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den zu können. Der Angeklagte hatte deshalb einen Strafbefehl erhalten. Er legte Einspruch ein. Wie er unwiderlegt angab, hatte sich der Warenbestand dadurch so erheblich vermindert, daß er eine Menge von Waren in das Offenbacher Geschäft verbrachte, nachdem er festgestellt habe, daß er in Offenbach besser verkaufen könne. Die Unrichtigkeit des Verzeichnisses war nicht festzustellen, das Verbringen der Waren nach Offenbach trotz hiesigem Ausverkauf nicht strafbar. Deshalb auch hier Frei- s p r u ch.
Ein Chauffeur, der in einer belebten Gegend der Stadt das Umbiegen in eine Querstraße nicht durch Ausstrecken des Armes angcdeutet hatte, wurde in eine Geldstrafe von 5 Mark genommen, nachdem er gegen einen Strafbefehl, der auf acht Mark lautete, Einspruch eingelegt hatte.
Ohne Rücksicht auf die vorhandenen Mengen haben wir imserebekannfbilli- gen Preise nodh gewaltig herabgesetzt. Wir empfehlen aber, diese günstige Gelegenheit sofort wabr- zunehmen, da in wenigenTagen diese oder jene Große möglicherweise ausverkauft sein könnte
Amtsgericht Metzen.
* Gießen, 30. Juni. Der Kaufmann I. 21., jetzt in W., hat bis zum 1. Juli 1926 als Angestellter eines hiesigen Kaufmanns den Zigarrenoertrieb in einem Sonderbau. Seinen Gehalt entnahm er feit Jahren in stiller Vereinbarung der Kasse, die er zu verwalten hatte. Einige Zeit bevor ihm gekündigt worden war, machte er gegen seinen Chef weitere Forderungen von insgesamt über 1000 Mk. geltend, für.Dienste seiner Ehefrau im Geschäft, für Urlaub und tarifliche Verkürzungen. Der Chef lehnte ab, ohne daß ihm im einzelnen die Forderungen mitgeteilt waren. Daraufhin ließ der Angeklagte A. seinem Chef am letzten Tage seines Dienstes morgens einen Brief zugehen, in dem er die Forderungen im einzelnen angab und weiter mitteilte, er werde sich unter entsprechenden Buchungen aus der Kasse befriedigen. Der Chef gab an dem fraglichen Tag keine Antwort. Der Angestellte handelte so, wie er es angedroht hatte. Folge: Ein Strafbefehl wegen Unterschlagung auf zwei Wochen Gefängnis. Der Einspruch des Angeklagten hatte Erfolg. Zwar hat das Reichsgericht entschieden, daß die Tatsache des Bestehens einer Forderung gegen den Dienstherrn den Angestellten noch nicht berechtigt, seinen Anspruch ohne weiteres aus der von ihm verwalteten Kaffe zu befriedigen. Entscheidend ist, ob er dazu die Zustimmung des Dienstherrn annehmen kann, in dessen Eigentum das Geld der Kasse steht. Ob der Angeklagte im vorliegenden Fall das Einverständnis seines Chefs hat annehmen können, war recht fraglich. Immerhin bestanden Zweifel, die zugunsten des Angeklagten wirken mußten. Vor allem fiel zu seinen Gunsten in die Wagschale, daß der Chef es unterlassen hatte, alsbald Widerspruch gegen das angedrohte Vorgehen einzulegen, nachdem ihm die Forderung in ihren Einzelheiten mitgeteilt worden war. Deshalb war der Angeklagte f r e i zu f p r e ch e n.
Der Kaufmann S. W. aus Devavanja (Ungarn) hatte seit 1925 Lederwarenhandlungen in Halle, Gießen, Offenbach, jetzt in Aachen. Als er das Gießener Geschäft aufgeben wollte, veranstaltete er einen Ausverkauf. Er reichte das betreffende Verzeichnis der auszuverkaufenden Waren bei der Han- delskannner am 10. November 1926 ein. Ende November wurden seine Bestände nachgeprüft und ein ganz erhebliches Minus an Waren festgestellt, so daß der Verdacht entstand, auf dem Verzeichnis seien mehr Waren angegeben worden, als ursprünglich vorhanden waren, um Waren nachschte-
Peine WM
DamenssMe
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrit stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem
die Einschränkungen, die seitens des Reiches in bezug auf das Fürsorgewesen gemacht wurden, und teilte mit, daß auf dem Bundestag die Abschaffung dieser strengen Verordnungen einmütig verlangt worden sei. Anschließend gab er einen ileberbhd über die Rechtsprechung bei Berufungen und Rekursen und wies an Hanb von praktischen Beispielen nach, wie lange die Rekurse und Berufungen schweben. Er betonte, daß auch hier schnelle Abhilfe am Platze sei.
Sämtlichen Vorträgen wurde lebhafter Beifall zuteil. An der anschließenden Aussprache beteiligten sich die Kam. Semmler (Hungen), Morler (Dad-Rauheim) und K a u ß (Aieder- girmes), die nod> auf verschiedene Mängel in der Versorgung hinwiesen.
Mit der Ermahnung an alle Mitglieder zu weiterer reger Mitarbeit schloß der Vorsitzende Kam. Schneider die Tagung.
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Das Reinhalfen der Straßen.
Wer zollt nicht unserer städliichen Behörde Anerkennung über die Straßenreinigung, wenn der Motorwagen mit den Walzenbürsten jeden Pflasterstein restlos von Schmutz befreit und der Kehricht in die Versenkung des durch Motorantriebes nachfahrenden Kastenwagens verschwindet? Aber ist das alles nicht Sisyphusarbeit?
Am Dienstagnachmittag bewunderte ich die Gründlichkeit, mit der die Frankfurter Straße gereinigt wurde. Kräftige Regengüsse schwemmten zum Schlüsse uod) die letzten Spuren des Strahensd-muhes so ab. daß das Kleinpflaster wie geleckt aussah. Man sollte es aber nicht glauben, wieviel Papier und sonstige Abfälle für Straßenverunreinigung bereitstehen, um das Straßenbild in einer Stunde wieder vollständig zu verschandeln. Gegen abend lag ein Stoß Reklameblätter auf dem Pflaster, die ein Windstoß in wenigen Sekunden auf weite Strecke verteilte: Kinder zerrissen sie in Fetzen. Ich frug mich, ob ich nicht zur weiteren Belustigung den Papierkorb durch das Fenster leeren solle. Bei der Masse des ständig auf die Straße gelangenden Papieres wäre dieser Beitrag nicht einmal aufgefallen. Schritt für Schritt sieht man Papiere vom Format des Abreißkalenders bis zu bauschigen Packhüllen und Warendüten im Winde treiben oder auf nassem Bürgersteig kleben. Einen beträchtlichen Anteil des Straßen- schmuhes liefern die Raucher. Unglaubliche Mengen von Zigarettenschachteln, Zigarettenstummeln und Zündhölzern werden auf den Bürgersteigen wie tausend airdere Gegenstände neben Fruchtschalen und Obstkernen weggeworfen. Haftbar für Unfälle infolge Ausgleitens auf Fruchtresten ist allemal die Stadt, weil die Schuldigen nie zu ermitteln sind.
Es ist endlich Zeit, daß hier Wandel ge- schaffen wird. Wer die Straßen als Abladestätte für Abfälle — seien diese auch wenig auffallend — anfieht, soll auch Sonderbeitrag für die so kostspielige Straßenreinigung liefern. Die auf frischer Tat Ertappen zahlen ja ganz gerne jeweils 50 Pfennig für die an ihnen geübte erzieherische Strahenpoltzei. In anderen Städten hat man mit solchen Bestimmungen ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Die Rot- wendigkeit dieser Maßnahmen ist leider auch bei uns recht dringend geboten, O.
ist ein historisches Gebäude und eng mit den Schicksalen der Stadt verknüpft: es ist aus einer Schenke hervorgegangen, die an der Verkehrsstraße Frankfurt—Heidelberg lag, die einem starkentwickelten Fuhrwerksverkehr diente. Die Schenke hieß der „Scheuerhof" und hat 1625 nachweisbar schon bestanden. Im Jahre 1670 erwarb Landgraf Ludwig VI. baS Anwesen und errichtete darin eine Brauerei, der später ein Gasthof angegliedert wurde, der ben Rainen „Zum großen Trauben" erhielt. Der Gasthof hat sich ^vpltcn; er wurde zuerst in Zeitpacht, dann in Erbpacht gegeben. 1820 kaufte ihn der letzte Pächter an.
schnell an den Festort gelangen zu lassen. Der Sonntag wird burdj einen F e st g o t t e s d i e n st, der unter Mitwirkung der Ziegenhainer Sängerchöre auf dem Paradeplatz inmitten der Stadt stattfindet, eingeleitet. Das Hauptinteresse des ganzen Festes dürfte wohl der große kulturhistorische F e st z u g in Anspruch nehmen, der sich gegen ein Uhr mittags von dem Osteingang der Stadt (Straße nach Leimsfeld) zum Festplatz am Südbahnhof bewegen wird. In zehn großen Gruppen wird alte Ziegenhainer Geschichte lebendig werden. Der zweite Teil des Zuges weist Trachtengruppen auf, die von den einzelnen Junglandbünden gestellt werden. Der Junglandbund des Kreises Ziegenhain wird in sinnreich zusammengestellten Gruppen die Schwälmer Trachten, Sitten und Gebräuche vor Augen führen. Man beachte die gestrige Anzeige.
rrriegsbeschädlgten-Taguilg in Gietzen.
Am Sonntag hielt der Bezirk Oberhessen des Reich s-bundes der Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und ehern. Kriegsteilnehmer bei sehr zahlreichem Besuch aus allen Kreisen der Provinz seinen 4. Bezirkstag für Oberhessen in Gießen ab.
Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Kam. Schneider, sprach zunächst Frau Kroschel (Ridda) über die gegenwärtige Hinterbliebenenversorgung und die hierzu gefaßten Beschlüsse des Hamburger Bundestages. Die Referentin schilderte dabei die Verhältnisse der Kriegshinterbliebenen und der Kriegseltern hinsichtlich ihrer Versorgung, und wies auf die Mängel hin, die hier noch bestehen. Ferner besprach sie die Zukunftsfragen über die Versorgung der Hinterbliebenen. Mit diesen Fragen sollen jetzt die zuständigen Regierungsstellen im Reiche beschäftigt werden.
Hierauf behandelte Kam. Schneider die staatspolitifche Einstellung des Reichsbundes zur gegenwärtigen Staatsform an Hand der Stellungnahme des Hamburger Bundestages. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen in jeder Hinsicht parteipolitisch und religiös neutral eingestellt ist. Staatspolitisch steht der Bund auf dem Standpunkt der gegenwärtigen Verfassung, um auf dieser Grundlage an der Erhaltung des neuen Staatswesens mitzuarbeiten.
Sodann behandelte Kam. Scheibe! (Friedberg) Organisativnsfragen des Bundes, wobei er die Entwicklung des Bundes von seiner Gründrmg bis zu der Hamburger Tagung schilderte. Er konnte mitteilen, daß die Mitgliederzahl sich sehr stark gesteigert hat und der Reichsbund heute mit über 400 000 Mitgliedern als stärkste Kriegsopserorganisation dastehe. Ferner besprach er die Einrichtung der Sterbekasse, Erholungsheim, die organisatorische Arbeit usw.
Als letzter Redner behandelte der Bezirksleiter Kam. Denner (Gießen) die Sozialpolitik und die Rechtsprechung. Gr legte die Entwicklung der Sozialpolitik in den letzten Jahren dar, wobei er betonte, daß in dieser Hinsicht Wohl schon vieles erreicht sei, aber immer noch vieles zu tun bleibe, um eine richtige Sozialpolitik zu schaffen. Besonders behandelte er
hunderts erlangte das Hotel internationalen Ruf: alle Darmstadt besuchenden Fürstlichkeiten sind im Hotel „Zur Traube" abgestiegen. In der Inflationszeit ging das Unternehmen stark zurück: die Stadt hat dann, aus einer gewissen Zwangslage heraus, das Gebäude angekauft. Es sprachen hierbei nicht allein Gründe der Tradition, sondern! auch die Hotelnot in Darmstadt mit Durch den Ankauf sollte vermieden werden, daß der Hotelbars anderen Zwecken zugeführt wird, wie dies in den letzten Jahren hier vielfach geschehen ist.
Preußen.
Dillkrcrs.
bl. Dillenburg, 30. Juni. Der Dillkreis kann in diesem Jahre auf ein 6 0 jahri - ges Bestehen zurückblicken. Die Bildung des Kreises erfolgte im Jahre 1367, gemeinsam mit einer Reihe anderer Kreise des Regierungsbezirks Wiesbaden. In den sechs Jahrzehnten hatte der Dillkreis eine sehr gute Entwicklung zu verzeichnen.
^raingau.
WER. Frankfurt a. M., 30. Ium. Das große Millionenprojekt des rheinischen Kohlenfelderkaufs durch die Frankfurter Gasgesellschaft zusammen mit der Stadt Köln ist heute durch die einstimmige Genehmigung im Plenum der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung seiner Verwirklichung nühergebracht. Das von hervorragenden Fachleuten abgegebene Gutachten garantiert nach jeder Richtung hin einen gewinnbringenden Abbau der Kohlenvorkommen. Die Kosten für alle Aufwendungen belaufen sich nach sorgfältiger Prüfung auf 80 bis 100 Millonen Mark. Man rechnet mit einem Jahresaufkommen von 1.5 Millionen Tonnen bei einem Gesamtvorkommen von 300 Millionen Tonnen. Zur Durchführung des Projektes ist die Gründung einer Bergbaugesellschaft und einer Siedlungsgenossenschaft beabsichtigt.
Z.KurhesfischesIungicrndbundfest in JiegenhQin.
In den Tagen vom 2. bis 4. Juli trifft sich die lurhessische Landbundjugend auf dem 3. Kurtz e s s i s ch e n Junglandbundtag in dein alten, inmitten des fruchtbaren Schwalmtals gelegenen Kreisstädtchen Ziegenhain. Seit Wochen sind die Festausschüsse an der Arbeit, um das Fest zu einer großen Kundgebung des kurhesfischen Iunglandbundvolkes zu gestalten. Zahlreiche Sonderfahrten der Reichsbahn sind vorgesehen, um die in Treysa eintreffenden Festgäste
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