llr. 126 Drittes Blatt Siebener Anzeiger jSeneral-Anzeiger für Dberheffen)Mittwoch, 1. Juni 192Z
Die Berliner Tagung der Bölkerbundsligen.
Das (Ergebnis.
(eigener Droh tö< ruh, des .Giehener QU^eiaetJ".) q^xfle. 1.3unl Aach annähernd achttägi- an Dauer i*t gehen» nachmittaa die tWatiDe IcauHfl t<i ÄoegrePei der VLHerbundgefeil- IchasteB abgc'^lrl c • worden Zu» Abend land noch ei» geftfcaritft! in den Jtoumee der Espla- nahe statt. c-obd Ileichsminister Tt 8tte|e» mann das Dorr eranff. Aus Me<em Grunde Dürft« es anaebrach, 'ein. noch einmal rückblickend auf die Arve'« des Kon grelles die erreichten Iduück Im Zusammenhänge •efUuüeüen. schon schuld w«U obwohl die VöuerhundsgeseU- ichaften nicht Im unmittelbaren Zusammenhänge mit dem Völkerbünde 'elbst stehen 'le doch durch die innige Terf>tnhu:.g ihres Aufgab«nkreiles auf der einen veile und zum anderen auch durch die vteÜache Personalunion der beiderseitigen Aerttetcr eine außerordentlich wert- »olle Aufgabe ,u lösten hat. Während der DdNerdund die f^'. ch« Arbeit vollbringt steht den Ingen die viel bedeutsamere Arbeit bet Verbreiterung und Verallgemeinerung ter Idee des Völkerbundes in aller Welt zu. Unb insofern tragen ihre Be- fchlstfse immerhin einen vorbereitend programmatischen chharokter
3n ihrer ersten Vollvertammlwia nahm die Cumma vor allem die bedeutsame Tlek'-lutu-m cml Grund eines Berichtes des srantzöstschra Me- gterten «affin an. nach der die ^ammlima den dr^Genden Wunsch aussprich«. da- Drasi tien. Argentinien und Spanien. deren juu- »rMl im Völkerbund immer so Wirts am und so überaus hoch grtchätzt gewesen ist. doch geneigt lein mögen, in diesem Bund den Platz zu be- halten, bet ihnen zukommt und nicht ihren Veschlust aul^utrelm zur Ausführung bringen, «eit« sind t»on Bedeutung die einstimmig an- gerommriHm Resolutionen aus Grund der Berichte der C onbeHommtnimt für Erziehung und Publika «ton. in bäum unter anderem gefordert wird, dah in allen Ländern bie Ter» safsung des Inter-nationalen Arbeitsamtes und die Satzungen^ des Völkerbundes im Unterricht behandelt werden und da- eine Welterziehungskvnserenz cinberusen werde. Weiler wurde eine C;xi'J)lubuiia angenommen. die bie 3ufamnwnarbet: ber Crgani- satimmn der »vübcwn Kriegsteilnehmer mit dem Weliverband für den Frieden fachtel.
3m Rohm-n der Besprechungen de» Berichte» des vondennieschusse» für nationale Minderheiten wurde vor allem der Ausfchuhbericht selbst, der sich stn einzelnen mit den Forderungen ber oer- ichlebenen Minderheiten br'djäftigt. angenommen. Do über die Fraye der Minderheiten in Südtirol sich eine Besotut'on nicht erzielen liest, wurde die- 'ckbe dl» zur nächsten Zusammenkunft vertagt. Durch Hnnabmr rhwr oom loztalwirtschustiichen Ausschuß oorgelegten Enstchtnüung bestötigte die Vacharmntuna aus» neue die Pflicht ber Gefellschas- ten, an ber Verwirklichung de» Arbeit^Programm» bei tntrrnuii oralen Hrbeil anee» mitzuwirken Die» ist nur ein Teil der (kntschlichungen de» Kon- grtfle». ble aber immerhin 'chon insofern eine graste Bede.iluna Habers al» sie doch gewisse D i • rtftioen in der vehandiuna dieser Fragen zu geben oermbgen. Und hierin pivl da» völferparta- ment von 35(i Mitgliedern eine wertvolle hilft für die Entwicklung all dieser Fragen, deren endgültige Lösung setbstverstandlick) den ewzeinen Regie- r u n g e n oorbehotten bleibt.
Die Schlußsitzung.
Barlin. 31. Mai. (Wolfs) Die heuUge Vollsitzung des Weltverbandcs der Dölkervunds- gesrllschaften bestötigte durch Annahme einer oom sozialwirtschastlichen Ausichuh vor. .legten önt- schl'tstung auss neue, dast ble angeschlossenen ÖV- sellschasten bie Pflicht haben, an ber Verwirk» lichung brt '2Lnx’.ttv vgramms des Interna t i on a len Arbeitsamtes zu arbeiten. 01 ne weitere GntschUrtiung enthält den Ausdruck ber Genugtuung üt>er die Ratifikation des A r • baitszeitabkommens durch Belgien und über die vom französischen Parlament vorbehaltlich ber Ratifikation durch Srostbrriannien und Deutschland ausgesprochene Billigung dieses Abkommens Die Tcdammluna stimmte auch einer Entschließung zu. in ber btc 2lo:nxmMqfci: betont wird, Tn einem internationalen Abkommen bi« Bedingungen festzulegen, bie In allen zivili- stettcn Ländern bet ber Behandlung verhafteter ober eingekerkerter Personen befolgt werden müssen.
Die Aachmitlogssidung. die letzte PlenarfU- zung tiefer Berliner Tagung des Weltverbandes, war juristischen und politischen Fragen gewidmet. 5ür die politische Kommst ton begründete Professor B o v e l • Schweiz eine Grklärung. in ber <s heißt: .Unter Ziel must ein einiger universeller Völkerbund bleiben, ber in hohem Grabe von der öffentlichen Meinung ber ganzen Welt gestützt wird, und unsere Gesellschaften haben bie Aufgabe, an ber Weiterentwicklung dieses Bewußtseins von der internalwnalen Soli- bartlut ui arbeiten" Auch Graf Bernstorfs trat für die Universalität bes Böllerbimbes ein und brückte den Wunsch aus. es möge sich bald ein Weg (eigen, um auch Spanien und Argentinien wieder im Bölkcrbund bog rüsten zu können. Der orgentioi'che Vertreter Dr S i oor i crllüne. die argentini'che Bevölkerung fühle sich nach wie vor dem Völkerbunbzugehörig.
S» wurde bann eine oom polnischen Vertreter im Auftrage ber florrnrnffton für Sch cbsge r ichtsbo r- feit und Sicherheit rorgeiegte Eo.stchiießun,- einstimmig angenommen, merad) der veikirchiid er- sucht wird, die Möglichkeit eine» Kollektiv oergleichsoertrage». irvichem der 8cttntt aller Staaten ofiensieh! zu pru en. und weiter bie Mitglieder bet Völkerbünde» au'iorbert. einen allgemeinen Vertrag über bat verbot bet Sn- griffttriege» und die enbgüfnae friedliche Regelung aller Streitigkeiten ab zu- schließen. Der enaiische v-^admiral ?rurn Lowe begründe, r uir Sbrjinma eine Entschließung der Kommiss,cm wonach Ne V.-viammiuna den größten Den auf bie Festlegung einer Methode lege, welche eine internationale Ueberwachung der
Aüst» Ua«U oorstaht uns öte Feftstellung VON angeblichen terl« iu-ngen ber tzibrüfrungtobkor-mer'. ermöglicht _nt her Aofiming Butt ruck gibt, d^h bi bem Bertrogtmtourf für bie Erfüllung beeter Forderung gesorgt wirb
2n der Auelproche hierzu betonten der deutsche delegierte Graf M o n t g e 1 a » und ber öfterreicht- iche Deieg.eNe Dr. D u m b fl bie Skorwenbigkeit rachbrucktichit. dast ber in Deutschland und Oester reich burchgesührteu lbru'i-ng auch d i e Hbruftung der übrige* Länder folgen müstte Der Kongreß beicht ost auf Vorschlag bet
Prastbemen ■ u l a r b . d.e Lutsuhrungen bet deutschen unb be» öftere,chifchen Delegierten bem Pro- tofoQ einiuoerieiben Äterauf*ourbe die gnt chl^e- stung zur Ldrüftungtfrage etr'ümmig angenom- men. Ebenso c^rS- eine S- ! ch! estung an genommen. in ber der Wunsch autgesprochen wird, hast In
ft eben. b<< Staaten nach bem venpiel bet uocamr oerttaget unleretnanber Kichtangrifs». und Echtedsoerkräge unter der Äc r.trofle bet völkerbunbet abschitesten. Damit war die Taget- ordnung be» Kongresse» erledigt.
Der Fall Mrlh und da; Zentrum.
Der Brief des Reichskanzlers. - Wirth bleibt in Opposition zum Kabinett.
(»lac c; Dravtberlchi des .G.cPener X-. ctgerf.) Berlin. 1. 3uni Aach einet Oartei»ofh» zieüen Mitteilung des Zentrums zu der Preise- Meldung, dast in dieser Woche eine Sitzung des Aelchspartel Vorstandes des Zentrums einberufen worden sei. in welcher über Dr Wirth ein .Parteigenchl" abgehalten werden soll, ist die CinberdhrnQ dieser Sihung nicht durch die Erörterungen über die .‘
Winhs sondern durch lausende Angelegenheiten der Partei oetanlaht worden. Die Angelegenheit Wirth stehe nicht auf der Lagesordnung Soweit die parteioffizielle Darstellung des Zentrums. Wenn auch der Fall :h nicht auf b.
doch mehr als wahrschclnlich. dast diese Frage von diesem oder jenem Mitglied des Vorstandes angeschnitten werden wirb. Dr. Wirth, der 3^r:ci.-.'rsian> gehört, hat ’dbftix-r- ständlich auch eine ölnlabung au der Sitzung erhalten. Wenn er ihr Folge leisten kann. Io wirb er sicher die Zusammenkunst der Dorstandsmit« :>crqc!x*n lallen, um seinen Standpunkt eingehend darzul^en. Dast er nicht daran denkt, nachzugeben, gebt aus den Auö- sührunaen hervor, die er in der geschlossenen Acichspanner-Dersaminlung in München gemacht Hal. Qr sagte u. a.: 3ch gehe den Weg der demokratisch-republikanischen Entwicklung weiter, u i- b c t r r t um m c , n . .
feit Had) meinem republikan,lche„ Herzen sehne ich den Lag herbei, wo diese Aegterung (Aeichseegierung» nicht mehr eziftiert. Lind auS diesem Satz soll mir nun sozusaaen ein Parteiprv' ast gern acht werden. Achmen Sie es nicht tragisch, ich nehme es auch nicht tragisch. Das. was ich in Königsberg gesagt habe, werde ich noch in sehr vielen Versammlungen und noch viel deutlicher sagen."
Dr. Wirth veröffentlicht übrigen» In seiner 3eü» schrist „Deutsche Republik" den
Brief be» Vorabenden ber Zentramapartei. Reid)»fan)ltT Dr. Illarz.
wegen ber am 15. Mai auf brr ReidjabannerDer- jammiung in Königsberg gehaltenen Rede In bie* jem Schondra wird »rrvahnt. bah von Mitgliedern brr Deutschnationalen Partei Befchwerdr gegen die 8Ui»führungen Wirth« erhoben worben ifL «eiter wird au »geführt ..Es geht nicht an, bah ein beroorragenbe» Mitglied der Partei Angehörigen einer anderen mit ber Zentrumspartei in Koalition befindlichen Parte i den Vorwurf einer Gesinnung». Ium per e, macht Ganz unbegreiflich tft et, wenn Sie die Mufforberung an die Versammlung gerichtet hätten, die nicht republikanische Regierung im Reiche möglichst bald zu beseitigen. Diese Bemerkung enthält einen unerhörten H n •
grifs gegen bie Regierung. Ne wirklich noch nicht un grrmgften eiau» getan hat. toat den Vorwurf rechtfertigen kömüe. sie verholt« sich temb- lich gegen die beftchende Staatsonn ber Republik. Die vanerfung tft aber oom Standpunkt de» Zentrum» au» unerträglich weil da» Zernrmn, nachdem die foziolbemakratische Partei die Bildung einer Regierung rmt chr urxiu>giid> gemacht hotte, die jetzl Im 3mt befindliche Reich'reglerung au» wohlerwogenen flaat»erhalten- den Gründen mit geschaffen bat* Da» Schreiben erbittet Mitteilung darüber ob die er wähnten Ausführungen tatsächlich gemacht worden sind. E» erklärt im Falle der Beladung bah ber Vorsitzende im Interesse be» flnfebrn» und der Würde der Zentrum »Partei sich genötigt sehen würbe, die ihm erforderlich erschein enden Mah - nahmen zu ::el'cr. »all-" Dr. Wirch nicht tue Schritte tut die sich in einem solchen Fall von selbst verstehen
Dr. Wirth
erklärt in einer Bemerkung zu diesem Schreibens Herr Marz trägt etwas stark auf. ®r glaubt, dast ich in Königsberg nach kincin Briefe ben Satz geprägt habe .Sorge« Sie dafür, dast die republikanische Aegierung In Prcusten bleibt und dast die ntchirepublikanische Aegierung hn Reiche möglichst bald verschwindet. Das must bei der nächsten Aetchstagswahl entschieden werden." Ich bestreite vorerst noch durchaus, ob das der genaue Wortlaut aus meiner in Königsberg gehaltenen Aede ist. Ich würde auch in diesem Wortlaut durchaus etwas p o l i't i s ch Zulässige- leben Ich mache eben aus meinem Herzen keinen Hehl Ich stehe der heutigen Aeichsregterung ablehnend gegenüber. Ich stehe zu ihr in Oppvfltion. Dem wurde mehrmals deutlich Ausdruck gegeben. Mein .Ae i n" ist unw l der ru f bar! Denn man also zu einer Regierung in Opposition steht und da- auch deutlich durch den Sttmrnzektel erklärt, fv ist es ganz selbstverständlich dast man diese Regierung möglichst bald gestürzt sehen will unb alles tut, diese Regierung zu Fall zu bringen. Wenn also M« Zentrum-Partei glaubt, dast meine Oppositionsstellung mit der fugehbrigkeit zur Zentrurnspartel nicht vereinbar ist, so bitte ich um eine einfache klare Mitteilung darüber. Ich werde jehl schon alles tun. um für die kommende Reichstagowahlbcwegung zu Wirten und zum Aufbruch zu mahnen, und auch der Gruppe der Zentrumspartei meine stützende Hand )u leihen, die eine ft ü r t c r o Vertretung Ihrer Meinun aen In der Fraktion erfhrebt Von Herrn TRarj stammt doch das richtige Dort' Die heutige Zenirums- fraftion entspricht nicht mehr der Zusammensetzung ihrer Dähler!
Die Abrüstungskampagne.
Befreiung der Wirtschaft vom Rüstungszwang.
(Eigener Drahtberichl be» ..Giehener Anzeiger»*.
Berlin, 1. Ium. Der amerikanische Präsl - bent Eoolldge hat die Gelegenheit eine» striogsgejaUenen-Gedachlnie-eagk» benutzt, um auf den amerikanischen Vorschlag ber neuen 6 ee • H b • rustung»konferenz zuruckzukommen, bie angesichts de, Verhalten» ber übrigen Möchte freilich nur eng begrenzt auf England, Amerika unb Japan siatfinden dürfte, unb er hat damit einen Appell an die Gesamtheit der Völker verbunden, „bie alte Gewohnheit de» Nüstung»wcttbewerb, aufyjgeben* und oernunftgemähe Rüstungsbeschränkungen anzunehinen.
Sr hat damit daS Dhema wieder angeschnitten. da- in allen europäischen Sröttcrungcn der neuesten Zeit mitschwingt unb das insbesondere durch tve Arbeiten der Deltkonferenz der Bölkerbundsligen ein neues Gesicht bekommen hat. Bei den meisten europäischen Mächten besteht die Ansicht. Abrüstung könne nur in dem Mähe erfolgen. in dem Sicherheit besteht, es mütte also zuerst diese geschossen werden. Bei der Abrüstungskonferenz verkroch man sich hinter dem Fehlen der ausreichenden Sicherheit unb kam fo tn eine verhängnisvolle Sackgasse, weil man sich nicht zu der Erkenntnis durch- zunngen vermochte, dast erst eine vernünftige Abrüstung die Sicherheit herbeifühn, dah a!'o di« Sicherung des Friedens eine Folg« ber Rüstungsverminderung fein wird. Bon dielem Gedanken aber waren die Verfasser des Bölkerbundpaktes und die Mächte, di« im Versailler Vertrag Deutschland ein« weitgehende Abrüstung auf erlegten, ausgegangen, wie die bekannte Präambel zum Anikä 5 besagt. Von bielcrn Gedanken hat man sich weiter entfernt a l s je. Statt Abrüstung, mindestens Rüstung-Herabsetzung preist man heule schon die Begrenzung der Rüstungen auf den statu» quo als eine befreiende Lat, da sie dem Wettrüsten Einhalt geböte. Aber dieses Wettrüsten ist gar nicht mehr die eigentliche Ge- labr. In Washington find bereits he See- rüstungen begrenzt worden unb worden demnächst weiter begrenzt; Deutschland ist aus dem Rüstungswettbewerb auSgeschieden, hingegen steht Frankreich mü feinem .Ge
setz über die allgemeine Organisation ber Ration für die Kriegszeit" auf einem Punkte, über den sich Rüstungen schlechthin nicht mehr hin- auf fiel gern lassen. DaS Charakteristikum ist also für die heutige Zeit die Ungleichheit der Lüftungen, und ist weiter die Sinbeqichirng der Wirtschaft in die Aufgaben und Anforderungen der Rüstungen.
Unb hier ergibt sich in der Tat der Angelpunkt. von dem aus ein Gesinnungswandel ber» beigefühn werden muh. Denn die D l r i - schäft Europas kann flch den Lu»uS unproduktiver Produktionszweige nicht mehr leisten- die Rüstungsindustrie schaNl aber eine Summe unproduktiven Werte: sie muh Material bereit halten für den ganz bestimmten Einzelfall des Krieges, und fie muh sich einstellen auf dessen Ansorderungen zum Aachteil einer produktiven Ar» beit Di« hierfür dauernd brach gelegten Geldmittel würden in der produktiven Wirtschaft grohe zivillsatorische und volkswirtschaftliche Fortschritte zum Autzen der gesamten Menlchheu ermöglichen. Aur die Tatsache, dah es den Staaten bisher freisteht, schon Im Frieden durch gesetzliche IXcgelunfl der sogenannten wirtschaftlichen Mobilmachung Vorbereitungen zu treffen, beengt eine volle Entwicklung der Win schalt in einem unb. utzlichen unb et'
DeltwiNicha^iSkonserenz in Genf h.'t deshalb eine grohe Aufgabe versäumt, als he es unterlieh. die FvrberuTig nach V e f r e i u n g von einem solchen Zwange aufzuftellen.
Der Bericht über die O^befeftigungen. Berlin L 3uni. (pdo.-IeL) General o. Dame l st. bet sich vor einiger Zeit nach Königsberg begeben hatte, um sich txm der erfolgten Sprengung ber Unterstände ber 0 H f r ft u n - gea )■ überzeugen, hat fernen Bericht irrtiggrfteHL Der Bericht wird nunmehr dem Beichskabi- nell oorgelegl werben, das sich über die Mrt ber Verifizierung an bi« Botschoftrrkovfereuz schlüssig werben mirö.
Eine Bankttrcöc Strcfcmanns.
Tic psycholpgiithc Bedeut«»., des Völkerbundes.
Berlin. 31. Mai WDB > Tu Deutsch« Lhga für den Böllerdund veranstaltete heute abenb im Esplanade anlählich ber 11 T.igung k<s Ärngrc4*«# der Volkerbundsgesellld Im ein Bankett, das noch einmal Ne Delcgietten tn
Ich» er. en en sah man den Retchsauhenminister Dr. Ctrefemar. n
Gästen. unter ihnen den ehemaligen Xd.l S» Minister des Innern Dr Küli und ^Nrv.-be Parlamentarier Zunächst begrühie der Führer Gras Bernstor'l. die Ei^chienenrn. wobei er insbesondere daraus hinwies dah im Verlause der letzt-i Tagung viel von Locarno die Rebe gewesen sei unb dah es deshalb allgemein begrüsit würde wei« der die Initiative von Locarno unter» nommen habe.
Reichsminister Dr. Stresemann
dankte für d.e Begrüßung unb überbrachte den Dank des Reichspräsidenten für das Begrühunastelegramm des Kongresses, da» der Reichspräsident mit besonders hartem Interesse ent gegen genommen habe Der M.nister gab sodann feiner Freude und Genugtuung Darüber Ausdruck, heg dundsgeselllchaften Berlin als Tagungsott gewählt habe Er fei überzeugt, dah b e Delogierten hier Gelegenheit gefunden hätten, um über die Einstellung der deutschen Oefsentlichkeit »u den Arbeiten deS Bolkcr- bundes sich z» unfern*ten. D grohe Mehrzahl ber führen den Männer Deutschlands sc. ausrichtig gewillt, an der Aufgabe des Völkerbunbes mi txua rBeiten. Der Weg !
Ablehnung zur Skepfis und von der Skepsis zum Vertrauen geführt. Freuen wir uns. bah Deutschland den Weg zum Völkerbund und der Böller- den Weg au Deutschland gefunden i .!
Für jeden, der veim Empfang Der deutschen Delegation in der Dölkerbunbsversamm!un,i tn w.rd d.cscr ?lu,: r. < ' v vcrgcsllich bleiben. Es hiehe an bet Wirkfamkeit menschlicher Ideale verzweifeln, bofi fvlchc Ur» egnifi« nicht entf4etb«i auf bie Beziehungen zwischen den Böllern haben sollten. Er erblicke die Hauptbedeutung des Völkerbundes in dem Psycholog ilchen Wert der p e r s ön 11 ch < n 5 u h 1 -
nahm« b«r leitenden Staatsmänner. Man dürfe nie vergessen, welche Wirkung von der Persönlichkeit, von dem Menschen alsTtäger btt Idee ausgehe. Jeder a er, ber für eine Idee kämpfe, brauche Menschen, die zusammen mit ihm biest Ide« weiter- trägen. Diese geistig« Armee des Dölkerfr:edc!is fei ber Weltverbanb b«t VölkerbundSgefrt I lchas» ten. Denn «s bisher leidet nicht möglich gewesen sei. die Aorüfiung der Da' durchzuführen, so müsse umso mehr bie Aufrüstung bes Geistes und der Idee eben werden Das Hogcbui# b.*t geae
tigen Tagung sei eine Etappe in dem Gefami- wirken des Verbandes für diese Ide. Der Rcichsminifter schloß mit dem Wunsch, dah de- Gesamtwirken dtS Verbände- in Verbindung mit den Arbeiten de- Völkerbunds- selbst b>m '? fern daS gebe, wonach sie alle verlangen: Friede und Derständlaung Dies seien die BorauS- setzungen für den geistigen und wirtschastlichen Fortschritt eines jeden Volkes.
Rach ber Rebe Dr. Stresemamis gab Pro- sessor A u l a r b einen Rückblick über Ne Sch« Irrigkeiten und die Ersvlge feiner Aehnjährigen ,u» sammenarbeit, bie ihn mit Gras Bernstorf, besonders verbinde. Er betonte den Ginlluß ber Arbeit des Kongresses aus die *1H inori t ä f r nr frage unb begrühtc in dem Retchsauhenminister den Dertteler des Geistes von ßoeanw vnb Thoirch. Sr schloß unter lebhaftem Beifall, die Veeständlgung bestehe bereits in den Geisiern. ihre Äüfübrung Ict nur in b. r 7 : : tu erzielen. — Lady Gladstone als Spr-'ck- rin ^ic cnglttche Liga hob den fndular^i hervor, der nicht nur. wie früher de-, Engländern vorgeworfen wurde, tn ihrer Heimat, sondern in jeber einzelnen Ration g<l-en1chi '' bevor rcgelmähige Zusammenkünfte nach dem Beifpiel Der gegenwärtigen Tagung ertfitcrien. Sie schloß mit einem formschönen unb lebhast aplaudierten Appell an bie edlen 6ml der Menschheit als Träger der großen Entwicklung.
Die Memelbeschwerde.
Litauische Verschleppiinlldtaktik.
(Eigener Drahtberich! des .Siebener Anzeigers-^
Berlin. 1 Juni Rach Meldungen au» Genf soll sich die litauische Regierung Darum bemühen, daß bie Memelbrtchwerde Deut'chla..ds nicht auf da- Programm ber Juni- 1 agung des Dölkerhunbes gesetzt wird. Der formelle Sinwanb. dah fie noch Zeit haben müsse, das von Deutschland vor gelegte Material zu brüten, ist wenig stichhaltig, da es feit langer Zeit in Kowno bekannt ist. Darum ist kaum anxune&men. daß das (Deneral- fefretariat den Wünschen ber litauischen Regierung stattgibt. 3m übrigen hört daS lila mich orientierte Canbe*bireflorium des MemelarbiciS trotz der Bölkerbunbsbefchwerde nicht auf. da- Autonomiestatut Weiler zu verletzen. Es ist wieder Drei memelländischen Lehrern, bte für Deutschland optiert haben, zum 1. 3ult gekündigt worben obwohl daS Äemelgediet das Rech« hat. Lehrer fremder Rationalität h'.s 1930 uni erricht en zu lasten. 3nzwifchen hat der Schulbetrieb infolge mim er fühlbarer werbenden Lehrermangels immer weite r eingeschränkt werden mästen. Mehrere dreillasti« Schulen muhten in einst astige und fünfstastege m drnstastige umgcwanbeLt werden Durch di« Mahnah-nln bat die Zahl Der Schüler die von einem einzelnen Lehrer unterricht et werden mästen, eine phantastifche Höhe erreicht.


