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». Watzenborn-Steinberg, 4. Juli. Gestern feierten hier die Eheleute Joh. Georg B rücke! IV. das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch der besten Ge­sundheit. Erwähnenswert ist, daß Joh. Gz. Brücke! IV. 46 Jahre als Schäfer in der Ge­meinde tätig war. Bürgermeister Schäfer über­brachte dem Jubelpaar am Abend die über­mittelten Glück- und Segenswünsche des Mi­nisters des Innern und des Kreisamts Gießen, sowie ein Geldgeschenk.

$ Lauterbach, 2.Juli. Nach 49jähriger Dienstzeit schied der Berwaltungsobermspektor des hiesigen Kreisamts, Rechnungsrat Bechtold, am gestrigen Tage aus dem Amte. Die Be­amten des Kreisamts hatten aus dieser Veranlassung gestern in dem festlich geschmückten Sitzungssaale des Kreisamtsgebäudes eine Abschiedsfeier veran­staltet, bei der Kreisdirektor Dr. Michel die Cha­raktereigenschaften des Scheidenden in das rechte Licht stellte und ihm für seine treue Mitarbeit bei der Verwaltung der Kreisangelegenheiten Dank und Anerkennung aussprach. Zur Erinnerung an lange Jahre gemeinsamer Tätigkeit im Dienste des Kreises Lauterbach überreichte er dem scheidenden langjährigen Bureauvorsteher eine von Künstler- Hand ausgeführte, von sämtlichen Beamten des Kreisamts unterschriebene Adresse mit der Wid­mungGemeinsame Arbeit bindet ganz besonders, wenn sie dem Wohle der Mitmenschen gewidmet ist'. Derwaltungsinspektor Kirschbaum dankte dem abgehenden Oberinspektor für die von ihm geübte loyale Dienstaufsicht und wünschte ihm einen langen friedlichen Lebensabend. Rechnungsrat Bechtold sprach seinen Dank aus für die ihm erwiesenen Ehrungen und gab die Versicherung, daß ihm fein Dienst stets lieb und wert gewesen sei und daß er sich seiner Tätigkeit bei dem Kreisamt Lauterbach immer gerne erinnern werde. Nach der Veran­staltung des Kreisamts tagte der Bürger- m e i st e r v e r e i n im Kasinosaale, wozu der aus dem Dienste scheidende Verwaltungsoberinspektor einacladen war. Bürgermeister Dr. N i e p o t h , Schlitz, brachte hierbei die guten Beziehungen, die von jeher zwischen dem Kreisamte und den Bürger­meistern bestanden haben und an denen der in den Ruhestand tretende Oberinspektor einen hervorra­genden Anteil habe, zum Ausdruck. Der Redner wid­mete sein Glas dem Wohle des Scheidenden. Rcch- nungsrat Bechtold dankte für die an ihn gerich­teten anerkennenden Worte und gab einen Rück­blick auf die Entwickelung des Kreisamts und desien Dienstobliegenheiten während seiner Amtstätigkeit, er gab seiner Freude Ausdruck, daß es ihm gelungen sei, mit jedermann gute Beziehungen zu pflegen und brachte ein Hoch aus auf den Kreis Lauterbach und seine biederen Bewohner. Die Gemeinderech­ner des Kreises hatten eine Versammlung in dem Beileckschen Saale veranstaltet, die dem aus dem Dienste ausscheidenden Ehrenvorsitzenden gewidmet mar. Gemeinderechner Wahl, Angers­bach, begrüß diesen und die vollzählig erschinenen Kollegen, richtete herzliche Abschiedsworte an den langjährigen Berater der Rechner und überreichte ihm ein Ehrengeschenk mit dem Wunsche, daß er sich dessen noch lange bei guter Gesundheit erfreuen möge. Mit seinem Dank brachte Rechnungsrat B. die während seiner Dienstzeit eingsführten Ge,etze, an denen die Rechner beteiligt waren, zur Bespre­chung und erörterte die guten Beziehungen, die er allezeit mit den Rechnern gepflogen habe wenn er auch zur Wahrung der dienstlichen Interessen manchmal in die Lage gekommen sei, einem oder

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zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Ruhe verstoßen. Es ist dies eine Tatsache, die sich insbesondere nicht mit der von uns geforderten Selbstverwaltung vereinbaren läßt. Denn zur Selbstverwaltung gehört in erster Linie Selbst- verantwortung. Diese in ausgeprägtem Maße zu besitzen, mühte jedem Akademiker vornehmste Pflicht sein. Darum, Kommilitonen, wollen wir darauf achten, daß derartig törichte Dinge nicht mehr vorkommen, die Wohl niemand als Stu­dentenstreiche bezeichnen kamt und wird. Wir werden gegen jeden, der auf solche Art das Ansehen der Studentenschaft schädigt, auf das allerschärfste vorgehen. Wir wollen uns stets bewußt sein, daß solche Borkommnisse unserer einfach nicht würdig sind." Man kann dieser Kundgebung nur zustinnnen und dabei hoffen, daß sie bei der Studentenschaft allenthalben die gebührende Würdigung und Befolgung findet.

Zur Aufwertung der Sparein­lagen. Eine höhere Aufwertung der alten Spareinlagen hat die Bezirlssparkasse Giehen im Einverständnis mit dem Minister des Innern beschlossen. Die Aufwertung der Spareinlagen soll mit 18 Prozent des Goldmarkwertes er­folgen. Näheres wird morgen im Anzeigenteil bekanntgegeben.

** Der Deutsche evangelische K r r - chenausschuh (geschäftssührendes Organ des Deutschen Kirchenbundes) hat den Präsidenten unseres hessischen Landeskirchentages, D. Dr. Freih ernn Hehl zu Herrnsheim, in den Deutschen Evangelischen Kirchentag berufen. Diese Berufung in die gesetzgebende Körperschaft der vereinigten deutschen Landeskirchen bedeutet eine Anerkennung der Berdienste des Freiherrn Hehl zu Herrnsheim um unsere Kirche, und gibt die Gewähr, daß er die Belange der Hessischen Landeskirche im Deutschen Kirchentag in segens­reicher Weise vertreten tarnt

Wettervoraussage.

Temperaturen zunächst weiter ansteigend und (Regen, auch strichweise Gewitterstörungen mit Abkühlung. r

Witterungsaussichten für Mittwoch Zeit­weise Aufheiterung, mäßig warm und vereinzelt Regenschauer.

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l_ Mel bach, 2. Juli. Einen großen Auflauf verursachte hier die Durchsuchung v o n v i e r Zigeunerwagen nach einer der Insassinnen, die in dem benachbarten Södel einen Kaufmann geschädigt hatte. Sie hatte daselbst Waren gekauft, mit einem 20 Markschein bezahlt und war bald mit Ware, Wechselgeld und 20-Markschein ver­schwunden. Geraume Zeit dauerte es, bis mit Hilfe der Gendarmerie die Diebin entdeckt und das Geld aufgefunden war. Einer Sistierung entzog sich das braune Mädchen, da es angab, krank zu sein; weshalb auch noch eine ärztliche Untersuchung in die Wege geleitet wurde. Während im Vor­jahre für einen Morgen Heugras 7b bis 100 Mark geboten wurden, erzielte die Gorneindekasse in diesem Jahr nur 1 3 b i s 1 5 M a r k durchschnittlich.

WER Ilbenstadt, 3. Juli. Im Januar dieses Jahres waren 800 Jahre verflos­sen, seit der Gründer und Stifter des hiesiges Klosters, Gottfried von Kappenberg, starb Aus diesem Anlaß sind für die erste Sep- temberwvchr 1927 große Feierlichkeiten geplant.

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Verlauf der letztwöchigen Märkte zu rückzuführen sein dürfte, die wegen der rückläufigen Preise für die Einsender, aber auch für die Händler nicht günstig verlaufen waren. Die Aufkäufer von Wurstfabriken deckten sich in größerem Maße ein. An den Schweinemärkten war das Geschäft für fette Schweine weiter zumeist schleppend, während fleischige Schweine der leichteren und mittleren Gewichtsklassen lebhafter Aachfrage be­gegneten. Die Preisgestaltuna war nicht ganz einheitlich, größere Vreiserhöhunyen konnten sich nur bei Schweinen durchsetzen. Binder und Käl­ber waren überwiegend Kleinigkeiten fester, oder wenigstens preishaltend. Schafe neigten meist ' Es wurden in Pfennig per Pfund

Tageskalender für Montag. Palast-Lichtspiele: »Pat und Patachon, die lufti­gen Vagabunden". Astvria-Lichtspiele:Der Eowbvh-Kavalier".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am morgigen Dienstag wird, wie schon erwähnt, der nachgelassene Schwank von Curt Kraah,O, diese Bubi­kopf e", der bekanntlich im vergangenen Svmmer am Kurtheater Bad-Rauheim seine Uraufführung erlebt hat, noch einmal gegeben. Das Werk ist inzwischen in einer Reihe von Städten aufgeführt worden und hat überall einen starken Heiter- teitserfolg erzielt.

* Gegen studentisches Unfug-» treiben. Der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Giefien hat im Dorlesungs­gebäude und in sämtlichen Instituten einen An­schlag angebracht, in dem er zu den Polizeivergehen der Studenten Stellung nimmt und diesen Un­fug energisch verurteilt. Der Anschlag hat den folgenden Wortlaut: »In letzter Zeit häufen sich in bedenklichem Maße die Klagen über Studenten, die gegen die allgemeinen Vorschriften

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Büdingen, den 30. Juni 1927.

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Das Gottsriedfest, das jedes Jahr im September gefeiert wird, soU anläßlich des Jubi­läums eine ganze Woche umfassen, in der aus vielen Gemeinden Wallfahrten nach Ilbenstadt, demDome der Wetterau", gehen werden. Am Eröffnungssonntag wird der Bischof von Mainz, Dr. Hugo, zugegen sein.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 3. Juli. Infolge der ungünstigen Witterung ist die Heuernte in unserer Gemarkung mit ihren ausgedehnten, weit entfernten Wiesengründen noch sehr zurück. Erstaunlich ist es aber, daß> trotz des steten kalten Regenwetters die Gartenerdbeere^ und Kirschen in diesem Jahre gut gedeihen. So erntete ein hiesiger Besitzer in seinem Gar­ten Ananas-Erdbeeren in fast unglaublicher Größe; Früchte von 35 bis 40 Gramm Gewicht pro Stück waren keine Seltenheit, eine wog sogar 50 Gramm. Bei den Heu.gr as- ver st eigerungen waren auch hier die Preise äußerst niedrig.

Kreis Lauterbach.

dem anderen gegenüber eine gegenteilige Ansicht zu vertreten. Der Redner teilte der Versammlung mit, daß an seine Stelle der Derwaltungsinspektor K i r s ch b a u m , der schon 22 Jahre in Lauterbach tätig ist und der für die Rechner kein Unbekannter ist, zu seinem Nachfolger bestimmt sei, von dem er die Ueberzeuguna habe, daß er die Belange der Rechner in der seitherigen Weise weiter vertreten werde. Gemeinderechner Schaub, Uellershausen, und Stein acker, Hemmen sprachen dem ichei- denden Oberinspektor Dank und Anerkmnung für die ihnen bei ihrer Dienstführung zuteil gewordene Belehrung aus.

Don den SchlachtviehmärÄten

An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat der Handel wieder eine Be­lebung erfahren, wenn aud> das Geschäft über einen mittleren Umfang zumeist nicht hin aus­ging. Die Beschickung der Märkte war weniger stark als in der Vorwoche, was auf den ruhigen

Ans der Yrovinzialhauytstadt.

Gießen, den 4. Juli 1927.

Sportarztlehrgang in Gietzen.

Von Professor Dr. Huntemüller, Gießen.

Der ungeahnte Aufschwung, den die Pflege der Leibesübungen nach dem Kriege in Deutsailand ge­nommen hat, ist im Interesse unserer Volksgesund­heit in hohem Maße zu begrüßen. Doch kann eine übermäßige, körperliche Betätigung, besonders in den Entwicklungsjahren, auch dauernde Schadigun- qen herbeiführen bzw. bestehende körperliche gehler verschlimmern. Manche Erkrankungen erfordern wiederum eine Beschränkung auf ganz bestimmte Hebungen bzw. Sportarten für andere sind da­gegen bestimmte, nach ärztlichen Gesichtspunkten ausgewählte Hebungen geradezu heilbringend Um im Einzelfalle das Rechte zu treffen und vor Scha­den zu bewahren, ist eine genaue Untersuchung und Ueberwachung durch einen mit dem Betriebe her Leibesübungen vertrauten Arzt erforderlich.

Unsere Kenntnisse von der Wirkung der Leibes­übungen auf den menschlichen Körper, eine Wissen­schaft, in der die alten Griechen Meister waren, sind beute ziemlich mangelhaft. Doch ist man an vielen stellen bemüht, diese Lücken auszufullen, besonders dt die vom Deutschen Reichsausschuß für Leibes­übungen ins Leben gerufene Deutsche Hochschule für ,'eibesübungen in diesem Sinne tätig. Auf Anre­gung ihres Rektors, des bekannten Berliner Chirur­gen A. Bier, ist einDeutscher Aerztebund zur Sortierung der Leibesübungen" gegründet worden, der unter der Aerzteschaft die praktische und theore­tische Beschäftigung mit oen Leibesübungen fördern, hie Behörden und Verbände in hygienischen tfragen beraten und die Organisation der sportärztlichen Untersuchungen übernehmen will

Zu diesem Zwecke veranstaltet auch die Medizi­nische Abteilung des Instituts für Körperkultur an her hessischen Landesuniversität, die seit dem Som­mersemester in ihren neuen Räumen im Neubau des Physiologischen Jnstttuts untergebracht ist, in der Zeit vom 18. bis 30. Juli für beamtete und nicht­beamtete Aerzte einen Sportarztkursus. Er ent­spricht den Sortierungen zur Anerkennung als Sportarzt durch den Deutschen Aerztebund zur For­derung Der Leibesübungen und bietet Gelegenheit zur Ablegung der Prüfungen für dasDeutsche Sportabzeichen".

Die praktischen Uebungen, die schon im vorigen Jahr« durchgeführt wurden, haben allgemeinen An­klang gefunden. Selbst ältere Herren, von denen drei das 50. Lebensjahr überschritten haben, haben sich mit großem Eifer an den vielseitigen sportlichen Uebungen beteiligt, und es herrschte allgemeines Be­dauern, als der Kursus zu Ende ging. Er bildet den besten und vollständigsten Ersatz für die Sommer-

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Trohe, den 3.Juli 1927. Bürgermeisterei Trohe.

I.V.: Rau, Beigeordneter.

Berliner Börse.

Berlin, 4. Juli. (WTB. Fmrkspruch.) Da die Entwicklung immer noch undurchsichtig ist, bleibt die Tendenz im heutigen Frühverkchr abwartend. Umsätze sind kaum «tätigt worden. Man nennt Farben mit 286 bis 287. Am De­visenmarkt härt man Paris mit 124,02, Mai­land mit 87,50 und das Pfund mit 4,8560.

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