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5 Fortsetzung.

Nachdruck verboten

(Fortsetzung folgt)

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Sonntag vvrgenommenen Bürgermeister- Wahl erhielt Beigeordneter Kampf 690 Stim­men, der Ge^enkandrtat Albert Brücke l 317 Stimmen, ungültig waren 22 Stimmen. Landwirt Brücket hatte eine Erklärung abgegeben, daß er an der Stichwahl nicht teilnehmen wolle. Am Abend brachten die hiesigen Vereine unter Bor- antritt der Feuerwehrkapelle dem Reugewählten einen Fackelzug. die Bereine sangen einige Lieder.

gemeinde zugute kommen.

Lang-Göns, 1. August. Dei

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soll zur Hälfte dem Krüpp , Ramstadt, zur anderen Hälfte unserer

und den benachbarten Städtchen Ridda. Hun­gen, Schotten und Büdingen außerordentlich stark besucht war. Das Frantfurter Harmonie-Or­chester unter Leitung von Kapellmeister L i m - pert erntete für seine vorzüglichen Musil- vorträge großen Beifall. Abends hatte das auf der Parkwiese abgebrannte Feuerwerk noch­mals eine große Zahl Zuschauer hcrbeigeführt.

/ Eckartsborn, 1. Ang Durch einen tragischen Hnglü cksfall kam unser Lehrer Bechtold um5 Leben. Er wollte am Samstag nach seiner früheren Gemeinde Köddin­gen, wo seine Familie bereits weilte, um dort, wie es heißt, am Sonntag als Trauzeuge bei einer Hochzeit zu fungieren und im Anschluß daran seine Ferien dort zu verbringen. Auf seiner Fahrt von Hlrichstein nach Köddingen kam er aus bis jetzt noch nicht aufgeklärter Ursache mit seinem Fahrrad zu Fall und wurde in der Rächt zum Sonntag von den Insassen eines vorüberfahrenden Kraftwagens tot a u f g e f u n- d e n. Lehrer Bechtold stand während des ganzen Krieges, zuletzt als Offizier, im Felde, war lange Jahre in Köddingen als Lehrer tätig und seit F/i Jahren hier Rachfolger des nach Ortenberg versetzten Lehrers Carl. In beiden Gemeinden und weit darüber hinaus ist die Trauer um den mit 33 Jahren so jäh aus dem Leben geschiedenen tüchtigen Lehrer groß. Aufrichtige Teilnahme wird der Familie des 'Serftordnen allseits ent­gegengebracht. Die Bejsetzung findet auf Wunsch der Frau in ihrem Heimatdorf Oberlais statt.

Kreis Schotten.

L> Schotten, 1. August. Der altberühmte Schotter Sommer markt hat seine Anzie­hungskraft noch nicht verloren, das bewiesen der gestrige und heutige Markttag. Sehr viel Dieh kam per Bahn schon von Freitag ab hier an, die Ställe waren überfüllt. Am Sonntag, abends 8 Uhr, erfolgte nach historischem Brauch das sog. Antrommeln des Marktes. Rach Eintreffen der Spielleute und der Musik trat die Marktwache in ihrer bunten Bürgerwehruniform (Weiße Ho­sen, blaue Röcke mit roten Aufschlägen, Tschakos, Säbel, usw.) ins Gewehr. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wurde die Stadtfahne aus dem Rathaus gebracht. Rach dem Umzug durch die Stadt eröffnete Bürgermeister Menge! mit einer Ansprache und einem Hoch auf die Stadt den alten Markt. Reges Leben herrschte in den Straßen. Der Montagmarkt war sehr stark besucht. Aufgetrieben waren etwa 150 Pferde, 51 Fohlen, 250 Stück Großvieh, ebensoviel Jungvieh. Zahl­reiche Marktbuden stehen in den Straßen. Der Auszug der Marktwache wird heute gefilmt. Mor­gen und übermorgen folgt Schweine- und Krämer­markt. Das in vergangener Woche niederge­gangene Hagelwetter hat schweren Schaden in verschiedenen Gemeinden des Kreises verur­sacht. Don Seiten des Kreisamtes ist sofort eine Hilfsaktion eingeleitet worden. Der Schaden, der sich in manchen Gemeinden auf 100 Prozent be­läuft wird von einer sachverständigen Kommission abgefchätzt werden.

n. Herchenhain, 1. Aug. Durch eine Kommission, bestehend aus Kreisdrrektor Boeck- m a n n als Vertreter des Kreisamts Schotten, Baurat Mangold von dem Kulturbauamt in Gießen, Prof. Gg. Dender, Frankfurt a. M, wurde die Wasserversorgung des hier errichteten, stets sehr gut besuchten D. H. C.- Iugendheims einer eingehenden Prüfung unterzogen. Es wurde beschlossen, noch eine weiter südlich gelegene, sehr reichlich Wasser spendende Quelle dem Heime dienstbar zu machen und das Wasser durch einen Motor der bereits vorhandenen Leitung zuznfühven.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 1. Aug. Die Kraftpost Als- seid Zella Treysa fällt vom 1. August ab weg.

'!' Ober-Ohmen, l.Aug. Dieser Tage hielt Landwirtschafts-Direktor Trautmann vom Landwirtschaftsamt Grünberg hier einen sehr interessanten Lichtbildervortrag über Saatgutbeizung und - zubereitun g. An Hand einer großen Zahl von guten Licht- bildern erläuterte Direktor Trautmann die Bedeutung der Saatgutbeizung, die Sortenfrage, das Beizen des Getreides, insbesondere auch das neuere Verfahren mit Trockenbeizmitteln und die dazu notwendigen Apparate, die wichtigsten Pflanzenkrankheiten und dann die neuesten Saat- reinigungsanlagen. 3m Lichtbild wurde beson­ders die SaatreinigungsanlagePetkus" gezeigt,

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Pflüger mitgekommen war, ohne den es nahezu un­möglich war, eine öffentliche Vorstellung mit dem neuen Apparat und einer Bemannung von völlig unerfahrenen Heizern und Pflügern zu geben. Dann, wer weiß, in welch unpflügbarem Zustand sich der gerühmte Ausstellungspark befand, in dem das Ex­periment stattfinden sollte. Doch es war nicht mein erster rascher Entschluß. Frisch gewagt ist halb ge­wonnen, und die vierzehn Tage Wartens in der schwülen Lust des Mississippideltas hatten mich ein wenig ungeduldig und tatendurstig gemacht.

Haben Sie ein Wechselformular zur Hand?" 'fragte ich.

Major Owen reichte mir die Feder; das Papier lag bereits säuberlich ausgeschrieben auf des Gene­rals Schreibtisch, der es in wundersam wackligen, nach links fallenden Schriftzügen mit seiner noch vorhandenen Hand ausgefüUt hatte, während wir uns unterhielten. Ich unterzeichnete das Dokument, demzufolge die Herren John Fowler & Co. sich ver­pflichteten, vierzehn läge nach Sicht dem Ueber- bringer viertausendzweihundert Dollar in Gold aus­zuzahlen.

Der Major verabschiedete sich mit dem kleinen Zettel, um ihn zu versilbern. Es war keine Zeit zu verlieren. Ein Junge stand im äußeren Bureau mit der Nachricht, daß derWilde Westen" soeben am Fuß von der Tschapatillastraße anlege. Der Kapitän wolle wissen, was mit den fünfzig Maschinenkisten geschehen solle, die sofort ausgeladen werden müßten, da der Pflug als Deckladung verschifft fei.

Und damit hatte ich ja meinen Pflug und konnte die Neue Welt fünfzehn Zoll tief aufbrechen, wann und wo ich wollte!

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Geld und Erfahrung

Novelle von Max E y t h.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg,!. Aug. Das 65jährige Stiftungsfest der Freiw. Feuerwehr Friedberg, das in den Tagen von Samstag bis Montag hier stattfand, nahm, begünstigt durch herrliches Sommerwetter, einen glänzenden Ver­lauf. Die Stadt, hatte reichen Flaggenfchmuck ange­legt, die Besucherzahl zählte nach Tausenden. Am Samstagabend marschierte die aktive Fried­berger Wehr unter Dorantritt ihrer eigenen Musikkapelle nach der Seewiese, wo der Kom­mandant Carl Milius die Begrüßung sprach. Kreisdirektor Gebhardt brachte die Glück­wünsche und Grüße der hessischen Regierung und der Kreisverwaltung. Der Redner verlieh dann namens der Hess. Regierung das Ehrenabzeichen für 40jährige Dienstzeit an Philipp Engel und das für 25jährige Dienstzeit an acht weitere Mit­glieder der Wehr. 3m Ramen der Wehr ernennt er Jakob G r i p p und Adolf L o h f i n k zu Ehrenführern und überreichte entsprechende Di­plome. SeinGut Wehr" galt der Freiwilligeir Feuerwehr Friedberg. Ms Aeltester der Ge­ehrten dankte 3akob Gripp mit schlichten Wor­ten. Ein Konzert der Musikkapelle und die gut gelungene Beleuchtung des AbolfSturmes schlossen den offiziellen Teil des Abends ab. Am nächsten, Morgen erscholl schon früh der Weckruf durch Musik und Böllerschüsse. Auf dem Friedhof ehrten die Feuerwehrleute ihre gefallenen Ka-

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Herz unter den Rippen hat, wie alle. Nun haben wir dafür einen Dampfpflug und Sie! Und Sie Sie sind" er suchte offenbar nach einem schmei­chelhaften Ausdruck, doch was ihm einfiel, schien die­sem löblichen Streben kaum zu entsprechen, so kam schließlich nicht viel dabei herausSie sind ein vernünftiger Mensch, ein ganz vernünftiger Mensch! Wenn ich etwas für Sie tun kann, Mister Eyth, rechnen Sie auf mich und meinen Bruder, der in vierzehn Tagen zurückkommt. Sie müssen sich die Magnoliaplantage ansehen, wenn Sie Land sehsn wollen und Zucker. Haben Sie die hiesigen Zeitungs- rcdaktionen schon besucht?"

Nein. Wozu?"

Was? Sie haben die Redaktionen nicht besucht und einen Dampfpflug am Fuß der Tschapatula- straße? Sie sind wohl nicht bei Trost! das heißt verzeihen Sie Sie kennen dieses große Land noch zu wenig, lieber Freund. Das erste ist, allen Redakteuren von Neuorleans Ihre Aufwartung zu machen. Es ist weitaus billiger als jeder andre Weg. Ich werde Sie begleiten."

Sehr gütig, Herr Lawrence," versetzte ich, aber ich wollte vor allen Dingen nach meinen Kisten sehen und hauptsächlich auch nach meinem Monteur, der im .Wilden Westen' mitgekommen fein muß und sich nicht zu helfen weiß."

Das ist alles Nebensache", erklärte mein hitziger Freund.Die Redaktionen müssen Sie besuchen, ohne eine Minute zu verlieren. Ich werde Sie vorstellen. Und dann gehen wir zum Sekretär der Landwirt- schaftsgefellfchaft. Donnerwetter!" er blieb stehen; es schien ihm plötzlich etwas einzufallen ich glaube, ich habe Ihnen versprochen, daß die Gesellschaft morgen einen Preis von siebenhundert­fünfzig Dollar für den besten Dampfpflug ausfetzen wird. Wir müssen doch wohl eine Komiteesitzung abhalten."

Der Hickorystock setzte sich in Bewegung, Law­rence, flink /wie ein Wiesel, hinterher. Ich folgte fast willenlos: die kleine dicke Verkörperung eines Wirbelwindes riß mich mit. Ich mußte mich zum wenigsten vergewissern, ob es mit der Komiteesitzung Ernst werden würde, von deren doch noch sehr zwei­felhaften Beschlüssen meine nächsten Schritte ab* hingen.

meraden. Rektor Koch hielt die zu Herzen gehende Gedächtnisrede. Gegen elf Hhr nahm die Wehr mit Geräten Aufstellung in der Kaiser­str aße, und Kreisdirektor Gebhardt, Beige­ordneter W i n d e ck e r und Landesfeuerwehr­kommandant Ferd. Damm schritten die Front ab. Darauf wurde eine große Hebung vorgesiihrt, die in allen Teilen vorzüglich klappte. Am Rach­mittag bewegte sich ein imposanter Festzug durch die Stadt, an dem sich beinahe 30 Wehren aus der Hingebung, etwa 20 Friedberger Vereine, 10 Friedberger Verbindungen, vertreten durch ihre Chargen mit Banner, eine große Anzahl Festwagen u. a. beteiligten. Reun Musikkapellen sorgten für den nötigen Marschrhythmus. Auf der Festwiese hielt Bürgermeister Dr. S e h d die Festrede nach begrüßenden Worten des Kom­mandanten. Rach ihm überbrachte der Komman­dant der Dilbeler Feuerwehr noch deren Glück­wünsche und überreichte einen Fahnennagel. Der Sonntagabend war dem Tanz und dem Festtrubel gewidmet, der erst mit Sonnenaufgang ein Ende nahm. Am Montag hatten sich eine große Zahl Festgäste schon zum Frühschoppenkonzert einge­funden. Rachmittags ging ein Zug der Feuer­wehr durch die Straßen der Stadt zur Seewiese, wo ein Volksfest stattfand, bei dem hauptsächlich die Schuljugend mit Wurstschnappen usw. zu ihrem Rechte tarn. Am Abend fand das Fest durch ein großes Brillantscuerwerk feinen wür­digen Abschluß.

Lpd. Friedberg, 31. Juli. Im benachbarten Dorheim hat sich ein Schwalbenpaar im Schlafzimmer eines Milchhändlers eingeniftet und das Nest auf die elektrische Lampe gebaut. Die Tierchen beziehen schon seit Sohren dies seltene Quartier und sollen sehr zutraulich fein.

Bad-Rauheim, 1. Aug. Gestern nach­mittag gab das Hornqu artett von Pfarrer Kalbhenn und Söhne aus Großen-Buseck ein Konzert in der hiesigen Dankeskirche. Es war ein Gang durch das ganze Kirchenjahr im Liederwald der evangelischen Kirche. Haupt­sächlich kamen Kompositionen von 3oh. Seb. Bach zu Gehör. Pfarrer Knodt- Bad-Rau- heim sprach den kurzen ergänzenden Te?t zwi­schen den Säebern. Der Ertrag des Konzertes soll dem Krüppelheim in Rieder-Ramstadt zu- gewendet werden. 3n Anbetracht des wohl­tätigen Zweckes und der wirklich künstlerischen und seltenen Darbietung wäre ein besserer Be­such Wünschenswert gewesen.

WSR. Assenheim, l.Aug. Seit einigen Tagen werden an der Provinzial ^raße Assen­heimDornassen heim unter Leitung von Prof. Dr. Blecker, Friedberg, vom Geschichts- und Altertumsverein Friedberg Ausgrabungen zur Freilegung römischer Siedlungen vorgenom- men. Einzelne Fundamentmauern konnten bereits freigelegt werden.

Kreis Vüviugen.

L Nidda, 1. Aug. Infolge der sehr zahlreichen Neubauten, die in den beiden letzten Jahren hier errichtet worden sind, hat die Zahl der Haushaltungen unserer Stadt ganz erheblich zugenommen. Die Folge davon ist ein erhöhter Wasserverbrauch aus der städtischen Wasser­leitung. Um einem Wassermangel oorzuoeugen, läßt die Stadtverwaltung gegenwärtig eine Quelle in der Gemarkung Michelnau neu fassen und der Leitung zuführen. Die Unannehmlichkeit, daß mehrere Stun­den täglich wegen der Anschlußarbeiten das Wasser abgejteUt werden muß, nehmen die Hausfrauen in der Hoffnung hin, daß nun allen Haushaltungen der Stadt, auch denen, die ihrer erhöhten Sage wegen seither kein Wasser aus der Leitung zugeführt wer­den konnte, die bequeme Wasserversorgung durch die Wasserleitung geboten werden kann. Auch wird die Bahnverwaltung, die ein guter Abnehmer von Was­ser ist und seither täglich durchschnittlich 150 bis 160 Kubikmeter Wasser verbrauchte, für längere Zett ihren Bedarf aus der städtischen Leitung befriedigen können.

y. Bad Salzhausen, 1. Aug. Hnser Badeort hat jetzt Hochsaison. Alle Gasthöfe und Privatwohnungen sind von Kurgästen voll beseht. Dazu kommt täglich eine große Zahl Passanten, die durch den günstigen Bahn- und Autoverkehr hier bequem einen Tag verleben oder eine Badekur durchmachen können. Beson­ders großen Verkehr brachte bei herrlichem Wet­ter der gestrige Sonntag, an dem die Bade­verwaltung Sonderveranstaltungen abhalten lieh. Rachmittags und abends fand großes Militär­konzert statt, das von den Kurgästen und den Bewohnern der Hmgegend, aus der Wetterau

heim bis zur Landesgrenze macht sehr gute Fort­schritte. Von der Grenze anfangend, sind die Pflasterarbeiten bis einige hundert Meter über den Abendstern hinaus fertig gestellt. Die Straße wird neu profiliert, mit einer besonderen Maschine wird die alte Straßendecke aufgeriffen, dann wird die ganze Straße mit Schotter aufgefüllt, gewalzt und auf beiden Seiten mit einbetonierten Bord­steinen versehen. Zum Schluß folgt dann die Pflasterung mit Kleinpflaster. Leider wird das fast auf der gesamten Strecke liegende Gleis der Diebertalbahn nicht mit in die Pflasterung einbegriffen.

ck. Heuchelheim, 1. August. Beim Baden in der Lahn v er unglückte tödlich der 16jährige Obersekundaner Hans Müller von hier. Bei einem Sprung vom Ufer ins Wasser schlug er mit dem Kopf hart auf und zog sich dabei eine tiefe Wunde am Kopf zu. Da er nicht mehr hoch kam, sprangen einige beherzte junge Leute ihm nach und konnten den Verunglückten, der bewußtlos schon etwas abgetrieben war, ans Land bringen. Herbeigerufene Mitglieder des Arbeiter-Samariter-Bundes brachten ihm die erste Hilfe und trugen ihn nach Hause, von wo er mit dem Sanitätsauto nach Gießen in die Klinik gebracht wurde; hier ist der bedauernswerte junge Mensch, der sich bei dem unglücklichen Sprung auch eine Verletzung der Wirbelsäule zugezogen hatte, gestern v e r sto r b e n.

Leihgestern. 1. Aug. Gestern abend hatten wir in unsrer für solche Zwecke sehr ge­eigneten Kirche ein geistliches Konzert. Das Hornquartett von Pfarrer Kalbhenn und seinen Söhnen aus Grohen-Buseck lieh uns in einer ganzen Reihe von Chorälen, meist nach Sähen von 3oh. Seb. Bach, einen Gang durch das Kirchenjahr erleben. Die einzelnen Lieder und Liedgruppen wurden von dem Ortsgeistlichen durch kurze Schriftstellen miteinander verbunden. Auch der hiesige Kirchengesangverein trug mit zwei Liedern zur Bereicherung der musikalischen Darbietungen bei, während stud. theol. Rord aus Giehen mit zwei Stücken auf der Orgel den Anfang und den Schluß machte. 3n einer kurzen, warmherzigen Ansprache mahnte Pfarrer Kalbhenn die Gemeinde, die das geräumige Gotteshaus fast bis zum letzten Platz füllte, zu opferwilliger Liebe. Da alle Beteiligten ihr Bestes gaben, bedeutete der Abend für die Ge­meinde eine Stunde religiöser Weihe und Er-

Dle erste Großmacht unsrer Zeit.

Herr Lawrences Bruder nahm seinen Knoten­stock unter den Arm und rieb sich die Hände vor Vergnügen, als wir Longstteets Bureau verließen. Sehen Sie, das freut mich!" rief er noch unter der Türe.Seit sechs Monaten gebe ich mir alle erdenk­liche Mühe, den Bampfnigqer hierherzubekommen. Aber der Kerl will zuviel Geld und verlangt dazu noch Vorausbezahlung. Das geht nicht. Der Er­finder ist kein Südländer, darauf können Sie wet­ten, und wenn er zehnmal in Vicksburg geboren wäre. Ein kniffiger yanfee, ohne Zweifel, der kein

Natürlich, doch das ist einfach!" tröstete Long- ftreet.Ein Wechsel auf Ihre Freunde in London tegelt die Sache in drei Minuten."

Kapitän Owens rosiges Gesicht sah zu der sich leise öffnenden Türe herein:

SaniuSie Mister Lawrence sprechen, General? Der Bruver des Mister Lawrence von der Mag­noliaplantage. Es betrifft den Dampfplug."

Sicherlich!" rief ßongftreet fröhlich.Wie geht es Ihnen, Mister Lawrence?" Mister Lawrence stand nämlich schon mitten im Zimmer, den Hut auf dem Hinterkops, beide Hände auf dem Knotenstock, die stämmigen Beinchen ausgespreizt wie eine kleine Kopie des Kolosses von Rhodos, und lächelte uns der Reihe nach verständnisvoll an.

Wie geht es Ihnen, General?" rief er eifrig. Ich biß Mister Lawrences Bruder von Magnolia­plantage, Plagueminegrafschaft; Sie wißen, Ge­neral? Ein guter Südländer in der Zeit der Se­cession. Aber wir müssen mit den Wölfen heulen und schließlich auch bampfpflügen, wenn unsre farbigen Herren es wünschen. Uebrigens bin ich im Ausschuß der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana und habe Ihnen einen Vorschlag zu machen."

Was, sind Sie noch nicht bankrott?" fragte ßongftreet verwundert.

Die ßanbroirtfdjaftsgefeüfdjaft? Noch nicht, im Gegenteil! Wir haben bloß kern Geld. Aber hier die­ser Gentleman aus der Alten Welt hat mir eine Idee eingegeben, aus der sich etwas machen läßt. Wir haben unfern SlusfteUungspart vor der Stadt einen prächtigen Platz. Die Herren Omen kennen ihn- Rennbahn, Tribüne, alle«. Wir machen den nötigen Lärm, dafür lassen Sie mich sorgen. S)err Eyth läßt dort seinen Dampfpflug laufen, und die ganze Welt strömt zusammen, das Weltwunder anzustaunen. IkberaU hört man vom Dampfpflug; kein Mensch hat das Ding je gesehen. Das muß ziehen. Die Land- wictschaftsgesellschafi nimmt das Eintrittsgeld; Sie, General, Haven die Ehre, den Süden zum zweiten

die in ganz Deutschland bisher eine große Ver­breitung gefunden Hai. Die hiesige Genossenschaft trägt sich mit der Absicht, eine derartige Reini­gungsanlage zu beschaffen. Cs wäre dies sehr zu begrüßen, da gerade der Saatreinigung heute das größte Augenmerk geschenkt werden muh. wenn man die Erträge auf der Ackereinhett steigern will. Die anschließende Diskussion ge­staltete sich recht anregend und befaßte sich in der Hauptsache mit dem oben angeführten Thema. Die Versammlung war von landwirtschaftlicher Seite gut besucht. Der Direktor der hiesigen Genossenschaft, Landwirt O 11 e r b e i n, dankte Herrn Direktor T r a u t m a n n für seine über­aus lehrreichen und interessanten Ausführungen.

Kreis Lauterback.

WSN. Lauterbach, 30. Juli. Erst jetzt läßt sich annähernd der durch den Hagelschlaa am letzten Mittwoch angerichtete Schaden übersehen. Stark beschädigt wurden die Hafer-, Roggen- und Gerstefelder der Gemarkungen Dirlammen, Wallen- rod und Maar. Die größten Hagelkörner hatten einen Durchmesser von zwei Zentimeter. Der Scho­den beträgt stellenweise 60 Prozent und ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt.

$ Frischbvrn, 1. August. Die hiesige Leinenweberei, die wegen Zahlungsschwie­rigkeiten des Besitzers feit l1/, 3ahren still- gelegen hat, ist von einem Konsortium als G. m. b. H.-Hntemehmen erworben und wieder in Be­trieb gesetzt worden. Etwa 50 Arbeiter waren durch das Ruhen der Fabrikation beschäftigungs­los geworden und mußten zum großen Teil Cr- werbslosenunterstühung In Anspruch nehmen. Es ist Deshalb im 3nteresse des ganzen Ortes sehr zu begrüßen, daß das Geschäft, wenn auch vor­läufig nur in beschränktem Hmfange, wieder in ®ang gebracht worden ist. Den Feuerwehr­leuten Heinrich Günther, 3ohannes Walter und Leonhard Z i e g e n e i n wurde von dem Kreisfeuerwehrinspektor das staatliche Ehrenzeichen für 25jährige Dienst- zei t überreicht. Rach der Heberreichung fand eine gesellige Versammlung statt, bei der der Kreisfeuerwehrinspektor und der Bürgermeister K e u tz e r Ansprachen hielten unb Toaste auf die 3ubilare und die freiwillige Feuerwehr aus­brachten.

Starkenburg.

WSR. Reu-3senburg, 1. Aug. Am südlichen Ausgang von 3senburg ereignete sich gestern Rächt gegen 2 HTyr ein schwerer Mv- torradunfall, dem leider auch ein Men­schenleben zum Opfer fiel. Ein von Stuttgart kommendes Motorrad, das mit drei Personen beseht war, prallte auf der nach Darmstadt führenden Chaussee mit einem aus 3senburg kommenden Motorrad, auf dem als Mitfahrer ein Frankfurter Schupobeamter sah, zusammen. Der Schupobeamte war sofort tot, während der Fahrer unverletzt blieb. Die drei Personen des anderen Motorrades trugen mehr oder weniger schwere Verletzungen davon.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

K Lützellinden, 1. August. Don präch­tigem Wetter begünsttgt, fand hier gestern die 50iährige3ubelfeier des hiesigen Män­nergesangvereins statt. Am Vormittag ehrte der Verein das Gedächtnis der Toten am Kriegerdenkmal. Lehrer Grubeaud gedachte in einer kurzen Ansprache der Gefallenen, worauf der Vereinsvorsitzende Wilh. 3 ung im Ramen des Männergesangvereins einen Kranz nieder­legte. Die schlichte Feier wurde durch Gesangs­vorträge des Männergesangvereins unter Leitung von Musiklehrer Leib- Giehen würdig umrahmt. Rachmittags bewegte sich ein langer Festzug durch die fahnengeschmückten Ortsstraßen, woran zahl­reiche hiesige und auswärtige Vereine sich be­teiligten. Auf dem Festplah leitete eine Be­grüßungsansprache des Festpräsidenten Friedrich Andermann die Feier ein. Bürgermeister Schneider -Groß-Rechtenbach überbrachte dem feiernden Verein als Ehrengabe der preußischen Regierung die Staatsplakette und herzliche Glück­wünsche derselben und des Landrats Dr. Sar­torius. 3m Anschluß an die offizielle Feier trugen die Gastvereine Proben aus ihrem reichen Liederschatz vor, die den lebhaften Beifall des Publikums fanden.

sichtlich verlegendas heißt zum erstenmal, und Mister Eyth verkauft ungezählte Apparate an die panfees, die unsre Plantagen in Be itz genommen haben und nicht wissen, was sie jetzt weiter tun sollen."

Und die Kosten?" fragte ich nicht ganz ohne Be­denken, obgleich Lawrences Plan wie ein Lichtstrahl in das zweifelhafte Dunkel fiel, in dem ich bis jetzt gelebt hatte. Denn auch ich wußte kaum, wie ich weiterkommen sollte.Es kostet ein rundes Sümm­chen, Herr Lawrence, den großen Apparat, sagen wir, eine Woche lang auf Ihrem Ausstellungsplatz in Gang zu erhalten."

Ganz einfach!" sprudelte mein neuer Freund. Die Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana schreibt einen glänzenden Preis für den besten Dampfpflug ans. Sie erhalten den Preis, den wir aus den Eintrittsgeldern bezahlen. Was kostet der Rummel, wenn wir acht Tage arbeiten?"

,A$d) denke, ich sollte mindestens fünfhundert Dol­lar haben, um die Kosten zu decken," sagte ich, mit höchst unnötiger Gewissenhaftigkeit kopfrechnend.

Sagen wir siebenhundertfünfzig!" meinte Law­rence.Gut! Morgen schreibt unser Komitee einen Preis von siebenhunderifünfzig Dollar aus; dafür lassen Sie mich sorgen."

Sie können nichts Gescheiteres tun, als ja sagen, Herr Eyth", sagte ßongftreet, sichtlich erstaunt über mein Zaudern.Mister Lawrences Bruder ist ein praktischer Mann, das sieht man auf den ersten Blick. Ich gratuliere Ihnen, Herr Lawrence! Sie sind ein würdiges Ausschußmitglied unsrer großen Land­wirtschaftsgesellschaft von Louisiana!"

Wann kann die Prüfung losgehen, Mister Eyth?" fragte Lawrence, ohne des Generals Kom­plimente zu beachten, indem er feinen Hut noch wei­ter auf den Hinterkopf schob, der vor Eifer zu dampfen schien.

mar der rasche Pulsschlag des amerikani­schen Lebens, der uns langsame Europäer manchmal fast betäubt. Ich hatte, wie es schien, zehn Sekunden Zeit, mir alles zu überlegen. Der Pflug, in etlichen fünfzig gewaltigen Kisten, schwamm noch wohloer- packt und unverzollt auf dem Mississippi. Ich wußte nicht, ob der unentbehrliche Monteur und Dampf-