schnell zu disponieren, wenigstens in den warmen Monaten, wo man ja ohnehin nicht auf lange Sicht kaufen kann. Anders schon steht es mit den Wintermonaten. Einmal sind dann die Zufuhren an Gemüsen begrenzter und auch im Preise stabiler, sodann kann man sehr wohl auf dem Markte oder im Kaufhause für mehrere Tage Vorsorgen.
Eine gewisse Dorausbestimmung soll aber gerade die unerfahrene Hausfrau auch in der Stadt sich angewöhnen. Die zweckmäßigste Disposition ist wohl die. daß man in großen Umrissen das Wochenmenu festlegt. Daß man sich beispielsweise klarnracht, wi viel Fleischtage man macht, wie oft man mit Eier- oder Mehlspeisen abwechselt, wie ost man Fisch einkaufen will. Ferner, daß man überlegt, wie man aus dem Gericht des einen Tages noch ein anderes Gericht aus den Ueberresten herstellt. Derartig: Menuvorbereitungen im großen erleichtern den Haushalt, weil man nicht jeden Morgen vor der Frage steht: »Was werde ich kochen?" Sie ersparen aber auch Geld, weil man zweckmäßig einkaufen und verteilen kann. Ebenso ist in Hinsicht auf die richtige Zusammensetzung der Rähr- stosse eine solche Dorausbestimmung vorteilhaft, weil man bann richtiger und in Ruhe die einzelnen Dährstoffe gegeneinander abwägen kann. 2luch gibt ein solcher Küchenzettel im großen einen Anhalt für die Menge der Gerichte, die man bereiten will oder kann. Sonst g .rät gar leicht eins oder das andere in Dergessenhcit und der Küchenplan wird einförmig. Festlichen sollen für besonders belastete Haushaltstage (große Wäsche, Einkochen, Hausputz usw.) eine Anzahl von Gerichten, die schnell gehen und von selbst kochen, also die sogenannten Eintopfgerichte, Gemüsetopf mit Rindfleisch und so fort. Aber auch hier wechsle man ab. Niemand liebt es, wenn der Tag der großen Wäsche, der im allgemeinen schon nicht besonders angenehm ist, noch unentrinnbar mit dem Begriff eines und desselben Gerichtes verbunden ist. Ebenso wie früher der Samstag mit der ..gedrängten Woch:nüber° sicht." Gerade der Samstag, der oft der einzige Tag ist, an welchem der Hausherr in Ruhe mit feiner Familie am Mittagstisch zusammensitzen Tann, sollte in bezug auf das Mittagessen nicht lieblos behandelt werden. Ohne das Haushaltsbudget zu überschreiten und ohne den Wert der Mahlzeiten überzubeton-n, ist es möglich und reizvoll, wenn man den Samstagmit^ag schon als festlichen Dorgänger des Sonntags ansieht. Zusammenfassend kann man sagen: Jede Disposition im Haushalt, so auch der Küchenzettel, kann zweckmäßig sein, wird aber unzweckmäßig in dem Augenblick, wo er uns die Schnelligküt und Freiheit der Umstellung nimmt. Je sicherer die Hausfrau ist, um so sicherer werden ihre Prinzipien sein, um so besser aber auch die Fähigkeit, umzuschalten, wenn cs notwendig erscheint.
Wirtschaft.
• Kommunale Landesbank in Darmstadt. Zur Frankfurter Bör'e wurde die Zulassung beantragt von 5,5 Mill. Mark 3proz. Goldanleihe Reihe I und von 5 Mill. Mark Reihe II. Rach dem Prospekt sind beide Reihen von Anleihen mündelsicher, sind mit Zinsbogen vom 1. April und 1. Oktober bei einer Stückelung von 100, 500, 1000 und 2000 Mark, bei der Serie II außerdem von 5003 Mark ansg"stattet. Die Kommunale Landesbank in Darmstadt ist eine Körperschaft des öffentlichen R'ch'es und besitzt ein Stammkapital von 2,015 Mill. Mark. Biszum 30. Rovcmber 1926 waren 22.68 Mill. Mark kurzfristige und 26,16 Mill. Mark langfristige Darlehen an .Kommunen und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechtes gegenüber einem Obligatirnsumlaus von 10,35 Mill. Mark zum gleichen Zeitpunkt begeben.
, • D i e neue Reichsanleihe lorn-
bar d f ä h i g. Der Gencralrat der Reichsbank hat dem Rcichsbankdirektorium die Ermächtigung erteilt, die neuen 5proz. auslösbaren Schuldverschreibungen deL Reiches gemäß den Bestim
mungen des BankgesetzeS für lombarbfähig zu erklären.
• Erhöhte Ermäßigung derSaar- kohlenpreise. Wie die DHD. er ährt, haben die Caargrubenverwaltungen beschlossen, eine erhöhte Ermäßigung Oer Kohlenprei'e gegenüber den kürzlichen Beschlüssen vorzunehmen, die teilweise das Doppelte der Preisermäßigung beträgt, wie sie von den nordsranzösischen Gruben durchgeführt und von der französischen Der- waltung angeordnet worden ist (ca. 4 Fr. pro Tonne.). Die Herabsetzung soll für die einzelnen Sorten 6 bis 10 Fr. pro Tonne betragen und ab 1. Febr. in Kraft treten. Damit wird den Klagen und Wünschen der saarländischen Derbraucher teilweise nachgekommen. Der Hauptgrund für die erhöhte Ermäßigung liegt jedoch in der Einsicht, daß nur mit diesem schärferen Preisabbau der neu einsehenden englischen Konkurrenz mit einigermaßen Aussicht auf Erfolg begegnet werden kann.
* Konkurse und Geschäftsaussichten im Januar. Rach Mitteilung des Statistischen Rrichsamtes wurden im Januar durch den »Reichsanzeiger" 483 neue Kenkurle — ohne die wegen Mafsenmangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 93 angeordnete Gelchäftsauflich'.cn bekanntgegeben. Die ent'prc- chenden Zahlen für den Dormonat stellen sich auf 435 bzw. 120.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
B a n l n o t e n.
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Tschechoitowokikchc Noteu . .
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Ungarische Roten • .
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73.88
frankfurter Börse.
(Eigener Drahtöerichi des „(Siebener Anzeigers' ) Frankfurt a. M., 2. Febr. Tendenz: uneinheitlich. An der heutigen Börse verstimmte das E o m m u n i q u e der J.° G.° F a r b e n i n duft r i e, das auf ßewiffe Schwierigkeiten in der Geschäftslage hinweift. Zu beachten ift jedoch, daß nur ein Teil des großen Geschäftsumsanges in dem Communique erwähnt ist, und daß gerade bei den J.-G.-Farben noch zahlreiche Gebiete erst versuchsweise bearbeitet werden, also noch lange Zeit zu ihrer praktischen Auswirkung bedürfen. Ferner wurde die starke Nachfrage nach Tagesgeld für den morgigen Zahltag nicht gerade günstig empfunden, ebenso die Dividendenlopgkeit bei Ryeinstahl und das Ausbleiben einer Dividendentaxe des Stahltruftes. Dagegen stimulierten die Berichte über die Konjunktur im Bergbau für das laufende Jahr. Gesucht blieben vor allem reine Kohlenwerte, von denen Harpener das Hauptinteresse beanspruchten. Dieses Papier wurde lebhaft umgefetzt und konnten sich um 4,25 Prozent befestigen. Bon Montanwerten waren dagegen abgeschwächt: Klöckner minus 1,75, Buderus minus 1,5, Rheinische Braunkohlen minus 1,5 Proz. Farbenaktien waren infolge des Kommuniques natürlich abye- fchwächt und büßten 5,5 Prozent ein. In Berdin- dung damit bröckelten Rheinstahl um 0,5 Prozent ab. Bon Großbankaktien lagen Darmstädter 1 Prozent fester, während die übrigen V-Banken bis zu 1 Prozent niedriger notierten. Schiff- fahrtsaktien schwächer. Hapag minus 3, Nord« lloyd minus 0,75 Prozent. Elektroaktien überwiegend angeboten. Siemens minus 2,5, Bergmann minus 0,5 Prozent. Von den variablen Werte konnten Bauaktien ihre hausseartige Aufwärtsbewegung fortsetzen. Zement Heidelberg plus 10 Prozent, Wayß & Freytag plus 5, Hoch & Tief
Sius 1,5 Prozent. Zellstoffaktien gut behauptet, mtoroerte ebenfalls widerstandsfähig. Süddeutsche Zuckeraktien dagegen 3 bis 4 Prozent schwächer. Maschinen- und Metallwerte leicht abgeschwächt. Am heimischen Anleihemarkt schwächten sich die Kurse weiter ab. Kriegsanleihe 0,865, Schutzgebiet 16,25. Von fremden Renten Türken 1 5 Prozent niedriger, da die Schuldenregelungsver- Handlungen noch kein positives Ergebnis gebracht Haden. Am Geldmarkt hat sich der Bedarf infolge des morgigen Zahltages noch verstärkt. Tagesgeld erhöhte sich auf 6 Prozent. Die übrigen Geldfätze blieben unverändert. Im Devifenverkehr notierte Paris gegen London 123,25. London-Kabel 4,85. Die Reichsmark stellte sich gegen das Pfund auf 20,47, gegen Kabel auf 4 22. Im weiteren Verlauf der Börse konzentrierte sich das Jnteresie auf Harpener. Am Ehemiemarlte konnten sich J.-G.- Farben etwas erholen. Deutsche Anleihen blieben weiter luftlos.
BörlenkuNe.
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Diskonto «s.ommandit
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Dresdner Bank .......
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Muteldeutiche Kreditbank . . Lcste. reichliche Creditanitalt.
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222.25
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Berliner Börse.
Berlin, 2. Febr. Die Börse gönnte sich heute eine Atempause. Die scharfen Steigerungen, denen die Spekulation bisher mit einem gewissen Mißtrauen gegenüberstand, veranlaßten nur auch einen Teil der Bankenkundschaft au Gewinnsicherungen. Die Kurssteigerungen setzten sich daher bei Beginn des amtlichen Verkehrs, abgesehen von einigen wenigen Papieren, nicht fort. Unter Berücksichtigung der in der vergangenen Woche erfolgten Kurserhöhungen behielten die Aktienmärkte aber eine bemerkens- werte Widerstandsfähigkeit. Die Spitzen papiere, die in der letzten Zeit Dutzende von Prozenten gewannen, bröckelten um 3 bis 4 Prozent ab. Eine stärkere Einbuße erlitten Vereinigte Glanz- ftoff, die 12 Prozent hergeben muhten. Schon wäh- rend der ersten Stunde fanden aber an den Aktien- Märkten zu den etwas ermäßigten Kursen wieder Rückläufe statt, in deren Mittelpunkt Montan- aktien standen. Die Kohlenwerte wurden zum größten Teil von der anfänglichen Abschwächung überhaupt nicht erfaßt und gaben auch später der Gesamthaltung eine gute Stütze. Die Nachfrage nach Tagesgeld ist noch sehr rege, da morgen der Differenzzahltag ist. Die Geldsätze zeigten daher noch keine Entspannung. Im Devifenverkehr lag Spanien sehr fest mit 28,80 gegen das Pfund, nachdem es vorbörslich sogar den Höchststand von 28,66 erreicht hatte. Die übrigen Valuten waren kaum verändert. ~ —
Frankfurter (§^r?'d"börsc.
Frankfurt a. M., 2. Febr. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75 Mk.: Roggen, inländischer, 21 bis 25: Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,50; Hafer inländischer, 21,25 bis 22; Mais (gelb) 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, in ländisches (Spezial 0) 40,25 bis 4075; Roggenmehl 38,25 bis 38,75; Weizenkleie 13,50; Roggenkleie 13,10 Mark. Tendenz: ruhig.
Letzte Nachrichten.
Der Mordprozeh Hermann in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 2. Febr. (WSN.) In dem Mordprozeß Hermann wurde gestern das Z e u < genoerhör fortgesetzt. Die Aussagen der Zeugen gingen zum Teil dahin, daß Hermann nicht ganz ernst zu nehmen fei; er sei ein Mensch, der „spinne" und „etwas an der Erbse gehabt" hätte. In nichtöffentlicher Sitzung wurden sodann die Zeugen über Dinge gehört, die sich der öffentlichen Wiedergabe entziehen. Die Aussagen der ärztlichen Sach verständigen lassen sich dahin zusammenfassen, daß Hermann wohl als Psychopath zu bezeichnen sei, indessen könne von Geisteskrankheit nicht gesprochen werden; erbliche Belastung sei ebenfalls zu verneinen. Es fei nicht anzunehmen, daß er die grausige Tat in einem Zustand begangen habe, bei dem der freie Wille ausge schlossen gewesen sei. Die Voraussetzungen des § 51 StGB, feien zu verneinen. Darauf wurde die Wei terverhandlung auf heute früh vertagt.
Todesstrafe beantragt.
Frankfurt a. M., 2. Febr. (WTD. Draht berichf.) Der Staatsanwalt beantragte heute früh im Mordprozeß Hermann, den Angeklagten wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode wegen Mordversuchs und Totschlagsoerfuchs zu zehn Jahren Zuchthaus und dauerndem
Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu verurteilen. (Bgl. den Bericht im Hauptblatt, 3. Seite. D. Red.)
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