Oberhessen.
' Landkreis Gießen
(D Collar, 4. Jan. Der zweite Teil des B e t h c l f t l m s wurde jetzt den Gemeindegliedern des Kirchspiels Kirchberg vorgeführt. Alle Vorfüh- rungen, zwei am Sonntag in der Kirche zu Kirch- bsrg und eine gestern abend in dem Saale „Zur Linde" in Collar, waren überaus zahlreich besucht. Die Aufführung hinterließ bet jedermann einen tiefen Eindruck.
!—! Saubringen, 4. Ian. Anläßlich der geplanten Kanalisation in unserer Gemeinde wurde vom Gemeinderat in feiner jüngsten Sitzung eine Ortssatzung über dis Entwässerung der Grundstücke aufgestellt. Zur Finanzierung der K a n a l i s a t i o n s a r b e i t e n nimmt die Gemeinde durch das Arbeits- iind Wirtschafts- amt Darmstadt ein Darlehen von 15 000 Mi. auf, außerdem erhält sie, da die Albciten von den Arbeitslosen auLgeführt werden, einen Zuschuß. Mit den Arbeiten wird in den nächsten Tagen begonnen, unsere Arbeitslosen, etwa 30, finden dabei alle Beschäftigung.
d Alten - Buseck. 4. Jan. 2im Reujahrs- tage veranstaltete der hiesige Gesangverein „G e r m a n i a" im Opperschen Saalbau fein diesjähriges Winterlonzert. Die außerordentlich stark besuchte Veranstaltung stand unter der bewährten Leitung des Chormeisters Meyer- Wieseck, unter dessen Stabführung die künstleri- scheti Leistungen des Chores ausgezeichnet zur Geltung tarnen. Die Kapelle eh:maliaer Militärmusiker unter Leitung des Kapellmeisters Krengel erfreute durch ausgezeichntt'e Instrumental- Darbietungen. Gesangsvorträge von Sri. Giselg Wanner- Gießen und des Frauenchors des Gesangvereins „Sängerkranz"-Wieseck reihten sich den lüiistlerisch hochstehenden Leistungen der übrigen Mitwirkenden bestens an. Einige Theateraufführungen beschlossen den genußreichen Abend. Das Publikum spendete allen Mitwirkenden des Abends wohlverdienten reichen Beifall. — Unsere Gem.i.delrankenschwester Margarete Heil, der es im vorigen Jahre vergönnt war, ihr 25jähriges Dienstjubiläum am hiesigen Ort zu begehen, verläßt uns dieser Tage, um vorläufig nach dem Mutterhause in Darmstadt zu- riiuzukehcen. Während der langen Zeit ihrer hingen Täügleit hat die Schwester in hohem Maße zum Segen unserer Gemeinde gewirkt uub sich allgemein« Beliebtheit und Anhänglichkeit erworben. Ganz besonders unsere Schwerkranken und deren Angehörige fühlen sich ihr für aufopfernde Pflege und außerordentllche Hilfsberett- schast zu dauernder Dankbarkeit verpflichtet. Die Wünsche der Gemeinde begleiten die scheidende Schwester auf ihrem ferneren Lebenswege.
: Beuern, 4. Jan. Der Konfumver« ein Beuern II hielt am Iahresschluß feine G e - n c r a I d e r f a m m l u ng ab. Die Mitgliederzahl beträgt 130. Da der seitherige Konsumhalter Karl Haber körn verstorben ist und die Kinder die Weiterführung ablehnten, wurde fürs neue Jahr Heinrich Pfeifer in der Hosgartenstraße zum Konsumhalter bestimmt. Direktor bleibt auch im neuen Jahre der Landwirt Ludwig Stein.
z. Rödgen, 4. Jan. Am Neujahrstag veran, Pallete der Mannergesangverein „Har- monie" Rödgen einen UnterHaltungsabend im Saalbau des Gastwirts Heinrich Balser. Ein Theaterstück wurde flott gesvielt. Die fein curchgearbeiteten Chöre, die die Pau en ausfüllten, wurden von der Zahlreichen Zuhörer chaft mit led- • haftem Beifall aufgenommen.
—.— Garben teich, 4. Jan. Der Gesang- l verein „Frohsin n" veranstaltete im Suale „Zum weißen Roß ein Konzert, das sich eines T außerordentlich starken Besuches erfreute. Die musikalische und gesangliche Leitung haste Dirigent (9g. Harnisch aus Steinberg. Die Chöre zeugten von vorzüglicher Schulung unb'ernteten lebhaften Beifall. Besonders ist dies von dem zweiten Teil des Konzertes zu sagen, der dem Volkslied gewidmet war. Die instrumentalen Darbietungen boten ebenfalls einen hohen Genuß. Der Gesangverein „Frohsinn" wurde bereits bei Gesangswettstreiten durch hohe Preise ausgezeichnet. Er gedenkt auch 1927 unter Leitung feines Dirigenten Harnisch wieder an einem Wettstreit teilzunehmen.
T Lang-Göns, 4. Jan. Die hiesige Kirchen gemein de beabsichtigt den Bau eines Gemeindehauses, das in dem Pfarrgarten in der Aeugasfe seinen Platz haben soll. Die alte Pfarrscheune, die noch gutes Holz besitzt, soll abgebrochen und zu dem Neubau verwendet
DerZrosch mit derMasks
Roman von Edgar Wallace.
32 Fortsetzung Nachdruck verboten
„Ich--ich habe Fräulein Bennett sehr gern",
sagte er stockend. „Und ich möchte gern, daß sie erfahrt, daß Herr Maitland gar nicht so schlecht ist, wie er aussieht. Ich möchte mich nicht unanständig gegen ihn betragen."
„Armer Teufet!" sagte Eik und sah dem Manne nach, der niedergeschlagen Harley Terrace entlang ging. „Das ist ein Schlag für ihn. Sie halten ihm jaft ausgeplaudert, daß Sie Maitland heute morgen gesehen haben? Ich habe es gemerkt unb war schon bereit, Sie zu unterbrechen. Denn es ist das Geheimnis der jungen Same", fügte Elk vorwurfsvoll bei.
„Wollte Gott, dem wäre nicht fo", seufzte Dick. Und nun erst fiel es ihm wieder ein, daß er ja eigentlich Herrn Johnson zum Frühstück eingeladen haste.
XXL
Herrn Johnsons Besucher.
Elt ward um die Mitternachtsstunde dringend nach Fitzroy Square Nr. 431 berufen. Es hatte ein Einbruch in Herrn Johnsons Wohnung ftattgefun- beu und als der Philosoph den Eindringling überraschte, war er mit einem schweren Gegenstand über den Stopf geschlagen worden, so daß er bewußtlos zus.unmengesunken war.
Als Elk ankam, war der Philosoph schon verbunden und saß bleich und zitternd auf seinem Sofa. Das Hous wimmelte von Schutzmannschaft und auf der Straße hatte sich eine erregte Menschenmenge ungejainmelt.
„Er hat Ihnen einen ganz schönen Hieb versetzt", sagte Elk aneriennenb. „Aber ich zweifle daran, daß es der Frosch selbst gewesen ist, obgleich Sie sagen, daß er sich dafür ausgageben hat. Denn der Frosch hat, soweit ich mich erinnern kann, niemals irgend einen UebcrfaÜ selbst aurgeführt.
Elk untersuchte die Wohnung auf das genaueste nnb als er in das Schlafzimmer kam, fand er in der Nähe des offenen Fensters einen Garderobe jchein. Es war dies ein grüner Zettel, der die lieber»
Der Sternhimmel int Januar.
(Buchdruck verboten!)
Sonnenaufgang von 8.15 bis 7.45 Uhr.
Sonnenuntergang von 3.55 bis 4.40 tlhr.
Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 10., 4 Uhr nachmittags; Bollmond am 17., 11 Llhr nachmittags; 3. Viertel am 26., 3 Uhr nachm.
ms. Der Januar ist nicht nur vom Standpunkt der Witterung, sondern auch für den Sternfreund der Höhepunkt des Winters. Am Anfang des Monats bald nach Beginn der Dunkelheit — gegen Ende bei ihrem Beginn — ist der schönste und für den Winter am meisten
längerung des schrägen Gürtels des Orion steht, und seinem Borläu'ser, dein kleinen Hund.
Auch die Wandelsterne bieten ein schönes, leider freilich nicht vollständig sichtbares Schauspiel. Im Westen nämlich bemerken wir den Riesenplaneten Jupiter, der nun immer kürzere Zeit sichtbar wird, weil er von der sich in derselben Richtung, nämlich nach Osten, bewegenden Sonne bald eingeholt wird. Amgekehrt enteilt die zu Beginn des Monats noch unsichtbare, weil der Sonne zu nahe, Venus, dem Strahlenbereich der Sonne, so daß sie nunmehr bald als Abend-
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Der die Stundenzahlen enthaltende Kreit und die dich punktierte Lime, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 4 Minuten weniger als 24 Stunden im Sinne des durch f2 Uhr mittags gezeichneten Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont bildet ein Fenster, das die um Mitternacht der Monatsmitte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beobachtungsstunde gehl, wodurch dann die zu dieser Zeil sichtbaren Sterne in den nicht milzudrehenden Hör. :onl hineingedreht werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der Sternhimmel um '/□ Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmilte um Stunde später einzustellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn
er die angedeulele Lichtgeslall zeigt- bezeichnende Teil des Sternhimmels voll sichtbar. Vom Scheitelpunkt an erstrecken sich die Winter- sternhilder bis zum Südpunkt des Horizonts. Hoch zu unfern Häuptern bemerken wir die Ca- pella im Fuhrmann, rechts unter ihr den Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden, der schon mit dem bloßen Auge, erst recht aber dem mit einem kleinen Feldstecher bewaffneten, als solcher erscheint. Links unter der Capella steht das schöne Sternbild der Zwillinge und unter diesen und dem Stier das schönste aller Sternbilder, der Orion mit seinen beiden Hunden, dem großen Hund mit dem Hauptstern Sirius, der in der Ver-
ftern sichtbar wird. In den ersten Tagen des Februar wird sie den Jupiter, und zwar ungefähr an der Dämmerungsgrenze, einholen, so daß sie nunmehr sichtbar, der Jupiter aber unsichtbar wird. Unter günstigen Umständen können wohl beide Planeten zugleich gesehen werden. Sehr gut sichtbar ist der Mars, der gegen Schluß des Monats nicht mehr allzu weit von den Plejaden entfernt steht. Am Morgenhimmel ist der Saturn im Sternbilde des Skorpion in sehr langsamer Bewegung nach links.
Am 3. Januar findet eine — bei uns frellich nicht sichtbare Sonnenfinsternis statt.
Küstermann.
werden. Das neue Haus bekommt Kraulen- und Kinderschulfch.Dester-Wohnungen, einen Kinder- schulsaal, daran anschließend einen Saal mit Tribüne für Versammlungen usw. — In unserer Gemeinde wurde ein Frauen verein gegründet, der bereits eine große Anzahl Mitglieder zählt.
4- Cid), 4. Ian. Der hiesige Verein für Volksbildung hat eine Bibliothek, die vielleicht als eine der größten in den Land- städtchen Oberhessens bezeichnet werden kann. Rund 2000 Werke aus allen Gebieten der allgemein verständlichen Literatur, so aus Geschichte, Bürgerkunde, Erd- und Völkerkunde, Naturkunde, Technik und Kunst stehen den Mitgliedern des Vereins ohne Entgelt zur Verfügung. Auch für Unterhattungs- literatur ist reichlich gesorgt. An Klassikern, Volksbüchern, Romanen und Novellen sind etwa 1000 Bände vorhanden, darunter eine große Anzahl ganz neuer Werke. — Wie in anderen größeren
Landorten, so haben sich auch in unserem Städtchen viele Pferdeliebhaber, namentlich aus landwirtschaftlichen Kreisen, in den letzten Monaten zusammengefunden, um dem Reitsport Zu huldigen. An Sonntagnachmittagen finden unter Leitung des Fürstlichen Reitlehrers T a b o 11 ch a t die Uebungs- stunden statt. Die große Feldscheuer in der Kirch- hofstraße wurde für diesen Zweck von der Fürp- lichen Gutsoerwattung zur Verfügung gestellt. Erfreulicherweise beteiligen sich auch einige Damen an dem gefunden und edlen Sport.
df. B e 11 e n h a u s e n, 4. Jan. Am Sonntag hatten unsere Turner ihre diesjährige Winter- Veranstaltung. Rach einem flotten Marsch hielt der 1. Sprecher, Lehrer S ch i« s e r st e i n, eine Begrüßungsansprache, in der er auf die hohe Bedeutung der Leibesübungen, besonders der Jugendlichen, hinwies. Er forderte fi? aus, alle Zeit den Zielen der Deutfchen Turnerschaft nachzustreben. Die Turner, unter Leitung ihres regen
nähme einer Handtasche bestätigte. Und er war von der Endstation der Nordbahn ausgestellt.
Elk hielt Has Papier aps Licht und prüfte den Datumstempel.
Das Gepäckstück war vor vierzehn Tagen hinterlegt worden. Elk legte den Schein vorsichtig und zärtlich in seine Brieftasche.
Was den Uebersall für Elk bemerkenswert machte, war, daß der Mann, der ihn ausgeführt hatte, sich für den Frosch ausgegeben haben sollte.
Elk kannte die Organisation gut genug, um zu wissen, daß keiner der billigen und angelobten Sklaven des Frosches es gewagt haben würde, dessen Namen zu mißbrauchen.
Elk begriff nicht, warum der Frosch gerade Johnson feiner persönlichen Anwesenheit für würdig gehalten haben sollte.
„Unb Sie meinen, daß es der Frosch selber gewesen ist?" fragte er skeptisch.
„Es war entweder der Frosch selbst ober einer seiner vertrauten Gesandten", sagte Johnson mit einem gutmütigen Lächeln. „Sehen Sie her."
In der Mitte seines rosafarbenen Löschblattes sah Elk das gestempelte Zeichen des unausbleiblichen Frosches. Es erschien auch auf dem Türpaneel.
„Das war als Warnung vermeint, nicht wahr?" sagte Johnson. „Nun, ich hatte Zeit, mich an diese Warnung zu gewöhnen/ bevor ich meinen Teil bekam."
„Es gibt ärgere Dinge als den Knüttel", sagte Elk fröhlich. „Vermissen Sie irgendetwas?" Johnson fchüttelte den Kopf. „Nein, nichts!"
„Haben Sie vielleicht irgendwelche Prioatpapierc von Maitland hierhergebracht, die Sie ihm wiederzugeben vergaßen?^ fragte Elk nachdenklich.
„Die Formulierung Ihrer Frage ist sehr liebenswürdig", sagte Johnson lächelnd und mit feinen Augen zwinkernd. „Es gibt hier nicht ein einzige» Do ument von geringstem Wert. Ich war allerdings früher daran gewöhnt, mir Arbeit von Maitlands Bureau nad) Hause zu nehmen unb bin oft bis Mitternacht darüber gesessen. Das ist auch der Grund, warum meine Verabschiedung mir als ein solcher Beweis von Undankbarkeit erscheint. Aber wenn Sie wollen, können Sie den Inhalt meiner sämtlichen Schränke, Schubladen und Kasten durchsuchen, aber ich kann Ihnen versichern, daß ich ein
sehr pedanter Mann bin und tatsächlich jedes Papier kenne, daß sich bei mir befindet."
Auf dem Nachhausewege überdachte Elk die ganze Angelegenheit in allen ihren überraschenden Erscheinungen. Er war in Wahrheit froh, daß ein neues Problem ihn von dem Gedanken an die ihm bevorstehende Untersuchung ablenkte.
Kapitän Gordon würde sicherlich alle Verantwortung dem Präsidium gegenüber auf sich nehmen, aber dem Kriminalpoliziften kamen „die Leute dort oben" ebenso furchtbar vor, wie der Frosch selber.
XXII.
D i e Untersuchung.
Elk beabsichtigte, den Bahnhof von Kings Croß zeitig zu besuchen, um den Inhalt der deponierten Reisetasche zu prüfen, aber als er am nächsten Morgen erwachte, war er einzig von der kommenden Untersuchung erfüllt.
Obgleich er den Einbruch bei Johnson sorgfältig ins Rapportbuch eintrug und den grünen Garderobeschein in sein Safe versperrte, war er viel zu beschäftigt, um sofortige Nachforschungen anzustellen. Dick stellte sich zur Untersuchung ein, und Elk gab ihm eine kurze Skizze von dem Einbruch in Fitzroy Sqare. Und dann sperrte Elk das Safe wieder auf und holte den grünen Schein hervor.
„Der Schein ist an irgend etwas anderes angeheftet gewesen", sagte Dick, der den Zettel gegen das Fenster gehalten hatte. „Hier ist der ganz frische Abdruck einer Papierklammer. Vielleicht kann das irgendwie zur Information beitragen."
„Ach, ich fürchte, daß die Leute da oben uns jetzt die Hölle heiß machen werden", sagte Elk |euj- zend. „Machen Cie sich keine Sorgen darüber, tröstete Dick. „Unsere freunde dort oben sind so zu Tode froh über die Auffindung des Vertrages, daß sie uns nicht allzusehr mit Hagn quälen werden."
Es war dies eine bemerkenswerte Prophezeiung, die fid) bemerkenswert erfüllte.
Als Elk zu den Großen Ijereinberufen wurde, zu all diesen Polizeichefs und Räten, die um den grünen Unterfuchungttifch herumsaßen, war er von der Entdeckung freudig überrascht, daß die Haltung feiner Vorgesehen ih:r freundliches Interesse, als falte Mihbilligurg verriet.
„Unter gewöhnlichen Umständen wäre das Entweichen Hagns der Anlaß gewesen, strenge Maß
Turnwarts Robert Bangel, wiesen sowohl im Geräteturnen, als auch in Freiübungen gute Leistungen auf. Theatralische Darbietungen und einige Rheinlieder des Schulverwalters Herbert Kruger, eines Sohnes unseres Dorfes, bereicherten den Abend weiter in bester Weise. Tanz bildete den Abschluß der schönen Veranstaltung.
Hreis Friedberg
O Steinfurth, 4. Jan. Einen Volks - unterhaltungsabend bester Art bot unserer Gemeinde der Evangelische Jünglings- und Männerverein Bad-Nautzeim. Eine abwechslungsreiche Dortragssolge, zu der auch unser Gesangverein einige stimmungsvolle Chöre beisteuerte, fand den dankbaren Beifall der zahl reichen Besucher.
Mrcid Büdingen.
—Büdingen, 4. Jan. Die 2 7. große Provinzial-Geslügelschau für Oberhessen findet hier vom 7. bis 9. Januar statt. Der hiesige Geslügelzuchtverein trifft gegenwärtig die letzten Einrichtungen zur Ausstattung. Bis jetzt sind 710 Rummern mit 850 Stück Geflügel der verschiedensten Rassen angemeldet. linier den Ausstellern sind die Züchter sämtlicher 33 Zweigvereine aus der Provinz vertreten; darunter auch die entlegenen Vereine Alsseld, Lauterbach und Schlitz. Wertvolle Ehrenpreise und hohe Geld preise des Bundes deutscher Geflügelzüchter, der Landwirtschaftskammer, der Stadt Büdingen, von Geflügelzuchtvereinen und Förderern der @c flügelzucht stehen zur Verfügung.
—I— Ortenberg, 4. Ian. In den letzten Tagen des alten Jahres tat der Turnverein, der längere Zeit wegen fehlender Turnhalle untätig fein mußte, einen für fein Dereinsleben sehr wich tigen Schritt: er kaufte den Mauergarten, der nach Auflösung der Metallwerke Niddertal frei geworden war, zum Preise von 11 500 Mk. Da durch steht dein Turnverein jetzt ein geeigneter Saal sowohl im Sommer, als auch im Winter zur Verfügung. Dos Geld soll durch Zeichnung von B a u ft e i n e n , durch eine Verlosung und durch die Verpachtung der Wohnung mit Wirtschaft aufgebracht bzw. verzinst werden. Im Laufe dieses Monats will der Verein mit einer größeren Werbeveranstaltung vor die Oefsentlichkeit treten.
-/- Stockheim, 4. Jan. Bei guten Obst ernten, besonders bei guter Birnen- und Zwetschenernte, war es den Obstzüchtern oft nicht möglich, das Obst zu verkaufen. Meist mußte es zu Schleuderpreisen abgegeben werden, oder wenn ein anhaltender Regen das Steinobst ausplaheni ließ, mußte es verderben. In Erkenntnis dieser Liebelstände war bereits 1919 für den Kreis Büdingen eine Obstbrennerei-, Kelterei- und °Verwertungsgeno f s en- schäft gegründet worden, die aber aus ver schiedenen Gründen noch nicht in Tätigkeit treten konnte. Dieses Unternehmen soll jetzt auf breitere Grundlage gestellt werden. Eine von dem Obst- und Gartenbauverein, dem Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschofien und der Obstbrennerei-, -Stellerei- und -Verwertungs- genossenfchaft auf Freitag, 7. Januar, einberufene Versammlung wird sich mit der für den heimischen Obstbau außerordentlich wichtigen Sache 6efd)äftigen. Das neue Unternehmen soll sich die Verarbeitung des Obstes zu Dauerwaren, wie Obstsäften, alkoholfreien Getränk, n. Obstweinen. Cdclbrantweinen. Dörrfrüchten, al io die vollständige Verwertung der heimischen Obst- erzeugung unter Einschluß der Waldfrüchte, zur Aufgabe machen. Im Hinblick auf die drohende Erdrückung des heimischen Obstbaues durch das Ausland, insbesondere Amerika. Italien. Span en. Tschechoslowakei. Rumänien und Ungarn, soll auch eine Zentralstelle für die Frischobstverwer- tung, die Versendung besten einheimischen Obstes in der Einheitskiste geschaffen werden. Im Interesse des einheimifchen Obstbaues, dessen Wichtig- keil immer noch nicht ganz von manchen Seiten erkannt wird, ist zu wünschen, da.ß es gelingt, die gehegten Pläne voll und ganz zu verwirklichen. O
Kreis Schotten.
'* Schotten, 4. Jan. Zu der vor einiger Zeil im „Gieß. Anz." aus dem hohen Vogelsberg veröffentfichten Meldung, daß in Burkhqrds 30 Stück Jungvieh und eine Anzahl älterer Tiere an Maul- und Klauenseuche eingegangen f.im, teilt das Kreisamt Schot- t e n jetzt mit, daß ’m Burkhardser Grund"
regeln gegen die neniHu>orliid)en Stellen zu erlaßen", sagte der Polizeipräsident. „Aber in diesem besonderen Falle möchte ich keinen Tadel aussprechen. Die Wahrheit ist, daß die Frösche ungeheuer mächtig sind."
Nicht alle Mitglieder der Untersuchungskominis' sion waren so freundlich gesinnt wie der Polizei- pläsident.
„Es ist Tatsache," sagte ein weißhaariger Polizeirat, „daß im Zeiträume einer einzigen Woche zwei Gefangene unter den Augen der Polizei getötet wurden und t— ebenfalls vor den Äugen der Polizei — ein Gefangener aus dem Gewahrsam entfloh! Das ist sehr schlimm, Hauptmann Gordon! Sehr schlimm!" Er schüttelte den Kopf.
„Vielleicht würden Sie, Herr Polizeirat, selber sich mit der Untersuchung befassen wollen", sagte Dick. „Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen, unscheinbaren Verbrechertyp, und das hohe Präsidium wird wohl in diesem Falle eine, das gewöhnliche Maß überfteigenbe Geduld üben müßen. — Aber ich kenne jetzt den Frosch", sagte er einfach.
„Sie kennen ihn? Wer ist es?" fragte der Präsident ungläubig.
„Obgleich es ganz leicht für mich Ist, noch heute morgen einen Haftbefehl gegen ihn zu erlassen, jo ist es doch keine so leichte Sache, einen überzeugen- den Schuldbewcis zu schaffen. Ich muß noch um eine Spanne Zeit bitten!"
Als Gordon und Elk in ihr Bureau zurückgekehrt waren, sagte Elk geheimnisvoll flüsternd: „Wenn das ein Bluff gewesen ist, so war es der schönste, den ich gehört habe!"
„Es war kein Bluff", sagte Dick ruhiy.
„Also wer, um Himmelswillen, wer ist es?"
Dick schüttelte den Kops. „Ich möchte Sie bitten, sich jetzt über den Garderobeschein zu informieren", jagte er mit Würde.
Elk hastete verstört nach dem Bahnhof. Er wies den grünen Schein vor, bezahlte die Extragebühr für die abgelaufene Aufbewahrungsfrist und es wurde ihm eine braune Ledertafche durch den Beamten ausgcfolgt. „Nun, mein Sohn," sagte Elk, indem er sich zu erkennen gab, „vielleicht können Sie mir jetzt sagen, ob Sie sich erinnern können, wer diese Handtasche gebracht hat?"
(Fortsetzung folgt.)


