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Nr. 250 Drittes Blatt

Samstag, 1. Glieder 1927

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für GderlMn)

bft VON

machen

dnoelfernng der Kraftpost-Dagenhallc in Äcofbocf.

Stadt zu

Ärofborf.

iughasen Gieren.

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von

Nachdruck verboten.

6 Fortsetzung.

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ftimnit 7er

Vertrag Giehen-

in erster 2mx an die b< denken. Sm demokrnüscher

Aus dem Gießener Ztadtparlament.

Hi >enburg oende. Weitere Kredite für Notwohnungen und Flughafen.-Kundgebung gegen bas Reichsschulgesetz.

Für die Srwriterung der Kraftpvst-Wagen- haile in Rrnfborf zur HntersteUung wn zwei weiteren Krastwag^n wird ein Bclrag von j'öDO Mark bewilligt. Die Verpflichtung der diesem "Sei trag ergibt sich auS oem über den Betrieb der Krastpofittnie

Aus Qlntr-ig der Stadtverwaltung die toeii-eoe Ausgestaltung des Flughafens ein Kredit i>an 50 0G0 Qllarl bewilligt. Dagegen

Aus Antrag des Dauausschusses wird zur Srstellung von weiteren Notwohnungen em Äre- 50 000 Mk. bewilligt.

Der Berichterstatter, der namens deü Aus­schusses nähere Mitteilungen über die Bor läge machen soll, hält eine Rebe, in der er seine eigene Ansicht über die Wobnunasfrage ent- teicTclt; von einer Berichterstattung ist ferne Spur zu finden. Wir sind daher nicht in der Lage, unsere Leser über diese Angelc;..'./eit unterrich­ten xu können. Zwei Redner i'e« Hauses beschwe­ren sich über Mete Art 2luSschust-.Berich1erstat- hmfl" und fordern für die Zukunst objeftuxr mu> sacherlMrlerndr Mitteilungen. Diesem Stand- tnmft schließt sich dann auch Oberbürgermeister Dr. Keller an. Gin Redner der sozia.d emokra- tischen 'Fraktion spricht sich gegen weitere Rot- loohramgen aus und fordert für die Minderbe­mittelten bei aller Anerkennung der bis­herigen Leistungen der S1a)t aus diesem ®o- diele mehr Dauecwohmi '.gen; seine Fraktion werde sich bei der Gntscheitnrna der Stimmen enthalten Die Abstimmung ergibt die Annachme der Borlage gegen die Stimmen be« Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozial'«mvkratie.

Die Flügeltür Des Nebenzimmer? fprnng auf. Und wieder, wie schon einige Male vorher, zeigte sich der Kopf eine? jungen Herrn mit genialen, Hon- den Locken des Klavierbegleiters, wie eine simge Dome Isa zuflüsterte.

Don einer Liste, die er in der -and hielt es ging streng nach dem Alphabet los er jetzt: Fräulein 9ja Stengers!' Die Mutter erhob sich mit der Tochter, und der Alten hopfte das -er; im stärkeren Takt als der Jungen, die fiegesgewiß dem Kommenden entgegensah. Sie vertraute aus ihre Stimme und war sie nicht schön? Sahen sich, wenn sie über die Strohe ging, nicht alte und junge Herren nach ihr um? Sogar Briefchen, die um ein Rendezvous baten, flogen ihr jetzt zuweilen ins f>aus.

Drinnen stand, leicht ans Klavier gelehnt, em großer, etwas beleibter Herr, mit funkelnden 'chwar- zen Augen, und braunem, an der Schläfe leicht an­gegrautem Locken haar. 9 ja erkannte ihn gleich aus den Schilderungen und Bildern, die sie früher von ihm gesehen. Auf denen sah er freisich jünger aus, nicht mit so schwammig schlaffen Zügen. Berengar Lukrin, der «inst so berühmte Siegfried und Lohen- grm, der Heldentenor so mancher Oper, ehemals die Zierde Dresdens und Münchens. Jetzt, nachdem

gehäutet, ferner müssen noch Wege herger. t und verbreitert werden, außerdem ist die QLm- 'chassmrg eines metteren Weges für die Zr.iuhr ;um Flugd^ifern er'orter ich. da der sietzsite c ge Weg zu schmal ist unb ru folg edel sen starke G. - fachreu für den Verkehr von Fuftgän^em und 3atn3<irgen aufweist, endlich sind noch Planie­rungsarbeiten seitlich der Rollbahn zu leisten. Der Berichterstatter. em Mitglied der Fraktion der Wirtschaft;ichen Bereinigung, betont d.« un­bedingte 2!ottvendigteit dieser Xnlagcn, damit der Aughascn seine Ausgabe voll erfüllen könne. Aach diesen Aufwendungen mu te aber dann mit den Ausgaben etwas gebvemst werden. 0-.' fei nicht zu verkeimen, dasi der Dtesiener F. .'aalen nsbesondeve für die Veschö'.swelr voi. gar , be­sonderer Bedeutung sei. Dte Stadt habe g.:t daran getan, daß sie sich rechizcisig durch die Schaffung des Mugtzaiens in den Augverkehr eingefchaltet habe, andere Städte, die da» ver­säumten. würden es später zu bereuen b ben D.e Stadt habe für biete« Werk erzeblich? Akutes ausgrwand:, mm müsse aber auch die Oblag int Hinblick aus die Otfer unf.wer Bürge \ t ver- anlaht werden, bei Vergebung von V;. j erringen

Das Hans fahl einst i rmnig folgenden Be- schlusi: Aus Anlast des 80. ®ef*urt6tage« des Herrn Aelchspräfik.enten von Hindenburg errichtet die Stadt Diesten eine Stiftung m Höbe von jährlich 500 Wk. zugunsten von Kriegs- be'chädigten und KriegsHnterbktebenrn, die all­jährlich am 2. Oktober durch den Betrat für Är;c;»fürtotge zu vergeben ist.

Bor der Beschluhsalsung cittlpinnt sich ein langer Streit über die Frage, ob bet der Ver­teilung der Beihilfen, deren jede 50 Ml. be­tragen soll, die zuständigen Dezirksvorsteher der Wohlfahrt ip:lege, entsprechettd einem Beschlust der WoblsahrtHdeputation. zur Mikwirlung zu berufen find oder nicht. Rach langem Hut und S>er ergibt sich der Standpunkt, dast die Be- zirksvorsteher evtl, gutachtlich gehört werden

an Debr. Derkoch ht Ärofborf zum Artgebetspreis von 4938 5? Htt; As pha l t arbet ten: An die Betonbaugesellschas: Diesten ©erben folgende Arbetten vergeben - 1. für tnc Kirchstraste zum Angebotspreis von 22 295 Mk.. 2. für die Markt» laubenütafte zum Aigebotspreis von 5367.50 ^DL, 3. für die Alpha! trcporuluren 19 526 Mk.: dem S. Rübsamcn Ödesten werden folgende Arbeiten zugeschlagen: 1. für die Diezst raste turn Angebots­preis von 2970 Mk. 2. für die Mühl striche zum Angebotspreis von 2600 Mk., 3. für die SckMer- strasie zum Angebotspreis von 16 2^50 Mk., 4. für den Wterwog zum Angebotspreis von 7020 Mk.

Don zwei Rebrunm wird die baldige Her­stellung der Son neu st raste tntb der Wagm«ssc gewüttfch'.. während ent anderer Ovebner im Hin­blick auf die vorgeschrittene Jahreszeit Betenkon bagegen hat. fetz! noch Asphalt- und Betonarbei­ten zu beginnen; eS empfehle sich diese Arbeiten bis zum nächsten Jahre zurückzustellen.

Vergebung von Arbetten enb Lieserungeu.

Die sreihäi.dge Qi<ferungäth.rgebang des Aus­baues der SiSanlage im städt. LchlQ<ott»os an die Spezialsurna CMellicbaft für Linde s Eis­maschinen. Aftüngesellschaft in Wiesbaden, wird genehmigt. Äofienpunh 7000 Mark.

Die Lieferung von 1500 Meter Bordsteinen wird der öirma Dern & Co. zum Pre.se von 3.60 M. für Prosck 22 22 cm und 4.90 M für Profil 22 30 cm übertragen.

Für die Beschaffung von je 500 Meter Ver- teilungskabel von 400 bzw. 165 qmm Querschnitt für bie Erweiterung des Berte lungSneheS des Slektrizitä'.swerleS wird ein Betrag von ins­gesamt 8 367.50 M. zur Verfügung gefbcllt. Die Lieferung wird den Kabel'.verken Meisten zu deren Angebotspreis übertragen.

Aestschung des Gaspreise» für die Roumheizuug.

Unter entsprechender Aush.b'.tng des Stadtv. - Bers.-BelchlusseS vom 16. 12. 1926 wird bc- schlossen: Für bie Monate April. September b S 2Aärz wird der Mehrverbrauch des durchsütniti- lichen monatlichen Sommerverb<rattchs (Mai bis August) mit 12 Pfg. je Kubikmeter betedy.ict, wenn GaÄicizöfen art die HauSle.tung ange­schlossen find.

Errichtung von Notwohnungen.

und Begriffe wankten: alles stand auf dem Kopf. Aber er muckste nicht in seines Nichts durchbohren­dem Gefühle.

Der Kommerzienrat verpflichtete sich, die xoften der Ausbildung zunächst für zwei Icchre zu über- nehmen, vorausgesetzt, dast bie_ Prüfung bei einem hervorragenden Sänger ein günstiges Resultat er­gäbe und dast Isa steistig an ihrer Ausbikdung ar­beitete. . ,

Als derBesuch" fdpn längst fort war, satz Nettebohm noch lange sinnend in seinem Sessel und blies den Zigarrenrauch in die Lust.

Wahrhaftig, er begriff die Gefühle seines oot) nes. Ihm selbst stieg das Blut zu Kopfe. Es strahlte eine eigenartige Kraft und Macht von diesem fnrfp reisen, selbstbewuhten Mädchen aus, etwas Rätsel­haftes, was sich nicht erklären und zergliedern liest. (Er selbst hatte in fernem Leben schon viele schön« Frauen gesehen aber diese ....

Mit einem Ruck erhob er sich und oerlteß den Arbeitsraum.

Borlage zu unb regt an, am Waldrand entlang einen Wog mir für Fußgänger au^ultti.n, der zweifellos nicht viel kosten werte. Der Sprech, r bet Sozialbemokra'.ie erllärt gleichf.lls . E n- verständni« mit der Borlage unb gibt zu er­kennen. bah bei aller Borsicht im Be ill 3.ix bx» gegebenenfalls auch weitere notwendige 4lü('in*n- düngen zu leisten seien, um unserer Slad: ihre Stellung bn Lustv-rkebr3wesen, nament.ich ixt der Schaffung einer Ost-West-Shigihüt, zu er­halten.

Sin von ter Traktion ter Wirtsch .'.den Bereinigung ein gebrachter Au rag. na ., b. ; i 0.0 Oblag verpflichtet toeoben soll, sämtliche *ur*b n Betrieb M Fughiisin Las es crforä.v.: . n Be­darfsartikel bsi b«m hiesigen Vewerbe!r<:l ei.ten zu bsichasten, begegnet auf verschiedenen ö.'itcn Widerfpruch, ter sich gegen ei.ie _Berpssichtung" ächtet. Der Antrag wttd zur weiteren Bei-and- lung an den FinanzauSschtust verwiesen.

Vorlagen über vausluchttinicn.

Die bestehende Baufluchsiime.- bie St raste ,Am Weiher" wird aufgehoben. LZ handelt sich hierbei um eine zukünftige Strasi.'. Das Ge­lände, neben der Beterinärllinik, soll spater zum Teil bebaut werden.

Dem AbänderungSplan für bie Bausiuchllinie auf der Aordwestseite des Leihgestenter 1»egs von der Aobhohl biS zur StrasteAn der Watte" wird zugestimmt. LS wird hier oic Vorgarten- breite von 8 auf 5 Meter herabg seht.

Üebei die Abänderung ter Baufluch sinte Ecke Doe:he- und Lefsingstraste, verursach! durch die Errichtung eines Finanz- und Dersorgui,.-,L- amiSgebäudes. sollte nach einer neueren Dispo­sition der Verwaltung nichtvsientlich verhan-esi werden! zu diesem Zwecke war die Sach' von der ursprünglichen l ssentlichen Tage-nrdnu >g ab 'es t»1 worden. Aus Antrag auS dem Hause wird heule in nichössentlicher Beratung beschlossen, di' An­gelegenheit doch öffentlich zu D.rfcantelfx. Bei­geordneter Dr. Hamm gibt zunächst einen ein­gehenden Uebcrblld über die ganze Sntwicksimg dieser Angelegenheit, aus dem hirvorgc^!, dast durch die Heranrückung dieses Baues bis an den Bürgersteig daS für diese Strasten sest.ielegte Borgartengelände als solches nicht erhall -n bleibt, iotoeit bas Baugrunbstück in Betracht ftmiml. DaS Gelände war der AeichSbehörbe bur !- nn- ftimmigen Beschlust teS Stadt Parlament« vom 11. Mai 1926 vorbehaltlos zur Berfugung ge­stellt worden, weil es al« Daugeländ für ein Ochklhau« ausgefchieden war. Daraus müfien heute nach allen Richtungen hin die Konsequen­zen gezogen1 werden. Derwaliung und 'Dauiau-- schust haben bei ter bisherigen B Handlung ter Sache alles getan, um die Wuns'sie der 0lai*t hinsichtlich der Bebauungsari bunbf.usehen. Da aber die Reichstenvrbe an ter *w)cl 1 ung teS seht in der Durchführung begriffenen- Baupro­jekt« sesthielt unb bet den Verhandlungen mit ihr die sehr ernste Möglichkeit auftauchte, dast da« Bersorgungsamt wegen Beschneidung de« Baugelände« zum Rachtisil unserer Stabt unb der Interessenten von hier nach Kassel verlegt

Iratifcte Fraktion bie durch chven Sprecher er­klären lästt. dah sie di« Spende bewilligen werte, toexn bie beantragt« Bezeichnung ,Hinberrburg- fpende" unterbleibe, andernsalls werd« sie ge­gen bie Spend« stimmen. Hm eine einstim­mige Defchlustsasfung zu ermöglichen, zieht die deutich-vvltsparteil'.ch« Fraktion ihren Antrag zu­rück. Bon vvltSparteilieher Seite wird beteuert, dast die Stadtverwaltung keine offiziell« Hinten- bürgtet er veranstaltete, dagegen wird von den aicheren Fraktionen daraus h.ngewiefen, dast die Stadtverwaltung im Sinne Hinde-.churg« haudelt. der keine Feier wünschte. Stadw. Kästner (Kommunist) spricht sich nachdrücklich gegen btt Spende aus: bei der Abstimmung, bei bet die Bejahung der EtistungSvorl^ge durch Sitzen­bleiben au«gedrückt wird, bleibt aber auch Stadtv. ftner sitzen, stimmt also der Stif­tung zu, so dast die Bewilligung einstim­mig ist. Erst durch die lebhaste Heiterkeit de« Haukes ausmertsam geworden, erklärt Stadtv. Kästner nach beendeter Abstimmung, test er gegen die Vorlage stimme.

Die städtischen Bauten in der Licher Strafe.

Die dkrgcbun 3 der Arbeiten für diese städti­schen Qleubauten wird tote folgt genehmigt: Weiß binderarbeiten: 3mwn- und Au­st enarbeiten an Gebt. Ricolau« zum Betrage von 7387,89 Mk.: Kellergeschost und Dachgeschost an 3. Ricolai zum Betrage von 1671,30 Mk.- Stchgefchost an Georg Schäfer zum Betrage von 1462,50 M-- 1. unb 2. Obergefchost an 3oh. Fmk zum Betrage von 3331,06 Mk.; Auhenputz an die QDctfibinbcrocteinigung zum Betrage von 3778,10 Mark. Schreinerarbeiten: Zwei Keller- ge schosse unb Dachgefchost an Ludwig Damm zum Betrage von 1482,80 Oltt.; Tveppen- und GlaSabschlülfc an Karl Hahn zum Betrage von 2223 Mk.; die Arbeiten ter drei Geschäft an E. H. Müller zum Betrage von 6273 Akk.; Keller­tüten unb Dachgefchost an Lubw. Damm zum Be­trage von 1312,80 QKt; bie übrigen Arbeiten an W. Benter. (Malerarbeiten: an Karl Güler zum Betrage von 3240 Mk. und an Phil. 3atobi zum Betrage von 3455 Mk. 3nstalla- tionen: an L. M vh zum Betrage von 3750,95 Mark und an R. Röbiger zum Betrage von 3695 Mark.

Ein Redner bet sozialdemokratischen Fraktion wünscht bei der Beratung dieser Vorlage eine 5tunbgcbung des Hause« dahin, test Handwerker und Lieseranten städtische Auckräge nicht erhalten, wenn sie sich weigern, die tariflichen ßöljne an ihre Arbeiter zu zahlen. Redner weist auf ehren Fall hin, too der >>ariuicerf«mc>ftet sich weigerte, feinen Atbeitent Tariflohn zahlen, dagegen aber an städtischen Aufträgen beteiligt sei. Sin anderer fvzialtemvkratischer Redner und ein Mit­glied der Deikspartei- Fraktion, die beide Ange­hörige de« DauauSschusse« sind, betonen, test die von dem ersten Redner gewünschte RegelunI bereit« bestehe, wonach die Handwerker uns Cie Tetanien vcrtragsich verpflichtet sind, bei Lrho!t städtischer Aufträge den Arbeitnehmern Tarif­löhne ui zahlen. Wenn sich ein Lieferant weigere, dieser DertragSvorfchrift Folge zu leisten, fo sollte daS tecn Bauausfchust nur gemeldet werten, damit dieser eingreifen tonne; wenn bet AuS- schusi nicht« erfahre, forme er natürlich auch nicht hanteln, um den Vertragsbestimmungen Geltung zu verschaffen. Deigeotdneter Dr. Hamm äustert sich in demselben Sinne.

Herstellung von Straften.

Die Attei ien zur CReiuxfeftigung von Straften werden wie folgt vergeben: Maurerarbei­ten: für die Kltchstrafte an H. Oteimer in ®ief>cn zum Angebotspreis von 10 094 Mk., für die Rodheimer Strafte an H. Weimer in Gieften zum Angebotspreis von 3913 Mk.; Pflaster- atbeiten: für die Rodheimer Strafte an K. Schnrpp in Krofdorf -uyt Angebotspreis von 15 411 Mk., für die Roonstrafte an 'Geor. ®er- lach in Krofdorf zum Angebotspreis von 4210 Mark, für die Rampe an ter Vratgaretenyutte

seine Stimme an Schmelz und Umfang «ingedustt, zeigte er feine reise Kunst, di« er bei Lamperti in Mailand und bei der Biardot in Paris ausgebildet, nur noch hier und da in Konzerten.

Daneben ja ft «ne klein«, dickliche Dame, die ernst ebenfalls gefeierte, jetzt nur nach als Lehrerin ge­nannte Selben-ifürftenftein, die 3ja freundlich zu- lächelte. Hinter ihr stand der klein«, zierliche, mit modischer Eleganz gekleidete Direktor, der früher als Pianist und später auch als Kapellmeister imb Komp «mist bekannte Herr von Nockmann.

Alle Drei blickten sie erstaunt an und siufterten dann eifrig miteinander. Isa merkte mit ihren schor- fen Augen, daft sich Lukrins oerschminkte, gelbsich- bteiche Haut langsam rötete und seine Augen immer wieder zu ihr zurückkehrten. Der Direktor zeigte auf einen Bries in feiner Hand, den er leise oorias. Und dann wisperten sie nochmals miteinander.

Wird wohl ein Brief 00m Kommerzienrat fein", flüsterte ihr die Mutter zu. »Wie der Lukrin dich anschaut bas ist er doch?! 3a, fo was kriegen sie hier nicht alle Tage zu sehen. Da dem war keine, bte dir das Wasser reichen kann.'

Mit einer leichten, weltmännischen Verbeugung trat der Direktor auf sie zu.

Fräulein Mengers, nicht wahr? Wir smd von allem unterrichtet auch, dost Sie zur Bschn« gehen möchten. Nun, wir werden ja hören. Das Aevtzere ist ja da, ist ja wirklich da. Aber bte ,3rau Mama ... Nicht wahr, die Frau Mama?

.Bawobl Herr Direktor unb wenn Sie ge­statten" .

Ach nein, verehrte Frau, es ist nicht üblich 0-1 uns, dost die Mütter und Anverwandten zugegen sind, wenn wir

Aber Mama Mengers ließ ihn gar mcht erst zu Ende reden. Sie sei selbst bei der Bühn« gewesen, roerm auch nur in bescheidener Stellung und es nnrrte ihrer Tochter Mut machen ...

?lck!ef;uckend wies ihr ter weltmännische kleine Herr einen Sofaplatz cn der Nückwand an. Und dann begann dasVerhör', zunächst mit der Skala, die der blonde Pianist anschkig. Daraus bat man sie, irgendein Lied zu singen, das sie studiert habe. c\2 wähsie Schuberts. Du bist die N' h".

..Di« Stimme ist Hubs - ", rief Lukrin schuckl, als kaum der letzte Ton vcrhaM warvon einem angenehmen Timbre.'

stimmte nur der Kommunist.

2l<rch den ®rflarungen des Berichterstatters handelt es sich zum Teil um Rachbewill^unge-a für mehrgeleistete Arbeiten bet ter Hc-rstcHung ter Rollbahn und ter Hingebung tes Aughafen-

zirtstwrsteher evtl, gutachtlich gehört w Hollen. Lin weiterer Streitpunlt rit ter teustch-vollSparteilicher Seite gestellte Antrag, die Spende olSHintenburg-Dpende" zu be- zoichnen. Dagegen wendet sich die sozialtemo-

* v i e ß e >, 30. September 1927.

We 6tabtoerorbnettn Hoden fich in bet etwa zehnwvch g.n gericnzeit anscheinend gut erhott. Diefen ächluft muß man aus dem Verlaus der heu­tigen Sitzung ziehen. Manche Stadtoäter be­kundeten eine selche N e d e s r e u d i g k e i t, daft mon schon von starkerN e d e r i t i s' sprechen kann, selbst bei einer Sache wie der Vorlage über fet Hmdenburgspende, roo man allensalls einige Neden unwideriprochcn Eingenommen hätte, ba- gigen die Redcschlacht um eine Bagatellsache (bie Bezirksvorsteherfrnge- als völlig unangebracht cmp- sinken mußte. Mit Necht sagte ter Stadw Höher hem House, daß dieser Zank bei dieser Sache be­schämend fei. Andere Mitglieder der-.gervcrtre- tunfl zeigten sich im Ertragen ter Sprechübungen ber Rederitis Befallenen allzu leistungsfähig, sodaß man hier von einer durch die Ferieneiholung start gcsteigerten Ausnahmrstihigkeit sprechen kann. Es wäre für alle an der Sitzung Beteiligten besser ge- wesen, wenn das Haus feine durch die lange Rul>e pause erhöhte Spannkraft aus die raschere Er­ledigung des Arbeitspensums angeivandt hätte. Mit Anerkennung sei dabei vermerkt, daft ein paar Red ner, meist als Berichterstatter, nach dem guten Wort handelten.Die Kurze ist die Würze.' Wenn nur alle so dächten und handelten!

Ein kurze» Dort zu der heutigen Bericht- erstatte r-Entgleisung. Es war jetzt dos zweit? Mal, daft ein Mitglied der jüngsten Frattion o(s Berichterstatter vollkommen neben das Gleis geriet und, anstatt einer aufklärenden, objektiven Be- richterstattung über die Dorloae und die Ausschuft. Dtrhanblungtn seine persönliche Stellung zu der Angelegenheit in langer und breiter Rede kundgob. Wieder wurde aus dem 5>ause heraus diese ArtBe- richterstattung' gerügt. Man dars wohl hoffen, daft dieser Fall der vollständigen Verkennung selbstver­ständlichster Berichterstatter pslicht der letzte ge­wesen ist, andernfalls müßte man wünschen, daft künftighin der Vorsitzende den bett Redner bic Crtratour nicht wieder bis zum Ende tanzen läßt, sondern ihn im Interesse der Verhandlungen bei­zeiten auf den Pfad der Berichterstatterlugend zu- rüifbringt.

Mit den Entscheidungen des Hauses kann man sich einverstanden erklären, insbesondere mit ber Be- willigung einer Stiftung anläßlich de» 80. Geburtstages des R e i ch s p r ä s i d e n- ten von Hindenburg, wobei der kommu­nistische Vertreter Kastner im entscheidenden Augenblick daneben geriet, und mit der Verständnis, vollen Förderung unser esFlnghafens, di? dgs Haus heute micbennn In anerkennenswerter Weise durch feinen Beschluß bekundete.

Sitzungsbericht.

Arrwe'end Oberbürgermeister Dr. Seiler, di« Bürgermeister Dr. Seid und Dr. Fr«Y. die Beigeordneten Dr. Hamm. Iustrzrat Dr. Rofenderg. Konrrnerzienrat Klings por unb 38 Stadtverordnete.

Hin benbwvgfpeube.

Der Kommerzienrat überlegte blitzschnell. Zu­nächst war da mit Gewalt nichts zu machen das merkte dieser gute Menschenkenner wohl. Höchstens lief si« be.n Vater davon und dann uxir sie auch ihm aus der Hand. Bis Eberhard Student nxir und eher sollte er den heißen Boden 'Berlins nicht wieder betreten konnte ihre Ausbildung beendet fein. Dann schob mon sie, ob sie nun viel oder wenig Talent oder Stimme hotte, irgendwohin in die Pro vinz ab, joo sie dem Jüngling erst recht aus den Augen kam. Ganz selten sing emc Sängertn in 9kil:n an. .

llnö dann, «he sie sich einmal wtedertohen, hatten sic einander langst vergefsim. Dos war immer so im Leben. Eberhard würde sich derweü, als flotter Studio, zehnmal verlieht und fit natürlich em ober mehrereÄerhältnisse' angefangen hoben.

Hotte sie über wirklich eine groß« otmune und auch sonstige Talente, so konnte er "ch als ben Mözen des neuen Stars auftpiekn. Warum sollte nicht auch einmal aus einem Berliner Hinlerltaus cm Stern ou ff teigen? Jedenfalls konnte er nichts dagegen bm. Und jedenfalls war «s bester, er bc- hielt di« Stein« unter feiner Obhut.

Mein lieber Mengers', unterbrach er den^ kol­lern den Untergebenen,ganz so ist die oache denn doch nicht. Beim Theater gibt «s nicht.wehr Liederlichkeit als anderswo. Schließlich muß sich jedes Mädel selbst behüten- und 3hr« Kleine wettz, was sie will. Wenn sie wirklich Stimme hat wir werden sie prüfen lassen bann werde ich sie gern unterftützen." v . x

Isa warf ihrem neuen Beschützer euren dankenden Madonnenblick zu und küßte mit einem plötzlichen Impuls die Hand des Konuiierzienrats, die er schnell wegzog, worotif er ihr väterlich di^Wa:>gen tötiche.te.

Vater Mengers klappte erstaunt einige Male den Mlrnd auf unb zu. Er orrstond die Welt mwt mehr. Sein hoher Chef wollte fein Mädel zum Thea­ter bringen 3um Theater! Alle sein« Gedanken

Allerdings noch klein', warf der DiVeftor ein, unb natürlich noch tmgebildet.'

Aber gottlob noch mrocrMlbet,' fügte bie Sel­ben schnell hinzu.

.Immerhin scheint mir doch Gehör und Mufik- sinn vorhanden," meint« der berühmt« Tenor unb blickt« si« mit glänzenden Augen «1.Run, singen Sie einmal etwas Modernes vor, etwas Schweres etwa von Wolff, wenn Sie das können."

Unö da Ija mit ihrem Klavierlehrer, der ihr den ersten Gefangunterricht erteilt, auch einige Wolsfsche Lieder eingeübt hatte, fo fang sie auch noch dies.

Man hieft Mutter und Tochter dann in ein Hei­nes Ncbenkabinett treten. DasFegefeuerzimmer" nannte es der junge Pianist »Heinz Halban, Mci- sterfchüler der Meifterkloste, ber demnächst auf die Menschheit losglaffen wird", wie er sich i-lhft vor­stellte.

Er trat mit in das Wartckabinett ehi, machte Isa oerttebte Augen unb tröstete sie.

Selbstverständlich wird man Sie aufnehmen "

Warum ist das so sekbftverständlich?"

Run «an« compliments Sie haben doch eine niedvche Stimme ... Ra ja, nur klein, aber doch süß! Und dann Ihr Aeußeres ... Ra jo! Die Herren haben Ihnen schon die Wahrheit gesagt. Sie nehmen auch weniger hübsche Stimmen und Mädchen auf. Mein Gott, die Konkurrenz der an: deren Institute! Und man kann ja nie wissen, wie sich jemand entwickelt. Ihre Stimme, bit kann noch ormsdick werden '

^Hm, sogen Sie mir lieber, Herr Halban, wer der belfere Lehrer ist. die Seiden ober Berengar Lukrin? Die Meinungen sind fo verschieden ..."

Der blonde Iunglina strich sich durch den genia­len Lockenurwakd und schaute sie lächelnd an:

Wie sagt Nathan der Weise? Wahrheit wie bare blanke Münze oder so ähnlich. Jeder Schüler lernt nur, was i n ihm liegt.'

Mama Mengers lächelte geziert:

Na ja, man wird ja was erleben en meiner Tochter. Aber schließlich, wen halten Sie für meine Isa für geeigneter, Herr Kapellmeister?'

Der junge Mann lächelte geschmeichelt.

(Forttetzung fn!gt.)

llmErsoig im Wiebe

Roman von Robert Misch.

dopt)right bi) Earl Dunfer. Berlin SW 62.