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Dienstag, 4. Oktober 192?

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhesten)

Nr. 252 Zweites Blatt

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Turnen, Sport und Spiel

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der Domin'.aloerfasstmg (Jtanaba, Sübafrita, Au- flralien) mürbe die DppoPtton au »föhnen, unb da» Land könnte sich eine» ehrenhaften Frieden» er­freuen.

^... so ging einem uralten Reiche ein Volk per- loten, da- zum guten alten Nasionuldestand da» leine reichlich beiyfteucrt hat und unter einer guten Regierung noch weit mehr hätte beitragen fön- nen ..*, so meint Carthill. Auch der, der lk'* Dort oerloren* für Irlands Verhältnis zum englischen Reich nicht gellen lassen mag, wird nicht zu bebau p- ten wagen, daß die Flammen de» irischen Freiheits- kampse» endgültig erstickt waren.

t?n btn (E i b unter Vorbehalt und konnten in da» Varia ment einziehen. Ein *DH fr trauen Mn trag der neuen Parlamentsopposition wurde mit Stirn- m naleichheit nur durch das Votum des Minister- Präsidenten abgelehnt und Coegraoe entschloß sich z-ir Auslösung der Volksvertretung, durch den englischen (Bouoemeur. Auch die Neuwahlen, die siirüich statt'anden, Haden die von der Regierung er­hoffte parlamentarische Klärung nicht gebracht. (lojqrnDe hat nach dem amllid)en Schlußergebnis, das jeftt ooi.iegt. einen Pyrrhussieg im wahr» ften Sinne des Dörtes errungen. Die Dcrständi- aangipolitifer verfügen über eine M hrheit von 6 Sitzen, die vereinigten Nepiiblikaner De Valeros, Arbeiterparteilcr, Anhänger der Nationalliga und Rommimiflen ziehen mit 73 Stimmen ms Parla­ment ein. Die beiden großen gegcnerifchen Gruppen, die Dartei der Regierung und die De Valeros, hoben Stimmen gewonnen, und die kleinen Parteien sind erheblich dezimiert.

So ist eine Konzentration der beiden großen Kräfte cingctreien, die zur endgültigen Auseinander­setzung drangt. Immer noch sieht die Frage zur (Ent-

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Das Geheimnis im Kftchturmlrnovf.

von Dr. Hon» Laßbiegler.

Es Ist eine wohlbekannte, uralte Sitte, in den Turmknöpfen der Kirchen Schriftstücke

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1741, von Todesahnungen erfüllt, an seinen Bruder August Wilhelm, dem Thronerben, richtete: .....Sie

sind mein einziger Erbe. Sterbend empfehle ich Ihnen die Männer, die ich lebend am meisten ge­liebt habe, Keyscrlingk, Jordan, Wartensleben, Hacke . . Fredersdorfs und Eichel . . .**

Der Kämmerer, der, aufcriKm daß er ein hervor­ragender Chef sämtlicher Jjofämter war, von einer ungewöhnlichen kaufmännischen und industriellen Begabung gewesen sein muß, ist im Laufe Ser Zeit Großgrundbesitzer und ein schwerreicher Monn ge­worden.

Sein umfangreicher, Millionenwerte umfassender Nachlaß ist in die Hände Caroline Daums, einer Potsdamer Bürgerstochter, die in der Genealogie als die fpätere [yreifrau von Labes bekannt ist, ge­kommen. Nicht auf rechtmäßigem Wege, sondern ver­möge von Machinationen, die in bezug auf Fäl­schungen von Testamenten, Grundbüchern. Ehe- und Totenscheinen usw. einzig dastehen dürsten. Wäh­rend der ersten drei Jahrzehnte des 19. Jahrhun­derts hoben die Nachkommen des Kämmerers mit den damaligen Besitzern vor dem Kammergericht in Berlin um ihr Erbe prozessiert. Vergeblich. Es gelang ihnen nicht, den Nachweis für die Fälschungen anzutretcn. Das vermochte 3um größten Teil erst in unseren Tagen ein Nachfahr des Kämmerers, Arns von Fredersdorfs, mit Hilfe von archivarischen, genealogifchen, juristischen und gerichllichen Sach­verständigen.

Doch zurück zum Geheimnis im Kirchturmknopf. Man weiß, wie zähe sich auf dem Lande Tradi­tionen erhalten. Don einer solchen erfuhr and) jener Nachfahr des Kämmerers, der. um eine Familien­chronik zu sammenzu stellen, u. a. auch mit den Dorf­bewohnern von Zernikow-in Verbindung trat Eine Geschichte, bte mit seiner Sache gar nichts zu tun zu haben schien, kam ihm da zu Ohren. Der Käm­merer, so wurde ihm erzählt, habe seinerzeit der Gemeinde einen Kirchenacker geschenkt, das Nutzungs­recht desselben sei ihr ober im Laute der Jahrzehnte verloren gegangen. Nachzuwerten wäre da nichts, es feien keine Akten vorhanden. Ein Bericht aber, der sich von (Generation zu Generation fort gepflanzt, besage, daß vor Hahr und Tag ein Dokument bar- über, die Schenkungsurkunde, in dem Turm knöpf der Kirche niedergelegt worden fei. Unmöglich jedoch,

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Handball im (Bau Hessen (D. T.)

Turnverein Alsfeld I Wtv. ®C,en 1(0:6) 1:11.

LIS Hindenburgspiele sanden am Sonntag die fälligen DerbandSpftlchtspiele in der Gaumei sterschastSrunde statt. Auf dem Turnplatz des Wänner-LurnvereinS führten sie die oben- genann.en Mannschaften zu ammm. Dor Spiel- begimi ehrte der l.Sp.coer des Mtv. dm Herrn Reic,Sprä|id«nten und brachte ihm ein begeistert ausgenommenesGut Heil'* als ersten Gruß deS LageS.

DaS Spiel. daS vom Anfang biS zum Schluß­pfiff in wirklich schöner und ansprechender Form durchge'ührt wurde, konnte zu einem überlegenen Siege DeJ PlatzoereinS gestaltet werden. Die Mannschaft war in allen Teilen auf der Höhe und lieferte ihr bestes Spiel der Runde. Der Sturm war schußfreudig und fünf; die Läufer­reihe leistete gute Arbeit im Zerftörungs- und UnterftüOungdfpiel; die (Verteidigung Var auf ihrem Posten und konnte in ihrer ruhigen Ar­beitsweise gefallen, der Tormann hatte leichte Arbeit und brauchte nicht zu voller Form auf* zulaufen, da fein Tor nicht allzu sehr vom Gegner als Ziel genommen wurde. Die elf Tore waren alle die Frucht schönen Zusammenspiels; die nur wenigen 16 50-Meter-BälIe wurden absichtlich nicht verwandelt.

AlSscl.-s erste Mannschaft war ein ritterlicher Geg-er. Die Auffassung der Sp.eler ist die un­bedingt richtige, nämlich sich stets einer ruhigen und feinen Spielart zu befleißigen. D e Elf ist flink und eifrig. Rur fehlt es dem MeisteeUassen- Reuling an der nötigen Spielerfahrung, beson­ders mangelt eS noch in der Verteidigung. die sich von dem Gegner noch zu sehr umspielen läßt. Der Torwart war an d-'r hohen Riederlage schuldlos, wenn auch vielleicht zwei Bälle zu halten gewesen wären. Durchaus anzuerkennen ist das schöne Durchhalren biS zum Schlüsse; nie entmutigt griffen die Alsfelder immer wieder an und konnten, nachdem In der zweiten Halbzeit eine ilmftellung vorgenommen war, ein Tor er­zielen. Wohl niemand halte ihnen dieses Ehren­tor mißgönnt, tm Gegenteil, eS war redlich ver­dient. Die Mannschaft, die einen sehr guten Ein­druck hinterließ, wird, wenn sie noch einige Zeit eifrig an sich arbeitet,- zu einens recht achtbaren Teilnehmer der Meisterklasse werden.

Der Schiedsrichter Turner Zeih, Butzbach, war dem Spiele ein gerechter und guter Leiter, beide Mannschaften waren bemüht, ihm die Ar­beit leicht und angenehm zu machen.

Im Hinblick auf den guten Zweck Rein­ertrag zur Hlndenburgspende hätte der Besuch beNer sein dürfen.

2Nkv. Gießen Jugend gegen I.- a. Spo. vuhbach Jugend 1:3.

Die Zugendmann chaft deS Männer-Turn­vereins Gießen hatte im Turn- und Sportverein Butzbach einen sehr starken Gegner. Daß die jugendlichen Gießener nur knapp mit 3:1 ge­schlagen wurden, ist ein Zeichen, daß die Mann­schaft ein beachtliches Spiel lieferte, das Schulung und Entwicklung verriet. DaS Spiel fand in Butzbach ffatt, wurde in anerkennenswerter feiner Art erledigt und wurde gut geleitet.

T.D. 1846 Gießen I T B. 1860 Dad-Ranheim 1. 1:4 (0:1).

Arn Sonntag toe.lre die erste Handballmann- schaft des Turnvere'.ns 1846 G eßen zum fäl­ligen BerbandSspiel in Dad-Rauheftn und mußte

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daranzukommen. Die Kirche sei wegen Baufälligkeit geschlossen, der Turm brüchig, die Ausbesserung des Gotteshauses koste viel Gold, daß es die Gemeinde nicht erschwingen könne. Arno von Fredersdorfs er­bot sich, da er Seemann gewesen, auf eigenes Risiko binauszusteigen und nachzusehen gleichsam als habe ihn eine dunkle Ahnung dazu getrieben. Der Gemeindekirchenrat gab seine Ztistimmung. Das schwierige, halsbrecherische Unternehmen ward ins Werk gesetzt, und die tollkühne Besteigung des Kirch­turms gelang. Und förderte tatsächlich ein Dokument ans Tageslicht in dem aber nichts über den Äir- chenacker enthalten war, vielmehr ein Bekenntnis jener Caroline Daum, die sich unrechtmäßig in den Besitz der Güter des Kämmerers gefetzt hatte! Neben- sächlich dcr Inhalt des Dokuments, wichtig die Tat­sache, daß dieses Schriftstück, welches im Jahre 1777 abgefaßt wurde und von der Caroline Daum unter- .zeichne: ist, durch einen Zufall dem in die Hände gespielt wurde, dem es für seine Zwecke von un­schätzbarem Wert ist.

Eine eigentümliche Verquickung von Religiosität und materieller Gesinnung! Wie muß es in den Herzen jener Frau a»»gesehen haben, als sie nach rund 17 Jahren, nachdem sie sich zur ungesetzlichen Besitzerin der Fredersdorsfschrn Güter gemocht, jenes Dokument der Kirche überantwortete!

Ueberbies hatte sie zwischen die Blätter ihres Dekenntnifses ihre Silhouette eingelegt Die Züge verraten Energie und lassen auf eine 5rau schließen, deren Schönheit nicht ohne Reiz gewesen sein kann. Mit dem Dokument fand sich in de-.n K rch'.urm- firopf auch ein Sei den*aßen, dessen zwei Knoten die Körpermaße der Daum bezeichnen, woraus sie durch einen handschriftlichen Zusatz auf der Silhouette ausdrücklich hinweist.

Die aberteuerlichen Entdeckungsfahrten 2Lmo von Fredersdorf iS haben aber u. a. nicht nur diese mehr als merkwürdige Abwandlung einer uralten, schönen Sirte enthüllt, sie trer'vn auch, wenn sie in ihren E nzelheiten der Oe^f erttllch- feit Dort;egen, den Gehe-.men Kämmerer und Treff ort er Frt.edrt.chs des Großen in einem ganz anbeven Licht erfche nen lassen, alS wie ihn die Geschichte btMang kennt.

Irlands Kampf,

von imferem ^.-Berichterstatter.

tztachdrack. auch mit Quellenangabe, verboten. London, Ende September 1927.

/Ein «die», hochgesinnte» Volk, goldener Loden für'Dichter und J'xihge, beseelt von hohen Idealen, tapfer im Kampf, zuoerläsfiig in der Treue gegen ben Führer, dcr e» sich zu gewinnen wußte. Im Namen de» Friedens haben wir vor b fr Tür unseres House» ein feindliches Reich erstehen lassen/ Diese Eharatterijikrung des irischen Docke» flammt nicht etwa von einem Iren, sondern von dem konservcitzoen englischen Staatsmann, der sich hinter dem Pseudonym C a r t h i 11 (die Erb- schäft de» Ciberalismu»') verbirgt. Sie kennzeichnet di« wahre Siruation -wischen Irland und England b.-ifer al» Irgendein« Stimme au» den im Kamps stehenden feindlichen Lagem, die soeben um bi« Macht im ^artament gerunyn haben.

Irland ist tatsächlich bettle noch trotz aller offiziellen Verschlrierungvoersuch« di« Irredentawunde der Dreimselreiches, das enfant tcrrible der Lon­doner Regierung. Seit t914 schon befindet es sich in 0,jener Auflehrnmg Damals, bei Ausbruch des TUcirttiere», war e» der Widerstand gegen die eng- llschen Rekrutierungen, der schließlich am Osterman- tog de» Jahre» 1916 Aiim offenen Auffland, der Aas- rufung der deutschfreundlichen Reonblik und zur Hinrichtung de» unglücklichen Sir Roger Case- ment und vieler seiner Anhänger führte. Die eng- Nsche Blutherrschoft unter der Regierung Lloyd Ge­orge» mußte troang»läufig zu dem Kriege von l')19 führen, den die schon etwas unsicher werdende Po­sition Lloyd George» 1921 mit dem britischririschen Homeruleoertrag beendete. Doch der Sin- feinerdewegung, die bl» zu diesem Zeitpunkt geeint war, brachte diese» Abkommen schweres Unglück: st« spaltet« sich. Ein Teil ratifizierte den Ver­trag in dem neu geschaffenen Parlament und leistete dem englischen König den Treueid. De Valero und feine Freunde antworteten mit dem Bürger­krieg. der rmt wechselndem Glück geführt wurde und schließlich in wir:scl)aftlicher Not tind allgemeiner Ermüdung erstickte. 2lu» den Freischärlern wurden politische Aktivisten, die den Verständigungspoliti- kern den Kamps mit allen Mitteln also auch mit den Mitteln der Demokratie ansagten. De Valero propagierte den Volksentscheid über die um­strittene Eideeieiftung. die federn gewählten Volks- Vertreter voraeschrieben war. Die Wahlen im Ium d. 2. schufen die Situation, daß eine Mehrheit nur möglich rojrbe, weil di« Opposition durch Eides­verweigerung dem Parlament fern blieb.

Da sielen die tödlichen Schuss« aus den Innen-

wahrt werden, die zu der Crnchtung der Kirch«, zu ihrem Stifter oder Renovator in Beziehung stehen. Da- ist ein Brauch, der «benso auf dem Lande wie in kleinen und großen Städten gehandhabt wunde und noch wird. Solche Dokumente, namentlich in- soweit \vt aus historischen Zeiten (tammen, ver- raten, der Mitteilungssre'.idigieit vergangener Jahr- hunderte entjpt?echend, bisweilen auch das eine oder andere rein perjonlicher Art. Einzig aber dürfte es da stehen, daß der Turmknopf einer Heinen Dorf- kirchc cm Dokument enthielt, dos bestimmt war, einen ungeheuren Betrug um materielle Güler durch eine an heiliger Stätte, gewissermaßen vor dem Richterstuhl Gottes, hinterlegte Urkunde zu er­härten.

Diese Ungeheuerlichkeit, die um so verblüffender erscheinen muß, als eine Frau nachweislich ihr« Urheberin ist, ward in der Dorfkirche zu Zemikow in der Mark ans Tageslicht gebracht und bildet einen Ausschnitt aus einer mit den Mitteln der Wissenschaft betriebenen, romantischen und oben- feuerndd)en Enthüllungsgeschichte, die von unseren Tagen zurückreicht bis in die Zeiten Friedrichs des Großen.

Es ist aus der Geschichte und aus Theodor Fon­tanesWanderungen durch di« Mark '-ßranbenburg" bekannt, daß der Kronprinz Friedrich den Stabt- pfeifersohn Michael Gabriel Freders­dorfs zu feinem Kammerdiener und, sobald er die Regierung übernommen, zu feinem Geheimen Kämmerer und Tressorier gemacht und ihm das Gut Zernikow m der Nähe von Rheinsberg geschenkt £Ein inniges Freundschaftsverdältm- hat zwi-

n beiden bestanden, zwischen dem König und em der gebotenen Ehrerbietung und Zurückhal­tung stets bewußten Kämmerer. Wie lieb und wert dieser Mann ihm war, möge hier nur eine Stelle aus einem Briefe erweisen, den Friedrich vor der Schlacht bei Mollwitz von Pogarell aus am 8. April

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Icheidung soll da» irische Volk, dessen Wesensart der de» engUfchen fr ernt) ist, da» Recht haben, ein eigen st aatliche» Leben zu sichren, oder soll auf dem Umweg über dem langsamen Ausgleich der Gegensatz«, also mit den Mitteln der Verständigung, der Wunfch nach Selbstöndigkett zum Erlöschen gebracht werden. Dill man endlich die Folgerung daraus sichen, daß Irland irn Rahmen des Reiches nur noch für die großbriti ch« Zukunft einzusetzen ist? Will man ihm endlich nicht wenigstens ttze Rechte der Dominion» einräumen, mit denen man den Anglophilen Im Lande den größten Dienst erwiese? Ein« wirNich« Autonom!« in den Grenzen

Seeräuber im Jahre 1927.

CS klingt wie ein Hohn auf die heutige zi­vilisierte Zeit, von Seeräuberei In großem Maß­stabe zu reden. Aber in dem China von heute gibt es mehr Piraten und Banditen alS je zuvor Und bei dem Kampse der Regierungen unter­einander werden sie noch frecher und unverschäm­ter alS früher, fo baß sie heute selbst geriete Ozean'chifse überfallen und auSrauben, Städte und Dörfer plündern und Hunderte von Perfoner wegsühren, denen nur bet CntinclMng eineS ent- fprechenden LöfegeldeS die Freiheit wiedergegebe» wird.

Kürzlich haben englisch« Seeleute ein solches Piratennest in der Rahe von Hongkong auSge hoben. Den meisten Banditen gelang eS zwar in das Innere des Landes zu flüchten, wo sie sich außerhalb deS Bereiches des ausländischen Mi­litärs befinden und ungehindert von den chine­sischen Behörden ihre Arbeit verrichten können

Bor einigen Monaten kamen drei Mann, bi« in ihrem äußeren wie gewöhnliche Chineser aussahen, an Bord eineS DampsschiffeS, das au! der Werft in 'Saumatt, Hongkong, lag. noch keim 100 Meter von einem Polizeibuixau entfernt. Als sie auf dem Deck waren, holten sie plötzlich Re­volver hervor und bedeuteten dem Steuermann sofort auf6 offen« Meer zu fahren, wenn ihn sein Leben lieb sei. Gr folgte der Aufforderung und feit dem Tag« hat man von ibm und den Schiff nichts mehr gehört unb gesehen.

3n ber Quantungprvvinz .operieren zu» Zeit zwei große Banben. davon eine, die vor einem gewissen Pu en Kung mit dem Beinamer, der .König der Affen", angeführt wird. Di« Bande ist die reichst« unb beftorganlfierte, und man sagt, daß ber .Könia nicht weniger alS 7000 Piraten unter sich habe.

QJuen Kung wohnt in einem prächtigen Palast, wo er in ber Tat wie ein Fürst regiert.

Tausende sind schon von dieser Bande weg­geführt worden, um erst nach Bezahlung eines chweren Lösegeldes wieder freigetalfen zu wer­den. Andere, deren Verwandte nicht reich ge­nug waren, um die geforderte Summe zu bezah­len. wurden unbeschreiosichen Pcinigungen unter­worfen. bevor man sie wegsch^ckte. M. N

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Minister O H i g g l n » . dcr den Mut gesunden hatte, 77 Freischärler dem Scharfrichter zu übergeben. Man weiß, wie O Higgins mit sich und seinem Entschluß gerungen hat. aber er hielt dies siir notwendig. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand, das Gesetz zum Schutz« de» Staate» wurde geschaffen. Es gibt die Möglichkeit, all« staatsfeindlichen Drgani- zulosen, politische Schriften zu verbieten

vom Spiel unb führte demzufolge auch bei der Pause mit 1:0. Kurz nach Wiederbeginn erhöhte witßen da» Torverhältnis sogar auf 2:0. Mtt den, Einsetzen her gegenseitigen Stnrit erlahmte aber die Kampfkraft der Mannschaft und Kassel tarn tn hem- selben Maße auf, in dem Gießen durch d,e bekannte Ursache abfieL Innerhalb kürzester Zelt, etwa zehn Minuten, fielen boi.n für Kastel drei Tore, die einzig unb allein auf da» bereit» große Schuldkonto einiger Unverbesserlicher zu buchen find. Nach->em Iura* noch zu einem vierten Erfolg gekommen war, verföchte v. f. B in den letzten zehn Minuten durch energ.fchen, aber zu späten Endspurt da» Re­sultat zu verbestern, vermochte sich fedoch grgen die zähe Verteidigung de» Gegner» nicht duichzufetzen und mußte so mit dem Schlußresultat von 2 4 als technisch bessere Mannschaft dem eifrigeren unb härteren Gegner Sieg unb Punkte überlasten.

Da» Spiel der Ul»-Mannlchalt gegen die Zweite Heuchelheim» wurde nach 20 Minuten Spieldauer wegen eine» bedauerlichen Unfall» eine» Heuchel­heimer Spieler» beim Stand von 0 0 abgepfiffen.

Die 1 Iugendmannschafl hatte auf e genem Platz die gleiche de» V. f R. Butzbach zum Wegner und enttäuschte stark durch ein lahme > und energie­loses Spiel Ihrer Aufstellung nach hätte sie gegen die technisch und auch körperlich schwächeren Butz­bacher ein höheres Resultat herauehokn müssen, als das magere 1:0, zumal sie fast während de» ganzen Spiel» überlegen war

Dier ersatzgeschwächte zweite Iugendmannschsil verlor In Werdorf gegen die dortige erste Jugend 3:6.

Spieioeretninuna 1900 Gieften. Liga Marburg-Lckershausen (Liga) 4:0 (3.0). Illa Fronhausen I. 1900 kampflos gewonnen.

Illb Lollar II 4 2.

1 Iuaend Wetzlarer Sportverein 1. Iuaend 2:4. 1. Schüler Wetzlarer Sportverein 1. Schüler 2:3.

ö. Bor einer nicht allzu großen Zulchauer- m«r.ge konnte 1900 am Sonntag einen eindrucks­vollen 4:0-6ieg (Halbzeit 3:0) über die gefürch­tete Elf der OTaBurger DvrorllcrOcfer^naufcn erringen. Der Sieg war verdient, au-ch in die'er .Höhe. 5\ämpft die Mannschaft weiterhin mit deut jetzt bewiesenen Elan, so wird 1900 noch ein ge­wichtiges Wort in der Meisterschaft^rag« im LahnkreiS mitreden. Die Lag« «utwikelt sich aenau wie im vergangenen Jahr Die 0S'b Vereinigung 1900 hat mehrer« l«wehrte Krüs!« in der 1. Elf ersehen müssen. Qlber eS läßt sich letzt fests'.ellen. daß die Mannschaft kämpft und großen Eifer entwickelt, der gepaart ist mit gutem technischen und taktischen Verständnis, unb der auch weiterhin zu Erfolgen führen muß Ockeröhauien hat eigentlich enttäuscht. ES ist nicht mehr die ra'ant spielende gefährliche Ei', deren Sturm, früher di« Hauptwasie. diesmal eine klägl a>e Rolle spielte. Allerdings d« Ite dl« cinheimi'che Läuferreiche ganz vorzüglich, so daß all« Gästeangriffe im Verein mit der sich<n«n Berte Id Igung zunichte gemacht werden konnten. Gießens Torwart brauchte fast kaum einzugreisen. Ander« auf der Gegenseite. 19008 Angrissveihe war ganz besonder- gut aufgelegt. Dem famosen StellungSspiel war die Ocker-Häuser Abwehr nicht immer gewachsen. Ungezählte Schüsse sausten fort­gesetzt auf das Gästetor Schon mit dem ersten Anstoß ery.elte 1900 da- Führungstor, da der i gegnerische Torwart den scharf geichofsenen Ball ! durch die Deine ließ. Gießen erhöhte dann nach flotten Angriffen auf 3:0 Kurz vor der Paus« ' letzt« sich 1900 Im OckerShäuler ©tratraum fest. I x^uxi Bombenschüsse tauften an die Querlatte, | ungezählte Torchancen der Platzbesitzer blieben i unausgenützt Rach dem We-Isie! rümpfte 1900 gegen den Wind, trotzdem blieb er auch weiterhin

1 überlegen. Gin viertes Tor besiezefte die Qiiel er­läge der Gäste vollends. Diese tarnen erst wieder <Nvas auf. alS der Gieheiter LtnkSaußen au' Geheiß des Schiedsrichters das Feld vrrlassev mußte, während di« Anstister zu den Rüveleier - das waren, wohl aus Aerger über bfe Rieder- läge, einige OckerShäuser ruhig toflter mit- machen dursten. Hier zeigte der Fuldaer Pfeifen- ' mann bedenkliche Schwächen.

Die 3 a-Mannschaft gewann gegen Fronhausen > iLahn) I. tampsloS. da die Gäste bei Spiel­beginn nur 7 Spieler zur Stelle hatten.

Die 3 b-MannIchaft errang endlich wieder einmal einen 4: 2-Sieg, und zwar in Lollar über die dortige 2. Gis.

fationm au zulofen, politische Schriften zu oerbtetm unb Gcsänams- unb Sterferftrafen auf polizeilichem Wege al o ohne ordentlich«» Gerichtsverfahren zu verhängen. Der obligat« Eid auf den König wurde auf die Wahlkanbidaien erweitert.

Doch die erhofft« Wirkung dieser Maßtiahmen blieb aus: De Daiera unb feine Parteifreunde leiste-

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sich mit 4:1 der Rauheimer Elf beugen. Da Gießen nur mit 10 Mann, zudem noch mit zahl­reichem Ersatz, der sich aber gut in die Mann­schaft einfügte, antrat, waren die Siege5auSsleb­ten von vornherein sehr getina. Doch hat sich die 43er Mannschaft tapfer geschlagen, und hätte sicher bei etwas mehr Glück ein besseres Er­gebnis heraus geh oft. zumal Dad-2lauhci''t allein 3 Tore durch Ctraftoürfe erzielte. D e M .'e auf der daS Spiel stattfand, war glücklicherweise trocken, doch hatte sie sonst ihre Tücken, und war vor allem sodurchlöchert" und ..ver- bügelt", daß der Ball, allen Berechnungen zum Trotz, oft nach den unmögl.chsten Richrangen da- vonfprang. Das Spiel hielt sich allgemein in den Grenzen des Erlaubten, beide Mannschaf en machten dem Schiedsrichter sein Amt nicht schwer.

Handball in Heuche'heim.

Io. hcuchcihelm 1 To. Lauterbach I 2:7.

Mit bie!cm Spiel begannen d e B.-rhanL-S- fpiele. im Handvoll für den der Deutschen Turner­schaft angehörenden Heuchelheimer Turnverein. AlS Qlnfängcr konnten die Heuchelheimer natür­lich gegen einen derartig starken Gegner nicht auftommen. Trotzdem waren sie nicht so schlecht, wie eS nach dem Torverhältnis erscheint. Durch eine Verletzung mußte b r rechte Läufer in ber zehnten Minute ausscheckten. Heuchelheim war dadurch gezwungen, das ganze Spiel mit zehn Mann auSzutragen. Der beste Mann im 6tum war der Mittelstürmer, der auch die beiden Tore durch Dorwandeln von Strafstößen erzielte. Die Läuferreihe spielt« sehr e-frig, der hefte Mannschaft Steil war die Derteid gn:ng, der Tor­mann e-n Derlager. Lauterbach stellte eine flinke, energisch spielenk« Mannscl)af., die in Fang- unö Wurstechnik eine Klass« besser aid ihr Gegner war. Besonders gefährlich der sehr flinfe Sturm. Das Resultat entspricht dein Spielverlauf

Vorher gewann elne zweite Gif gegen di« zweite vom Turnverein Rieder-Girmes knapp 4:3.

D. s. D.

Liga ,/tura* Kastel 2:4.

Illa Heuchelheim II 0:0.

1. Jugend Butzbach 1. Jugend 1:0.

2. Jugend Werdorf 1. Jugend.

Nun hat die Ligamann fch ast auch das letzte Treffen der Verbandsfpielvorrunde verloren. Bei dem erfolgverfprechenden Anfang dcr ersten Häftlle der SpielfArle war allgemein mit einem besteren Abfchneidcn gerechnet worden, wenn auch in anbetracht der Svielftärke der Gegner von vorn­herein noch mit Niederlagen gerechnet werden mußte. Ein so schlechtes Gesamtergebnis, wie es durch die nachfolgend angeführten Zahlen ausgc- drückt w.rd, roar aber wohl kaum erwartet worden. Don fünf Spielen wurde eins gewonnen und vier oerloren, woraus sich ein Punktverhältnis von 2:R ergibt, das sich in dem Dorverhältnis von 7.17 widerspiegelt. Auf die Ursachen der Mißerfolge näher einzugehcn, erübrigt sich auf Grund des schon stets in den Spielberichten Gesagten. Zusammen­fassend soll jedoch noch einmal betont werden: Spie­lerisch reicht das Kannen der D. s. B.-Liga an das der Gegner heran, was ihr aber voll g abgeht, ist der alles überwindende fiampfge.ft und der gemein­same Wille zum Sieg. Wenn sich in dieser Hinsicht die Mannschaft für die Zukunft nicht ganz anders einstellt, werden auch ihre Spiele der Nachrunde zur Erfolglosigkeit verurteilt sein. In der ersten Halbzeit am Sonntag hatte D. f. D etwas mehr

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