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tdngen Hot. was nvttvenDig Aber der Verstand ift eben d'. 1 nur ein Tcil de- Wesen- und durchaus nidj der letzten Endes au-lchlag» geben bc. Das Gefühl läßt sich nicht betrügen. Man schäm« sich Und haßt ob blekr Scham 'ich und die Seselli'chast Man suhlt sich ge- demütigt und r agiert auf die- Gefühl mit Der- achtung und Auflehnung gegen do- Bestehende und sew^rha. er und Schützer. Stunden, furcht- barer Mullosig.'cil folgen aus solche rreoitie- ^nden Aufbeochren«. Ist das Leben noch le- ocnecoett? Man erwägt ernsthaft, es wegzu- werte., ui.d fürchtet die leere ceit, die gähnen­den Stunden. Man schämt sich, trenn man q<hen muh, um stempeln zu lassen. Man schämt 'ich. wenn man die Unterstützung ausbezahtt ixtummt. Lachlässig wirb Ne in di-' Tasche gc- ftedt. .Die paar Groschen Dkl zu tr ntg ium Leben." Und doch- brennen fie aus der 5eelc. Freilich wird dicü alles dem ArbeilS- mdnne nicht voll bewußt. Er qm Inf tert seine P>,.ä e nicht. Er weist sic sehr gut, viel zu gut. mstinlt.o zu verbergen u. will tausendmal lieber roh erscheinet', als dast er zugibt, er leibe Daher dos oft so falsche Bild gewisser Ätclfe vom Proletarier vom Erwerbslosen ganz be- ionbers "

Oberhessen.

Landkreis Gictzen.

g Lollar I. März. Arn Sonntag fand unter dem Dorsitz des Dekan« Gust mann tm NXonflrmanDenfauIe zu Kirchberg eine Sitzung der Kirchenvorstände und der Qkrtretet unsere« Kirchspiels statt Der Dorsttzende be­richtete zunächst über Dat> Rechnungsjahr 1926. während dessen die Wiederherstellung unserer Kirche durchgeführt wurde: dazu mußte ein Dar­lehen von 20 000 Mk. ausgenommen werden. Weiter wurde der Voranschlag für 1927 beraten und genehmigt Don den kirchlichen Mitteilungen, die 6er Vorsitzende noch machte, ist die be- merten«toert. daß das Kirchtpiel tm vergangenen Jahre mit 148 Kindern die größte Zahl an Konfirmanden seit seinem Bestehen aufzuweisen hatte.

g. M a i nz l a r, 1/März. Am Sonntag fand im Müllerschcn Saale eine von der OriSvertre- tung anbcraumte Bürgerversammlung statt. Der Zweck war. die Stellungnahme bec OrtSbürger zur Frage des Verkaufs de» Hansisbrunnen» kennen zu lernen. Die Dassergcnossenschast Glückauf, zu der die Ge­meinden Lollar. Staufenberg und Mainzlar ge­hören. hatte schon wiederholt die Gemeinde­verwaltung ersucht, ihr den Brunnen, der zur Wasserversorgung mit hnange^ogen werden soll, zu verkaufen. Am Schluffe der Erörterungen, in denen verschiedentlich der Austritt aus der Genofsenfchast und Ausbau einer eigenen An­lage befürwortet wurde stellte sich die Vcr- fanunlung einstimmig auf den Standpunkt, erstens den Brunnen nicht zu verkaufen und zweitens unverzüglich durch die Behörde den Kostenaufwand durch Austritt und Ein­richtung eine- eigenen Pumpwerkes fest stellen zu lassen. Darauf soll in Kürze eine zweit? Versammlung zur weiteren Aussprache einberufen werden.

Lang-Göns. 1 März. Zur Verschöne­rung der Umgebung bei Kriegerdenk­mals 19 14/16 auf dem Kirchenplay wurde auf Veranlassung des Denkmalpfleger- Prof. Dalbe- Darmftadt der Baumbestand etwas ge­lichtet. Zwei Lindenbäume mußten diesem Zwecke geopfert werden. DaS Kriegerdenk­mal von 1 8 7 0/71 soll an die Südseite de« Kirchenplatzes verseht werden. -- Eine Besichti­gung durch Derlreler deS Kreisbauamtes hat ergeben, das; eine Verlegung des alten Drand- weihers nicht notwendig ist. ebenso soll bas in der Qlähe stehende alte Backhaus noch erhalten bleiben.

* Lieder-Bessingen. I März Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt die­ser Tage ihre bics.ährigc Generalver­sammlung unter der Leitung deS 1. Kom­mandanten Otto Brück ob. Aus den Berichten über daS verflossene Dereinsjahr war eine er- treuliche Entwickelung der Wehr zu entnehmen. Sem Lechner wurde nach befilebtgenbcr Rech- nungsablage Entlastung erteilt Im Anschluß an de» geschäftlichen Teil verlebte man einige Stunden in froher Geselligkeit.

Märtyrer der Liebe.

Roman von 2. Schneider-För ft l.

13 Fortsetzung. Nachdruck verboten

Die ist noch schlechter als ich", sagte sie und hielt ihre Hände weit von sich ab, daß sie nicht ihr tlelb streiften. Dann ging sie zu dein großen, in die Wand cingefiigten Marmorbecken. Uetz erst ivarmes, dann kaltes Wasser in ratchem Wechsel über ihre Finger rieseln, und frottierte sie kräftig mit einem gerauhten Handtuch. Während sie noch einmal in aller Ruhe ihr Spiegelbild betrachtete, drückte sic mechanisch aus einen der Knopfe, welche kaum sichtbar dem Tapelenmuster eingefügt waren.

di ne Seitentür öffnete sich geräuschlos.Gnä­dige Frau befehlen?"

.Ich wünsche auf der Terrasse zu frühstücken!"

..Es ist bereits gedeckt, gnädige Frau!"

Ein lässiges Nicken bedeutete, daß das Mädchen entlassen war.

Wenige Minuten später saß Nella in einem der beqv?men ttorbstühle unter dem großen Sonnen schiller der Terrasse, ließ sich von dem Diener ser ntjien und blätterte, während ihre weißen, schönen ^ahne ein Gebäck zermalmten, in dem Stoß von Modeheften. bic neben ihrem Gedeck lagen.

Mann. .Hinb und Erzieherin waren vergessen.

Ncnkell eilte inzwischen über die Brücke dem 'wchtvald zu. Annemarie konnte nicht schwer yi finden sein. Anmer Hascher! Zorn gegen die Frau, die feinem Kinde Mutter war. stieg in ihm auf. Jeder y)unD sorgte sich um feine Jungen, und jede Katze schleppe die ihren mit sich herum. Nur fein Weib überließ ihr eigen Fleisch und Blut Tag unö Nacht sorglos anderen Händen. ..Mutterliebe!" War denn alles das, was die Dichter über sie 'angen. eitel müßiges Gerede? Oder war nur feine Frau io ganz anders geartet als alle anderen

Während er den Wald durchstreifte und abwech­selnd Annemaries Namen der. beschäftigte er sich mit dem Problem des Seelenlebens seiner Frau.

Sie war schön! Gottvoll schön! Gewiß! Aber diese Schönheit beschränkte sich nur auf den Leib. Ihre Seele war kühl! Mehr als kühl! Sie war falt Es gab Stunden, in denen er sogar an ihrer Liebe zweifelte. Er hatte sich schon ju Jjunberten von

Ärcid Aric-bcrg

e. Butzbach. 1. März 7tc*i 9in|e|ta Dee m'lden Wetters hat bic Bautätigkeit in unserer Stadt bereits begonnen Die Dau 's» strafte. die als Parkftrast mit ihrer prächtigen Allee nach den. Stakt^arl m Ztpfenwa. ^ h n. ^ht und auch b>« dorthin bebaut ist. hat tn ihrem unteren Teil am Babndof noch eine breite Vüdc aufzuweifev ba die hier lregend^i Bauplätze wegen der Höhe ihres Preises td » 12 Mk. pro Quadratmeter' lei'her nicht gekauft We den konn­ten. Die Sto>t hat nun in kankcnswerter Weise zur llnletHünung der Bautätigkeit ihre beiden hier gelegenen Plätze von ca. 500 und 600 Quadratmeter zum Preis von 6 Mk. pro Quadratmeter abzugeben. Aus beit einen hat Frau Lehrer Arnold mir der Errichtung eines 'Zweifamilienhauses bereit« begonn.» auf dem banebenlicgenben erbaut die Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinlchaft Darmstadt dahier ihr erstes Wohnhaus mit Kinslofem Geld für Lehrer Bach. Zwei weitere hier liegenden Plätze wurden von hen Herren Schtndling und Assen stein von Pcioatpersonen zu rnnäbiflten Preisen er­worben. So dürfte auch bald diese Lüüe der TaunuSstraße ausgefüllt fein. In der Romer» strafte errietet gegenwärtig ein Beamter der Zellen straf anstatt ein Privamau« Große« 3 nlcr» esse erregt auch ein recht nette« und geräumiges Einsamilienhaus. das Bauunternehmer Rhein« b a t) für den Eck ähnlicher Artz von Lang Dön« in hiesiger Stadt für len Preis von 7500 Mk. schlü'felfettig errichtet.

!I Gambach. 1. TUurz. Sonntag nachmit­tag veranstaltet? der hiesige Arbeiter-Defang- vercinE d e l w e i ft' unter der Leitung fei­nes Ehormeister« ®g. Schneid müller- Grohen-Lindeu im Saale der Gastwirtschaft Mohr ein Konzert. Da« gut besucht war. Der erste Teil umfaßte mehr den ttunftgelang, wäh­rend im atoükn Teil mehr die Äolksl.eder zu Gehör gebrad. t wurden. Die Ehorc legten Zeug­nis ab von Dem unermüdlichcn Eifer und Der Hingabe sowohl Der Sänger als auch deS Diri­genten, von Der vorzüglichen Auffassung und Schulung DeS Vereins, und zeigten, daft Der Verein mit seinen Leistungen auf einer recht beachtlichen Höhe stehl. Der Arbeilergesangvrr- ein .Eintracht" Rödgen war erschienen und erfreute die Zuhörer durch vier ebenfalls gut t>orr,elragcnc Thore. Am Abend fand bann Tanz statt. Die Pausen waren auSg.'fültt durch Den Vortrag einiger Männerchöre. Der hiesige Ge­sangverein .Harmonie" war hierzu erschie­nen und erfreute ebenfalls durch Den Vortrag einiger Lieder Die Veranstaltung war für Den Verein ein voller Erfolg.

Nrcis^Züvingen.

Ober-Widdersheim, 1. März. Die hiesige Volksschule veranstaltete am Sonn­tagabend ihren diesjährigen ersten Eltern­abend, Der au- allen Kreisen Der Einwohner­schaft sehr zahlreich besucht war. Die Vorträge und Gesänge der Kinder, sowie Die Ausführung des Spiels .Lienhard unD GertruD" von Pesta­lozzi 'aaden allgemein besten Anllang. Lehrer Danz hob in einer Ansprache die Bedeutung solcher Schulfeiern als Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus treffend hervor und würdigte in diesem Zusammenhang Die Persönlichkeit und das Wirken Pestalozzis. Der Abend hinterlieft allgemein Den besten Eindruck.

Kreis Schotten.

wg. GeDern, 1. März. Der hiesige Zweig- verein Des Evangelischen BunDes veran- ftallelc am Sonntag den zweiten DieStöinterlichen Gemeinde-Familienal>enD, in Deficn Mittelpunkt ein heimatgeschichtlicher Vortrag des bekann­ten Heimatforschers Lehrers Sauer aus Ober- Lais stand. Der Redner sprach zunächst über Eifen- und Gisenbergbau früherer Jahrhunderte im Riddertal unD im Vogelsberg und entwarf Dabei ein sehr anschauliches Vtld vom Betrieb in Den alten WalDschrnleDen, in Den allen Eisen­hütten von Hirzenhain, Gedern. Mittel-Seemen. Rieder-Atddem usw. 3m zweiten Teil seines Vortrages beschäftigte er sich mit Der Kultur­geschichte unsrer Heimat, wobei eingehend ge­würdigt wurden Landwirtschast, Handwerk und auch Die weltlichen Feste und Festbräuche in alten Zeiten. Hieran schloß sich eine Lichtbild­vorführung der Hirzenhainer OseninDustrie von ihren ersten Anfängen bis auf Die Neuzeit: großes Interesse erregten hierbei Die BilDer Der alten, auf großer künstlerischer Höhe stehen-

Dlalen gefragt, wechalb sie ihn überhaupt geheiratet hatte. Des Geldes wegen - Nein! Sie brachte ihm mehr in die Ehe, als ihm wünschens­wert gewesen war. Weshalb Dann? Einem kurzen Naufch des Augenblicks folgend? Er war immer­hin ein Mann, mit dem sich ein Weib sehen lassen konnte. Und er war Junggeselle gewesen und hatte keine tolle Jugend hinter sich gehabt. Mil all seiner unoerbrau(t)tcn straft gab er sich ihr zum Gesck)enk. Vielleicht, grübelte er weiter, hatte sie überhaupt nichts mehr an Gefühl zu vergeben. Denn wenn sie warmherzig wäre, würde sich Das doch in erster Linie in ihrem Verkehr nut Dem ftinbe zeigen. Aber sie verhielt sich Annemarie gegenüber genau so ver­schlossen und liebekarg wie gegen ihn. UnD 2inm mariemaric war Doch ein entzückende?, treuherziges Dingelchen, Das sich jedem ins Her; schmeichelte

Er formte beide Hände zu einer Höhlung an Den Mund.

Annemarie!"

Anne--marie! lachte das Echo zurück.

Sie würde wohl wie narrisch gelaufen fein. wa> müde geworden und lag nun in Farn und Moos und schlief einen friedlichen, sorglosen stinderschlas roäbrenb er hier nicht c and sich Die stehle heiser riet. Wenn er wußte, welche Richtung sie genommen hatte. Der Hochwald dehnte sich hüben wie drüben in endloser Weite. Gut, daß es Tag war. Bei Nacht öäre ihr Wegbleiben mcht auszudenken.

Er flieg eine Weile bergauf und wandte sich bann seitwärts, von woher Da sGeläut Der Herder, glotfen kam. Der sonnverbrannte Junge, welcher die Geißen und Kühe samt den mächtig behornten Lch- enbetreuk, hatte nichts von Dem kleinen Hütten iräuletn gesehen. Möglich, daß sie im Forsthausc Die kleinen Rehe ankben hat wollen, meinte er unoer- ichüchtert treuherzig. '.Renfeil 'chenkte ihm einen Geldschein und fuhr freundlich über des Jungen wildes, weißblondes Haar. Das war noch mehr wen als Geld. Das hatte Der Hünenkönig sicher noch feinem anderen getan.

3m Forsthaufe traf Renfell versperrte Türen. Annemarie hatte ajio auch keinen Einlaß befommen. Er kam sich mit einem Male fast lächerlich Nein vor in feiner Sorge um sie. Annemarie, 'ein großes, kluges Kind, war wohl schon längst wieder yi Hache und wartet- in irgenDcinem Dinkel im Haus ober

Den Ofenplatten mit ihren wunderbaren Dar­stellungen au* Der bibit*<fcen Gefcknwtc owie

ktnen oft r?n tveffUche.n Humor gemürven Aus- Rührungen. die er auf Grund ununDlilwrtu-

hohes D» cd »en st erworben und hat ein wertvolle» Stück He'.i'.atgcsch.as'.e (ebcnDig gemacht. Der Ottegeift li4>t cl» Dorlitzender te» vttxig- vereit s gab Dem mit (einen Danke Worten im Hamen der zahlreichen Zuhörer Ausdruck unD fpraä) noch kurz über den Heimatgedanlen für Berfchsnerung ves Abend«, der wobt allen in fielet .juier Erinnerung bleiben Dürfte, trugen noch ic Liedvortrüge des Kirchengesang, verein«, fowie Dee Kinde rchor« unter Leitung des Lehrers Häufel, der sich mit feinen lugendlichen Sängern in dankenswerter Weife wie immer, zur Verfügung gestellt hatte.

KreiS Alsfeld.

L Ober-Ohmen. 1. Mürz. Am Sonntag feierte Der hiesige Arteg erberein im Krebs- Ichen Saale fein SOjähriges Bestehen. Der Prüfident Wilhelm L t e h r begrüßte Die An­wesenden und schilderte kurz die Entwicklung De« Vereins. Don den GrünDern leben noch zwei. Johanne« ©triller und Lehrer Dirlam. Der jetzt in Aleder-Efchbach wohnt. Johannes Str i t- t e r ist Der einzige Veteran in unterem Orte, der noch am Leben ist Er wurde bei LaiUach 1366 durch einen Beinschuft schwer verwundet, so daft das Bein steif blieb. 3m vorigen Jahre stürzte der 83jährige Dreis von einem beladenen Wagen und zog sich schwere Verletzungen zu. Er lieft sich- aber nicht nehmen, auf zwei Krücken ge­stützt. zum Jubelfeste seines Verein« u erscheinen. Mtt ehrenden Worten überreichte ihm Der Be­zirksvorsitzende. Lehrer Aoth - Drünberg. der zugleich die Glückwünsche deS Bezirks und De« Präsidiums Der Hasiia überbrachte, dem alten Herrn die Ehrenurkunde. Dem Vereine über­reichte er ebenfalls eine Urkunde und einen silbernen Fahnennagel. Für langjährige treue Mitgliedschaft wurden I. Li ehr und 3. Ruhl (40 Jahre) und zahlreiche Kameraden. die253ahre dem Vereine angehören, ausgezeichnet. Der Ge­sangverein ,Germania" verschönte Die würDige Feier durch stiinmungsvolle Ehöre. Hieran schloß sich ein LichtbilDervortrag des altbewährten VolkSblldungsmanncS Lehrers L ch in o l l - ClpenroD über Napoleon I Drest­liche kolorierte Bilder, begleitet durch ebenso treff­liche Worte, führten Den gespannt lauschenDen Zuhörern Den Werdegang, Die Glanzzeit und den Fall des korsischen Eroberers klar vor Augen. Reicher Beifall lohnte den Redner.

V Grebenau, 1. Marz. Der Postschaffner Weift von hier wurde unter Der Anschuldigung, in einer ganzen Reihe von Fällen Gelder, die ihm zur Einlieserung beim Postamt übergeben worden waren, unterschlagen zu haben, auf Veranlassung seiner vorgesetzten Be Hörde verhaftet. Weiß befindet sich gegenwärtig in Alsfeld in Untersuchungshaft, lieber Die Höhe der Un te r f ch l a gun gen kann zur Stunde noch nichts milgetcilt werden, da die Unterfuchung noch int Gange ist.

V Grebenau, 1. März. Die diesjährigen Hol^verkäufe im Bereich unseres Forstamtes brachten bisher für Dau- und Nutzholz ganz bedeutende Steigerungen der Preif e. Während die vorjährigen Verkäufe etwa 80 v. H der staatlichen Grundpreise erbrachten, wurden bereits beim ersten diesjährigen Verkauf schon 130 Prozent erzielt. 3n der jüngsten Versteigerung, Die von Händlern, Handwerkern und 'Äulustigen sehr stark besucht War, stiegen die Holzpreise bis zu 300 Prozent Der staatlichen GrunDpreise, waS fast eine Vervierfachung Der vorjährigen Preise be- Deutet. Der größte Teil Der Hölzer tourDe von HänDlern erworben. Mancher Vaulustige Dürfte unter Diesen UmstänDen Die VerWirllichung seiner Pläne mit Sorge betrachten.

Ruppertenrod. 1. März. Der hie­sige Gesangverein veranstaltete am Sonn­tag sein Diesjähriges Wintervergnügen, verbunden mit theatralischen Darbietungen und Tanz. Die Feier wurde von einigen schönen, gut vorgetrogenen Liedern des Vereins um­rahmt.

Starkenburg.

Darmstadt. 1. März. 3n der Nähe bei Vruchmühle bei Pfungstadt wurde die

Leiche eines neugeborenen Kinde« aus Dem Dassler gezogen. Die Leiche

. cm Wochen von dem Be­sitzer Der Mühle gesehen worben, wurde aber, ehe er He t ergen konnte wieder abgetrieben.

Preußen.

Nrcls Wctzlar.

H # b b c r g. 1. Marz. Tie im Lil nach Xrofborf hin belegenen Kreuzwiesen ver- sumplen von Jahr zu Jahr mehr, weil ber Durchlaß unter der Strafte unD Die angrenzende Stauanlage zu hoch liegen, ßejicre ist gclcgcntlid) Der Zusammenlegung In Kroidors angelegt worben, wobei auf die ober­halb liegende i Wiesen Der Gemeinde Vetzberg -u wemg Rücksicht genommen worden ist. Der C'emeinDerat bat deshalb beschlossen, ein Ver- besscrungSprojelt durch das KreiSbauamt aufttellen zu lallen, damit ksie UeU'lftänbe be­seitigt Werben lönnen

Wißmar, l.Marz. Dte hiesige Gemeinde bai im vorigen Jahr einen Teil be« sogenannten Schacht« au« Dem die Eisenvahnverwattung seinerzeit den Boden für Die Anschüttung Der Bahn nach Lollar gewonnen hat, angemietet, um

Ss . : i ü n für Die Jugend nutzbar zu machen. Die Herrichtung- der Fläche zum Sportplatz sollte ursprünglich den Vereinen im Eigenhandbau überlassen bleiben. E« hat sich aber herau-gestelll. daß dies au« mannigfachen Grün­den nicht gut durchführbar ist. Der Gemeinderat hat fich deshalb In seiner jüngsten Sitzung noch­mals nut der Herrichtung des Platzes befahl. Das Ergebnis der Verhandlungeii war, daft der Platz nunmehr von der Gemeinde im Wege bet produktiven ErwerbSlofenfürforge hergerichtet werden soll LorauSsetzung dafür ist aber, daft eine SlaolSbeihilfe auS dem float« lichen IugendpfiegesondS von 2000 Mk., ein Zu- schuft aus der Erwerbslosenfürsorge von 1000 Mk. und ein Beitrag der Vereine von 500 Mk zu« Verfügung gestellt ©erben, so bah bie Gen.einbs selbst noch 500 Mk. beizusieuern hat. Mit bieset Maßgabe ist der Beschluß vom Gemeinderat einstimmig gefaßt. Nachdem im vorigen 3ahre bie Straßen im SiedlungSgelänbe auSgebaut wor­den sind, soll tn diesem 3ahre ber Ausbau Der 3ad?(trabe vorgesehen werben. Zugleich sollen in bcin Haushaltsplan für 1927 bie Kosten für ein Kanalifationsprojekt Aufnahme finben. Die Kanalifation ist auf bie Dauer un­umgänglich iwttoenbia. Währenb vor ber Ein­richtung unserer Wasserleitung daS Grunbwasser durch Pumpen aus dem Boden gezogen unb verbraucht wurde, hat die Wasserleitung Öen Nachteil gebracht, dah viele Keller seucht ge­worden sind, so dah daS Drwobnen mancher Häuser unangenehm geworden ist. Durch eine all­mähliche Durchführung Der Kanalisation wctDen Diese UebelstanD.» verschwinden. Der Stein« bruch am TeufelSberg ist von ber Ge­meinde an den Unternehmer Hermann L a u z verpachtet Worden. Die Geineinde hat sich in dem Pachtverträge die Rechte zur Entnahme von St rahenbaumaterial Vorbehalten, auch ist in Dem Vertrage vorgesehen, Dah Den Daillustigen Die "Bruchsteine zum Selbstkostenpreise überlassen Wer­den müssen. Seit einigen Wochen herrscht dis Grippe in unserem ürt. Sie hat so große Ausdehnung angenommen, dah kaum eine Fa­milie verschont bleibt. 3n manchen Familien liegen alle Glieder krank darnieder, so dah dis Aerzle alle Hände voll zu tun haben, zumal böse Komplikationen, tote Lungenentzündung. Kopf­grippe ufto., damit verbunden sind. Ss sind bereits zwei Opfer zu beklagen. Leider fehlt eS in unserer Gemeinde an einer Krcmkenpsle- gerin, die den Familien beistehen könnte. Da dieser Zustand unhaltbar geworden ist, hat bie Gemeindevertretung beschlossen, mit einer Schwe- sternorganisation Wegen Einrichtung und Unter­haltung einer S ch W e st e r n st a t i o n in Wiß­mar zu verhandeln und dis Zur Einrichtung der­selben eine Hilfspflegerin au« der eigenen Ge­meinde zu gewinnen.

i Broßrechtenbach, 1. März. Bei ber hier stattgehabten gemeinschaftlichen Nutzholzver- steigerung der Gemeinden Weideichausen, Volpertshausen, Vollnkirchen, Reiskirchen,Münch­holzhausen, Hörnsheim, Klein-Rechtenbach. Groh- Rechtenbach und Lützellinden wurden folgende Preise erzielte Eichenstämme 2.Kl. 20 Mk., 3. Kl. 30 Mk.. 4. Kl. 50 Mk., 5. Kl. 100 Mk.. 6 Klasse 120 Mk., 7. Kl. 125 Mk.: Fichtenstämme Is-Kl.

^ark, bi» sie seine Stimme härte, ivelche sie aller Furcht vor etwaiger Strafe überhob.

kleine, süße Annemarie!

Er fent« in großen Sprüngen Den Waldrücken herab. Steine unb Erdreich polterten ihm nach. '/Ils er jedoch ganz atemlos die Terrasse betrat, sagte Ihm der Diener, daß die Kleine nach nicht zurückgekehrt sei. Nellas Sorge war gleich Null. Sie schalt nur ärgerlich über Die Dummen Streiche der Tochter. Wahrscheinlich kam fie wieder mit zerrissenen Sachen und einem Kleid voll von Heidelbceren unb Harz- slecken.

..Wenn du sie nicht io maßlos verwöhntest, käme derlei nidjt vor!" sagte sie mit rücksichtslosem Borwurf.

Nenkell biß nervös die Zähne in die Lippen. Zank ©ar ihm etwas Verhaßte«. Aber er konnte sich nicht völlig beherrschen.

Eine zärtliche Mutter bist du gerade nicht!" sagte er kühl und griff, ohne bas zweite Gedeck neben Nellas Plag zu beachten, nach seinem Hut, um nach der Fabrit zu gehen.

Gott, ich tonn» nur eben nicht so zeigen'. Im Grunde genommen wäre dos Gsiühlsverichiven- bung, wenn ich mich iorgic! Was sollte ihr denn fehlen - Wöl'e gibt es keine! Ertrinken kann sie auch nichl, denn der Fluß ist so seicht, daß ein Drei­jähriges Darin babe.i kann! Was ereiferst du dich alfo?"

Ich möchte dich trotzdem bitten, rmr Nachricht ins Bureau zu schicken, wenn sie innerhalb einer Stunde nicht jurürftommt."

Sie nickte zerstreut unb machte in einem der Hefte breite Eckränder.

..Dies Schneiderkieid aus blauem Tuch könntest du mir schenken", jagte sie, ganz in den Anblick des Farbenbildes versunken.

Du denkst an dein Schneiderileid und ich an dein Kind!" gab er gereizt zurück.

Gut, daß e» nicht das Deine ist," ©ari fie da­wider und sah einen Augenblick mit einem spotten­den Lächeln zu ihm auf.Du wärst fähig, mich zu schlagen, wenn ich es .ließt fräße vor Liebe und Zärtlichkeit. Uebrigens," fie blätterte gelangweilt ein weiteres Heft durch,möchte ich dir sagen, daß ich es an der Zeit finde Annemarie in eine Pension zu geben. Hier verbauert fie."

Verbauert sie!" rief er ärgerlich.Nimm dich besTtinbes an und lasse es nicht immer In frember Leute Händen. Neulich habe ich sie drüben in Den Einbindstuben aiisgelefen, zwischen all dem schwat­zenden und tratschendeiii Weibervolk. Daß sie da feine Salongefprädje zu hören bekommt, liegt auf der Hand. Und Drunten am Flusse haben die Jun­gens, wie sie Gott geschaffen hat. Das Fräulein ist ja immer weiß Gott wo! Ich hab' der Annemarie gesagt, daß es sich nicht schickt, da «tzusehen. Das wäre eigentlich deine Ausgabe gewesen, du bist die Mutter.

Ich weiß nichts anzufangen mit Kindern." Sie gähnte.Ich langweile mich schrecklich in ihrer Ge­sellschaft."

Annemarie ist keines von den Kinder», das langweilt."

Sie macht mich nervös mit ihren vielen Fragen. Ich weiß oft mit dem besten Willen nichts darauf zu antworten/

..Iedt5, auch das geistig ärmste Weib aus dem Volt weiß seinem Kinde etwas zu faßen!"

Ich verbitte mir den Schulmelftertonf" fuhr sie auf.Annemarie Ift meine Tochter die meine!"

Und bie meine!" Unterbrich mich nicht, bitte. Ich habe fie adoptiert. Also habe ich Dalerrechte, und ich werbe sie ausüben. Darauf kannst du dich verlasien! kaufe dir meinetwegen zehn Schneider- kletder, in Grün, Blau unb Modefarben. Wie bu willst. Aber das Kind bleibt hier! Guten Morgen!"

Die Tür schlug krachend ins Schloß.

Nella zuckte nervös zusammen. Eine Flegelei war das! Unerhört und unb pöbelhaft.

Nun erst recht. Das Kind mußte fort Gestern batte die Erzieherin fie belauscht, morgen würde Annemarie vielleicht Da» gleiche tun. Wenn man wußte, daß Spione im Haufe saßen, tat man gut Daran, sie rechtzeitig aus dem Wege zu räumen. In einer Pension war die Kleine vorzüglich aufgehoben, und man brauchte nicht Lehrerinnen ins Haus zu nehmen, bie Augen und Ohren überall offen hielten.

Durch den Park hallte ein heller Nuf.

Datl--Valerie!"

Nackte, bomyrrfflem Ktnberftiße hetzten über den Nasen.

Vaterle!"

(Fortsetzung folgt.)