Einzelbild herunterladen

34

nefilm Lorm.

Stuart, Alben, die mit ichtende , Augen- izerturm, , der in die frei- e Hände Deutsche her Ein- :rt wird, i pfehlen, '.litte

1 e i

Will tntag, dm Februar 1927, ibs 8 Uljr, bei Boller. iu9c

li.lucrsir

Sinitiitui äM*- appen- fitzung it TanZ

HSSfi l,nt<ll* Uuv |nl xKs

; in hi* in ^(i^KauilN- Ct 111 « von ^«5 -'S-

tiü 0031860etH'

Hr. 29 Zweites Blatt

) AuS einem kürzlich in Darmstadt gehal­tenen Dortrag.

Die Regierungsbildung,

(von Dr. Joh. Decker. Reich-- und Staat--

Minister o. D.. M. b. R.')

Die neue Reichsregierung ist nach vielen Wühen und Entsagungen zustande gekommen: sie hat. vielleicht aus Jahre hinau-, die An- griffe der Linken auSzuhalien Die Deutsche Dolkspartei hat gute Dorarbeit geleistet: ohne chre treue Mitarbeit wäre der Block nicht ge­bildet worden, der nicht allein das Bürgertum, sondern auch weite Kreise des Unternehmertums umfaßt. Wan hat ihn alsBesitzbürger- b l o cf* stigmatisiert und erklärt, er sei aus Be­sitzenden gebildet, um den Besitz zu erhalten und au schonen Man beachte nur: Der der Deut­schen DolkSpartei angehörige Abgeordnete W i n- neseld. ein Bergarbeiter, ist in einem ter größten Kohlenreviere gewählt worden. Andere Abgeordnete sind mittlere Beamte. Handwerker, kleine Landwirte, nicht ein einziger Großgrund­besitzer ist in unserer Fraktion. Und wo sind denn die vielen Großindustriellen?! Keine Par­tei wird Großindustrielle vermissen oder zurück­weisen wollen: sie sind bei den Demokraten so gut wie beim Zentrum und bei den Deutsch- nationalen. Man braucht demgegenüber nur daraus hinzuweisen, daß z. B. der sozialdemo­kratische Abgeordnete Acnmann zu den sehr vermögenden Leuten gehört, und der sozialdemo­kratische Abgeordnete Rosenfeld einer der Reichsten im Reichstag ist. Auf der anderen Seite gehören dem Zentrum viele Arbeiter an; manche Politiker meinen sogar, der Einfluß der Gewerkschaften wäre zu groß in ihm. Die Deutsch- nationalen haben ebenfalls viele Anhänger- in Arbeiter- und kleinen Wittelstandskreisen. Da­gegen haben die Demokraten Dernburg aus dem Bankfach. Direktor Hummel aus der che­mischen Großindustrie und viele Vertreter des Großbesitzes in ihren Reihen. Mit der An­prangerung des Blocks als Besitzbürgerblock ist es also nichts! Der Block umfaßt vielmehr das Jiute deutsche Bürgertum, soweit es nicht ozialbemokratisch beeinflußt ist.

Auch mit der Bezeichnung Schwarz- blauer Block ist eS nichts! Was auf kultur­politischem Gebiet während der letzten Jahre in der Gesetzgebung geschaffen wurde, unter Mit­hilfe des Zentrums, hat die Demokratie mit­gemacht. Ein demokratischer Minister hat das Gesetz gegen Schmutz und Schund eingebracht, und eine demokratische Ministerialrätin hat ihm zugestirnmi. In Hessen hat die Linke der Er­richtung katholischer Professuren zugestimmt und m Baden hat das Zentrum seine Erfolge aus kulturellem Gebiete errungen nur durch das besondere Entgegenkommen der Sozialdemokratie unter Duldung der Demokratie.

Man hat die Deutsche Dollspartet beschul­digt, sie sei eine Krisenmacherin, besonders hat man gegen den Dorsitzenden der Fraktion diesen Dorwurf erhoben hn Zusammenhang mit einer Rede in Ostpreußen. Richt einmal äußerlich ist das richtig, denn der Krisenzustand bestand feit der letzten, sogar schon seit der vorletzten Wahl, nur vorübergehend war er außer Aktion gesetzt unter der Kanzlerschaft Dr. Luthers. Rach dem Austritt der Deutschnationalen aus der Regierung war ein Zustand der Labilität ein- getreten: auch das neue Kabinett, das sich bis zum Dezember gehalten hat, war ebenso labil und es hat nur so lange gehalten, weil der Reichstag nicht versammelt war. Inzwischen wa­ren die Angriffe der Sozialdemokraten gegen die Reichswehr und die der Demokraten gegen den Reichswehrminister erfolgt. Rur wegen dieses Zustandes des Berstens Hot die Rede von Scholz solches Aussehen erregt. Er hat gar nichts Reues gesagt, das war ja alles feit Jahren in Fraktionsbeschlüfsen festgelegt worden. Die Rede ist dann von den Gegnern der Regierung mit benutzt worden, um sie zu stürzen. QLli dann versucht wurde, eine Linksregierung zu bilden und die Rede ScheidernannS kam, hatte auch baS Zentrum keine Freude mehr an der Sozial­demokratie. und die Chancen einer Linkskoalition waren sehr gesunken.

Hindenburg hat ein Bürgerblock vorge- fchwebl: der Reichspräsident hat eine stärker« Initiative entfallet als der Fernerstehende ahnt. In dem Bürgerblock sieht Hindenburg die Er­reichung seines Lebenszieles: daß er sein Ziel nicht auS den Augen verloren und eS erreicht hat,

Gießener Konzertverein.

CS konnte keine würdigere Gedächtnisfeier für Prof. Gustav Trautmann geben, als die Auf­rührung von Brahms'Deutschem Requiem", wo der Chor, dem er solange t>?r berufene Führer gewesen war. feiner Ehrenpflicht nachkommen konnte Unb wie tat er es! Wohl selten konnte man einem Chor die Hingabe bis zum Letzten anmerken, wie diesmal, in allen Stimmen erklang er beseelt vorn inneren Erlebnis, in weihevoller Weichheit und machtvoller Fülle und strahlen- dem Glanz, ausgeglichen in a len Lagen, lind so wurde für den Chor das Erfüllen einer Ehren­pflicht zu einem Ehrentage feines Könnens. So mußte baä gewaltige Werk ergreifen, erschüttern. Dies der beite Lohn für die vorbereitende Arbeit des Dirigenten Dr. Temesvary

Aber restlos wurde das Derk doch nicht in ollen feinen Teilen erschöpft. Brahms' melodische Linie ist n.cht nur eine rhythmische Abfolge von Tönen, fon'crn sie ist der Riederschlag einer Weltanschauung aus Grund eines starken Welt» er.'eöcns. lind erst in dieser Verbindung wird sich ihr persönlicher Gehalt erschließen. So for­dert jebe St:Ile ihr eigenes Tempo, ihre eigene Interpretation, ein liebevolles Rachgrhen und Rachgeben.

Da gelang nicht alles gleichwertig. Sie Grundstimmung des 2. Satzes kam mit ihrer ilriraft nicht voll zur Entfaltung, das Tempo war etwas zu schnell, und er nnr te von feiner unerbllt.ichen Wucht cinbühen. Die Fuge des 3. Satzes hält? sicherlich- durch plastischere Her­ausarbeitung des Thematischen gewinnen können. Rachgieligkeit an die Linie hätte auch den vier­ten Chor bei aller Sauberkeit der Ausführung, die un^eftri:ten und durchaus dneriannt sein soll, viel inniger wirken lassen. Wenn auch das CtcrfictD der Ehorkoloreturcn bei geeigneten Stel­len seine Berechtigung hat. so beeinträchtigte es in den Chorsolostellen die cinheitliche Wirkung des letzten Satzes. Dagegen wurden die Ecksätze zu einem großen Erlebnis.

Gießener AnzeigersGeneral-Anzeiger für Gberhesfen)

danken wir ihm. Der Deutschen Volkspachei als Mittelpartei ist eine große Aufgabe zugefallen. Hindenburg hat Curtius gebeten, zu son­dieren: er hat es mit höchst anerkennens wert er Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit getan, völlig selbstlos, nicht in der Absicht Kanzler zu werden: da- hat ihm auch genutzt. Die Verhandlungen sind gescheitert, nicht an sachlichen Differenzen. Die Arbeit von CurtiuS ist jedoch nicht nutzlos gewesen. Gs erging nun der Austrag zur Kabi­nettsbildung an Marx, nicht an einen Deutsch­nationalen, denn der hätte da- Zentrum erst recht nicht gewinnen können. Marx versuchte es zunächst noch einmal mit der Linken, aber die Deutsche Dolkspartei erklärte, unter keinen llm- ständen mitzumachen. Es erschienen dann die Richtlinien des Zentrums, nach denen eine Regie­rungsbildung sowohl nach der Rechten wie nach der Linken möglich war: aber um diese Richt­linien wurde nicht gestritten, sondern es wurden neue Formulierungen in den Verhandlungen mit den Deutschnationalen gesundem Rach den Demo­kraten hat niemand gefragt

Seit 1924 haben wir einer Mehrheits­regierung zugestrebt: wir haben das selbstlos getan und nicht einmal haben wir auf unterem Besitzstand bestanden. Als ehrliche Makler hätten wir jetzt Anspruch darauf machen können, aber wir haben, wenn auch schweren Herzens, a u f das DerkehrSministerium verzichtet. Der Reichspräsident hat sich an den Abgeordneten Scholz gewandt, der von dem Tone, wie er mit ihm sprach, tief ergriffen war. Riemand wird eS daher der Fraktion verdenken, daß sie dann nachgegeben hat. Sine Kompensation wird der Partei wohl bei dem Freiwerden des Reichs­wehrministeriums zuteil werden. Um dieDem o- fraten hat sich, wie schon gesagt, niemand ge­kümmert: in ihrer Presse wurden Reinhold und Külz angelegentlichst empfohlen. Gegen Gehler, namentlich als er aus der Partei ausgetreten war, wurde in der domo.'rat.schon Presse ein höchst unschöner Kamps unternommen. Das demokra­tische Berliner Tageblatt bringt heftige Artikel gegen Marx, den es noch vor kurzem gelobt hat. Wenn man das Verhalten der Parteien während der Krise betrachtet, so hat das Zentrum ein Musterbeispiel an geschickter Taktik geliefert. Den Deutfchnationalen wird die Umstel­lung nicht immer leicht fein; man soll sie deshalb nicht schmälen. In der Personenfrage hat die Partei der Sache zuliebe große Opfer gebracht.

Wie sind nun die Aussichten des Kabi­netts für die Zukunft? Wie zwei Pferde vor einem Wagen ober wie in einer Ehe werben sich die Parteien, das Zentrum und die Deutsch­nationalen, aneinander gewöhnen müssen. Ich habe das Vertrauen, daß die Deutschnationalen aus der Vergangenheit gelernt haben und die Koalition nicht sprengen: zerspringt sie, fo wird vielleicht in einem Jahrzehnt nicht wieder eine bürgerliche Reg'erung kommen. Die Zusammen­arbeit wird anfangs nicht leicht sein; die Ge­fahren sind weit weniger außenpolitischer als innenpolitischer Ratur. In der Kultur­politik haben uns in den Einzelstaaten die Demo­kraten und Sozialdemokraten nicht vor Gefahren bewahrt. Die schwerste Arbeit wird auf der Mitte liegen, der Deutschen Volkspa riet zufallen: sie wird für den Ausgleich der Gegen­sätze und für die Versöhnung im Kabinett ein­treten müssen. Curt ins und Stresemann sind die geeignetsten Person! chkeiten, um Brücken zu schlagen. Wenn nicht alles trügt, wird das Kabinett bis zu den Reuwahlen halten.

Internationale Verkehrsregelung

Don

Dr. Alfred ® i I b e m e i ft e r. Bremen, M. d. R.

Es ist zweifellos, daß durch die Gründung des Völkerbundes in Gens die Gedanken inter­nationaler Rechtsregelung eine Förderung und. wenn ich so sagen darf, Stabilisierung erfahren haben. Wenn diese Tatsache als feststehend hin­gestellt werden kann, so ist doch andererseits die Frage, auf welche Gebiete sich die inter­nationale Rechtsregelung erstrecken kann, eine sach­lich und, wie die täglichen Erfahrungen beweisen, eine praktisch außerordentlich umstrittene. Schwebt den idealen Forderungen des Völkerrechts die Ersetzung des Machtprinzips durch das Rechts­prinzip vor. so sind dadurch auch schon die Schwierigkeiten umschrieben: denn das staatliche Recht ist eine Prägung der staatlichen Macht. Alle staatsrechtlichen Theorien, die den Ersah des

Wie eine Stimme aus einer anderen Welt erklang das Sopransolo (Ria Ginster- Frank­furt) in Verklärung und Zartheit, in Vergeisti­gung und musikalischer Hingabe. Rur für die vom Chor begleiteten Stellen hätte sich die Stimme freier entfalten können, um zu domi­nieren.

Hermann Schcy - Berlin sch.en mehr Eewicht auf die dramatische Gestaltung als auf die ly­rische Ausschöpfung seines Varls zu legen und führte ihn mit eherner Stimmgewalt durch.

Die Streicher wirkten besonders im ersten Satze durch stimmungsvollen Schmelz ihrer Ton- gabe. Das Pianissimo der Holzbläser hätte teilweise noch dar.er sein können.

... denn ihre Werke folgen ihnen nach ... Dies ein Symbol für das srüchte.ragende Schaf­fen Gustav Trautmanns.in

Deutsches Theater in Paris.

Die beiden Vorsitzenden der deutschen Düh- nengenofsenschaft Rickelt und Wallauer haben sich, wie aus Paris gemeldet wird, einige Tage dort aufgehalten, um Fühlung mit bet Bereinigung bet franzö.ischen Schauipieler und mit ben Leitern bes Welttheaters, besonders mir Firmin Dernier zu nehmen. 3m Verlaufe dieser Verhandlungen wurde die Frage, Ende Mai in Paris internationale Festspiele unter Beteiligung von Deutschland, Frankreich und Rußland zu veranstalten, bes näheren erörtert Sie Vorsitzenden bet deutschen Bühnengenossen- schaft haben sich in Paris darüber unterrichtet, in welcher Weise Deutschland sich an diesen Veranstaltungen beteiligen wirb. Von den Ver­handlungen. die sie nunmehr führen werden, wird es abhängen, in welcher Weise diese erste internationale theatralische Kundgebung dutch- gesührt werden kann. Wie wir im übrigen er­fahren, soll Deutschland bei der Veranstaltung zuletzt, also als Abschluß, deutsche Stücke spielen und zwar sollen für diese Mustetveranstallung in Frage kommen das Deutsche Theater in Bet-

Machtprinzips durch da- Rechtsprinzip wollten, haben mit einer gewissen Leidenschaft das Der- tragsprinzip gefördert ober gar. wie in der französischen Revolution mit Demcontract social sogar beweisen wollen, daß die Basis de- Staates bet Vertrag sei. Es ist im Rahmen dieser Betrachtung nicht am Platze, über diese Theorie vom historischen und praktischen Standpunkt zu Gericht zu sitzen, vielmehr die Frage auszu- toerfen. ob es ein Gebiet internationaler Be­ziehungen gibt, wo tatsächlich da- Vertrags­recht Grundlage der Rechtsbezi^ungen schon ist. Auch hier wird es praktisch einer Einschränkung bedürfen. Auch der Vertrag kann der Ausdruck des Machtprinzips fein. Keiner der Vertrag­schließenden des letzten großen Friedens­vertrages von Versailles sieht darin einen Sieg de- Dertragsrechtes. sondern beide Teile nur einen Sieg des Machtprinzips. Das ist nicht etwa nur eine deutsche Auffassung, son­dern das Frankreich, welches die Garantie des Versailler Vertrages nur in militärischen Mitteln sieht, stellt sich ja selbst auf den Standpunkt, daß dieser Frieden auf der Grundlage eines Ver­trages keinen Bestand haben könnte Auch find bisher moralische Bewegungen auf feiten Frank­reichs und seiner Verbündeten, den Gewaltver­trag durch einen Rechtsvertrag zu ersetzen, kaum erkennbar. Die Vorteile der Machtpolitik erschei­nen auch dem friedlich gesonnenen Franzosen so stark, daß man sie nicht gegen die Vorteile eines frei vereinbarten Rechtsvertrages eintauschen will.

Soll deshalb die internationale Verständi­gung über den Begriff einer reinen Phraseologie herauskommen, die ihren Reigen nach dem deut­schen Dichterwortnur am Himmelszelt" führt, so wird man rein praktisch sein Augenmerk auf Gebiete richten müssen, wo der Rechtsvertrag Geltung und Wirkung hat.

Ein solches Gebiet ist vorhanden, und zwar auf dem Gebiete des Verkehrs, von dem man landläufig, aber richtig sagt, daß er die Völker verbindet. Gerade auf dem Gebiete der reinen Verkehrsfragen ist auch die Forderung allgemein gültiger internationaler Verträge schon erfüllt. Der Weltpo st verein konnte im vorletzten Jahre fein öOjähriges Bestehen feiern, und es wäre vielleicht mehr noch, als geschehen, geboten gewesen, bei der Feier im Reichspostministerium in Berlin hervorzuheben und der Welt bekanntzu­machen, daß dieser Weltpostverein deutscher Anregung seine Verwirklichung verdankt. Wenn dem Weltpostverein auch wie dem Völkerbund die gewaltigen Vereinigten Staaten von Rord- amerika nicht angehören, so ist doch auf einem anderen Verkehrsgebiet eine wirkliche universale Regelung verwirklicht, nämlich in der inter­nationalen Telegraphenunion. Das internationale Luftschiffahrtsabkommen hat jedenfalls die Tendenz, durch den Hinzutritt immer weiterer Staaten einen universalen Cha­rakter zu gewinnen.

Die von Deutschland im Weltkriege ver­tretene Forderung der Freiheit der Meere hatte praktisch gesprochen den Zweck, zu einer uni­versalen und allgemein bindenden Regelung der Bedingungen der Seeschiffahrt in Krieg und Frieden zu gelangen. Wenn diese Forderung auch wiederum dem Machtprinzip der angel­sächsischen Mächte hat weichen müssen, so ist doch festzustellen, daß schon in der herkömm­lichen Formulierung von Handels- und Schiffahrtsverträgen der Gedanke inter­nationaler Verständigung über die Bedingungen der Seeschiffahrt, wenn auch nur in Verträgen von Staat zu Staat, zum Ausdruck kommt. Es ist eine pralli'che und erreichbare Forderung, hier universales Recht zu schaffen mit der eng­lischen FormulierungNo f I a " discrimi- Nation!" Wenn aus die'em Gebiete auch in der steigenden Herausnahme der Küstenschiff­fahrt gewisse Rückschritte zu verzeichnen sind, so wird es doch aus d:r anderen Seite nicht unmöglich sein, wenigstens die gleiche Behand­lung aller Fragen in den Seehäfen durchzufehen. Es ist immerhin interessant, daß die Rcichsver- faffung von 1871 das Recht der gleichen Be­handlung der Flaggen noch für die deutschen Bundesstaaten untereinander festlegen muhte, d. h. verhindern mußte, daß etwa Hamburg die preußischen Schiffe befer behandelte, als die bremischen um ein Beispiel zu konstruieren.

Hiermit ist das Problem nur umrissen. Es ist zweifell-s. daß die staatlichen Widerstände auf diesem Gebiete auch enorm sein werden, aber gleichzeitig ist festzustellen. daß mit den söge-

lin unter der Leitung von Max Reinhardt, die städtische Oper in Berlin unter Leitung von Bruno Walter und das Dresdener staatliche Schauspielhaus. Auch wurde von der Veranstal­tung einet Mozart-Woche im Anschluß an diese Veranstaltungen gesprochen.

Was sich alles im Tiermagen findet.

Ein Strauß im Londoner Zoologischen ©arten hätte kürzlich beinahe fein Leben eingebüßl, als er versuchte, ein 5 Meter langes, dickes Seil zu ver­schlingen. Als der Wärter die Entdeckung machte, war bereits mehr als die Hälfte des Seils, das in dem Käsig vergessen worden war, im Schlunde des Vogels verschwunden. Der Wärter der lab, wie der Strauß würgte, beschloß, ihm seine merkwürdige Mahlzeit wieder abzunehmen: aber das war sehr schwierig. Erst nach langem Ziehen und Zerren kam der verschluckte Teil des Seils wieder zum Vor­schein, unj da- aelrähige Tier schien nun merklich erleichtert. Der Straußenmagen ist ja wegen seiner Aufnahmesählakeit sprichwörtlich, und nicht immer ist es Gier, sondern nicht teilen auch Reugierde. die die 6i rauhe veranlaßt blanke und glänzende Sachen zu verschlugen. Ser Strauß ist darin wie ein kleines <tmb, das alles in den Mund nimmt; er kann stundenlang mit einem Schlüsselbund spielen, und wenn er es dann schließlich verschluckt, so schadet ihm das meist nicht sehr Diel. Aber gewiße Dinge gehen selbst über die Kräfte eines solchen Doael- mögens hinaus. So erzählt der Tierarzt Carl 5 o y daß ein weiblicher Emu, ein wahres Prachtexemp.ar, plötzlich kein Futter mehr nahm und cinging. Bei dcr Se.'t on ergab sich, daß eine Hutnadel in ihrer esamllänge im Muslelmagen herumgewandert war und eine Unzahl Kanäle geschaffen hatte- Außer­dem befanden sich aber auch noch im Magen dieses Kasuars ein fingerlanges Drahftuck, eine halbe Haarnadel, eine große Holzschraube und ein frum« mer Ragel, die alle an der Zerstörung der Magen- Wandung mitgearbeitet takt en Bei einem plötzlich verendeten Rrndu. einem südamerikanischen Ver­wandten des Emus, war man nicht wenig erstaunt.

Sreitag, 4. Februar 1927

nannten RuleS. die als Vertrag-Vorschläge auf den Verkehr-konferenzen. besonder- auf den Soerechiskonsercnzen festgestellt sind, ein Inter­nationale# Vertrag-recht praktisch besteht. Wenn Frachtverträge nach den DoriAntwerpen-Rules abgeschlossen werden, wenn die Getreideverschis- fung nach den Londoner Kontraktbedingungen in Immer weiterem Maße abgeschlossen werden, so entwickelt sich daraus de facto ein inter­nattonales Frachtrccht. wohl bemerkt, ohne Re­gelung durch die Staatshoheit.

Diese Regelung zu erreichen, muß möglich sein, so schwierig sie auch ist: wie schwierig, mag die eine Tatsache beweisen, daß es trotz aller Bemühungen bisher noch nicht gelangen ist, ein internationales Wechselrecht, gültig für alle Staaten, zu schaffen, obwohl hier Vernunft und praktisches Interesse dafür sprechen, daß eine völlige Liebereinstimmung sämtlicher Ge­setzgebungen aller Länder der Welt herbeige­führt würde. DiefeS Beispiel mag die Schwierig­keit. aber auch die Rechtfertigung eines inter­nationalen Verkehrsrechtes illustrieren.

Oberhessen.

Landkreis (Wicficn.

00 Klein-Linden, 3. Febr. Seit einigep Tagen tritt in unserem Dorfe die Grippe auf. Alle und junge Leute werden von der Krank­heit hcimgesucht. In einzelnen Häusern sind sämt­liche Familienmitglieder erkrankt.

ck Heuchelheim, 3. Febr. Ser Ge­meinderat beschäftigte sich in ferner jüngsten Sitzung wieder mit der Frage der Erbauung einer Wasserleitung für unseren Ort. ES wurde beschlossen, bei der Stadt Gießen anzufragen, zu welchem Preise G eßen evtl, das Wasser bis an die Gemarkungsgrenze liefern wolle. Ferner beschloß man, vorn Kulturbauamt Gießen einen Kostenvoranschlag über ein Pumpwerk aufl­arbeiten zu lassen: dieses Werk soll mit dep Wasserkraft der früheren Schlagmühle betrieben werden.

ED Lollar, 3. Febr. Die Feld- und Wald­jagd der benachbarten Gemeinde Ruttershau- s e n kam dieser Tage zur Neuverpachtung. Der seit­herige Pachtvertrag von 300 Reichsmark jährlich wurde hierbei um 200 Reichsmark überschritten. Höchstbietender blieb der Pächter der Durgwirtschast Staufenberg, Ludwig Bierau.

: Beuern, 3. Febr. In einer General­versammlung der in Liquidation stehenden hie­sigen Spar» und Borfchußkasse l wurde mit Mehrheit beschlossen, die Kasse wieder neu erstehen zu lassen. Ä?c» Gemeinder a t bestimmte jetzt eine Kommission, die sich die Bemühungen auf Errichtung einer 21 u t o 11 n i e besonders angelegen fein lassen soll.

bs. Birklar, 3. Febr. In der jüngsten Gemein deratsfiyung wurden die Ge­hälter der Gemeindebeamten wie folgt festgesetzt: Ser Bürgermeister erhält 1200 OTt, gegen seither 1800; der Gemeinderechner 900 Ml., seither 1200; der Polizeidiener 400 Mk.; der Feldschüh 410 Mark. Unser Sorf zählt 500 Seelen und ist arm an Gemeindebesitz.

Kreis Friedberg.

4 Bad-Rauheim, 3. Febr. In der jüngsten Sitzung bet Stadtverordneten bildete die Frage des KleinwohnungS* baufl den Hauptpunkt der Tagesordnung. Sie Stadt hat im vergangenen Jahr rund 300 000 Mk. an Baubeih lfedarlehen gewährt. Für das Rech­nungsjahr 1927 kann eine best mrnte Summe jetzt noch nicht festgesetzt werden. ES wurde aber, um misiden Vorarbeiten für die einzelnen Wvh- nungßbauten b.g.nncn zu iönn.m, beschlossen, schon jetzt 100 000 Mark für den Zweck zu betoilLgcn. Cs liegen bereits 32 Daugesuche vor. Mit der Festsetzung von allgemeinen Bestimmungen für Baudarlehen beschäf igten sch Anträge, die von der Sozialdemokratischen Partei und von der Wirtschaft! chen Vereinigung erngerelcht waren. Eine Einigung erfolgte nur über einige Para­graphen, die anderen wurden an den Bau* ausschuß zu nochmaliger Beratung zurückver­wiesen. 3m Anschluß an einen Vortrag, den Foribildungsschullehrcr Hildebrand im evan­gelischen Gemeindehaus über den Ausbau der Gemeindearbeit hielt, wurde hier eine Evan­gelische Vereinigung durch Zusammen­schluß aller evangelischen Körperschaften und Ver­eine gegründet. Der Vereinigung gehören bis jetzt 7 Körperschaften mit insgesamt 500 Mit­gliedern an. Sie Gründung eines e D angelt*

im Magen eine Schwarzdrossel mit Haut und Federn zu finden. Der kräftige Muskelmagen hatte den Singvogel in den Drüsenmagen gearbeitet und von dort in den Darmanfang, der leider für die Auf­nahme des Tier?s zu eng war. 3m Magen de- alrikanilchen Straußes finden sich stets, ähnlich wie im Hühnermagen, eine größere Anzahl Steine, denn der 6 raub braucht die Steine zum Zerkleinern. feiner Rahrung. Außer diesen Mahlsteinen enthält * der Straußenmagen aber auch sehr häufig Hokz- stücke. Drahtnäqel, Haarnadeln. Glasscherben und ähnliche-. Fast jedes Tier nimmt Fremdkörper mit der Rahrung au-; so haben die tatzenartigen Raub, tiere in ihrem Magen Sehnen, Hoare, Federn, Nnochenstücke, Sand, Stroh, Söge Däne, Holzsplitter ufw.; sie vermögen aber diele unverdaulichen Stoffe leicht wieder von sich zu geben, da der Raubtier­magen auf das Erbrechen eingestellt ist. Bei anderen Tieren ist das j erschlucken unverdaulicher Singe gefährlicher, und in den Zoologischen Gärten sind die Tiere schweren Schädigungen dadurch ausgesetzt daß die unglaublichsten Dinge in die Käsige geworfen werden So spielt z B. da- Walroß mit kleinen Ftemdkörpem unermüdlich, treibt sie vor sich her schnappt danach und schluckt sie schließlich doch herunter. Bei der Sektion eines Walrosse- wurden im Magen vielerlei Fremdkörper gefunden die schließlich den Tod bewirkt hatten. Durch den'stan. bigen Aufenthalt von Fremdkörpern wird dieMagen- schleimbaut allmählich zerstört; der Magen wird an diesen Stellen papierdünn, und eine unvermeidliche Bauchsellenentzündung rafft das kostbare Tier hin­weg. 3n dem Magen eines Alligators wurden einige Stucke gesunden, die auch die kühnste Phan- tafie nicht dort vermutet hätte. Die kunstvoll behauene Speerspitze eines Eteinzeitmenfchen lag friedlich Deremt mit der FaffungSkapfel einer modernen Ge­wehrpatrone, und als dritte- Fundstück konnte die Gaumenrafpel eine- Fisches zutage gefördert werden. Sa in der Gegend, aus der der Alligator stammle, öie Eingeborenen nicht mehr mit Steinbeeren auf bte Jagd gehen so must der riesige öuc»h?im Flußbett die Ueberreste einer uralten Zeit verschluckt haben.