ich fingen werDe im Konzert. Aber Du bist müDe..."
„Durchaus nicht." Er erhob sich sofort. Er ertrug cs nicht, ihr gegenüber zu sitzen. Hatte sie sich schon so an Den Betrug gewöhnt? Sie konnte fingen... Heute--jetzt ... UnD was sie sagte, war
alles eine Lüge ...
Sie gingen in Das Musikzimmer. Sie machte Licht, Der Kronleuchter flammte auf, sie stellte Die Noten auf Den Flügel.
Er nahm Platz unD ließ AkkorDe erklingen, Disharmonien, Die sich auflöften.
„Was wirst Du Denn fingen?"
„Erst Die zwei LieDer von Dir, Dann „Breit' über mein Haupt Dein Dunkles Haar"."
„Weshalb geraDe Das?"
„Weil es so gut paßt ... für meine Stimme, meine ich ..."
In diesem Augenblick sah er den Strauß der leuchtenden gelben Rosen auf dem Tisch in Der Ecke.
„Ah, Die schönen Rosen ..."
„Ja ... sie tarnen vorhin ... von Herr van EnDert
„Van EnDert? Wie galant..
«Er hat sich verabschiedet."
„Mit Rosen? Sieh Da ... UnD Die Tulpen Da Draußen?"
Lande. Im Geschäftsverkehr mit der Landwirtschaft ist stellenweise eine fühlbare Stockung eingetreten. Die Entwicklung des Geldmarktes gestaltete sich für das Handwerk nicht günstig. Die Schwierigkeiten in Der Kapitalbeschaffung wirken sich um so stärker aus, als dem Handwerk hier- durch in seinem Bemühen, die Detttebe den modernen Verhältnissen avzupassen, außerordentliche Hindernisse in den Weg gestellt werden. Die Preise für Rohstoffe weisen vielfach steigende Tendenz auf. Wesentliche Aenderungen 6er Lage auf dem Arbeitsmarlt w.rden nicht gemeldet. Die Abnahme der Arbeitslosenzisser erfolgt nur noch in geringem Maße und ist vereinzelt schon gano zum Stillstand gekommen.
Dis Reichsbank Ende August.
Vach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. August hat sich die gesamte Kapttal- anlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 611,2 Mill, auf 2821,0 Mill. Mk. erhöht. Der Bestand an Wechseln und Schecks für sich allein stieg um 569,1 Mill, auf 2661,6 Mill. Mk., Der Lombardbestand um 42,1 Mill, auf 67,1 Mill. Mk. Die Anlage in Effekten blieb mit 92,3 Mill. Mk. weiterhin unverändert.
An Rcichsbanknoten und Rentenbankschcineni zusammen sind 603,3 Mill. Rm. neu in den Verkehr abgeslossen: im einzelnen hat sich der Llm- lauf an Reichsbanknoten um 527,8 Mill, auf 3934,7 Mill. Mk. und der an Rentenbankscheinen um 75,5 Mill, aus 1007,2 Mitt. Mk. erhöht. Unter Berücksichtigung, daß in Der Berichtswoche 2,0 Mitt. Mk. an Rentenbankscheinen getilgt worden sind, hat sich der Bestand der Reichsbank atu solchen Scheinen um 77,5 Mill, auf 35,0 Mttl. Mk. vermindert. Die fremden Gelder zeigen eine Zunahme um 12,6 Mill, auf 723,8 Mill. Mk.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigenj Devisen sind um 10,8 Mitt, auf 2010,0 Mill. Mk. angewachsen; die Zunahme entfällt ausschließlich auf die Goldbestände, die sich um 21,4 Mill, auf 1852,7 Mill. Mk. vermehrten, während die De- stän6e an deckungsfähigen Devisen um 10,6 Mill, auf 157,3 Mill. Mk. abgenommen haben. Der GoldzuwachS entstammt wieder russischen Verkäufern
Die Deckung der Voten durch Gold allein betrug 47,1 Prozent gegen 53,8 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 51,1 Prozent gegen 53,7 Prozent in Der Vorwoche.
Gründung einer Ferngasversorgung sgesellschast.
Llnter dem Vorsitz des Landeshauptmanns Dr. H o r i o n sand am Freitag in Düsseldorf eine Versammlung des von den Großstädten, Landkreisen, kreisangehörigen (Stä&ten und Landgemeinden des Rheinlandes gewählten Ausschusses für Femgasversorgung statt. In dieser Sitzung wurde einstimmig beschlossen, die „G e - sellschaft mit beschränkter Haftung Ferngasversorgung Rhe in Provinz^ zu gründen mit Sem Zwecke Der Zusammenfassung der gemeinsamen kommunalen Interessen auf dem Gebiete der Ferngasversorgung in der Rhein- provinz.
Die Ernteschäden.
Die Landräte und Landbünde in verschiedenen Teilen des Reiches haben jetzt Kommissionen eingesetzt, die die Ernte läge im Reiche überprüfen sollen. Es sind bereits einige Berichte dieser eingesetzten Kommissionen veröffentlicht worden, aus denen in erschreckender Weise hervorgeht, wie die Ernte in 6iesem Jahre ausfällt. Besonders in Pommern und Mecklenburg ist infolge der schlechten Witterung fast ein Drittel der gesamten ®etrei6eernte restlos verloren gegangen. Don Rügen werden sogar noch schlechtere Verhältnisse gemeldet; man kann hier nach Dorf kotigen Schätzungen mit einem Verlust der halben Ernte rechnen. Wenn auch die wieder eingetretene sommerliche Wärme manches gutzumachen imstande ist, so ist infolge des lang anhaltenden Regens 6as Getreide doch bereits so ausgewachsen, daß es wen g ertragreich se n w' d. Aehnlich liegen 6ie Verhältnisse in Ostpreußen. Auch aus den hannoverschen und oldenburgischen Provinzen werden Mißernten gemetbet. (In Oberh essen sind die Verhältnisse nach allen bisherigen Berichten! durchaus nicht besser als in den erwähnten Mih-
„Dic hat mir Ethel geschickt", sagte sie etwas rasch.
Er lächelte. Es paßte alles hinein in Den Ring Der Lüge, selbst Die Rosen ... Weshalb sagt sie mir Das? Ich hätte es so leicht, sie zu entlarven ... Die Rosen, mein Herz, finD von mir ... Aber wozu, wozu? ... „Fangen wir an."
„Also erst Das ßieD von Dir." UnD sie begann:
Freue Dich, o Seelenengel, Lasse Deine Jubel schallen ... Daß Du in Der Rose zarte, Liebe süße Haft gefallen."
Ihre warme, vibrierenDe, heute leicht verschleierte Stimme stieg auf unD erfüllte Das hohe Zimmer mit Wärme unD Glanz.
Es war ein verhaltener Jubel in ihrer hellen, meloDischen Stimme, etwas heißes umrauschte ihn unD ergriff ihn, obwohl er sich Dagegen stemmte...
Ihre Stimme war nicht groß, aber von einer Gefügigkeit unD Geschmeidigkeit, ein Sopran von einer so kristallklaren Helligkeit, einer Sanftheit Des Tones unD einer Mittellage, Die Menschen zu Tranen hinriß...
Sie fang wie ein Vogel, wie ein Instrument, mit Derselben Sicherheit unD Innigkeit vor ihm wie vor zweitausend Menschen eines großen Saales. Ihr war ber äußerliche Erfolg ganz nebensächlich. Ein anerkennendes Wort Manfreds ober eines Kollegen, eine Träne im Auge Der FreunDin galt ihr mehr als Die Augenblicksbegeisterung einer tau* fenbföpfigen Menge. f
„Zwar es hat Der Dorn Der Rose
Tief genug Dein Herz oerrounDet,
UnD so wirst Du Dich verbluten ..."
Er war erblaßt unter Der Wirkung ihrer Stimme. Er brach ab.
„Willst Du Das wirklich fingen?"
„Weshalb nicht? Es ist sehr schon ..."
„Viel zu gut für Die Leute. Die nur Dorthin kom> men, um Jazz zu langen und Das Büfett zu flöt'* men ..."
Sie zuckte Die Achseln. „Mir ist es gleich, für wen ich finge ... Man singt Doch nur für sich aUeirt ... Unb Da ist mir Das Beste gerade gut genug ...
(Fortsetzung folgt.)


