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Europameisterschaften im Schwimmen.

Bei den in Bologna ausgetragenen Europa­meisterschaften zeigten sich im Ausscheidungskampf für das Turmspringen die deutschen Teilnehmer Hans Luder und Ewald Rieb- s ch l ä g e r ihren Konkurrenten überlegen. Im ersten Stechen siegte Riebschläger mit 112,82 Punkten vor Mac Donald (Eng­land) 100,72; Stzloa (Italien) 96,18; Lenor ° man!) (Frankreich) 83,34, Grille (Jugoslawien) 87,70 Punkten. Im zweiten Stechen erzielte Hans Luder mit 114,04 die höchste Punktzahl. Zweiter wurde der Schwede Holge Oberg mit 98,48; i. Gangiu Ho (Italien) 98,44; 4. Dajda (Un­garn) 98,26; 5. Stadelmayer (Oesterreich) 92,22 und 6. März (Polen) mit 64,32 Punkten. 3m Wasserballspiel Deutschland Spanien siegte die deutsche Mannschaft glatt mit 4:0 Toren. Dann traten die Damen im 400 ° Meter - Freistilschwimmen in Wettbewerb. 3m ersten Lauf siegte die Engländerin Laverty in 6:22 vor der sich ausgezeichnet haltenden Deut­schen Reni Erkens, die 6:27 benötigte. 3. L e - doux (Frankreich) 6:28,6; 4. Klepwijk (Hol­land) 6:39,5; 5. Fried lan derowa (Oester­reich) 7:10. 3m zweiten Lauf enttäuschte die deutsche Rekordhalterin Lotte Lehmann (Dresden) gründ- lick. Sie endete in schlechter Zeit aus dem vierten Platz und vermochte sich damit nicht für den End­lauf zu plazieren. Als Siegerin ging die Hollän­derin Marie Braun in der ausgezeichneten Zeit von 6:16,8 vor der Engländerin M. 3. Cooper 6:19,2 und der Oesterreicherin Fritzi Loew 6:21 hervor. Vierte wurde Lotte Lehmann mit 6:40 vor Gergine Roty (Frankreich) 6:56,2 und Olga R/>je (Jugoslawien) 7:01,2. 3m ersten Lauf der 4 mal 200-Meter-Freistilstaffel schwamm die deutsche Mannschaft Heitmann, Schubert, Berges und Heinrich ein glän­zendes Rennen. In 10:09,8 wurde Schweden mit 10:36,6 überlegen geschlagen. Dritter wurde Bel­gien mit 10:52,4 vor Oesterreich 11:06,4; Jugo° slmvien 11:27 und Griechenland 12:25,4. Im zweiten Laus mußte sich die ungarische Mannschaft, die sich aus Gebr. Tarrodi, Bannon und Varany msammensetzte, sehr strecken, um Italien in 10:13,6 schlagen zu können. 3talien wurde mit 10:19,2 zweiter vor Tschechoslowakei in 10:29; Frankreich 10:34,8 und England 10:44.

Die Kämvse am Freitagnachmittag brachten mit den Entscheidungen im 1500-Meter-Freistil- schw'kmmen, 200-Meter-Burstschwimmen und dem Turmspringen Höhepunkte in dem bisherigen Ver­lauf der Europameisterschaften. Eingeleitet wurde der Nachmittag mit dem Endlauf zur 2 0 0-Meter- Lrustm ei st erschuft. Die Ueberlegenheit der beiden deutschen Teilnehmer Erich Rademacher (Magdeburg) und Willi Prasse (Bremen) stand hier von vornherein fest. Rademacher holte sich zum zweitenmal der Europameistertttel in 2:55,4. Prasse verwies in 2:58 den Belgier van Parys (2:59,8) auf den dritten Platz. Als Vierter kam der Oesterreicher Karl Schäfer in 3:01,4 vor seinem Landsmann Eugen Wondrowitz 3:03,6 und 3oseph de Combe (Belgien) 3:05,6 ein. Eine glänzende Leistung vollbrachte im 1500-Meter- F r.e i st i l s ch w i m m e n der Schwede Arne Borg, der unbedrängt in der neuen Weltrekord­zeit von 19:07,2 sich den Europatitel holte. 3m Kiel­wasser des großen Schweden schwammen seine fol­genden Konkurrenten durchweg neue Landesrekorde. So stellte der Zweite, der 3aliener Giuseppe P a - rentin mit 21:50,4 einen neuen italienischen Re­kord aus. Aber auch 3oochim Rademacher verbesserte als Dritter den deutschen Rekord von 22:18 auf genau 22 Minuten ganz erheblich. Der Vierte, Antos (Tschechoslowakei) schuf mit 22:01,2 eine tschechische Höchstleistung, und der einbeinige Ungar H a l a s s i mit 22:05 einen neuen ungarischen Rekord. Auf die weiteren Plätze endeten: Ist van Feher (Ungarn) 22:16,4, Bacigalupo Ita­lien) 22:25,6. Peter (England) und B o o n e (Bel­gien). Auch im Turmspringen belegten die beiden deutschen Vertreter die ersten Plätze. Hans Luber feierte mit 114.86 Punkten einen vielbe­jubelten Sieg in der Europameisterschaft. Rieb­schläger endete mit 111.24 Punkten hinter dem Meister nicht viel zurück. Dritter wurde Seloa (3ta- lien) mit 101.64 Punkten vor seinem Landsmann C a n g i o l o 101.34, während der Schwede Oberg mit 101.10 Punkten mit dem fünften Platz vorlieb­nehmen mußte. Lenormand (Frankreich) erzielte 91.62, Vajda (Ungarn) 93.38 und Macdonald (England) 90,68 Punkte. In den Ausscheidungs­kämpfen für das 100-Meter-Rückenschwim-

Gruppe Hessen.

Sportgemeinde Höchst S. D. Wiesbaden 2:0. Hassia Bingen V. f. L. Neu-3senburg 4:1. Germania Wiesbaden Arheilgen 2:1.

Wormatia Worms F. S. V. Mainz 05 5:1. S. V. Darmstadt 98 Alemannia Worms 4:0.

Die deutsche Polizei-Faustball-Meisterschast wurde am Samstag vormittag in Hambu rg zum Austrag gebracht. Es waren vier Bewer­ber, Polizei Hamburg, Berlin, Oldenburg und Anhalt, auf dem Platz. Erwartungsgemäß veriei-

m en für Damen dominierten die Holländerinnen. Den ersten Lauf gewann die Weltrekordschwimme­rin Frl. den Turk in 1:27,4 vor der Deutschen Anni Rehborn 1:31,2, E. V. Davies (Eng­land) 1:32,8, Gusti Fleischer (Oesterreich) 1:42,6 und Stanka Katavic (Jugoslawien) 1:43,4. Im zweiten Lauf war die Zielfolge: 1. Marie Braun (Holland) 1:26, 2. Harding (England), 3. M. I. B e r n a r d (Luxemburg) 1:34,6, 4. Kato Szeke (Ungarn) 1:34,8, 5. Claire Horrent (Frankreich) 1:37,2. 3m ersten Vorlauf zum 200-Meter- Damenbru st schwimmen siegte die Magde­burgerin Hilde Schrader mit 3:19,6 in neuer deutscher Rekordzeit vor der Oesterreicherin Heddy B i e n e n f e l d 3:24,8, E. Kink (England) 3:32,2, Roste Kajserooa (Polen) 3:42,6, Katerina Holstein (3talien) 3:42,8. Den zweiten Lauf ge­wann die Hildeshettnerin Lotte Mühe in 3:22,4 überlegen vor der ßuremburgerin Virginia Rausch 3:38,4. Im Wasserbal-l-spiel siegte Un­garn über Belgien mit 4:3 Toren.

Am Samstagvormittag wurden die Kämpfe mit den Vorläufen für das 100-Meter-Freistil- schwimmen fortgesetzt. Die deutscher Vertreter Herbert Heinrich und August Heitmann be­gnügten sich mit den zweiten Plätzen. 3m Wasser­ballspiel schlug in der Runde der Zweiten Schweden mit 4:1 Toren Oesterreich. Die Ergeb­nisse waren: 10 0-Meter Freistil (Herren), 1. Vorlauf: 1. 3stman Barany (Ungarn) 1:04; 2. 21. Heitmann (Deutschland) 1:05,4; 3. Gustave Klein (Frankreich) 1:06,6; 4. Pavel Steiner (Tsche­choslowakei) und T. Scott (England) 1:09,4 (totes Rennen) 5. Anton Semjanovie (Jugoslawien) 1:10; 6. L. Kunczewicz (Polen) 1:13. 2. Lauf: 1. Gg. Wc rner (Schweden) 1:04,8; 2. Antal Gaborffy (Ungarn) 1:05,2; 3 .Emilio Polli (Italien) 1:06,2; 4. Fred Rödiger (Oesterreich) 1:07; 5. Eduard Van- zeveren (Frankreich) 1:07,6; 6. Vlada Smokoina (Jugoslawien) 1:8; 7. H. C. Cunningham (England) 1:08,4. 3. Lauf: 1. Arne Borg (Schweden) 1:03,6; 2. Herbert Heinrich (Deutschland) 1:04,8; 3. M. van Schelle (Belgien) 1:06,6; 4. Hans Gold­berger (Oesterreich) 1,08; 5. Denis Vassilopoulos (Griechenland) 1:13,8. 10 0-Meter Freistil, Damen: 1. Lauf: 1. M. I. Cooper (England) 1:14,4; 2. Reni Erkens (Deutschland) 1:17,4; 3. Ma­rie Braun (Holland) 1:18; 4. Claire Horrent (Frank­reich) 1:23,2; 5. Erna Koch (Oesterreich) 1:24,6; 6. Manci Sipoß (Ungarn) 1:25; 7. Olga Roje (Jugo­slawien) 1:26; 8. Maria Bravin (Italien) 1:34,8. 2. Lauf: 1. Marie Vierdag (Holland) 1:14,8; 2. Lotte Lehmann (Deutschland) 1:16,6; 3. M. La­verty (England) 1:17; 4. Fritzi Lowy (Oesterreich) 1:21,2; 5. Marguerite Ledoux (Frankreich) 1:25,6; 6. Stanka Katavic (Jugoslawien) 1:30; 7. Nerina Bravin (Italien) 1:31,8.

Fußball im Bezirk Main.

In den Derbandsspielen des Sonntages ge­wannen die Spitzenvereine erwartungsgemäß ihre Spiele. Der Tabellenerste, die Frankfurter Eintracht, schlug in Hanau Viktoria 1894 in sehr hartem Kampfe 3 :1, während der Mainmeister anfangs Mühe hatte, die Offen­bacher Kickers niederzukänwfen, was schließ­lich aber mit 4 :0 noch ziemlich glatt gelang. Mit dem gleichen Resultat blieb Tlnion Rie­de r r a d über die Germania siegreich, so daß diese auch nach ihrem 6. Spiele noch völlig punktlos bleibt. Schwieriger war es schon für Aotweitz Frankfurt in Offenbach den Ver­ein für Rasenspiele 1900 zu schlagen. Die Frankfurter erzielten nur ein ganz knappes 2 :1. Sehr überraschend kommt die Riöderlaae der Spielvereinigung 1903 Fechenheim, die sie mit 3 :5 Toren von Sport 1860 Hanau bezog, womit die Hanauer erneut bewiesen, daß sie zu den achtbaren Gegnern gezahlt werden müssen. Ganz besonders befremdend wirkt der Spielverlust von Hanau 1893, die in Aschas - f enburg mit 0 :2 gegen Viktoria unter­lagen.

Neues vom Rundfunk.

Don Frank Warschauer.

Da stehen ein paar Leutchen in einem Raum, der sich nicht allzusehr von einem beliebigen Atelier unterscheidet; oben sind ein paar Vor­hänge, zum Hin- und Zurückschieben wie beim Photographen, nur das hier nicht das Licht ge­dämpft werden soll, sondern der Schall; aber da ist noch der kleine Marmorblock, der so etwas ist wie das Ohr von Hunderttausende von Men­schen, das Mikrophon: und jeder dieser Schau­spieler spricht auf es ein, als Ware es ein lebendi­ges Wesen. Unb man hört es bis Moskau und Odessa, bis nach Schottland und Irland, bis zur Spitze der skandinavischen Halbinsel, bis nach Reapel und Griechenland. Was hört ntan? Hier liegt ein Problem, dos im Augenblick weniger gut gelöst ist als da3 technische. DieSende- ssriele" an vielen deutschen Sendern schicken häu- ftg gesprochene Theaterstücke nach Europa hinaus; und es kommt etwas zustande, das an jene gute alte Sitte dilettantischer Dramenfreunbe erinnert, die sich ein Stück lebendig zu gestalten suchten, indem sie es mit verteilten Rollen sprachen.

Run, die Geschmäcker sind verschieden, und cs wird manchen geben, der an solchen Abenden seinen Radioapparat meidet, und manchen, der ein oder zwei Akte lang, vielleicht auch länger, zuhört; immer aber wird die Jllusionsfähigkeit des Zuhörers auf eine harte Probe gestellt, denn was er sonst auf dem Theater vor sich sieht, alles szenisch-optische Gefüge, bas nun einmal zu einem Theaterstück gehört, muß er sich hier mit mehr oder minder großer Mühe vorstellen. 3n vielen Fällen ist es so, daß er sich ohne das Hilfsmittel des Buches oder einer Jnhalts- öeschreibung überhaupt nicht zurechtfinden kann. Und doch mühte eine geschlossene Wirkung im Rundfunk möglich sein, mühten, im Bereich des nur Hörbaren, Werke entstehen können, die, für sich genommen, eindrucksvoll und lebendig sind. Hier und da ist es versucht worden, solcheHör­spiele" zu schaffen; eines davon wurde in Ham­burg aufgeführt, und dauerte gar sechs Abende hintereinander.

Aber gerade auf Konzentration kommt es an; das ist auch richtig von den Leitern der Reichsrundfunkgesellschaft erkannt worden, als sie ein Preisausschreiben für ein Hörspiel er­ließen.Die Aufführungsdauer muh 1 bis ll/8 Stunden betragen," so steht in den Bedingungen Ob ein Rundfunkkunstwerk das Resultat dieses Wettbewerbs sein wird? Man darf darauf ge­spannt sein. Eine Hemmung ist auf jeden Fall beseitigt: die finanzielle. Denn die bis vor kur­zem sehr unklaren älrheberrechtsverhältnisse des Rundfunks haben manchen, der vielleicht Lust dazu hatte, gehindert, für den Rundfunk zu schreiben. Hier aber winkt ein erster Preis von sechstausend, ein zweiter von viertausend, ein dritter von zweitausend Mark. Bemerkenswert ist dabei die Zusammensetzung des Preisgerichts. 3n diesem findet man nämlich den Präsidenten der Dichterakademie, Wilhelm von Scholz, den Direktor der Berliner Hochschule für Musik, Pro­fessor Schünemann, und den als modern und einfallreich bekannten Regisseur Karlheinz Martin, außerdem die Direttoren dreier Sendegesellschaften. Woraus man erkennen kann, daß die Dinge des Rundfunks in jedem Falle nicht mehr als etwas Linker geordnetes gelten, wie im Anfang, und damit ist schon viel ge­wonnen.

An der Berliner Hochschule für Musik inter­essiert man sich überhaupt neuerdings für den Rundfunk. Das ist schon deswegen sehr zu be­grüßen, weil die phonetischen Radioprobleme von den Technikern allein nicht gelost werden können; man bedarf dazu der Musiker. Es soll jetzt an der Hochschule eine besondere DersuchS- stelle geschaffen werden, wo man alle Möglich­keiten der Wiedergabe von Musik im Rundfunk prüfen wird. Professor Schünemann äußerte sich mir gegenüber wiederholt über feine Ab­sichten. Zweierlei schwebt ujm vor: einmal die Beobachtungen über die Wirkung von Stimmen und Instrumenten vor dem Mikrophon zu syste­matisieren. Bekanntlich gibt es hier die größten Verschiedenheiten, deren Ursache noch nicht völlig geklart ist. So kann z. B. eine Stimme in un­mittelbarer Rähe des Mikrophons sehr ungünstig klingen, an einem weiter entfernten Punkte oes Aufnahmeraums aber oder bei einer Ucbertra*

digten die Hamburger mit Erfolg ihren Meisterschaftstitel, trafen allerdings in den Oldenburgern auf eine junge, zukunftsreiche Mannschaft. Die Berliner Fünf war eine große Enttäuschung und zeigte nur im ersten Spiel des Tages gegen Oldenburg annehmbares Kön­nen. Das Schlußspiel verloren die Berliner ge­gen die verhalten kämpfenden Hamburger. Die Ergebnisse: HamburgOldenburg 29:21, Ham­burgAnhalt 46:20, HamburgBerlin 42:16, OldenburgAnhalt 34:18, OldenburgBerlin 20:20, AnhaltBerlin 19:18.

Die neue deutsche Höchstleistung im Weiterung,

die Dobermann mit 7,53 Meter im Rahmen des Dierverbandslampses am 26. 3uni in Ludwigshafen erzielte, wurde durch den Leicht- athletikausfchuh der Deutschen Sportbehorde für Leichtathletik nunmehr anerkannt.

Tennis.

Der erste Tag des Gießener Tennis-Turniers nahm einen sehr günstigen Verlauf. Es konn­ten bereits eine Reihe Spiele erledigt werden, wobei auch schon verschiedene Spitzenspieler in Aktion traten. Hamann (Gießen) traf in der ersten Runde auf den äußerst sicher spielenden Frankfurter E r to c n, dem er nach anfänglicher Führung mit 6:3, 6:1 unterlag. Dr. Fischer, Gießen, verlor gegen den jungen Darmstädter Kleinloge l nach wechselvollem Spiel mit 6:4, 6:4. Das forsche Tempo und die genau pla­cierten Bälle des Darmstädters entschieden hier das Spiel. H e e n e (Mainz)B c e d (Darmstadt) 6:3, 6:1; BaIlani (Darmstadt)Dr. Leiser (Limburg) 6:3, 6:2. Hee ne sowie Ballani gewannen ihr Spiel leicht. Frl. Schmidt (Rau- heim)Frau Demur (Wetzlar): Rach äußerst spannendem und vollkommen ausgeglichenem Spiel endete der erste Sah mit 12:10 für Frl. Schmidt. Frau Demur hatte sich im ersten Sah derart ausgegeben, daß sie den zweiten Satz mit 6:0 an Frl. Schmidt abgeben muhte.

Krähbergrennrn

Des HeWchen ^iuLomodiLkluLs.

Das klassische Krähbergrennen des Hessischen Automobilklubs hat am Samstag mit der durch Plaketten und in den Spitzenleistungen durch Ehrenpreise gewerteten Strahlenfahrt begonnen. Die einzelnen Spitzenleistungen beweisen, daß immer mehr bei Konkurrenzen dieser Art die Sternfahrten in den Vordergrund des sportlichen Interesses rücken. Der Start durfte von 0 00 Ufyr angetreten wer­den, das Ziel, der Schloßhof zu Erbach, muhte um 5 Llhr nachmittags passiert sein. Don 40 ge­meldeten Fahrern trafen rechtzeitig 30 ein. Die beste Leistung erzielte W. R. Wittich-Darm­stadt auf 24/100/140 Mercedes-Benz, der in Deutsch-Krone (Grenzmark Posen-West­preußen) gestartet war und in wenig mehr als 16 Stunden 968 Kilometer zurückbegte, was einer Durchschnittsstundengeschwindigkeit von 60 Kilo­meter entspricht. Gr ist damit Gewinner des Ersten Preises der Sttahlenfahrt und des Son­derpreises für die größte Luftentfernung zum Ziel. Zweiter wurde August Christ - Frank- furt a. M. auf Stöwer mit 872 Kilometer, dritter Ludwig Himmler- Darmstadt auf Adler mit 615 Kilometer, vierter Prinz Wilhelm Ernst zu Erbach-Schöneberg auf Hanomag mit 607 Kilometer. Don den weiteren Fahrern wur­den 600 Kilometer nicht mehr erreicht.

Die Rennen hatten auch am Sonntag quali­tativ und der Zahl nach eine gute Beteiligung aufzuweisen. Das sportliche Interesse wurde aller­dings etwas beeinträchtigt durch die Tatsache, daß infolge der weitgehenden Klassifizierung eine große Anzahl erster Preise in Alleingängen ge­wonnen wurden. Die beste Zeit des Tages, ver­bunden mit dem von den beiden Klubs gestifteten goldenen Pokal, fuhr Heuser-Kleinschmalkal­den in 3.37 auf Steher und schlug damit feinen eigenen Rekord des Dorjahres um 17 Sekunden. Rachstehend die Ergebnisse:

A. Tourenwagen: (350 bis 525) Lizenz­inhaber 1. Anne Wiest, Darmstadt, Hanomag. 6.2. (525 bis 1155) Lizenzinhaber 1. Franz Reuschäfer, Frankfutt a. M., auf PI uto 5.34,02. Ausweisinhaber 1. Srhszka, Schwein­furt, auf Pluto 5.13. (1155 bis 1575) Lizenz­inhaber 1. Dr. med. Bernet, Darmstadt, auf Adler 6.12,4. Ausweisinhaber Dr. Blum, Eber-

gung aus einem Konzertsaale oder Opernhaus ihr ursprüngliches Timbre und sonsttge Eigen­arten behalten; mit Instrumenten ist es ähnlich. Besonderes Interesse wird man dem Spiel auf alten Instrumenten und dessen Uevertragungs- möglichkeiten zuwenden; und ebenso soll geprüft werden, ob es nicht zweckmäßig ist, neue Instru­mente speziell für den Rundfunk zu bauen oder an den vorhandenen Verbesserungen vorzunehmen. Eine zweite, wichtige Aufgabe sieht Professor Schünemann darin, die junge Musilgeneration praktisch und ideell in Kontakt mit dem Rund­funk zu bringen. Er hält es für wahrscheinlich, daß besondere Kompositionen für den Rundfunk entstehen werden und glaubt, daß junge Kom­ponisten an solchen, vielleicht typisch-modernen Aufführungsformen nicht Vorbeigehen, sondern im Gegenteil in diesem Sinne produktiv zu werden suchen sollten.

Lind in der Tat kann man keinem jungem Künstler etwas Besseres wünschen, als daß er zu der jüngsten und lebendigsten Form der Mit­teilung eine Beziehung finb't. Leider ist ja vieles, was man im Rundfunk Höri, von akademischer Steifheit und der GelegenHeit im Grunde unan­gemessen. Zu den toenigen, die den Stil finden, um auf der europäischen Tribüne des Rund­funks zu sprechen und darin die großartigste Er­weiterung ihrer fonftigen Ausdrucksformen er­blicken, gebärt Bernard Shaw. Allerdings wird es ihm in England nicht ganz leicht gemacht; als er seinen 70. Geburtstag feierte, verbot der Postminister die ileberiragung seiner Rede durch Den Rundfunk aus Furcht, er könne sich zu ent­schieden gegen die Regierung äußern. 2Ler kürz­lich holte er es nach; In einer großen öffentlichen Deputatton, die in der Londoner Kingseh Hall stattfand, und durch den Rundfunk übertragen wurde. 3ch weih nicht, wie viele Rundfunkhörer in Deutschland die außerordentliche Sensation, Shaw sprechen zu hören, tatsächlich miterlebt haben. 3ch jedenfalls tat es und war Zeuge der sehr lebendigen und scharfen Auseinandersetzun­gen zwischen ihm, Chesterton und Ladt) Rhonda, einer bekannten Frauenrechtlerin. Das Thema hieß: Heber den Müßiggang der grauen. Als ich auf London -Da ventry einstellte, horte ich zunächst ein Rauschen und

Äochschulnachrichten.

Der ordentliche Professor für Forstschutz un3 Jagdkunde an der Forstlichen Hochschule in Tha­randt (Sachsen), Dr. Eilhard Wiedemann ist an die Forstliche Hochschule in Eberswalde berufen worden.

Professor Dr. ßrtoin Schrödinger an der Universität Zürich hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl Der theoretischen Physik an der Universität Berlin als Rachfolger Max Plancks angenommen. Der Privatdozent an der Göttinger Universität Dr. Friedrich Hund hat einen Ruf als außerordentlicher Pro­fessor für theoretische Physik an die LlniverittÄ Rostock erhalten.

stadt auf RSLI. 5.56,3. (1575 bis 2100) Lizenz* inhaber 1. Andreae, Frankfurt a. M. auf Bugatti 4.35,2. Ausweisinhaber 1. Dr. Schmidt» Haßloch, auf Simsvn Supra 5.74. (2100 bis 3150) Lizenzinhaber 1. Scheling auf Lancia 4.44,3. Ausweisinhaber 1. Schmitt, Linden­fels i. O. auf Lancia 5.26,4. (3150 bis 5250) Lizenzinhaber 1. Alexander Erbgraf auf Erbach-Erbach auf Mercedes-Benz 4.37. Ausweisinhaber H a g e l v ch, Mannheim, auf Chrysler 5.24.

B. Sportwagen. (1100 bis 1500) Lizenz­inhaber 1. Stumpf, Mainz, auf Hag^astell 3.54. (1500 bis 2000) Lizenzinhaber 1. Kapp­ler. Gernsbach, auf Simson Supra 4.22. (3000 bis 5000) Lizenzinhaber 1. Gräfin Ein- s iedel auf Steher 3.49,4. (5000 bj$ 8000) 1. Lizenzinhaber 1. Georg Kimpel, Ludwigs­hafen, auf Mercedes 3.39,4.

C. Rennwagen. (750 bis 1100) Lizenz­inhaber 1. Ernst von Halle, Frankfurt a. M.» auf Amilcar 4.29,4. (1100 bis 1500) 1. Lizenz­inhaber Stumpf, Mainz, auf Hag-Gastell 3.49,4. (1500 bis 2000) Lizenzinhaber 1. Frei­herr v. Trützschler auf Bugatti 3.40. (2000 bis 3000) 1. Lizenzinhaber Kappler, Gernsbach, auf Bugatti 3.38,3. (3000 bis 5000) Lizenzinhaber 1. Heuser, Klein-Schmalkalden, auf Steher 3.37.

Der Große Opelpreis von Westdeutschland

tarn am Sonntag auf der 250 Kilometer langen Strecke PulheimKlevePulheim zum Austrag und endete in der ^-Klasse mit dem Siege von Weck (Köln) in 8:18:46. Zweiter wurde Mandelartz (Köln), Dritter R ö s e n (Köln), Vierter W o l l - ramm (Solingen, Fünfter Franken (Köln), alle gut auf.

Der Radländerkampf

Deutschland - England,

der am Samstag in H e r n e H i l l bei London zum Austrag gelangte, endete mit einem Sieg der deutschen Vertreter Matthias Engel und Steffen (Köln). Weltmeister Engel siegte über die Engländer Theater und S i b b i t ohne An­strengung, während Steffen sich von dem Eng­länder Sibbitt geschlagen bekennen mußte. Im Gesamtergebnis siegte Deutschland mit 5:7 Punkten.

Abgebrochene Kanaldurchquerung.

chaoas berichtet aus Dover: Die beiden ameri­kanischen Zwillingsschwestern Z i 11 e n f e l d und die Engländerin Da r w i n , die am Freitagabend am Cap Gris Nez starteten, um den Kanal zu über­queren, haben einige Meilen von der Küste entfernt wegen starken Windes und schweren Seeganges auf- gegeben, und zwar die Amerikanerinnen um 4 Uhr und die Engländerin um 7 Uhr früh.

Oberhessen.

Landkreis Gietzen.

-s-Aus der Rabenau, 4. Sept, lleberall hat jetzt die Grummeternte begonnen, deren Ertrag mitunter dem der diesjährigen Heuernte gleichzustellen ist, von den feuchten Wiefengründen natürlich abgesehen. Die Grummetgrasoersteigerun­gen waren durchweg sehr schlecht besucht, da selbst kleine Leute in diesem Jahre infolge des (ehr gün­stigen Ausfalls der $)eu- und Futterernte nicht auf oas Grummet zu reflektieren brauchten. Dement­sprechend waren auch die Preise sehr niedrig. Gar oft wurden für Grasnutzungen vester Qualität seitens der Gemeinden nur wenige Mark gelöst. Gleich- zeittg haben auch die ersten Frühob st Verstei­gerungen stattgefunden. Auch hierbei waren die Preise dem Angebot entsprechend niedrig. Eine recht §ute Ernte steht in S p ä t o b st bevor. Fast sämtliche bstbäume zeigen außerordentlich starken Behang. Leider haben einige empfindliche Sorten durch die allzugroße Feuchtigkeit an Schorf und anderen Krankheiten gelitten. Schon jetzt werden überall die in nicht geringen Mengen vorhandenen Falläpfel gelesen, die von den Aufkäufern mit 1,50 Mk. vro Zentner bezahlt werden. Unsere Landwirte hoffen einen lohnenden Obstpreis für das Pflückobst im Herbst zu erhalten. Die Schädigungen, die die anhaltende Nässe der letzten Wochen an den Kartoffeln angerichtet hat, machen sich sehr be­merkbar. An zahlreichen Kartoffelstauden kann man faule oder in Fäulnis übergehende Knollen beob-

Drausen, die (Stimmen aus der großen Hall«; bann den enthusiastischen Beifall, mit dem irgend jemand begrüßt wird; es war Shaw, wie gleich darauf der Sprecher verkündete. Er begann gleich mit seiner Abrechnung gegen den Postministev» cs sei zwar hier alles Polemische für jeder­mann, außer für die Mitglieder der Regierung (Gelächter und Zurufe), ausgeschaltet, aber er werde den Rednern, allen Regierungen und Post­ministern zum Trotz, ihr Recht sichern, so pole­misch zu sein als sie nur immer sein wollen!. In der folgenden Debatte sprach die Frauen­rechtlerin gegen die Existenz dermüßigen Frau"; Chesterton verteidigte sie und die Stille des Heims, als den einzigen Ort, wo für das In­dividuum noch Freiheit und schöpferische Mög­lichkeit übrig geblieben sei; und Shaw erwartete alles Heil von einer küirstigen gleichen Derieilung der Arbeit, der Armut und damit auch des Müßigganges. Seine ironisch-scharfe und präg­nante Ausdrucksweise rief Stürme des Lachens und des Widerspruchs hervor. Als er geenbet hatte, kehrte ich durch den Druck auf einen Knops nach Berlin zurück; und dachte nach über jene raschen und sehr billigen Reisen, die das Ohr über Europa schweifen lassen; über das kleine und kunstvolle Zauberinftrument, das heute die (Stimme des großen Demard Shaw in mein Zimmer gelockt hat.