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=>ie Wahlen im Memelland.

Memel. 31. Aug. (Wolff.) Bis 3 Uhr nach­mittags lagen die Wahlergebnisse aus 160 länd­lichen Stimmbezirken vor. Es haben er­halten einschließlich Ergebnisse aus der Stadt Me­mel: Memelländrsche Dolkspartei 17 312; Landwirt- schaftspartei 15 472; Sozialdemokraten 4817; Kom­munisten 3496; Kombrinkbund 1534; sowie groß­litauische Parteien zusammen 6223.

*

Obwohl das Endergebnis der Wahlen bis zurStunds noch nicht oorliegt, kann man doch schon jetzt fest­stellen, daß der Sieg im Wahlkampfe in jeder Be­ziehung den memelländischen deutschen Parteien zugefallen ist. Dies war auch kaum anders zu erwarten. Und selbst die litauische Re­gierung dürste, wenn sie die Sachlage genau beur­teilte, kaum anderer Hoffnung gewesen sein. Im Grunde genommen ist das Resultat genau das gleiche wie vorher. Mit einem Worte also, der m e - melländische Landtag muß, wenn er, wie es der litauische Ministerpräsident zugesagt hat, ohne Hinderungen wieder zusammentreten soll, in der gleichen Form wie bisher erscheinen. Die Folge davon aber ist, daß auch das Direk­torium, das nach den Worten des litauischen Ministerpräsidenten auf parlamentarischer Grund­lage gebildet werden soll, dieselbe Zusam­mensetzung erhalten muß wie früher. Wird die Lösung reibungslos in dieser Weise vollzogen, dann müßte die Memelfraye eigentlich aus der Welt geschafft sein. Es hängt also jetzt alles davon ab, wie die litauische Regierung zu ihren Zusagen und Versprechungen stehen wird.

Wann der Landtag zusammentreten wird, steht noch dahin. Zunächst einmal müssen ja die Abgeordneten alle bestimmt sein. Die Wahl des Präsidenten des Direktoriums hat dann so vor sich zu gehen, daß ihn Wv l d e m a r a s aus der Mehrheit des Landtages wählt. Dieser Präsident seht dann das Direktorium zusammen, das wie­derum das Vertrauen des Landtags erhalten muh. All dies sind Angelegenheiten, die noch geregelt werden müssen. Sie sind symptomatisch, schon in der Richtung, als sie die kommenden deutsch-litauischen Beziehungen ganz gewiß bestimmen werden. Es wäre deshalb zu begrüßen, wenn der Verlauf auch so vor sich ginge, wie er oben dargestellt wurde. Herr Wol- demaras hat jetzt zu handeln. Erst danach können wir weiter urteilen.

gur Frage der Relchsamneftie.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 1. Sept. Immer wieder taucht die Nachricht auf, daß es aus Anlaß des 8 0. Ge­burtstages des Reichspräsidenten zu einer Reichsamnestie komme. Diese Nach­richt entspricht, wie wir schon mehrfach mitteilen konnten, in keiner Weise den Tatsachen. Es sind lediglich Einzelbegnadigungen vor­gesehen. In den nächsten Tagen soll deshalb eine Besprechung von Vertretern der Län­de r im Reichsiustizministerium stattfinden, wobei man versuchen will, zu einem einheitlichen Vorgehen der Länder in der Begnadigungs­frage zu gelangen. Die Angelegenheit soll so recht­zeitig erledigt werden, daß diejenigen, denen die Begnadigung zukommen soll, bereits am 2. O k - tobet in Freiheit gesetzt sein sollen.

Aus dem Hessischen Landtag.

Wg. Di n g eldey (D. V.) hat namens seiner Fraktion im Hess. Landtag folgende Anträge ein­gebracht:

Senkung der Realsteuern.

In § 15, Abs. II des neuen Finanzausgleichs­gesetzes wird bestimmt, daß die Genehmigung von Gemeinde-Biersteuern nur erteilt werden darf, wenn sichergestellt ist, daß die Neueinführung der Biersteuer durch entsprechende Senkungen auf die Gebiete der Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern ausgeglichen wird. Diese Bestimmung wird in Hes­sen von verschiedenen Gemeinden so ausgelegt, daß es schon genüge, wenn von einer sonst notwendigen Steuererhöhung abgesehen wird. Ja, es verlautet sogar zuverlässig, daß einzelne Städte trotz der Einführung der Gmeinde-Biersteuer nicht nur die Realsteuern nicht gesenkt, sondern sogar noch Er­höhungen oorgenommen haben. Diese Stichtage wi­derspricht dem Sinne und der Absicht der Gesetz­geber, die eine tatsächliche Senkung der Realsteuern yerbeigeführt wissen wollen. Ich beantrage deshalb: der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen,

1. den Herrn Reichsfinanzminister um eine authentische Interpretation des § 15 des Finanz­ausgleichsgesetzes umgehend zu ersuchen,

2. Vorsorge dafür zu treffen, daß durch ent­sprechende Anweisungen an die Gemeinden eine tat­sächliche Senkung der Realsteuern überall dort durchgeführt wird, wo die Gemeinde-Biersteuer neu eingeführt oder erhöht worden ist.

Einstufung der Gendarmerieoberwachtmeister.

Es ist eine Unbilligkeit, die sich nach Erledigung der Polizeibeschlüsse des Landtags erst übersehen läßt, daß die Gendarmeriebeamten mit längerer Dienstzeit nicht in dem gleichen Zuge an der Auf­stufung beteiligt worden sind, wie die übrigen Be­amten der Polizei. Ich beantrag« deshalb:

der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, eine Neuregelung dahin zu treffen, daß die Oberwachtmeister der Gendarmerie (Stationsführer) nach einer Gesamtdienstzeit von 30 bis 35 Jahren als Gendarmeriekommissare in die Besoldungs­gruppe VII überführt werden.

Ehrhardt und das Reichswehrministerium

Berlin, 31. Aug. (WTD.) Das Reichs­wehrministerium hatte vor kurzem dem General von Lüttwitz, Kapitän Ehrhardt und Major Bischoff die Pension mit der Begründung gepfändet, daß dem Reiche durch die militärischen Führer des Kapp-Hnter- nehmens ein Schaden von 6,3 Millionen Gold­mark entstanden sei, für den die drei Genannten als Gesamtschuldner haftbar zu machen seien. Daraufhin hatte Kapitän Ehrhardt Fe st - irllungsklage gegen das Reichsweh rmini- Lfrium eingereicht, derzufolge irgendein Schaden­ersatzanspruch des Reiches gegen ihn nicht be­stände. Rach Zustellung dieser Klage hat nun­mehr das Reichswehrministerium, wie ine hiesige Korrespondenz meldet, dem Kapitän Ehrhardt mitgeteilt, es müsse zur Vermei­dung von Irrtümern darauf hingewiesen werden, daß Ersatz des dem Reiche entstandenen Schadens nur in Höhe der zu stehenden Pen­sionsansprüche verlangt werde, daß aber

darüber hinaus Schadensersahforderungen nicht erhoben würden. Der Termin für die Fest- stellungstlage Ehrhardts gegen das Reichswehr­ministerium ist nunmehr endgültig auf den 26. Ok-, tober anberaumt worden.

Die Lohnforderungen der Eisenbahner.

Berlin, 31. Aug. (Wolff.) Die Vorstände der vertragschließenden Eisenbahnerorga- ni f a t i o n en haben in einer gestern abge­haltenen Sitzung beschlossen, sich heute mit einer Eingabe an die Hauptverwaltung der Deut­schen Reichsbahngesellschaft zu wen­den, in der sie um baldige Anberaumung von Verhandlungen ersuchen, in welcher die drei Organisationen der Hauptverwaltung die Forderungen für eine allgemeine Lohn­erhöhung und die Begründung dazu unter­breiten können.

Amerikanischer Marinebesuch in Kiel.

Kiel, 31. Aug. (Wolff.) Die amerikani­schen TorpedobootszerstörerWhipple" undBarker" sind, von Gdingen kommend, heute vormittag im hiesigen Hasen cingelaufen und wer den bis 6. September hier Aufenthalt nehmen. Wäh­rend ihres Aufenthalles find verschiedene Veranstal­tungen geplant, u. a Ausflüge in die Holsteinische Schweiz. Der Magistrat der Stadt Kiel wird den Offizieren im Ratskeller ein Frühstück geben.

Neue Spionageassare in Ruhland

Moskau, 31. Aug, (Wolff.) Telegraphen­agentur der Sowjetunion. Organe der staatlichen politischen Verwaltung haben in Leningrad eine Gruppe von 26 Personen ermittelt, die

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An oer Süoseile des standinaoischen Hochs bringt heute morgen noch der trockene Ostluftftrorn über ganz Deutschland vor, im Westen dagegen hat durch das atlantische Tiefdruckgebiet Luftdruckfall eingesetzt. Die Zufuhr feuchter Südwest-Lust läßt bereits über den briti[d)n Inseln stärkeren Wolkenaufzug er­kennen. Durch allmähliches Umdrehen der Winde wird die subtropische Warmluft auch unserem Ge­biet später Bewölkung zuführen, dabei wird Net- guna zu einzelnen Gewittern hervorgerufen.

Zunächst noch vielfach heiter, warm und trocken, später vereinzelt Gewitterneigung.

Witterungsaussichten für Samstag: Fortdauer des warmen, zu Gewitter neigenden Wetters.

Lufttemperatur: Gestern mittag 25 Grad Cel­sius, gestern abend 18,4 Grad Celsius, heute mor­gen 15,2 Grad Celsius. Maximum 25,2 Grad Cel­sius, Minimum 11 Grad Celsius. Gestrige Sonnen- scheindauer 11% Stunden. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe gestern 22,9 Grad Celsius, heute morgen 15,6 Grad Celsius.

zugunsten Englands Spionage trieb. Der Anklageschrift zufolge wurde die Gruppe be­reits im Jahre 1921 von dem englischen Kapitän Botzce organisiert und unterhielt in Lenin­grad, Moskau und Odessa ein Agenten­netz. Sie verkehrte mit Boyce durch das fin­nische Generalkonsulat in Leningrad und stand mit dem ehemaligen englischen Konsul in Lenin­grad, Kreston, in Verbindung. Zum unmittel­baren Leiter der Gruppe war von Boyce ein in Finnland lebender ehemaliger Offizier der Zaren­armee, Sokolow, ernannt worden. Auf dem Boden der Sowjetunion stand an der Spitze *er Gruppe ein gewisser Hoger, der gestand, mit Boyce schon seit 1916 in Beziehungen gestan­den zu haben und im Auftrage von Boyce tätig gewesen zu sein, als letzterer im Iahre 1920 zur Organisierung eines Spionagedienstes in die skandinavischen und baltischen Staaten entsandt wurde. Die Gerichtsverhandlung gegen die Gruppe beginnt am 2. September.

Neue Dollar-Anleihe Frankreichs?

Paris, l.Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Chicago Tribüne" wird aus Aeuyorl gemel­det, daß der gestern dort angekommene fran­zösische Botschafter Claudel erklärt Hobe, Frankreich such« von den Vereinigten Staaten eine 100-Millionen-Dollar-Anleihe zu erhalten. Die französische Regierung wünsche den Zinssatz der in Amerika im Umlauf befind- liehen französischen An.eihen herabzusehen, und dies sei ihr möglich, da die Bank von Frank­reich in Reuyork und in London Kredite in Höhe von 30 Millionen Dollar angehäuft habe. Die ©efamtfumme der in Amerika befindlichen Wertpapie.e der französischen Regierung und der französischen Kommunen und Gesellschaften werde auf 200 Millionen Dollar geschätzt.

3m Fluge um die Welt.

Das wagemutige und kühne Unternehmen der beiden amerikanischen Flieger Schlee und Brook, die Welt zu umfliegen, das bis jetzt von einem guten Schicksal begleitet war, ist nicht das erste seiner Art. Es ist vielmehr schon mehrfach versucht worden und auch einige Male geglückt, die ganze Erde mit ein und demselben Flugzeuge zu umkreisen. Im Gegensatz aber zu den früheren Unternehmen, die zeitlich sehr lange brauchten, wollen die jetzigen Weltflieger in etwa vier­zehn Tagen um unseren Planeten herum sein. Einer der ersten, der einen Weltrundflug aus­führte, war der Flieger Smith, der für seinen Flug länger als ein halbes Jahr brauchte. Er hatte damals, es war im Sommer 1924, unter­wegs auf Island einen Motordefekt und muhte von neuem seinen Flug antreten. Auch ein ita­lienischer Flieger, D e Pinedo, hat schon einen Weltflug hinter sich, bei dem er rund 50 000 Kilometer zurückgelegt hat; auch er brauchte bei­nahe ein halbes Jahr. Schlee und Brook, die jetzigen Weltflieger, wollen, wenn sie wieder in Detroit angefommen, den jetzigen Rekord der Weltumkreisung, der 28 Tage betrug, gebrochen

haben. Ihre weitere Flugroute von Belgrad aus geht nach Konstantinopel, Aleppo, Bagdad, Bun- dar (Persien). Kalkutta, Touraine. Tokio, Hono­lulu, San Francisko, Chicago, Detroit.

Unser Kartenskizze zeigt, welche Flugstrecke die beiden Weltflieger bis heute morgen zurück­gelegt hatten und welcher Weg ihnen nach den mit Bestimmtheit getroffenen Dispositionen noch bevorsteht. 11 n b e ft i m m t ist bis heute nur noch die Flugstrecke über den Stillen Ozean hinweg, wo zwei Routen in Betracht kommen, die auf unserer Karte durch Fragezeichen kennt­lich gemacht sind. Welche dieser Routen die Flieger wählen werden, wird von der Wetter­lage abhängen.

Die Weltflieger in Konstantinopel.

Konstantinopel, 31. Aug. (Wolfs.) Die amerikanischen Weltflieger Schlee und Brook sind mit ihrem FlugzeugStolz von Detroit" hier eingetroffen.

Heber den Atlantik

Das Wetter auf dem Ozean.

Hamburg, 31. Aug. (WB.) Die Wetter­lage auf dem Rvrdatlantischen Ozean ist nach Mitteilung der Deutschen Seewarte für Ozeanflüge von Europa nach Rordame- rika noch immer nicht sonderlich g ün- t i g. Besonders zwischen dem 20. und 25. Grad westlicher Länge herrschen starke Gegenwinde nut einer Geschwindig^it von bis 40 Stundenkilo­meter.

Unterwegs

von England nach Kanada.

London, 31. Aug. (WB.) Heute früh ist das FlugzeugSt. Raphael" des Obersten Minchin von hier zum Fluge nach Ka­nada auf gestiegen. Vor dem Start hielt der Erzbischof von Cardiff unter den Tragflächen öeä Flugzeuges einen Gottesdienst ab. Die mit« liegende PrinzessinLöwenstein-Wert- he i m erklärte, sie sei überzeugt, daß das Flug­zeug glücklich in Amerika landen werde. Der Apparat führt 800 Galonen Benzin und Lebens­mittel für zwei Sage sowie Hilfsgerät mit sich.

Minchins FlugzeugSt. Raphael" hat die Stadt Galway in Irland über flogen. Es senkte sich dann etwas, passierte die Aran- Insel und flog in Richtung Kanada auf den Ozean hinaus.

Bremen" zum Abflug bereit.

Dessau, 31. Aug. Um 4.55 Uhr nachmittags ist dieBremen" zur Startbahn gerollt worden. Am Startplatz wurde das Flugzeug ge­tankt. Wie zuverlässig verlautet, wird dieE u - r o p a" an dem Amerikaslug nicht teilnehmen. Die Besatzung derBremen" besteht aus den

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bleibenden britischen Truppen fünf Bataillone 4000 Mann und eine Panzerwagenbatterie

Ver Besatzungsadvau in China.

Schanghai, 31. Aug. (WTB.) Wie amllich gemeldet wird, werden demnächst in Verfolg der gegenwärtigen Politik der allmählichen Vermin­derung der britischen Truppen in Schanghai vier Bataillone mit einem Effektiv- besland von etwa 3200 Mann und eine Brigade Artillerie aus dieser Stadt zurückgezogen mer-

trägen.

Die Agentur Jndo Pacific berichtet aus kio, daß Ministerpräsident Tanaka sich die _ ftimmung des kaiserlichen Privatkabinetts zur bevor­stehenden Räumung Schantungs durch die japanischen Truppen und zu dem mit Frankreich unterzeichneten Protokoll betreffend den Handel in Jndochina gesichert habe.

den. Infolgedessen werden während des nächsten Winters die Effektiobestände der in Schanghai

von Ost nach West.

Piloten Loose, Köhl und Freiherrn v. Hüne- feld. Das Ozeanflugzeug bleibt zum Abflug bereit auf der Startbahn stehen. Man erwartet hier am Donnerstag früh den Eingang der Wetter­telegramme, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Unwetterkatastrophe m Oftgattzien

Prag, 31. Aug. (WB.) Das tschechoslowa­kische Pressebureau meldet aus Lemberg: In­folge der dauernden Regengüsse der letzten Tage und eines heute nacht niedergegangenen Wolken­bruchs ist der Fluß Tysmienica, der mitten durch die Städte Boryslaw und D r o h o - bycz flieht aus den Ufern getreten und hat die beiden Städte, sowie zahlreiche Ge­meinden in der Umgebung unter Wasser gesetzt. In Boryslaw stürzten u. a. in­folge der Ueberschwemmung fünf einstöckige Häuser ein, wobei mehrere Personen den Tod fanden. Bisher wurden drei Leichen ge­borgen. In Drohobhcz wurden die Fabrik­anlagen zweier Raphtharafsinerien unter Wasser gesetzt. Die Eisenbahn­gel eise bei Drohobhcz wurden in einer Aus­dehnung von drei Kilometer sortge- schwemmt.

Heber 12 000 Personen haben ihr ganzes hab und Gut verloren, da das Wasser das gesamte lebende und tote Inventar mitgerissen hak.

Die Rettungsaktion wird von Pionierabteilungen unterstützt. Von der Ueberschwemmung wurde auch die Stadt und der Bezirk Stryj heimgesucht. In der Stadt stehen über 120 Wohnhäuser unter Wasser. Auch hier sind mehrere Menschenleben zu beklagen. In einem Dors sind fünf Bauern ertrunken.

Warschau, 1. Sept. (WTB. Funkspruch.) den Überschwemmungen in Ostgalizien wird noch gemeldet, daß das ganze ost galizische Kar­pathen-Vorland von der Katastrophe betrof­fen ist. Alle ostgalizischen und ein Teil der mittel­galizischen Flüsse sind infolge anhaltender Wolkenbrüche über die Ufer getreten. Große Strecken Landes sind überflutet und Brücken hinweggerissen worden, so daß der L i se n- bahnverkehr fast im ganzen Kar­st a t h e n o o r l a n d unterbrochen werden mußte, was selbstverständlich die Hilfeleistung sehr erschwert. In der Ortschaft M a r z i n o w bei Stryj konnten angeblich

die Bewohner aus dreihundett überfluteten Häusern nicht mehr gerettet werden.

Sehr starke Schäden werden aus der Gegend von S t a n i s l a u und Colomea gemeldet, wo nach den vorläufigen Meldungen etwa 36 Personen ertrunken sind. Vorläufig ist es noch ganz un= I möglich, die Anzahl der Opfer und den Umfang I des an gerichteten Sachscl-adens abzuschätzen. Der I Wolkenoruch war von einem Wirbelsturm be­gleitet, der allein in der Ortschaft Markoicz 54 Häuser gänzlich vernichtete. Die Regierung hat zur Linderung der dringendsten Rot 500 000 Zloty angewiesen.

Die Wetterlage.

Vorbereitungen auch in Frankreich.

Paris, 31. Aug. (WTB.) In Le Bourget ließen heute nachmittag die beiden Piloten des Tangovogels", T a r a s s o n und L a u l h e, die Funkapparate an ihrem Flugzeug anbringen. Morgen sollen damit die ersten Versuche gemacht werden. Die Piloten desBlauen Vogels", G i v o n und Corgu, ließen heute nachmittag die Behälter ihres Apparates mit Betriebsstoff füllen, doch verlautet bis zur Stunde nichts über den Zeit­punkt ihres Startes. In Villacornblay ließ der Flie­ger C o st e s sein Flugzeug noch einmal überprüfen. Er ist nunmehr bereit, jederzeit zum Fluge ParisNeuyork aufzusteigen.

Könneckes Funker.

Köln, 31.Aug. (Wolff.) An Stelle des zurück- getretenen Bordfunkers Könneckes, Wall, ist der Obertelegraphensekretär vom Telegraphenamt Kob­lenz, Johannes, als Bordfunker gewählt worden.

Levines Pläne.

London, 31. Aug. (Wolff.) Wie Leoine er­klärte, wird er, falls der Flug Minchins gelingt, seine eigenen Pläne ändern und anstelle des Trans- ozeanfluges den Versuch machen, auf einem Flug in östlicher Richtung den Dauerrekord und den Lang­streckenrekord zu brechen.

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