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statt-

von

Der mZ

2Ljähriger Frau mit aber ab-

'2D6'2l. Mainz, 3. Febr. @m Arbeiter, der eine verheiratete junge Licbesanträgen verfolgte, von dieser

Der Witwer.

Don Marie Henriette Steil.

scheiter kamen sehr hoch und erzielten den sichen Preis von 50 bis 60 Mk. pro rm.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M.. 3. Febr Maschinenarbeiter Karl Launhardt

Wie indische Derbrecherstämme erzogen werden.

So viel auch schon über die indischen Verbrecher- flämme, besonders über die berüchtigten Thugs, und ihr Wüten in der Vergangenheit geschrieben worden ist, so macht man sich doch keine Vorstellung davon, eine wie schwierige Aufgabe noch heute die indische 'Regierung Hai, wenn ste diese zahlreichen Derbrecherstämme in den Rahmen einer gesetz- mahigen Verwaltung einsügen will. Diese Stämme haben nichts zu tun mit den gewöhnlichen Der- brechern, die in den grohen Städten, unter dem Drang der Rot und des Elends, zu einer pervers- lichcn Selbsthilfe greisen. Die Derbrecherstämme stnd vielmehr Heberreste ferner Vergangenheit, in denen das. was wir Verbrechen nennen, geheiligte Sitte und ehrwürdige Ueber'ueferung bedeutete. Obwohl diese Stämme über ganz^Jndien verbreitet stnd. findet man fie doch am zahlreichsten in dem Veztrk von Madras, und dort hat auch die Regierung die größten Anstrengungen gemacht, die Mitglieder dieser Stämme anzusiedeln und zu nützlichen Mit­gliedern der Gesellschaft zu machen. Dafür ist ein besonderes Gesetz erlasten worden, und es stnd mehrere Dutzend Stämme, die darunter fallen, wandernde Derbrecherstämme, wie die Jranis, die aus Persien kommen, die Brinjaries in Mittelindien und die drawidischen Stämme des Südens, die Kallars. DieKallars. der größte aller vieler Stämme, haben es sogar bis zu der Würde einer Kaste gebracht und bilden einen wichtigen Teil in dem gesellschaftlichen Aufbau der Bevölkerung Von

ihrem Oberhaupt wird gesagt, daß es wenigstens einmal im Zabreetwas nehmen muß. was nicht sein ift*, um seinen Verpflichtungen zu genügen. Der gewöhnliche Kallar betätigt sich besonder- im Diebdiebstahl. obgleich er auch andere- fremdes Eigentum nicht verschmäht, und ist ein Meiste, im Rinderstehlen. Selbst auS Ställen, die von Hunden bewacht werden, verschwinden in der Rächt die Tiere, und dem Fuhrmann, der mit seinem Ochsenwagen des Äachts Halt macht, stnd dieOchsen plötzlich aus dem Geschirr gestohlen, ohne daß er ahnt, wie das -ugegangen ist. Der junge Wann des Kallarstammes, der heiraten will, muß erst seiner zukünftigen Frau seine Tüchtigkeit beweisen, indem er einen kühnenDiebstahl auSsührt.der ihm von ben Aeltesten deSStammes alSAusgabe gestellt wird. Der Ruf dieses DerbrecherstammeS In der DiebeS- lunst hat dazu geführt, daß man als Wächter am liebsten Kallar- anstellt, weil die Stammesgenoflen auf diese Rückstcht nehmen, und andererseits, wenn ein Diebstahl vorkommt, der Kallar-Wächter alle Kunstgriffe kennt, um da- gestohlene Gut wieder» zubringen. Man hat aus verschiedene Weile versucht, den Kallars ihre Diebe-gewohn heilen abzugewöhnen In dem besonder- heimgeluchten Madura-Gebiet wurden alle Kallar- registriert, und e- wurde unter­sucht, ob ihr Hcmpierwerb-zweig im Diebstahl oder in einem teditmaßigcn Beruf besteh». Die Ver­dächtigen mußten sich dann zweimal de- Rachts bei der Polizei melden erhielten einen Paß, wenn sie ihr Dorf für mehr al- 24 Stunden verließen, wurden scharf beobachtet und schwer bestraft. Aber wirksamer als diese Gewaltmaßregeln stnd die Erziehungsmethoden. Über die im »Manchester Guardian' berichtet wird. Man hat besondere Schulen für die Kinder aus diesen verbrecherstämmr n eingerichtet, in denen ste in Handwerken unterrichtet und auch sittlich beeinflußt werden Der Leiter der Kallarschule in Madura war ein Brahmine, und trotz der großen Kluft, die diesen Vertreter der höchsten Kaste von seinen einer der niedrigsten Kasten angehörenden Schülern trennte, hat er erstaunliche Erfolge erzielt. Die Schulen sind überfüllt' die Ver­brechen baden schon unter den Kallar- abgenommen, und die Zeit ist nicht mehrfern, da eine neue Generation herangewachsen sein wird, die sich von den alten Kleber- lieferungen lo-gesaßt hat und nicht mehr ein ewiger Schrecken der Tamrlbauern ist.

Kirchendieners Möller - e r st 5 r t wurden Die Feuerwehr mußte sich auf den Schutz de- Herrmannschen Wohnhauses beschränken. Der Schaden ist groß, jedoch ist über »einen Umfang noch nichts Räheres bekannt.

Starkenburg.

WÄR. O f f e n b a ch. 3. Febr. Am Mittwoch nachmittag erschoß »ich in der Küche der 11 Jahre alte Franz Zöllner. Gr hatte in der letzten Zeit schlechte Schularbeiten angefertigt, und seine Mutter, die davon benach­richtigt wurde, hatte ihm deswegen Vorhaltungen gemacht. Sie tagte ihm u. a., er habe gar kein Ehrgefühl, worauf der Junge antwortete: ,Daß ich das habe, sollst du sehen!" Kurz darauf holte er sich den Revolver seines Vaters und tötete sich durch einen Herzschuß.

Rheinhessen.

Herr Kolk ift in Trauer. Tiesschwarz der Schnabel- bis zur Schwanzspitze sitzt er mit melancholisch gesenktem Kops auf dem äußer« sten Wipfel der einsamen Riesenpappel, die auf kleiner Anhöhe streng und stramm wie eine Schildwache hinter dem schlafenden Dorf steht.

gewiesen wurde, geriet dadurch in eine solche Wut, daß er die junge Frau durch einev. Schlag mit einem Beil am Kopfe sehr schwer verletzte. Die Frau mußte im Kran kenhauS eingeliefert werden, der rnbwtc Lieb' Haber wurde festgenommen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSR. Wetzlar, 3. Febr. Auf der Strecke Wetzlar Lollar ereignete sich gestern ein Unfall, der zur Warnung dienen kann. Der Personenzug hatte vor der Station Kinzen­bach keine Einfahrt und hielt auf freier Strecke Eine Dame stieg in der Meinung, daß der Zug sich bereits in der Station befinde, aus unb stürzte von dem hohen Trittbrett auf da- Gleis Im selben Augenblick fuhr der Zug wieder an Rur dadurch, daß ein Schaffner die Rotbremfc zog, blieb die Frau vor schweren Beschädigungen bewahrt.

I Graß-Rechtenbach, 3. Febr. Der 19 Zahre alte, zur Zeit stellenlcse Verwaltunasgehilsc Heinrich Wagner von hier stürzte nadjmittage in der Scheune eines hiesigen Landwirts so un glücklich ab, daß er einen hoppelten 8rm b ru ch und eine Gehirn er schütterung er litt. Er wurde in das städfische Krankenhaus zu Wetzlar überführt.

Kreis Usingen.

Brandoberndorf. 3. Febr. Bei der Brennholzversteigerung der hiesi­gen Gemeinde entsprachen die Preise durchschnitt­lich den vorjährigen Erlösen. Für da- rm Eichen­scheiter wurden 6 bis 7 Ml. für Eichenknüppel pro rm 5 bis 6 Ml., für Eichen-Reiferknüppcl pro rm 2 bis 3 Mk. erzielt. DaS rm Buchen- scheiter erlangte einen Preis von 12 bis 13 Mk und Duchenknüppel tarnen pro rm auf 9 bis 10 Mk. Buchen-Reiserknüppel erzielten pro rm einen Preis von 3 Mk. Für 100 Stück Duchen- wellen zahlte man 9 bis 10 Mk. Eichen-Ruh-

er ist tot. Der wehmütige Zug um seinen Schnabel ist fortgewischt. Der ist jetzt leicht ge­öffnet und es sieht fast so aus, als ob Herr Kolk lächelte so weit ein Rabe lächeln kann.

Der dürre Bauer, der ihn aufhebt, sieht es nicht. Er pflegt die Raben, die er für feine kranke Frau herunterschießt, nicht auf den Ausdruck ihrer Gesichtszüge zu untersuchen. An den Beinen hebt er den toten Herrn Kolk hoch, befühlt ihn mit Kennermiene und trägt ibn, zufrieden nickend, ins Haus. Mit prahlerischer Rachlässigkeit wirft der Bauer die Beute auf den Küchentisch.Der Kerl ist zwar steinalt, Elis, aber desto kräftiger wird die Suppe l"

Praunheim ist in den Adler werken während der Arbeit plötzlich verstorben. Er konnte gestern sein 25jähriges Jublläum in den Adlerwerken feiern. Anscheinend ist er infolge der ihm erwiesenen zahlreichen Ehrungen so freu­dig erregt gewesen, daß er einem Herzschlag eriag. 3m Streit erschossen hat sich gestern abend gegen VzS Uhr der Arbeiter Karl Dick. Gr. Hirschgraben 16. Zwischen ihm unö den im gleichen Hause wohnenden Eheleuten Pfaff waren Streitigkeiten ausgebrochen, in deren Verlauf er mehrere Schüsfe die jedoch sehlgingen auf die Eheleute abgab. Zuletzt richtete er die Waffe gegen sich selbst.

Kreis Hersfeld.

WEN. H c r s f c l d , 3. Febr. 3m benachbarten Oberkaufungen wurden zwei Knaben Opfer eines unsinnigen Spieles. Mehrere Kin­der legten beim Spielen die Hände auf einen Block. Auf ein Kommando sollte ein Junge m i t der Axt Zuschlägen, während die Kinder

die lediglich die Stimmung erkunden füllte, er­gab, daß ohne Ausnahme die Schaffung des FilmS gewünscht wird. Es wurde sowohl das per» lehrsweröende, als auch das kulturelle Inter­esse (HeRnatpslege in Schule und Verein) be­tont. Die finanzielle Seite der Angelegenheit, die zwar zunächst noeß nicht aktuell ist, wurde ebenfalls gestreift. Es ergab sich hierbei, daß sie nicht so schwerwiegend ist, um die 6ad)e daran scheitern zu lassen. Regierungsrat Strack konnte zum Schluß feststellen, daß die Schaffung des Filmes erwünscht ist und nunmehr weitere Schritte zur Verwirklichung getan werden können.

XlX Ruppertenrod, 3. <jyebr. Gin 16 - jähriger Schneiderlehrltng. der bei einem Meister in Ober-Ohmen in der Lehre ift, sollte heute vormittag die Postsachen in Rup­pertenrod abholen. Um den Weg von Ober- Ohmen nach Ruppertenrod rascher zurückzulegen, sprang er in Ober-Ohmen unbemerkt von dem Chauffeur auf das Trittbrett eines dort durch­fahrenden P o ft a u l o s. mit dem eine Probefahrt gemacht wurde. Als das Auto hier durchfuhr, sprang derJunge während der Fahrt ab, kam dabei aber unglücklich zum Sturz und schlug mit dem Hinterkops schwer auf die Straße auf. Besinnungslos und ans den Ohren blutend, wurde der junge Mensch von herbeigeeilten Einwohnern in ein benachbartes HauS getragen und später auf ärztliche Anord­nung in das Alsfelder Krankenhaus überführt. Anscheinend hat der Junge schwere innere Kopfverletzungen davongetragen.

L Ober-Ohmen, 3. Febr. Aus Veran­lassung der hiesigen Landw. Kredit- und Bezugsgenossenschaft sand gestern hier ein interessanter Filmvortrag über die An­wendung der künstlichen Düngemittel statt. Redner war Diplomlandwirt Bötticher, der das Thema in fesselnder Weise behandelte. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Gesangsvorträge des Gesangvereins ..Germania" und des Schüler­chors, Klaviervortrage und Darbietungen des Mandolinenorchesters von Anter-Seibert enrvd verschonten den Abend.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 3. Febr. Der S t a ö t d o r ! stand beschäftigte sich in seiner jüngsten Satzung u. a. mit folgenden Angelegenheiten. Die Der- kehrskommission der Stadt hat sich in wieder­holten Sitzungen mit der Ausarbeitung eines neuen Führers für Lauterbach und Umgebung beschäftigt. Die Arbeiten sind, nun so weit vorgeschritten, daß mit der Reu­ausgabe des Buches Ende Februar bzw. Anfang März zu rechnen ist. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters erhält die Stadt vom Verlag des Führers 500 Stück kostenlos. Dip Deriehrs- tommiffion hat deshalb beschlossen, zur Beschaf­fung von weiteren Exemplaren einen Betrag von 300 Mark zu bewilligen. Hierfür können, tote die Druckerei Fr. Ehrenklau (Verlag) mitgeteilt hat, etwa 700 Stück geliefert werden, so daß die Stadt dann in den Besitz von rund 1200 Führern ge­langt. Bürgermeister Walz teilte noch mit, daß auf Vorschlag der Kommission mit hiesigen Ge­schäftsleuten zu verhandeln ist, um ebenfalls insgesamt etwa 300 Führer gegen Bezahlung zu übernehmen. Es wurde schließlich beschlossen, den. Betrag von 300 Mk. auf 400 Mk. zu erhöhen, und mit dem Verlag. Druckerei Fr. Ehrenklau, zu verhandeln, anstatt 1500 Exemplare 2000 evtl, auch 2500 Stück zu drucken. Die Lehrlinge der Bürgermeisterei und Stadtkaffe haben am 31.März ihre Lehrzeit beendet. Da die Ver­waltungsarbeiten in den letzten Jahren bedeutend zugenommen haben und auch noch weitere Ausgaben hinzukommen, wurde be­schlossen. die beiden ßeßrlinge auf die Stadt zu übernehmen. Die Besoldung erfolgt ab 1. April nach Gruppe 3 Stufe 1 nüt 80 Prozent. Zur restlichen Bezahlung der Rechnungen der im vergangenen Jahre errichteten Krieger- gedenkstatte sind nach den Ausführungen des Bürgermeisters noch mindestens '2000 Mark er­forderlich. Der Denkmalsausschuß empfiehlt, da eine Sammlung in der Bürgerschaft feinen Er­folg verspricht, die bereits bei der Bezirksspar­kasse übernommene Bürgschaft um 2000 Mark zu erhöhen. Die Derfammlung stimmte dem Vor­schlag der Kommission zu.

d Willofs, 3. Febr. Gestern mittag brach in der Scheuer des Landwirts Herrmann Feuer aus, durch das diese, die angren­zende Scheuer unö das Wohnh aus des

schr« Kirchenchvr- ist für Dtt nächste Zeit beabsichtigt. Der Geflügel-, Vogel- und Ka- ninchenzuchtverein veranstaltet am 5. und 6. Fe­bruar hier eine Geflügel- und Kantn- chenauSstellung. Dem Verein werden dafür 100 Mari bewilligt.

OO Butzbach, 3. Febr. Bei der Brenn* Holzversteigerung im hiesigen Stadtwald, an der viele Käufer auch aus den benachbarten Gemeinden teilnahmen, wurden folgende Durch­schnittspreise erzielt Buchenscheitholz 17 Mk., Buchenknüppel 13 biS 14 Mk., Sichenscheitholz 10 Mk., Eichenknüppel 9 Mk. je rm, Buchenreiser 24 bis 25 Mk. und Sichenreiser 12 biS 14 Mk. je 100 Wellen.

Kreis Büdingen

dS. Ober-Widdersheim, 3. Febr. Am Sonntagabend hielt der hiesige Gesangverein Eintracht- seine diesjährige Winterveran­staltung. Als Haupistück wurde unter Leitung des Vorsitzenden, Steinbruchbesitzer 2.Ricke l, das zweiaktige VolksftückDer Fremdenlegio- när" gegeben. E.nige musikalische Stücke, sowie gut wiedergegebene Männerchöre gaben der Ver­anstaltung eine wertvolle Bereicherung. Der Ge­sangvereinEintracht" ist Mitglied des Sänger­bundesMittleres Riddatal" und Wird von un­ferm Lehrer Ganz geleitet. Wie verlautet, be­absichtigt die Eisenbahnverwaltung eine Erwei­terung der hiesigen Bahnhofsanla- g e n in kommendem Frühjahr vorzunehmen. Für den immer stärker werdenden Güterverkehr ge­nügt ein Einladeglei« schon feit längerer Zeit nicht mehr. ES ist geplant, entweder die öin-' (abeanlagen nach Rorden zu verlängern, oder ein zweites -Gleis zu erbauen. Infolge der starken Rachfrage nach Basaltsteinen kommen von den beiden hiesigen Hartbasaltwerken täglich 35 bis 40 Wagenladungen zum Versand. Zur Erleich­terung der Steintransporte hat die Gemeinde eine neue Straße nach dem Güterbahnhof Her­stellen Lassen. _

bs. Borsdvrf, 3. Febr. Zur Behebung der Wohnungsnot hat die Gemeinde hier im Spätherbst ein Di er s a m i li e n h a us er­richten lassen. daS im Rohbau vollendet ist. Mit dem Innenausbau soll bald begonnen werden, damit di» Wohnungen bis Dorsommer bezogen werden können. ,

Aus dem Riddatal. 3. Febr. In diesem Winter, der sich von allen seinen Dor- gängern durch überaus reichliche Riederschläge auszeichnet, stockt jede landwirtschaft­liche Arbeit. Die Aecker sind grundlos und nicht befahrbar. Konnten in sonstigen Jahren während der Winternwnate Mist und Pfuhl entweder mittels Schlitten, ober bei gefrorenem Boden mittels Wagen ihrem Bestimmungsorte zugeführt werden, so ist jetzt in dieser Hinsicht so gut wie nichts geschehen. Die Pferde stehen untätig in den Ställen und schäumen vor Uebet- mut, wenn sie gelegentlich bewegt werden sollen. Unter diesen Umständen muß im Frühjahr bte Häufung der landwirtschaftlichen Arbeiten die Aussaat verzögern,

° O tauberg, 2. Febr. Der hiesige Turn­verein, im Verband der Südwestdeutschen Turnerschaft, veranstaltete einen Werbeabend, bei dem her Gesangverein Glauberg-Riedermockstadt. der Posaunenchor Glauberg und die 5>amcnriege des Turnvereins Wiefeck mitwirkten. Den Höhe­punkt des Abends bildeten die turnerischen Dar­bietungen der Wiese cker Damenriege, die an Grazie und Exaktheit ganz hervorragend wa­ren und hier völlig Reues boten. Ausgezeich­nete Leistrmgen zeigten auch die Turner deS hie­sigen Vereins. Die Verdienste der Turner Wil­helm Jäger und Karl K l ö p p e l um den Ver­ein wurden durch die Ueberreichung von Ehren­medaillen anerkannt. Treffliche Gesänge und die Weisen des Posarmenchors gaben dem Verlauf *e des Abeirds eine besondere Bereicherung. Die - Veranstaltung hat allenthalben viel Anklang ge- r funden, allen Darbietungen wurde mit Recht . lebhafter Beifall gezollt.

]:( Gelnhaar, 3. Febr. Rachdem unser neues Schulhaus, das schon feit 1921 fort­laufend in unserem Gemeinderat zur Beratung steht, nun endlich fertiggeftcllt ist. konnte es am Montag eingeweiht werden. Obwohl sich die ältesten Ortseinwohner nicht entsinnen kön­nen, daß jemals eine Schulhauseinweihung ftatt- gefunöen, hat doch der Gemeinderat im Hinbllck auf die finanzielle Lage der Gemeinde davon Abstand genommen, eine öffentliche Einweihung

sie traf. And wie waren sie beide morgens munter und lärmend im Zuge her Genossen der Sonne entgegen und tagsüber zu Zweien spielend und jagend über die Lande geflogen...

Trübe das Haupt schüttelnd beginnt Herr Kolk, aus alter Gewohnheit, aber ohne Luft und Liebe, Toilette zu machen. Rachlässig fährt er sich ein paarmal glättend über den Rücken, zieht zerstreut einige Schwungfedern durch den Schnabel und kämmt auch cimnat mit gespreizten Zehen durch den struppigen Schwanz. Zu Leb­zeiten der Madame Kolk war dieser Schwanz sorgfältig gepflegt und spiegelglatt, überhaupt, der ganze Herr ^olt sah damals zu jeder Ta­geszeit aus wie ein Millionär in Abend­toilette.

Dann begibt Herr Kolk sich, ebenfalls au5 alter Gewohnheit, auf die Jagd. Mit müden, langsamen Flügelschlägen flattert er schwerfällig und verdrossen über das Dorf, den Wäldern zu. Denn erstens hat er keinen Appetit, wie alle Leute mit traurigem Gemüt, und zweitens ist das Sagen allein, ohne Jagdfreund. kein Genuß. Einem entgegenfegelnden Rabenpaar weicht er mürrisch in großem Bogen aus. DaS Paar beschreibt spielerisch weite Kreise. Herr Kolk beschließt, sich Irgenhtoo niederzulassen, bis die Aufdringlichen sich entfernt hätten. Er stößt ärgerlich krächzend herab, umkreist einen Apfel­baum, der in einem kahlen, von einem verfalle­nen Holzzaun umgebenen ©arten steht, und läßt sich auf dem gefährlichen Platz unbekümmert nie­der-, er, der erfahrene, mit allen Wassern ge­waschene und mit allen Salben geriebene Alte, daß der Schnee wie gefloßener Zucker von den kahlen Zweigen stiebt.

Do sitzt er grämlich und starrt ins Blaue, verfolgt mit neidischen Blicken das kreisende Paar, brennende nagende Sehnsucht im Herzen. Grol­lend beschließt er- nein, er wird heute nicht hinüberfliegen zu den Wäldern, auch nicht mor­gen, überhaupt nie wieder jagen, so allein. Hier will er sitzen bleiben sterben...

Herr Kolk schließt müde die Augen.--

Sin Schuß jagt das kreisende Rabenpaar in Flucht. Herr Kolk liegt blutend im Schnee, unter dem Apfelbaum von dem EiSftückchen und geknickte Zweige auf ihn rtiederprasseln Llber Herr Kolk fbürt keinen Schmerz mehr.

Aber Herr Kolk trauert nicht mit den Klei­dern. Schwarz trug er auch immer zu Lebzeiten seiner grau. Rein. Herr Kolk trauert mit dem Herzen, so tief und schmerzlich, wie nur je ein Witwer getrauert haben mag. Auf einem Dein, unbeweglich wie aus Holz geschnitzt, sitzt er Tag für Tag im Morgendämmern einsam auf feiner einsamen Pappel, harrend und starrend über die weiten schneebedeckten Felder, in die ausgehende Sonne, bis hinter dem schwarz grauen Wald am Horizont die dunkeln Wollen der Rabenzüge auffleigen.

Er läßt sie Dorübcrbraujeit, mit scharfem Auge nach jedem einzelnen Vogel spähend. Tausend Flügelpaare rauschen, tausend Schnäbel lärmen, krähen, krächzen vorbei, aber Frau Kolks weiche, glänzende Flügel und ihr süßer, zärtlich plap­pernder Schnabel sind nicht dabei.

Diele Sonnenaufgänge sind so oergangen, feit Frau Kolk verschwand. Damals waren die Tage noch lang und warm, und die Landschaft war in gelbe, rote und braune Farben getaucht. Und jetzt ist kalter, weißer Winter.

Herr Koll hat längst die Hofft,ung aujge- geben. Er weiß. Frau Koll ist tot und be­graben. Ja, begraben in irgendeinem ver­ruchten Fuchsmagen. Und doch sitzt Herr Kott noch immer jede« Morgen warnend und spä­hend auf seiner Pappel. DaS ist wohl so, weil Herr Koll schon ein alter Herr ift (bitte, aber ein sehr stattlicher aller Herr) und Frau Koll ein so junges, munteres und reizendes Raben- dingelchen war.

Herr Kolk blinzelt un Erinnern, mit einem traurig-zärtlichen Zug um die Schnabelwinkel, in öle matte Wintersonne. Schöner als die Sonne hatten Frau Kolks seidige Federn geglänzt und in allen Farben vom Blau über Grün zu Gold geschillert, wenn so ein neidischer Sonnenstrahl

Qbzuhalten. Alm 2 Uhr nachm. begaben sich die Schüler beider Klassen vom allen Schulhaus in das neue Haus. Hier hielt der Bürger­meister in kurzen Worten die Begrüßungs­ansprache. Weiter hielt der Lehrer der ersten Klasse eine Ansprache, in der er die Schwierig­keiten des Zustandekommens des Baues, aber auch die Opferwilligkeit der Gemeinde und seinen Dank gegen diese zum Ausdruck brachte. 3m zweiten Telle seiner Rede gedachte er des gro­ßen Schweizers, deS Pädagogen Heinrich Pestalozzi. Rach kurzen Worten des OriS- geistlichen, der den Segen GotteS auf J>as vol­lendete Werk wünschte, wurde die Feier mit dem Liede:Jesu hochwilllommner Gast" be­schlossen. Der Bürgermeister übergab bai Haus seiner Bestimmung, und die Kinder erhielten von der Gemeinde jedes eine Brezri. Eimge Mitglieder deS Gemein deratrS und des Schul­vorstandes blieben bei einem gemütlichen Kaffee noch zusammen.

Kreis Schotten.

S ch o t t e n, 3. Febr. Da erfahrungsgemäß die Maul- und Klauenseuche auch mit dem Schuhwerk übertragen wird, hat das hiesige Kreisschulamt augeorbnet. in verseuchten Orten lysvlgetränkte Matten vor den Schullüren auszulegen, um Dolks- und Fort- bildungsschülern Gelegenheit zu geben, die Schuhe vor Eintritt in die Schule gründlich zu desinfizieren. Die Arbeiten an dem Reubau der hiesigen Turnhalle sollen seitens der Vereinsleitung so beschleunigt werden, daß der angebaute Turnsaal anläßlich des Gesang- wettstreits im Juni zwn Preissingen benutzt werden kann. Der Festzug bei dieser Veranstaltung wird die Vergangenheit unseres Städtchens, wie sie vorwiegend in den Zünf­ten zum Ausdruck kommt, widerspiegeln.

L ilnter-6cibertenrob, 3. Febr. Der Dachstuhl und das Obergeschoß unseres Schul- Hauses. das erst vor etwa 45 Jahren erbaut wurde, find vollständig vom Wurm zer­fressen. so daß die Gefahr des Einsturzes besteht. (tine Kommission des Kreisamtes Schot­ten. die den Schaden genau feststellte, kam zu der ileberseugung. daß eine Reparatur nicht möglich fest Es kommt mithin nur ein Schul­hausneubau ober der Reubau einer Lehrer­wohnung in Frage, da die seitherige Lehrer- wohnung auch zu eng ift. Der Wurmfraß kann nur daher rühren, daß Windfallholz oder im Saft geschlagenes Holz beim Dau verwendet wurde. Der Kostenvoranschlag für ein neues Schulgebäude mit Lehrerwohnung stellt sich auf 43 000 Mart. Da diese Summe eine schwere Belastung für unsere Heine Gemeinde bedeuten würde, trägt man sich mit dem Gedanken, nur eine Lehrerwohnung zu erbauen. Der Schul­saal soll erhalten bleiben da das alte Schul- Haus unter massiv gebaut ist. Man will den Dachstuhl und das obere Stockwerk abreißen und ein neues Dach aufsetzen. Dadurch würde die Gemeinde viel Geld sparen. Mll dem^Bau der Lehrerwohnung soll noch in diesem Jahre be­gonnen werden. Unsere Gemeinde hofft, daß Lehrer Buttron die hiesige Schulstelle ist zur Besetzung ausgeschrieben der sich all- seitiger Beliebtheit erfreut, hier bleibt, wenn die neue Lehrerivohnung erbaut wird.

Kreis Alsseld.

V Alsfeld, 3. Febr. Gestern fand im. Deutschen HÄls" eine Versammlung statt, di« vom KreiSamt Alsfeld einberufen war, um zu der Frage: Schaffung eines Werbe­films für den Kreis Alsfeld Stellung zu nehmen. Regierungsrat Strack fettete die Besprechung, zst der Vertreter aus den haupt­sächlich in Frage kommenden Gemeinden des KreiseS (u. a. Alsfeld. Altenburg. Homberg, Rie­derohmen. Großfelda. Kirtorf, Grebenau, Ruhl­kirchen) sowie Vertreter der interessierten Ver­einigungen (Derkehrsverein, Gewerbeverein, Han­delskammer u. a.) .erschienen waren. Die Anre­gung ging von den: Angebot einer Filmgesell­schaft zu Wiesbaden aus, die sich erboten hat, einen Heimat- und Werbefilm des Kreises zu schaffen und in ihren Vertragstheatern im ganzen Reich als Beiprogramm laufen zu lassen. Die sachlichen Kosten wären vom Kreis, bzw. von den beteiligten Gemeinden zu übernehmen. Die Firma hat sich weiter erbötig gemacht, dem Kreis einen Kopiefllm zu äußerst geringem Preis als Eigentum zu überlaßen. Die Besprechung,