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Nachdruck verboten.

4, Fortsetzung.

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(Fortsetzung folgt.)

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36. Deutscher Wandertag

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Das körperlose Gefühl war so stark in ihm, daß er keinen besonderen Schmerz empfand. Er wußte nur ... vorbei--

Etwas war zerbrochen in ihm.

Er war Zuschauer geworden.

In der langen, lichterfüllten Kurhausstraße brannten die Lampen. Aus einem Cafö, das von Menschen überfüllt und blau von Rauch war, klang Musik. Melodien ausToska" ...Wie sich die Bil­der gleichen." Eine Geigenstimme sang. Geschminkte Frauen in kurzen Röcken, blasierte Gesichter und harte Geldmienen zigarettenqualmender Männer mit zurückgestrichenem Haar und dieser brutalen Rückenlinie ... Oder sah er sie nur auf einmal

Er sprang aus dem Wagen, bezahlte, ohne sich herausgeben zu lassen und wartete, bis der Wagen Kehrt machte ...

Süddeutsche Hotel- und Gastwirte-Ausstellung Würzburg Mai 1927 Höchste Auszeichnung, Goldene Medaille und Ehrenpreis.

Beginn 230 Uhr / Eintritt 0.50 Mk.

Tanz ab 8 Uhr abends Tanz

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In dem Zimmer erlosch das Licht. Kurz darauf kam ein Herr im kurzen hellgrauen Sportpelz die Treppe herunter; die Zigarette im Mund ging er durch den Garten und verschwand in derselben Rich­tung im Nebel ... Manfred richtete sich auf, er stäubte die Erde ab, die an seinem Mantel hing und suchte seinen Hut, der in der Ecke neben dem kahlen Strauch lag .... *

Wer wohnte in diesem Haus? Mit Hilfe eines Wachsstreichholzes entzifferte er neben der Messing­schelle mehrere Namen. Graf Rödern, Prinzessin Samarow, La Rosiöre, Fremdenpension. Er kannte keinen dieser Namen. Wer verbarg sich hinterLa Rosiöre"? Irgendeine Dame, die Zimmer abgab? Er hatte schon die Hand auf der Klingel, als er drinnen einen Hund anschlagen hörte. Er schien ein­geschlossen zu sein, denn er kläffte heiser und wütend aus dem oberen Stockwerk. Irgendein Schoßhünd- chen einer alten gelähmten Dame vielleicht. Nein, er wollte nicht hier eindringen ... Die Besitzerin würde zu ermitteln sein. In dem unteren Borsaal flackerte kleingeschraubtes, trübes Gaslicht. Auf dem mit bunten Mosaik eingelegten Fußboden lag eine ausgefranste rote Kokosmatte, zwei leere Rollstühle standen im Hintergrund, ein paar Gummibäume und erfrorene Begonien waren um das Bassin eines toten Springbrunnens gruppiert, und aus der Wandnische lächelte ihn eine Flora aus Gips un­ter einem flachen, runden Gartenhut spöttisch an ...

Von Donnerstag, den 1. Sept bis einschließlich Samstag, den

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Plötzlich war ihm, als riefe ihn ein Klingeln. Es war das Telephon ... Er nahm den Hörer ab ... Hallo!" ... Es war eine junge männliche, fast noch kindliche Stimme ...Herr Doktor selbst am Tele­phon?"

Jawohl, ich selbst ..."

Fahren Sie sofort nach Platanenstraße 3. Im Unterstock im ersten Zimmer links vom Eingang ist etwas, das Sie angeht."

Was mich angeht?"

.^Jawohl. Es handelt sich um etwas Wichtiges."

Und bit Stimme war fort ...

Platanenstraße? Platanenstraße! Manfred riß die Tür auf.Fritz! Wissen Sie, wo die Platanen­straße ist? Keine Ahnung ? Und Sie wollen von hier sein!! Na ja ... hinter dem Kurhaus, das weiß ich auch ... aber wo ... wo ... wo? Das Adreß­buch, Fritz! Oder den Stadtplan ... Haben wir nicht? Suchen Sie, beeilen Sie sich doch um Gottes willen. Ich habe keine Zeit ... Ein Auto her ... rasch! Meinen Pelz..."

Luise näht noch etwas daran ..."

Sie soll das lassen, her mit dem Mantel ..."

Er riß dem Diener den Hut aus der Hand und flog in den Pelz. Dann saß er in dem Auto und fuhr im Nebel der Stadt zu. Berlassene, rointerlidje Anlagen, lichterglitzernde Straßen, lichtüberflutete breite Plätze. Ein Droschkenhalteplatz mit müden Droschkengäulen und gelangweilten Kutschern, die, auf den Trittbrettern sitzend, unter der Laterne ihre Zeitung lasen, an den stillen, dunklen Kolonaden vorbei ..., dann bog der Wagen in eine leere Villenstraße ein, cs ging bergauf. Wie langsam fuhr das Auto. Der Chauffeur suchte die Straßennum­mern im Dunkeln. Endlich ... eine enge Garten­straße tat sich auf ... Platanenstraße ...Halten Sie hier an der Ecke! Kutscher! Chauffeur! Hören Sie doch!! Ich will hier aussteigen ..."

Am Sonntag, 4. September, nachmittags 2 Uhr: Grober TracMemS Heimatkunstausstellung

Photo'Wettbewerb, Verkehrstag Schaufensterwettbewerb, Volks- Tänze, turnerische Vorführungen Am Montag, dem 5. September:

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Die Platanenstraße war eine jener unheimlichen Straßen, in denen kein Mensch zu wohnen scheint, in denen uns niemand begegnet. Eine Sackgasse, die links an hohe Gartenmauern stieß und in der sich auf der rechten Seite nur vier Villen in großen Gärten befanden. Eine einzige trübe Laterne brannte an ihrem Eingang.

In der ersten Villa waren alle Fensterläden ge­schlossen. Ein Schild hing am Balkon: Zu verkaufen! Das zweite Haus war von einem Brettergerüst um­geben, die Fenster standen offen, ein unterbrochener Bau offenbar. Das dritte Haus lag weiter von der Straße zurück als die anderen Häuser. Im Unter­stock, links neben der Treppe, war ein Fenster matt erleuchtet, ein fahles gelbes Licht schimmerte zwi­schen den zugezogenen Gardinen. Alle übrigen Fen­ster der Villa waren dunkel. Die eiserne Gartentür schrie auf. Das gelbe Licht in dem Zimmer übte ein magische Kraft auf ihn aus. Die Haustüre war verschlossen ... der Flur lag dunkel. Die Entfer­nung von der Treppe zu dem Fensterbrett war ge­rade groß genug, daß sich ein gewandter Turner hinüberschwingen konnte, und er tat's ...

Mit einem Satz war er an dem Fenster, um­klammerte die steinerne Brüstung, stemmte sich mit eine magische Kraft auf ihn aus. Die Haustüre war durch den Spalt des Vorhangs in ein großes Zim­mer, das von einer gelben japanischen Ampel un­gewiß erleuchtet war.

Am Fenster stand, ihm den Rücken zukehrend, eine Frau, die Hand auf das Fensterbrett gestützt. Er sah einen schlanken Arm, den ein mattgoldener Schlangenreif mit herrlichen Türkisen umschloß, eine Hand mit langen feinen Nägeln und glitzernden Ringen; sonst nichts. Sie sprach mit einem jungen Manne, der, eine Zigarette rauchend, im Sessel lag und dem Fenster den Rücken zukehrte. Man konnte sein Gesicht nicht sehen, nur seine breiten Schultern und das glatt zurück­gestrichene dunkle Haar.

Melitta! War sie das? Kannte er nicht diesen Goldreif und die Linie ihrer schongeformten Arme, die weiche, feingezeichnete Schulter? Jetzt bewegte sie sich der Arm verschwand. Sie trat

ins Zimmer zur Seite. Er sah sie nicht mehr. Und dieser Unbekannte, der mit seiner Frau sprach? Die muskulöse Gestatt mit den Athletenschuttern? Ein Würgen war in seinem Halse, ein Schrei, der in seiner Kehle erstickte, ein heißer Strom drängte sich ihm durch die Brust, wogend, erstickend. Er krampfte sich fest an die kalte, feuchte Brüstung, sein Körper zitterte wie im Fieber. Mit zusammengebissenen Zähnen, das Gesicht gegen die Scheiben gepreßt, suchte er sich das alles einzuprägen, was er sah... Ein Zimmer, in dessen grünem Kachelofen ein Feuer glimmte, umhergestreute Kleider, ein Männerhut aus hellgrauem Filz, der auf dem Tisch lag, ein weißer Frauenhandschuh auf dem Sessel... Da sah er wieder den weißen Arm, ihre Hand, die sich bewegte... etwas vom Boden aufhob, eine Nadel, nein, eine Spange. Der junge Mann rührte sich nicht... Die Beine übereinandergeschla­gen, rauchte er seine Zigarette... Wenn er sich um­sähe einmal den Kopf bewegen wollte ..., daß er ihn erkannte...

War es das erstemal, daß die beiden sich hier trafen? Ein bestimmtes Gefühl sagte ihm, nein ... Es war die Abschiedsstunde jroeier Menschen, die gewohnt sind, zu sagen, also auf Wiedersehen, mor­gen oder übermorgen um diese Stunde... Seine Augen durchsuchten das Zimmer. Es war ein stillos eingerichteter Salon, unpersönlich, die Möbel von schäbiger Eleganz. Ein kleiner gestickter Wandschirm verbarg den zweiten Teil des Zimmers. Flammen schossen vor seinen Augen auf. Das Fenster ein« R, hineinspringen mit einem Satz, dem an= : die Gurgel, ihn zu Boden schlagen, erwür­gen, töten...

... Aber noch ehe seine Faust das Glas berührte, griff eine eiskalte Hand ihm ans Herz... sein Kopf ward leer, es ward dunkel um ihn ... er tastete in die Luft, griff nach Halt... und stürzte hinunter in den Garten.

Er raffte sich auf und taumelte gegen die Wand. Eine Tür ging auf, und er sah eine große, schlanke Frau, die sich die Handschuhe anftreifte, die Treppe herunterkommen. Es war zu dunkel, um ihr Gesicht zu erkennen, das ein dichter Schleier verbarg. Atem­los starrte er ihr nach. Ihre Schritte klangen auf dem Kies, die eiserne Gartentür schloß sich ebenso schreiend, wie sie sich vorhin aufgetan, und der Nebel verschluckte ihre Erscheinung.

Zwischen M Md fieben

Roman von Liesbet Sill.

Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.

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Sonntag, 4.Sept, nachm. 230 Uhr,auf d.Liebigshöhe Retourkämpfe im Ringen und Stemmen Friedberg Giefeen Boxen

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Nächste Zusammenkunft

Sonntag, den 4. September 1927, nachm. 21/, Uhr, imSolmser Hof in Wetzlar. Tagesordnung: I. Anmeldung zur Fahrt nach Köln, 2. Verschiedenes. Schriftliche oder mündliche Meldungen können auch erfolgen bei Carl Palm, Wetzlar, Wilhelm Fried­rich, Hörnsheim 60, Bäcker Veite, Atzbach, Joh. Martin, Laufdorf, Georg Rühl, Dillenburg.

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