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aufgestellt und gewählt, 1888 aufgestellt und

geschlagen und 1892 abermals aufgestellt und

vor nicht langer

wieder gewählt worden ist. Der

Sn diesem Zusammenhang mag weiter

war.

Berlin,

früher an der deutschen Schule in Ant-

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fache Ausnahmen gegeben. Cs erinnert, baß z. CB. Präsident

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Zeit verstorbene und sehr bekannte erste Staals- sekretär Wilsons, Bryan, war nicht weniger als dreimal von der demokratischen Partei ausge­stellt und dreimal geschlagen worden. Aber das sind immerhin Ausnahmen. Für Hughes würde die Tatsache sprechen, baß er ein sehr erfolgreicher Staatssekretär, also der Leiter der auswärtigen Politik der Vereinigten Staaten, nach dem Kriege

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werpen, sprach über die Aotwendigkeit einer solchen Wellorganisationn, die alle deutschen Lehrer an den Auslandschulen zusammenfassen soll. Lehrer Weber-Berlin erörterte die Me­thodik des Unterrichts an den Auslandschulen während Dr. T r e u t - Berlin einen äleberblick über das Deutschtum in den Vereinigten Staa­ten von Amerika gab. Zum Leiter des Arbeits­ausschusses wurdz Staatsrat Block-Darmstadt bestimmt.

WSR. Offenbach, 31. Aug. Am Diens­tagabend gerieten die Brüder Schmidt, von denen der eine zur Zeit bei seiner Schwester in Fechenheim wohnt, in Streit, in dessen Verlauf der eine der Brüder eine Scheintodpistole zog und aus geringer Entfernung auf feinen Bruder schoß, sodaß dieser im Gesicht verletzt wurde und in das Stadtkrankenhaus eingeliesert werden muhte. Die Polizei nahm

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wenn auch diese Sagdart im Herbst, der so vieles bietet, wenig gepflegt wird. Ebenso ist die Sumpfschnepfe oder Bekassine frei, die wir an Gräben, in nassen Wiesen, an Tümpeln und Ufern antreffen.

Der Dachs wird immer feister. Er rüstet für den Winter. Als' Sagdarten kommen Ansitz am Dau und Graben vor dein Hund in Frage.

Sonst ist das Raubzeug noch schlecht im Balg. Der Haarwechsel beginnt. Wer es am Luder- Platz im Winter besagen will, kirrt dort jetzt schon mit Gescheide von erlegtem Wild u. ä. an. Der Raubvogelzug ist im vollen Gang, so baß die Krähenhütte Erfolg verspricht. Allerdings sollte nicht auf alles Dampf gemacht werden, was krumme Fänge hat. Der Weidmann muß auch Raturfreund und Raturschüher sein und seine Hreude haben an dem herrlichen Bild, das z. D. ein jagender Falke bietet.

Rur noch wenige Wochen trennen uns von der Zeit, wo der erste Frost, der erste Schnee kommen. Drum ist es gut, jetzt schon an die Winterfütte>- rung zu denken. Kastanien und Eicheln werden gesammelt und geschützt aufbewahrl. Dreschma­schinenabfall gibt hervorragende Futterplähe für Fasan und Rebhuhn. Hubertus.

Präsidentschaft und Prohibition

Dem Beispiele des Präsidenten C o o l i d g e folgend hat nun auch Vizepräsident Dawes er» l.ärt, dah er auf eine Aufstellung als Kandidat für die Präsidentschaft im nächsten Sahr ver­zichte. Damit ist wiederum einer der Kandidaten für die republikanische Präsidentschaftsnomina- lion aus der Reihe der in Frage koüimenden Bewerber ausgeschieden, und zur Zeit kommen ernsthaft nur zwei Männer in Betracht, näm­lich Handelsminister Hoover, der jedoch auch keine große Lust zu haben scheint, und der frü­here Staatssekretär Hughes, der allerdings schon einmal im Jahre 1916 Präsidentschafts­kandidat war und damals von Wilson geschla­gen wurde. Das ist für ihn jedenfalls ein ernstes Hindernis, denn die großen Parteien stellen nicht gern einmal geschlagene Kandidaten wieder auf. Freilich hat es hierfür auch Viel­

apparates zertrümmerst und das darin besind- liche Geld entwendet worden war. An der Außen­seite des Hauses wurde eine fremde Mütze und ein gelber Spazierstock gesunden. Als Täter wurde der erwähnte Bergmann B. festgestellt, der ohne Mütze und Stock zwischen Gießen und Wieseck im Straßengraben lag. Er stellte sich an­fänglich betrunken, war jedoch, als er energisch zurechtgewiesen wurde, gleich nüchtern. Auf Vor­halt gab er zu, über das Hoftor gestiegen und durch das Kloset isenster in das Haus eingedrun­gen zu sein. Angeblich will er nur 3D Pf. erlangt haben. Da er wegen Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschung schon vorbestraft ist und sich trotz bewilligter Dewährungsfrist nicht gut ge­führt hat, erhält er wegen schweren Diebstahls unter Annahme mildernder Umstände 4 Mona.e Gefängnis. Der Verurteilte, der erst 22 Sahre alt ist, bat um eine gelinde Strafe, da er, wie er erklärte, demnächst heiraten wolle.

daran erinnert werden, daß Hughes der erste amerikanische Staatsmann war, der nach dem Kriege Berlin besuchte.

Während sich so die Reihe der möglichen Kandidaten in der republikanischen Partei lichtet, sieht es bei den Demokraten noch immer ziemlich dunkel aus. Es sind wohl verschiedene Per­sönlichkeiten vorhanden, die dafür sorgen, daß sie genannt werden, weil sie gern wenigstens der Ehre der Romination teilhaftig werden möchten, aber aussichtsreich genannt wird nur ein Rame, dec des jetzigen Gouverneurs von Reuyvrk Al. Smith. Zweifellos würde dieser im Rational­konvent mit fliegenden Fahnen siegen, wenn er nicht Katholik wäre. Sn Amerika gelten ver­schiedene ungeschriebene Gesetze, die mit größerer Strenge befolgt werden, als die geschriebenen. Eines dieser ungeschriebenen Gesetze besagt, daß kein Katholik und kein Sude Präsident der Ver­einigten Staaten werden kann. Es sind bisher auch kaum jemals Versuche gemacht worden, dieses Gesetz zu durchbrechen. Jedenfalls wird der Versuch von Smith in dieser Richtung der erste wirklich ernsthafte dieser Art fein. Sn einem außerordentlich geschickten offenen Bries hat er alle Gründe vorweg^enommen, die gc^en ihn als Katholiken sprechen würden. Es wird ihm und jedem anderen Kandidaten des katholischen Glaubens von der anderen Seile entgegengehal­ten, daß die katholische Kirche eine monarchistische Einrichtung sei und dah die Mitglieder der ka­tholischen Kirche auch in weltlichen Angelegen­heiten von Rom Anweisungen erhielten, was durchaus unamerikanisch sei. Darauf hat Smith erwidert, dah er wie Millionen anderer gläubi­ger Katholiken ein ebenso guter und überzeugter amerikanischer Bürger und Republikaner fei, wie alle anderen nichtkatholischen Glaubens, und dah er nie in seinem Leben daran denken würde, sich in der Verfolgung einer richtigen amerikani­schen Politik von auswärts irgendwie beein­flussen zu lassen. Seitdem haben die aus seiner Konfession hergeleiteten Angriffe nachgelassen. Ebenso sicher ist jedoch, dah sie unmittelbar vor der Entscheidung im demokratischen Rational» konvent wieder hervorgeholt und nach seiner eventuellen Ausstellung im eigentlichen Wahl­kampf eine große Rolle spielen werden.

Der zweite gegen Smith sprechende Punkt ist der, daß er überzeugter Gegner der Prohibition st. Se näher bi£ Wahlzeit heranrückt, desto mehr wird es klar, daß trotz aller Versuche beider großer Parteien, sich um die Frage herumzu­drücken, doch die P r o h i b i t i o n s f r a g e den Angelpunkt des ganzen Mahlfeldzuges bilden wird. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß sich die Parteiplattformen, d. h. die Parteipro­gramme, die auf den Rationalkonventen ausge­stellt werden, weder für noch gegen Prohibition erklären und sich mit einigen billigen Redens­arten darüber begnügen werden, wonach die Verfassung und die bestehenden Gesetze geachtet und durchgeführt werden mühten. Ein solches Parteiprogramm, bas fast regelmäßig in allen entscheidenden Fragen Kompromisse darstellt, be­kommt erst Leben, Farbe und Rückgrat durch die Person des Kandidaten. Sowohl die Republikaner wie die Demokraten sind in der Pröh'.bitions- frage innerlich gespalten, und deswegen will keine von beiden Farbe bekennen. Deswegen auch würde ihr Wunsch dahingehen, Kandidaten auf­zustellen, die sich weder für, noch gegen die Prohi­bition In entscheidender We se fest gelegt haben. Wenn es jedoch gelingt, in einer der beiden Parteien eine so ausgesprochene Persönlichkeit wie Gouverneur Smith als Präsidentschafts- kandidaten aufzustellen, dann ist für die be­treffende Partei auch die Rotwendigkeit gegeben, ihn in dem Kampf gegen die Prohibition zu unterstützen. Die nächste Folge würde dann sein, dah sich die Republikaner scharf für die Durch- lührung der Prohibition erklären, und dann wiederum wäre die weitere Folge ein Aus­tausch vonTrockenen" gegenRasse" zwischen beiden Parteien. Dann wäre wenigstens ein klaresSssue" gegeben, d. h. ein: bestimmte grundsätzliche Frage, um die der Kampf ausge­fochten werden kann. Der Ausgang freilich wäre immer noch zweifelhaft, aber heute ist es noch viel zu früh, sich jetzt schon in Mutmaßungen arüber zu ergehen.

Starkenburg.

WER. Darmstadt, 3i. Aug. Hier wurde dieser Tage ein Weltverband deutscher Auslandlehrer gegründet. Dr. G a st e r-

des hiesigen Schäfers Köhler, der als fleißiger und braver junger Mensch bekannt ist, durch den Tritt eines Spielers schwer ver­letzt wurde. Sns hiesige Krankenhaus verbvacht. schritt der leitende Arzt Dr. Philippi zur Operation und stellte eine Zerreißung des Dünndarms sest. Die Teilnahme für den jungen Menschen und feine Eltern ist allgemein.

--- Eichelsdorf, 31. Aug. Die Wieder- herstellungsarbeiten an der hiesigen Kirche, die anfänglich sich auf ein Vierteljahr beschränken sollten, werden eine viel größere Zeitspanne in Anspruch nehmen. Die Weihbinder­arbeiten erleiden durch die eingetretene Grummet­ernte weitere Verzögerung, und für den Beginn der An st reicharbeiten ist noch kein Termin vor­auszusehen. Somit werden die behelfsmäßigen Gottesdienste noch bis in den Spätherbst an­dauern. Eine neue Altardecke soll aus freiwilligen Gaben der schulentlasfenen Sugend beschafft werden.

Kreis Alsfelv.

-er Homberg a. d. Ohm, 31. Aug. Sn der am Dienstag abend hier abgehalt-nen Sitzung des Ob st- und Gartenbau­vereins wurde die Veranstaltung einer Obst- ausstellung am 25. September in der geräumigen Staothalle beschlossen. Seber Obstzüchter aus Homberg und Umgegend kann bei dieser Ge­legenheck selbstgezogene Früch e ausstellen. Mit dieser Oostausstellung soll gleichzeitig eine Aus­stellung von Dahlien stattfinden. Acht Tage später findet in Alsfeld ebenfalls eine Obst­ausstellung des Obst- und Gartenbauvereins des Kreises statt, woran sich die Mitglieder von Hoipoerg mit einer Gesamtausstellung in Gruppe 1 beteiligen werden. Ausstellen kann hier jeder im Kreise Alsfeld wohnende Obstzüchter. Diesem winken bei Beschickung der Ausstellung mit gu­tem Material Ehrenpreise, Medaillen, Geldpreise und Diplome.

= Ober-Ohmen, 31. Aug Der hiesige Ziegenzuchtverein veranstaliet in Kürze eine Werbewoche für unsere örtliche Ziegen­zucht.

** Personalien. Ernannt wurden: Am 11. August der Gefängnisoberwachtmeister Karl Emmerich in C.uiberg zum Sustizwachtmeister beim Amtsgericht Bad-Rarche.m mit der Amts­bezeichnung Sustizoberwachtme ister mit Wirkung vom 1. September 1927 ab; am 29. August der ordentliche Professor an der Universität Basel Dr. Hans Mohr mann, in Basel mit Wir­kung vom 1. Oktober 1927 an zum ordent­lichen Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt.

* Derniederschlagreichste Sommer fei t 50 Sabre n. Die statistischen Zusammen­stellungen über die Riederschlagsmcngen der ver­gangenen Sahre haben ergeben, daß der jetzige Sommer in seinem bisherigen Verlauf als der niederschlaareichste der letzten 50 Sahre anzusehen ist. Der Monat Suni hat für ganz Deutschland über 50 Prozent mehr Regen gebracht als das Durchschnittsquantum des letzten halben Sahr». hunderts. Das nieberschlagreichste Geriet im Suni ist Westfale r gewesen, wo die Regenmengen nicht weniger als 193 Prozent der normalen Menge betragen haben; günstiger lauten die Zahlen aus Süddeutschland, das nur 110 Prozent der nor­malen Riedersch'äge zu verzeichnen hat.

*Eure Losung fei Säen und E r n° t en". Mit Lotterieprospekten und Lo fen wird augenblicklich wieder von Holland aus bas Deutsche Reich überschwemmt. Die Ver'enderin ist eine FirmaSpaarkas voor Stadt und Land" in Amsterdam. Sebem Prc'.kt legt sie vier Lose bei, die zusammen einen holländischen Gulden kosten. Der Hauptgewinn soll 3000 Gulden be­tragen. Die Firma versichert, dah es sich teines- wegs um das berüchtigteSchneeballsystem" han­dele, sondern um eine wirkliche Lotterie.Cure Losung fei," sagt sie,Säen und Ernten" Cs ist aber festgestellt worden, bah bisher von denen, die sich verlocken ließen, zusäen", noch niemand auch nur einen Guldengeerntet" hat. Sn Wirk­lichkeit ist das Unternehmen nichts als eine Ab­art des Schneeballfchwindels, auf jeden Fall eine in Deutschland verbotene Ausspielung. Die Ver­anstalter rechnen Wohl damit, daß man in Deutsch­land geneigt sein werde, es einmal-in einer aus­ländischen Lotterie zu versuchen. Also Vorsicht!

verschiedene, sehr gut erhaltene Geldstücke mit dem Kopsbildnis König Louis XIV. von Frank­reich mit der Sahreszahl 1 794. Wahr­scheinlich handelt es sich um Geldstücke, die von französischen Truppen aus der Zeit König Seromes bei ihrem Aufenthalt in Cappel stammens

* Rordeck, 30. Aug. Frau Luise W i h n e r von hier fand auf ihrem Acker einen kleinen, aus Paris abgesandten Kinderballon mit der AufschriftPetit Soumal. Die anhängende Karte wirb zurückgesandt an denService des concours de Ballonnets-cartes postales."

Kreis Kirchhain.

WSR. Kirchhain, 31. Aug. Gin von Stuttgart gekommenes Personenflugzeug mußte gestern abcnb bei Reust ad t in der Rähr des Bahnhofs eine Rotlandung vornehmen. Da inzwischen die Dunkelheit eingetreten war, konnte bas Flugzeug nicht mehr weiterfahren, und die beiden Passagiere blieben in einem Gasthaus übet Rächt. Vormittags konnte das Flugzeug, bas ben Raab-Katzensteinwerken ge­hört, wieber bie Weckerfahrt antreten.

Kreis Westerburg.

< Rennerod, 31. Aug. Trotz der schlech­ten Gelbverhältnisse herrscht in unserem Orte eine rege Bautätigkeit. So entstanden innerhalb des verflossenen Sahres etwa 15 neue Wohnhäuser. Zwei der Reubauten waren mit der Zeit zu einem dringenden Bedürfnis gewor­den: Die Apotheke, bie nach Vollendung deS neuen Gebäudes an der Herborner Straße im Herbst nun endlich von Ernmerichenhain nach hier verlegt wird und der neue große Saalbau des Hotels zur alten Post. Die Rachbarge- meinbe Waldmühlen baut eine neue einklas­sige Schule mit Lehrerwohnung, die noch im Lause des Sahres fertiggestellt warben soll.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 31. Aug. Rach dreitägiger Verhandlung wurde heute vom Erwei- terten Schöffengericht im Prozeß gegen bie bei­den Architekten Heinr. Flach und Richard Kauf­mann, die sich in der Angelegenheit der furcht­baren Baukatastrophe in der Mainzer Landstraße im Februar d.I., wobei vier Ar­beiter getötet und mehrere andere schwer verletzt wurden, wegen fahrlässiger Tötung bzw. Körper- Verletzung zu verantworten hatten, das Urteil gefallt. Das Gericht verurteilte bie Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und Kör­perverletzung und zwar den Angeklagten Kaufmann zu vier Monaten, ben Ange- klagten Flach zu anderthalb Jahren Ge­fängnis.

Lpd. Frankfurt a. M., 31. Aug. Die Frank­furter M a i n m e s s e , die am heutigen Tag eröff­net wurde, befindet sich zum erstenmal auf der Sach­senhäuser Uferseite am Eisernen Steg. Die Messe­buden ziehen sich längs der Uferstraße entlang bis zur Dreikönigskirche. Die Messewagen sind längs des Tiefkais aufgestellt, während dieDippe-Meß" unter den Platanen ihren Platz gefunden hat. Der Juxplatz befindet sich wieder an der Weseler Werst.

1 unterhalb der Obermainbrücke.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 30. Aug.

Ende Süll fand in Wieseck ein Turnfest statt, das auch von einem jungen Bergmann: namens D. aus Heuchelheim besucht wurde. Dieser benutzte die Gelegenheit, um bei einem Wirt und Metzger, in dessen Wirtschaft er mit­tags gewesen war, einzusteigen und zu stehlen. Als der Wirt nachts gegen 2 Uhr nach Hause kam, hörte er in seinem Mehgerlaben ein ver­dächtiges Geräusch. Aus sein Rusen hörte er, daß jernanb durch ein Fenster nach dem Hose zu ab- sprang. Der Wirt sah überall mxh und stellte fest, dah bie Tür nach dem Laden offenftonb, dah der neben der Kasse am Büfett befindliche Eiskasten geöffnet, daß die Ladenkcrfse von ihrem üblichen Platz verschoben und die Scheibe eines in dem Wirtszimmer hängenden sog. Bajazzo-

Sonntag, dem Sugcnbfonntag unserer hessischen evangelischen Landeskirche, machte sich die hie­sige Sugendvereinigung unter Führung ihres Leiters, Pfarrer Göbel, auf zu einer Wanderung über KahensurtGreifenstein nach Herborn, woselbst in der neuen Sugendherberge Rachtquattckr bezogen wurde. Der Montag brachte bie jugenblk eu Wanderer über bie Sübostaus- läufer des Westerwalbes nach ber Bahnstation Aßlar, von wo aus bie Heimfahrt mit ber Eisen­bahn angetreten wurde. Hochbefriedigt von den getoonueren Eindrücken erreichte man am Abend wieder den Heimatort.

X Klein-Linden, 31. Aug. Kaum sind die Gemüse aller Art auf den nicht eingefriedigten Grundstücken zur 23erroenbung in der Küche ge­eignet, so ist auch schon das Diebs geflnbel an der Arbeit, um zu ernten, wo es nicht gesät hat. Auch noch unreife Birnen und Aepfel sind nicht mehr sicher, obgleich der Markt reichlich Kaufgelegen­heit bietet. In hiesiger Gemarkung hört man viele Klagen dieser Art, so daß verstärkter Feldschuh not­wendig wird. Der Ertrag der Bienen, zücht ist in diesem Jahre gleich Null, und es ist Tatsache, daß alte Bienenzüchter, welche schon über 40 Jahre Bienenzucht betreiben, zum erstenmal nicht ein Pfund Honig schleudern konnten.

Kreis Friedberg.

* Riederweisel, 30. Aug. Am Sonntag, 4. September, findet hier das diesjährige S u - gend - und Posaunens« st statt. Die Fest­ansprache hält Prediger Semmler, Darmstodt.

Kreis Schotten.

Laubach, 31. Ang. Rachdem die Sitzun­gen des Gemeinderats wegen Renovierung des Rathaussaales längere Zeit imSolmser Hof" stattfinden mußten, konnte er am Montag­abend seine erste Sitzung wieber im neu und geschmackvoll hergerichteten Rathau'aale abhalten. Es wurden bie Leistungen und Vergütungen für ben gewählten Baumwart und den Fried- hofswärter festgesetzt. Shre Ernennung er­folgte zunächst probeweise. Ferner beschloß der Gemeinderat di« Anschaffung zweier neuer O e f en, und zwar einen für ben Rat- hausfaal mit Holzfeuerung und einen D.ruer- brandofen für das Amtszimmer des Bürger­meisters. Wegen der Zuleitung von Wasser für das am Ramsberg zu bauende Haus des Briefträgers Stein kam es zu län­gerer Aussprache. Man beschloß, die Wasserlei­tung eine gewisse Strecke auf Gemeinde kost en zu bauen und ben Rest des Leitungsweges dem Bauherrn zu überlassen. Die Bürgermeisterei wurde beauftragt, zwecks Anschaffung guter Wassermesser mit verschiedenen Firmen zu verhandeln. Der Wirtschaftsplan des hie­sigen F o r st a m t s findet die Genehmigung des Gemeinderats. Sodann wurde der Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachs steuer zn- gestimmt. Bei dem am Sonntag in Ulr ich- ft ein statt gehabten F u h ba l l w e t t sp ie l der hiesigen Mannschaft gegen die Ulrichsteiner kam es zu einem U n g l ü cks f a l l, indem der Sohn

den Täter fest unb führte ihn dem Amtsgerichtsgefängnis zu.

Preußen.

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 31. Aug. Bei tungsarbeiten in Cappel fand ein

4us der provinzialhauprstadt.

Gießen, den 1. September 1927.

Die Jagd im September.

Heut will ich suchen, morgen gehts ans Treiben ilnb übermorgen winkt der Dogelherv;

O könnt es Herbst im ganzen Sahre bleiben, Dann hätt ich alles, was mein Herz begehrt." Herbstimmung liegt über Feld und Wald. Wolkenloser Himmel, tauige Rächte, Spinnen- säden treiben silberfädengfeich über bi; Flur. DerAltweibersommer" ist ba.

Das Rotwild ist am Ende der Feistzeit angefommcii.An Aegidius tritt der Hirsch in die BrunftZwar wird es in unserer Gegend Mitte un > Ende des Monats, bis der Schrei des Brünstig I) in kalter Herbstnacht durch die Wäl­der hallt, und sein Röhren bas Weibmannsherz er schlagen läßt. Hirsch und Kahlwild ruceln sich zusammen unb ziehen nach ben alljährlich aufgesuchten Brunstplähen hin. Wie ber Dock in der Blattzeit, so verläßt auch ber Hirsch in der Brunft häufig seinen den ganzen Sommer hin­durch eingehaltenen Stand, verschwindet unb taucht in ganz andern Revieren unb Rev'.erkeickn auf. Die Brunft ist nicht nur die geeignete Zeit, ben starken Hirsch auf bie Decke zu legen, sondern läßt vor allem auch bie Möglichkeit offen, Stücke mit mangelhafter Geweihbildung, bie nichts für die Zukunft versprechen, aukzumerzen. Tägliches Verhören früh unb spät und eifriges Spuren zeigen dem Weidmann, was zur 3? t in seinem Revier steht.

Der Damschausler hat Vers egt und ist frei. Er steht noch in der Feistzeit.

Sn Ostpreußen winkt wenigen deutschen Weib- männem ein Weibwerk besonderer Art. Hat doch unser stärkster europickscher Hirsch, der Elch, im September Schußzit, aller ngs nicht unbe­schränkt. Denn der Gesetzgeber hat es nicht zuge­lassen, daß wahllos unb ohne Kontrolle ein Ab­schuß unseres urigsten Wildes erfolgt, das einst zusammen mit AuSrochs und Wisent auch bei uns seine Fährte zog.

Die Brunst des Rehwildes ist vorüber. Die Böcke sind meist schlecht im Wildpret und zu­nächst noch ziemlich heimlich. Der Abschuß dürste in der Hauptsache beendet sein.

Das Schwarzwild hat seine beste Zeit. Hafer und Kartoffelschläge bieten ihm reiche Aesung. Sm Walde versprechen Buche und Eiche gute Ria st.

Der Hase hat noch Schonzeit. Sn Kar­toffeln und Rüben hat er 'eine Kinderstube. Wird die Deckung auf dem Fel' e Immer weniger und die Unruhe auf dem Felde immer größer (zumal ja hierzulande offenbar bei jeder Feldarbeit ber Hofhund babei sein muß!), dann macht er seine Sasse im Gehölz, im alten Gras und ähnlichen ruhigen Plätzen, um erst später wieder mehr ins Feld zu wandern.

Mit Beginn des Monats hat auch das Reb­huhn allenthalben Schußzeit. Mit wieviel Hoff­nungen ist die Hühnerjagd in Ten letzten Jahren in vielen Revieren eröffnet und fast am gleichen Tage wieder geschlossen worben, wolste man nicht alles vernichte:,. Der Rückgang des 'Be­satzes ist unverkennbar, wenn auch die Ursachen Wohl nicht durchweg einwandfrei festliegeu. Die verstärkte Bodenkultur, das Verschwinden der Hecken mit vielen Feldbereinigungen mögen wich­tige Gründe fein. Hierzu kommt, baß auf eine Hege des Rebhuhns und seinen Schutz, zumal im Winter, von vielen Revierinhabern zu wenig Wert gelegt wird. Auch jetzt beim Abschuß muß man sich vor Augen halten, daß Hübner, die am Galgen hängen, kein Gelege mehr bringen, unb baß bie Hühner während des Winters durch Witterung und Feinde so vielen Gefahren ausge­setzt sind, daß immer noch mit einem gewissen Verlust gerechnet werden muh. Daher sollten bie Ketten stets nur bis auf eine bestimmte Kopf­zahl, etwa acht, abgefchossen werden. Die Hühner- lagd stellt an Herr unb Hund hohe körperliche Anforderungen. Wenn auch bie Hühner in ben heißen Tagesstunden am besten halten, strengen diese den Hund am meisten an. Ein schlapper Hund aber ist unbrauchbar, ba v ie Rase dann sehr rasch völlig versagt. Auf Wasser ist deshalb besonderer Wert zu legen, auch wenn es einen llmtceg kostet. Gründliche Rachsuche nach ge­flügelten oder gesäuberten Hühnern, bie bei größeren Gesellschastsjagden oft zu kurz kommt, ist für ben wahren Weidmann eine Selbstver­ständlichkeit.

Mit dem Huhn zusammen kann bie Wachtel gejagt werden. Sie hat offenbar noch viel mehr unter den veränderten Bodenverhältnissen ge­litten, sodaß ihrer Sagb eine wirtschaftliche Be­deutung nickt mehr zukommt.

Sm Lause des Monats geht auch bie Sagb auf den Fasan auf. Doch sollte man lieber mit dein Llbschuh warten, bis bie jungen Hähne völlig gemausert haben. Schon jetzt ist mit ber Körnung zu beginnen, um ben Zigeuner Fasan ans Revier zu fesseln und ihm zu zeigen, wo er etwas findet, wenn demnächst ber Winter mit seiner Rot kommt.

Enten streichen gern auf bie Stoppelfelder. Tagsüber liegen sie auf Teichen unb Tümpeln und werden vor dem Hund geschossen.

Wildtauben fallen auf ben Stoppeln ein. Die zweite Brut der Ringeltaube dürfte vor­über fein, sodaß sich ber Säger unbesorgt ber Sagb dieses leckeren Wildes hingeben kann. Bei ber Vorliebe der Tauben für Salz empfiehlt sich auch in der Rähe von Salzlecken, bie mitunter besonders für Taubenjagd angelegt werben, Auf­merksamkeit.

Die Schnepfe ist vom 16. September an auch in Hessen wieder frei. Sie farm wie im Frühjahr auf dem Dbendstrich geschossen werden,

PI

fürd Ford

übet der Äi< Qlut rat in Jot Me mit