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rüsiungskonferenz in Bälde zusammen­finde.

Der deutsche Reichsauhen- mrnister Dr. Stresemann führt in einer Neujahrserklärung aus: Troy großer Hemmungen und immer wieder einsetzender Rück­schläge hat die Festigung der Verhältnisse auf Innen« wie außenpolitischem Gebiete Fortschritte ae- macht. Gewiß ist zu einem übermäßigen Optimis­mus über dis Weiterentwicklung namentlich auf wirtschaftlichem Gebiete keinerlei Veranlassung ge­geben. Das große Problem der Erwerbslosig­keit ist einer Lösung noch nicht nähergeführt, wäh­rend die finanziellen Leistungen an das Ausland wachsen. Aber wir können doch feststeUen, daß das deutsche Volk die Kraft auf­gebracht hat, das, was es zu leisten vermag, für die Rettung seines Staates hinzugeben. Die psycho­logische Staatökrise, unter der wir lange Jahre gelitten haben, ist mindestens in bezug auf Staatsform und Verfassung überwunden, und wenn das parlamentarische Leben sich krisen­loser gestaltete, so würde auch nach außen hin die große Geschlossenheit des deutzchen Volkes in allen Fragen klarer zutage treten, die seine Zukunft ent­scheiden. Eine spätere Geschichtsschreibung wird in erster Linie diejenigen als die Träger des Wieder­aufbaues nennen, die in schweren Zeiten die Ver­antwortung für die Führung der Staatsgeschäfte übernommen haben.

Die finanziellen Aussichten des neuen Jahres.

Neichsfiuarr'.niinifLer Dr. Neinhold fordert Ruhe und Stetigkeit.

Dresden, 31. Dez. (Wolff.) 3n denDres­dener Deueren Nachrichten" veröffentlicht Re.chs- sinanzministcr Dr. Reinhold einen Aussatz über die Wirtschaft-!- und Finanzlage des Deut­schen Deiches zu Beginn des neuen Jahres. in dem es u. a. heißt: Das Deich geht in das neue Jahr mit absolut gesunden Fi­nanzen. Trotzdem ist und bleibt unsere finan­zielle Lage außerordentlich angespannt, und der Erreichung des unbedingt nötigen Zieles, den noch immer unerhört hohen Steuer­druck zu mildern, stehen unsere steigenden Deparationsverpflichtungen in Der- bindung mit den inneren Lasten des verlorenen Krieges hemmend im Wege. Hier liegt die Auf­gabe Les Jahres 1927. Es muß eine Form ge­funden werden, die zur endgültigen Gesundung der gesamten europäischen Wirtschaft die Frage der Kriegsveryslichtungen in einer Weise regelt, daß nicht je länger je mehr durch Derelendung Deutschlands und ein künst­lich herbeigeführtes und erzwungenes deutsches Dumping die Weltwirtschaft aufs schwerste ge­fährdet wird. Dazu aber brauchen wir im neuen Jahre in der inneren wie in der äußeren Po­litik Ruhe und Stetigkeit. Dur wenn auch außerhalb unserer Grenzen der Geist von Loeatno sich durchsetzt, wird für unseren Kon­tinent wieder eine Aera fortschrittlicher und freiheitlicher Entwicklung beginnen. Die Räu - mung der DHeinlande wird deshalb ein Zentralproblem nicht nur der deutschen, sondern auch der gesamten europäischen Politik des wahres 1927 fein.

Neujahrsempfang in Paris.

'Paris, 1. Ian. (Wolff.) Bei dem heutigen Lnpiang des diplomatischen Korps durch Den Präsidenien der Republik überbrachte der Doyen. t»r apostolische Dunlius Msgr. Mag None die Glückwünsche des diplomatischen Korps. In seiner Ansprache wies er darauf hin, mit welcher Be­friedigung die Bemühungen Frankreichs um die Befriedung der° Völker betrachtet wor­den seien.Wir sind," so fuhr er fort,sicher, daß die französische Regierung dieses Werl fortsetzen wird. Unser volles Vertrauen ist noch durch die Gedanken bestätigt worden, die der.französische Minister des Aeuhern vor mehr als drei Monaten vor den Vertretern einer so großen Zahl von Rationen entwickelte. Seine so beredten unb so tief empfundenen Worte drücken die Sehnsucht der Völker nach jener Annäherung und vergeistigten Brüderschaft aus, die sie in den Stand setzen werden, ihre Wunden zu heilen, und die sie zu immer größeren moralischen, wirtschcht'ichen und sozialen Fortschritten führen werden. Frankreich kann bei diesem Werk der t ä t i g e n u n d l o y a l e n M i t a r b e i t unserer Regierungen und besonders derjenigen des Heiligen Vaters versichert sein, der nie­mals oufgehört hat, mit der Liebe eines Vaters im Damen des Friedensfürsten die A b r ü st un g der Geister zu fordern."

Der Präsident der Republik wies in seiner Antwort darauf hin, daß das abge loufene Jahr in den noch durch den Krieg mitgenom­menen Ländern eine große Hoffnung geweckt habe. Das Jahr habe einen neuen Fortschritt auf dem Wege der Annäherung der Rationen und dec schiedsgerichtlichen Lösung der Streitfälle unter den Völkern erstehen sehen und damit auch eine fried­liche Zusammenarbeit, die für die Welt ein Pfand der Sicherheit sein werde, wenn jeder von auf­richtigem guten Willen und dem Geist großmütiger Menschlichkeit erfüllt sei, ohne sich von der loyalen Beobachtung der internationalen Pflichten zu ent- fernen. Diese glücklichen Ergebnisse seien zurückzu- fichren auf die Ueberzeugung, daß die Völker und Regierungen immer klarer von dem Gedanken einer sic einigenden Solidarität durchdrungen wer­den, von der Notwendigkeit einer schicklichen Rück­sichtnahme auf ihre gegenseitigen Interessen und von der Unfruchtbarkeit jenes Egoismus, der ehemals darauf abzielte, die Macht eines Staates auf dem Ruin seines Nachbars aufzurichten. Mehr denn je werde es deutlich, daß die Wohlfahrt eines Landes nicht unabhängig von der der anderen Länder sich entwickeln könne.

8ünf;ig Jahre Rerchsjustizministerium.

Ein Glülkwnnfchfchrcibcn des Rcichüpräfidenlcn.

Berlin, 1 Jan. (WTB.) D eichspräsi« denk v. Hindenburg hat am heutigen Ge­denktage des 50jährigen Bestehens des Reichs­justizministeriums an den Reichsminister der I u st i z folgenden Erlaß gerichtet:

Sehr geehrter Herr Deichsminister!

Das Deichsjustizministerium blickt am heuti­gen Sage auf eine 50jälmge Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes zurück ift in *"

flossenen Jahrzehnten die geschichtliche Aufgabe! Geworden, dem deutschen Volke ein e i n fj e i t -

iches Recht zu schaffen und zu erhalten, und es hat diese Aufgabe dank der unermüdlichen, hingebenden Arbeit hervorragender Juristen in mustergültiger Weise gelöst. In diesem alle deutschen Stämme umfassenden einheitlichen Recht besitzt unser Volk ein Gut von unschätz­barem Werte, das sich in den Zeiten natio­naler Große wie in den Jahren schwerster Prü­fung als fester und unverrückbarer Grund­pfeiler der Reichseinheit erwiesen hat.

Die politischen und wirtschaftlichen Erschütte­rungen der Dachkriegszeit haben die Reichsjustiz- gesehgebung vor Aufgaben gestellt, wie sie frü­here Zeiten nicht annahernnd gekannt haben. Es ist das bleibende Verdienst des Reichsjustiz­ministeriums. unbeirrt durch die Kämpfe der Zeit, treu seiner Lleberlieferung dahin gewirkt zu haben, daß der Dechtsgedanke in der Gesetzgebung lebendig bleibe.

Unter den großen Aufgaben, die die Reichsjustiz­verwaltung gegenwärtig zu lösen hat, gill mein be­sonderer Äunsch der baldigen Vollendung der sich in enger Zusammenarbeit mit den Justizressorts des stammverwandten österreichischen Volkes vollziehen- den Reform des Strafrechtes. Ich hoste, daß dieses Werk dazu beitragen wird, die sittlichen Grundlagen unseres Volkes und unseres Staates zu bewahren und zu festigen. Aus der Wiederanknüp­fung der durch den Krieg zerrissenen Rechtsbeziehun. gen der Völker erwachsen der Reichsjustizverwaltung neue große Aufgaben. Die Hindernisse, die sich einer vom Rechtsgedanken getragenen Völkergemeinschaft immer von neuem entgegenstellen, durch zähes Fest­halten am Rechtsgedanken zu überwinden, wird auch künftig eine besondere Aufgabe des Rechtsressorts des Reiches fein.

Die Autorität des Rechts zu stärken im Verhältnis der Völker wie der verschiedenen Volks­schichten und der einzelnen Volksgenossen untereinan­der muß unser aller Ziel sein. Daß Sie und Ihre Mitarbeiter in diesem Gebiet wirken, dessen bin ich gewiß. Mein aufrichiger Wunsch, mit dem ich heute das Reichsjustizministerium und alle seine Mitarbei­ter grüße, ist, daß seine Arbeit dem deutschen Volke auch fernerhin zum Segen gereichen möge.

Mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung bin ich Ihr ergebener

gez. v. Hindenburg.

Die Regierungskrisis.

Ein Kabinett derkleinen Rechten".

(Eigene Information desGießener Anzeigers".)

B e r I i n, 3. Jan. Trotz der offiziellen politischen Weihnachtsruhs, die nach den bisherigen Disposi­tionen bis zur zweiten Januarwoche anhalten soll, beschäftigt man sich in Berliner politischen Kreisen zum Teil recht lebhaft mit den Möglichkeiten, aus der gegenwärtigen innenpolitischen Krise einen Aus­weg zu finden. Herr v. Lyebell, der bekanntlich seinerzeit die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsi­denten geleitet hatte, und dessen Einfluß auf Herrn von Hindenburg bekannt ist. hat sich f ü r d i e B i l - düng einer Regierung derkleinen Rechten" ausgesprochen, die sich auf dieDeu 1 sch- nationalen, die Deutsche und Baye­rische D o l k s p a r t e i und die Wirtschaft - liche Vereinigung stützen soll. Er rechnet dabei auf die Neutralität der Völkischen und die Duldung des Zentrums, ohne die eine Negie­rung derkleinen Rechten" ebensowenig lebensfähig sein würde, wie die anderen Kombinationen, die immer wieder auftauchen. Nun scheint aber das Zentrum durchaus keine Neigung zu haben, eine rechtsgerichtete Regierung zu unterstützen oder auch nur zu dulden. Und auch die Demokraten wollen davon nichts wissen. Wenn das Zentrum bei seiner ablehnenden Haltung bleibt, kann eine Rechts- regierung, wenn sie überhaupt zustande tomnft, nicht lange am Ruder bleiben; aber es ist immerhin mög­lich, daß das Zentrum im Laufe der offiziellen Ver­handlungen über die Rsgierungsneubildung eine andere Haltung einnimmt. Jedenfalls, und das muß betont werden, liegt die Entscheidung über die Richtung der künftigen Regierungspolitik zunächst in erster Linie beim Zentrum. Das geschäftsführende Reichskabinett wird voraussichtlich Mitte dieser Woche seine Sitzungen wieder aufnehmen. Man rechnet damit, daß die entscheidenden Besprechungen beim Reichspräsidentsn an^ 9. aber 10. Januar stött- sinden werden.

Die letzte Rettung.

Dr. Reinhold sächsischer Ministerpräsident?

Dresden, 31. Dez. (Wolff.) In den Dresdener Deuesten Dachrichten" wird für den Fall, daß die augenblicklichen Verhandlungen über die Wahl eines Ministerpräsi­denten in Sachsen nicht zum Ziele führen sollten, die Möglichkeit erwogen, den jetzigen Reichsfinanzminister Dr. Reinhold mit der Kabinettsbildung zu betrauen. Das Blatt glaubt annehmen zu dürfen, daß Dr. Reinhold sich einem solchen Rufe, falls man sich in Dresden auf keine geeignete Persönlichkeit einigen könnte, nicht ent­ziehen würde, um dem Lande die Kosten und die Aufregung eines neuen Wahl- kam p f e s . der doch nichts wesentlich anderes ergeben würde, zu ersparen.

Koblenzer Besprechungen.

Berlin, 1. Ian. (LU.) Anläßlich der durch das Urteil des Landauer Kriegsgerichtes im be­setzten Gebiet entstandenen Beunruhigung hat im Auftrag des Reichsmimsters für die besetzten Gebiete. Dr. Bell, Reichskommstsar Botschafter Frhr. Langwerth v. S i m m e r n gestern mit­tag mit der Interalluerten Aheinlandkommission in Koblenz Besprechungen darüber gehabt, in welcher Weife wirksame Maßnahmen zur Verhütung weiterer Zwischenfälle getroffen werden können. Das Auswärtige Amt legt Wert auf die Feststellung, daß gegenüber anderen alarmierenden Meldungen es sich h^er Nicht um eine Demarche handelt, sondern um Besprechungen im Rahmen der bereits mitgeteilten laufenden Verhand­lung e n über Erleichterungen im besetzten Gebiet.

DieAussetzungderAusweisungs- besehle in Memel.

Berlin, 2. Jan. (LU.) er Frage der Dichtverlängerung der Aus-"- Erlaubnis für

die Memeler Redakteur? ' n zuständiger

Stelle mitgeteilt toir*-nu r in Memel dein litauischen M . e.sident ksgegebenen, an den 0' . Kc egsm r gerich­teten Id* Beschwerde dc betroffen.'n

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nicht erfolgt. Die Ausführung des Aus­weisungsbefehles ist aber bis zum Abschluß der schwebenden diplomatischen Verhandlungen aus­gesetzt worden und die am 29. Dezember zu­nächst fällige Ausweisung des Redakteurs Vries- körn ist unterblieben. Demnach ist zu hoffen, daß dieser Zwischenfall, der die deutsch-litauischen Beziehungen zu trüben drohte, in befriedigender Weise er ledigt wird.

Die Abrüstung in Polen.

Vermehrung detz Äriegsbudgets um 80 Millionen.

Warschau, 3. Jan. (WTB.) wieExpreß poranny" miiiLilk. ist in einer Besprechung des Zinanzminislers mit dem Buögelreferenten der Be­schluß gefaßt worden, das gegenwärtig l;n haus- haltsausfchuh des Landtags zur Beratung stehende ordentliche Budget bedenkend zu vergrößern. Ls wurde festgesiellt, daß vermehrte Eingänge es gestalten, die Staaisaungaben um ungefähr 140 Millionen Zloty heraufzufehen und diese Er­höhung in den ordentlichen Ausgabeplan aufzu­nehmen. Der stärkste Anteil dieser Vermehrung kommt den Kriegsbudget zugute, das um 30 Millionen Zloty erhöht werden wird. Begründet wurde der neue Vorschlag mit der Not­wendigkeit größerer Militärinaesticrungen angesichts der Tatsache, daß Deutschland für die Reichs- we r mehr ausgebe als polen. Dieses Argument wird ;w?i ellos auch den Sejm veranlassen, der Er­höhung der RüstungsauLgabe auf über 700 Millio­nen zuzustimmen.

Der Oeikampf in Mexiko.

Die neue mexikanische Lelgefetzaebung in Kraft.

Mexiko-Lity, 2. Jan. (TU.) Die neuen mexikanischen Oelgesetze sind mit dem 1. Januar 1927 in Kraft getreten. Präsident (Sattes hat in seiner Tleujahrsbolschait nochmals seine Po­litik begründet und dabei erklärt, er werde auch in Zukunst an der von ihm bisher geführten Aus­länderpolitik fcsthalten. Der Kongreß, der zu einer Sondersitzung zusammengetretcn war, sprach Calles nach einer häufig von großen Beifallsstür­men unterbrochenen Sitzung das vertrauen aus. Der Führer der Farmer in Kongreß, 5 o t o n (3 a m a, protestierte gegen die Aktion der Wall­street und die Machenschaften der amerikanischen Oclmagnaten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ba-> amerikanische Volk in seiner Gesamtheit mit dieser Politik nicht einverstanden sein werde. Ganz Südamerika stehe im Streit um Nicaragua ans seilen Mexikos. Der kapitalistische Einbruch in Jlicaragua zwinge seiner ganzen Ausmachung nach den Beobachter zu der Fragestellung, ob die Ber­einigten Staaten sei. crzeil in den Weltkrieg eingelreten seien, um die Sache des Rechts und der schwächeren Staaten 3.1 verteidigen oder ob nicht doch der Wunsch nach Erschließung neuer Märkte maßgeber 0 gewesen sei. Die gegenwärtige Stunde sei wieder sehr kritisch. (Barna erklärte, er glaube nicht an einen Krieg mit den USA., aber Mexiko werde feine Ehre zu schützen wissen. Der Cabourabgeorbnetc Martines hielt eine ähnliche scharfe Rede gegen die USA. Lr erklärte, Nicaragua führe seinen Freiheitskrieg. Ein anderer Redner erklärte, Mexiko sei führend auf dem Wege einer Zusammenfassung aller spanisch- atneiWanifd)en Rationen gegen die Vor­herrschaft der vereinigten Staaten. Die Mexikaner mögen in der Jagd nach dem Dollar nicht erfolg­reich sein und die Diplomatie des Dollars nicht zu handhaben wistsn, aber sie wüßten für ihre Ehre zu sterben und gegen auswärtige Angriffe zu kämpfen.

Neue Niederlage des General Diaz.

Berlin, 3. Jan. Wie die Morgenblätter aus Deuyort melden, haben die Truppen des Präsidenten Diaz von Dicaragua bei Selten eine neue schwere Diederlage erlitten und fliehen in das Innere des Landes. Die liberalen Truppen beherrschen die Eisenbahnlinie an der pazifischen Küste, die vom Hafen Corinto über Leoh nach der Hauptstadt Managua führt, wodurch die lon- servativen Truppen von der Lebensmittelzufuhr abgeschnitten werden können. Die Truppen 6a» cassas rüden gegen Managua vor. Sacasa er­klärte. daß die Landung amerikanischer Marine- ftreilträftc lediglich den Zweck habe, den auf die Unterstützung Wallsireels bauenden General Diaz nach allen Kräften zu unterstützen. Dach einet Ülnited-Pretz-Meldung haben die Diaz- truppen bei Laguna de Las Perlas nahezu 300 Tote und zahlreich Beerwundete verloren.

Fremdenseindttche Ausschreitungen in China. Hankau, 2. Ian. (Wolsf.) Die hier aus den Außenstationen eingetroffenen katholischen Priester berichten über zahlreiche fremden- und christenfeindliche Ausschreitungen des chinesischen Pöbels, Der Kirch n in Brand setzte unb katholi­sches Eigentum p . -.derte. Die Frembennieder- lassung in Kiukiang ist von Soldaten umgeben, bie ieben daran hindern, in Die Dieberlassung einzubringen ober sie zu verlassen. Das englische KanonenbootWtzvern" liegt zum Schuhe bet Fremden bereit. Wie weiter gemeldet wird, ist bie Lage in Kiukiang infolge bes gegen die Aus­länder gerichteten Streits unb der über bie Freinbenviertel verhängten Hungerblockade ä u ft c r ft e r n ft geworben. Die katholischen Geist­lichkeiten melden zahlreiche chinesische Gewalttätigkeiten gegen die Christen und Ausländer. Sechs Kanonenboote liegen bereit, um im Falle von 41 nruhen eingreifen zu können.

Aus aller Wett-

Eine neue HochwasscrkatastrophcinSachsen.

Bautzen, 3. Jan. (MTB. Aunkjpruch.) Eine erneute Hochwasserkatastrophe sucht als Folge des in diesen Tagen cingeiretenen Tauwetters wieder die Niederungen nördlich von Bautzen heim. 3m Laufe von 24 Stunden steigt das Masset der Elster um 80 Zentimeter. Aus dem Flüßchen wurde ein reißender Strom. Die ganze Gegend u m Hoyers­werda ist ein einziger See. Der Wasserstand er­reicht beinahe den Stand der großen Ueberschwem-

'q vom Juni vorigen Jahres.

-^es Lawin.ttUnglück in Arlberg.

b v uz, 2. Ion. (WTB. Funkspruch.) Am Rcujahrsiug um di" Mittagszeit ging am Arl­berg v 0 r.i Tritttopf eine Lawine nieder, die dre Gruppe aus 10 Skifahrern, fünf Herren und zwei Damen au-j England und zwei Berliner her- ron nnh cin«m einhein ischen skifuhrer, mit sich riß.

Drei Sekunden später begrub eine zweite Lawine die ganze Gruppe. Ein Herr aus Ber- (in, Cberccgierungsrat Dr. Lehr, und eine Da.ne aut» England konnten gerettet werden. Die anderen a ch t Personen sind tot, ihre Leichen teil­weise geborgen. Die gerettete Dame erlitt eine Ge­hirnerschütterung.

Schweres Erdbeben in Mitteia. et ila

In Südostkatifomien, hart au der Grenze zwi­schen Mexiko und Kalifornien, hat ein schwk"es Erdbeben, das sich aus über hundert Einzel- stoßen zusammensehte, schwere Verwüstun­gen verursacht. Besonders schwerer Schaden wird aus Ealexico und den anderen Städten des Impe­rial-Valley gemeldet, wo zahlreiche Hotels, Geschäfts- und Regicrungsgebäude zerstört wurden. Im mexikanischen Teil des E.d- bebengebietes wurde der Belagerungszu­stand verhängt. Auch aus Arizona wird Erd­beben gemeldet. Zahlreiche Brände sind auegebro- chen. Vorn Golf von Kalifornien und von der pazi­fischen Küste liegen Meldungen vor. In allen Mel­dungen wird bis zur Stunde von Totennicht gesprochen. Der Umsang der Verluste und des an- gerichteten Schadens läßt sich jedoch noch kaum übersehen.

Tragische» Abschluß einer Siloefferider.

Bei bet Heimkehr von einer Siloeste tseier in Köpenick geriet ein Kaufmann mit feienr Braut in Streit, in dessen Verlauf er sie über das Geländer der Dammbrücke in d i e Spree warf. Der Ernüchterte sprang .dem Mädchen nach, oknnte sie aber nicht finden. Die hetbeigerusene Feuerwehr brachte den Kaufmann an Land. Er wurde feftgenommen. Die Leich? des Mädchens konnte noch nicht geborgen werden.

Selbstmord einer russischen Sängerin.

In Berlin spielte sich ein aufsehenerregen- der Vorfall in der Silvesternacht in einem großen Cafe am Kurfürstendamm ab. Dort wurde die 23jährige russische Sängerin S v i r e w s k u von ihrem Mann, einem rumänischen Geiger, so schwer mißhandelt, daß sie laut um Hilse schreiend durch die Straße lies. Am Qleu- jc.hrsmorgen wurde sie dann im Heizkeller des Hauses, m dem bai Ehepaar Spirewsku wohnt, erhängt ausgefunden.

Ausklärung eines Mordes durch ein dreijähriges Kind.

Von der Kriminalpolizei in Veuthen wurde der 28jährige polnische ©aifonaroeiter Oßadnik unter dem Verdacht verhaftet, seine Geliebte ermordet zu haben unb auch an einer bei Stettin auSgeführten Mordtat betei­ligt gewesen zu sein. Das 3'/sjährige unehe­liche Kind des Paares hatte im Verlauf einer geschickten Vernehmung der Polizei eine de­taillierte Schilderung des Morde- an der Mutter gegeben. In der Tat wurde bei Rosenberg in Overschlesien die Leiche in einem Wassergraben gefunden.

Aus der proviuziaihauptstadt.

Gießen, den 3. Januar 1927.

Prof. Dr. Sons Koeppe.

Am morgigen Dienstag, 4. Januar, begeht der Direktor unserer ÜIiriverfitäts-Kinderklinik. Prof. Dr. Hans Koeppe. seinen 6 0. Ge­burtstag. Geboren am 4. Januar 1867 zu Schkeuditz (Prov. Sachsen), studierte er von 1885 bis 1890 in Leipzig als Schüler des Physiologen C. Ludwig, sowie O. Hrubners Daturwissenschaf- ten und Medizin unb promovierte dort am 29. September 1890. Am 1. April 1894 ließ er sich als praktischer Arzt in Gießen nieder. Hier habili­tierte er sich am 25. Juni 1898 für bas Fach der Kinderheilkunde als erster Vertreter dieses Faches an unserer Landesuniversttät. Am 23. Juli 1907 wurde er außeretatsmäßiger außerordentlicher Professor, am 21. Juli 1913 etatsmäßiger außerordentlicher Professor und zugleich Direkwr der von ihm begründeten Gießener ülnivcrsitätskinberllinik. die seitdem unter keiner Leitung steht. Sieben seiner Tätigkeit an dieser Klinik bemühte sich Professor Dr. Koeppe besonders start um bie Kinber- fürsorge unb ben Säuglings- unb Mutterschutz in Hessen, um bie er sich in hohem Matze Derbient machte. In ben Gelehrtenkreisen, wie auch bei den Studenten unb in ber Bürgerschaft erfreut sich ber Sechzigjährige weitaehenber Beliebtheit. Pros. Koeppe nahm am Weltkrieg teil unb ist In­haber bes Eisernen Kreuzes bes Hess., Sanitäts­kreuzes am Banbe ber Tapferkeitsmedaille unb ber Lanbwehrbienstauszeichnung 1 Klasse.

Fahrpreise7n:"chiZUNg für Iugendnchr.

vo. In der Angelegenheit der Fahrpreis- ermähigung für Jugendliche ist durch das Deichsinnenministerium folgende Bekannt­machung ergangen:

Die von den Landesregierungen unb ben Iugenbpflegeverbänben geäußerten Wünsche zu ben Vorschlägen ber Deutschen Reichsbahn-Ge­sellschaft bett. Fahrpreisermäßigung für Iugenb- pflegevereine sinb von mir zum Gegenstanb ne^r Verhanblungenmit ber Relchsvahn-Gesellschaft ge­macht worben. Als Ergebnis dieser Verhandlun- / gen hat bie Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft nach- stehenbe Verfügung erlassen.

Dach bem Stanb der Verhandlungen mit dem Reichsministerium des Innern unb den Länberregierungen ist nunmehr damit zu rech­nen, daß die Vestimmungen über die Fahrpreis- Ermäßigung zugunsten ber Iugenbpflege in der Fassung vom 1. September 1926 vom 1. Januar 1927 ab durchgesührt werben. Wenn die behörb- liche Ausfertigung ber Lichtbildausweise f ü r Vegleltpersonen infolge übergroßer Anzahl von Anmeldungen an einzelnen Stellen auf Schwierigkeiten stoßen sollte, kann von Fall zu Fall eine angemessene Heberfl angd» zeit nachgelassen werden. Das Alter für Auf­sichtspersonen Führer von Ausflügen mutz mindestens 18 Jahre betragen."

Aus dieser Verfügung ergibt sich, daß in ber Frage bes Führetausweises mit Lichtbild, bie geeignet ist, in vielen Fällen bie Venutzung ber FahrpreiS-Ermätzigung illusorisch zu machen, wenigstens zunächst für eine ülebergangszeit ein gewisses Entgegenkommen gezeigt worben ist. Da­mit, batz ber Lichtbilbzwang ganz fällt, ist leiber nicht zu rechnen.

Wildgänse.

Die tierpsychologische Vcobachtungsstelle in Gießen schreibt uns: Dach einer Mitteilung von Herrn W. L. hat am 23. Dezember 1923. nachm.

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