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Nachdruck nerboten

12. gortjeyung.

5>ic Bau» hier in grö- Autzer der

Oberhefsen.

XlanBtreie Gietzen

Alten-Buseck. 28. Febr

beoölferung tollte eine wertere -Verschlechterung ihrer postalischen Verhältnisse nicht ruhig hin- nehmen, sondern energisch dafür Antreten, daß wenigstens der jetzige Zustand erhalten bleibt

Märtyrer der Liebe

Roman von I. S ch n e i d e - F ö rst I.

Abbau von Postagenturen im Vogelsberg 2

Aus dem Niddatal. 28. Sehr. Als vor Wochen die Nachricht durch die Blätter ging, die Post beabsichtige durch ® i n ft eilen von Kleinautos die Postbestellung aus dem Lande so auszubauen, bah eine schnelle und regelmäßige Zustellung und Abholung der Postsachen ge­währleistet fei, da wagte manches entlegene und vergessene Dors auf eine Besserung ferner Post­verhältnisse zu hoffen. Inzwischen find aber diese Hoffnungen stark abgeblafet. und fast scheint es. als ob alles nur ein schöner Traum gewesen wäre. Vielmehr beabsichtigt die Post, seither vvr- handere Postagenturen abzubauen und sie in bessere Posthilssstellen umzuwandeln, so daß die Zustellung von Wertbriefen u. dgl. dem vom Amt entsandten Briefträger auf seinem Landbestellgang überlassen bleibt. Die Land-

Sein barsrl)er Ton oftneie alle Schleusen ihres Zornes und bei Wul, die sich in ihrem Knochen- herzen aufgespcichert hatten. Ren teil sand aus dem Wortschwall nur soviel heraus, daß Annemarie un­gehorsam gewesen war und dann aus Furcht vor der strafe das Weile gesucht lMe. Sie war einfach nach echter Kiicherart dcwongelausen.

Sie haben die Kleine doch jedenfalls |o|ort ge sucht?" fr ufl Ren keil, der fich mflbfam zu beberr >chen trachtete

Nein!"

Warum?" donnerte der chüttenkonig.

Ich bin hier nicht engagiert, um ungezogenen Kindern nachzulausen", warf sie ihm entgegen.

Ein böses Blitzen brach für einen Augenblick unter ihren etwas zusammengekniffenen Lidern hervor.

UnerhörtI" zürnte 'JtenfcU. Er feien die eine <)anb zur Faust geballt in der Tasche seines Rocker stecken.Sic können sich als entlassen betrachten'. bestimmte er. .Gehen Sie zum ersten Buchhalter drüben in der Fabrik. Er wird Ihnen das Gehalt für das nächste Vierteljahr ausbezahlen. Sie find mithin in keiner Welse geschädigt und können mit Rul)c abwarten, bis sich Ihnen ein neuer Wirkun^s kreis bietet. Eine Empfehlung meinerseits kann ich Ihnen leider nicht geben. Es wird bester fein und ist in Ihrem eigensten Interesse gelegen, wenn Sie sich nicht auf die Zeit, die Sie in meinem Hause per brachten, berufen. Mein Kraftwagen steht Ihnen für Ihre Fahrt zur Bahn zur Verfügung."

Ohne jeden Gruß schritt er an ihr vorbei

Sie sah ihm einen Momcm mit ausvrucksloi«n Blicke nach. Dann lachte sie ein häßliches, verstecktes Lachen.

Als Renkell wieder aus Annemaries Zimmer tarn, stand sie noch immer an der gleichen Stelle. Er mied es. mit ihr zusammenzutreffen und ging bie Treppe hinab, welche nach ben Raumen des Erdgeschosses führte

praktische Bedeutung der .Untersuchungen es wäre nicht mehr als recht, wenn man die Prä- m'enhöhc auch nach der persönlichen Gefährdung des Individuums abstufen wollte

Zur Kontrolle der hier beschriebenen Erwä­gungen hat Marbe in Schulen Feststellungen über Vie kleinen Unfälle der Kinder Hautver­letzungen usw. machen lasten. Und auch hier ließ sich schon innerhalb sehr kurzer Zeiträume nach­weisen. daß esHnfälkr" gibt daß Kinder, die in dem ersten Zeitabschnitt keine Unfälle erleiden, auch in d.nn folgenden weniger gefährdet sind usw Es zeigte sich ferner, daß das Lebensalter für die persönliche Unfattneigung relativ belang­los ist. daß vor allem Anfälle mit dem Alter nicht zunehmen daß im Gegenteil die Jahre unter 20 eine besondere Gefährdung bedeuten

Worin liegt nun diese ilnfallneigung die nach den Marbeschen Untersuchungen Wohl zwei­fellos besteht? Auf Grund einer eingehenden Analyse und von eigens zu diesem Zweck ange- ftellten Versuchen scheint besonders das Ver­halten der Aufmerksamkeit, ein Mangel an ®c- wandtheit und Geschicklichkeit. Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit, zu lange Reaktionszeit. Mangel an Geistesgegenwart, zu starke Gesuhlserregbarkeit einen wesentlichen Einfluß auSzuüben Hinzu kommt vor allem die Unfähigkeit, sich rasch um- zusteilen und anderen Bedingungen anzupassen. Auch die Unordentlichkeit und Gleichgültigkeit, bisweilen auch der Unfall- und Nentenwunsch spielen eine bedeutsame Nolle, ferner die Er­wartung des Unfalles, die Ahnung, welche das Individuum unmittelbar auf den Unfall los- steuern lassen, auch da wo die Zusammenhänge unbewußt bleiben.

Ist aber der Wille zum Unfall, öic Erwar­tung und Ahnung ein wichtiger Faktor bei der Entstehung des Unfalls, dann muß auch der Wille zur Unfallverhütung sich als wirksam er­weisen. Es gilt also, diesen Willen zu beleben, es gilt alle Faktoren, welche den Unsall erleich­tern, d. h. die Unfallneigung steigern, auszu- schalten: hierher gehört die Einschiebung genügend großer Pausen, um der Ermüdung vorzubeugen, die Sorge für ausreichende Beleuchtung, für rich­tige Temperatur und Lüftung des Arbeitsraumes. Es gehört aber weiterhin dazu der immer wieder erneute Hinweis auf die speziellen Unfallgefah­ren. die Propaganda durch Wort und Bild. Der Arbeiter muß ferner lernen, die möglichen Mittel, die zur Unfallverhütung gegeben sind, auch wirk­lich anzuwenden. Cs muß eine Einstellung in ihm habituell werden, welche der Unfallneigung entgegenwirkt Wichtig ist aber vor allem die Vermeidung häufigen Arbeiterwechsels, das rich­tige Anlernen der richtig ausgewählten Arbeiter und das Ausscheiden Gefährdeter aus allen besonders gefährdeten Berufsverrichtungen. In­dividuen. welche mehrmals kleine, wenn auch nur unbedeutende Unfälle erlebt haben, ^schei­nen besonders disponiert zu weiteren Unfällen, und sie sollten besonders in dem so verantwor­tungsvollen Verkehrsdienst aus allen Stellen aus­geschieden werden, in denen ein Unfall möglich ist und das Leben vieler anderer gefährden würde. Marbe schlägt weiterhin vor, daß in jedem Betriebe eine genaue Unfall- und Schadenregi- ftrierung erfolgen solle, auf Grund deren dann die Gefährlichkeit und Gefährdetheit der einzelnen Individuen zu beurteilen wäre. Zieht man dieses Urteil bei der Verwendung Der Arbeitskräfte mit heran, dann wird es möglich fein, die Zahl der Betriebsunfälle wesentlich herabzusetzen.

die Belieferung auf dem eubmif- sionswege vergeben haben. Hierdurch so­wie durch die gleichzeitig damit geschaffene Mög­lichkeit, den größten Test der Materialien durch Lastautos anfahren lassen zu können, hollt man, eine bedeutende Verringerung der Unkosten er­zielen zu können. - Der hiesige Schühenver - ein veranstaltete am Samstag- und Sonntag­abend im Saale des Wilh. Rühl je eine Aus­führung des Vollsschauspiels Andreas Hofer" Beide Veranstaltungen waren recht gut besucht. Die Leistungen der Ausführenden verdienten durchweg Anerkennung und sanden lebhaften Beifall.

* Alten-Buseck. 28. Fein Ein Schas des Landwirts Ludwig Müller II. brachte drei lebendige (Junge zur Welt. Das Muttertier und die (Jungen befinden sich bei guter Gesundheit.

t Treis a. d. Lda., 28. Febr. Gestern abend hielt die hiesige Ortsgruppe der Liga für deutsche Kultur in Langs Saal einen Vor­tragsabend ab, auf dem Dr. Roloff von Wetzlar einen eingehenden mit Lichtbildern unter­stützten Vortrag über seine im vorigen Iah re gemachte Reise nach Südamerika hielt. Er schilderte in anschaulicher Weile Land und Leute, sowie die politischen Beziehungen, die uns mit den Ländern Südamerikas verknüpfen.

!! Mainzlar, 28. Febr. Samstagabend feierte der Zwei gvereinLumdatal" des V. H. C. in dem Saale der Wirtschaft Mütter sein diesjähriges Stiftungsfest. Rach einer Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden wurden die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder durch ein reichhaltiges Programm aufs an­genehmste unterhalten. Flott gespielte Theater- stuckchen. klassische Musikstücke, Kanons. Duette und Terzette. Lieder zur Laute, gemeinsame Gesänge, Dialektdichtungen und Vorträge von wirkungsvollen Prosastücken wechselten in bunter Reihenfolge, so daß die Abwicklung der Vor- tragssolge sich bis Mitternacht hinausschob. Nach einer gemeinsamen Kaffeepause blieben dann die Anwesenden noch bei Gesellschaftsspielen und an­deren Unterhaltungen einige Zeit zusammen.

* Lang-Göns, 28. Febr. Am Samstag feierte der hiesige Motorsportklub bei Gast­wirt Hebbel sein Stiftungsfest. Bei starker Beteiligung der Mitglieder nebst Angehörigen und geladenen Gasten verlief die Feier, die mit Tanz geschlossen wurde und viele Ueberraschungcn brachte, recht hübsch. Großen Beifall sand die geschmackvolle Ausschmückung des Festsaales.

t Grünberg, 28. Febr. Die hiesige Schweineversicherungsgefellschast, hielt gestern ihre diesjährige Hauptver- fammlung ab. Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, daß Die Gesellschaft gegenwärtig 219 Mitglieder zählt. Die Versicherungssumme der versicherten Tiere belies sich im vorigen Jahre auf 133 620. Mark. Die Iahresrechnung schließt mit einem Kaffen bestand von 254,14 Mk. ab; das Vermögen beziffert fich auf 854,07 OHL Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vor­stand und die Taxatoren, fotoie die Rechnungs­prüfer wurden wicdergewählt. Es wuxde be» schloffen, für dieses Iahr ein Prozent der Ver­sicherungssumme zu erheben

Kreis Friedberg

WSN. Bad-Nauheim, 28. Febr. Um den kürzlich ausgeschriebeiten Posten eines B e russ -

Signal nicht übersehen so wäre der Zusammen- nofe nicht erfolgt; aber trur selten ist die Frage n der anderen allgemeineren Form gestellt wor­den: von welchen Faktoren hängen Unsätte über­haupt ab, und was können wir tun, um Un­fällen vorzubeugen sie nach Möglichkeit auszu- 'chatten?

Diese Fragen hat Marbe in einer Schrift auf Grund eigener umfassender Untersuchungen behandelt Wir können die Unsattursachen im wesentlichen in zwei Reihen gruppieren die außerpersönlichen, in der Objektwelt liegenden Faktoren und öic persönlichen, im Individuum beschlossenen Momente. Gerade diese letzteren erscheinen von besonderer Bedeutung Alle pri­vaten Versicherungen unterscheiden .Ges ahren­tlassen", d. h sic teilen die Berufe und Ar­beitsverrichtungen in eine Reihe von Gruppen nach der Gefährdung, welche die Berufsaus- libung für den Menschen bedeutet, so ist etwa bei dem Chausseur die Unsallgesahr größer als bei dem Bureauangestellten. Indessen hängt das Geschehen, welches das Individuum trifft, nicht allein von Umweltseinwirkungen ab sondern von dem Individuum selbst und cs erscheint von vornherein wahrscheinlich, daß es auch an den Unfällen, die es treffen irgendwie die Schuld mitträgt.

Dabei werde» wir drei Momente ausein- anderhaltcn muffen an jedem Individuum kön­nen wir einen dauernden Welenskern, der ange­boren, ererbt ist. eine sich darum lagernde Schicht, die durch Erfahrung. Gewohnheit ge­bildet ist, die habituelle Haltung, und die mo­mentane Seelenbeschassenheit unterscheide». Daß die momentane Verhaltensweise, eine durch ir­gendwelche Vorkommnisse bedingte Unaufmerk- 'amleit zur Ursache eines Unfalls werden kann, bedarf kaum eines Beweises der Lokomotiv­führer, der das Signal nicht beachtet, kann dadurch einen Unfall herbeiführen. Aber auch die habituelle Haltung kann Unfälle herbeifüh- ren: wer etwa gewöhnt ist, rechts auszuweichen, und nun in ein Land kommt, in dem man links auszuweichen Hal, wird, der Gewohnheit folgend, leicht zu Schaden kommen. Aber vermag auch die angeborene Veranlagung eines Menschen zur Bedingung von Unfällen zu werden?

Träfe dies zu. so müßte cs Menlche» gebe», Die in besonderem Maße zu Unfällen disponiert find,Unfäller", wie* Marbe sie nennt, die immer wieder Unfälle erleiden. Ob es solche Individuen gibt, kann nur ausGrund der Er­fahrung entschieden werden. Wichtiges Mate­rial hierzu könnte die Unfallversicherung lie­fern, wenn diese nicht Den Versicherten nach dem ersten erheblichen Schade» ausschliefet, sondern ihn trotz einer beliebigen Zahl von Unfällen, weiter versichern würde Das trifft nun von der Militärversicherung zu, und Marbe hat 3000 beliebig herausgegrissene Individuen auf die Unfälle, öic sie währenö der Zeit der Ver-- licherung erlitten haben, untersucht. Es wur­de» drei Gruppen gebildet: die Personen, die während der ersten fünf (Jahre keinen Unfall erlitten (Nuller), die während de» gleichen Zeit­raumes einen Unfall erlitten (Einser) und die­jenigen, welche mehrere Unsätte erlitten (Meh­rer). Dann Wurden die gleichen Personen wäh­rend Der nächsten fünf Iahre weiter versolgt, und es zeigte sich, daß die mittlere Unfallzahl pro Person während diefer nächsten füns Iahre bei den Hullern 0,52, bei den Einsem 0,91, bei den Mehrern 1,34 betrug. Die gleichen Ergeb- nisse zeigten sich auch, wenn man nicht Gruppen zu 3000, sondern nur zu 1000, ja selbst zu 500 zusammenfahte.

Diese Untersuchungen zeigen, dafe die In­dividuen, welche innerhalb einer bestimmten Frist feinen Unfall erlitten haben, auch für die fol­gende Zeit weniger gefährdet sind, daß die l Gefährdung andererfeits mit der Zahl der er» litten en Unfälle steigt Gs wäre alsv möglich, * analog Öen Berufsgefahrenklassen auch Person- , lichkeitsgefahrenklasse» auszustetten, je nckch der ' GesährÖung öes Individuums aus GrunÖ seiner inöiviöuellen Konstitution. Solche Klassen liehen sich auf GrunÖ Der Erfahrung, an Hand einer Unfallstatistik statuieren. (Jedenfalls kann gesagt werden, daß für das Zustandekommen der Un­fälle Momente, die in Der Perfönlichkeit des ,,Unsällers" liegen, eine wichtige Rolle spielen. Diese eben kurz wiedergegebenen Untersuchungen gelten auch Dann, wenn sämtliche Der untersuch, len Personen Der gleichen Berufsgesahrenklasse angehören. Schon dieses Ergebens zeigt aber die

Einen kurzen Augenblick überlegte die Erziehe­rin, Dann klopfte sic entschlossen an Nellas Tür.

Ein ungehaltenes .Herein!" rief ein verächt­liches Zucken um ihre farblosen Mundwinkel hervor.

Was roün[d)en Sie?" frug Netto nicht sonderlich anäbig gelaunt. .Wenn Sie eine Beschwerde über Annemarie ljaben, Dann verschonen Sie mich so früh am Morgen mit fold^m Lappalien!"

Es sind keine Lappalien, gnädige Frau!"

Gut. was sind es dann?"

Nellas Gesicht druckte höchste Gereizt hei > aus. Sie griff nach ihren Manikurutenfilien und begann ihre Nägel in aller Ungeniertheit zu polieren. Dieses Dumnvfrcdjc Frauenzimmer sollte nicht glauben, daß die Herrin sich ihretwegen etwa Zwang aufer­legte.Nun also?" sagte sie. ohne nach der Er­zieherin hinzusehc»

Es feanbeli sich in» den Besuch des Herrn Doktor Reidjmann gestern abend." Das kam lang­sam! Gleichsam mit einem suchsarttgen Lauern, wie Das Opfer sich zu dem Angriff stellen würde

Und?"

Jedes Won Nellas halte Fräulein Gerhard weniger aus der Fassung gebracht. Die Ruhe, roeld)c diese ehrlose Frau zur Schau trug, mar von einer beispiellosen Unverfrorenheit

Unö? wiederholte Hella und zog die Augen­brauen hoch

Ich stand draußen vor dem Terrassenfensker", kam es abermals mit sichtbarem Lauem

Die Katze setzte zum Sprunge an

.Was weiter?"

Das Opfer zuckte mit feiner Wimper

Nella überlegte nur blitzschnell War die Tür oifen gewesen? Nein! Und die Fenster? Auch nicht. Sic wußte mit Sicherheit, daß Reichmann alles ab­geschlossen lMe Die Gefahr war mit etwas Ge schick leicht zu parieren. Leugnen! Wenigstens jedes gesprochene Wort, soweit es diesem elenden Geschöpf hort zu Obren geklungen sein mochte.

Ich habe gesehen", fuhr die unsympathische Stimme fort. .Wie Sie zu hon Füßen des Herrn Doktor Reichmann gelegen sind und ihn um etwas anflehten!"

.Ganz richtig spioniert. Sie haben Geschick für derlei'" lobte Rella mH fressendem Spott. ..Ich hatte

bürgcrmetsters der Stadt Bad-Nauherm txiher sich insgesamt 132 Personen beworben, die sich zusanuner.fetzcn aus 43 Bürgermeistern, 37 Kommu­nal-. 20 Verwaltungsbeamten und 32 einem freien Beruf angehörenden Personen.

Kreis BüSiugcn.

Nidda, 28. Febr Wenn man auch nichts auf Träume geben feil, fo lpielt Dabei dockt manchmal dec Zufall eine eigenartige Nolle. Hier hatte der Kupferschmied Heinrich - mus Ende Oktober 1924 angeblich geträumt, daß er nur noch 2 (Jahre unö 3 Monate leben werde Sofort soll er diesen Traum in seine Bibel niedcrgcschrieben und feinen Ver­wandten und Freunde» erzählt haben. Da nun Die im Traume fchgcfchtc Zeit z» Anfang voriger Woche bald herum war hat lith öer seither noch recht rüstige Mann wahrscheinlich über die Sache in den letzten Tagen aufgeregt, ohne dies zu sagen. Am Donnerstag erlitt er plötzlich einen Schlaganfall, dem et gestern erlegen th Der Verstorbene war Veteran von 1870 71.

Nidda, 28. Febr. Gastwirt und Metzger S. Salm hier erwarb das mit seiner Hof reite zusammenhängende Haus des Zigarrcnhandlers Friedrich Seibert für 6000 Mk Das Anwesen ist zwar alt. liegt aber in bester Geschäftslage unserer Stadt. Ecke Schiller» und Mühlstraßc

4= Nidda, 28. Febr. Auf ministerielle Anorö nung sollen neue Verhandlungen eingeleitet werden, die eine Verschmelzung der Zweckver bände Nidda - U 1 sa und Schotten - Hun gen zum Ziel haben. Vic beiden Krcisämter H ü dingen und Schotten sind beauftragt, mit den an Den Autolinien beteiligte» Gemeinden im ange­gebenen Sinne zu unterhandeln.

Nidda, 28. Febr. Dem ehemalige» Krastschen Saalbau öer in Den nächsten Wochen nieDergelcflt wird, um dem Real- schulneubau Platz zu machen, war ein recht wechselvolles Geschick beschicden An- sänglich als Vergnügung« unö Versammlungs­lokal geräumig erbaut, war er nach Eingehen öer "Brauerei längere Zeit unbenutzt. 3n Den ersten Kriegsjahren diente er als Feldlazarett beim Ruckzug der Truppen als Fclbschmiebc 8r wurde, da Der Besitzer, ein feindlicher Aus­länder abwesend, dabei rücksichtslos demoliert und stark mit genommen. In der Inflationszeit ging er in Öen Besitz einer Obstverwertungs­zentrale über, die aber schon nach kurzer Zeil . vor dem Konkurs stand Vor zwei (Jahren erwarb Die Stadt das ganze Anwesen zum Preise von 40 000 Mk.. schuf durch Umbau Wofengelcgen- feeiten unö geht jetzt dazu über, durch Nieder- legen des Saalbaues Der Realschule einen günsti­gen Bauplatz zu schaffen

?" Wallernhaujen, 28. Febr. Der Ver­lauf des bei der Feldbereinigung abge­trennten Massengeländes erbrachte einen Erlös von annähernd 100 000 Mark Stcigliebhaber waren zahlreich vorhanden, gutes Gelände toar lebhaft begehrt. In Ortsnähe gelegene vierter besten Bodens wurde» fast bis 2 Mk. pro Quaöratmcfer erworben. Zieht man in Betracht, daß das Massengelände auch Oedland umfaßte, bas erst urbar gemacht werden muß und deshalb sehr billig war, so kann der durchschnittliche Morgenpreis von etwa 1000 Mark als hoch be^idpict werden.

# Geiß-Nidda, 28. Febr. Gestern ver­anstaltete der GesangvereinOrpheus im Saale der Gastwirtschaft von Lehm er fein Winterfest. daS von feier und aus der Nach­barschaft überaus gut besucht war; der Saal war bis zum letzten Platz dicht besetzt. Unter der Lei- tung seine« verdienstvollen Dirigenten. Lehrer Lentz, brachten der Sängerchor und der ifem ungegliederte Mädchenchor eine Anzahl Lieder ganz vortresflich zu Gehör und ernteten dafür mit Recht starken Beifall. Ferner wurde» zwei Theaterstücke und einige heitere Darbietungen in ansprechendster Weise aus geführt. Es waren sehr aenufereiche Stunden, die der Dercin und sein Ehormeiftcr den Besuchern bereiteten. Der Verein beabsichtigt, im nächsten Iahre fein 60- jähriges Bestehen durch ein größeres Sängcrsest zu feiern.

# Ober-WidderLheim. 28. Februai Gestern nachmittag veranstaltete öic Deutsche "Bau-unD Siedlungs-Genosfenschas- ten Darmstadt hier eine Werbeverscunmlung in der Kaufmann Schäfer- Neu-Isenburg über die Ziele der Genossenschaft sprach. Einige Zn-. Hörer traten der Genossenschaft bei und wurde» der Ortsgruppe Nidda zugeteilt. Etwa zwei Stun-

Herzkrampse gehabt. Nachdem Sie schon alles ge­sehen haben, werden Sie das bestätigen können. Ich bat Doktor Reichmann um eine größere Dosis Mor­phium. Er Hal sie mir verweigert. Id) suchte ihn also auf diese Weise zu erweichen. Sic können ihn ja fragen, wenn Sie das nicht für glaubwürdig halten, was ich sage."

Das Gesicht Der Erzieherin ipielte ms Gelbe. Das Opfer zeigte eine Geistesgegenwart ohne gleichen. Abes es half der jd>önen jrau kein Drehen und kein Wenden. Der Sieg war bald entschieden. Dann roürtfe sic klein werden! Ha! So klein! Und sie würde bleiben! Jawohl, sie würde blei­ben. Man würde die bislang nur von oben betrach­tete Erzieherin umwerben wie eine Hoheit, bamit sic Die Schande des Hauses Renkell nicht in die Well trug. Die Frau des Hüttenkönigs unö Doktor Reichmann ein Liebespaar! Heija' Das gab em Freßen für die Lästermäuler

Die Bestie Durfte sich etwas vor dem letzte» Sprung. Ihre Augen schillerten ins Grüne. Ein verkniffener Zug streckte rbre Mundwinkel in die Breite.

Gnädige Frau sind Sem Wagen nadjgelauicn, in Dem Doktor Reichmann sah!"

3d! Auch das!" jagte Nella. Ihre Stimme vibrierte nicht einmal. Nur jetzt sich ganz in der Gewalt haben, nur jetzt keine Angst zeigen. Die Zähne gefletscht wie Die andere Noch nie hatte sie sich eine Blöße gegeben.

eie sehen, ich gebe alles zu" idflie Nella und begann, ihre Nägel glattzuseilen, obwohl das eine müßige Arbeit war, Denn sie hätten als Reklame in jede Auslage gcpaßl. Sic Dürfen auch wißen, wes halb' , -eyte sie in schleppendem Tonfall hinzu, als sei es Das aleidjgültigfte non der Welt, was sie da erörterte. ,Äch bin Ihnen zwar keine Rechenschaft schuldig, aber Leuten Ihres Schlages. Die nur bc^- holb so schlecht von andere» denken, unterbred)en Sie mich nichtherrschte sie die Erzieherin cm, ülio Leute, die doppelt so niederträchtig sind, ge währt man ein übriges, um nicht von ihren Klauen erwürgt zu werden. Ich fürchte Ihr Gebiß zwar nicht im mindesten, aber Ihre etwas inangelhastk Spionage soll ergänzt werden. Ich hatte eine De- peschc an meinen Mann auszugeben vergeßen, und bin den- Waaen nachgeeilt um einen der beiden

Herren zu bitten, das Telegramm in Eisenbach zu besorgen. Wenn ich nicht den Weg abgeschnitten hätte unö Doktor Hilbertt etwas rascher gefahren wäre, hätte mein ganzes Lausen keinen Zweck ge­habt. Es ist mir gerade noch geglückt, den Wagen am Schleusen haus abzufangen. Sie werden viel­leicht ohnedies auch Darüber genau orientiert fein, denke ich!"

Ein spöttischer Blick lief zu Fräulein Gerhard hinüber. Die Maniküre wurde dadurch nicht unter brachen

Eine grünliche Bläße liefe Des Gesicht der Er- zieberin noch einmal so all erscheinen Sie schnappte nach Worten, sand die schlagfertige Erwiderung nicht. Die ihr den Sieg verschallen sollte, und ging mit erhobenem Arm auf Nella zu.

Diese wich keinen Schritt zurück. Nur ihre Rechte zeigte, von einem stahl ha rie» Blick begleitet, nach der Tür.

In einer Stunde haben Sie das Haus zu vei lassen. Wenn Sie eine Minute länger benötigen Ihre Koller zu packen, lasse ich Sic verhaften, wegen Erpressung' Erpressung' verstehen Sic mich?"

Die Erzieherin kreischte auf Wutvoll mir ein .ingeschosjenes Tier.

Eine schlechte Frau sind Eie unö eine schlechte Mutter'" schrie sie und sprang au ihre Herrin zu.

Stein Wort fiel. Nur eine Hand klatschte auf. Dann ein zweites Mal.

Fräulein Gerhard rief gellend um Hilfe.

Werden Sie schweigen'^" züchte Nella dict)t vor ihrem Gesichte- Blitzschnell griff ihre Rechte nach öem mit Schildpatt eingelegten Revolver auf Dem Tische nebenan.

Mord!" rief das Mädchen entsetzt Morden würden Sie auch! Sie Sie"

Man erweist der Menschheit nur einen (Be­fallen, wenn man sie von Individuen Ihres Schlages befreit!" kam Nellas Stimme, farblos.

Wieder zeigten ihre Hände nach der Tür.

Mit Dem Rücken nach dem Ausgang trat das Fräulein den Rückmarsch an. Nella hielt den Äs oolocr mit der Mündung nach dort gerichtet. Erst als die Klinke ins Schloß fiel, ließ sie ihn mH einem Gefühl des Ekels sinken.

/Fortsetzung folgt!

tätigkeit scheint in diesem Iahre feerem Mafec betrieben zu werden. Errichtung von zwei weiteren Hvsretten unö eini­ger Scheunen frnö noch sonstige bauliche Ver­änderungen unö Erweiterungen größeren Um­fang« innerhalb des Ortes geplant bzw bereits in der Ausführung begriffen, fo Dafe nicht nur Die ortsansässigen BauhanDwerkcc vollauf 'Be­schäftigung finden, sondern auch jedenfalls noch auswärtige Arbeitskräfte herangezogen werde» muffen. Bemerkenswert ist. Dafe sämtliche Bau- luftigc sich wegen Bezuges der erforderlichen Baumaterialien zufammengefchlosfen und