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bäi tiefste beklagt werden, wenn weiten Volks- schuhten bie Möglichkeit genommen toütbe, ihre Kinder an dem 2luf stieg der Begabten teilnehmen zu lassen. Wenn ein Beamter, ^anb» Werker oder Arbeiter sein begabtes Kind nicht in eine höhere Schule am tllla^e oder in der nächsten Umgebung schicken kann, dann ist die Möglichkeit einer höheren Bildung für dieses Kind verloren, vielleicht -um Schaden der All- gemeinhett. Gs darf aber nicht dahin kommen, bab schließlich nur die höheren Lehranstalten der großen Städte in unserem Hessenland die Stätten für die höhere Bildung werden. Gin solcher Zustand müßte bie schwersten Bedenken erregen, da wir im öffentlichen Leben, auch in den Kreisen der StaatSbeamtenschast, Männer brauchen, die in kleineren Verhältnissen, die in kleinen Städten
und Gemeinden ausgewachsen sind und deren Verhältnisse von Jugend auf kennen.
Unter voller Würdigung des Ernstes der Lage hinkichllich des Weiter!'estandeS des höheren Schulwesens in Hessen, und in der Erkenntnis, daß eine alsbaldige Aeurc-gelung der Lasten- verteilüng der Kosten der höheren Schulen dringend notwendig ist. hatten sich vor kurzem die Vertreter der hessischen mittleren und kleinen Städte in Franksurl a. M. zu^ammengefundcn aut Herbeiführung geeigneter Maßnahmen. Gs Haven die Vertreter von insgesamt 31 höheren Lehranstal en ha5 ganze Problem eingehend beraten, und sie sind zu einer einmütig angenommenen Entschließung gekommen, die folg ndeS feststellt:
.Die in Frankfurt a. M. am 10. Januar 1927 versammelten Vertreter von 31 höheren Lehr- aiistal'en der mittleren und kleinen Städte Hessens ballen eine beschleunigte Veureglung bezüglich der Kosten der höheren Schulen in Hessen für dringend notwendig und erwarten von der hessischen Staatsregierung, daß sie sich ihrr Aufgabe bewußt wird, die höheren Schulen so zu betreuen. daß nicht einzelne Anstallen infolge der seitherigm unqered)ten Kostenvert-Uung der Gefahr der Auslösung ausgesetzt werden. Sie erwarten. daß dabei hinsichtlich der Tragung der Kosten bei denjenigen höheren Lehranstalten. welche nach dem Kriege zu Vollanstalten ausgebaut worden find, auch die Kosten der neu errichteten Klassen in Gemäßheit dcS Gesetzes vom 21. März 1914 geregelt werden. GS muß eine Entlastung der vihgemeinden in Ansehung her Kosten durch Heranziehung der Heirnatg.'meinden der Schüler in einer geeignete» Form erfolgen. Die Versammlung verwahrt sich einmütig dagegen, daß diese Heranziehung von dem hessischen Staate zu einer Entlastung von den Kosten der höheren Schulen benutzt wird."
Diese Entschließung soll der hessischen Negierung und dem Landtag alsbald unterbreitet werben zur Berücksichtigung bei dem in AuS icht stehenden neuen Ge'etzentwurs über dis Kosten der höheren Schulen.
Aus dem -LmrsverrLt.-vittungsblatt.
* Das AmtSverkündigunsblatt V r. 8 vom 4. Februar enthält: Schonzeit für Wildenten. — Wiefeclregullerung in der Gemarkung Lindenstruth. — OrtSsatzung über die Er- Hebung von Vergnügungssteuer für Tanzbelusti- gungen in der Gemeinde Heuchelheim. — Gr- vebung einer WectzuwochSsteucr. — DaS De- kchneiden der Hecken. — Maul- und Klauenseuche in Aödchen und Reiskirchen.
........ ■ _ . . —
Der Sternhimmel im Februar.
(Aachdruck verboten.)
Sonnenaufgang von 7,45 Ubr biS 6,50 Uhr.
Sonnenuntergang von 4,40 Uhr bis 5.35 Uhr.
Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 9. 1 Ubr norm., Vollmond am 16. 5 Uhr oonn., 3. Viertel am 24. 10 Uhr vorm
Werm wir nicht gezwungen wären, untere Himmelsbeobachtungen durch die Lulthüile der Erde hindurch anzustelten, die das Sonnenlicht so zerstreut, bah alle gleichzeitig mit der Sonne über dem Horizont stehenden Sterne verschwinden. fo könnten wir die Sterne ununterbrochen
nähert sich nun schon dem Iupcter. Am 5. Februar holt sie ihn ein. Aber die Sonne, langsamer als die VenuS. aber schneller als der Zuviter, steht noch so nahe, daß bie Zusammenkunft — bie sogenannte Konjunktion — bieser beiden hellsten Planeten nut noch eben in der Abenddämmerung tief am Horizont zu sehen ist. Weit besser sichtbar ist der Mars, der sich freilich von der Srde immer weiter entfernt und dessen Helligkeit daher abnimmt. Den äußersten der großen Planeten, nämlich den Vingplaneten Saturn, entdecken wir am Morgenhimmel, dessen
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Der die Stunde mähten enthaltende Kreit nnd die dielt punktierte Linie, der sogenannte Horizont, und feststehend tu denken. Der Sternhimmel dreht sieh samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmeltuhr — in 4 Minuten weniger alt 24 Stunden im Sinne des durch 12 Uhr mittags gezeichneten Pfeile einmal um feinen Mittelpunkt. Der eingezeirhnete Horizont bildet ein Feneier, dae die um Mitternacht der Monalsmilte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu einer anderen Stande beobachten, so denke man sich den Sternhimmel to gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, milzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beobachtungsstunde geht, wodurch dann die zu dieser Zeil sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hinetngedrehl werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der Sternhimmel um */i Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte um */» Stunde später einzustellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutele Lichtgestall zeigt.
bei Tage und bei Vacht sehen, wie es z. V. im künstlichen Sternhimmel der fehl an vielen Orten erbauten Planetarien der Fall ist. Wir würden dann im Februar folgendes Schauspiel wahrnehmen: Der Jupiter, der den ganzen Herbst über gut sichtbar war, wird von der schnelleren Sonne verfolgt, die ihm näher und naher kommt. Die VenuS hingegen, die im Herbst auf der anderen Seite der Sonne stand, überholt diese und
Anblick ja im Februar für den gewöhnlichen Sterblichen nicht ganz außer dem Bereich des möglichen liegt, im Sternbilde des Skorpions.
Der Fixsternhimmel erstrahlt im Februar in ungewöhnlicher Pracht. Die schönen Wintersternbilder, hoch oben der Fuhrmann mit der Dapella, der Stier mit dem Aldebaran und den Plejaben, die Zwillinge mit Eastor unb Pollux unb vor allem daS schönste Ötembllb, der Orion,
find schon bet Situ ritt der Dunkelheit sichtbar und bleiben es den ganzen Abend über Der Sirius in der Verlängerung des Gürtels de» Orion ist der hellste Fixstern am ganzen Himmel Auch für bie Betrachtung der rindrucksvvlisten TierkreiSsternbilder, von denen außer den schon erwähnten auch noch der Löwe unb bie Zung- frau zu nennen sind, ist der Februar ein sehr günstiger Monat Küstermann.
Schöffengericht Gießen.
• Gießen. 4. Febr. Hinter verschlossenen Türen wurde qegen einen Landwirt auS Bönstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Strafe: 11 Monate Gefängnis
Gin Arbeiter aus Saasen hatte eine von dem Telegraphenbauamt Gießen am 10. Oktober 1928 ausgestellte Bescheinigung über die Arbeitszeit durch Aenderung des Datums ge- sälscht, um eine Arbeitslosenunterstützung zu erzielen. Mit Rücksicht auf seine Undestrastheit unb ben Umstand, baß er bie ArbeitSlotenunter- stühung auch ohne die Fälschung erhalten hätte, kam et mit einet Woche Gesängni S bavon. e
Wegen schweren Diebstahls eines Fahrrads und mehrerer Lebensmittel in Lumda stand der bisher noch unbestrafte Arbeiter Sp. aus Schot- t c n vor Gericht. Gr war bei einer Zirikusgesell- fchaft befchäftigt unb benutzte feine vorüber- gehenbe Anwesenheit In Lumba, um m zwei Häuser einzusteigen unb zu stehlen. Urteil: fechS Monate Gefängnis.
Gin Arbeiter aus Gießen foUte einem hiesigen Korbmacher 13 Rin. gestohlen haben. Da letzterer in ber heutigen Hauptverhandlung im Gegensatz zu seinen früheren Anaaben erklärte, baß er den Angeklagten nicht belasten könne, erfolgte Freisprechung.
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12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen.
Für unverlangt eingesandte Manaskrlpte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Unzelgenausträge find lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.
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Anmeldungen schriftlich oder mündlich Mittwochs und Frei- tage, 10-11 Uhr, im ächutlostal, Gienen, Nordanlage 15 (Kaufmännisches Dereinrhaus).
Schlußtermin der Anmeldung am 30. Marz 1927.
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