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imb mit dem dortigen Harcht-Derfvrgungsamt vereinigt würde, sahen sich die Verwaltung und der Bouausschuß gezwangea, zwecks Beibehaltung des hiesigen Versorgungsamtes zu dem vorlie­genden Projekt die vorläufige Bauerlaubnis zu geben, wodurch das Vorgartengeiände an dieser Stelle preisgegeben werden muhte. Dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt, und hier­aus erklärt sich der jetzige Antrag auf Abänderung der Baufluchtlinie. Der Dau- ausschuß - Vertreter der Wirtschaftlichen Ber­einigung betont, die Abstimmung im Barr­ausschuh s-i nur deswegen einstimmig gewesen, weil damals mit dem Bau schon begonnen wor­den lei und daher eine Abänderung nicht mehr möglich war. Man habe damals allerdings ver­säumt. sich mit den anderen Anliegern an diesen Straßen wegen der neuen Baufluchtlinie ins Be­nehmen zu setzen. Wenn er (Redner) vor Do- ginn der Arbeiten vor eine Ent^che: »ung ge­stellt worden wäre, hätte er gegen die jetzige Gestaltung sich ausgesprochen. Mittlerweile seien die Arbeiten schon erheblich weiter fortgeschritten, so daß man jetzt nicht mehr anders könne als der Abänderung der Baufluchtlinie zuzustimmen. Der Bauaus'chuh-Dertreter der sozialdemo­kratischen Fraktion weist ebenfalls aus die Ein- sttmmigkeit des Bauausschuhbeschlusses über die vorläufige Dauerlaubnis hin. unterstreicht die von Dr. Hamm vorgetragenen Gründe als richtung- gebend für die Beschlußfassung und erinnert da­ran, daß auch die Frage der Verwertung der Alten Klinik hier hineingesp^elt habe. Daher die Einstimmigkeit der Beschlußfassung. Man solle den Mut haben, sich aud) heute zu jenem Be­schluß zu bekennen.

Beigeordneter Dr. Hamm heb' hervor, dah man bei gewissen öffentlichen Bauten nicht gerne auf Vorgarten verzichte. Umgebung des zu­künftigen Finanzamtes sei aber kein Villen­viertel. Die Anlieger seien rechtzeitig unterrichtet worden, niemand habe damals einen Einspruch gegen die Art und Weise des Bauvorhabens erhoben. Erst später sei die ganze Bewegung künstlich ins Leben gerufen wordr.i. Der weg­fallende Vorgarten an dieser Stelle sei nicht der Rede wert gegenüber dm wichtigen Interessen der Allgemcinheit, um die es sich hier handle. Hierauf wird die Abänderung des Fluchtlinien­plans, wie vorgeschlagen, einstimmig genehmiat. Die Baufluchtlinie Ecke GoelhestraßeGnauth- strahe soll entsprechend gestaltet werden.

Line Schuldebatte.

Die demokratische Fraktion hat einen Antrag eingcreicht, nach dem die Stadtverordnetenver­sammlung gegen den Reichsschulgesetzentwurf Stellung nehmen und von der hessischen Regie­rung fordern soll, dah sie gegen diesen Entwurf mit aller Entschiedenheit austrelen soll. Gleich­zeitig wird von öcu hessischen Vertretern im Reichstag erwartet, dah sie dem Gesetzentwurf ihre Zustimmung versagen.

Oberbürgermeister Dr. Keller steht einer solchen Kundgebung sympathisch gegenüber, schon im Hinblick auf die finanzielle Auswirkung des LReichsschulgesetzentwurfs für die Stadt. Don deutsch-volksparteilicher Seite wird erklärt, dah

man sich der Abstimmung enthaten werde, weil diese Angelegenheit nicht vor die Stadtverord- netenversamrnlung gehöre, schon wegen der politi­schen Konsequenzen. Der drmokratische Sprech.-r weist gleichfalls aus die starke finanzielleBelastung durch die Reuregelung hin und hebt hervor, daß nach dem neuen Gesetz von einer staatlichen Schule keine Rede mehr sein könne. Seit ms eines Zen'rumsstadtverordneten wird betont, er fei gleichfalls der Ansicht, dah diese Angelegenheit nicht in das Stadtparlameni gehöre. 3m übrigen tritt er für die Einführung von Konsess'wns- ichulen ein. Don demokratischer Seite tixrD erneut darauf hingewiesen, dah hier wichtige städtische Interessen auf dem Spiele stehen.

Hierauf wird eine Entschließung nach dem Dorschlage der Stadtverwaltung gegen den Reichsschulgesehentwurs mit großer ^Rehrheit angenommen. Die Dolkspartei enthält sich der Abstimmung.

Aufwerfung der Sladianleihen.

Ein Antrag der Deutschen Dolkspartei fordert die Aufwertung der Etadtanlrihen bis Ende Oktober vorzunehmen. Oferbürgcrmeifter Dr. Ke l ler bemerkt dazu, dah die Stadtverwal­tung von sich aus beschlossen habe, diese Frage im Laufe des Oktobers zur Beschluss ^siung zu bringen. Don den Rednern dec verschiedensten Fraktionen wird übereinstimmend der Stand­punkt vertreten, dah in dieser Frage nun endlich eine Tat erfolgen müsse, die außerordentlich dringlich sei. Es wird beschlossen, eine Regelung dieser Angelegenheit bis Ende Oktober herbei- zuführen.

Vorschußzahlung an die Veamlenschaft.

Einstimmig wird beschielen, den städtischen Beamten eine Vorschußzahlung auf ihre Ge­hälter entsprechend dem Vorbild des Staates zu gewähren.

kleine Vorlagen.

Eine Anzahl Gesuche um Erlaubnis zum Schanlwirtschaftsbelrieb, die vom Zerienausschuh des Etadtparlaments bereits behandelt wurden, werden glatt erledigt. Auch zwei Baugesuche für Bauten an der Straße nach Rödgen finden Zustimmung.

Preußen.

Alreiö Werrlar.

5. Wetzlar, 30. Seist. Nachdem der Bürger meister nach Beendigung seines Urlaubs die Dienst- geschäfte wieder übernommen hatte, fand gestern die erste Sitzung der Stadtverordneten statt. Einen besonders wichtigen Punkt der Tagesordnung erblickte die Verwaltung in ihrem Antrag, das hie­sige städtische Lyzeum zu einem Oberlyzeum auszubauen, damit auch der weiblichen fugend Ge­legenheit geboten werden könnte, sich die Primareife in einer hiesigen Vollonstalt zu holen. Die Gelegen heil wurde gerade jetzt als günstig bezeichnet, weil durst) den sich heute auswirkenden Geburtenausfall der Kriegsjahrc die Kostenfrage eine ganz geringe Rolle spiele. In ausführlichen Erläuterungen wurde die Vorlage noch durch den Direktor des Lyzeums Dr. Köhler unterstützt. Trotzdem fand die Vor­

lage nur bei einem Teil der bürgerlichen Vertreter Anklang, während ein anderer Teil wegen der Slcftenfragc einen ablehnenden Standpunkt einnahm Auf der linken Seite wollte man die Frage des Aus­baues mit dem weiteren Punkt der Tagesordnung, der eine Erweiterung der Berufsschulpflicht oorsah, verbinden und so die Annahme der beiden Vorlagen sicherstellen. Als dem aber widersprochen wurde, stimmte die gesamte Linke gegen den Vorschlag und brachte mit einem größeren Teil der Bürgerlichen diesen zu F a l l. Bei dem weiteren Punkt der Tages­ordnung betr. die Erweiterung der Be­rufsschulpflicht auf weibliche Jugendliche in gewerblichen Betrieben, ereignete s ch aber das Ge genteil: die Vorlage fand mit Unterstützung eines Teils der Bürgerlichen Annahme, ein Ergebnis, auf das die Linke anscheinend nicht gerechnet hatte. Nun wurden von einigen Seiten Stimmen laut, die erste negative Abstimmung wieder umzustoßen, weil man merkte, daß auf feiten der Linken Geneigtheit bestand, ihren ablehnenden Standpunkt in Frage des Oberlyzeums einer Revision zu unterziehen. Nach einigem Hin und her wurde auch in einer e r ° neuten Abstimmung der Ausbau der Schule zu einem Oberlyzeum beschlossen, und zwar stimmte die Lmke geschlossen mit Jo. Ein wei­tergehender Antrag der SPD., die Berufsschulpflicht auf alle weiblichen Jugendlichen auszudehnen, ver­fiel der Ablehnung. Es bleibt bei dem von dem Di­rektor der Berufsschule geforderten Ausbau mit der Einbeziehung der in gewerblichen Betrieben beschäf­tigten Den Geburtstag des Reichs­präsidenten beabsichtigt die Stadt mit einer Beran st altung im Stadion am 2. Oktober zu begehen. Ein Antrag der Deutschen Volkspartei auf Benennung eines Straßenzuges, nämlich der neuen Umgehungsstraße, mit dem Namen des Reichspräsidenten fand in der abgeänderten Art Annahme, daß die jetzige Wuhlgrabenstraße in Hindenburg st raße umbenannt werden soll. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war der zur Zeit im Gang befindliche Ausbaudes hie­sigen P o st a m t s. Bereits in einer früheren Stadtoerordnetensitzung war von Verhandlungen be­richtet wort en, die mit dem Umbau des Postamts auch eine Umgestaltung feiner Fassade erstrebten. Da die Rost jedoch hohe finanzielle Forde­rungen an die Stadt stellte, verliefen diese ergebnis­los. Nunmehr ist in erneuten Verhandlungen eine Einigung dergestalt erzielt worden, daß die Stadt die Hälfte der Mehrkosten aus ihrer Tasche zahlen soll nos eine Summe von rund 14 090 Mark ausmncht Mit Rücksicht auf das bis­herige gute Verhältnis zwischen beiden Berwaltun gen fand dcv Vorschlag des Bürgermeisters, diese Kosten auf die Stadt zu übernehmen, Annahme.

O Hochelheim, 33. Sept. Vom 2. Oft. ab treten in dem Fahrplan öcr Kraft- postlinie Wetzlar Hochelheim fol­gende Aen verengen ein: Die Aebemachtung des Magens in Hochelheim und seine Umleitung über Reis-irchrn wird ausgehoben. Der Wagen verlchrt erktäglich 7.30 nach Groß-Rechtenbech und zurück: ab Wetzlar Bahnhof 7.33, an Groß- Rechtenbach 8.05; ab Groß-Rechtenbach 8.40, an Wetzlar Bahnhof 9.15. Mittwochs und Samstags fahren die Wagen bis Hochelheim durch. Rach­

mittagsfahrten finden Mittwochs und Samstage statt bis Groß-Rechtenbach: ab Wetzlar Vahnhv! 15.40, an Grost-Rechtenbach 16.15; ab Groß Rechtenbach 17, an Wetzlar Bahnhof 17.33.

- - Wetzlar, 30. Sept. Der dieswöchige Ferkel markt war nicht mir aus astrn Teile . ies Kreises Wetzlar, sondern auch aus entfernten Orten der Rachbarkreife Biedenkopf und Ufingen außerordentlich reich beschickt Bei sch'eppentc: Handel wur.^c für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 17 Ml bezahlt, 6 bis 8 Wochen alte Tiere kosteten 18 biä 23 Ml, während ältere Ferkel und Läus-erschweine mit 33 Mk. und ent­sprechend höher verkauft taut en

Tillkreio.

Herborn. 33. Sept. Auf dem gestern ab- gehaltenen Markt waren aufgetriebc i 35 Stück Rindvieh und 153 Schweine Es wurden bezahl! Kühe und Rinder 2. Qualität 350 bis 450 Akt das Stück. Auf dem Schwcinemarkl tasteten Ferkel 40 bis 63 Mk., Läufer 60 bis 90 Mk

Schönbach, 30. Sept. Seit de.n Fc üh fahr d. 3. ist in unserer Gemarkung dicht an der Gusternhainer Grenze ein Tonvorf c»-m men erschlossen worden, das von der Firma W a i - gand 8: Sohn in Schönbach a 6 g c b a u t wird. Bei diesem Vorkommen handelt es sich offenbar um die Verlängerung einer Tonschicht, die o->n der Dreitscheider chemischen Industrie dort be­reits seit Jahren mit gutem Ergebnis abgebau wird. Die Qualität des Tones ist so hochwertig daß die Firma Waigand große Absayver h ä l t n i s s e zu verzeichnen hat. Der Dersand ifi in reger Weise im Gange. Rcuerdings trägt sich die Firma mit der Absicht, zur besseren Aue geftaltung des Abbaues und zur Der.zrös>erun des Absatzes eine Förderbahn von ihren Betriebsstellen bis zum Bahnanschluß dec Strecke nach Herborn herzustellen. Wie start das Interesse der einschlägigen Fachkreise dieses Tonvorkommen ist, geht auch daraus her vor, daß feit einiger Zeit ein weiterer Re- slektant von auswärts Bohrungen vor nehmen läßt und im Falle der Feststellung loh nender Abbauwürdigkeit des Tones die in B< tracht kommenden Geländestücke käuflich erwerb.-: will.

Lbcrivesterwaldkrciö.

WSR. Marienberg. 30. Sept. Di-rHeebf: tagung des Westerwald Verbandes Handwerk und Gewerbe in Rassau fan in diesem Jlahr in Marienberg statt uni) ir. mit einer Gewerbeschau verbunden. ; Handwerler- und Gewerbevereine hatten auSg. stellt. Die Eröffnung der Schau fand im Bei', der Reichs' und Staatsbehörden statt. Bcic bers die Lehrlingsarbriten boten ein cmsch.,. liches Bild von der Leistungsfähigkeit des nc sauisch-westerwäldischen Gewerbes. 16 000 B sucher wurden am Eröffnungstage gezählt.

Mtcie Marburg.

ff Marburg, 30. Sept. Aus der vom I sigen Obstbauverein für zwei Tage irngerich ek Obstverkaufsvermittlu n g sstelle u?i den folgende Preise pro Zentner erzielt: $a< obst (Aepfel) 15 bis 20 TOcrf, 01 ttischa'isobs! ; bis 15 Mark; Dirnen: Herbstbirneit 10 Mar.

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