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Nr. 2C5 Erster Blatt

177. Zahrgang

Zreitag, 2. September 1927

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.

Das Vorspiel in Genf.

Das Endergebnis der Wahlen im Memeftand

Die Völkerbundtagung hat es dies­mal nötig, der allgemeinen Müdigkeit entgegenzu- arbeiten und start die Reklametrommel zu rühren, damit das Interesse an ihren Verhandlungen ge­weckt wird. Der Völkerbund hat in den letzten Jahren zu viele Sünden auf sich geladen, als daß er durch Aeuherlichkeiten jetzt noch wirken könnte. Er steht nun vor der Rotwendigkeit, seine Arbeiten zu verinnerlichen und das Pro­gramm in Wahrheit zu erfüllen, das in seinem Rarnen liegt. Man soll sich nicht darüber täu­schen, daß der Rücktritt Robert Cecils, des Engländers, der einer der stimmgewaltigsten An­hänger des Dölkerbundsgedankens war, doch mehr zu bedeuten hat, als lediglich einen Personen­wechsel. Er ist ja auch nicht nur deswegen ge­gangen, weil er die Politik der englischen Regie­rung nicht mehr mitmachen konnte, die Gründe sind ebenso gut darin zu suchen, dah der Traum, den er sich vom Völkerbund gemacht hatte, mit der rauhen Wirklichkeit in zu schroffem Wider­spruch stand. Denn die Genfer Institution ist bisher nur das gewesen, was sie nach dem Wil­len ihrer engeren Gründer sein sollte: eine gegenseitige Versicherungsgesell­schaft der Sieger st aaten, die in Ver­sailles stark genug waren, nicht nur dem unter­legenen Deutschland, sondern auch der übrigen Welt ihren Willen aufzuzwingen und die nicht- beteiligien Staaten zum Eintritt in den Völker­bund zu bewegen; die aber wieder nur in der Hoffnung kamen, daß es ihnen gelingen würde, ihre Ideale in den ihnen vorgclegten Rahmen hineinzuzeichnen.

Damit haben sie bisher kein Glück gehabt. Der Völkerbund als Institution des Friedens ist mit einer einzigen Ausnahme nur eine Kette von Versagern gewesen. Er hat es nirgends ge­wagt. gründlich durchzureifen, er hat sich von den Polen, von den Litauern, von allen kriegs­lustigen Mächten auf der Rase herumtanzen las­sen, weil die Interessengegensätze viel zu scharf waren, als daß man einen Angriff gegen einen wirklichen Friedensstörer wagen konnte, ohne den ganzen Bund in die Luft zu sprengen. Rur ein­mal, bei dem italienisch-griechischen Konflikt, ist es gelungen, erfolreich einzugreiien. Welche Er­fahrungen wir Deutschen mit dieser Institution gemacht haben, darüber braucht kein Wort mehr verloren zu werden. Die Erinnerung an O ber­sch l e s i e n genügt, von so manchem andern nachdem ganz abgesehen. Dah auch Locarno uns bisher in reichem Maste enttäuscht hat, ist in diesen Spalten schon wiederholt gesagt worden.

Die diesmalige Genfer Tagung wird die Stichprobe geben müssen, ob der Völkerbund auf dem bisherigen Wege weiterarbeiten und sich damit endgültig ausschalten, oder ob er noch einmal den Versuch machen will, an die Stelle der reinen Interessen- und Machtpolitik so etwas wie eine überstaatliche Gerechtigkeit zu setzen. An Gelegenheit dazu wird es ihm nicht fehlen. Die ewigen Klagen Danzigs müssen in Ordnung gebracht werden, der rumä­nisch-ungarische Konflikt wird ausgetragen werden müssen, nachdem er schon so oft vertagt wurde, und hier ist die Probe aufs Exempel eigentlich kaum mehr zu umgehen. Vor allem aber wird Deutschland durch seinen Austenminister das Thema der A b r ü st u n g ans Izneiden und eine klare Front st ellung herbeizuchhren suchen. Die Demühungen zur Herbeiführung einer Ab­rüstung zur Sce sind mistlungen, England, Ame­rika und Japan haben sich nicht einigen können. Wir sind also auf dem Wasser von einer Ab­rüstung weiter entfernt, als je, und zu Lande kann das Ergebnis der vorläufigen Abrüstungs­konferenz kaum anders gewertet werden. Deutsch­land wird deshalb den Finger auf die Wunde legen und mit allem Rachöruck darauf Hinweisen, dah unsere Abrüstung Nur als eine vor­läufige gedacht war, dast wir aber auf die Dauer gerade bei unseren schwierigen Grenzen nicht waffenlos mitten in einem bis zum Wahn­sinn ausgerüsteten Europa leben können. Und mit der Antwort, die er auf diese Lebensfrage zu geben weist, tritt der Völkerbund in die Krise hinein, die ihm unter Umständen sehr le.cht seine Existenz kosten kann.

Da .ziger Fragen vor dem Rat.

Genf, 1. Sept. (Wolft.) Die 40. Ratsta­gung wurde heute cormittag 11 Uhr mit einer eineinhalbstündigen Geheimsitzung unter dem Vor­sitz von V i l l e g a s (Chile) eröffntt. Die einzig neue Erscheinung im Rat ist der chinesische Gesandte in Lissabon, Wang. Frankreich wird durch Paul- Boncour und S o p o n am Ratstisch vertreten. Neben der Festsetzung der Zagesorbnung und Re­gelung einiger administrativer Fragen war die Sit­zung vorwiegend einigen Anträgen Danzigs gewidmet. Senatspräsident S a h m war infolge­dessen bei diesen Verhandlungen zugezogen. Es han­delt sich im wesentlichen um zwei Fragen. Die erste betrifft die Forderung Danzigs auf Beendigung eines am 8. Oktober 1921 abgeschlossenen provi­sorischen Abkommens, das Polen die Berechti­gung verleiht, den Hafen von Danzig als An­legehafen für feine Kriegsschiffe solange zu benützen, wie es über keinen ausreichenden Hafen verfügt. Danzig erklärt nunmehr, daß der polnische Kriegs- Hafen von Gdingen hinreichend ausgebaut sei, um dieses Provisorium entbehrlich zu

machen. Gegen den polnischen Protest wurde nach einer Debatte, an der u. a. die Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Italiens teilnahmen, beschiessen, diese Frage auf der Tagesord­nung zu belassen. Die zweite Frage betrifft die Verlegung des polnischen Munitions­depots von der W e ft e r n p l a t t e im Sinne der bereits auf der Junitagung des Rates erörterten Danziger Anträge. Da hierbei die grundsätzliche Frage aufgeworfen wird, ob eine frühere Entschei­dung des Rates aufgehoben werden soll, und die­jenige vom 14. März 1927, so wurde beschlossen, zunächst ein Komitee einzusetzen, zu dem jedes Ratsmitglied einen Iuriften entsenden kann. Der sachliche Teil des Danziger Antrages wird dann im Falle einer Klärung dieser Grund­fragen in bejahendem Sinne anschließend zur Be­handlung kommen.

Die nächste Sitzung ist auf Freitag vormittag 10 Uhr angesetzt und wird gleichfalls nichtöffentlich fein. In der heutigen Sitzung des Völkerbunds­rats wurde, wie die Schweizerische Depeschenagentur meldet, beschlossen, die Frage der Organisation der Danziger Hafenpolizei von der Tagesord­nung der gegenwärtigen Session abzusetzen, da der Rat zunächst die Meinungsäußerung des unter Leitung des Schweizer Obersten L o e s stehenden Hafenausschusses einholen will.

22 Außenminister zugegen.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers*.

Genf, 2. Sept. Die Ratstagung ist gestern eröffnet worden. In der Stadt sieht man das übliche bewegte Bild. Sehr zahlreich sind auch diesmal wieder die Vertreter der Presse an­wesend, unter denen man vor allem auch einen der sowjetrussischen amtlichen Tele- graphen-Agentur bemerkt. Rein äußer­lich fällt es schließlich noch auf, dah nicht weni­ger als 2 2- Außenminister zugegen sind, so daß man wohl auch mit zahlreichen pri­vaten Besprechungen rechnen kann. Eine Frage wird zur Zeit recht lebhaft behandelt, und das ist die, wer den Vorsitz der Vollver­sammlung, die am Montag beginnt, führen soll. Bis jetzt werden nur Ramen genannt, ohne dah man daraus ersehen könnte, wer da­von Aussicht hat, gewählt zu werden. Wahr­scheinlich wird. diese Frage aber schon in den ersten Tagen erledigt werden, so daß man bis heute abend wohl wissen dürste, unter wessen Vorsitz die Vollversammlung eröffnet werden wird. Sonst aber zeigt das Bild von Gens im Gegensatz zu früher nichts irgendwie besonders Gespanntes, höchstens, dah sich die zahlreichen Touristen mit besonderer Reugierde um das Dölkerbundspalais drängen.

Gestern vormittag ist nun auch Chamber­lain in Gens eingetroffen. Wie lange die Dele­gationen in Genf verweilen werden, steht noch dahin. Chamberla in wird voraussichtlich schon am 10. September Genf wieder ver­lassen. Die deutsche Delegation hat bis jetzt noch keine Beschlüsse gefaßt. Dies wird wohl zunächst auch zum großen Teil von dem Verlauf der Tagung selber abhängen. Die Vollver­sammlung beginnt, wie bereits gemeldet, am Montag und verspricht nach ihrem Programm eine besonders lange Dauer zu haben.

Um die freien Ratssitze.

Genf, 1. Sept. (Wolff-Schweizerische De­peschenagentur.) Wie man erfährt, hat Grie­chenland am Donnerstag offiziell seine Kandi- da tur für den nichtständigen Sih im Völkerbundsrat als Rachfolger der Tschechoslo­wakei angemeldet. Auster Griechenland kommen noch Finnland, Dänemark und Portu­gal in Betracht. Reben dem zur Zeit von der Tschechoslowakei innegehabten Sih sind auch die Sitze von Belgien und San Salvador neu zu besetzen. Als Rachfolger für den Sih San Salvador kommt in erster Linie Kuba in Betracht.

Die geh ungen an die Sieger a len.

Berlin, 1. Sept. (WB.) Der General­agent für die Reparationszahlungen teilt mit, daß mit der heute früh erfolgten Zahlung von 55 Millionen Goldmark durch die Deutsche Rew,s- eisenbahngesellschaft Deutschland die für das dritte Jahr des Sachverständigenplans vorgesehene An­nuität von 1 5 0 0 Millionen Gold mark voll bezahlt hat mit Ausnahme eines Restbe­trages von 20 Millionen Goldmark auf Konto der Beförderungssteuer, der erst am 15. September 1927 fällig wird. Die heute seitens der Deutschen Reichs­bahn erfolgte Zahlung stellt den am 1. September 1927 fälligen Restbetrag für die Zinsen des dritten Jahres auf die deutschen Eisenbahnreparationsschuld- verschreibungen dar. Deutschland hat also alle wäh­rend des dritten Jahres des Sachverständigenplanes fällig gewordenen Zahlungen in vollem Um­fange und pünktlich geleistet.

Fraser über den Dawesplan.

Reuyork, 1. Sept. (WTB.) Leon Fraser, der bisherige Pariser Vertreter des General­agenten für Reparationszahlungen, der, wie be­reits gemeldet, wieder nach Reuhork zurückgekehrt ist, erklärte, dast eine Revision desDawes- Plans ausgeschlossen sei. Dagegen sei nicht zu erwarten, dah die festgelegten Iahreszahlungen von 1 9 29 an über

sehr viele Jahre hinaus geleistet werden könn­ten. Trotzdem bezweifle er indessen vorläufig, dast unter den Beteiligten eine Einigung über die Revision möglich sei. Gegenüber der von Bernhard Baruch und anderen Finanziers ge­äußerten Anschauung, dast der unausbleibliche Konflikt zwischen Repa rationszah- lungen und Auslandanleihen schließ­lich die Revision herbeiführen müsse, bemerkte Fraser, dah die deutschen privatwirtschaftlichen Anleihen unbedeutend seien gegenüber den Riesen- bekrägen des Dawesplanes. Ihre Amortisation sei auf viele Jahre verteilt, so dah eine Kollision beider Verpflichtungen kaum zu befürchten sei. Fraser fügte hinzu, Deutschland hindere in man­cher Hinsicht selbst seine wirtschaftliche Erholung, wie beispielsweise durch den hohen Autozoll, der schädigend wirke, da es selbst keine Massen­fabrikation von Automobilen besitze.

Französisch-amerikanische Handelsverlragsverhandlungen

Paris, 2. Sept. (WTB. Funkspruch.) Rach einer Agenturmeldung aus Washington hat das Staatsdepartement der ameri­kanischen Botschaft in Paris Weisung erteilt, sobald wie möglich Verhandlungen zwecks Abschlusses eines französisch-amerikani- schenHandelsvertragcs einzuleiten. Die­ser Entschluh sei gefaßt worden, weil der kürz­lich zwischen Deutschland und Frankreich abge­schlossene Handelsvertrag, der die neuen französi­schen Tarife zur Anwendung bringen müsse, in beträchtlicher Weise den amerikanischen Handel beeinfl. n würde, wenn die Vereinigten Staa­ten nid>i die Meistbegünstigung erhielten. Man weise darauf hin, dah die Verhandlungen zum Abschluß eines Handelsvertrages bis nach dem Abschluß eines deutsch-französischen Han­delsvertrages verschoben worden feien.

Memel, 1. Sept. (Wolff.) Gegen 12 Uhr mit­tags lagen die Ergebnisse aus allen Stimm- bezirken vor mit Ausnahme eines kleinen länd­lichen Bezirkes, der für die Beurteilung nicht ins Gewicht fällt. Nach der bisherigen Zustimmenstel- lung sind rund 54 500 Stimmen abgegeben wor­den. Davon entfallen in runden Zahlen auf die

Volkspartei 17800

Landwirtschaftspartei 18.300

Sozialdemokraten 5500

Kommunisten 3900 .

Kombrinkdund 1600

10

10

3

2

4

(bisher (bisher (bisher (bisher (bisher

11)

11)

5)

0)

2)

Volkspartei Landwirtschaftspartei Sozialdemokraten Kommunisten Großlitauer

Großlitauische Parteien zusammen 7000

Die Mandatsverteilung dürfte sich vor­aussichtlich folgendermaßen gestalten:

Zusammen 29 Mandate.

Ein hovändikches Urteil.

Am st er d am. 1. Sept. (WB.) DasAlge- meen Handelsblad" schreibt zu dem gro­ßen Wahlsieg der Reichsparteien irn M e m e l l a n d, die litauischen Behörden, die die Auflösung des memelländischen Landtages beschlossen und die Reuwahlen selbst wiedev aufgehoben hätten, hätten hiermit nichts erreiche. Auch der neue Landtag werde nicht weniger? als der alte an dem Se l b st b e st i m m u n g s - recht des Memellandes sesthaltcn. Der deutsch-litauische Konflikt werde al o solange fortbauern, bis die Mächte eingriffen; und die Autonomie des Memellandes, welche die CBorbebingimg für die Anerkennung des litauischen Hoheitsr^fts über das seinerzeit durch Ueberraschung in Besitz genommene.Memel- gebiet sei, nun auch wirklich durch­führten.

Aanzöfischer Start zum Ozeanflug.

Hamburg, 1. Sept. (WB.) Die Wetter- Verhältnisse auf dem nördliche n atlan­tischen Ozean haben sich nach Mitteilung der deutschen Seewarte in Hamburg im Laufe des Tages keineswegs gebessert. Auf der ganzen für den Flug EuropaAmerika in Be­tracht kommenden Strecke zwischen Irland und Reufundland herrschen weiterhin ziemlich starke Gegenwinde gus westlichen Rich­tungen mit Stundengeschwindigkeiten von vielfach 50 Kilometern. Mit einer Aenderung des ungünstigen Flugwetters fei im Augenblick noch nicht zu rechnen.

DerBlaue Doge'" nach Amerika unterwegs.

Paris, 2. Sept. (W.T.B. Funkspruch.) Hm 6.32 Ahr vormittags ist das Farman-Flugzeug »Blauer Bogel" mit Givon und Corbu an Bord zum Ozeanflug auf dem Flugplatz Le Dourget gestartet. Rach einer nachts von der Agence Havas herausgegebenen Rachricht gedenken die Flieger zunächst nach Brest zu flie­gen und von dort aus den 4 8. Breitengrad zu erreichen, um bann Kurs auf Reufunb­la n b zu nehmen.

DerBlaue Vogel" hat ein Leergewicht von 4000 Kilogramm und ein Gewicht mit Belastung von 11500 Kilogramm. Er ist ein Farman-Dop- pcldecker mit zwei Motoren von je 500 Pferde- stärken. Der Apparat führt 9600 Liter Benzin unb hat bei einer Durch sch ittsgeschwindigkeit von 140 Kilometer einen Aktionsradius von 7000 Kilometer. Er kann sich 6 0 Stunden in er Luft halten. Jeder der beiden Flieger hat einen Fallschirm und Rettungsringe. An dem einen b .r Rettungsringe sind zwei Flaschen von je zwei Liter Ausmaß mit Lebensrnitteln befestigt, und an dem anderen Ring eine Leine, durch, die ein Rettungsboot aus Gummi herangeholt werden kann, das mit Hilfe einer Flasche mit komprimierter Luft aufgeblasen werden kann. Es ist bis jetzt nicht bekannt geworden, ob das Flugzeug Funkentelegraphie an Bord hat.

Noch keine Nachricht von den englischen Ozeanfliegern

Ottawa, 1. Sept. (11.50 Uhr nachts). (WTB.--Funkspruch.) Rach einer bei dem Luft- amt hier eingetroffenen nichtamtlichen Meldung soll das britische FlugzeugSt. R a p h a e I am ilfer des S t. L o r e n z st r o m e s 700 Mei­len ö st lichvonQuebec-Cith infolge B e n- zrn mangels gelandet sein. Bis heute Mittag lag bei keiner Funkstation eine Rachricht von dem FlugzeugSt. Raphael" vor.

O 11 a to a. 2. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Das 52 u f ta m t teilte in vorgerückter Rachtstunde mit, daß über eine Landung des britischen Flug­zeugesSt. R a p h a e l am Ufer des St. Lorenzstromes keine Bestätigung vorliege. Zwei amerikanische Ozeanflieger notgelandet.

Reuhork, 2. Sept. (WTB. Funkspruch.) Das FlugzeugRoyal Windsor", das cepem

in Windsor (Ontario) zu einem Fluge nach Windsor in England aufgestiegen war mußte in St. Johns (Quebec) niedergehen.

Der EindeckerSir John Carlin g, der gestern in London (Ontario) neuer- dmgs zum Fluge nach England ausge- stiegen war, ist in Caribou im Staate Maine gelandet.

Stolz von Detroit" noch in Konstantinopel.

Konstantinopel, 1. Sept. (WB.) Das FlugzeugStolz von Detroit" konnte, da um 2 Ähr nachmittags die Ermächttgung zur Ueberfliegung türkischen Gebietes noch nicht eingetroffen war und Aleppo vor Einbruch der Rächt nicht mehr hätte erreicht werden können, heute noch nicht wieder a u f ft e i g e n.

Noch keine Nachricht von Redfern.

Para, 1. Sept. (WTB. Funkspruch) Die Meldung, wonach der auf dem Fluge Rord- amerikaBrasilien verschollene Flieger Redfern bei Alemquer am Amazonenstrom in Brasilien notgelandet sei, bestätigt sich nicht. Der Gouverneur von Para hat die Be­hörden angewiesen, die Suche nach dem Flieger im Innern des Landes fortzusetzen.

Flug London - Australien.

Paris. 1. Sept. (WTB.) Heute nachmittag 4.40 Uhr ist auf dem Flugplatz L e Bourget der Leutnant Bentley, aus London kommend, ge­landet, der einen Flug nach Australien plant. Leutnant Bentley landete in Le Bourget lediglich zur Abwicklung der Zollformalitäten, da er kein Triptykon besaß. Er ist alsdann nach seiner heu­tigen Etappe Lyon weitergeflogen.

Luftverkehr Sevilla - Buenos Aires.

Madrid, 2. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die ZeitungEl Debats" bringt genaue An­gaben über die geplante Einrichtung einer Luft­verkehrslinie Sevilla Buenos Aires. Danach habe sich die argentinische Regierung bereit erklärt, auf ihre Kosten einen Flugplatz in Buenos Aires zu errichten. Die Luftverkehrslinie werde am 12. Oktober 1 92 8 gleichzeitig mit der Jbero-amerikanAschen Ausstellung in Sevilla und dem Jahrestag fr er Entdeckung Amerikas eingeweiht werden. Wahrscheinlich werde eine Zwischenlan­dung in R i o de Janeiro vorgesehen. Die Flugdauer zwischen den beiden Endstationen werde 70 Stunden betragen. Der Preis für jedes Flugzeug werde sich auf 30 Millionen Franken stellen und der Preis der äleberfahrt aus ungefähr 4 5000 Peseten. Der Apparat werde einschließlich der Besatzung 6 0 Perso­nen befördern können. Der Flug werde zunächst alle zwei Wochen erfolgen und später jede Woche, sobald in Spanien genügend Flugzeuge gebaut sein würden.