Ausgabe 
3.5.1927
 
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Hr. 102 Erstes Blatt

177. Jahrgang

vienstaa, 5. lllai (927

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ps»,ch.-7»»to Kre»n»n s* 8tel» MW.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Md » Verlag: vridl'sche UniDcntiäisbid unö Steiiärvderel R. Lange in Bietzen. Sdfnftleitiag und Geschaflritele. SthnfKraM Z.

Im|M h« leieieee ttr bi« Z«j(tn»»«n bt» !» BochmM», p-rdre.

Frei» ftr I ychd« |tr a*|nq,* »b» 27 ne reite tqilich k, eesrait» IO Brichspl,«"»»: ftr Br» bteeraiqfift» rw 70 Q Brrit« » Br chsPtr»»'-, Ptetzoorschnü » webt.

Lchrirrbodtr»:

Dr. Inrdr rv'lch Lange. vrr»r,Ml>nlich Ur Tohi-b Dr Fr Dilh. Ca»a«. für 3<uiCft?s !R A 1 tonet; für b,n ubdjtn Iftl tzk ft Bfumschei«, tir be» Um» jetflfiMrtl fiert Atlwcnn, sämtlich i» B r' r

Ist die westwiNschaslslonserenz einevergebliche tsostnung"?

Bon Prvfeflor Dr. Hermann Levy. Berlin.

5tr die soeben in Dens Aulommengftretew Mektwirtschaftstonferenz trillt bat zu. wat man» cher Arzt einem Pattenten zu lasen pflegt. .Vie Mtten gut getan. Diel früher au kommen' Mehr dU acht lahre schleppen sich fast alle k'änbrr her Weit. befonders aber hie europat«chm mit einer chronilch gewordenen *2Di: herum und erst vor etwa einem Jahre hat ttch überhaupt dir einzig richtige Grkernums bet den beteiligten durchgefeyt, daß Mele nationalen Kri­sen auf Lethen Aurüdgefren Me allen exhtPirt- schaltlich intereffierien Ländern gemeinsam Und Ort feil einiger Zeit weih man auch in England Frankirich. 3lallen und Belgien, hast, wirttchaftlich genommen, der Weltkrieg eine U i e- b e r l u g e i.Ichi mir für Deutschland sondern für alle Länder, mit Ausnahme der über- ih Man hat -u Onde des letzten Nahrrs freilich unter dem Eindruck ge- viiu langsame b e I 1 e r u n q der w-eitwinschastlichen Lage eintrete

Allein. Me Äffern zu Gnde det Nahrrs 1926. ctgltdxn mit denen bet Jahres 1913. reden leider eine andere Sprache alt die allgemeinen dinßrüde Man bedenke Vast die Aoheifenefzeu- flung CwglanM z. B. im Jahre 1913 im Monats­durchschnitt fast doppelt so hoch war wie im Ianuar 1927. dah die entsprechenden Ziffern für Deutschland. Zranlreich. Lurcmburg und Saar­gebiet zusammengesastt swegen der territorialen l eränbet ungen) im Monattdurchlchnitt hon 1913 ,rka 2 35 Millionen Tonnen betrugen, dah da­gegen für dieses (bebiel erst linde des Jahres l^ wieder eine über Zwei-Millionen-Tonnen- erzeugung erreicht wurde, man denke an Me Lebenthaltungskosten. die immer noch zirka 50 Prozent über dem Frieden stehen, an Me Beschäftigungslosigkeit. Me selbst in kleinen, vom Sneg wenig geschädigten oder sogar teilweise begünstigten Ländern wie Däne­mark oder 5^r4lanD heute weit über das Aiveau von 1913 hinaus reicht man denke an Me Da - iutazerrütfung. die sich bter und da etwas gebessert hat. aber andererseits, wie das neue tapantsche Beispiel zeigt, auch wieder im 3u- ,chmen begriffen ist Dein von einer wirklich wesegtNchen Besserung kann nicht die Aede sein. Äann Me DeitwiNschastskonserenz etwas dnt- scheidenbes tun?

Ulan weist heute allgemein, dah die Umlage der Weltwirtschaft auf einer Uebcrencugung i'eruht oder, vxrs ungefähr dasselbe ist. an einer Unterkonsumtion, das delstt. e.nem Mist- tverbältnl» zwilchen allzu groben Prvduktions- mdgUchkciten aus der einen Veite geschaffen durch Brtegs- und Rachkricaswahn und einer erschlastten Kaufkraft der Weit auf der enbtren Seite Hiergegen kann die Deltwirtschaftskonse- renz wenig tun. Sie lann nicht Me Stillegung ganzer Betriebe befehlen und leibst, wenn Me ihr horlicaenBcn Gutachten über die internationalen Äartelle und Syndikate (Ueriaffer eines berlelbcm ,st der bekannte hervorragende Leipziger Ratto- na 1 okonom Pro! Wiedenfeld» ben Standpunkt vertreten sollten, dast l,ch die internationalen

als produktionsautgleichender Organe bedienen können fo ,st es fraglich ob damit eine wirkliche Lösung der Xlebeneugung rtfp der Unterkonsum­tion erblickt werden kann.

Diel eher muffte man daraus bedacht fein, die Bonfumtton dadurch zu heben, dast eine Der- btlligung der 'Drelle erricht wird Ute- bngerc Preise de Beseitigung der TMtteue- rung - inklusive derien gen in den überseeischen Ländern, auch der Union würden sogleich den Bedarf wieder beieben und damit setzt über- Hüfligc Produktionsgehäuse wieder rentabel ma­chen tonnen Ob die internationalen Kartelle diese Preispolitik - trotz sicherlich von ihnen '»gestrebter Uaticnalificning der Betriebe ge­meinsamer BerkaufsbeMngungen und Erleichte­rungen aller möasichrn Art anstrebc i werden. ,st zunächst zu bezweiseln; es ist auch sraglich. ob die Preise unter den heutigen Verhältnissen wirklich rrduzien werden können. Hier ist vor allem zu bedenken, welche austerordentlich hohen Lasten auf der heutigen Srzrugung säst aller Länder durch Me Bricgsverschuldung gelegt wor- den sind und tote diese Lasten immer w eder letzten -Indes vom Verbraucher getragen, allo in den Preisen «um Ausdruck kommen müllen.

Gebern oernünfLa denkenden Besucher der (Ben­ke Konferenz wird sich diel« Tatsache immer wieder aufbrängen. Mit Recht schreibt (tzunther etem im Berliner Tageblatt : Die Verpflichtung Deutschland» sowie derinteralliiert' gewesenen c taoten Europa» jur Zahlung großer ftriegsschulddeträg« jn ausländische (Gläubiger (bie vielfach frib<: wi«>r die Schi ld er anderer Staaten geworden iind). «ft das gefähr­lichste Ainbemie für Die Schaffung eines weltwin- Ichattlichen Ausgleiches.' Diese Sorte sind überaus bcmcrlensroert. Denn eben jene Verpflichtungen be­dingen nicht nur enorme Steuern, d,« wieder in den Produktionskosten und daher in den Preisen der Waren jum Ausdruck kommen müssen, sie be­wirken ebenfalls ein künstliches, unnatürliches Stre­ben der Io bedrückten Länder, durch eine o o r c i e > rung ihrer Ausfuhr ihren Schuldlasten ge­genüber dem Auslände Nachkommen zu können, was wiederum zu verschän'tem Wettbewerb auf dem Weltmarkt führt und die Weltwirtschaftskrists oon Beuern steigert. Wird man aber auf der Deitwin fchastskonferenz dielen .stardinaipunkt des ganzen in­ternationalen Winfchaftskriienproblems überhaupt

Das englische Gewernschasisgefetz.

Baldwins Folgerungen ans dem Generalstreik.

Sm Volk bdlen staatlich« und soziale *n- richtungen sc- fest sich in Ueberhcfcrur.g und Her­kommen autbauen. tonnte Me Srfchtittterung durch den pMittlch aufaezogenen Deneralstreik im Vlai 1926 nicht ohne Gegenwehr ruhig hznnehmen Das Dewerklchastsgesetz. das Valdonn am 4. April im Unterhaus eingebradX hat. bildet offenbar einen Teil dieser «vegenwel^. Denn tn einem Londe, »n dem Me Gewerksebaften <Träte Union*' auf eine lange und nicht immer erfolg­lose Beschichte zurücksehe:,, in einem Lande dem lozwIeHimd politische Duldung nachoelagt wird. Me Ucgieruna sich in geharnischte Paragrapben gegen Mefe ipewerkschasten wendet, so muh Ich auf einer Seite ein Strukturwechsel ooll- zogen haben

Die englischen Gewerkschaften find heute tatsäch­lich nicht mehr Me Fachvereine. Me sie ur­sprünglich waren Sie Haden unter dem Sinllust sozialistischer Führer ein Partei politisches Desicht ausgcsiedt allerdings nicht erst heute, sondern schon seit Iahrz^nten. Tie Cbm Hebung der eng­lische:, Arbeiterpartei ist durch das Din­greisen der Trabt Union» erheblich gesdrdert. trenn nicht überhaupt bestimmt wordei,. da sie es waren, die den Bewerbern um Sitze im Un­terhaus Me unentbehrliche finanzielle Hilfe ge­währten 3m Kriege haben Arbeiterpartei und Trabe Union» sich rückhaltlos lür bie Lan­desverteidigung und schliesslich auch für t>e n 6 i e gf rieben, b b. für ten Beute vertrag von Verfailles eingesetzt Und bter lind auch die Ursachen für den schnellen Aufstieg der Partei nach den, Br,ege zu suchen. Mr 1924 sogar tn der Subrung der Aca,rrun<wvldxi*te durch Me Ar­beiterpartei gipfelte

S* »st indessen zu beachten, dast das De- wrlschaftsgefetz Baldwins sich weder gegen Me politische noch gegen Me gewerkschaftliche Organi­sation der Arbeiter richtet, sondern nur gegen den Mißbrauch der von den Führern unter Umständen mit diesen Organisationen getrieben werden kann Der Beneralftreik im Mai 1926 war das Schulbeispiel für Mesen Mißbrauch aber auch das Signal für bie Uegierung. aus der Hut zu lein. SS ist noch in Erinnerung, dast am 1. Mai vorigen 3ahret Me Grubenarbeiter t* Sngland ausgesperrt wurden, weil sie sich weigenen. in Verhandlmtgen über die Lohn­senkung und Verlängerung der Arbeitszeit ein- zutreten DaS eine wie das andere wurde auch von der soaenannten ZkohlenkommiNion lür not­wendig gehalicm u.n ben enqli'chen Bergbau international wieder ertragsähig zu machen.

Die Grubenarbeiter waren aber schon seit 3abr und Tag der fribrung durch ausgesprochene Kommunisten verfallen wie denn auch bar- über hinaus nambaflc Vertreter der Trabe Union» eine auffällige 5).nnoigung zu Moskau zeigten Dir Arbeiterpartei sowohl wie Me Trabe Union* glaubten, die Grubenarbeiter nicht aN.-.n lallen zu dürfen Um Me Aussperrung rückgängig zu machen, um Me Zechenbekltzer aut Me Änie zu zwingen würbe der Generalstreik aus- qcrufen Die Uegierung Baldwin, d. h ihre tat­kräftigen Mitglieder D-.rkenheab und Shurchll iäickchten sich nicht über Me etgetüstchen Ziele der gewerkschaftlichen Machtprobe Mit unerhörter Energie wurden nicht nur Degenmast nahmen ge­troffen. Mr Uegierur.g verstand es auch d i e öffentliche Meinung für fich mobil zu machen Äem Zweifel Me Uegierung Baldw.n verteidigte damals Staat und Defellfchalt gegen durchaus revolutionäre Triebkräfte

Dafl der Generalstreik nach zehn Tagen be­dingungslos abgrblafen werben mußte, war zwar ein Srfelg für Me Uegierung. Aber dieser Oriolg war und blieb probleinatifcher Uatur, solange er jeder Zeit besser organisiert wieder­holt werden konnte Ueberdies hatte der Streik der Orubenc sich nicht mehr um einen Lohnlamps. sondern um einen regelrechten politischen Mach11amps handelte Lohnkämpsc lolLm auch nach englischer Ueberrtderung nur zwischen Arbeitgebern und

Arbeitnehmern du*getragen werden, sofern he «ich tatsächlich nicht vermeid, i führung der Grubenarbeiter hatte unbedenklich ausländische Hilfe in Anspruch genommen, insbesondere die Moskaus

Da» Gewerkschastsaesey Baldwins zieht aus diesen Ereignissen Me Folgerungen Die Staats­gewalt in England steht sest genug um den Kampf auszutragen der ja autfletragen werden must wenn nicht Staat und Gefrllfchast durch die revolutionäre 31 ui über den Hausen gerannt werden wollen Da« Gewerkschastsaesetz verbietet den politischen Streik, d. h. solche Streiks, die nieht eigentliche Lohnkampfe innerhalb eines Wirtschaftszweiges, sondern dazu bestimmt sind, einen 3tPang auf Me Uegierung auszuüben ober die Allgemeinheit einzuschüchtern Uoch dieser Auffassung sind politische Streiks unbedingt auch Mastnahmen. die im parieipMitischrn Interesse der Uegierung Zugeständnisse abprellen wollen Uicht nur Me .-ihrer und UnlHfter sind zu beftrulen. vielmehr lebet, der an einem ungesetz­lichen Streik tcilnimmt. Wird al«er der ungeletz- Iiche citctf Ix-ftraft. Io muh elfen ?lrlni! ausreichender Schutz gewährt werden. Das sieht Baldwins Gntwurf ausdrücklich vor. ebenso das Verbot des Streikpostenstehens. sobald bie Posten versuchen. Me Arbeitswilligen einzuschüchtern

Da« Gewerktchaltkaesetz Baldwin« sastt gan- folgerichtig den Streik so aus. wie er unter kommunistischer Führung entartet ist nämlich a l s revolutionäre« .stampsmlttel ge­gen Staat und Gesellschaft. Die Uutz- anwendung für Deutschland liegt nahe, zumal die Kommunisten bei jeder Gelegenheit den Ein­satz der ..austerparlamentarischen Kampfmittel" der Arbeiterschaft fordern Das Gewerkschafts- gefeh Baldwins ist kein Gesetz gegen Me Ge­werk«cha st en. vfelmehr nur eine Abwehrmast- nähme. Me bisher üblichen gewerkschaftlichen ÄamDfformen als bartclboiltildx Ma^tmittel zu mistbrauchen Aus den bHcnbeuni englischen Ver­hältnissen heraus find scoli-estlich einige Bestim­mungen der Gesetz zu verstehen So das Ver­bot der Veltragsleistung der Gewerkschaftler für die Arbeiterpartei. Me bisher nicht immer frei- willig geschah

Bor dem Unterhaus.

Conbon, 2. Mai Der Attorney General Sir

> 0 g q eröffnete Im Unt- rhaufr Mr IN. >ti Cf- fang des am 4 April ringebredHrn Gesekeniwurles Aber öle Gewerkschaften durch eine Erklärung, In der er sagte Die f^auptgrunblahe sind

1. Der Generalstreik ist ungesetzlich »ind niemand wird darunter tu leiben hoben, dast er seine Teilnahme daran abgelfiint hat

2 Line Llnschüchlerung ist ungesetz­lich. und niemand wird durch Drohungen ge­zwungen werden, nicht ,u arbeiten

3. niemand wird gezwungen werden, an die stasse irgendeiner poiit'.schrn Partei Zahlungen zu leisten, aufzrr wenn er es wünscht

4. Wer in den Staatsdienst tritt, mutz dem Staate rolle Treue schwären

Der tiknrralllaatsrnroalt erklärte, die Regierung sei bereit, solche Hbinberungsanfrägt. die zur De- Irltiaung von Unklarheiten bestimmt seien. In Be- tremt zu ziehen. Sie lei aber rnilthiolien. bis zum Aeusterilen allen solchen Zusatzontragen widerstand zu fristen, die beabfldjligten. die haupstächllchm Grundsätze der Vorlage zu)wäd»en. die oon der Regierung als richtia. gerecht und notwendig er­achtet wurden. Die OppofHion nahm diese erfld- rungen mit ironischen BelfaUsrulra auf Die Re­gierung habe, fo fuhr ftogq fort, es als nutzlos be- trachlet. das Verbot der allgemeinen Aussperrung mit dem verbot der Streiks zusammen in öie Vortage aufzurehmen Die Vorlage beschäftige sich lediglich mit praktischen Tatsachen, und es sei nicht denkbar, dast femals eine a'.lgar eine Aussperrung erfolgen würde Trotz­dem habe die Regierung, wenn man es wünsche, zur Vermeidung oon Mitzoersländnifsen und falschen

Uuflaftungni. den Jad gesetzlich z» behandeln, nicht» dagegen rinzuwenden. die Aussperiunq ebenso wie den Streik in die Voriagc ein,»de i .< hru Dee Sumpathiestrelk werde auch nach der i. uen Vortage durchaus zuiäfstg fein, solange rr sich g > .n die >nichiqeg,i, dieRegif-

runq oder die nationale Gemen,ichutt wende Om Streik sei nur dann al» unerlaubt an Zusehen, iv in er nicht ausschiietzlich industrieller Art sei. sondern bestimmt sei. einen Zwang au| bie Regle­rn n g auszuüben oder die Stnatsgemeinf-tx, l ein- IiMmIhi

Dir Rede des Generaiftaatsanwaltes wurde oon der Arbeiterpariel dauernd unterbrochen Sie dau­erte ungefähr zwei Stunden. Dann erhob sich Q l n n f . um im tJumrn der tirbf llerpa, ki Me Verwerfung des Gesetzes zu beantragen. Die Opposition seiner Partei gegen bas Gesetz wirde bann nicht auihoren. mnit, r- ,, sondern der ftamos werde dann noch schärfere for­men annehmen Der Generalstreik fei niemals oon den Gerichtshöfen als illegal er' neue Vorlage werde es den Gewerkschaften fast un­möglich machen, einen Streik gegen die Kenleruua oder argen die Arbeitgeber zu organlfleren. der fich als wirksam erweise Die Vorlage >i ein böswilliger versuch der Regierung, das organisierte Aapltal gegen bie Arbeiter zu unter­stützen wenn ein- Arbeiterpartei wieder an» Ruder komme. Io werbe ba» Gesetz wieder nutzer straft gesetzt werden, da» den allgemeln-n Grunds» n britischer 3uflh turolbrrlaufe. tlyne» gab zu dast das Canb durch den Generalstreik gelitten habe, ober, wieviel e» auch grillten habe, so gäbe es doch Rechte, die nicht aafpebobrn werden könnten, und dazu aehbre da» Recht der Arbeiter, nach eige­nem trmeflen Me Arbeit einzusleven

(Eine Rede Poincarss.

Vlbrüstunft und Lichcrtzeit.

P a r! » , 2. Mai. tDV.) Heute ist die Session der (Benernlrale eröffnet roorbrn. Da bie vori'iirnden der meiften (Brnrralrätf Parlamentarier hnb, ha­ben sie v«m Test bei Ufbernahmf br# vorfide, po- littfche Reben gehalten, in benen fie fich über bie augenblickliche innere u. autzenpoliufche Lage Frank­reich» äußerten. Mlnisterpröfideni P o i n c o r 4 hat in feiner Eigenschaft al» Dorsitzenber bes General- rat» de» Maa»-Departement» In Var-le Dur eine außerordentlich umfangreiche Rede gehalten, in der rr eine bi» In» einzelne gehende geschichtliche Dar­legung Inner Ministerprasidenllchoft gab und trn 5?ra zeichnete, den rr al» ssinanzmlnstter geben mußte, um eine Stabilisierung der sranzöstscheu W,b- runa und einen Ausgleich dro fBubgete zu eqitlen. E» fei ein ®ebot ber Noiwendigkeii. ber ernsten unb unmittelbaren Gesahr. bie ber flommuniemu# für den Staat bilde, entgegenxutrekn Frankreich fei kein Manooerseld. ba» Dem volfchewiftifchen 3mpe- rialiemuc geässnet werden könne 6» habe Irabl- Honen, bie e» bedeutend Häher fteUtr al» dir Bei- ipirle, dir man ihm oorstelle Die Regierung lei des­halb entlchlosten dem Gedanken der Republik feinen Abbruch tun zu (affen unb die Sefetze fosort zur An­wendung zu bnnaen wenn ein 'Versuch unternom­men wurde, der die Dil ziplin. die Sicherheit de» Lande» ober die Unteilbarkeit ber Ration bebrohe.

Frankreich lst eine ber Rationen, die seit meh rerrn Jahren ihr Berres- unb Rlarlnebubgef am stärksten eingeschränkt hat Iraofrrld) hat dadurch ein Zeugnis seiner srieblichen Abstästen abgegeben. 6s Hal niemals etwas anderes '«er­langt. al» die loyale Ausführung der Verträge, und wenn es aul den gleichen guten willen ge­stoßen wäre, fo wäre fchon langst der in den Urkunden unterzeichnete .1 riebe In die Geister eingezogen Frankreich wünscht beute nur Mr regeimätzige vezahlung ber Reparationen, wie He im Doreeeplan oorgel'hrn find, und die voll- ständige Wahrung seiner Sicherheit.

Richt Frankreich kann man vorrverfcn. mo» ralitch nicht obgerüftel zu haben. Bichl in Sranf« reich erhalten unb entwickeln sich rmlitartstilche

. zulasten'? Wird man den Mut haben lid) mit bie- Irr i3roge au»einanbrr\u|rt;f n. ungeachtet ter er. bie erklären werben unb Ichon erklär! haben, diese ilrage fei eine politische unb keine ?Brriicha<t»'ragf und Me 3rage der Schulden unb Danxszahfungen ufo>. bürten nicht behandelt werben^

Unb werter man flogt mit Recht über die noch dem flrifge einirgmbf flblperrungepolitir brr Länder über die Schutzzölle der überieeilchrn GeMfte und brr neugefdjoffenen ..kleinen' Stoa len. welche dürft eine Ummourrung mit hohen Zoll- wällen unabhängig von «rrmber Einfuhr wiri- Ichaftsai tonom werben wollen. Ist man fich Darüber klar, dah Meter Protektionismus brr natürliche Aus­druck einer Reuaufteilung ber europäi­schen Weit ist die aui bie historisch gewordenen !frr :?ndl<n 3jamrrrn<xhor:qfritst>ert>äimifie wiri- litzasllicher Art keine Rücklicht grnommfr. sondern die Grenzlinien nach ganz nnwirticholttichen. rem potitiichen GeNchtspimften gezogen hat' Denn die Vertreter ber DelrwiN'chastskonfeveru, statt sich über die Anichluhbetzrebungen ber neugf'chastenen L'än- ber zu beklagen, heran gehen werden diele Bestre­bungen al« den natürlichen Lusilutz politischer, nicht-wirtschaftlicher fllpirationer.u betrachten unb damit die ,'ortKrunc ftfdfn. dotz Me großen Möchte durch gemrinfomtn Belchkuh gcwiste hondel-pol ii'che Regek-inoen zwilchen den einzelnen Staaten menig-

gung verlangen, anstatt bie Staaten in, für alle De- xiligten vcrluftrriche. .Zollkriege fich binemlrnben zu lasten, so axire bas gewitz rm großrs Derbienlt Darum sollte die» der Deltwirtfchofiskonferettz nicht möglich sein, worum sollten sich nicht gewiste ®in- bfitlorberunger. pcgenlrtiigrr handelspolitischer Be­ziehungen ebenso formulieren unb in {torm einer intrmtitionalen Qonoention zufammenfasten lallen, wie man es fertig gebracht hat. durch die Bewegung für einen ir.urr.aftonalen Achtstundentag in die ..io- ziale' cftbüänbigfcit der einzelnen Eluaten einzu- grriien' Mttr wird sich die Deltwfrischostskonferenz zu d-elem -chnt'.t entichiietzen formen ?

Urbild) ttn drittes GeMet. bas man als sog .betflef ®c6ert anleben kann. Es heißt .Amerika". Die Deurinigren Staaten. Me unbe- Mngt Me einzigen großen Dirtfchaftsgelrinner fiele« Äricflrt lind, haben nach dem Kriege Maßnahmen, ergriffen Me wie kaum andere ge­eignet Und die Dettwirtlchaflskrifis zu per- I <5 ä r f e n Dahin gehören vor allem Me 3 i n - wanverungsgefehe Di* Geletze haben unter brm Deckmantel des .Schuhes^ Mr amen» kam'chen Uofk den Zustrom der eurvpäilchen Ar­beiter raid) Anu-fcka abgeöämmt. damit zu der Heu!igen Arbetterknapphett in der Union bet- getroaen, und das dortige hoheLohnnideou

verursacht Dies war ja auch Wohl Me Abfichf. Denn man konnte ja das .Gold' Aunächst nur im 9er.be ballen, wenn mau möglichst wenig vom Auslände kaufte, also Me Schutzzölle erhöhte

fchen l-.'chrankle Der hohe amerikanische Lohn, der sich Ivglrich in Hobe Preise umgriffet hat ist Me Uriache der Weitrohftoffteuerung für iu4> der

über Friedi-nszeiten denn der amerikanische ^ar­mer kann bei Mn hohen Löhnen und hohen Rrtzrn von Maschinen, Geräten usw. nur bei ein~m hohen Prrile für frine dneunnlfte veiterioirt- <chatten Hu Uhodu« h,c falta! kann man auch hier nur der Me'.fwirtfchattskonferenzlern zu- rufen Wird man es wagen. Mefe amenkanifche ^rftge tn dem befchetdenen Genf aufzurvllen?

Ter .Manchester GuarMan Lommerria!" ein gut informierte* Blatt, erklärt tn einem Leit­artikel vom 28. April. Material über alte Tragen befaße man tn Genf genug, ja vielleicht übergenug. .0* bleibt abAutoarten fo fchreibt das englische Blatt, .ob Die Konferenz in Genf «ich aus dem Morast des Details her­ausarbeiten und tn die höhere Sphäre umfallen­der Tinlich« rindringen wird" Wir formen Mete fkepttfche 7jtage auch deurichertei!» mir unter» streichen.