3bee zuliebe. Aber auch die Zuschauer, die Darmstädter wie die ungeheuere Zahl der Auswärtigen, die in vielen Sonderzügen hierhergekommen waren, zeigten sich diszipliniert: auch wurde von der Polizei die Absperrung sehr weitherzig gehandhabt. Viele Zuschauer hatten sich schon Wochen vorher Fensterplätze gesichert, um bequem den Zug sehen zu können, aber die Hauptstraßen von Darmstadt sind so breit und die Plätze so groß, daß man sehr gut den Festzug sehen konnte, wenn man auch nicht in den ersten Reihen stand. Die Rheinstraste ist sogar so breit, dast die Festleitung den glücklichen Gedanken verwirklichen konnte, den Zug die Straste zweimal passieren zu lassen, so daß der Zug teilweise aneinander vorbeizog, und zwar in entgegengesetzter Richtung: die Beteiligten hatten so Gelegenheit, wenigstens ein großes Stück des Festzuges zu sehen. Besonders hervorzuheben ist, daß in den Zug hinreichend Musikkapellen eingegliedert waren, so daß der festliche Charakter dadurch gewahrt blieb. Man hörte ständig Musik: der Llmzug beim Gauturnfest am letzten Sonntag hatte ftarf unter einem Mangel an Musik, d. h. an Stimmung gelitten. Ein Zug von solch ungeheuerem Ausmaß wie der heutige läßt sich nicht im einzelnen beschreiben: das Programm, das gedruckt vorlag, wies nicht weniger als 10 0 Rummern auf. Hierbei ist nicht etwa jeder Verein aufgezählt, sondern es sind nur die Gaue genannt, denen die Vereine angehören. Aus den Ramen der Orte, denen die Vereine entstammen, hätte man schon ein stattliches Ortsverzeichnis des Mittelrheingebietes zusammenstellen Kirnen und dabei wäre dies wahrscheinlich lückenlos, denn es gibt ja fast kein Dorf, in dem nicht ein Turnverein besteht.
Neun Fanfarenbläser eröffneten den Festzug: es folgten in Auws die Herren des Kreisoorstan- des, daran schloß sich der H a u p t a u s s ch u ß des Kreisfestes. Hinter dem neuen Kreisbanner, das im Zuge getragen wurde, schritten die Fechter des Mittelrhein kreises, dann die O b e r t u r n - warte des Kreises. Diese Abteilung, die eigentlich schon ein swtllicher Zug war, konnte man als die Spitze bezeichnen. Nun folgten, nach Gauen geordnet, die überaus zahlreichen Turnvereine. Das Bild war keineswegs einförmig, denn es marschierten zahlreiche Musikkapellen im Zuge mit, Herolde ritten den einzelnen Abteilungen voran, und Fe st wagen folgten inmitten der Vereine in gewissen Abständen. Manche Turnvereine führten auch sehr originelle Embleme mit, die zumeist auf den Haupterwerbszweig ihres Ortes hindeuteten, oft in humorifttscher Form. Die Aschaffenburger zeiaten z. B. ein Schild mit einer Ansicht ihres Schlosses, auch sithrten sie an einer Stange ein kleines Bierfaß mit, Eltville zeigte Sektflaschen, Winningen an der Mosel ein Weinfaß, und Griesheim bei Darmstadt Zwiebeln. Geradezu ein Wald von Fahnen wurde mitgeführt, darunter war manche verblichen und zerschlissen, der man das hohe Alter ansah. Besonders wirkungsvoll war es, wenn Fahnen- abordn ungen in größerer Zahl beieinander waren und vorüberzogen. Die Festwagen waren zumeist von Darmstädter Innungen gestellt und versinnbildlichten die Handwerke. Ferner waren mich Darmstadter Vereine zahlreich oertteten, wie Velozipodklub, Radsportklub, Privilegierte Schüt- zengesellschast, Verein der Wildschützen usw., die sich in derselben Weise wie die Innungen beteiligten. Den Abschluß des Zuges bildete der Jahnwagen der Darmstädter Turnerschaft.
Die Turner gaben dem gesamten Zug durchaus das ©ebräge, und es war eine Freude, die vielen schlanken Gestalten einherfchreiten zu sehen. Die jüngeren Jahrgänge waren zahlenmäßig von besonderer Stärke, ein Beweis dafür, daß die Deutsche Turnerschaft auch heute noch eine starke Anziehungskraft auf die Jugend ausübt. Die männlichen Turner trugen zumeist dunkelblauen Anzug oder waren ganz in Weiß. Die Turnerinnen hatten die kleidsame Straßentracht: kornblumenblaue Leinenkleider, angelegt. Aus dem Zuge heraus, und vom Publikum erwidert, ertönten fortdauernd Gut-Heil-Rufe. 51m 1/s3 Ähr kündigte ein Fliegersignal die geplante Totenehrung an. Sofort hielt der Zug, die Musik verstummte, die Fahnen senkten sich, und die Glocken läuteten. Dann setzte die Musik ein und spielte mit gedämpften. Klängen zwei Strophen des Liedes „Ich halt' einen Kameraden". Auch die riesigen Zuschauerscharen verharrten in lautloser Stille. Es war eine außerordentlich eindrucksvolle Totenehrung.
Wegen seines riesigen Umfanges konnte der Zug nur durch die Hauptstraßen der Innenstadt geführt werden,, die alle reich geschmückt waren. Rach Beendigung des Umzuges nahmen die Uebungen und Vorführungen der Gaue, Verbände und Vereine ihren Fortgang. Abends war die übliche große Veranstaltung mit Konzert, turnerischen Vorführungen usw. in der Festhalle.
Wirtschaft.
Prolongationen.
Für jeden Bankkunden, der an der Börse in Termingeschäften engagiert ist, spielen bei den derzeitigen Geldverhältnissen eine ganz besonders wichtige Rolle die Prolongationen, die im Börsenverkehr auch als „Schiebungen" bezeichnet werden. Es handelt sich nämlich bei dieser Art von Geschäften nicht um Abschlüsse, sondern um die Hinausschiebung der Abnahme von gekauften Effekten und der damit verbundenen Verpflichtung zur Erledigung ihres Gegenwertes in bar. Dieser Aufschub wird von der Bezahlung eines Reports abhängig gemacht, der daher praktisch mit Debitzinsen absolut identisch ist. Früher wurde man für die Anfchaffungspreise der Wertpapiere auf Konto belastet und zahlte für Debetbeträge Zinsen, heute dagegen wird man durch Terminengagements auf Konto nichts schuldig, wenn man die Geschäfte von einem Termin zum andern prolongiert, man zahlt aber den Report, dessen Satz von den Geldgebern, d. h. hauptsächlich Großbanken, bestimmt wird, und die sich bei jeder Schiebung wiederholende Provision. Wenn man diese beiden Spesenpositionen zusammenrechnet, wird man auf einen nicht unbeträchtlichen Debitzinssatz kommen, während man den verlangten Einschuß auf Konto gut hat und zu einem erheblich geringeren Satze verzinst sieht. Dafür hat ja der Kunde gewissermaßen das ihm vorgeschossene Geld fest von einem Termin zum andern, während er früher täglich die Aufforderung erhalten konnte, seinen Kredit innerhalb einer ganz kurzen Frist abzudecken oder, wenn ihm dies durch Bezahlung nicht möglich war, seine Effekten zu verkaufen. Kam jemand einer solchen Aufforderung nicht nach, so wurde er exekutiert, d. h. seine Papiere wurden auch gegen seinen Willen an dem ihm als Frist gesetzten Tage nach einer von dem Bankier getroffenen Auswahl soweit verkauft, wie es zur Deckung des Debetsaldos erforderlich war. Dieses Gespenst der Zwangsregulierung ist nun allerdings aus den zwischen den Terminen liegenden Tagen verbannt, aber seine Macht ist dadurch nicht etwa gebrochen, sondern im Gegenteil erheblich gestärkt worden. Die ganze Börse sieht heute unter seinem Druck: denn es hat sich unter den neuen Namen „Kreditrestriktion oder „Kürzung des Reportgeldes" neu etabliert. Der Spekulant kann und muß täglich damit redjnen, daß ihm fein Bankhaus die Mitteilung macht, es könne seine Engagements nicht oder nur teilweise über ihren nächsten Termin hinaus prolongieren, da von den Großbanken eine weitere erhebliche Kürzung des Reportgeldes vorgenommen sei. Die Prolongationen sind nämlich bei der Lage des heutigen Börsengeldmarktes der bei weitem wichtigste Bestandteil der gesamten Gelddispositicm geworden. Auch der kleinste, kapital- chwächste Bankier ist, solange genügend Reportgeld zur Verfügung gestellt wird, in der Lage, seiner Kundschaft gerate,511 enorme Engagements zu erlauben, ohne selbst irgendein Risiko zu übernehmen, wenn er genau darüber wacht, daß er auch im Falle großer Kursstürze seine durch Zwangsregulierung entstehenden Forderungen aus deren Sicherheits- tepots oder Ba rein schlissen decken kann. Er kann nämlich alle Effekten, die sein Kunde nicht selbst ab- nimmt imb bezahlt, einer der Großbanken, die das Hauptkontingent an Reportgeld stellen, hineingeben, d. h. er nimmt sie entsprechend der durch Kauf ein- legangenen Verpflichtung ab, liefert sie aber zu >em an dem betreffenden Termin geltenden Liquida- ticmskurse an den Hereinnehmer weiter. Diese Hereinnahme spielt sich in der Praxis genau so ab, als hätte man die Effekten zum Ltguidationskurse verkauft und zu dem gleichen Kurse zurückgekauft, nur zu dem vereinbarten späteren Termin. Eine solche Schiebung kann dann immer weiter verlängert oder auch teilweise verlängert werden, wobei die durch Veränderungen der Liquidattonskurse ent- tandenen Differenzen durch den Dtfferenzkontobogen ausgeglichen werden und der Report für den ganzen ausmachenden Betrag ter hineingegebenen Effekten auf einer gewöhnlichen Kassenvereinsrechnung eingezogen wird.
Man darf sich bei dem gegenwärtigen Zustande der Einsicht nicht verschließen, daß gerade in den für den Spekulanten so dringend notwendigen Prolongationen das größte Gefahrenmoment für ihn zu erblicken ist: denn während früher selbst die vorerwähnten Kundenexeklttionen, falls es sich nicht um besonders große Poften handelte, kaum einen Eindruck auf die Börsenkurse machten, hat heute in- olge des ungeheuren Einflusses der Großbanken eine allgemeine Kreditkürzung unbedingt einen Einbruch zur Folge, weil die Glattstellungen ter Engagements in diesem Falle gleichzeitig erfolgen und dem übergroßen Angebot keine Nachfrage aegenüberstehl. lieber die gespannte Lage des Börsengeldmarktes darf man sich auch dadurch nicht Hinwegtäuschen lassen, daß es fast in jedem Zeitungsbericht heißt „tägliches Geld mit 5,50 bis 6,50 Prozent angeboten" ober „leicht erhältlich". Dieses Geld kommt eben für die unbedingt Den Ton angebende Terminspekulation nicht in Frage, weil ter Bankier sich den Kunden
gegenüber auf Termine festlegen muß und bei täglichem Geld nie die Gewähr hätte, daß er für einen ihm plötzlich gekündigten Geldposten am gleichen Tage einen Ersatz findet. Außerdem ist für dieses Geld 1,5 bis 2faches Esfektentepot zu stellen, mit dem dann immer herumjongliert werten müßte, wenn die Geldgeber wechseln, während er im Wege der Prolongation den vollen Gegenwert der hineingegebenen Stücke erhält. Die Wichtigkeit der Prolvngationen für die technische Möglichkeit einer umfangreichen Spekulationskreditgewährung ist daraus also klar zu ersehen.
* D ie Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtgng, Bekleidung und „sonstiger Bedarf') beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats Juli auf 150 gegen 147,7 im Vormonat.
* D i e Tabakeinfuhr. Im ersten Viertel des Rechnungsjahres 1927 wurden nach der Hantelsstatistik in das deutsche Wirtschaftsgebiet 23,8 Mill. Kilogramm Tabakblätter im Werte von 60,7 Mill. Mark eingeführt. Den Hauptteil an der Einfuhr hatten Bulgarien mit rund 2,5 Mill. Kg. im Werte von 4,4 Mill. Mk., Griechenland mit rund 3,8 Mill. Kilogramm im Wert« von 10,8 Mill. Mk., Nieter- ländisch-Jndien mit rund 8 Mill. Kg. im Werte von 26,9 Mill. Mk., Türkei mit 2,3 Mill. Kg. im Werte von 5,3 Mill. Mk., Brasilien mit 2 Teilt Kg. im Werte von 3,9 Mill. Mk, Dominikanisch« Republik mit 1,6 Mill. Kg. im Werte von 2,2 Mill. Mk. und Vereinigte Staaten von Amerika mit 2,2 Mill. Kg. im Werte von 3,9 Mill. Mk.
'Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Rach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit Dom 17. bis 23. Juli im Ruhrgebiet in sechs Arbeitstagen 2 229 080 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 236 289 Tonnen in der vorhergehenden Woche In ebenfalls sechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung stellte sich in den sieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonn- tags gearbeitet) auf 516 443 Tonnen gegen 507 316 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Pretz- kohlenherstellung auf 66 816 Tonnen gegen 66 271 Tonnen in sechs Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 17. bis 23. Juli 371513 Tonnen gegen 372 715 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 73 778 Tonnen (72 474 Tonnen), die avbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 11136 Tonnen (11045 Tonnen). Die Zahl der wegen Absahmangels eingelegten Feierschichten stellte sich auf 37 061 Tonnen (arbeitstäglich 6177) gegen 17 141 (2857) in der vorhergehenden Woche.
* Aquila A.--G. für Handels- und I n - d u st rie Unternehmungen in Frankfurt (Tlain). Die Gesellschaft wird für das abgelaufene Geschäftsjahr 1926/27 die Dividendenzahlung wieder ausnehmen.
* Robert Bosch A.-G., Stuttgart. Die Firma hatte infolge des erheblichen Rückganges des Inlandabsatzes im Geschäftsjahr 1926 einen Verlust von 856 377 Mk. (im Vorjahre einen Reingewinn von 3,82 Millionen Mk. bet 8 Prozent Dividende). Unter Berücksichtigung des vorjährigen Gewinnoor- trages ermäßigt sich ter Verlust auf 137 931 Mk. Es soll von der Sonderrücklage von 5 Millionen Mk. abgetrieben werden, so baß bie gesetzliche Rücklage von 4 Millionen Mark unberührt bleibt. Der Absatz nach dem Auslande gestaltete sich im allgemeinen günstig. Der Geschäftsgang im neuen Jahre ist befriedigend.
* Mannheimer Motorenwer ke A.- G. Mannheim. In der Sitzung vom 20. Juli hat «der Aufsichtsrat die Bilanz per 1. Dezember 1926 gutgeheißen, wonach der Verlust einschließlich tes Derlustvorträges aus dem Jahre 1925 in Höhe von 1 441 044 Mk. sich um rund 1 965 353 Mark auf 3 409 397 MI. erhöht. der vorgetragen werden soll. Durch die Ende 1926 in der G.-V. bereits beschlossenen Saniernngsmaßnahmen und die Herabsetzung des Kapitalkontos von 5 Millionen Mark auf 2 Millionen Mk. und Erhöhung auf 5,4 Millionen M. vermindert sich der Verlust auf 409 397 Mk.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. Ti., 1. Aug. Tendenz unein- heitlich. — Zu Beginn der neuen Woche konnte das Geschäft an der Börse keine wesentliche Belebung erfahren. Die Grundstimmung blieb jedoch zuversichtlich, da während der vergangenen Woche verschiedene handelspolitische Fortschritte zu verzeichnen waren. Eine günstige Wirkung hatte auch der Monatsbericht ter Dresdner Bank, der die Besorgnisse über die Passivität der deutschen Außenhandelsbilanz zu zerstreuen versucht. Da aber auch heute kaum Kundenorders vorlagen und die Spekulation sich auf Spe^ialwerte beschränkte, war die Tendenz bei kleinen Umsätzen uneinheitlich. Größeres Interesse wandte sich F r c i g a b e tu e r = ten, Siemens, Waldhof und später auch I. G. Farben zu, die bis 3,5 Prozent anziehen
konnten. Im übrigen betrugen die Gewinne und Verluste bis zu 2 Prozent. Stärker gedrückt lagen Wayß & Freytag. Mansfelder konnten sich um 1,5 Prozent befestigen. Am heimischen Anleihemarkt wurde Ablösungsschuld für Altbesitz erstmalig in Stücken von 100 Mk. gegen bisher 500 Mk. notiert. Von fremden Renten lagen Türken feft Im weiteren Verlaufe schrumpfte die Geschäftstätig, feit stark zusammen und die Kurse bröckelten ab, namentlich die vorher stärker begehrten Werte konnten ihre Gewinne nicht behaupten. Am Geld- m a r k k ist Tagesgeld wieder stark gesucht zu 7 Pro- zent. Die zukünftige Entwicklung des Geldmarktes blieb undurchsichtig. JmDevisenoerkehr stellte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,2040, gegen London auf 20,419. Paris gegen London 124,03 Mailand 89,25, Madrid 28,47.
Berliner Börse.
Berlin, 1. Aug. Bei großer Geschäftslosigkeit eröffnete der neue Monat wenig ver- ändert. Der hohe Satz für Tagesgelte-von 7 bis 8,5 Prozent hält die Unternehmungslust der Spekulation, deren Interesse sich auf Spezialwerte konzentriert, zurück. Lediglich Freigabewerte und einige Elektropapiere hatten größeres Geschäft aufzuweisen, ohne daß größere Kursveränderungen gegen die Freitagsnotierungen eingetreten sind. Fest lagen ferner Metallba nk, Maximilianshütte und Stolberg-Zink, dagegen Glanzstoff, Feldmühle, Schultheiß und Geb r. Iunghans auffallend schwach. Auch die Mo n t a n ro e r t e tendierten 1 bis 2 Proz. schwächer. Der Bericht der D r e s d n e r B a n k, der sich in erster Linie mit der Außenhandelsbilanz beschäftigt, wird nicht ungünstig kommenttert. Inwieweit sich der Geldmarkt nach dem Ultimo erleichtern wird, ist schwer zu sagen. Tagesgeld 7 dis 8,5 Prozent, Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Anleihen behauptet. Zu beachten ist die neue Notierungsart für Ablösungsschuld. Fremde Renten ruhig: Bosnier, etwas fester. Nach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Tendenz, von Spezialwerten ausgehend, etwas freundlicher, so daß Schiffahrts werte um 1,5 Prozent, Rheinstahl, I.- G.- Farben und W a l d h 0 s je 1 Prozent und Siemens sogar 4 Prozent anziehen konnten. Später wurde es jedoch wieder unsicher, und die Gewinne gingen größtenteils wieder verloren.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 1. Aug. Auf dem Pro- duttenmarkt war das Geschäft heute wieder sehr ruhig. Weizen wurde erstmals in Ware neuer Ernte gehandelt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28, Roggen, inländischer, 23,50 bis 23,75, Hafer, inländischer, 25,50 bis 26, Hafer, ausländischer, 23,25 bis 25,25, Mais, gelb, 18,75 bis 19, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 39,25 bis 39,75, Roggenmehl 36 bis 36,25, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenkleie 13,75 bis 14, Erbsen 30 bis 60, ßinfen 40 bis 60, Heu, süddeutsches, gut, trocken, 5,60 bis 6, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,60 bis 5, gebündelt 3 bis 3,50, Treber, getrocknet, 15,25 bis 15,50, Kartoffeln, weißschalig und weißfleischig, 4,60, weißschalig und gelbfleischig 4,75.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
5 r a n f f u r t a. M., 1. Aug. Austrieb: 1320 Rin- der, darunter 273 Ochsen, 36 Bullen, 619 Kühe, 31Ö Färsen, 508 Kälber, 42 Schafe, 4725 Schweine. Es notierten: Rinder Ochsen, vollfleischige, ausge- mästete höchsten Schlachtwerts: jüngere 63 bis 67 Mark, ältere 58 bis 62; sonstige vollfleischige: jüngere 54 bis 57, ältere 49 bis 58; fleischige 44 bis 48; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- Werts 57 bis 60; sonstige vollfleischige oder ausge» mästete 52 bis 56; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachiwerts 52 bis 56; sonstige vollfleischige gusgemäftete, höchsten Schlachtwerts 62 bis 67; vollfleischige 57 bis 61; fleischige 50 bis 56. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 74 bis 80; mittlere Masi- und Saugkälber 68 bis 73; geringe Kälber 60 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 55. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebend- §ewicht 64 bis 66; vollfleischige von ca. 240 bis Oü Pfund Lebendgewicht 64 bis 66; von ca. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 65 bis 66; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 65 bis 66; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 63 bis 65; Sauen 54 bis 60 Mark. Marktverlauf: Bei ruhigem Geschäft alle Viehgattungen im Verlaufe ausverkauft.
KajserNätrörf
verfeinert im Geschmack, ist sehr bekömmlich, j bringt Erleichterung und Linderung bei Sodbrennen, Magensäure, wirkt bei uhigend. Man verlange ausdrücklich Kaiser-Natron nur in grüner Original-Packung, höchste Reinheit garantiert, niemals lose, in den meisten Geschäften.
Rezept» gratis. Arnold Holsts Wwe., Bielefeld. (1-00) j
Banknoten.
Lombardzinsfuß 7 Prozent.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an.
Phtllpp Holjmcinn . . . Heidelberger Gement . . uement .Qarlftabt.... Wahß & Freitag .... Schultheis Payenhofer. Oftwerke Ver. Glanzstoff Bemberg.........
Zellstoff Waldhof.... Zellstoff Aschaffenburg . Eharlotl.-nburger Wasser Dessauer GaS Daimler Motoren.... Demag . Adlerwerke Kleher. . ..
Ludw. Loelre .... Rat. Automobil Orcnstein & doppel . . . Linke Hofmann Leonhard Tietz Bamaa-Megutn .... Franks. Maschinen ».. bi eigner .........
Hehltaenstaedt . .... stungbanS • ....
Lechwerke. .....
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Miag Nekarsulmer ..... PfteiS Union ...... Gebr. Roeder . ,
Doigt L Haeffuer .... Sudd. Zucker......
Reichsbankdiskont 6 Prozent
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D-Sal. ohne AuLlof.-Rechten 7% ftrnnff. Hnp.-Bk. Goldpf unkündbar bis 1932 ...
4*/3°/o Rheinische Hyp -Bank tiiqu -Goldpf. .....
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176,25
179
188,5
176 (89,5
178 188,15
176
233
—
232.75
232,7.1
237,5
239
Deutsche Bank.......10
DiSlonto-Kesellschaft Slnt 10
Dresdner Bank......10
Mtileldeutsche Lreditbank.9
Metallbau!..........8
ReichSbank......1"
163,5
160.5
170
142,5
162,5
160,4
169
266
144
170,5
163,65
160,25
168
254
142.6 17V
160,76
256
3- G- yarben Industrie. 10
Dhnamn Rodel ......0
Echetdeanftalt ........ R
«Goldschmidt...... 5
RstlaerSwerke ....... .0
Meiallgesellschast.....lo
20,75
48.75
132
98,6
184.5
20,9
218.5
131
99,25
185
321,25
>54,25
133
98,6
320 153,25
180,5 09,6 185,5
Berlin. 29 Juli.
Geld
Brief
französische Roten......
Holländische Roten......
Italienische Roten......
Norwegische Noten......
Deutsch-Oesterr.,äl00 Kronen
Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten......
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Roten . ...
Devisenmarkt Berlin
Telegraphische
ÜöJ8 167,96
22,8/ 108,28
69.18
2,55 112,22 80,94
71,36 12,44
73,00
—Frankfurt
Auszab
iö3i 168.64
22,97 108,72
69,42 2,57
112,68 61,26 71,64 12,50 73,30
a. M.
un g.
29. Juli.
1. August.
Amtliche
Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brie,
Cicltt
l Brief _
Amst - Roll
168,28
168,62
168,33
168,67
Buen.-AireS
1,783
1.787
1,785
1,789
Brss.-Antw.
58,405
58,525
58,4<
68,55
Edristianta.
108,44
108,66
108,49
108,71
Kopenhagen
112,36
112,58
112,46
112,68
Stockholm . Helsingforö. Italien . . .
112,49
112,71
112,53
112,75
10.68 >2,845
10,60
22,885
10,583
22,86
10,603
22,90
London. . .
.0,392
20,4 2
20,40
20,44
Wcuoort . .
4,199
4,207
1,2015
4,2095
Dari-3....
Schweiz . .
16,435
16,475
16,455
16,485
■>0,995
»1,055
*0,91
01,67
Spanien . .
71,68
71,82
71,59
71,73
yapan . . . Rio de Jan.
1,979
1.983
1,981
1,985
0.496
0,498
'.4955
0.4975
Wien in D--
Oest. abgest.
□9,13
69,25
09,14
59,26
Prag ....
12,447
12,467
7,402
12,452
12,472
Belgrad . .
7,388
7,393
7,407
Budapest. - Bulgarien .
.3,1?
1.037
73,31
3,043
73,24 3,042
73,38
3,048
Lissabon . .
20.78
20,82
20,73
20,77
Danüg.. . Konstantin.
81,32
81,48
81,35
81,51
-.121
2,125
2,125
2,129
Athen. , .
5,544
5,556
6,634
5,646
Canada .
1.197
1.205
4,196
1,204
Uruguay. .
4,156
4,164
4.136
4.141
Tatro - . -
20,398
20.438
-•0,917
.'0,957
Berlin, 29 Juli.
I Geld
Briet
Ämerikaniiche Roten.....
Belgische Noten .... ... Dänffche Noten ......
gltsche Noten.......
4,185
58,49
112,07
20,35
4.205
58,00
112,53
20,43
Sluiarnrt
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