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Aus der Provinzialhauptstadt.

[ Dießen, den 1. Oktober 1927.

Samstag auf dem Land.

»Hof und Straße find gekehrt u

Der Sonntag träumt tu den Gaffen

Man fühlt Hn deutlich, man sieht und greift ihn beinahe, den in den Gassen träumenden Freudenbringer. Wohl nirgends genießt man die Sonntagvvrfreude so rein, wie auf dem Bauerndorf Barfüßige Buben oder ältere Leuw, letztere manchmal typi'che Eharaktergestalten, sich­ren eilig oder bedächtig, immer aber fünft* gerecht den Reisigbesen um da- Haus. ®vn mit liebevoll streichelnden Besenstrichen gerundetes Häuslein Sand und Schmutz, das rasch beiseite geschasst wird, ist das Ergebnis der Arbeit.

Run sind die Hauser und Häuslein noch ein­mal so schön, noch einmal so bunt blühen die Blumen auf den Fenstersimsen, zu denen sich da und dort ein weißes Garbinchen herckusbläht. Rach den Türfchwellen zu schließen, den weiß- gescheuerten, aus Holz, oder den roten, noch feuchten, arid Sandstein, müssen die Wohnstätten blitzsauber sein. Rach ein paar Wagen mit Klee werden eingcsahren klingen die Peitschen immer so lustig? Roch ein Korb mit Gemüse wird au8 den Gärten geholt, liegt immer ein farbenfroher DaHlienstrauh dazwischen?

Eine Frau begegnet mir, die eine schwere Last trägt. Ein großes Bündel Gras auf dem Kopf. Sie muß sich sehr aufrechthallen, um das Bündel nicht aus dem Gleichgewicht kommen zu lassen. Shre Arme sind in die Hüften ge­stemmt. Sie strengt sich an, die Frau, man sieht es besonder« an ihren Händen, aus denen die Adern hervortreten. Und doch hält eine dieser harten, verarbeiteten Hände etwas, das über das Rotwendige hinauSgeht. den Schmuck für bat Heim: einen Strauß. Auch die Armut hat ihre Sormtagfreude.

Ich grüße die Frau ehrerbietig. Sie dankt mit verwunderten Augen, und ich gehe rasch vor­über. Doch muß ich unwillkürlich noch einmal stehen bleiben und kann nicht anders, als in der sorgsam und stolz Dahinfchreitendrn eine beinahe mythologische Gestalt sehen.

Roch ein liebliches Bild. Kleine Triivpchen Kinder begegnen mir, flachsblonde und braun» bezopfte Mägdlein und pausbackige, helläugige Buben. Sie tragen allerhand gute Sachen, schön zurechtgemacht. Aus dem Ober- und Unterdorf kommen sie und aus den Seitengassen, und sie scheinen alle dasselbe Ziel zu haben. Endlich be­greife ich: Erntedankfest! Wie innig und sinnig: die Tugend schmückt das Gotteshaus mit Gottes Gaben, mit allem, was grwack/en ist auf Gottes Erde, gereift in Gottes Sonne. Auch hier fehlt nicht ter Ueberfluh, das Schmückende: Blumen, Blunxm. und aus dem Kreuz, aus den Korn­ähren leuchtet der rote Mohn und grüßt die Blume.

Diele spotten über christliche Gebräuche, sie zertreten edelste Gemütsregungen, sie rotten Kindlichkeit aus und damit das Gefühl, das dieser besonders eignet: Dankbarkeit. Sie trennen das Erzieherische deS Ehristentums und untergraben jede gottgewollte Autorität. Auch in manchem kleinen Bauerndorf ist ihre Saat schon auf gegangen. Richt die ganze Üugenb beteiligt sich am Schmücken der Kirche: ein Teil feiert ein anderes Fest. Mit Lampions und Fackeln unb mancherlei Tamtam kommen sie die Dorfftratze herunter. Sie lachen Über die Dummen, die einemimbefannten" Gott Gaben dpfern. Gesetz ist alles, sagen sie. Rach irgend­welchen zrckälligen Gesehen, die irgendwie zufällig entstanden, regelt sich da- Raturgeschehen und der Weltenlauf. Wohl feiner von denen, die diese Phrasen nachplappern, hat einmal ernst­lich über sie nachgedacht, und das ist der größte und vielleicht einzige Trumpf in den Händen ihrer »Führer".

Die Dämmerung schreitet vor. Alle lauten Geräusche find vorübergegangen. Winkel und Gassen, Höfe und Gärten. Sätme und Bäume leben nun ein gar seltsames ©ein. Em Geist gemütvoller Romantik, anspruchslosen Sicham- daseinsfreuens umweht uns und zieht uns in feinen Dann, imS etwas von feinem friedevollen Sichbescheiden mitteilend. »Man fann nicht alles sein und wollen", plaudert der steinerne Brtrn- nen unter der Dorflinde.Man faim nicht ein einfaches, nützliches Zweckdascin führen und gleichzeitig die Wunder der Quelle droben im Wald- gründ erleben. Man ist Gefäß, Zweck, Uebergong. Aber man ist erfüllt von Leben, von Geheimnis, von Wissen um Ursprung und Ziel."

Nun sind alle Konturen verwischt, aufgelöst in dem ungewissen Zauber der nahenden Nacht. Da er­klingen in die Stille hinein die Kirchenglocken. Mit gewaltigen Akkorden, groß, feierlich in f-Moll nimmt der Sonntag Besitz von dem ihm bereiteten Land. N. Egner.

Gießener Wochenmarktpreisc.

ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 210 Pfennig. Matte 30 bis 35. Käse (10 Stuck) 60 bis 130. Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12. Rotkraut 15. gelbe Rüben 15. rote Rüben 10, Spinat 25. Römischkohl 10, Bohnen 20 bis 25, Unter'oblrabi 6 bis 8, Feld­salat 80. Tomaten 30, Zwiebeln 10 bis 15, Meer­rettich 80. Kürbis 6, Kartoffeln 4 bis 4.5, Aepfel 10 bi- 15, Birnen 15. Zwischen 12 bis 15, Preiselbeeren 50, Brombeeren 45. Russe 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120. Danse 100 bis 120 bas Pfund: Eier 16, Blumenkohl 20 bis 130. Salat 15, Salatgurten 10 big 60. Endivien 10 bis 16, Obertohlrabi 5 bis 15. Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 20. Sellerie 20 bis 40 Pfennig i a6 Stück.

'^oruotizen.

Tageskolcnder für Samstag. D. O. B. inrbStahlhelm". Bund der Frontsoldaten, 8 Uhr, Lasö Leib. Feier ixe Ni. Geburtstages des Neichsprostüenten. Im deutscher Orden: 8 Uhr. Unioetsitäls LafE, l)inb#i:l' rgabend. Bauerscher Gesangverein: ö Uhr,Karlsruhe", Familienfeier Mandolinen, und Guitarren vereinReapolita*: 8 Uhr. Karholisckxs Dereinohous, Abenbunterhal- tunfl., M. 18701920: 840 Uhr. Hotel ..Bit torio", ^Kiiiptixrfdmmlung. Gießener Ruderklub ,47afiui, 8 Uhr, Boots1)aus, Generaioerfammlung. Geflügel- und Aogelziichtverein: 8 Uhr,Pfälzer

r ^onatsversamtung. Verein vertriebener uff«&'£?othingcr. 8 Uhr, Hotel Kodier, Versammlung. Palast-Lichtspiele:Der ladienbc Ehemann". Astoria-Lichtspiele:Der König der Cowboys".

a.agesk ölender für Sonntag lurooerctn von 1846: Borm. 9 Uhr und nachm 3 Uhr *lb turnen, 8 Uhr abends Siegerehrung und

5omtflmfder. DtärmertimTOerehr 8)t, Ke- ftaurant Faulsttch, Fannlienabend uni) Sieaer» ehrung: 8 Uhr nachm.: Sportplatz am Schiften. Perger Weg, Handball-Verbandsspiel. Lichtspiel. Heater wie Samstag.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Egmontaufsührung am kommenden Mittwoch, mit der die neue Spielzeit eröffnet wird, wird in einer Einrichtung von 3n- tenbant Steingoetter, die das Werk in 11 Sil­ber gtiebert, vor sich gehen. Die 4>eiden Szenen bei der 'Jtcgentxn sind weggslasten worden: wenn sie auch manches kluge Wort enthalten, fo ist ihr In­halt doch rein politischer Natur und es wird ein zweimaliger Umbau erspart, was der Abkürzung der Spieldauer wesentlich zugute kommt. Auf flotte Ab­wicklung der Szenenfolge hat die Spielleitung über­haupt ein Hauptaugenmerk gerichtet, und es wird deshalb nur eine Pause, und zwar noch dem vierten Bilde, stattfinden. Beethovens Egmontmustk wird von der Reichswehrkapelle ausgeführt. *

Liebigshöhe. Morgen, Sonntag, nach- mittag anläßlich des Geburtstages des Reichsprä- fidenten Militärkonzert. (Siehe heutige Anzeige)

Eine Veamtenoersammlung findet am kommenden Montagabend in derStadt Wetz­lar" statt. Näheres in der heutigen Anzeige.

CH. Der neue Rektor der LandeS- univerfität. Prof. Dr. jur. Rosenberg, hat heute die Amtsgeschäfte übernommen.

Die Gießener Garnison an Hin­denburgs Geburtstag. Aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten Generalfeldmar­schalls von Hindenburg, findet morgen vor- mittag 10,30 Uhr auf dem Hofe der Zeughauskaferne ein Appell der gesamten Garnison statt, bei dem der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Fritz eine Ansprach an die Truppe halten wirb. Anschließend begeben sich die evangelischen Mannschaften zu einem besonderen Misitärgottesdienst in die Johannes- kirche, an dem natürlich auch die übrige Bevölkerung tcllnehmen fann; Beginn des Gottesdienstes etwa um 11 Uhr. Für die katholischen Mannschaften ist die Beteiligung an der Messe um 11 Uhr in der Katholischen Kirche vorgesehen. Nach dem Gottes, dienst wird die Militärkapelle etwa von 12 bis 1 Uhr am Liebigdenkmal konzertieren.

** Anlagen. Konzert des 1. (H e s s.) Bataillons 15. In f.-Regiments finbet ans Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichs­präsidenten am morgigen Sonntag, 2. Oktober, cor- mittags von 11 bis 1 Uhr, beim L^bigdenkmal statt. Musiksolge: 1. Armeemarsch I, Nr. 27,Der Cobur­ger"; 2. Preislied aus der OperDie Meistersinger von Nürnberg" (R. Wagner): 3.Königsmarfch" (R. Strauß); 4. Hymne urtb Trlumphmarsch aus der OperAida" (G. Verdi); 5. a) Armeemarfch I, Nr. 104, Marsch des schwäbischen Kreisregiments Turlach-Baden (1700), b) Armeemarsch I, Nr. 105, Der Hessische Fahnen (Dräsentier.) Morsch Land- graf Ernst Ludwig von Hessen.

Die Schmückung der deutschen Kriegergräber im Ausland« hat sich bekanntlich der B)lksbund Deutsche Kriegsgräber- sürsorge zur Ausgabe gemacht. Während bisher die Eftizelgräber unserer Gefallenen in fremdem Lande in der Regel immer würdig geschmückt waren, fehlte der Grabschmuck durch Kränze und Blumen oft <m den Massengräbern, in denen die imbcfarmten deutschen Gefallenen gemeinsam bestattet wurden. Hm diesem Mangel obzuhetfen, soll nunmehr duvch Aufbringung größerer Mittel aud> für die Schmückung der gemein!ernten Grab­stätten gesorgt werden. Zu diesem Zwecke wird die Gießener Ortsgruppe deS BokkSbutck>S Deut­sche KnegSgräberfÜrsovge in den nächsten Tagen und für den ganzen Monat Oktober sausend eine Haussammlung veranstalten, deren Ertrag -tn- würdigen Herrichtung der gemeinfamen Gräber unserer gefallenen Brüder Verwendung finden soll. Man darf wohl hoffen. daß im Hinblick auf diesen edlen Zweck der Sammlung die Spenden aus allen Kreisen unserer Mitbürger recht rege werden.

** Der neue hessische CanbftoK- meister. Der bisherige hessische Landstallmeister S ch ö r k e ist wegen Ucberschreitung der Alters- grenze in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nach- folger wurde der bisherige Kommandeur der Schutz­polizei in Friedberg, Major Hertel, ernannt.

* Personalien Ernannt wurden der praktische Äerarzt Dr. Z^hrnn Wilhelm Schild- Wächter aus Bernsfeld zum Amtsveterinärarzt mit Wirkung vom 1. Oktober ab; der Studien­assessor Otto Heb aus Munster, Kreis Gießen, zum überplanmäßigen Studienrat mit Wirkung vom 1. Oktober ob. Am 27. September mit Wirkung vom 1. Rovember 1927 an: der Direktor Dr. Philipp H e l f e r t, Leiter der Lanßwirt- schasisantts-Außenstelle zu Schotten, zum Direktor bei Landwirtfchaftsamts zu Didda: der Direktor Ernst Wetz, Leiter der LandwirtschastsomtS- Außenstelle zu Offenbach a. M. zum Direktor des Landwirtschaftsamts zu Worms; der Direk­tor des Landwirtschaftsamts zu Ridda, Dr. Her­mann Schad, zum Direktor der Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg. In den Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staats­beamten der Polizeimeister Loharrnes Schmidt zu Gießen am 1. Dezember 1927.

* Die Gießener Herb st messe wird am morgigen Sonntag ihren Anfang nehmen. Hoffent­lich ist ihr gutes ÄLetter beschieden, damit die Schau fteller und die Interessenten aus der Bürgerschaft auf ihre Rechnung kommen.

* Eine öffentliche Steueronmab- n u n g erlaßt die hiesige Stadtkasse im heutigen An- zeigenteil. Die Frist erstreckt sich bis zum 10. Oktober. Steuersäumige seien auf diese Bekanntmachung be sonders hingcroiefcn.

** Die nächsten Biehmärkte in Gießen finben am Dienstag und Mittwoch nächster Woche statt Am Dienstag ist Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt, am Mittwoch Schweinemarkt und Pferdemarkt.

" Geschäftsjubiläum. Di« Metzgerei Adolf Hofmann, Walltorstraße 13. kann heute auf ihr 50jähriges Bestoßen zurückblicken.

21 r b e i t s j u b i (ä u m. Gestern beging der Arbeiter Ludwig Oestreich aus Kinzenbach bei der Firma H Schassstaedt G. mbH, Fabrik für ge- sundheitstechnifche Bnlaaen, fein 25jährige6 Dienst- jubtloum. Aus diesem Grunde wurden ihm seitens der Direktion, des Personals und der Arbelterfchaft Ehrengaben überreicht. Seitens der Firma wurde er besonders bedacht

.** Freiflüge haben der Schornsteinfeger' meister Ke l l und Frau I ä ub e r t von hier, die je als 500 Gast dos (Taf4 auf dem Flughafen besuchten, erhallen

' Unfall an her Baustelle Heute normtlflg kur, vor 9 Uhr. erlitt ber anfangs nrr jtoanjtg.'- 3 ah re Uebeuhe Arbeiter Heinrich Etzemul. er auS Rödgen an der Umbaustelle

btt Nsenbahnvrvcke an btt Reustabt einen schweren UngLüdefalL Ser junge 'JBarai war dort mit dem Abbruch bei Mauerwerks beschäftigt, wobei er mit einem loSgebrochenen Quantum schwerer ©Seine heruvstürzre uni) dabei so hart auf die ©leine auttchlug, daß er mit inneren Verletzungen an der llnfallfttfle liegen bieb. Von der städtischen Feuerwache wurde dem bedauerns­werten jungen Manne Hilfe gebracht und er mit dem städtischen Sanitär Santo der Klinik zu- gettchrl.

'Die zweite Modenschau. Gießen wird anscheinend doch Großstadt! Wenigstens aufdem Ge­biete der Mode. Denn innerhalb weniger Tage hat­ten wir hier zwei Modeschauen. Daß yn(ere Damen­welt und auch die mehr oder minder bejahrten, aber ausnahmslos lehr interessierten Herren dies nicht zu viel fanden, geht aus der Tatsache hervor, daß die zweite Modenschau am Donnerstaa in dem schönen und großen Saale des Cafe Leib einen Massenbesuch zu verzeichnen hatte, wie viele ihn bet 1 Mark Eintrittsgeld im Gegensatz zu dem freien Eintritt bei der ersten Modenschau wohl nicht erwartet hatten. Sogar ein Schupobeamter im Dienst erschien bet der Abendoorsührung auf dem Plan, um evtl, den Saalzutritt wegen Ueberfüllung zu sperren. Beinahe hatte er hierzu Anlaß gehabt, denn es warso voll wie in einer Wursthaut". Derb liche Veranstalter dieser Schau waren das Damen- Modenhaus Gebr. I m h e u s e r , die Pelzfirma Georg Schultheis, das Hutaefchäfl H Leh» mann, Inh. S. Haas, Schuhhaus L. Süß, Offenbacher Lederwaren E. Röder, Frileurmeifter Josef Henkel, für gute Beleuchtungseffekte sorgte die Firma Georg Appel, während das Blumen- haus Diez für den Saal reichen Blumenschmuck zur Verfügung gestellt batte. Wirkende Träger der Veranstaltung waren Mitglieder derDeutschen Modenschau-Tournee", aus Berlin. A. Sturm- bürg fungierte als einmal mehr und einmal auch minder fesselnder Ansager, Anny Rubens sprach gewandt und anlockend zu den Damen über die neueste Mode, dann kam die deutsche Modeprinzessin Irma Irene I. graziös und in reizender Gewandung auf das Vorführungspodium getänzelt, und hierauf sah man eine Fülle von Pelzen, Kleidern, Mänteln, Hüten, Schuhen usm ufw, kurz, alle Dinae der Be kleidungsmode, die ein Frauen- und Mädchenherz oft aufjauchzen und den mit einem Attentat auf den Geldbeutel beehrten und doch so gern zahlungs­willigen (wenn zahlungsfähigen!) Kotten und Vater meist erschrecken ließen. Von denhübschen" über die wunderbaren" bis hin zu dengeradezu fabelhaft

schönem" Dirgtn her Damernnobe war alles ver­treten, ein reiches und in allen Nuancen her Stoffe, Farben und spitzen, Pelze und Lederwaren locken- desBild! Fünf Mannequins brachten alle diese Sachen gut zur Geltung, fo daß oft lebhafter Beifall der begeisterten Evastöchter, aber auch der in Schwung geratenen Herren der Schöpfung" ertönte. Und zu alledem musizi.rte die Kapelle der Modenschau- Tournee recht fleißig, während man in der Pause ein kleines Konzert auf einem Phonola-Musik- apparat von Ernst EhoHier genießen konnte. Alles in allem: es war ein genußreicher Abend, an den unsarme Männer" noch oft zu erinnern sich unsere Frauen und Töchter gerne weiter bemühen werden.

Oberhessen.

Landkreis Aitfctx.

Klein-Linden. 30. Sept. Der MännergesangvereinArion" hält am 9. Oktober sein diesjährige« Konzert ab, wobei unter anderen Liedern auch die ChöreDeutsche Tänze" von Schubert undMarianne vorn Rhein" von Kämpf mit Orchesterbegleitung zur Auffüh­rung gelangen.

X Wteseck. 30. Sept. Fast gletchaltertg mit unserem Reichspräsidenten ist unser« Mitbüraerin Frau Dorothea Rock Witwe, geb. Kolb: sie feiert am 3. Oktober in geistiger Frifche ihren 8 0. Geburtstag.

r: Lollar,' 30 Sept. Zu dem anläßlich de« 80. Geburtstages des Reichs Präsidenten in Berlin statt findenden 2. Deut schen Reichs­kriegertag entsendet der hiesige Vetera­nen» und KIriegerverein eine Abord­nung. bestehend aus drei Kameraden, die bi< alt-ehrwürdige Fahne deS Vereins, aut dem Jahre 1 742 stammend, mit sich führen. Ferner nehmen an der Veranstaltung zwei Iung- mannen der »Hassia"-Iugendkamerabschcrft Lollar mit Iugendwirnpel teil.

* Londorf, 1. Oft. (Drahtbericht^ Heute früh brach in den Wirtschaftsgebäuden des Hofes Attendorn bei Nüddivgshausen Feuer aus. Soweit bisher bekannt ist, ist den Flammen eine mit allen Crrnteoorräten gefüllte Scheuer zum Opfer gefallen. Die hiesige Feuerwehr ist zur Hilfeleistung abgerückt. Weitere Einzelheiten fehlen zur Zeit noch.

Garbenteich, 30. Sept. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt dieser

Rätsel-Ecke.

Silbenrätsel.

Aus den 38 Silben:

a he der cae che da de draht r e ed se se gen ha- hal he i l li ma mqg mi­mte mir nar nat ne neb nes or pos far fei fleb fper jüd wind

Und 19 zweisilbige Wörter zu bilden mit nach- stehender Bedeutung:

1. Hoher Adliger; 2. Hundenome; 8. gesetzliche Gemeinschaft; 4. Stern erster Größe; 6. römischer Staatsmann und Feldherr; 6. Brettspiel; 7. ara­bischer Fürst; 8. Verwandter; 9. Naturerscheinung; 10. zentralasiatischer Fluß; 11. Wundenmal; 12. Wtrtschaftsgegenstand; 13. römischer Geschichts­schreiber; 14. Berg In Tirol; 15. altnordische Ge° oichtsammlung; 16. Raubvogel; 17. Teil der Natur- wlfienschasten; 18. Stadt in Westfalen; 19. Zlerfisch.

Cofern die Bildung der Wörter richtig erfolgte, müssen diese in ihren Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und ihren Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Sprichwott ergeben. Wie lautet dieses?

Krenzwortratscl.

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1. Bon links nach rechts:

1. weiblicher Personenname; 5. Stadt in Han­nover; 9. Papstname; 10. schlangenartiger Pelz; 12. Spitzname der Nordamerikaner; 13. Teil des Bau­mes. 14. Provinz und Stadt in Italien; 16. Fluß in Turkestan; 17. kurzer Inhalt; 19. Gedankenbild im Schlaf; 22. Lebenshauch; 24. großes natürliches Wasserbecken; 27. Teil des Wagens; 29. Hoher- priefter; 31. Bewohner einer britischen Insel; 33. Stadt in Südtirol; 34 Gesangslaut; 35. afrikani­scher Strom; 36. Stammvater eines Dolksstammes; 37. Schicksalsgottin; 38. Hohes Gotteshaus.

2. Bon oben nach unten:

1. wie 33. wagcrecht; 2. Vogelbett; 3. Anmer­kung; 4. großer Eingang; 6. biblischer Name; 7. Stadt in Westfalen, 8. Straußenart; 10. Schank- statte; 11. Beschäftigung; 14. Fluß in Italien; 15. Flächenmaß; 18. Bedrängnis; 20. Abschiedswort; 21. Hotrnpflanze; 22. Dpernfomponift; 23. weib­licher Personenname. 24. unterirdischer Gang, 25 Haustier, 26 militärische Kopfbedeckung; 28. eng- lisches Bier; 30. altes Gewicht; 32. Stadt in Bra­silien

Berierbild.

Wo ist der zweite Gemsjäger?

ttätfdfonett

Merk' auf: Willst du die ersten Zwei ergründen, Such' mit dem Jager sie im grünen Wald;

Dort wohnen sie, dort ist ihr Aufenthott, Du wirst fast nur sie in Gesellschaft finb#R. Nimm sie nicht, wie sie sind: vettausche hinten Ein Zeichen, sonst in richtiger Gestalt Erscheint das Ganze nicht. Die Dritte, alt, Ehrwürdig meist, such' niemals tn den Gründen. Aus Bergen thront sie, morsch und halb zerfallen, Erzähtt den Wand rern von dem einstigen Ruhm, Wenn andachtsvoll sie zu den Trümmern wallen. Das Ganze ist bewundert von uns allen. Ein Nam', erfüllt von deutschem Heldentum. Sein Ruhm wird weit durch die Geschichte schallenl

Äuflöfitnflai.

SilbenrMfd.

1. Dapsang; 2. Anekdote; 3. Sebciftopol, 4. toM; 5. «legi«; 6. Vacharach; 7. Enklave: 8. Hänfen;

9. Jhering; 10. Sarbou; 11. Talent.

Das Leben ist geliehen Gut. Ergänzungsaufgabe.

Ernst Thal; Roß Bach; Nord Deich: Tor Gau; Eis Feld, Frau Stadt; Ei Bau; Stadt Ilm; Traun Stein

* Erntefest.

Räffel.

Die Feder.

Bilderrätsel.

Böser Handel, wo der eine lacht und der andere weint

Kreuzdvrträtsel.

S N

»bi

Biasuae hhhiB" üjopjIqh: LiKQlBan eQpiDÖCi NUbbhq

Röfselsprung.

Denn ein Liebes dir der Tod Aus den Augen sortgerückt. Such' es nicht im Morgenrot, Nicht im Stern, der abends blickt Such' es nirgends srüh und fpät, 2l(s im Herzen Immerfort, Was man so geliebet, geht Nimmermehr aus diesem Ort.

(Justinus Kerner.)

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom Rebakttonsttsch.

.Fürsorge.

Der Geheimrat T. in W. ist gefürchtet wegen feiner schlagfertigen 3ronit. Auf einem Ferien- ausilug in Zür.ch fährt er an einem tchwül- heißen Tage in der Straßenbahn. Da steigt ein junger Bursche ein. Ohne weitere ttvftchwetfe zieht der biedere Schweizer, weil es qar zu heiß ist, erst seine Jacke auS und hangt fi« an emen Haken Dann entledigt er sich der Weste und befestigt sie an einem anderen Haken. Der Ge­heimrat. der dem Vorgang mit Intereffe gefolgt ist, zeigt auf einen noch freien Platz an der Wagenwand und bemerkt hilfsbereit:Die Hose können Sie dann dorthin hängen ...

Auswahl.

ImEifenhaus" der Messi fühlt Knickebein plötz­lich eine Hand liebkosend über feinen nicht unbe» iröchilichen Bauch streichen.

Eine schreckliche Idee kommt ihm: Er taflet nach feiner UhrFort!"

Im Gewühl entdeck' Knickebein einen eilig ver­schwindenden Herrn mit Mvnokel. Er nimmt die Verfolgung auf, bekommt ihn beim Schlafittchen unö knirscht:

Geben Sie sofort meine Uhr 'raus!"

Ter Herr mit dem Monokel greift in die lafdx holt etwa fünlzchn Taschenuhren heroot und sagt käsebleich:

Suchen Sie sich Ihre aus!" K. Mi.