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Nr. 51 Erster Blatt

177. Jahrgang

Mittwoch, 2. März 1927

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Siebener Famüiendlätter Hetmat im Bild Die Scholle

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GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

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Chefredakteur

Dr Fnedr Wich Lang«. Cerantroorilid) für Politik Dr Fr Wich Lange, für Feuilleton Dr H.IHynot; für den übrigen Teil Ernst Slurnkhein; für den An« zeigenteil i.Sertr ß Beck, fämtlid) in ®ie(;en

Die Verhaftung der Pfälzer Gendarmen. Ein Lchritt des NeichstommissarS. Mannheim, l.März. (ZIL) Gegen die von der französischen Besatzung verhafteten deut­schen Gendarmen Ullrich und Grosser hat die sranzosischc Staatsanwaltschaft die Dor­untersuchung eingeleitet. Den deutschen Gen­darmen wird im Sinne der zu erwartenden An­klage weniger die Verhinderung deS Transportes von angewordenen Zremdenlegionaren zum Vor­wurf gemacht als die angebliche Beleidi­gung des französischen Dolmetschers Tond. der in Zivil den Transport führte. Tand war von den deutschen Genoarmen aus dem Zuge herauSgesetzt worden, weil er sich weigerte, seine Ausweispapiere zu zeigen.

Der R e i ch S k o m m i s s a r für die besetzten Gebiete hat Schritte unternommen, um zunächst einmal die Hastentlassung der deutschen Gendarmen zu erwirken. Da die französische Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die deutschen Gendarmen nur damit rechtfertigen kann, daß sie den Dolmetscher Tond als Angehöri­gen der Desayungsarmee bezeichnet, so bestätigt sie damit, daß ein Anhöriger der De- satzunasarmee unter deren Schutz ossi- ziellim Dien st e der Anwerbung von Deutschen für die Fremdenlegion steht. Gin derartiger Zustaird Ist aber mit dem internationalen Recht keineswegs vereinbar. Der Zwischenfall wirft daher eine Frage von grund­sätzlicher 'Bedeutung auf, die in einem Prozeß, dessen Opfer zwei schutzlose Deutsche sind, nicht auSgetrogen werden darf.

Der deulfch-polnrfche Konflikt.

Berlin, 1. März. Wie die Blätter erfahren, haben die augenblicklichen Besprechungen in der deutsch-polnischen Frage den Zweck, einen Weg zu finden, aus dem eS möglich ist, die Handels- vertragSt^erhandlungen wieder aufzuneh- men. Die Unterbrechung erfolgte bekanntlich wegen der Ausweisungspraxis der pot- nifchen Behörden , Die aus dem überspitzten polnischen StaatSgcfühl zu erklären ifL Außerdem besteht auf feiten der Polen nach den bisherigen Erfahrungen die Tendenz, alle Prozeßmöglicl)- keiten vor dem Haager oder dem Locarno-Schieds­gericht zu vermeiden. Die bisherigen Be­sprechungen haben nun zu einem Einverständnis darüber geführt, daß ein Verfahren gesucht wer­den soll, das die polnische Souveränität intakt läßt, aber d?ch HU einet Aufhebung der bis­herigen Praxis der Wojwodschaften führt. Die Formel eines solchen Hcbcreinkvminens ist noch nicht gefunhau Sie ist nach Ansicht der Blätter auch außerordentlich schwierig. Man rechnet aber Damit, bah die Verhandlungen, die nach der sicher zu erwartenden Genfer Zusammenkunft zwischen dem ReichSaußcnrninister Dr. ©trete- mann und dem polnischen Außenminister Za- l e s k i stattfinden werden, zu einer Einigung füh­ren können. Wenn damit die Voraussetzungen dafür gegeben sind, das) keine neuen Störungen eintreten, dürsten die Handelsvertragsverhand- lunaen wieder ausgenommen werden. 3in übrigen unterstreichen die Blätter gegenüber den polmschen Versuchen die vier Ausweisungen, die zu der älnterdrechung der HandelSvertragsvcr- yandlungen führten, zu verkleinern, das) es sich entgegen der polnischen Darstellung doch um leitende Beamte handelt. Sie würden zum mindesten unter die Kategorie von Personen fal­len, die nicht ausgewiesen werden dürfen, wenn die Vereinbarungen zugrunde gelegt werden, die vor der Unterbrechung der Handelsvertragsver­handlungen bereits getroffen waren.

Polen und Rußland.

Tcr Vorschlag eines Garanticpatts.

M o S k a u . 2. März. ($11.) Anläßlich seines Besuches in Leningrad erklärte der polnische Gesandte in Moskau, Patek, Pressevertretern gegenüber, daß die Art. in der die russische und polnische Presse über die Ereignisse in ihrem Rachbarlande berichteten, keine gute Hilfe für eine gegenseitige Verständigung der beiden Läitder leiste. Die Methode der Drohungen sei nicht dazu angetan, ein harmonisches Rachbarverhält- niS herbeizuführen. Wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit sei für beide Länder gleich notwendig. Die Frage eines Garantiepaktes zwischen den beiden Län­dern stehe auf der Tagesordnung sowohl der polnisckren wie auch der russischen Diplomatie und daS ki ein einfacher und selbstverständlicher Akt. der keine Schwierigkeiten bereite. Die in Dieter Hinsicht entstandenen Verwicklungen seien ledig­lich technischer Ratur. Polen und Rußland seien Aachbarn, die eine große Grenzlinie hätten und gutnachbarlich zusammenleben mühten. Die Oftoeftija bemerkt zu den Erklärungen Pateks. dah eine wirtschaftliche und kulturelle Zusammen- arbeit der beiden Lander nur denkbar sei. wenn auch das politische Verhältnis ge­klärt sei. Rußland habe den ersten Schritt dazu getan, indem Tschitscherin anläßlich seines Be­suches in Warschau im 3ahre 1925 den Abschluß eines Paktes vorgcschlagen habe. Auch später habe die Sowjetunion dielen Versuch wiederholt. So habe die Sowjetregierung im August 1926 der polnischen Regierung den Abschluh eines Garantiepaktes erneut vorgefchlagen. Sollte es Patek mit seinen Ausführungen ernst meinen,

Frankreichs Kriegsorganifation.

Die Antwort auf den amerikanischen Abrüftnngsvor.ch ag: Ausbau des Festungsgürtels an der Ostgrenze. Das Volk in Waffen.

Der französische Kriegsminister Painlevs ist im bürgerlichen Leben Hochschulprofessor von Ruf und Rang. Auherdem linkspolitisch ein­gestellt. Pazifist natürlich, als welcher er den anderen Völkern auf pazifistischen Tagungen die Rotwendigkeit deS Friedens und der Abrüstung einzuhämmem sucht. Rur mit Frankreich macht Painlevö eine Ausnahme. Riemand hätte eindringlicher das Gebot für Frankreich, die gesamte Ration zu mobilisieren, dar­legen und beschwören können. Painlevv hat einem Austräger des »Petit Parisien" mitgcieilt. was Frankreich tun müsse, um seinem leidenschaft­lichen Friedenswillen Ausdruck zu geben, gleich- zellig aber auch alles zu tun, um die Siä^rheit Frankreichs durch einen Festungsgürtel zu ge­währleisten. hinter dem alle Franzosen zur Ver­teidigung bercitstehen. 'Der französische Krieas- minifler kennt die Geschichte Frantreichs. Offenbar hat sich in französischen Köpfen die Vorstellung von der Friedensliebe Frankreichs, von seinen Anstrengungen für den Frieden so fest eingenistet, dah die harten und unumstößlichen Tatsachen der Geschichte wirkungslos bleiben. Painlevö scheint zum Völkerbund, zu der in ihm verkörperten geistigen und politischen Macht, doch nicht so recht das Vertrauen zu haben. Während die deutschen Pazisisten sich Mühe geben. Deutschland wirklich zu entwaffnen, ver­fahren die französischen Pazifisten' doch etwas anders. Wenn der Franzose Pazifist ist, wie Painlevä, dann äußert sich das darin, dah er die Militarisierung der ganzen Ra­tion fordert. Das reicht indessen noch nicht aus: die mobilisierte Ration braucht Schuh vor Ucberfällenl Wer diese Heberfälle veran­stalten soll, ist das Geheimnis deS französischen Pazifismus.

B r i a n d rief im vorigen Herbst bei der Aus­nahme Deutschlands in den Völkerbund aus: nieder mit den Kanonen! Sein pazifi­stischer Kollege vom Kriegsministerium hat sich beeilt, dem Erdball mitzuteilen, wie Frankreich diese Losung in die harte Wirklichkeit der Dinge zu überführen gedenkt. Die Ostgrenze wird abgeriegelt, ein gewaltiges Derteidigungsfystem geschaffen, das Frankreich gegen alle Heberfälle zu Land sichert. Wenn Frankreich selbst nicht an den Geist der Versöhnung glaubt, warum hindert es andere Völker an dem Schutz der Grenzen? War eS nicht Frank­reich, das das entwaffnete Deutschland zwang, selbst auf die Befestigung Königsberg im Osten zu verzichten? Hnd ist es nicht wieder der Ver­sailler Vertrag, der Deutschland die Verpflich­tung auferlegt, seine Westgrenze offen zu lassen? Dic Rheinlande sollen entmilitarisiert, die ehe­maligen befestigten Brückenköpfe Köln. Koblenz und Mainz geschleift werden. Die deutsche West grenze liegt offen. Hinter dem Festungsgürtel, der von Dünkirchen bis Belfort reicht, lagert ständig ein großer Teil des mo­bilen französischen Heeres. Dabei sind die be- setzten Gebiete noch nicht einmal geräumt, wie eS dem Geist von Locarno längst entsprochen hätte. Hnd wenn sie geräumt sind, wird sich Frankreich hinter Mauern abschltehen. Aber es kann die Tore dieser Mauern jederzeit öffnen, jederzeit feine Heere in das entwaffnete Deutsch­land einmarschieren lassen. Deutschland darf seine Grenze im Westen nicht sichern, obschon das wirt­schaftliche Herz Deutschlands, das Ruhrgebiet, nur etwa 150 Kilometer von der belgischen Grenze entfernt liegt. Dennoch: Painlevö be­schwört die öffentliche Meinung des Erdballs, der Militarisierung und der Befestigung feiner Grenzen keine Angriffsabsichten unter­zuschieben. Frankreich will sich im Gegenteil weiter Mühe geben, für die moralische Ab­rüstung Europas zu sorgen. Das wird bann so aussehen, dah die anderen abrüsten, Frank­reich selbst aber bis an dieZähne bewafs- n e t bleibt.

Für Deutschland muh diese Zwangslage un­erträglich sein. 3m Osten rüstet Polen, obschon es von keiner Kriegsgefahr bedroht ist. Pain- levä aber will sich und andere überzeugen, dah in Europa ein Krieg zwischen zwei Völkern

dann müsse man. so erklärt die .Iswesiija", nun­mehr an die Verwirklichung dieses Vor­schlages herantreten.

Die Zukunst -erbritifch-ruflischenveziehungen

London. 1. März. (Wolff.) Die Frage der zukünftigen Gestaltung der englifch-russischen Be­ziehungen steht weiter im Mittelpunkt des öffent- "chen Interesses. Der politische Korrespondertt deS .Daily Ehronicle" berichtet: ^ic liberale Partei wird sich heute enb gültig darüber ent­scheiden, ob sie eine Debatte im Unter» Haus über Ruhland herbeiführen will. ES scheint außer Zweifel zu stehen, dah ein entsprechender Beschluß gefaßt wird. Weller berichtet der Korre­spondent: Sei der bereits erwähnten Zusammen- fnuft des konservativen Ausschusses, der soge­nannten 1922er Gruppe, am gestrigen Abend stand Chamberlain zunächst einer starken Oppo­sition gegenüber. Seine glänzende Rede über

ebenso unwahrscheinlich sei. wie nach dem nord- amerikanischen Sezessionskrieg der Gedanke eines neuen Krieges zwischen Rord und Süd. Das soll eine Verbeugung vor Covlidge sein, die nur den einen Fehler hat. dah sie das Gegenteil ift Weder der Sorben noch der Süden der Union militarisierten sich nach dem Sezessionskrieg in einem Stil, wie das Frankreich heute tun teilt PainleväS Befestigungen und Mobilisierungsplan ist tatsächlich dieAntteort ausEoolidges Abrüstungsvorschlag. Die öffentliche Mei­nung Frankreichs hat ihn abgelehnt, weil Frankreich überzeugt ist, dah es seine gewaltige Kriegsbeute noch nicht genügend gesichert und verdaut hat. Da ist das nordafrikanische Kolonial­reich, für dessen einzelne Teile, die nicht die wertlosesten sind, zum mindesten 3talien ein nicht nur akademisches Interesse hat. Painleve spricht ja ausdrücklich von der Sicherung der überseeischen Besitzungen, vor allem durch den organisatorischen Ausoau der Kolonial­truppen. DaS zielt nicht nur auf Italien, das zielt auch auf England, für das Afrika in abseh­barer Zeit von größerer kolonialpolllischec 'Be­deutung werden muh. wenn die Machtstellung im fernen Osten nicht mehr unbedingt gehalten werden kann.

Painleves MilitärpoMik.

Paris. 1. März. (XU) Kriegsminister Painleve äußerte sich gegenüber einem Ver­treter deSPetit Parisien" über die militäri­schen Organisationen, die Frankreich zu feiner Sicherheit schassen wird Er wies emleitenb darauf hin, dah er vollkommen mit der von Driand verfolgten Außenpolitik übereinstimme und hoffe, dah das Zeitalter kommen werde, in dem ein Krieg zwischen Ha tonen Europas ebenso unmöglich fei tote ein Krteg zwischen zwei Staaten Nordamerikas. Frankreich habe keinen anderen Wunsch, als diese Annäherung zwischen den Rationen zu erleichtern. Um aber der Friedensidee zu bienen, müsse es mit Ent­schiedenheit auf die Organisation seiner eigenen Sicherheit bedacht sein. Rach den zukünftigen Militärstaluken würden die Ko­lonialtruppen vollkommen von der übri­gen Armee getrennte Truppen körper bil­den. Die für die Verteidigung des europäischen Frankreichs bestimmten Truppen benötgten zur Entfaltung ihrer Schlagkraft die Mitwir­kung der ganzen Ration. Dazu müsse die offene französische Grenze durch große Festungsneubauten beschützt werden, da der jetzige Festungsgürtel viel zu weit zurück- lieye und die lothringischen Befesti­gungsanlagen ihre Front nicht nach O st e n hätten. Daß die notwendigen Festungs­bauten bisher nicht ausgeführt worden seien, sei hauptsächlich auf die finanziellen Schwierig­keiten zurückzuführen. Frankreich habe zuerst seine Milliarden für den Wiederaufbau der zerstörten (Gebiete verwenden müssen. Heber den Plan für den Defestigungsgürtel habe man sich nicht leicht einigen können, da sich zwei Auffassungen be­kämpft hätten, von denen die eine eine z u s a m - menhängenbeBefestigungslinie von Dünkirchen bis Belfort gefordert hätte, die andere nur befestigte Plätze, an die sich die Angriffsbewegungen besser an lehnen könn­ten. Zuerst würden nun die Bauten ausgeführt werden, die die Grenze von 1870. die jetzige neue französische Grenze, verteidigen sollten. Alle anderen Bauten seien nur Ergänzungs­anlagen. Die Ausführung der Hauptbauten werde im Juli begonnen und ahne Unterbrechung fortgesetzt werden Das sei eine Arbeit auf lange Sicht, deren Durchführung von der französischen Finanzlage abhängen werde. Aber auch die größten und durchdachtesten Befesti­gungsanlagen boten keinen ausreichenden Schutz,

feine russische Politik hat aber eine Anzahl der Anwesenden zu der Auffassung des Foreign Office bekehrt und feine Zusicherung, dah klare Beweise für die Sowjetpropaganda im britischen Reich in einem demnächst zu veröffentlichenden Weißbuch gegeben werden würden, hat sehr befriedigt. Der parlamen­tarische Korrespondent derWestminster Gazette" hört, daß die Mehrzahl der Minister trotz der bekannten Forderungen der Konservativen Partei, noch immer gegen einen endgültigen Bruch mit Rußland ift Der diplomatische Korre­spondent der »Morning Post" schreibt: Die An­sichten darüber, welche weiteren Schritte im Zusammenhang mit der Antwort Litwinoffs auf die Rote Chamberlains getan werden sollen, scheinen scharf auSeinanderzugehen. Es verlautet, daß das Kabinett binnen kurzem das 5ür_ und Wider des Abbruchs der Beziehungen erwägen wird, doch scheint es zweifelhaft zu sein, ob in dieser Woche eine Entscheidung erreicht wird. Die Antwort Litwinosfs hat sicher die Befürworter des völligen Abbruchs der Be-

dahec sei es die wichtigste Aufgabe, für den Frieden zu wirken.

Frankreichs Flottenrüstungen.

Berlin, 2. März. Der französische Ma- rineminister L e y g u e s gab dem 'Vertreter der Intransigeant" ein Interview über die Ent­wicklung der französischen Marine, wobei er u. a. aussührle, dah die französische Regierung vor­läufig nicht plane, Großlampflchifse zu bauen oder die veralteten Glnheiten zu ersetzen. Die ganze Anstrengung richte sich aus den Bau von kleinen Kreuzern. Torpedobooten und H-Booten. Die Erfolge, die Frankreich in der Frage der Konstruktion auf diesem Ge­biete erzielt habe, seien sehr groß. Auch die Se c- lus kf chissahrt solle wesentlich verbessert nnr- den. Die Regierung werde, wenn daS Land seine Zustimmung gäbe, sehr bald mit neuen For­derungen hervortreten.

Vie Aussichten öes amerikanischen Abrüstungsvorschlags.

Washington. 1. Mörz. (WTB.) Präsident Eoolidge Hal die chosjnnng aus ein Fünf» Mächteabkommen über die Einschränkung der Flottcnrüstungen noch nicht aufgegeben 3m Weißen chaus wird betont, daß der Präsident nach der zusagenden englischen und japanischen und der ablehnenden französischen und italienischen 'Ant­wort die Möglichkeit derartiger Lereinbarungen nicht für ausgeschlossen halt. Es wird darauf Hingewi sen, daß sich der Vorschlag Coolidges lediglich auf eine Nüstungseinschränkung bezog, und dah dabei nicht an Pläne zur Abrüstung gedacht war. Coolidge legt hieraus besonderes Gewicht. o"r bezweifelt die Durchführbarkeit des D r 11 m u th . e abfommens zwischen Großbritannien, den 'ber­einigten Staaten und Japan.

Frankreichs Abschlagszahlung.

Tas französisch-amerikanische Lchuldenrcgckungsprovisorium.

Paris. l.März. (WTB.) Der amtliche Text des zwischen der französischen und der amerikanischen Regierung abgeschlossenen provi­sorischen Abkommens über die Schuloenregelung lautet :

.Die französische Regierung wird der Re­gierung der Bereinigten Staat eit am 15. Juni 1927 zehn Millionen Sofia r a l s Ab­schlagszahlung auf die Schuld der fran­zösischen Regierung bei den Derernigten Staaten zahlen, wobei die Schulden für den Ankauf der in Frankreich verbliebenen amerikani­schen Heeresbe stände durch dieses provi­sorische Abkommen nicht betroffen werden Wenn ein Schuldenkonsolidierungsabkommen vom amerikanischen Kongreß und vom sranzösischen Parlament ratifiziert fein wird, wird die Summe von zehn Millionen Dollar von bvn in dem künftigen Abkommen vorgesehenen Annui­täten abgezogen werden Die französische Regierung wird ferner Zahlung zur Abtragung der Schulden für die Hebernahme der in Frank­reich verbliebenen amerikanischen HeereSbestände leisten, entsprechend den Bestimy^nten der dies­bezüglich gegenwärtig in amerikanischem Besitz befindlichen französischen Obligation Es gilt als ausgemacht, daß die vorliegende Regelung in keiner Weise die Ratifizierung des Schuldenkonsolidierungsabkommens, das am 29. 2lprll 1926 abgeschlossen wurde, prä- j u d i z i e r t.

Schwere Gruden Katastrophen in England.

England ift am Dienstag von zwei schweren Bergwerkskatastrophen helmgesucht worden. Die erste Katastrophe ereignete sich ungefähr um 1 Uhr früh im Marinebergwerk, einer der größten Gruben der Lbbw Vale-Gefellfchafk in TTlonmon-

Ziehungen gestärkt und die Zahl ihrer Aw- Hänger vermehrt. In einigen Kveisen ist man aber der Meinung, daß eine Schließung der Sotojct- gesandtschaft und Aufhebung des englisch-ruffi- schen Handelsabkommens in mancher Hinsicht den bolfchcw.ftifchen Agenten nur mehr Bete gungs» freiheit geben würde als bisher.

Italien und die Türkei.

, ÄJ?"lta n t i n o p c l, 28. Febr. (TU.) Anläßlich der Rachricht, daß England als Gegenleistung wr eine Unterstützung in China Italien freie Hand Inder Türkei geben will, gab der hiesige italienische Botschafter Orsini Baroni Presse- Vertretern gegenüber beruhigende Erklärungen ab. Cr sagte unter anderem: Das Gerücht sei bereits kategorisch von Rom aus dementiert worden, obwohl man dort den übelwollenden Nachrichten, die über die Politik Mussolinis in Umlauf gesetzt wurden, keine große Wichtigkeit beimeffe. Mussolini fei durchaus friedliebend, von absoluter Ehrlichkeit und habe einen Abscheu gegen das, was manpoli- tijche Abenteuer" nenne.