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Sreltag, 2. Dezember (921

(77. Jahrgang

Nr. 282 Erster Blatt

51. 54 H2 tfc Drebtna*- ri*trn lijflgrr G letze» pHW<dT»*lf: jieiffert am Kein 1 UM.

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Preu fir l e« htzst« ttx Injeigen von 27 mm Brette örtlich 8. ostwärts 10 Reichspfe»'»-, fir Ke. Mamean ngtn von 70 mm Brette 35 Xeubftptennig, Dlatzvorschrift 20* . mehr

CbeirtbaliltMi

Dr Jneftr Longe. Terontwonhd) tut VoLtih Dr Weib Lanoe. fit Feuilleton Df tz Ibor.ot; für e»en Ihrigen Ted Ernst Blumlchetn. fir Den Kn- «etgentetl Anrl tzismann, sämtlich in (Bieben

Oie deutsche Wirtschaftspolitik vor dem Reichstag.

Schorle sozialistische Angriffe gegen den Reichsbankpräsidenien. - Oie Reich-Minister Eurtius und Brauns über Ausland­verschuldung, Lohn- und Sozialpolitik.

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vn>6 «std Verla-- vrLhl'sche UntDcrtitäts-Bedf' ind Stetiiridtrei S. Lange in Gieren. ZchristielNing uid Gesch^r*ele7 ZchstsRraße 7.

Sowetoy unb Jeiertngs »dUgen

Metz »nee gnmlwnbltotet fyetmai re Bild

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Meti>Bejng«*rd>. ? Aeichswartz »nd 30 Reichspl-Mg fir Träge» lOtzn. »ch bei Richter, scheinen etUJeinerR»»«ern rtolge W betet »ewnlL

Berlin. 2 Dez. (B.D 8 ) «« tommen Mt OWttpdlntixnvrn pettoieth-m-T Parteien zur Wirt» ichaltspvlit'k »ut Beratung

Wne sozialdemokratische Intcrpel» kxttxm verlang« Watznatzmen. wonach die An­leihen der Sünder und Gemeinden n»tz den gleichen ch^ichtspunkten wie private Lnslandanldhen behandelt werden sollen. Der- l^BOt wird weiter r.ne beschleunigtt' Aktion zur Lenkung der Zölle, nne vorbildliche Lohn- MlüU in den Letchßbetrieben. Erhöhung der to- Itokn Renten unb <in Dorgehen der Regierung gegen die .JtrieaAMIen der Schwer.ndustr:e" $ut flbbrofleluna einer weiteren Auftvärtsentwick- iung der Löhne.

Abg. Aufhäuser (G.)

bwrüntxl kW sogiaidemokrotische InlerpeUatwn t-C dem Htnwei« «ul da« Schreiben M Repara- s'.vnAagenben und die Reden de« Retchäbank- vrüftden»en Die drinaendftev Ausgaben seien i^t die Hebung der Raullraft der V 6 b n e und die Lösung der Anleihe- -tage. In derselt-en Zeit, in der die Welt- euirfWTd'e sinken lei m Deutschland der Groh- bnbeliinber um 10 Prozent fltnieaen. Dte Pa- k rote bei Rech>wlr^chait«mttrisler7um- ..stabile

ßmlt und stabile Löhte" müsse im Interrsie ber Äulrtchierch^ituna der Äon.unftue abgelehn« werden RoNo n ig sei vielmehr e.ne Anpassung bet Löhne an die ^-sttegenen Preise. Da« *Xe^i) gebe freilich do« 'chlechteste Deispeel durch Mc jammervolle Entlohnung der Acichäorbeiter. Der

-Redner fragt. 06 die Aegierung endlich die .ohnverhandlungen mit den Organisotronen der !:<;**acMttr w.eder aufnehmen wolle Beson­der« dedensiich M die Bildung von KriegSkasseit der Unternehmer, die unter d«n Damen Don

-Hefaheenoeiireinschasren' eine monatliche Umlage ?» 5 mr für jeden beschäl kigten Arbeiter er. b.dten, um mit diesem SUinpfonM die Inkrast- s tung der Deeoetmui g bei Aeich«ardeil«mtnister-

I ioer da« Dreischichtenlystem zu verh.ndern.

Dk titidenbanlnbai sind zweisello» not wen- big. um blc pro*u(noodra|l der deulscheu wirtfchasi wieder )u beleben. Bisher hat da» HuUanb auch volle» vertrauen zu dieser pro- buflionffcall gehabt bi» ju dem Augenblick, wo der Beich^bankprästdeni Dr. öchachi die ver hangnl»poUf Unleihedidusfion entsefseit Hal.

Pi. schacht Hot eine unerhörte Hetze gegen die ®c« 7 nnden enifeltrli. (Lehr wahr!) Wir weisen mit || jBlruflung tne Hemmungdose Verallgemeinerung jitrurf. die sich ))err Lch. ckt erlaub! ,ur Aerab- airbigung de» Lnsehenv der deutschen (Bcineinben Ip* der Leltdsicntlichkeit. (Lebhafte Zustimmung )

i hat die zulässige Grenze bobei so wenig einfle- bülen. bafj nicht nur der Kredit der (Gemeinden, sondern auch die gesamte deutsche DiNschast bar* nm ter leidet. (Erne ,e lebhafte Zustimmung.) Durch >-< (klesährduna her Huelanbfrebtle hat Dr. Schacht 1< deutiche Wirtschaft In unerhörter Weise aeschä ):|t. (Üebhistr Zust'mmung i In seiner Bochumer siede hat her Neichebaickpräsident in Verdrehung bet TatiaAen Ne völlig unwahre Behauptung aus- restellt bah ohne die Lururausoadrn feine S"-- lirbanlelbe für die <stemei"den notwendig gewesen nire. Dr Schacht macht sich weiter einer mostlosen l«Vertreibung schuldio wenn er sogt, hast die «n- ^ihen der Gemeinden die Wähning gefShrben. Tot* sichsich erfordert Ne Tilgung und Verzinsung der tvelonbanlrih-m sämtlicher deutschen (Üem. «nden im kehr« mir M M» 56 Millionen Mark Aerr Schacht

tr nicht im Intere"e b*T Mihrunq. sondern der i rttemebmerfreie oebondelt. die durch Bogkolt und tweMMung die produktiven <Semeindebetrkde lo iföätben wollen (LedHaite Zustimmung Nnfs) ; i *Qtr fragen die Negierung, was sie gegen bo< kredit«

Itzckdigend« Verhalten de" Berrn ?r. Schacht unter* redmen will, fveddafter Beifall bei den Soüal* h*nofroten3

^eichswifischostsminister Or. (torfiu^: i|'lirurr .Vit bat man wie bhvnstisiert auf hi' BifTthiHH irntcrvr SknthcfÄrfemi orstarrt unh hie icT<be TRebnom a'< vk» s?h<r ff'nhihr-

:>?dchich <*nt wirttch^ftliche ^ranfb-it sei 5>mtt bet sich osigemei hie Fr*

bl* auch bei her 'Befbrwb mg deck Aeichsf ibinetts n t hem AclchSk^nckvrüsihrntrn Kum Ausdruck kam. hast auch in her nächsten Zukunft die Aufnahme lanafristiger AuSlanhS- c il et b en nicht entbehrt trrrben kann br wirf chaftf chrn unb gesamtv^litilchen Inter- esie. Die gesamte AuKsandAverschulhuna beträgt bei un» nmt> fünf TRifTarbm. D m ft?bt aber fix Eigenkapital von rund 34 Milliarden her deutschen Privatwirtschaft gegenüber. Die Ixtrnrnrnalcn Anleihen finben ihve Sicherung nicht M.T in her Steuerkraft her ^'meiTrf>en. sondern euch in hen groben B erwögen her Gemein­den. Die Jhöbe her kommunal?n Auslanhsver- ^tulhuna ist weit niedriger al« die der «KciegSzeit Cbörtl 6ort!l Die Beich«regieru7ig Ifat m ihrer Denkschrift gegen Nti 'IK'mnmn^um le« AeparativnHa-renK n batgrleat. hast hie ÖV- tttmbcn ihre Are'te für produktive Zwecke ver- tNrnhen. Die Aeichsv" rung heckt nicht bi? Ber- cFentlidnrnq hee slatist 'chcn Reich«am?es fbört! l^rtl). Wir wenden uns gegen eine schrankenlose

Herrschaft der .Kartelle, aber eine isolierte Kom­munalwirtschaft ist auch nicht mogii-t>

Auch die Gemeinden muffen fich in die ®e- sawtwirtschafl einfügen (De:fall, Wir Halten Ausgaben für Stadien und Schwimm her zur Hebung her Doll«ge!unweit keineswegs für Lu- ,usausgaben. Wir wissen, bah auch die Lurus- ausgaben vielfach ber produktiven Snverbslvsen- fürforne bienen unb wenig zu Such schlagen.

3d) mub aber betonen, dast Pracht und Ber- schivendung In dieser Arit cm schlechte» veispiel geben und einen aufreizenden Eindruck nach auszen machen. (Beifall.) Eine Dnflalion ist nicht w befürchlrn. aber wir Haben weiter allen fl n l a h i u r Sparsamkeit, vei einer Per­bindung der amerikanischen ftapilalflärtc mit der deutschen rltbeitekrast kommen beide Teile auf Ihre Rechnung. Die Preiskurve in Deutschland zeigt nicht steil nach oben. Wir haben keinen Grund zur Teueruug»psychose und brauchen auch keine gesetzgeberischen Masznah- men in der Preisfrage.

Aach wie vor werden Dk Auswüchse der Kartelle von uns DeruTiciU. Seit 1924 bis 1927 ftni beim Reichswirtschaftsministerium insgesamt 3834 Delchwerl^n gegen Kartelle eingegangen, von denen zwei Drittel als berechtigt anerkannt wurden. Die Reichsregierung ist bemüht, im Einvernehmen mit ber Aeichsbankdipetlion die Anlegung össenUicher Delder nach einheitlichen Deflchtspunktcn au regeln. Dir haben schon Mahnahmen vorvereitet, durch die eine wei­tere ©leigerung ber Zinsen verhin­dert werben soll Der jetzt eingerichtete Rcva- rationspolitische Ausschuh, in dem auch ber R.-ichsbankprä ident Sitz und Stimme hat, ist nicht ein Anastprodukt aus Anlatz des bekann­ten QUemoraiwuni«, sonbern er war schon früher geplunt. Besonders wichtig ist aber die schleu­nige Durchsührung der allgemeinen Derwaltunasresvrm. Aeichsinnemninister. ReichStrnanzminlster und Sparkommissar arbeiten gemeinsam an dieser Ausgabe. Dersalfung-reform und Derwaltungsreforln sind »war nicht vonein­ander unabhängig, aber es fönnen auch nicht alle Fragen aus einmal gelöst werden. 3n ber Kon­ferenz her Ministerprältdenlen im Januar wer­den wir hoffentlich zu positiven Srgebnissen kom­men. Die Beratungsstelle hat bereits eine grotze Gesamtauslandanleihe ber Gemein­den vorzubeveiten. aber sie ist nach eingehender Prüfung der Derhältnisse zu dem Sntschlutz gc- fo mm en, i n » e l a n t r ä g e auf Äommunal- anleihen gcgenOärtig nicht mehr zu be­arbeiten und zu befürworten. E-L Ichweben Erwägungen. Die Kapitalertragssteuer, wie für Auslanbanleihen, so auch für festverzinsliche 3n- landanleihen fnrtfallen zu lassen. Die Stunde, zum Handeln ist gekommen. QDtr wollen das G vetheawn beherzigen: .Die Zeit zum Handeln jedesmal irrpassen, nennt Ihr die Dinge sich entwickeln lassen. Das hat sich denn ent­wickelt. läget an. was man zur rechten Stunde nicht getan? (Beifall.)

HeichsarbeitSminister Dr. BraunS:

Der zweite Teil der sozialdemokratischen Onler* pella-ion beschäftigt sich mit 3ragen der Lohnpolitik, den sozialen Renten und mit d,n für die Fürsorge matzgebenden Bestimmungen. Bekanntlich hat txe aufsteigende Konjunktur des letzten Zohres auch eine beträchtliche Steigerung der Löhne Vir Folge gehabt Die Lchlichtungsbehörden feien «amtlich bestrebt gewesen, bei neuen larifoerträaen die Lohne im Rahmen des wirtschaft* lichMöglichenzu wahren, was die Entwickl "ng des letzten Jahres auch beweise. Man könne fest* stellen, hast sich das Rioeau des Reallohnes der brutschen Arbeiterschaft im Durchschnitt gesehen, sedenlalls gebessert habe. Cs fei aber zu berück- sichtigen, dast in so kurzer Frist nicht alle Schäden wettgemacht werden könnten. Denn dies bezüglich der L'ohnbähc gelten solle, so müsse es natürlich auch hinsichtlich des Unternehmergewinnes und der fiapitalanlammlung gelten. Zu der Frage der (Ein- Wirkung her Detriedsrationalisiernng auf b e Löhne erklärte der Minister, er habe stets entschieden dafür Sorge getraoen. dast auch d i e Arbeiterschaft ßus der Rationalisierung einen chi-tzen ziehe entweder durch Steigerung der Rominallöhne oder durch Preissenkung. A ich die S o , i a I r e n t e n hätten in letzter Zeit teilweise eine beträchtliche Erhöhung erfahrt- und zwar in einem solchen Umfange, dast die Beitrags« fraft der versicherten und der Unternehmer wie a. ch die Leistungsfähigkeit des Reiches äusterst an- gespannt worden lei Da- ©efamtouffornmen an Beiträgen und Zuschusien der Sozialversicherung hebe in diesem Jahre eine flöhe von 3 5 TMIiar- *cn gegen etwa 1 4 Milliarden im Skhrr 1913 er- rcitht. Der Reichszulchust fei gegenüber der Bor- krieaszcit a u f das Fünffache gestiegen Auf die Bezüge der Fürsorgeemvfänaer st-che der Reichsrecierung nur ein beschränkter Einstust zu. da die Durchführung her östentsichen Für'orge ?ache der Länder sei Auch für die Kleinrentner fern die im A sichust anoefünMatrn sill-smost- n ahm en bereits einoel-stet Der M -ist-'r verwies m?;fcr auf die ^rrbeiieruno der Bezüge der Kriegsbeschädigten, bfe gegenwärtig im

Ausschuß beraten werden Er ging dann auf den Kampssond» ein, der kürzlich von der Schwerindustrie gegründet worden fei und betonte, daß Rüstungen für eventuelle Arbeit»- kämpfe ein Recht feien, ha» ebenfowenig bestritten werden könne wie der Arbeifkamps selber.

Abg. Dr. Rademacher (Du.)

nimmt den Aeichsbaickpräli^-enten «fltn hie An­griffe des sozlaldemokrat schen AehnerS in Schutz und ertlärt: Wenn wir auch früher mit Dr. Schacht nickt Imm r e nberftarhen waren so st Hen wir hoch Hinter hem beut acn A nchsbank»räjiden­ten (kbb hört! Hört! links) in seinem Kampl um tne Stabilität her Währung, auch in seinem Kamps gegen hie Sozlallsrerung von Hintenherum, Ne die Städte erstreben (Drisall rCd)3n einer Schulhenwirsichast liefen starke (Ge­fahren für die Sesamtwirtschaft. W^r brauchen die Bildung inlänhlfchen Kapitals und müflen die Hemmungen beseitigen, die dem ent- gegenstehen. Darum halten wir die schleunige endliche Befeitlgung der Kapitaler­tragssteuer für dringend nottDenci i. Cn wichtiges Glied her deutsch?» Wirtschaft, die deutiche Landwirtschaft, wird jetzt von neuen Gefahren bedroht. Wir mr.ffen fordern, hab bei hen bevorstehenden deut ch-polnisch» Handel-vertrasSverl)anh<ungen nicht die deutsch Landwirtschaft in ihren Sristenz-run l.gen ge­fährdet wird. Don sozlalistischer Seile werden Immer stärkere Ansprüche an die Industrie ge­stellt unter Berufung auf die angelXUtzen au« der Rationalisierung ihr erwachsenen Vorteil«.

Dabei wird vergessen, hab hie deutsch Industrie mit her Rationalisierung nur den Vor­sprung eInholt. hen das Ausland vor ihr hatte.

Die Einführung bei Dreischichtensv- stem« würbe für die ®roblnhuftr.e im deut­schen Westen sehr schädigend wirken. Allein sür die Vereinigten Stahlw>rke würbe der Vlehraus- wrnd 45 Prozent der bisherigen Lvhnsumme aus- machn. Da her Rationalisierung der Produktion die Rationalisierung des Absätze« folgen mub. können wir die Kartelle und Svndi- kate nicht entbehren. Wir brauch'N nach Dr Schacht eine ausgeglichene Volks- unb A nanz- wirtschaft. Die können w.r nur bei sparsa­merer Verwaltung erreichen. Schon heute zeigt sich hab die Daweslast materiell und tech­nisch nicht ertullbar ist. 3n Preuben ist bie steuerliche Belastung bet Wirtschaft weit über- spannt. Man darf sich aber nicht der Hoffnung fx »geben, dab durch eine DerwaltungSrelorm jetzt wesentliche Grsparnisse erzielt werden kön­nen. Der Schier liegt im System, dem schran- kenlo'en demokratisch-pariamentarüchen Regie- rui'.gslystetn. unter dem wir leben. ®« kann nicht bestritten werden, hab bU Gerne nhen heute in ihrer Ausgabenwirtschaft weit freigebiger sind als in der Vorkriegszeit. (Beifall recht« ) Konten konnte sich wegen Geldinang.l« ein Pla- netanum nicht leiten, die Stadt Berlin Hal es getan. Die Lozialhemokraten sollten ihre An­hänger vor allem dazu erziehen, hab sie nicht im Stimmzettel ein Mittel zur Besserung ihrer materiellen Lage sehen. (Cd*. Zurufe link». Beifall rechts.)

Sireikgesahr bei der Reichsbahn.

eigener Drahtdettcht des ..Gietzener Anzeigers'.

Berlin,! Dez. Schon vor längerer Zett haben die Gewerkschaften der chauptverwaiiung der Deut* schen Re.chsdahngesell,chaft ihre Wunsche um eine Lohnerhöhung oorgcbracht Es handelt sich dabei zunächst um eine zwischentarifltche Lohnerhöhung, denn dos cigentl.chc Tarifabkommen lauft noch bis zum 31. Marz 1928. Damals Hal die Reichsbahn die Forderungen auf Lohnerhöhung a b gelehnt und sich nur bereit erklärt, dort öx Ortslohnzuschläge zu erhoben, wo die Ange- stellten der Eisenbahn wesentlich ungür.fhger als in vergleichbaren Betrieben der Pnoatindustrie die Ar­beiter bezahlt werden. Die darauf begonnenen Ver­handlungen sind aber bi» heule nur ,ehr langsam weiter gekommen, scheinen jetzt aber in ein neue» Stadium zu treten.

Cir.e starke treiben*, e Kraft geht habet ganz augenscheinlich von dem gu>3ci Dresdner Eisenbahner st reik aus. Tie Belegung in Drehten verdient insofern die to.Jic Äufmrrl- samkeit der deutschen Oesleniltchleit. als Himer ihr ganz unzwe>selha t kommunistische Drahtzieher stehen. Dafür ist der Ausbruch des Wcrkslär.enarlei ecstre-'ö bezei nenh. der deswegen erfolgte, well die Reichsbahn zwei Ar- better. die Vie Belegschaft auszuputschen vcr- 'uck en, entlaf en hatte. ^Rangieret und Güter- hohen irbetter s nd darauf in einen Sympa'.h.c- streu getre en. fe$t wahrlche.nlich werden auch in anlcren Städten Mitteldeutschland« und ebenso in Tel n 2kbeit«n cer:e;urgtn erfolgen aller­dings unter einer anderen Zlagae jedoch in innerem Zusammenhang mit den Vorgängen in Dresden. 3n Magdeburg unb Braun­schweig macht sch schon seit einiger Zeit eine gewisse Unruhe bemerkbar und :n Berlin drän­gen bic Arbeiter auf be'chleunigte Verhandlungen. D e in d e'em Zusammenhang von einigen Ver- liner Srä'.abrnbblättem gebrockte Rachr cht. die Eisenbahner hätte-, ihre Forderungen an die Verwaltung berei « in Form eine« Ultimatum« angebracht triftt wie ttnr aus zuverlässiger C.ueHe erfahren, nicht zu. Immerhin ist die Spannung schon fo gewachsen, dast gc'ern eine Siyunck her Gewerftchaftsvertreter mit hem Gin- heiiSverband ftattgcfunten hat

Diese zum Teil zunächst noch lokal begrenzten Vorgänge innerchalv der Si enoahnerschast find aber im Rahmen ber gc amten Wirtschaftslage recht bedeutungsvoll. So lange noch leine eiaent- siche StreikstimnTung aufgefenmen ist. uns es fich nur um die Bewilligung von Erhöhungen der Ortslohnzulchläge handelt, kann man mb einer friebixfcen Beilegung rechnen. Aber die kürzlich gegebenen Veröftenllichungen der Deut­schem RezchSbahnge'elrlchaft zeigen, dast ihr Bud­get beute zwar ftabiliiert, aber doch nicht elastisch genug ist. um eine weiervlichc Lohn erbe düng ohne eine Tariferhöhung zu ertragen. Di: R ichsbahn hofft trotz der im Zahre 192S auf 70 Millionen Mark aestmgerten Reparationslasten und der für das kommende Jahr um 213 Millionen Mark artgeroachkenen Perfonalausgaben ihre erfreulich gesunde Fi­nanzlage zu halten und die Wirtschaft nicht mit einer Erhebung der Xar/e belasten z-en. 3n diesem Zu^ammenchrng ist die weitere Ent­

wicklung der Berliner und der unteren Loha- lerharidlungen äufeerst bedeutsam

Der Streik im Reichsbahnwerk Dresöen.

Dresden. 1. Dez. (WB ) Der sächsische Landtag behandelte den Streik ter Etsentehner im Reichsbuhnausbe' ferungSwerk Dresten-Frie­drichstadt. Die Soziall^molraten beantragten em vermittelndes Eingreifen der Re­gierung und die Rückgängigmachung ber Entlassung der gemastregelten Arbeiter, wofür auch die Volkspartei eintrat. Seilens der sächsischen Staatsreg.erung wurde erklärt, hast die Regierung sich mH ter Rrichsbaherdirektwn in Derbindung gesetzt habe und betonber« dafür ringvirctcn sei. hast die Dll- feTCTMcn zwischen ter Reichsbahndirektton unb ter Belegschaft nicht zu einer sch we ren Schä- b ; g u n g des Wirtschaftslebens 'ichren. Die Reichsbahnbtrektion habe erklärt, efl sei Vor­sorge getroffen, test durch die Arbeitsnieter- iegung h.T fach i'chen Wirtschaft ein Schaden zu­nächst nicht entsteht. Zur Beilegung des 2r- .cktes selbst wurde ter Landes- sch licht er bereit fein, eine Emiguna zu Der- 'uchem. Die Regierung wirb von allen Mög­lichkeiten ipebrauch machen, bie sich für eine güt­liche Beilegung des Streikes freien.

Ein Ultimatum an die

Eisenbahnergewerkschaft.

Berlin, 1. Dez. (WTB ) Heute vormittag er- schien, wie eine Berliner Korrespondenz meldet, eine *!Lortnjr.g ber Ortsoerwaltung Berlin des Deutschen Cifenbahneroerbandeb bei ber Hauptverwaltung des Eifenbahnereinheits- verbanbes unb verlangte sofvnige Auskunft Dar­über. wann bie Verhandlungen mit ber Reichs- bahnges.Ufckait über bie C rhohung bef Drt»* lohnzuschläge zu Ende gebracht werden wür­den. Die Zentralgewerkschoft erklärte, dost sie sich erst mttderHauptoerwaltungderRcichs* bahn »n Verbindung setzen müstte, um hort eine gründlichere Auskunft zu erhalten. Darauf haben die Vertreter der Berliner Cisenbahnardeiter ihren Gi werkschaftsfeit. ngen in ultimativer Form miige teilt, dost, wenn bisDonnerstagahenb keine Entscheidung gefallen fein sollte, am Freitag ein. Generalversammlung der Berliner Eisenbahner statt! in den werde in ber man über bie Anwendung der letzten o e ro f cho slli chen Mittel Beschlvsie faffen werbe solls nicht inzwischen eine Verständigung erzielt werden forme.

Reichsbank und Kommunen.

Berlin, 2.Dez. (Priv-Tel.) 3m Ber- liner Magistrat hegt man lautDvfsifcker Zeitung" bie Erwartung dost w>d> heute bie enc efünbigte AuSf prache -w'f^ dem ReichSben^räf'd'enten Schacht und den Ober» bürgemnei^ ern über die städtischen W r-fchafts- imtcresien und die Bewilligung von Ausländs­anleihen ftattfinben wird. An der Besprechung