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Mittwoch. 4. Mai 192T

177. Jahrgang

Nr. 105 (Erftcs Blatt

Drud iib Derlei: VrLHI'sch« Uii»er#tdu-B8d>. mb Steiebrederti R. tauge in Slefrx Lchriftleirinq mb ^eschasirlttle: 5chil<ttake 7.

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Soeeiegs 3«tntacs

BfUagc«:

CM ebener ^ethrnbtottrr Aw»al i» Bckd th« LcheL».

Koeefi-B<jB5»irtli.

2 Hri*e*ert »ü 2D TUt^ipftweig ftr IrÄget» U>b*. «ach bei Achter, lottern ftejderrHeflWfni «folge hsheter ®e®alL 3ernfore*aa|*lt||«: 11, M ewb 112.

8*f*nt ftr Drahtxa*- rt*ir» lajeiget »letze«, petzscheckseata: gteaflcme Bleie litt*.

Das Parlament der Wettwirlfchazr.

Erwartet nicht zu viel!"

(Bon unterem O. Vt^nberforedponhentert) Genf. 1 Akai

(Wie

XIkn Hemmungen »um Trotz (£<>] wärt» in her ®clt Dor toenigm 3abrrn noch bätic in Ouropa niemand an bat ,5uftanb<t©m» mm ftnei .Padamenie« der Dell Wirtschaft ge­glaubt. Der Drdallrr entfinnl fich Dnno 1022 in Hamburg anläßlich einer

Den Vortrag eines amerikanischen Prvfrftors.

betten 7lome dem GebächtNis längst mit allen,

angchört zu haben und war »

Auditorium Io mancher ungläubig lächelte, oll dieser praktisch und klar denkende Bank«, leine Warte mH drastisch-einfachen HandbeWegunaen unterstreichend. den don oedammrilen beustchen TJlti ftern und auslänbischen Gästen von Xanfl narb Reynes und anderen) aus- _______ > |o manche Wirtschaftlichen Schwierigkeit.n. unter denen Guropa stöhne. leicht werden könnten, wetm l-.ch einmal statt her Politiker und Militärs die Wirtschaft­ler aller Länder zusam.nentäten und die Wirtfcha'tshemi.iungen uni em Zett arundllch

unterluchen würden. .Zndustnelle, Tunllcrt. Kaufleute. Landwirte aller Länder lut euch »ul am men. besprecht alle« offen, regelt was mI »u regeln gibt' rief damals der Danfee in Ichkch'ern Deutsch leinen Zuhörern entgegen. Da­mals k v-lte man. Heute ist man s o weit. Unh L't tn man von diesem ersten .Äon grd) der Wcltwirtlchalt auch keine losvriigen Wunder er­warten wird. |o must sich doch jedermann sagen. friß hier zum mindesten ein höchst aussichtsreiche« Werk in Angriff genommen worden ist.

Die DelNoirtfchastskonferenz. die am 4 Mai in Geni »ulammentdlt. 'st der größte Äon- grest den die Vorerstadt an der Rhäne k* ge- sehen bai Und das will für Geni etwas heißen. Xlnc< c r 20ö Delegierte au« 43 Ctaoien werden an i ckr Konferenz tcilnehmen. Hinzu kommen gegen .300 sachverständige, etwa 400 Mann technischen Personals und säst 100 Prvllcmänner Das ergibt eine Zahl von rund 1000 Äon- lerenzleitnehmem Besonder« wichtig »st. daß unter den 43 teilnehmenden Staaten auch ter.e brei Mächte figurieren, die bislang dem Bölker- bunbe s.ch fern gehalten haben Sowjet ruh - land fre Türkei und die Bereinigten Staaten R r r d a m e r 11 a «. Die Ävr.serenz hat nicht den 6ba:alter einer Zusammenkunft von Ttei erungsvertretcrn. deren Mülle für die teltnebrnenben Staaien binde d werden. Sie toll nur al« begutachtende Znstanz zu den greßen wirtschaftlichen Problemen der Gegen- wart >3 teJung reimen. Aber ihre Bedeutung ist desda'.b nicht geringer. Dielkid)! gerade wegen biekr abweichenden Zulan.men'enung wichtiger, als d c gewöhnlicher politischer Ronlerenzen. Den Politikern ist oft frr Borwvrl gemacht worden, daß hc Nm toidftbaftLdx i Prvolemen nicht ur- tetÜHdbig genug g> genüberstehen Bun tollen einmal die Wirtlcvaltler aller Länder zc aen. ob es nicht mit H.lle ihrer Methoden le-.chter lein dürfte, die aus dem Wege zum politischen Weltfrieden liegen t<n Hindernisse hinwegzu-

räumen.

Gmsach wird das allerdings nicht fein. ®« let hier an jene Wort.- erinnert, d e Sir Austen S h a m b c r I a i n un* Bökkerbund-Zournalisten. bei Geeg.nfrii andrer Bölwedundkonterenzen. Hw und wieder freundlich-lächelnd vorgehalten hat .Gentiemen, donterpect too much. " Die De t 'oll auch von dieser Konferenz nicht zu viel erwarten Das Bewußtsein. daß man trotz aller Schwierigkeiten vorwärts kommt, tollte vor der Hand genügen. Zumal *o r andx Dieter Cxbtrierigleiten von eine» fast unücenoindlichen Größe '»nd Man braucht nur aus die grund­verschiedenen toiil cha't iLiN 'Ecdan' aaungen hinzuweifen. die zur Zeit gerade in den Ländern herrschen, die im Äomp'.c» der Wellwirllchaft von ausschlaggebender Bedeutung find

Die Tatsache, daß die Sowjetmacht sich an biekr Äonkrcty oertreten läßt und somit erstmalig an einer unter den Auspizien des Tölkcrbunde« stehenden Beranstaltung teuneh- men n ird kann natürlich nicht hoch genug cingetchant werden. Wenn e« auch zu weit­gehend sein hurfte. daraus gleich den Schluß zu .ziehen, daß der Äreml hierin .eine Art Mit- telstatirn zwischen Wirtschaft und Politik sehen' und frekm Schritt .eine radikale Reuonentte- rung 1 einer Stellung zum Völkerbünde" folgen lassen könnte ko steht doch außer jedem Zwei­fel daß ein näheres Heranziehen der Bolsche­wisten an den .Bu'en des Kapitalismus" für das Gelamtwohl der WeUtoinschast nur von Ruycn fein kann. Bor der Hand ist Moskau allerdings noch einem M rischaftsivsten erge­ben. das ton dem in der ganzen übrigen Dell grundverschieden ist. Die Moskowiter beeilen sich ihrer Genfer Delegation vorauszupotauren. daß .Den einer Ab'chwächung des Prinzips hrt Außenbandcl-Monopels nie die Aede lein Bnnc und tun gar beleidigt, sobald men ihnen freien Schritt nahelegt Dicke Haltung erinnert etwa« an das Gebaren einer lideriichen Person, fr.e die Aufforderungen, endlich einen anständigen Lebenswandel zu beginnen, mit der bittren Klage, daß man kie .tief gekränkt' hätte, zu beantworten pfleg! älnd leihet gibt 14 in der .bürgerlichen Welt' genügend Baive. die die Gewohnheit haben zu dielen Klagen der gekränkten bolschewistischen

Jungfrau veiständnisocll mit dem ^opse zu nicken und sie im Weitersähren ihres liederlichen Lebenswandels zu bestärken Aber all ki« wird nichts daran ändern können, daß dir Sotojet- Serrtn sich über kurz oder lang dazu werden bequemen müssen, der übrigen iMt mit mehr

Anpalsungsfreudiglcit als d e^cr ent^^genzutreten. Denn tun sie das nicht, so wird mit unvermeid­licher Aotwerchigkc.t eines Tages jenes Sreigms einirrten, das die Engländer enigmatikch .das Aufrr'lcn der brlschewistilchen Sragc" nennen und das vor allein auf eine radikale Aende-

Der Kampf um die Saargruben.

Berkin. 4 Mai «D D. Z.) Der preußische Landtag nahm gestern seine P'-enaditzungen nach der Oftcrbaule wieder auf Das Haus nimmt die zweite Beratung des Haushalts der Bergbau- und Salinenunterhaltung in Angriff

Abg Ofterrotb >Soz.) erstattet den Aus- fchußbericht Der Ausschuß empfiehlt hie An­nahme von saft 40 Anträgen, die u. a die Erweiterung der älnfallvedicherung im Bergbau, sowie Maßnahmen zur Grhohung der Gruben- sicherheii fordern Das Siaatsministerium wird auch edudbt. bei der AeichSreg erung auf bal­dige Dor cgung eines Aeichsbergbau-Ge- setzes hi-zuwtrlen. in dem die 2rke ts»ei: unter Tage auf sieben Stunden sowie über Tage auf acht Stunden gesetz'ich fcftge'.egt werden soll. Bet der Deichsvegierung fv'.l auf Schutz des schle­sischen Bergbaues und der in ihm beschäf­tigten Arbeiter beim Ab'ch.uh eines deutlch-pol- Nischen Handelsvertrages hinqewirkt werden.

Abg Dr. v Waldthausen (Sht) wendet sich gegen das Borgehen des französischen Berg­baues. der von Lothringen au» unter Tage in das Saargrbiet elnbrtnge und durch Schachtanlagen direkt an der Grenze Kohlen sördere. Gs Iorten an Privatgesellschaften Gruben auf 9 9 Jahre verpachtet worden lein.

Abg Pinkerneil (®. Dp) erklärt, tu- ropa hat seine Dormachtsteilung in der Äoblen- wirtschaft verloren. Dir stchen wieder am An­fang eines Kampfes. Die Atempause des eng­lischen Sireiks hat uns die Reserven nicht gegeben, daß wir dem kommenden mit Ruhe entgegensehen könnten Berschiedene Städte, wie Köln .und Sranff urt a. OH. erwerben jetzt Grubenfelder, obschon sich die Doppellchachianlage auf 75 OK UL Mark Kosten stellt Vs werden wieder einmal auf kosten der Steuerzahler kom- munaleBetriebe ausgemacht, die nichts einbringen.

Handelsminister Dr. Schreiber.

QHti einer Bedchlschrerung der Absatzlage muffte man nach Beendigung des englischen Berg- arbeilerstveils von vornherein rechnen. Zeter- Ichichten und Ontlallungen auf einer Aeihe von Gruben könnter daher nicht ohne weiteres als Zeichen einer ungünstigen Lage bewertet werden. Aichtig ist. daß die Lage mancher reinen Kohlen­zeche weniger befriedigend ist als die der Hüllen­zechen. die aus der ikkbung der Oifcninbuftrie den Haupt vorteil ziehen Die ilnterftüt- zungsmahnahmen im Sieg- . Lahn - und Dillgebiet haben '-.ch bewährt. D»e Vage der staalsetgenen Deseilschafien wird da­durch bestimmt, daß sie reine Aodkn.zcchen dar­stellen S,e müssen löch deshalb nach besonderen Absatzmadten umsehen, um wirtlchafllich arbeiten zu können Das Bestreben einiger Gemeinden.

öigenbergbau zu treiben, scheint wegen der da­mit Dertnmbcncn Risiken nicht unbedenklich zu sein. Die Besorgnisse hinsichtlich des Heber- greifen» de» s ranzVfIschen Berg­baue« von Lothringen au» auf da» Saargebiet sind im wesentlichen dchlig dar- gestellt worden. Tatsächlich sind in der leM.m ,jci! an mehreren Ste len Jranzö i' ^-Loth.i i».en» dicht an ter Grenze de» Saargeiietes umfang­reiche Arbeiterkolonten und Schachtanlaaen er- richeet worden, und c» werden zur Zeit Stein­kohlenflöze de» Saargebiete» in grö­ßerem Umfange von Schächten, die auf Iranze- silchem Boden liegen, abgebaut. Der franzö- fische Staat hat nämlich einen Teil der unter saarländischem Boden liegenden .Kohlengruben an die Bergwerks-Aktiengesellschaft A G. Sarre et OK »feile verpachtet. Diele Gesellschaft betreibt in Lothringen Berg- bau. Daß diele An des Betriebes das Saar- gebiet und seine Bevölkerung in erheblichem Maße schädigt, ist zweifelsfrei- Unter allen Um­ständen ist es auch überraschend, daß die Ae- gierungskommlssion des Saargebiets, der die treuhänderische Berwalluna dieses Gebiet» obliegt, ihr Gin verständnt» au diesem Vor­gehen gegeben hat Da» Rückkauf »recht Deutschlands, da» der Dedailler Vertrag bin'ichtkich der Caargruben vodieht. bezieht sich auch aus das 5kohlenvorkommen. das im Saar- geblet liegt, aber von Lothringen au» abgebaut wird S» ist Har. daß diese Kohlengruben, frei von alle n Pacht Verträgen. die inzwi­schen etwa der französische Staat abgeschlossen haben sollte, von Deutschland zurückver­langt werden. Preußen, da» sich in dieser Be­zieh u n g in Uebereinstimmung mit der Reichs- regierung befindet, wird einem Verzicht aus sein Recht nicht zusttmmen. V)a» die Bclürchtung an­belangt. das Vorgehen Frankreich« könne die Volksabstimmung im Caargebiet beeinflussen, da vor der Abstimmung aus diese Deise künst­liche wirtschastliche D e r s I e ch t u n g e n zwilchen dem Daargebiet und Lothdngen herge- stellt werden, so erinnere ich daran, daß wir der Treue der Bewohner bider Srenzgebi k ebenso sicher Inn können wie derjnngen ^<r gesamten übrigen Saarbevölkcrung. Reichsminister des Auswärtigen Dr. Strelemann hat tm übl.gen ün Mai v 3. den Saarsänaern gegenüber sich ausdrücklich gegen da« Gerücht verwahrt, er sei bereit, einige deutsche Gemeinden an der Saar­landgrenze freiwillig abzutreten- Dr. Strelemann hat ausdrücklich erflärt. daß die Menschen an der Saar nicht als ein Anhängsel der Laargruben betrachtet werden tüden. Die preußische Regierung wird freie Dinge wachsam im Auge behalten Die Ausführ-ungen des Ministers über das Caargebiet Wurden besonders auch aus der Rechten mit lebhaften Zustim- mungskundgebungen begleitet

Frauen und Politik.

nicht unerbeWid) überwiegt, sogar eigentlich noch

Das deunche Vorbild, da» der {trau nach der Revolution Sie volle politische Glnchbcrtcht.purig brachte wird in steigendem Maße vom Ausland naebgeabmt; so steht gerobe zur Zeit m C n g I a n d die auebehnunq des Frauc^Wahlrechtes, da» bisher an die Vollendung bei Z0. Ledensiahres geknüpft war. auf alle Altersstufen bis zum 21.3abre bevor, übereinstimmend mit dem Wahlrecht der Könner. E, ist deshalb nicht ohne Interesse, festzustellen, in welchem Umfang sich die irrou in Deutschland ihrer politischen Rechte teil 1914# bedient hat. wöbe, man als bekannt unterstellen dar', daß eine bestimmte Anzahl von Frauen al» Abgeordnete sämt­licher Var! :m.-nte und al» B e a m t e bi» zürn Ranae des MiNiNenalfrrektor». aber zahlenmäßig wen hinter den Mannern zurücktrrtend politisch tätig sind, und daß j. S. auch aus der deooritehrnden Lektwirifchaftskonieren) drei Frauen, darunter die drmokrab'che Adgcordeiete Dr M. 6. Lüders al» einzige Teurdx. .gezogen wurden.

Eine miere'Mnte ctanftif. die der Direktor de» Lübecker cioii'hfcbrr Handel samt s Dr nartroi? auf- gcfteU: bat ermuteit au» den wahre.nd venchiedener A^dlen an nnjetnen Seelen ;rmcd)ten Etichproden. daß bw grauen von ihrem Llahlrecht irltener ®d>raud) machen als he Manner 1919. bei den Dahlen zur Ranonaloerki-mlung und zürn B-aye- n'chen Landtag u>-t die festgestellte Abweichung nur kbr genna. sie betrug i oi» 2 Prozent. Bei ben ipäteren Wahlen wird ste immer großer: 1920 in einem ,w0e 9i. 1921 12. 1922 10. 1924 wo eine ganze Reihe von Stichproben gemaet: wurden. 6s d,s 15 Prozent. 1925 tei der Dadi de« Reichs- prästdentrn. ergaben sich cäjroanhrra.n iw:'ck»en 12 und 15 Pro^en^ Das heißt, da auch die Manner nur in einem Äurmaß »w: chen 50 und 90 Prozent non ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.^eine rela­tive Minderbeteiligung der Frau bis zu 25 Prozent: und da leit dem Kriege fre weibliche Bevölkerung

«twa» mehr.

Diese Relation wird noch deutlicher, wenn man eftflelU. daß bei den Reichstagswohlen von 1920 noch 53 Prozent der abgegebenen Stimmen von Frauen abgegeben wurden, bei den sächsischen Land- tagswablen 1922 noch 52b. bet den Reichstag»- wählen 1924 im Mai (in Köln fe'^telU) 47,2. im Tcwrnber 47.1 und 1925 bei der Reichsp.-aschenten- wähl im ersten Wahlgang nur noch 46.2 ovn je 1(0 Stimmen. Beim zweiten Gang der Reichs Präsiden- tcntoobl wuchs die Ziffer allerdings etwas, und zwar ettf 48,3, doch ist immerhin eine üchlbare Min - ierbeleiligung der grauen feftyifteUen. Dabet txftehw aber große Unit schiede zwischen den ein- jdnen Pa rteien. 1920 wählten zum Reichstag \6 beut idjnattonale trauen oe:c 4 4 Man­ner. 13.2 vol ksparteil, che geptn 13, 14.4 Zentrumsfrauen gegen 1<» Männer da­gegen nur 6J demokratische grauen legen 7 Manner. 19 2 f »lialfc« m o f r a t i I *e jeger. 25.4 Manner und 1.4 kommunistische aegen 2.4. 2ie entsprechenden Za Ken lauten 8. ' iür fre Re chstagswadlen oon IRci 1 <?4 in Seriin- spcnöoj 22 4 »u 17.6 bet den De- 'chn lonalen. 9L xu 8,4 bei der Deut chen BolkspaNei. 4 9 3.1

bei dem ^Zentrum. 4 7 zu 4.9 bei den Demokraten. 8.2 <u 9.6 bei Den Pölkttchrn 28 4 pt 26,5 bet der und 15.2 zu 20.7 bei den Kommunisten. Bei der zweiten Re ck^tugswohl Mieten, bei starker Ser» 'chiebung zwi'chen den Scrteien, die Relationen zwi» chen Mann und Zrau ungefähr hw gleichen und nid) m Hagen in SefrcSer wo die gliche Trrbe semadr wurde ergibt stch fast fre nämliche Relation, fre ein deutlicher beweis gegen ist. daß die Frau in ihrem politischen Urteil unselbständig und üdh im Männern ihrer Farmlte abbänc.q sei S,e ift di ei weniger radikal, und viel rehgtu'er. axe nch aus der starken Beteiligung beim Zenttvm ergibt

cuna des bolfchewifttfchen Wtrtfchaft«svftem» ßkn- auslausen wirb.

Gin anderes Sorgenkind der Genser m- ferenz wird Italien fein. Dir wollen nicht tn den in der europäischen Prdk oft begangenen Fehler verfallen - die fasziftt che Gektzgebu ig. als das gleich unwürdige llitrem. der bvl'chew ftt- schen Dekretenmalchine an die Se te iu stellen. Der Unterschieb des Maßstabes ist doch Io groß, daß freie beiden Systeme tn einem Atemzuge kaum genannt werden sollten. Ader nun hat k mm en tritt der MellwiNichaltskonlerenz le ne M a k n a Charta der Arbeit veröffentlicht, und nicht ohne Rvpfschüiteln hat die Bklt von freiem interessanten Staatsdokument «kennin.s ge­nommen Die 3bee einer Kombination der kapitalistischen und svzurllstischen Minlchafis- systeme - unter Beibehaltung der äußeren Jor- men der Privatwirtschaft, aber Ausschaltung der freien Verwertung der wlrtschastl.chen Äräfte zu verwirllichen. Ist voller Beachtung toetf und Die In Genf versammelten Dcleaieden werden das medwürfrqe Dokument gewiß in Muse studieren können. Aber schon jetzt kann gesagt werden, daß e» kaum angetan ist fre hier anzustrebend.' inter­nationale B>irtfchastsverständ guna wesentlich zu erleichtern und nicht unwahr w.rd jenes scharfe, aber präzise Urteil Irin, mit dem ein angesehener Schweizer freies wirtschaftliche Srver ment Mussolini» beantwortet hat .Mit dem Rnuppel lallen sich wohl die Marktplätze Italien.'wr Städte, nicht aber der Weltmarkt beherrschen. Das gilt analog für den Jaszismus, so gut w.e für den Bolschewi»mus" Morte, zu denen nichts weiter hinzuzufügen wäre..

Als dritter, au» der Art fallender Sa Hoc der Weltwirtschaft verdient Rordamerika ge­nannt zu werden. Diese« Land -- als posi­tive» Beispiel Während wir eben dabei sind, unsere Wirtschast»nöie mühsam zu beheben, wäh­rend in Guropa selbst an eine Milderung Der Zollschranken noch lange nicht zu denken rt und der Gedanke einer wiNschaftlichen Dereinigung der Europäischen Staaten noch al» märchen :.c Utopie tn blauer Farbe fchtvebt hat man , li­iert» des Atlantischen Ozeans all das bereit« lange hinter sich geworfen. Wirtschaftliche Rule, wie Suropa sie Bermt. sind Dort unbetannf. Soziale .Krisen bat man rechtzeitig zu vermeiden ver­standen. Und vor allem hat man Dort erkannt, daß Industrie und Landwirtschaft sich um Io belfer entwickeln, je größer fre an sie gestellte,» Anforderungen, fre Bedürsnisse der Bevölkerung hnb und bat sich daher eine von Der unlngen >öllig t»ed4mebene, viel großzügigere Lebensauf­fassung zurechtgemacht, die in den vedühverischen San mündet, daß manum so reicher werden könne, je mehr man zu verausgaben geneigt ist". Die Verkünder dieser Lebensma»ime weihen gleichfalls an der Genser Wirstchast»konfene,z teilnefrnen und wenn man auch nicht hofft, daß sic unserem .armen, kleinen Suropa' im Hand­umdrehen Da» Geheimnis ihrer wirtschaftlichen .Zauberformel bei bringen werben, so wirb d ch hre Tcilnahmc und ihr Rat sich vielleicht als das schänenswerteste Faktum dieser Konferenz erweifen können.

Don Bedeutung ist endlich die Haltung der deut­schen Regierung zu den in Genf erörterten Proble­men. Daß diese Konferenz trotz ihre» Welttitela vor allem eine europäische ikLirtscha«i.lonfe- renz ist. steht außer jedem Zweifel und da durfte e» ton au»(d)iaflpebenber Bedeutung sein, wie fub zu ihr jene Macht stellt, die nicht nur der wirtichaittich m ä d) t i g ft e etaat de» Äonlment» ift. sondern auch al» mittler zwischen Oft und Lest, eine Conder- stellung in der Leit einnimmt 3n einer seiner letzten Reden hat der deutsche Außenminister sich hierüber aeäußert und erklärt, daß die deutsche Regierung nch darin einig seidie Förderung weltwirt- chastticher Beziehungen höher al» den eng umgrenz- len Schutz der Binnenwirtschost zu stellen".

(Ein Glück wäre es, wenn die Vertreter sämt­licher 43 an der Deltwirtschastskonseren; beteiltaten Staaten ebenso dächten, rote es der deutiche Außen- Minister tut und wenn die maßgebender. Politiker Uer Lander ebenso viel Sinn für dir wirtschaftlichen Zusammenhänge der Leit hätten, wie ihn Dr. Strelemann n-.cht leiten an den log gelegt Hot Rcch dem eben erfolgten Fiasko der «drust. nasdewü- bi'r.aen hallt man in (Benf nachdrücklichst, daß die i'irtlchastler das einigermaßen gut machen werden, ja» dir Militaristen verdorben haben. Zumol da» lbr;jhungsproblem zum nicht geringen Ird eine nirstchafttiche Frage ift. Aber man braucht feine .tzj-cke nicht nur nach Moskau und Rom manbern zu lasten, um fich zu 'agen, daß es auf dem L-ge V-i den ..wirifchafttichen Bereinigten Staaten con u»-opa" noch manche- ernste Hindernis zu über- --inben geben w rd. und daß die kühl wägenden Werten des britischen Außenminiftcr» vor der f)anb -uch hier gut am Platze sein dürsten:Don't ex- oect too much, Geotl-men... .* Dann wird man -denfcll» nicht e-ttöuscht. mötzlicherwetfe sogar an- - rrrbm übercfdjt lern können

Das geänderte Konferenzprogramm.

Genf. 3 Mai. IWB.s Angesichts bet per» 'päteten Ankunft bet russischen Deke-ation wirb nur.rnchr im Gegensatz zu bem ursprünglichen Programm davon gefprvchen. bah zwar Der schwebstche Bvlk-wirstchafter Prof. Lössel, fre