Wirtschaft.
Die Lage des Arbeitsmarktes.
Das Lcuidesamt für Arbeitsvermittlung tn Frankfurt o. HL teilt mit.
Bei den 41 öffentlichen Arbeitsnachweisen >m Landesamtsbezirk (Hellen Hetsen-Aalsou und Wolbeck) waren am 15. Februar lo3169 (140 724 männliche 22 445 weibliche) Arbeitsuchende gemeldet das find 4935 mehr al- am 15. Januar (158 234, davon 135 953 männlich« und 22 281 weibliche). 3n dielen Zahlen lind die aus der ErwerbSlvlensürsorge unterstützten. d,c aus der Srwerbslosensürsorg« ausgesteuerten und aus der ÄrifenfürforQ« unterstützten Arbeitslosen. sowie die bei öftcntlichen Rolstandsarbetten beschäftigten Personen enthalten. Die leichte 2er- Ichlechterung der Arbeitsmarltlaae war »um größ- tea Dell auf WitterungSeinslütse zunickzulüyren die die Deschafligungsoerhollnifse In den Auoen- berufen unaunstig beeinflußten. Sv stieg z. B. die Zahl der Arbeitslosen im Baugewerbe um rund 1700 auf 21 328, in der Beruf-gruppe Ungelernte um rund 1400 auf 43 400 In den hauptsächlichsten Inbustrtegruppen blieb dagegen die Lage ziemlich stabil.
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• Weitere Absatzbelebung in Lahn- und Dill - Erzen tm Februar. Die Verhältnisse auf dem Srzmarft des Lahn- und Dislgebietes einschl. Oberhessen haben sich, wie dem ,3. Ä." berichtet wird, im Februar weiter günstig entwickelt. Die bereits in den Vormonaten nach Einlösung der Staalssubven- tion eingetreten« Delebung der Aachsrage, die einen verstärkten Versand zur Folge hatte, setzte sich im Februar fort, so daß die Förderung weiterhin mühelos abgesetzt werden konnte. Der Versand ging ohne Störung Donflatten.
* Weitere Herabsetzung der Lfandbriefbonifikationen. Wit Wirkung vom 1. März 1927 find die Psandbriesboni- sikationen, die bisher 1, 1', und 2 Prozent betrugen. auf 1. 1' < und 1', Prozent im Höchstfälle herabaescyt worden. llnDtr ändert bleibt demnach der Aormalsatz von 1 Prozent.
Verein für chemische Industrie, Frankfurt a. W. Die außerordentliche ®c- neralversammlung genehmigte gestern den vor- Snen Interessengemeinschaftsvertrag mit der bischen Aktiengesellschast Aaamloozc Dee- nootschap Algemeene Rorit Waatschappij. Amsterdam. Die Anregung zum Abschluß des 30jäh- rigen 3.-®.-Vertrages ging von der Aorit (Äa- Pital: 5 Mill. fL, Dividende für 1925 : 8 Pzt.) aus und sieht die Zusammenarbeit zur Herstellung von aktivierter Kohle vor. Die dazu benötigte Holzkohle wird vom Verein für chemisch« Industrie hergestellt. GKichzeitig hat der Verein m Deutschland gelegene Betriebe, die aktivierte Kohle erzeugen, übernommen. Die Zusammenarbeit mit der Rorit. die sich außer auf bas Gebiet des Datennvelens und der technischen Errungenschaften auch auf das Kaufmännisch« erstreckt, werd« ein« gut« Ausnutzung der Fabrikattonsbetriebe des Vereins gestatten. Sodann wurde die zu dieser Transaktion nötig« Kapitalserhöhung um 2,5 Mikl. Mk. durch Ausgabe von 1500 Stück auf den Inhaber lautenden. ab 1. Ian 1927 divtden den berechtigter Stammaktien von je 1000 Wk. beschlossen unter Ausschluß des gesetzlichen Bezug-rechtes der Aktionäre. Davon werden 2 Will. Mk. den allen Aktionären im Verhältnis 2:1 zu einem Kurse von nicht über 110 Pro-, angeboten werden 500 000 Mark bleiben der Desellschaft zur Verwendung überlassen. Auf Anfrage von Aktionärsseite wurde mitfleteilt, daß über da- Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahre# noch nicht- Definitives fcststehe und genaue Angaben deshalb nicht gemacht werden könnten. Es sei aber vorauszusagen, daß der Abschluß günstiger lei als im Dorsahre.
* Ein Dementi der I.V -Farben- i n b u ft r i e. Wie der WTB -HandelSdienst hört, entbehren die an der Börse v.rbrciteten Gerüchte. wonach die 3 D.-Farbe:nndustrie «inen Ankauf von Kuren der Zechen Bismarck, Ewald oder anderer Zechen beabsichtige, jeder tatsäch- lichen Unterlage.
* Deutsche Kohle für Oie alg«ri- s ch cn Staatsbahnen. Wie ^Evening Standard" berichtet, ist «in Auftrag auf QicL'rvng von 91000 Tonnen Steinkohle und Brikcl für die algerischen Staatseifenbahnen bei deu schon Fir-
Märtyrer der Liebe.
Storno n von 9. Schneider-Förstl.
15. Fortsetzung. Nachdruck verboten
Sie war selbst in den Keller gestiegen und trug in ihrer großen Küchen schürz« einen Hügel von Flaschen nach oben. Prustend strich sie den schweiß von der Stirne.
„sechzehn Flaschen noch! Alle Heiligen! Das reid)i noch einmal für eine Hochzeit"
Erschrocken hielt sie inne.
Am Eingang stand Reichmann, das sonst so ge- sund gerötete Gesicht in fo .in (Brau spielend. Sein Nörpc r neigte sich etwas vornüber, als vermöchten die Füße dt« Last nicht mehr zu tragen.
Elisabeth schrie auf und lief auf ihn zu. G«ory, was ist dir?"
„Gib mir ein bißchen zu trinken! Irgend etwa»!"
Er suchte nach einer Sitzgelegenheit. Hanna hatte ihm bereits einen Stuhl ird gemacht, auf den er ganz erschöpft niederfiel. Vas Glas mit Wein, welch«» sie ihm, schnell di« Fassung wieder findend, reichte, kerbe er auf «inen Zug. . Danke!* faate er halblaut, noch inner etwas benommen. Dieses ^chlmndelgesühl war einem Schiagtressen ganz ähnlich gewesen. Aersluchtes Dpiu::*'
Was ist es Denn?” bat Elisabeth
Sie kniet« vor ihm mitten zwischen oll den Iamu-n juxigen und streichelte feine Hand,.
Bist du trank. Georg? Hast du eine böse Nachricht belommtn. Liebster? Sag' doch!"
„Nein, nein! Sei ganz ruhig. Kleine,!'
Er merkte, wie Hannas und Friedrichs Augen 'orschcnd an ihm hingen. Das macht« ihn unsicher Es war das bef e, sie horten von ihm selbst den ganzen Sachverhalt joweit sie ihn eben wissen Rarsten. Die Wahrlxtt durste er natürlich nicht sagen. End di« Lüge fiel ihm schwer.
-Cd) habe — ich — bin — ich roar gestern ein '-'ißchen lange aus — Iunggesellenabfchied — und haue abend», als ich hrimkam, wahnsinnige» Kops« weh' — Di« Lüge ging glatter, als er geglaubt hau«, fein« Stimme wurde sicherer. — ,Lu Hause habe ich mir einen Schlaftrunk gemacht, um heute ganz 'risch zu sein. Ich habe mich vergriffen und Opium erwisch'. Denn Hilderlt nicht gewesen märe.
men plaziert worden, deren Angebot 3 Schilling pro Tonne niedriger war als das Angebot der Wattier Drüben.
* Dis conto-Gesell schäft In Berlin. 3n der gestrigen AR -Sitzung wurde be- schloffen, der auf den 29. März ernzuderufenden HD die Verteilung von wieder 10 Prozent Dwl- bende vorzutchlagen Der Reingewinn bekiff er. sich für 1926 auf 17 500 511 Mark
Börsenkurse
Aranksurtcr Börse.
Frankfurt a. M., 4. März. Tendenz schwächer. — Der Tendenz-Umschwung an der gestrigen Abendbörse setzte sich heule weiter fort, wobei man von großen holländischen Verkäufen zu den letzten hohen Kursen spricht. Im übrigen bildete die unveränderte Dividende der Discontv-Gescllschaft keinen Anreiz, wenn auch der Abschluß günstig ist. Beachtet wurden vor allem die Berichte vom deutschen Kohlenmarkt. die wieder von Haldenbesränden unö Feierschichten Kenntnis bringen. Montan- werte, insbesondere reine Kohlenwerte, waren daher stark gebrüdt: Harpener minus 5 Prozent. Rhein Braunkohlen minus 7.75, Ilse minus 14, Gelsenkirchen minus 4,5, Klöckner minuS 5, Mannesmann minus 4 Prozent. 3. ® Farben und Rheinslahl verloren je 3 Prozent. Kaliaklien ebenfalls schwächer Mansselder minuS 4,5 Proz.. Aschersleben minus 4 Proz. Westeregeln minuS 2,25 Proz. Banka kt t en schlossen sich der all- Siemclnen Aufwärisbew.gung an. wobc: Darm- tädter und Eommerz je 5.5 Proz.. Disconto 3.5. Deutsche und Dresdner je 3 Proz «inbüßten. Bei Schlfsahrtsaktien verstimmte di« weitere Verschleppung der Freigabe-Bill. Hapag 5,5 Proz., Rordllotzd 2,25 Proz. schwächer. Auch Slektroaktien setzten niedriger ein. Sie-
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müßtest bu mich jetzt zu den loten zählen, Elisabeth."
Ihre Augen waren entsetzt auf ihn gerichtet. War da» ihr Traum gewesen? Mit lautlosem Weinen fiel ihr Gesicht gegen seine Knie.
„Komm, gib mir noch einmal zu trinken," mahnte er. „Es ist nur noch «in kleiner Nest von Schwäch«, der mich zuweilen ganz duselig macht. Du haft mich ja, — du hast mich ja!" wiederholt« er und zog sie mit Hufbietung aller straft zu sich empor.
Hanna reichte ihm ein bis an den Rand gefülltes Glas, da» «r ralch hinunterstürzte. Dann erhob er sich, die Braut am Htme. und stieg mit ihr di« Treppe hinauf. Aber er konnte sie nicht in einem Atem nehmen. Zweimal hielt er im Steigen inne und stützte sich schwer auf da» Geländer. Ihre Auaen hingen in verzehrender Angst an seinem Gesichte, sie war so bleich wie «r selbst
„Armes Häschen", sagt« er und griff nach ihrer Hand.
Erschrocken zog sie dieselbe zurück. Ihr Traum! — Seine Finger waren kalt und feucht.
.Habe ich dich erschreckt?" trug er mit einem apathischen Lächeln.
eie schwieg und schob ihren Arm stützend unter den seinen. Auf dem letzten Treppenabsatz küßt« er sie.
Nicht heiß und stürmisch wie sonst, sondern gesittet, beinahe väterlich, wie in Gedanken verloren.
Sie zauderte, den Kuß zurückzugeben.
„fflun?" mahnte er, verwundert und gekränkt zugleich. _
Da küßte sie ihn. Aber ihre Lippen streiften ihn nur wie ein Hauch.
Unten, an der Treppe, zwischen oll dem lachenden Grün, stand Hanna und sah den beiden nach. .Ich hab« — ich bin — ich war —" hatte er gesagt. Und hr scharfe» Ohr und ihr nicht minder aufmerksame» Auge hatte die Lüge erkannt. Opium wollt« er mit einem Schlaftrunk verwechselt haben — Absicht war'» gewesen! Dar er der kleinen Lies« überdrüssig geworden? Er brauchte es ja nur zu sagen, wenn er frei sein wollte. Gott, das Kind blieb deswegen noch lange nickt sitzen, und sie würde schon sorgen, daß st« sich nicht bk lugen rot weinte um so «inen! Dar denn^gar niemand da, der die Augen offen hielt? — So «m Daker, der tappte dahin wie ein Vlinder. dem mußt« man erst den Kops auf alle» stoßen. Selber sah der nicht», unb die Lies« bk
men» L Halste minus 4.5 Prozent Licht u. Kraft minus 5 Proz.. AEG. minus 2,5 Proz. Petro- leumwrrtr flau. Deutsche Erdöl auf das Berwaitungsdementi minuS 6 Proz. Rüigers- werke minus 3,5 Proz Die Werte der W e - tallbankgruvpe knien dis 2.5 Protz schwächer «in. Variable Werte z T widerstandsfähig, aber üb. iwtegenb schwächer e±eibean|alt minus 2.5 Proz. Kicher minus 1,75 Prvtz. RLäl minus 2,25 Protz Am Anleihemarkt war daS Geschäft Kill. Anlrihe-Ablöiung 2öL. Der Geldmarkt zeigte «ine leichte Entspannung für Tagcsgekd da» sich auf S Proz stellte MonalSgeld 5,25 bis 7 Protz. Pnvatknskvnicm 4L Proz. Im Levifenverkcor log Lon- ben sehr fest mit 4.8525 gegen Kabel und 124.07' , gegen Paris .sitrich-Loodon 25,23. Die Reichsmark stellte sich gegen das Ptund auf 20,475 gegen Kabel auf 4.22 - Der weitere Börfenvcrlauf blieb still und zeigte keine Erholungen I.-G -Farben lenkten lich auf 309 Prozent, Rhcinstahl auf 229 Prvtz Siemens auf 260 Prozent und AEG auf 165 Prozent.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphisch« Auszahlung
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Berliner Bi-rjc.
Berlin, 4. März. Di« Börse eröffnete im Gegensatz zu der festen Dortagsstimmung in g e - drückter Haltung. Schon an der gestrigen Frankfurter Abendbörse kam zum Schluß em stärkeres Abaabebedürftiis zum Durchbruch, da ostentative Verkäufe einer Großbank verstimmten. Die Spezial- werte, die sich in der letzten Zeit stark befestigen konnten, verloren während der ersten Stunde 4 bis b Prozent, im übrigen bröckelte da» Niveau der Termin- und variablen Wert« nur leicht ab, da das Publikum an seinen Beständen nach wi« vor fest- hält und die Baissespekulation nur außer- ordentlich vorsichtig operiert. Blankooerkäufe fanden anscheinend nicht statt, zumal die allgemeine Wirtschaftsentwicklung auch nach Ansicht der preußischen Handelskammern eine fortschreitende Besserung zeigt und auch die Geldmarktloge eine leichte Entspannung erfuhr. Taaesgeld 6 bis 7t Pro-., Monatsgrid 5j bis 7 Proz., Warenwechsel mit Großbankgico 4j Proz. 3m Devisen- verkehr lag das englische Psund sehr fest mit 4,8528 aegen Kabel. Mailand gegen London 110,25. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,2195.
errautfhe. r • s.ie.
Frankfurt a. M., 4 Marz. Es wurden oo- tiert: W«i',en, Wetterauer 29,25, Roggen, inländi-
merkte natürlich am allerweniasien. Dar dankbar für jedes schöne Wort, das für *ie abfiel, und duckte sich wie ein armes Hundert, wenn der Gestrenge nicht guter Laune war. Armer kleiner Hascher! Biellricht wär's bester gewesen, sie könnte ihn heute zu den loten rechnen.
Don der Küche her kam ein Brandgeruch.
Heiliger Gott! Diese» verdammte „ich hab« — ich bin — ich war" hatte ihr ganzes Denken verschoben
Sie hastete, so rasch es ihre Leibesfülle gestattet«, den langen, dunklen Gang zurück. Der Geruch wurde immer verdächtiger. Die Tür der Küche stand weit offen. Vor dem aufgeüapptcn Herdrohr stand mit spöttischem Lächeln, da» all« Wonnen Der Schadenfreude widersoiegelte, Baron Merken und sah mit einem Blinzeln auf da» vollständig verkohlte Back werk.
„Lin Trätschchen gemacht? — Da»?"
„Herr 2esu»l — Mein Gott, wenn ich nur drei Minuten aus der Küche hinausschmecke, ist'» schon gefehlt", sagte sie und griff zappelig noch dem halb verkohlten Backwerk.
„Meinetwegen könnten Sie das Zeug olle» weg- lassen. Und die Lies« wird sich auch mit anderen Süfrgleiten entschädigen. — Ist sie oben? — Bei ihrem Doktor? So!" i
Mit schwerem Schritt ging er nach der Tür. Die Tassen und Teller des großen Eckjchrankes flirrten leite aneinander. Friedrich räumte eisig die fertigen Kränze beifeite, denn der Baron dampfte unbeküm- m?rt mitten durch Tannengrün. Farne und Rosen, »ein Tritt zerknickte und zertrat alles ervar- mung»los.
Oben In dem breiten, mit Stein fliesen belegten Korridor tanzten em paar Lichtfünkchen, die schmal hüftia durchs Schlüstelloch geschlüpft kamen. An den Danven hingen noch Uebcrrefte von Kupferstichen die ieinerze:t keinen Liebhaber gefunden hatten und so de» Baron- Eigentum geblieben waren. Au» ver- blaßten, auffrischungsbedürftigen Goldrahmen sahen die Merken früherer Generationen auf den Letzten ihres Namen» herab. Alle batten sie diele» bärtige Gksichi und diese massige Gestalt Raum, daß hm unb wieder ein Frauen gesicht oder ein kleiner Lockenkopf die Aufmerksamkeit auf sich zog.
Hu» einem der Zimmer, die den Gang slan- kierten. kam Eüfabem» Stimme. Aber keine Ant-
scher 27, Sommergerste sui Vrauzwccke 25 oi» 26 Hafer, inländischer 21.25 bi» 22,50, Mai», gelb 18.25 bi» 1S.5Ü. Weizenmehl, inländische», Spezial 0 40.25 bi» 40.50. sstogaenmeb! 37,50 bi» 37 75. Weizenkleie 14 bis 14.15 ‘.Roggenflei« 14.25 bi» 14,50. Tendenz: Ruhig. •
berliner 4?ro»attcnl)orjc.
Berlin 3. Würtz Vach dem Aufhören der Deckungen für Htänlicfmmg. die gestern wohl der Haup!anlaß zur festeren Tendenz traten, wurde heute die Haltung wieder lehr unlieber. Das Ausland mit seinen leicht befestigten Forderungen blieb hier ohne Eu.ftuß. da zweithän- diges Material zu unveränderten Preisen iu haben war Das Inland zeigt sich aber für Weizen nur mit geringen Offerten, so daß Lieferung kaum verändert eröffnete. Für Roggen kamen größere Wengen amcrtkanttcher Wesiern- roggen. die durchweg kontraktlich waren, zur Ablieferung und fanden auch allgemein Interesse. Lieferung war still und in den Preisen ebenfalls unverändert Gerste stetiger. Hafer hatte in besten Sorten mehr Frage. Futtermittel und sonstige Artikel im Preise unverändert. Es wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen, märt. 267 bis 270; Roggen 249 bis 251. Sommergerste 213 bis 241; Wintergerste 192 bis 205; Hafer märf. 194 bis 202. WaiS tloko Berlin' 183 NS 186. per 10? Kilo Weizenmehl 34JW bis 37; Oteggen- mehl 34 bis 35.75; Weizeniici16; Roggen- klei« 15 25 bis 15.40, Dikionaervsen 48 bl# 84. kleine Speileerbsen 32 bis 35: Futteverbfen 22 biS 24; Peluschken 20 b-S 21, Wicken 22.50 bis 24. Lupinen (blau) 14 50 bi# 15,50; Lupinen (gelb) 16 bi# 17; Serradelle (neu) 25,50 bi# 27,50, Rapskuchen 16 bi# 16,40; Leinkuchen 20,70 bis 21; Trockenschnihel 11.80 bl# 12; Scpafchrot 19^0 bi# 20; Kar. off elf locken 29.80 bi« 30,30 Wk
Büchertisch.
.Das Theater" (Verlag Berlin W 9) bnngt in seinem ersten 2Närz-Hefi eine reichhaltige Umschau über die letzten Ereignisse de« Theaterlebens der Well. Der Wiener Brief befaßt sich tz B. mit der Uraufführung der „Oefter- recchi'chen Komödie von 2Tkr. Lernet-Holenia, der trefflich gelungenen «Diktator "-Premiere de» Burgtheat^rö, und mit jener lleberraschung die da» Deutsche DolkSthealer mit der außerordentlich starken, interessanten, tiefen und dramatischen Tragödie von Grillparzer, Bruderzwist im Hause Hob#burg" nicht nur dem Wiener Publikam. sondern der Schar der Dramaturgen bereitet hat. 2. V Allum schickt au# Australien einen bemerkenswerten Theaterbrief, während ö ®rupc- Lörcher, die spanisch« Berichterstatterin des „■Sbeatet", über den historischen und modernen Don Iucm von Sevilla plaudert.
Letzte Nachrichten.
Die Freigabe-Bill.
B«rl tn, 4. Vlärz. (Priv.-Tel. deS G 2L) Der Freigabe-Bill geht es wie einer Fiberturve, nur mit der Ausnahme, daß diese Kurve außerordentlich stark gefallen ist, so daß man im Bulletin nur noch sagen farm: Allerhöchste Lebensgefahr. Konnte man vorgestern nech von einer günstigen Wendung in letzter Stunde sprechen, so wirst das heutige Kabeltelegramm auck den letzten OptimiSmuS um, und man dars wohl jetzt schon sagen, daß die Sach«, falls nicht noch ein Wunder eintritt, für diese Session verloren ist. Aus Washington wird gemeldet, daß der Antrag des demokrattscheic Senators Robinson, der den Veseyentwurs über die Rückgabe des deutschen Eigentum# an vierte Stelle der noch unerledigtere Vorlagen gesetzt wissen wollte, abgelehnt wurde. Heute mittag 12 Uhr nach amerikanischer Zeit, d. h. 6 Uhr abend# nach europäischer Zeit schließt die Session de# Kongress#. Zwar hat man in Amerika die Gepflogenheit. jedeSmal bei Schluß der Session den Uhrzeiger innerhalb der letzten Stunden immer wieder eine Stund« zurückzudrehen, fo daß der wirkliche Schluß zumeist mitternachts amerikanllcher Zeit stattfindet, wodurch seinerzeit z. B. auch die Winflow-Bill noch zur Annahme gelangte, ob aber diesmal dadurch die Annayme der Freigabc-Bill ermöglicht werden wird, erscheint mehr denn fraglich.
wort fiel. Merken legte die Hand auf die Klinke und ließ sie wieder sinken.
Ißer weiß, was dlc beiden sich noch äu sagen batten9 Morgen war fein einziges Kind Die Frau «ine» Fremden. Jawohl, eine» Fremden. Herrgott, es gab doch auch noch andere Männer, die besser al» Schwiegersohn für ihn gepaßt hätten! Die Liese würde sich in manches fügen müssen, viel schweigen und wenig reden dürfen. Solch einen Eisenkopf zu heiraten war keine Kleinigkeit. Na, solange er lebte, rpürbe er schon zur rechten Zeit nachsehen, wie der Doktor scin, des Barons Kind behandelte. Nur einen Finger, wenn er ihm krümmte, dann gnade ihm Gott! Don den Merken stand keiner im Heiligen- kalendrr, aber er und alle Merkens vor ihm hatten ihr Weib in Ehren gehalten. Keiner war darunter, der nach der Hochzeit noch nach fremden Haaren gesehen hätte. Sie lebten für Weib und Kind und damit basta.
Und wie hatte er, der letzte, seinem 2veibe gelebt! Sie hatte kein rohes Dort zu hören bekommen, auf Händen hatte er sie getragen, verehrt wie ein Götzenbild. So falt und verschlossen, wie tr jetzt mar, so heiß hatte er «inst geliebt. Alles war mH ihr in di« Grube gefahren. Nur das Kind hotte eben unter seinem Wesen ju leiden gehabt. Ra, jetzt wußte sie ja, daß er sie liebhatte, feine klein« Liesl. Seit jenem Abend, wo er so roh In» Zeug gegangen war, fürchtete sie sich nicht mehr vor ihm. Getreu» sich war sie gekommen und hotte mit ihm dos Wie und Das der Aussteuer besprochen. Anfangs gab er nur mürrische Antworten, von nichts verstehen und D-ibersache. Aber sie hatte nicht locker gefallen. Sogar das Brautkleid mußte er helfen aussuchen. 3-tzt, nachdem sie sich so gut verstanden, ging sie.
Da» war so Kinderart. Der Sohn, die Tochter tarnen und sagten ganz einfach: ich hab' jemand lieb. Mit dem will ich gehen. Behüt' dich Gott Hab' Dank, daß du mir das Leben gabst, daß du mich liebtest! Da» war alle». Und Baler und Mutter ftonben und lohen verzweifelt das von bannen >i«hen, roa» ihre« Daseins eigentlichster Inhalt gewesen war. D»e Tochter schmiegte sich an den Fremden, den sic nun ihren Mann nannte, und der Soljn — gut, daß er keinen Sohn hotte! Da» sollte er mit einem Erben, wo er allein nichts mehr zu nagen und zu beißen fand, tztoch eins mehr, da» im Unglück faß.
^Fortsetzung folgt.)


