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Geschrei Vilbel in der Dichtung von Nord nach Süd überflogen. Dieser späte Wegzug ist sehr bemerkenswert und hängt wahrscheinlich mit der Kältewelle während der Weihnachtstage zusam­men. SS ist von Interesse, ob dieser, vielleicht vereinz.lte Schwarm auch sonst beobachtet worden ist. Mitteilungen an Geheimrat Sommer in Gießen erbeten.

Vornotizen.

T a g e s k a l e n d e r für Montag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße:An der schönen blauen Donau*. Astoria-Lichtfpiele:In Sachen Norini*.

Deutschnationaler Handlungs- gehilfen-Verband. Man scheibt unS: In die Aeihe seiner Wintervorträgr hat der DHV. einen Plaudervortrag des Schriftleiters der ,Deutschen Handelswacht". des Herrn Albert Zimmermann, Hamburg (Mitglied der Ver­waltung des DHD), eingeschoben. Dieser spricht am Dienstag. 4. Januar, abends 8! ? Uhr, im kaufmännischen Dereinshaus über .Ernstes und H.itereS auS meiner Z^jährigen Derbandstätig- rru". Aäheres siehe Anzeige.

Wettervoraussage.

.«loch vielfach trübes, mildes Wetter mit Regen-

Gestrige lagestempcraturen: Maximum 5,2 Grad Celsius, Minimum 2,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 2,6 Grad Celsius.

** Die Silvesternacht verlief diesmal in unsrer Stadt außerordentlich ruhig. Der Betrieb in den Straßen stand weit hinter dem des Borjahres zurück, auch die Schießerei war wesenttich geringer als bei der vorjährigen Siloesterfeier. Die Polizei brauchte erfreulicherweise nirgends einzugreisen, sie stellt vielmehr dieser Silvesternacht das höchste Lob aus. Auch die Sanitötswache der Freiwilligen Sani­tätskolonne vom Noten Kreu^, die in ihrem Wacht- lokal Dienstbercitlchast unterhielt, wurde zum ersten- mal seit vielen Jahren nicht in Anspruch genom­men, Im Gegensatz zu früheren Jahren, wo keine Silvesternacht ohne Sanitätshilfe verlief. Daß der Betrieb in den Straßen so außerordentlich schwach war, dürfte wohl nicht zuletzt auf den gerade um die Mitternachtsstunde niedergehenden Regen zurückzu- führen sein, der manchem Aachtwandler den Aufenthalt zu Hause doch geratener sein ließ. Die Gottesdienste am Neujahrstag und am gestrigen Sonntag wiesen den bekannten guten Besuch auf.

** Die Konkurse im Amtsgerichts- bezirk Gießen haben sich im Jahre 1926 mit 13 Anmeldungen auf der Höhe des Vorjahres ge­hallen, in dem gleichfalls 13 Firmen die Konkurs­anmeldung vollziehen mußten. Im Jahre 1924 waren es 4 Finnen.

Perfonalie. Ernannt wurde der Lehrer Hans 2 u ß zu Utphe, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Roßdorf, Kreis Darmstadt.

Unrichtige Freimachung der Eilsendungen nach Landorten. Die Äeichspost gibt bekannt: Für Gilbriefsendungen und Gilchakete nach Landorten werden vom Absender bei der Dorauszahlung häufig nicht die Eilzustellgeldsätze von 60 Pf. und 1 AM. für Sendungen nach dem Landzustellbezirc in Frei­marken verrechnet, sondern die niedrigeren Sähe für Sendungen nach dem OrtSzustellbezirk (30 und 50 Ps.). Solche unzureichend fretgemachten Sendungen, die gleichwohl den VermerkBote bezahlt'' tragen, werden außerdem vielfach durch die Briefkasten eingeliefert. Dies führt zu un­liebsamen Weiterungen, und eS wird daher den Postversendern empfohlen, die Eilbriefsendungen

und Eilpakete bei der Vorauszahlung nach den oben genannten Sätzen (30 und 50 Pf. für den Ortszustellbezirk bzw. 60 Pf. und 1 AM. für den Landzustellbeziri) richt'.g freizumachen.

Kennzeichnung der Lustpostsen - düngen. Luftpostsendungen werden oft als solche nicht erkannt und verzögert, weil die Absender den VermerkMit Luftpost* oberMit Flugpost* so undeutlich und an so wenig ausfallender Stelle niederschreiben, daß er im Postbetrieb übersehen wird. Derartigen Unzuträglichkeiten wird vorgebeugt und die Sonderbehandluna der Luftpostsendungen besser gesichert, wenn der Luftpostvermerk des Ab­senders, sofern nicht ein KlebezettelMit Luftpost* verwendet wird, möglichst links neben die Angabe des Bestimmungsortes gefetzt und mit Farbstift unterstrichen wird. Das gilt auch für Luftpostpakete und die zugehörigen Paketkarten. Die Schalter- und Absertigungsftellen werden die Aufschriften der Luftpostsendungen nach wie vor durch Aufklebung der ZettelMit Luftpost* ergänzen. Die Zettel, deren Benutzung sehr zweckmäßig ist, werden künftig den Postoersendern, die sich der Luftpost häufig be­dienen, auch ohne besonderen Wunsch »mentgeltlich geliefert werden.

* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a r k t: Ochsen 304, Bullen 44, Kühe 543, Färsen 256, Kälber 282, Schafe 159, Schweine 2985.

Tödliche Unglückssälle beim Neujahrsschiehen.

Lumda, 2. Jan. Ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich hier beim Neujahrs- schießen mitten im Dorfe. Der 18jährige Sohn des Obersteigers Sekt wollte mit zwei Kameraden ein Wasserleitungsrohr, das mit Pul­ver gefüllt war, zur Explosion bringen. Hierbei ging der Schuß z u früh los und verletzte Sekt so schwer, daß er kurz daraus verschied. Seine beiden Kameraden erlitten schwere Brandwunden. Zum Glück explodierten zwei weitere mit Pulver gefüllte Rohre, die noch dabei lagen, nicht..

CO Muschenheirn, 2. Jan. In der Neu­jahrsnacht wurde während des Läutens der Glocken einige Minuten nach 12 Uhr die 36jährige Ehefrau des Sattlers und Landwirts Heinrich Häuser erschossen. Die Frau war nach der Neujahrsbeglückwünschung der Familie an das Fenster getreten, um dem Neujahrstreiben auf der Straße zuzusehen. Hier traf sie eine Revolver- kugel und tötete s ie auf der Stelle. Gestern weilten die Licher Gendarmerie und das Amtsgericht hier, um die Sache aufzuklären. Der mutmaßliche Täter, ein 24jähriger Sohn einer sehr achtbaren Familie, wurde ver­kästet. Er gibt zu, in der Nähe dieses Hauses ge­schossen zu haben. Es wurden auch elf leere Patro­nenhülsen nicht weit entfernt von dem Hause auf- gesunden. Heute weilt die Staatsanwaltschaft hier, um weitere Untersuchungen vorzunehmen.

Preußen.

Kreis Marburg.

8 Frohnhausen (Lah n), 2. Jan. Am Sil­oesternachmittag kamen auf der Straße nach Oden- Hausen drei auf einem Motorrad fahrende Herren zu Fall, wobei einer schwere Kopf­verletzungen erlitt, die seine Verbringung mit dem Sanitätsauto der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen erforderten. Die beiden Begleiter kamen mit kleineren Verletzungen davon.

z. Aordeck. 1.3on. 3n der letzten Aacht gegen 4 Uhr morgens entstand in der Scheune des Gastwirts Konrad Vogel Hierselbst auf bisher unaufgeklärte Weise Feuer. Die Orts­feuerwehr war in wenigen Minuten zur Stelle, da aber durch den ungünstigen Wind Gefahr für die Aachbargebäude bestand, wurden die Weh­ren von Winnen und Londorf zur Hilfe­leistung gerufen. Aach angestrengten Bemühungen gelang es den Wehren, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Die Scheune brannte vollständig nieder. Mit ihr verbrannten Heu- un dStrohvorräte des Besitzers und eini­ger anderer Ortseinwohncr. ebenso landwirt­schaftliche Geräte und Maschinen, Hühner und Tauben. Als Brandursache vermutet man Aeu- jahrsseuerwerk. Tie Untersuchung ist eingeleitet.

Kreis Wetzlar.

5 Alls dem Kreise Wetzlar, 31. Dez. Zum Schuhe gegen die sich immer mehr ausbreitende Maul- und Klauenseuche in unserem Kreise hat der Landrat eine Polizei- Verordnung erlassen, nach welcher jeder Han­del mit Klauenvieh, sowie auch derjenige mit Geflügel, der ohne vorgängige Bestel­lung entweder außerhalb des Gemeindebezirks der gewerblichen Aiederlassung des Händlers, oder ohne Begründung einer solchen stattfindet, innerhalb des Kreises Wetzlar verboten ist. Als Handel im Sinne der Vorschrift gilt auch das Aufsuchen von Bestellungen durch Händler ohne Mitführen von Tieren und das Auskaufen von Tieren durch Händler. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

~ Hohensolms, 31. Dez. Unsere uralte, durch den Grafen 3ohann' erbaute Kirche hat eine würdige Weihnachtsgabe in Gestalt einer Orgel erhalten. Diese gehörte früher einer an Belgien abgetretenen kleinen evangelischen Eifel- gemeinde und wurde durch Vermittlung des Präses der Provinzialshnode für die hiesige Kirchengemeinde zum Preise von 1000 Mk. er­worben. Infolge der Transportkosten und Auf­stellung eines Motors zur Winderzeugung stellt sich die Beschaffung des Werkes auf rund 2500 Mark.

Kreis Biedenkopf.

D Holzhausen bei Gladenbach, l.Jan. 21m Iahresschluß fand die 5 2. ordentliche Hauptversammlung des hiesigen Spar- und Darkehnskassenvereins statt, die sehr gut besucht war. Vorsteher A e u h a u s gab zunächst den Geschäftsbericht des verflossenen Jahres, aus dem hervorging, daß ein Teil der Mitglieder wohl noch mit Zahlungen an Waren- und Darlehnsschulden im Rückstand ist, daß sich aber die Einzahlungen auf Sparein­lagen gegen daS Vorjahr mehr als verdreifacht haben. Sodann sprach Herr Schür mann - Frankfurt a. M. über das Ver­sicherungswesen innerhalb des Aaifseisenverban- des, insbesondere über die Einrichtung von Dorssterbekassen. Hierauf sprach Diplom- landwirt Schädel- Frankfurt über Aufbewah­rung und Anwendung von künstlichem und na­türlichem Dünger. Außerdem beantwortete der Redner noch eine Anzahl Anfragen auS der Versammlung über Feldbestellung, Düngung, Aussaat u. a. Die Vorträge wurden sehr bei­fällig aufgenommen.

Kreis Westerburg.

OO Westerburg, 31. Dez. In vielen Ge­meinden des Westerwaldes finden sich große Strecken Oedlands, das sich meistens an Gemeindewaldungen anschlieht. Seit einiger Zeit

wirkt man daraus hin, diese Oedlandflächen für die Gemeinden und die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Da sich die Umwandlung in brauch­bares Ackerland nicht überall ermöglichen laßt, ist wohl in erster Linie an eine Auffor­stung zu denken. Die Arbeitslöhne, die die Hauptlasten dabei verursachen, können den Er­werbslosen zugute kommen, wobei auch Bei­hilfen vom betreffenden Kreis ober von den Oberförstereien gern befürwortet werden. -- 3n dem Jagdbezirk Langendernbach konnten zwei Wildschweine zur Eirecke gebracht werden. Es war eine äußerst mühsame Arbri«, bis die beiden Schwarzkittel aus ihrer schützenden Deckung herausgetrieben waren und den glück­lichen Schützen zum Opfer fielen. Am 21. De­zember war der Spengler Karl Velde aus dem AmtSgerichtSgesängnis in Wall­merod entsprungen. Er war wegen eines Straßenraubs zwischen Hundsangen und Hadamar inhaftiert worden. Aunmehr ist es gelungen, den Sträfling in der Wohnung seine- früheren Lehrherrn, eines Spenglermeisters in Aiederze uzheim, wie­der einzufangen. Der Oberlandjäger holt.' ihn morgens um 4 Uhr aus einem Kleider­schrank, in den sich der Flüchtling vor seinem Verfolger versteckt hatte.

Maingau.

WSA. Frankfurt a. M., 31. Dez. Gestern abend kurz nach 10 Uhr ist auf dem Börne- Platz ein Mann überfallen worden. Ein gewisser Eh. Herbert hielt ihm, von hinten umschlungen, den Mund zu, während ein gewisser T a p p e r auf ihn einschlug. 3m Laufe des Kampes haben sie dem Manne das Portemonnaie entwendet. Die Täter konnten gefaßt und we­gen Straßenraubs ins Polizeige- fchngnis eingeliefert werden. Vergangene Aacht ist der Kellner Wilhelm Wagner in der Oppenheiinerstraße die Treppe hinunter- gefallen und bewußtlos liegen geul.eben. .Her­beigeeilte Personen konnten nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen.

WSN. Frankfurt a. M., 2. Jan. Die Sil­vesternacht ist in Frankfurt im aUaemeinen sehr ruhig verlaufen. Irgendwelche Zwischenfälle von Belang halsen sich nicht ereignet. Im ganzen sind sieben Festnahmen erfolgt, meistens wegen Schie­ßens mit scharfer Munition. Fünf der Festgenomme­nen wurden in der Frühe des anderen Margens wieder entlassen. Die Polizeibeamten hatten Natur­gemäß Bereitschaftsdienst, brauchten aber in keinem Falle auszurücken. In einigen Vororten kam es zu den üblichen kleinen Keilereien, die jedoch durchweg unblutig verliefen.

WSA. Hanau 31. Dez. Ein hiesiger Ar­beiter hatte zuviel Schlafmittel einge­nommen. Er wurde vor drei Tagen befinnungä- los im Bette Dorgefunben und zum Landkranken­haus gebracht, wo er, ohne wieder zu erwachen, verstarb. Durch eine Explosion selbst- gefertigter Feuerwertskörper wurde hier am Freitagnachmittag in der Kölnischen <3,rage ein 1 3 jähriger Schüler schwer verletzt. Der Junge hatte mit seinem Freunde, einem 13jährigen Burschen, allerlei Experimente in der Herstellung von Feuerwerlskörpern ge­macht. Aus bisher noch unbekannten Gründen ex­plodierte daS aus Schwefel, Phosphor und Kupfersalz bestehende Gemisch mit lautem Knall. Der im Zimmer anwesende 13jährige Junge wurde im Gesicht und an der rechten Hand schwer verletzt und mußte nach dem Krankenhaus ge­bracht werden. Der andere Junge 6Iieb unverletzt.

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