volle- Zeugnis bafür, dcrtz die auf des Fortschritt unserer Stadt gerichtete Arbeit, die streng sachliche Wirksamkeit unseres Oberhauptes die Anerkennung der Gefanttgemeindc ohne Rücksicht der Parteizugehörigkeit gesunLen hat.
Für die hessische Simultanschule.
-= Darm stadt, 2. Oft. Dieser Tage tagte hier im Gebäude deS Landeskirchenamtes der aus Vertretern der evangelischen R e- ligtonslehrerschaft der Volks- und höheren Schulen, sowie der evangelischen Geistlichkeit zusammengesetzte Reli- aionSlehrerausschuh der Evangelischen Landeskirche in Hessen unter dem Dorsiy von Prälat D. Dr. Dieh l. Hauptpurckt der Tagesordnung war die Stellungnahme zu der durch den Reichsschulgeseyentwurf geschaffene Lage. Rach eingehender, von hohem Ernst getragener ‘Beratung beschloß man, sich die Entschließung zu eigen zu machen, die vor wenigen Tagen von den Vertretern der Kir- chenregierungen von Baden, Hessen, Frankfurt a. M., Rassau und Thüringen einmütig gefaßt worden ist, und fordert, daß allen Ländern, in hcnen zur Zei t Gemeinschaftsschulen bestehen, daS Recht gegeben werde, diese Schulen unbefristet zu erhalten. Maßgebend für diesen bedeutsamen Beschluß deS Ausschusses war die ^leberzeugung, daß die uneingeschränttc Erhaltung der in Hessen geschichtlich gewordenen und bewährten S i - multanschule im dringenden Interesse von Schule, Kirche und Volksgemeinschaft liegt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
~ Reiskirchen, 2. Ott Auf der Kraftpvstlinie Wetzlar — Reiskirchen — Volpertshausen — Weidenhausen -W e h l a r tritt vom heutigen Tage ab folgende Aenderung ein: Es finden Fahrten mir
noch Mittwochs und SamstagS, tmb zwar vormittags und nachmittags statt: vornritagS ab Wetzlar Bahnhof 7.30 (über Rauborn), an Weylar Bahnhof 9, nachmittags ab Wetzlar Bahnhof 15.40 (über Dauborn), an Wetzlar Bahnhof 17.30.
Kreis Kirchhain.
WER. Kirchhain, 2. Oki. Der Gesangverein Kirchhain feiert im nächsten Oahre sein S0)ähriges Bestehen. Mit dieser Feier ist das nächst« Lahntal- Sängerbundesfest verbunden. Rachdem nun als Festtage der 7.. 8. und 9. Juli 1928 fest gelegt sind, wird mit den Vorarbeiten zur Feier begonnen. An diesen Tagen werden etwa 1000 Sänger in der Stadt weilen.
Kreis Limburg.
WER. Limburg, 2. Oft. Auf dem' hiesigen Bahnhof stürzte ein Lokomotivführer aus Altenlirchen so unglücklich vom Trittbrett des Packwagens, daß er sich einen Schädelbruch, verbunden mit einer Gehirnblutung, zuzog, so daß er kurze Zeit darauf verschied.
Maingatt.
WSN. Frankfurt a. M., 2. Ott. Wie überall im Reich, so ist auch in Frankfurt der 8 0. Geburtstag des Reichspräsidenten festlich begangen worden. Neben den öffentlichen Gebäuden hatten auch viele Prionthäuser Flaggen- jchmuck angelegt. Der am Vorabend veranstaltete Fackelzug unter Leitung des- „Stahlhelms", Bundes Mr Frontsoldaten, denen sich der Kreiskriegeroerband, die vereinigten Frankfurter Ofsiziersoerbände und eine große Zahl der vaterländischen Verbände angeschlossen hatten, fand starke Beachtung der Bevölkerung. Die offizielle Feier der Stadt am Sonntagvormittag, zu der der Oberbürgermeister an alle Kreise der Einwohnerschaft Einladungen hatte ergehen lassen, vereinigte die Spitzen der Frankfurter Behörden und Vertreter aller Schichten in dem historischen Kaisersaal des Römers. Nach der Einfüh- rungsrcde des Oberbürgermeisters hielt der Göttinger
Pttvatdozent Dr. Mommsen die Festrede, der nach einer Schilderung des Werdeganges Hinden- burgs das Wirken der beiden Reichspräsidenten Ebert unch Hindenburg einer eingehenden Bettach- :ung uni erzog und mit dem Motto Hindenburgs schloß: „Vorwärts und aufwärts!" Ein Hoch auf den Reichspräsidenten und das 'Absingen des Deutschlandliedes schloß die von Mustkoorttägen eines Stünftlerquartetts umrahmte Feier. Gleichzeitig fand im Hippodrom eine große nationale Kundgebung statt, bei der der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Hier hielt die Festrede Pfarrer Abraham von der Paulskirche, der Hindenburg als Staatsmann und als Soldaten schilderte. Am Abend fanden sich die Mitglieder der Verbände nochmals zu einem Hrndenburgabend zusammen, bei dem Hindenburg als Führer des Feldheeres gefeiert wurde.
WSN. Frankfurt a. M., 1. DtL Die E r - richtung eines Ehrenmals auf dem Frank- furter Hauptfriedhof ist nunmehr gesichert. Mit dem Bau soll in allernächster Zeit begonnen werden. Das Denkmal soll aus einer sieben Meter hohen und 1,5 Meter dicken kreisrunden Mauer aus Taunusschiefer und Lavabasalt mit einem schwach vortretenden Torbau mit einer liegenden Kriegerfigur im Innern bestehen. — Wie Wagners Südwestdeutschem Nachrichtendienst aus Wien gemeldet wird, fuhr dort heute nacht das Privatauto des Fabrikanten Arthur Metzger aus Sprend- lingen in Hessen auf einen Geratezug der Straßenbahn. Der Fabrikant wurde g e t ö te t, seine Gattin schwer o e r l e tz t und das Auto zertrümmert.
Ihre zwei Kinder durch Gas vergiftet.
WSD. Frankfurt a. M., 2. Oft. Heute mittag gegen 1 Uhr bemerkten die Bewohner des Hauses Windeck st raße 17 im vierten Stock Gasgeruch. Die herbeigerufene Polizei öffnete gewaltsam die von innen verschlossene Tür und
fand die Frau deS Wohnungs Inhabers Mundschenk, der augettblicklich außerhalb Frankfurts weilt, bewußtlos in ihrem Bett liegend vor. Ihre zwei Kinder im Alter von fünf und drei Jahren waren bereits tot Die Frau wurde dem Krankenhaufe zugeführt, während die Leichen der beiden Kinder in die Leichenhalle transportiert wurden. Da die Frau noch nicht vernehmungsfähig ist, konnte noch nichts über die Ursache der furchtbaren Tat festgestellt werden.
Schweres Automobilunglück bei Vad Homburg.
WSR. Homburg v. d. H., 2. Oft. Gestern abend furz nach 9 Uhr verunglückte zwischen Hohemark und dem Sandplacken ein Kraf twagen. Drei Personen wurden dabei schwer verletzt. Ein kleiner Opelwagen, der dem verunglückten Wagen folgte, nahm die Verletzten auf und wollte sie in das i Homburger Krankenhaus bringen. Am Hom- ' Integer Schlohgarien verfehlte er den Weg und stürzte in einen Graben. Hierbei trugen Die Verunglückten erneute Verletzungen! davon. Emer der Verletzten wurde in hoffnungslosem, die beiden anderen in ernstem Zustand dem Krankenhaus zugeführt.
Die (Hamen der verletzten Personen sind: Herbert Weise. Michael Emmer tch und Rv- tert Gahdoul. Alle drei sind auS Frankfurt cu M. gebürtig. Der am schwersten von dem Unfall betroffene Wette hat schwere Kopfverletzungen erlitten. Die beiden anderen haben Quetschungen mit Bluterguß resp. einen Oberarmbruch davon getragen.
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Der Tod de» jungen Valentin fiel In die Zeit, als sich die Stadt noch mit dem Selbstmord der Gattin Manfted» beschäftigte.
Man sprach eigenllich mir von ihr, dieser eigenartigen, gefeierten Frau, so glücklich verheiratet, eine geniale, große Künstlerin.
Sie war Im Begriff, ihrer Erholung in ein Sanatorium nach dem Süden zu reifen. Unterwegs war sie in einem kleinen Bad am Rhein aus- gestiegen und ins Hotel gegangen, hatte ein Zim mer genommen und sich Tee bringen lassen. Dann hatte man nichts mehr von ihr gehört. Am andern Mittag fand man sie tot auf ihrem Bett. Sie hatte Brom genommen.
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im Weg liegenden Körper gestoßen. Er lag mit dem Gesicht auf der Erde, an einer Laterne ...
Niemand meldete sich, der einen Zusammenhang wußte. Die einzigen, die vielleicht hätten wissen können, was Herr Valentin in dieser Straße zu tun hatte, schwiegen. Die alle Köchin der Fremdenpenfion La SR opfere, mißtrauisch gegen alles, was mit Polizei zusammenhing, hatte — ihre Taubheit vorschützend — nichts auszusagen, und Frau Anna Heine war eine fromme Dame. Sie glaubte an die Bestrafung der Sünde auf Erden und an das Fegefeuer obendrein. Aber mit irdischen Gerichten wollte sie nichts zu tun haben.
Als sie auf dem Markt zufällig hörte, daß der Masseur Gaul die Stadt verlassen habe, empfand sie eine gewisse Erleichterung darüber ... Das Zimmer links vom Eingang war schon wieder an einen Amerikaner vermietet, aber sie sagte ihm gleich, daß ihr Haus ein solides sei und sie keinen Damen auf der Treppe zu begegnen wünsche, was ihr der Amerikaner mit einem festen «hake-hands versprach Sie war nur genötigt, sich neue Schlüssel m diesem Zimmer und der Haustüre machen zu lassen, denn unter der Matte hatte sich nur ein Paar gefunden .
mand kannte den Toten in der Platanenstraße, weder seinen Namen noch seine Persönlichkeit. Die Bewohner der ersten Billa waren verreist, die zweite, ein unterbrochener Neubau, stand leer, in dem letzten Haus wohnte ein alter Herr in seiner Wirtschafterin, der in diesen Tagen bettlägerig gewesen war. Und die Bewohner des Hauses Pia- tanenstraße 3 kümmerten sich nicht um die im Hause ein- und ausgehenden Gäste der „Rosifere". Niemand meldete sich, der einen Zusammenchang zwischen dem Toten und seinem MSnder cu'fdcck n konnte. Nicht einmal den Führer ober bk Nummer bes Autos, das am Eingang der Strafte gehalten hatte, konnte man feststellen.
Valentin war tot ... mit einer Jbrgct von rückwärts getötet Der Schuß mußte ganz au» der Nähe angegeben worden sein.
2n der „Rosifere' hatte man den Schuß wohl gehört, aber es war niemand zu Hause gewesen als die taube, alte Wirtschafterin und di« achtzigjährige Prinzessin ... Die Engländerinnen waren um diese Seit im Kurhaus und lasen die „limes" im Lesezimmer, und die Herren in ihren Rollstühlen waren noch nicht von ihren Ausfahrten zurück ...
Gegen sieben Uhr fanden Graf Rödern und sein Diener den Toten. Der Rollstuhl war gegen seinen
Der Schuß im SteM ...
Jedermann in der Nachbarschaft der Platanen- strahe hatte ihn gehört und jeder behauptete, daß er kurz vor sechs Uhr gefallen sei ...
Ein Briefträger hatte am Eingang zu der stillen Straße ein Auto halten sehen, das auf jemand zu warten schien ... Ein Auto ohne Führer und Insassen ... Aber niemand hatte den Herrn gesehen, der in seinem dicken grauen Mantel, die Zigarette im Mund, die Straße hinunterging ... Der Nebel war zu dicht ... Der letzte, der Edgar
Zwischen Mund sieben
Roman von ßiesbet Dill.
Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.
Der Weg zur Hygiene
und Sauberkeit führt eigentlich zwangsläufig zur chemischen Reinigung ihrer Garderobe und aller Gegenstände, mit denen Sie täglich in Berührung kommen. Nicht nur Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden aus Ihrer Kleidung, Ihren Decken, Kissen, Teppichen, Vorhängen, Handschuhen usw. beseitigt, die meisten Dinge werden auch wieder wie neu. Auch das Auffärben und Plissieren aller Arten Stoffe wird von uns in der bekannten erstklassigen Weise ausgeführt. 2473 Id
Wistschasts-stebeniahnie
Mit dem heutigen Tage geht die von mir seit 3abr- zehnten betriebene Wirtschaft Zur ©ermania
auf Theodor Gcrlach über und bitte ich bas mir bewiesene Vertrauen auch meinem Nachfolger zukommen gu lassen, indem ich gleichzeitig meinen Dank hierfür abstatte.
Dieseck, 3. Oktober 1927
Gustav Schneider.
„Wer mag nur vorhin geschossen haben?" fragte Manfred nach einer Weile.
„3a ... wer mag das gewesen sein? Die Jugend läuft jetzt mit geladenen Revolvern in der Tasche in den Strafen herum. Es kommt fortwährend vor, daß so eine Pistole losgeht." Der Arzt nahm das Hörrohr ab und stellte es fort ... „Eine Besserung, die ganz überraschend ift/
Er gab ihm Verhaltungsmaßregeln. „Sie müßten jetzt Urlaub nehmen."
„Eine radikale Heilung stellen Sie wohl nicht in Aussicht?"
„Es wäre unvorsichtig, das zu versprechen ... Ich kann nur sagen, daß ich erstaunt bin über die Besserung ... Vielleicht kommt cs daher, daß Sie vorher zuviel auf sich geachtet haben und sich selbst in eine Art nervösen Zustandes hineindachten ... das kommt vor ... kommt sogar sehr oft vor .... Eine junge Frau, die an Herzzuständen litt, kam neulich zu mir, sie hielt sich für eine Todes- kandibatin. Ich untersuchte sie uno stellte je ft, daß sie nur ein nervöses Herz hat, aber gar nichts Dr» ganifd)es vorliegt, — sie geht keim und ist von dem an gesund ... Das gibt*5 ... Vielleicht haben Sie über dem, was sie in den letzten Wochen beschäftigte, Ihren eigenen Körper einmal ganz vergessen ... Das ist sehr heilsam — oft. — In diesem Fall war es das Beste. Für Sie wenigstens."
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Die Uhr schlug sechs. „Nun warte ich schon fast eine halbe Stunde."
In diesem Augenblick trat aus dem Sprechzimmer eine klein« dicke Dame, die sich den Nerzpelz zu- knöpfte.
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„Sie lassen einen aber lange warten," sagte Manfred, als er das Sprechzimmer betrat.
„Nun, um so schneller werden wir es machen," tagte der Arzt und er begann mit der Unter fuchung.
„Ich bin überrascht, Herr Doktor, außerordentlich überrascht ... Di« Diagnose hat sich ganz ver- ändert ... Das Herz ist viel ruhiger geworden. Und dl« asthmatischen Anfälle?"
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„Sonderbar, sehr merkwürdig ... Erlauben Sie nachmal» den Puls ... Er gebt wieder etwas rascher ..." Der Arzt ftchr im Zählen des Pulses fort.
Plötzkch zuckte Manfred $ujammen unb wandte den Kopf. „Haben Sie nicht even einen Schuß gehört? — Es klang genau wie ein Schuß!"
„Ich habe nichts gehört", sagte der Arzt.
„Doch — es war ganz deutlich hörbar — es muß hier in der Nähe gewesen sein."
Die beiden lauschten eine Weile. Aber als alles still blieb, fuhr der Arzt mit seiner Untersuchung fort.


