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Kettag, April 1927

tTZ. Jahrgang

Nr. 7Z Erster Blatt

rtern

man rn

ufcn. Der Redner fpridjt bann vom Spevrgefetz und feinen schädigenden Folgen, dir man nicht hätte vorausfehen können. Das Lperrgeletz werde

auch Anwärter treffen. D e Reichsregelung dürfe ,n Aefeii nicht durchbrochen werden: infolgedessen verlangt der Redner die Wiederherstel­lung der Rerchsregelung und bittet de Aus'chußanträge abzulehnen. S ne Aendcrung des Ru estandsgescy.S (65 3ahrr) fei für feine Satte, nicht dislutalel An der F tllgung des Tcriäl. s ei der Anwärter zu den F ftrefolteien werde sich 'eine Partei nur bann beteiligen, wenn sie le ne Verschlechterung der Lage dec Anwärter bringe. ...

Abg Kindt (Dntl.) macht barauf cu'merf- fam, dah die Sozialdemokratie im Fu anzaus- 'uh die Festlegung ci t rs bestimmten Derhält- nis es der Anwärter zu den F^stangestell.en ver- hindert habe: hoffentlich werde das Plenum nicht dem folgen.

Adg. Dr. Keller (D. 2p ) erklärt im Na­men seiner Partei, dah fic dem^-was 2lbg. Reiber gesagt habe, zum größten Terl z u st i m m e n könne. Crunö{äftlia> bcftcnben zwilchen den Spar­anträge.t der ^iegterungsparteien und der Oppo- lttion keine Llnterfchiede. denn jeder wolle an Not beseitigen, was sich beseitigen la'se. es handle sich hier nicht um ein Verlassen des Spar­samkeitsprinzips Wenn eine Stelle sch als uentbehrlich erwiesen habe, fo müf'e sie i n eine definitive umgewandelt werden. Der Staat dürfe nicht in dieser Weile die Ar- beitskralt eineS Anwärters ausnuyen unb^ erst recht nicht, wenn es sich um Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte banbelt. Gerechtigkeit fe. das Fundament des Staates: Gerechttgktit müfle

r|*tini täglich, axfe<t Sonntag» unb ^nrrtags.

Beilagen:

etefern« Ja milien Hättet Heimat im Bild Di» Scholle.

®eiet$iEejc|spreü: 2 Nrichsmatk unb 20 Neichnpsrnnig fti Träge» lohn, auch bet Nichter- scheinen einzelnerstlummer» infolge höherer Gewalt. Fetnsprechanschlüsser 51, M und 112.

Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Kietze».

Postscheckkonto: gtelften am Mein 11688.

die Lage der Anwärter weit schwie­riger als srü ec. Der Redner vcrg ich die GinflcLung der Anwärter, wie sie früher er­folgte. mit der Lehr.ingszüchterei in Privat« betr eben. Gcgenwär iz toä.e d-s Alter bet An­wärter höher als srü.'er: auch zahlreiche Kriegs­teilnehmer und Verheiratete be änden sich dar­unter. Immer noch bestehe der Abbau und könne

^iner Par.ei.Lr jey. J"" :t d r Anwärter - als eine von gcundsätz irier Bedeutung, könne d e seligen V.r.)altnisse nicht mit der Dorkriegsz:it vergleichen, denn jetzt

Für Revision des Dawesplans

Eine Aktion des Zentrums im Reichstag.

dingten Lenierungen der R g ettmgsvorlage. Adg N e i b et iDem.i spricht lodunn^als Ber- tretcr frage Lian bc-cn wäre

men, weil die unverheirateten Beamten zu sehr ueflenüber den verheirateten begünstigt w, rden. Wenn man Einsparungen wolle, müsse man sic zu­erst bei den jungen, unverheirateten Leuten vor­nehmen. Der Redner wendet sich gegen eine grundsätzliche Festlegung des Der- hältnisses der Anwärter zu den Beamten; der Bauernbund werde gegen die Anträge stimmen, die dies wollten. Das Altersgrenzengesetz müstte fallen; werde es auch nur für ein Jahr auf- gehoben, fo werde das Land schon nahezu eine Million sparen.

Abg. Storck (Soz.) erklärt, seine Partei beab­sichtige eine Slnroärterfperr« zu beantragen.

Abg. Kindt (Dntl.) erklärt, bo^ aus seinen An- trägen ohne Zweifel heroorgehe, dah er alle Be­amte, die abgebaut werden sollen, untergebracht wis- .'en will: niemand solle durch diese Anträge auf die Straße gesetzt werden.

Das j)au5 stimmt den Ausschutzanträgen zu. Tja* mit ist der Antrag Kaul-Delp a n gen om­ni er. ; alle übrigen Anträge und Vorstellungen find abgelebt ober für erledigt erklärt. Es gelten also für die ersten fünf Jahre Die Sätze der Regierungs- norlage und für die weiteren Iohrc die Reichssätze. Der Finanzminister hatte während der Abstimmung die Vorlage zurückgezogen, vorher legte er jedoch (eine Auffassung fest, datz durch die Annahme des Antrages Äaul-Delp ein Gesetz unnötig sei, datz aber dadurch b i e gegenwärtigen Bezüge von Anwärtern nicht gekürzt werden dürften.

Es werden noch einige unwesentliche Punkte der Tagesordnung erledigt. Schluß der Sitzung um 2 Uhr. Der Präsident teilt mit, ban der Landtag voraussichtlich am 3. M a i wieder zusammentritt.

je* Nachmittag vorher.

Preis ft» 1 mm höhe fix von 27 mm

Srette örtlich 8, aesoärts 10 Reichspfennig: ftr Ne- klamfan rtqen von 70 mm Brette 35 Neichopfennig. Platzvotschrifi 30* mehr.

Ehesredatteir

Dr. Fnedr Dilh. Lange Beranttoonlich für Tolitib Dr. Fr Wüh. Lange: für Feuilleton Dr H 2hyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An­zeigenteil Kurt fiiRmann, sümtlich in Dietzen.

jetzt zum größten Teile fallen, ater die Ver- butcrung werde bleiben, wenn bi: Stelle ^Vertei­lung bestehen bleibe. Da eine allgemeine 'Rege­lung der Anwärt erfrage nicht beliebt fei. fo werbe feine Partei entsprechenbe A.aträge bei ben ein­zelnen Kapiteln des Staatsvoran'chlags stellen. Der Redner tritt ber Behauptung dcr Regierung entgegen, bah eine bessere Regelung ber An« steUungsverhältni/e ber ötubienräte zu große Kosten verursache. Das Unrecht, bas man be.i hessischen Anwärtern feit Jahren angetan habe, könne man mit etwa 63 (X>3 Mk. wieder gutmachen.

Finanzmini st er Henrich erinnert in einer Rede an frühere Verhandlungen über die An- wartcrsrage. Das jetzt vom Finanzausschuß beschlos- jen wordcn fei. wäre nichts anderes als was die Re­gierung schon im vergangenen Jahr ge­fordert habe. Der Minister verwahrt sich gegen den Vorwurf ter Beamtenfeindlichkeit und macht daraus aufmerksam, welche Sorge cs ihm bereite, die notwendigen Mittel für Forderungen des Land- :ags bcreitzuftellen. Man tonne nicht gleich von einer Verelendung reden, wenn die hessischen Säge hinter denen des Reiches zurückblieben. Wichtiger als die Besoldungsfrage wäre die Regelung dcr A n sie l l u n g s v e r h ä 11 n i s s e, die sich in Hessen nicht g u n st i g entwickelt hätten; er werde den Vorschlag machen datz die Regierung die Er- mächtiguna erhält, bei Fällen von Ueberalterung Anwärter i n definitiv« Stellen zu über- führen.

Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd > meint, die Rcichsjäge könnten für Hessen nicht in Frage kom­men: die Staatsdienstanwatter befänden lich in ge­sicherteren Verhältnissen als beispielsweise die An­gestellten in dcr Prioatindustrie. Der Bauernbund werde gegen den sozialdemokratischen Antrag stirn-

lanb nicht jedes Jahr so gewaltige Anleihen aufnehmen könne. Deshalb fei die Frage, ob Deutschland die von ihm verlangten Leistungen auf bringen könne, noch ein offene- Pro­blem. Selbst der Reparationsaaent habe biefe Frage bisher umgangen und habe bereit- ausgesprochen. datz der DaweSplan nur eine Vorbereitung fürdie endgültige Re­gelung der Reparationen fei. (Hört! Hört!) Die Vlutmenge. die man der deutschen Wirtschaft entjicix, um sic anderen fremden Wirtschaften zuzuführen, fei so gross, dah man noch gar nicht übersehen könne, welche Wirkungen diese Bluttransfusion aus den Blutspender und den Blutempfänger haben werbe. Deutschland trage fein« Lasten nicht, weil e- sich moralisch dazu verpflichtet fühle, sondern weil es als der Unterlegene diese Leistungen vertraglich über­nommen habe. Es bestehe aber auf einer Re­vision dieser Lasten. (Lebhafte Zustimmung.) Da- Problem ber Kriegsschuldenregelung sei die Barrikade, die ben Weg zur Dölkerverstän- digung noch versperre.

Abg. Dietrich. Baden (Dem.> meint: Da- Transserprobtem sei noch ungeklärt. Vielleicht werbe sich bald der Finanzminister den Kops zerbrechen müssen, wo er das Gelb her nehmen solle und gleichzeitig ber Reparationsagent, wie er das viele Geld transferieren solle. Dann fei der Zeitpunkt gekommen, wo man sich zusammen- sehen werde, um eine endgültige Regelung zu finden.

Abg. Qua atz (Dn.) führt als ein Beispiel dafür, wie weit die Wirkungen des Dawesplans reichen, die Tatsache an, datz das Reich 850 Millionen für Vorzugsaktien der Reick)sbahn aus» geben muhte, um überhaupt einen geringen E i n- fluh auf diese- wichtige Instrument ber deutschen Wirtschaft zu erhalten. Sine weitere Funktions­störung infolge des Dawesplans sei die Sen­kung ber Lebenshal t ung des deutschen Volkes. Man zwinge uns zum Dumping auf dem Weltmarkt, obwohl die ganze Welt überinbuftria- lifiett sei. Hoffentlich werde dieser Zwangs­ekport nicht zum Hungerekport. Die brüte gefährliche Störung fei bad Kontrollsystem. Deutschland hab'- sich als zahlungswilliger Schuldner erwiesen. Es müsse sich Zwang und Kontrolle verbitten. Solche Mahnahmen steigerten nicht die psnchologische Leistungsfähigkeit.

Abg. Dr. Schneider-Dresden (D.Dp.i er­klärt. ein fd)ärierer®cgenfa6 als zwilchen ber inter­nationalen Reparations- und Handelspolitik fsi nicht denkbar, aber die vitaleren Kralle ständen hinter der Handelspolitik. Es fei dcshalb an­zunehmen. dah diese 'chließlich triumphieren. Die aber er wolle weder Waren- noch Goldzuitrom. Hier liege aber «in Problem, das n Ht gelöst, sondern nut beseitigt werden könne

Daraus wirb der Äriegslaflenetat unv:rändert angenommen

Die Steuerpolitik des Reichs.

3n der zweiten Lesung des Haushalts des Reichssinanzministeriuni -in Ver­bindung mit dem Etatsgcfetz erklärt Abg. S i m o ii - Schwaben (Soz.j. es (ei wahrlich kein Meisterstück, wie man das Defizit Den dreiviertel Milliarden beseitigt habe Dürch Höherfchätzung der Steuereinnahmen. Verwendung der Ucber- schüsse von 1926 und Verminden "i der Eozial- ausgabcn. Das Prinzip fei gen ..n: Der Be­sitzlose müsse Steuern zahlen w '.ot Jahren Die Besitzbelastung dagegen sei nia>: yalb fo start wie die Massensteuern. Auch der Rückgang der

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 31. März. Dor Eintritt in die Tagesordnung richten die Abgeordneten Sro« (Soz.» und Retber Klein« Anfragen an ben Justtzmtnister wegen des Derichtsrefevendaven Zimmer In Diessen. der im Dießener Ferne- prvzest einen Angeklagten begunftxgt habe. Ss tnirb gefrugt, was die Reaierung gegen Zimmer zu tun gedenke. Justizminister von Brentano erwidert daraus, dah feit Januar ein Versah- ren gegen den Referendar Zimmer etngclciiei wurde, erst wenn diese- Verfahren beendet ist, könne eine Disziplinterung des Referendars rn Betracht kommen.

Hieraus beginnt das Haus Me Beratung der Vorlage über die

Unwärteroergütung.

Am 19. März hatte die Regierung dem Landtag eine Vorlage über eine Neuregelung bet Anwärtervergütuiig zugehen lassen al« .De- sedentwuri. di« elfte Ergänzung des Gesetzes vom 14. Oktober 1921. die Besoldung der Staats­beamten". Die Vorlage unterschied sich in wesent­lichen Punkten nicht von ber vor Jahresfrist getroffenen Regelung, insbesondere sind die Sähe für die Vergütungen, di« unter ben Reichs- fäßen liegen, beibehalten worden. Die Hessische Regierung hatte damals erklärt, die gleiche Re­gelung werde im Reich und ben anderen Län­dern vorgenommen, was aber bis jetzt, nach Ver­laus eines Jahres, nicht geschehen ist. Die Regierung hält aber an dem derzeitigen Zustand für drei Jahre fest: auch enthielt die Vorlage andere Bestimmungen, die ungünstiger a 16 bie Reichsregelung sind. Der FinanzauL- schusi des Landtags beschäftigte sich am 23. Marz mit dieser Vorlage und den dazu gestellten An­trägen. die auch heute dem Hause vorliegen.

Abg. H e i n ft a b t (Ztr.) ersucht in einem Antrag die Regierung, dem Landtag eine ilcber- fichr über das QkrbaltnU ber planmässigen zu den außerplanmäßigen Stellen, getrennt nach den Ministerien und Beamtengruppen, vorzulegen und nach Durchführung ber Abbauanträge biefeS Ver­hältnis nach und nach überall aus mindestens 3.1 zu bringen.

Sin Antrag Dr. Leuchtgens und Wolf (Vbd.) will, datz ein verheirateter Staatsdienst- anwärt er 10 Jahre nach Ablegung seiner letzten, ihn zur endgültigen Verwendung im Staatsdienst berechtigenden Abschlußprüfung, in bl« GehaltS- beAÜge eines f e ft angestellten Beamten feiner Kategorie tritt

Gtn Antrag bet Abgg. Birnbaum, Din- ge ld ey und Den. (D. V. P ) verlangt, bafj mit dein 31. März 1927 die A u s ck un g S f pette für die Slaalsdienstanwärter fällt.

Ein Antrag Schreibet und Den. (Dem.) wünscht. ba() Bestimmungen darüber getroffen werden, daß die Zahl der mit Anwärtern be­leihen und dauernd notwendigen Stellen in ein bestimmtes für alle Dienstzweiqe möglichst glei­che« Verhältnis zur Zahl ber befinitio be­fehlen Stellen gebracht wird __

öin Antrag Dingelbetz u. Gen. (D. V P.) lautet: Der Landtag möge befchliesien. bie Re­gierung um eine Vorlage zu ersuchen, durch die noch für den Staat-Voranschlag des Jahres 1927 ein für alle Dienftzweige gleiches Ver- hält nis von minbestenS 1:10 für bie bauemb notwendigen, von Anwärtern befehlen Stellen gegenüber den von fest an gestellten Beamten versehenen ©teilen her!, rigeführt wird.

Abg. Kindt (Dn.) beantragt, bie Bezüge ber otaatebienftantoärter gemäß der Reichsregelung zu staffeln.

Abg. Kaul. Delp unb Den. (Svz.) bean­tragen, für die ersten fünf Jahre bie Sätze ber Regierungsvorlage zu übernehmen, für die »ei­teren Anwarterfahre sollen b e Reichsfähe gezahlt werden.

Sine gemeinsame Sing abe des Hessi­schen LandeslehrervereinS G V. unb des Katholischen Lchrervereins Hessen wünscht bie R «i ch s f ä h e.

Der Finanzausschuß konnte zu keinem Gni- schlus) kommen, darum erilärtc die Regierung, fic wolle eine neue Vorlage über bie Anwärter- Vergütung dem Landtag zugehen la Hei..

Abg. Reiber le richtet über diese Ange- legcnheit. Er teilt dann zwei Eingaben der Ar- beitSgemeinschaft deS f u b b < u 11 m e n akademischen AsfistentenveroandcS unb deS Allgemeinen Deutschen Be- amtcnbunbCB, Landesvcr.anb Hcf en mit. Die Anträge, die eine Gleichstellung mit dem Reich rod c . sind im Ausschuß abgclehnt wor­den Angenommen ist dagegen der Antrag Äaul- De.p Dem An rag Dr LeutztgenS soll nur teil­weise entsprochen w rden Die Antr.-ge. die ein bestimmtes Terh ältnis -w scheu An ä:- tem unb Fe.'.ange .elit.n aewayrr wll en wri.cn, sink- a b g e l e b n t worden. Auch bie Reg'-c- worden. Dc Ausschuß empfiehlt die Annahme des Antracc^ Kaul-Delp mit den dadurch be-

Lohn- unb ber Umsatzsteuer sei nur dn Zeichen der Lot. Der Redner beantragt Abschaffung der Zuckersteuer. Besteuerung bei Spekulattonsge- winne. Erhöhung der <)rbfchasts- und Vermö­genssteuer. Beseitigt werden müsse bie Steuer- Sabotage der LandwiNe. Die Steuerrückstände be­trügen bereits 700 Millionem Sie müßten unter Schonung der kleinen Leute rücksich!-los beige-

Abg. Dr. Derek« (Dn.) Darüber, daß d,c Steuerverwaltung überlastet sei. wäre man lld) einig. Da müßten bie Ausgaln'n abgebaut werden Das habe aber der Finanzminister bereit» zuge- sagt. Außerdem aber sei auch eine Beamten- Vermehrung notwendig. Der Redner befür­wortet ferner einen Abbau ber jetzt 10 Prozent betragenben Zinsen für St euer rückstände, dn Teil der Dauerangestellten müsse ins Beamtenverhält­nis überführt werden. Die BeförderungSmöglich- keiten müßten vtzrbesiett werden, damit n-.cht so viele Beamte in besierbezahlde Jndustriestellunge» übergin en. Der Redner wendet fich gegen den Ausdruck ..Steuerfabotog e", in der Rci e des Abg. Simon. Aus der Denlfchrift deS Zinan-,- miniftetium ergebe fich, dah in einzelnen Fällen Ausstellungen gemacht werden mußten an der Tätigkeit der BeweriungSausfchüffe. Zur Stcue, fabotage würden die Deutschnationalen niemal.« ihre Hand bieten. Gegen wirkliche Steuersabotage werde sicher der Minister energisch vorgehen.

Qlbg. Dr. Schetter (Zentr, Leider sn die Stcuerverwaltung beim Tolle au» begrei' sichen ©rimtxm nicht beliebt Die Klagen über zu rigoroses Vorgehen der Finanzbehörben feien verstummt. Die Grundlagen der Steuergesetz.' und -tarife müssten wenig geändert werden. Die Termine müßten vermindert unf> in ländlichen Gegenden in bestimmte Orte verlegt werden. Steuerrückstände bi» 1924 solle man niederschla- gen. Allerdings fei da- Lohnfteueraufkommen neunmal so hoch gewesen, wie das aus landwirt­schaftlich . C^nfommenftcuer. Da» sei jedoch auf den R * . ng der Rentabilität her Landu: chast zuriickzuführen. Von einer

allgemci:. euerbrüderei in der ßanbttnrtfd>aft könne man icdoch mcht sprechen. Wo wirklich 3teucrfabctage vorkomme, müsse natürlich scharf durchgegrifsen werden. Solang« bie Bewertung iur 1926 noch nicht asigeschloffen fei. solle man Die Finno-.ämter nicht mit rner Reul.Wertung ür 1927 belasten. Die von ben D n-.okraten be­antragte Einkommen ft euerveranlag ung nach einem dreijährigen Dnrchfchtntt lehnt der v-ebner ab. iocil die Zeit dafür iwch nicht reif fei. Die von ben Demokraten ferner verlangte landwirtschaft­liche GinbcitSftcuer würbe den individuell ver­schiedenen Verhältnissen in der Landwirttchaft nicht gerecht werden.

Abg. Dr. Eremcr ,D. Dp.). Der sladtilche Mittelstand brilage f;d) über ou geringe» Ver­ständnis dec St-euerbehörden. Für die 'Behand­ln ng von Handwerk unb Kleingewerbe müßten neue Richtlinien an die Finanzämter hinaus- gehen. Buch- und CBetrieixPrüfung feien un­bedingt notwendig Der Redner macht darauf aur-nerffam. daß die E atSiage im nächsten Jahr noch stärker angespannt fern werde unb ver­spricht dem Minister bte Unterstützung bei der Drosselung der Au-gaben. Nich^ ver­zichten könne aber feine Partei auf bie Erfül­lung der nur vorübergehend zurückgcstellten For­derungen »ür die Kriegsbeschädigten und Be­amten.

Abg. Dietrich-Baden (Dem ' verlangt cmergidri (Eintreibung ber Steuerrückstände und empfiehlt den Antrag feiner Fraktion, die Land-

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

tfnttf mb DcHa): vrühl'fchc UntDerfitäts-Bid)- nnb Slttnörnderei R. käsige in Siessell. §chnstlett«ng nwb Sefchästrsielle: 5chttlffratze 7.

(Eigener Drahtbericht de» ..Gießener Anzeigers'.

Berlin. 1. April. Nachdem in ber legten Zeit, besonders in Amerika, kritische Stimmen laut ge­worden sind, die bie weitere Durchführung des Dawesplanev als unmöglich bezeichneten, hat sich gestern im Reichstage ber Zentrumsabgeorbnetc Dr. Dessauer in einer hochbedeuisamen Rede über dieses Problem geäußert. Es ist nicht an^unehmen. daß Dessauer feine Ausführungen nur für feine Per­son gemacht hat, vielmehr hat er in bem Bewußtsein gesprochen, die Ansicht bergesamten Zen- trumsfraftion roieberjjugeben. Wenn auch in ber Rede Dessauers nicht em ungestümes Drängen nach Revision des Dawesplanes erblickt ober seine Darlegungen gar als eine Ankündigung deutscher Zahlungsverweigerung auf gefaxt werden kann, fo klang doch schon aus dem Zusammenhang der Argu­mente heraus, daß es dem Redner unb damit feiner Fraktion mit ber Inangriffnahme ber Lösung dieser Frage ernst ist. Trotz aller Anerkennung des bis­herigen Wirkens bes Dawesplanes, insbesondere hinsichtlich der 5)erausnahme der Reparationsfrage aus der Politik, waren die Ausführungen Dessauers eine vernichtende Kritik an der wei­teren Aufrechterhaltung der Dawes- be ft Immungen in ihrer jetzigen Form. Befon- sonders heroorzuheben find die von bem Redner angedeuteten Gefahren, die sich für die anderen Länder aus formierten deutschen Reparations­leistungen ergeben. Deutschland werbe zwecks Steige­rung feiner Ausfuhr z u einerüberflüssigen Produktion gezwungen, die bereits heute die Einfuhrländer zu Schutzzollmaßnahmen veran- laßt hat. Aber wenn es Deutschland trotzdem ge­lingen sollt«, seinen Export noch so sehr zu steigern, fo bleibt dennoch die <-frage unbeantwortet, wie e» ihr künftig möglich sein soll, statt der jetzigen 500 Millionen 1200 Millionen an Reparationsleistungen aufzubringen und doch ben Haushalt zu balancieren. Die verschärfte beusiche Exporttätigkeit muh bald zu einem Schutzzollwettbewerb der Länder führen, der jeden internationalen Handel einfach u n- möglich macht. Es bliebe nichts anderes übrig, als ein# Weltoerftändigung über ben Warenaustausch. Schließlich erhob Dr. Desiauer die Forderung nach endgültiger Festsetzung der gesamten Reparationssumme. Es handelt sich hier um eine Frage, von deren Lösung nicht nur die Wohl­fahrt ber deutschen Wirtsck-ast, sondern auch bas Zu- jammenarbeiten der Rattoiren abhängt. Die Un­sicherheit zu beseitigen, ist daher eine g e - m c i n f d) a f H i d) e Angelegenheit aller Kultur- nationen.

Sitzungsbericht.

Der Kricgslastcnetak.

Berlin. 31. März. (DDZ.) 3m Rcichvlug steht auf ber Tagesordnung der Kriegslastcnetat. Abg. Bvrrmann tWirtsch. Vgg.) schlägt na- mens bes Ausschusses unveränderte Annahme des Etats vor. Heber die »vermischten Aus­gaben" wünscht ber Ausschuß dreimonatliche Nachweisungen. Ferner verlangt er eine Zu­sammenstellung aller aus dem verlorenen Krieg sich ergebenden Ausgaben außer den Dawes lasten.

Abg. Dessauer (Z.) weist daraus hin. daß die Reparatwnslafren, wenn sie erst ihre volle Höhe erreicht haben werden, vier Mil­liarden betragen, d. h. mehr als der ganze Reichsetat vor dem Kriege. Der Redner schildert Deutschlarrds bisherige Repa­rationsleistungen. AU rdings seien in den beiden ersten 3acren Deutschland mehr all 2200 Mil­lionen Anleihen ^ugcf(offen, aber diese Erleich­terung werde nicht von Dauer sein, da Deutsch-