behülfen sich auf rund 3 4 Milliarde Dollar jährlich. Die amerikanische Filmausfuhr nach Europa wird auf rund 2 Milliarden Dollar jährlich berechnet. Das in der amerikanischen Filmindustrie investierte Kapital arbeitet mit rund 200 Prozent Nutzen.
Das einzige Land in Europa, das sich mit dieser ungeahnten Entwicklung Ser Filmindustrie einigermaßen vergleichen kann, ist Deutschland. Noch Im Jahre 1921 waren in der deutschen Filmindustrie nur 98 Millionen Mark investiert. Die Jahresproduktion versechsfachte sich bis zum Jahre 1924. Don der allgemeinen QBirt- schastskrisis in Deutschland bleibt natürlich auch die deutsche Filmindustrie keineswegs verschont. Es ist bekannt, wie schwer die deutsche Filmindustrie gegenwärtig zu kämpfen hat. Trotzdem aber vermochte Deutschland seinen großen Vorsprung vor Italien, Frankreich und England zu behaupten, wobei man nicht übersehen darf, daß z. 03. Italien nach dem Kriege in seine Filmindustrie 900 Millionen Lire investierte.
In der ganzen Welt zählt man gegenwärtig rund 47 000 Kinematographentheater. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Europa halten sich hierbei mit je 20 000 Kinos etwa die Wage. Von den 20 000 amerikanischen Kinos befinden sich allein 1600 in der Stadt Neuyvrk. In Amerika besuchen rund 55 Millionen Zuschauer wöchentlich das Kino. Das amerikanische Publikum ist als besonders kinofremrdlich anzusprechen, rund 75 Prozent der Bevölkerung gehen in Amerika regelmäßig inS Kino.
Demgegenüber erscheinen die Statistiken für die europäischen Länder recht kläglich. Nach der letzten allgemeinen Statistik vom Jahre 1924 zählte man in Deutschland 4000 Kinos mit rund 2 Millionen Platzen, in England 4000 Kinos mit rund 30 Millionen Zuschauern wöchentlich, in Frankreich 3000 Kinos, in Italien 2500. in Ungarn 1800, in Spanien 1560. in Belgien 860. in Skandinavien 850, in Polen 350, in Holland 230, in der Schweiz 156, in der Tschechoslowakei 136, Jugoslawien 120, Finnland 100. Türkei 32, Balkanstaaten 23, Australien 808, Südamerika 2500, Orient und sonstigen Ländern 4000.
Das französische Publikum ist durchaus nicht so kinofreundlich wie man es gemeinhin annimmt. Denn nur 7 Prozent der französischen Bevölkerung, und sogar nur 5,5 Prozent dev Pariser Einwohnerschaft besuchten regelmäßig das Kino.
In Amerika gibt es gegenwärtig rund 125 regelmäßig erscheinende Zeitungen, und Revuen, die der Kinematographie gewidmet sind. Sämtliche Tageszeitungen haben ihre ständige Kinorubrik. Außerdem erscheinen in den Vereinigten Staaten noch 35 Monatsrevuen, die ebenfalls der Kinematographie gewidmet sind. Deutschland besitzt rund 20 einmal wöchentlich erscheinende Fachblätter und ein täglich erscheinendes Blatt für das Filmwesen. In Frankreich zählt man gegenwärtig rund 25 wöchentlich einmal erscheinende Kinozeitschriften, doch darf man hierbei nicht übersehen, daß die regelmäßig erscheinenden K-no-Rubriken der französischen politischen Tageszeitungen viel umfangreicher sind als die in deutschen Blättern.
Oberhessen.
Landkreis Gießen
i- Iß i e f c cf, 30. Aug. Heute haben die beiden in Betrieb gewesenen Dre-chmaschi- n e n ihre Arbeit eingestellt, die D r e s ch a r b e i t ist im großen und ganzen beendet. Den zumeist kleinbäuerlichen Verhältnissen entsprechend wird die Frucht direkt vom Feld an die Dreschmaschine gebracht, in langen Reihen stehen dann die vollbeladenen Wagen in den ZugangSstraßen zu den beiden Maschinen ein altgewohntes und vertrautes Bild. Das selten günstige Erntewetter beschleunigte die Drescharbeiten ganz außerordentlich, brauchte doch während der ganzen Dreschperiode die Arbeit infolge Regens nur an ganz wenigen Tagen ausgesetzt zu werden. So war das Gebrumme der Maschinen den ganzen Tag und manchmal auch die ganze Nacht zu hören, denn jeder wollte seine Ernte möglichst schnell und trocken unter Dach und Fach haben. Nachdem der Ausdrusch beendet ist, kann auch ein recht befriedigendes Ergebnis der diesjährigen Ernte festgestellt werden. Am meisten befriedigen die Erträgnisse des Hafers und des Weizens, und zwar sowohl in Bezug auf den Körner- als auch auf den Strohertrag. Für beide Getreidearten bestehen in unserer Gemarkung nicht gerade günstige Voraussetzungen, so daß so gute Ernten, wie die diesjährige, besonders augenfällig sind. Auch das Ergebnis der Qtoggen ernte ist recht zufriedenstellend', hier hat es zwar hier und da geringe Schäden infolge der Lagerung gegeben, im großen und ganzen kann man aber von einer guten Ernte sprechen. Gegenwärtig ist man bereits mitten in Der @ r u m m e t e r n t c. Alle Notwendigkeiten waren gegeben, um auch diese gut werden zu lassen. 'Begünstigt durch das anhaltend trockene, warme Wetter ist auch die Qualität selten vorzüglich, über die Quantität wird es wohl keine Klagen geben. Selbst hochgelegene Wiesen, bei denen in trockenen Jahren an einen zweiten Schnitt nicht gedacht werden konnte, liefern einen vollen Ertrag. Ganze Reihen Wagen voll des köstlich duftenden Grummets werden allabendlich eingesahren. Am wenigsten scheint die Kartoffelernte zu befriedigen. Hier und da werden Klagen laut über einen ungenügenden Behang, besonders in den höheren Lagen. Die Fäulnis beginnt sich ebenfalls recht unangenehm bemerkbar zu machen. Hier macht sich allo das ungünstige Wetter in der ersten Wachstumsperiode doch bemertbar. Das O b st - baum ft erben, eine Folge des strengen Win- ierS 1924'25, ist immer mehr zu beobachten. Am meisten betroffen sind Aepsel und Zwetschen. Eine große Anzahl Bäume wird erseht werden müssen, zumal die Auswirkungen der starken Kälte noch nicht abgeschlossen sind. Immer wieder sieht man Bäume, die Anzeichen beginnenden Verfalls Tragen. Der Autoverkehr Wiese ck— Gießen, der während der Dreschzeit seine An- sangsstationen nach Philosophenplatz und Lindenplatz verlegt hatte, hat seit heute seinen Dienst ad Friedhof Wieseck wieder auf genommen. Hm die regelmäßigen Motorreinigungsarbeiten vornehmen zu können, fallen heute und morgen die Wagen ab Wieseck 2.05, 3.05 und 5.05 nachmittags aus
Aus dem mittleren 2 um bat al, 30. Äug. Der Dreschbetrie b ist eben auch hier in vollem Gange. Heber das Druscher- gednis ist zu berichten, daß Der Landwirt im allgemeinen mit dem Körnerertrag zufrieden ist.
Der Sternhimmel im September.
Sonnenaufgang von 5.10 bis 6 Hhr.
Sonnenuntergang von 6.50 bis 5.40 Hhr.
Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 15. fünf Hhr Dorrn., 'Vollmond am 21. neun Hhr nachm., 3. Viertel am 28. sieben Hhr nachm.
Am 23. überschreitet der Sonnenmittelpunlt Den Himmelsgleicher, und zwar um 8 Hhr abends in südlicher Richtung. Damit beginnt der astronomische Herbst. Der Sternsreund bemerkt dies auch außer an der besonders schnellen Abnahme der Tageshelligkeit an dem Herüberwandern Der
Von Den Wandeisternen fällt vor allem Der Jupiter auf. Der im Vormonat in Opposition zur Sonne stand und daher noch rückläufig ist. In noch heller Abenddäinmerung wird er von den Sternen zuerst sichtbar, zu Beginn des Monats im Südosten, Dann mehr nach Süden und in größerer Höhe. Wer Gelegenheit hat, den Riesenplaneten mit seinen vier Monden auch nur durch ein kleines Fernrohr zu beobachten, versäume dies nicht. Auch unser Nachbarplanet Mars ist am Abendhimmel am Anfang des Monats von 9 Hhr an, gegen Ende bald nach
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Der die Stundenzahlen enthaltende Kreit und die diek punktierte Lime, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 4 Minuten weniger als 24 Stunden im Sinne des durch 12 Uhr mittags gezeichneten Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont bildet ein Fenster, das die um Mitternacht der Monatsrnilte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beo bach tungsstundegeht, wodurch dann die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht niitzudrehenden Horizont hineingedreht werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der Sternhimmel um *[s Stunde früher, für je 5 Toga nach der Monatsmitte um Stunde später einzustellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutele Lichtgestalt zeigt.
Sommersternbilder auf die westliche Himmels- hälfte, wo Arktur gegen Monatsende schon um 8.30 Hhr verschwindet, während im Osten die ersten Wintersternbllder Stier und Fuhrmann in den späten Abendstunden emporsteigen. Wegen der stets zeitiger eintretenden Dunkelheit, Die Das Verschwinden der Sternbilder im Westen etwas hinhält, sind die Aenderungen am Osthimmet ausfallender als Die am Westhimmel. Einen besonders prächtigen Anblick gewährt Die Milchstraße, Deren Gabelungspunkt beim Schwan nunmehr ganz in der Nähe Des Scheitelpunktes des Beobachters kommt. Von dort zieht sich die \V-förmige Kassiopeia nach Dem Perseus tm Osten.
7 Hhr sichtbar. Er steht vor der Opposition, und da die durch Die Bewegung Der an ihm vor- beilaufenDen Erde hervorgerufene „rückläufige" Bewegung bei diesem Planeten seiner Nähe wegen nicht lange anbauert, so bewegt er sich noch rechtläufig, aber schon ziemlich langsam auf die Plejaden zu, wobei seine Helligkeit noch immer anwächst. Recht unscheinbar diesen hellen Himmelslichtern gegenüber grüßt Der Saturn vom westlichen Llbendhimmel, wo er im SternbilD Der Wage in geringer Höhe über Dem Horizont zu finden ist. Am Anfang des Monats geht er um 9.30 Hhr, am Schluß bereits gegen 7.30 Hhr unter. Am Morgenhimmel erstrahlt Die Venus als Morgenstern. Äü ft ermann.
Nach gemachten Feststellungen geht die Strohmenge durchschnittlich weit über eine gute Ernte hinaus, mit der kleinen Einschränkung allerdings. das; wohl Die Weizcnäcker durch ihre starke Verunirautung nicht gairz diesem Ergebnis standhalten können. Die Hackfrüchte zeigen einen sehr günstigen Stand. Allenthalben verspricht man sich eine reiche Kartoffel- e r n t e. Als besonders einträgliche Sorte ist die in unserem Tale meist eingebaute Frühkartoffel Odenwälder blaue zu nennen, die, wie Dieser Tage ein Bauersmann mit Recht sagte, im kommenden Herbst allein schon die Keller füllen wird. An besonders feuchten Stellen einzelner Gemarkungen weisen die Knollen wohl einen geringen Prozentsatz Fäulnis auf, die größtenteils durch die überaus reichliche Feuchtigkeit im Vorsommer veranlaßt wurde.
f G r ü n b e r g, 30. August. Bei der jüngsten städtischen (9 r u m in e t g r a s n e r ft c i g e r u n g blieben die Preise gegen die Der Vorjahre bedeutend .uirürf, so daß die Stadtkasse mit einem gewissen Fehlbetrag zu rechnen hat. Die Gebote waren äußerst spärlich, was hauptsächlich auf den vorzüglichen Grasstand auf allen Grünländereien zurückzuführen ist. Bei der staatlichen Grasversteigerung konnte die gleiche allgemeine Zurückhaltung beobachtet werden.
ton. Weickartshain, 30. Aug. Die Gewerkschaft Louise lieh vor einiger Zeit im Wiesengrund nach Freienseen zu einige Arbeiten ausführen, die zu Der Hoffnung Anlaß gaben, die Gewerkschaft werde den Bergwerksbetrieb bald wieder eröffnen. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt, denn die Arbeiter wurden jetzt nach der Vollendung jener Arbeiten wieder entlassen. Wann das Hnternehmen wieder in Gang kommt, ist noch nicht abzusehen. — Dieser Tage wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde. Elisabeth O p p e r, im fast vollendeten 87. Lebensjahre beerdigt.
ri. AuS Der nördlichen We11erau, 30. Aug. In Den Dörfern brummen Die Dre s ch- maschinen unD gleichzeitig richtet sich Die Aufmerksamkeit schon auf das ©tu m m e t. Nach alter oberhessischer Bauernregel tritt um die Zeit des Bartholomäustages, der auf den 24. August fällt, Die Reife Des Grummetgrases ein. — Ein Hebel, das noch vor 2 Jahrzehnten in der Wetterau unbekannt war, aber gerade in diesem Jahr mit feinen vielen nassen Tagen sehr zugenommen hat, ist die S ch n a k e n p l a g e. Es wäre zu wünschen, daß von der Behörde allenthalben Schritte zur wirksamen Bekämpfung unternommen würden.
Kreis Friedberg.
o Friedberg, 30. Aug. Das Auftreten der Wildschweine ist nun auch im Winterst e i n g e b i e t zu einer großen Plage geworden. Die Schwarzkittel machen ihre Streifzüge bis ins Hasseihecker und Ober-Mörler Feld. Besonders helmgesucht wird Die Feldmark des nahen preußischen GrenzorteS Friedrichsthal, wo die Kartoffeläcker stark zerwühlt werden. Für die Bewohner dieses armen Gebirgsdörfchens ist das besonders hart. — Der nach den Plänen von
Prof. Helmke IGiehen) vom hiesigen Hochbauamt auf dem Gaulskopf am Winterstein wiederausgebaute Römer tu rm ist vollendet. Die im Jahre 1923 begonnenen- Bauarbeiten wurden in diesem Sommer ganz wesentlich gefördert. Der Turm ist ein wertvolles geschichtliches Denk- mal am Pfahlgraben, gleichzeitig aber auch ein sehr schöner Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick vor allem auf den Vogelsberg gewährt. Ein Deutschamerikaner, der wiederholt in Bad- Nauheim zur Kur weilte und besonderes Interesse für Altertümer zeigte, hat die Mittel 'zum Bau gestiftet. Der 16 Meter hohe Turm ist dreigeschossig und mißt im Grundriß 8 zu 8 Meter.
WSN. Friedberg, 30. Aug. Hier wurde der Bahnarbeiter H. f e st ge no mmen, weil er schon längere Zeit mit seiner 14jährigen Tochter verbotene Handlungen vorgenommen hatte. - Ferner konnte die Polizei einen aus Frankfurt a. M.-Rödelheim stammenden Dreher festnehmen, Den sie bei einem Fahrraddieb- st a h l auf frischer Tat erwischte.
2p Bad -Nauheim, 30. Aug. Die Stadtverordneten bewilligten in ihrer jüngsten Sitzung 9800 Mk. für die äußere Instandsetzung des Ämtsgerichtsgebäudes, nachdem ein Antrag auf nochmalige Vertagung und Prüfung Der Angelegenheit abgelehnt worden war. Für Die InstanDsehungsarbeiten von zwei städtischen Häusern wurden 600 bzw. 1250 Mk. bewilligt. Ferner wurde auf Vorschlag Des Finanzausschusses die Erhebung einer Wertzuw achs- steuer für Die Stadt Bad-Nauheim beschlossen und die im Steuertarif enthaltenen Steuersätze genehmigt. In Die Vergebungsbedin- g u n g e n für städtische Arbeiten wurde Der Satz ausgenommen. Daß bei Der Ausführung Der Arbeiten grundsätzlich nur hiesige Arbeiter zu verwenden sind. Auswärtige Facharbeiter kann Der Unternehmer nur Dann heranziehen, wenn solche hier nicht vorhanden sind.
pb. Butzbach, 30. Aug. In der jüngsten Stadtverordneten-Sitzung fragte zunächst Stadtverordneter Oppenheimer (Korn.) an, warum die für die nichtöffentliche Sitzung vorgesehenen Punkte — Personalangelegenheiten und Hnterschlagungen beim Elektrizitätswerk — nicht öffentlich verhandelt würden. Der Bürgermeister erwiderte. eS sei für den Gang Der gerichtlichen Untersuchung nicht förderlich, die Unterschlagungsfache öffentlich zu verhandeln. Was die Personalangelegenheiten anbelange, so seien diese stets in nichtöffentlicher Sitzung behandelt worden. Nach kurzer Beratung mit den Fraktionsführern wurde der von Oppenheimer gestellte Antrag abgelehnt. Hierauf wurde in die Beratung des von Der Ei genheiin- baugesellschaf t gestellten Antrags eingetreten, die gewährten Daudarlehen von 3 auf 4000 Mark zu erhöhen, weil sie sonst nicht in Der Lage fei, die Bauten Durchzuführen. Es sollen zunächst nur 5 Wohnungen erbaut werden. Nach kurzer Beratung beschloß die Versammlung, der Eigelcheimbaugesellschaft zur Erbauung von 5 Wohnungen Staatsbaudarlehen von je 4000 Mark --- 20 000 Mark zu bewilligen unter
Der Bedingung, daß Der Staut tm icmmenDen Jahre Darlehen in dieser Höhe überwiesen und die Rohbauten in diesem Jahre noch fertiggestellt werden. Der frühere Beschluß Der Versammlung über die Gewährung von 10 Baudarlehen wurde aufgehoben.
i) Wölfersheim, 30. Aug. In Der jüngsten Geineinderatssitzung wurde Die Heber- nahme Der Bürgschaft der Gemeinde für einen Zwischen kredit über 3000 Mk. als Beitrag zum Wohnungsbau des H. St. Delhier genehmigt. Diese Summe stellt ein Reichsdarlehen Dar, das Die Gesellschaft für Wohnungsbau in Hessen-Darmstadt durch Die Hessische Landesbank zu Darmstadt auf vorläufig 9 Monate zu 7,25 Prozent an Die Gemcindekas'e überweist, welch letztere es Dem betreffenden Bauherrn nach Bedarf auszahlt. Ist Der Betrag nach 1216lauf von 9 Monaten nicht zurückgezahlt was meistens der Fall fein wird —, 'O wird statt Der Dar- lehnssumme von 3000 Mk. zur Sicherung des Bürgen eine langfristige erste Htzpothek über Den Betrag von 3750 Mk. auf das Bauobjekt gemacht. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf das Defizit des Voranschlags Der evangelischen Landeskirche für 1924 u n d 1 9 2 5. Zur Deckung DesfeTbcrr-foll Die Gemeinde auf 7 Jahre einen alljährlichen Beitrag von 300 Mk. zur Tilgung der Hnterbilanz und zur Verzinsung der auf die Gemeinde ausgeschlagenen und zur Begleichung angeforborten Teilschuld entrichten. Mit Rücksicht Darauf, daß Die Gemeinde voriges und dieses Jahr schon ganz erhebliche Summen für Kirchen- und Orgelrepora- iur gezahlt hat, wurde Der Antrag mit allen gegen eine Stimme abgelehnt. Bei der Feld- bereiniaung Rockenberg ist zwecks Grenzregulierung zwischen Rockenberg und Wohn- bach, zu welch letzterer Gemarkung Der Wölfersheimer „Alte Wald" gehört, Termin auf Den 6. September zu Wölfersheim anberaumt. Zur Wahrung Der gemeindlichen Interessen wurden zur Teilnahme an Der VerhanDlung Drei Gemeinderäte bestimmt.
WSN. Nieder-Wöllstadt, 30. Aug. Amttich wird bekannt gegeben: Am 28. August nachmittags entgleiste auf Dem Bahnhof Nieder-Wöllstadt in einer Weiche Die Lokomotive eines ausfahrenden Personenzuges. Der Zug erhielt Dadurch 90 Minuten Verspätung. Personen- und Sachschaden ist nicht entstanden.
Kreis Büdingen.
△ Nidda, 30. Aug. Die hiesigen Baw> Handwerker haben noch reichliche Arbeitsgelegenheit. Ein großes städtisches Wohnhaus an Der Salzhäuser Straße geht im Rohbau seiner VollenDung entgegen. Nun ist in Der Nähe desselben, auf Dem gleichen Grundstück, Dem ehemaligen ©arten des verstorbenen Kommerzienrats Cloos, ein zweiter großer Neubau geplant, Der auch noch in diesem Herbste in Eingriff genommen werden soll. Zu Den bereits hier bestehenden Cafes sollten noch Drei weitere kommen. Der Stadtvorstand hat aber nur eins derselben am Marktplatz genehmigt. Die beiden anderen in Der Bahnhofstraße und am Kreu- zungsplah von Der Neuen Straße unD Schillerstraße wurden abgelehnt.
nd. N i d d a , 30. Aug. Gestern abend veranstaltete Gesangslehrer und Orgelvirtuose von der Au aus Maiirz in Der hiesigen Stadt- ki rche ein Orgelkonzert. Sämtliche Vorträge trugen rein religiösen Charakter. Es kamen Die Werke Der berühmtesten Meister kirchlicher Musik zum Vortrag, wie Bach, Händel, Liszt. MenDelSsohn-Bartholdy, Rheinberger, Reger und Callaerks. Der Künstler verstand es, nicht nur durch bewundernswerte Fertigkeit, sondern auch durch stimmungsvollen Vortrag auf Herz und Gemüt Der Besucher zu wirken. In Der Pause fang Der Künstler mit Gefühl ein passendes geistliches Lied. Die Orgelvorträge boten zusammen eine „kirchliche Andacht mit Predigt Der Orgel durch Die Meisterschule Der geistlichen Musik" und machten auf Die Zuhörer einen ergreifenden Eindruck. Diesen Gefühlen gab Pfarrer Laut in seinem Dank- und Schlußwort gebührenden Ausdruck. Leider war Der Besuch der Veranstaltung nur mäßig.
—Stockheim, 30. Aug. In der Nähe von Enzheim ereignete sich am Samstag nachmittag ein Hnglücksfall. Einem mit Mähen beschäftigten älteren LanDwirt gingen Die Kühe durch, Der Mann geriet unter Die Maschine und erlitt erhebliche Verletzungen. Hinzuellende Land- Leute brachten Die Tiere wieder zur Ruhe und verhüteten schlimmeres Hnheil.
Kreis Schotten.
ID. Schotte n, 30. Aug. Kaum neigt sich Die Fruchternte ihrem Ende entgegen ugp es beginnt stiller zu werden in Den Feldern, so regt sichs an allen Rainen: Brombeeren sind in großen QKcngcn herangereift unD warten Des Sammlers. .Und schon verbieten einzelne G e- m e i n D e n Das Brombeerpflücken in ihrer Feldmart, Flurschaden und Felddiebstähle fürchtend. Mag auch hie und Da etwas zertreten werden, Die geringfügigen Schäden rechtfertigen in einem Jahre wie Dem heurigen mit so geringer Obsternte nicht solche strengen Maßnahmen, zumal Felddiebstähle, eine Begleiterscheinung Der schlimmsten Nachkriegsjahre, nur noch äußerst selten vorkommen.
ID. Aus Dem Vogelsberg, 30. Aug. In diesem Jahre, Das fast keine Erträge Der ohnehin geringen Obstbaumzucht bringt, ist Das WilDobst um so besser geraten. Die Drombeerhecken rermögen ihre süße Last kaum zu tragen, alle Holundersträucher prangen mit blau- schwarzen Beeren, Die Haselnuß reift in großen Mengen, und die Hnzahl der Schlehen, das Einmachobst des Vogelsberges, bringt Die Schwarz- dornhecken fast zu Boden.
------ Ober-Seemen, 30. Aug. In der Nacht zum Samstag brach im neuen Sch ul- Hause auf ungeklärte Weise ein Brand ans. Dem Der Dach stu h l des Hauses und etwa 3 0 Meter Brennholz, die auf dem Speicher untergebracht waren, zum Opfer fielen. Es war ein Glück, daß Der untere Teil des Schul- Hauses aus Sandsteinen besteht, und das Feuer deshalb keine weitere Nahrung fand, wodurch die Löscharbeiten Der Ortsfeuerwehr erleichtert wurden. Am meisten gefährdet war Die unmittelbar angrenzende Lehrerwohnung. Man vermutet Kurzfchluß als Hrsache Des Brandes.
Kreis Alsfeld.
*!* Flensungen, 30. Aug. Bei Der Arbeit an Der Dreschmaschine stürzte ein r4jähriaer Landwirt vom Scheuergerüst und erlitt schwere Verletzungen am Kopf und an Den Rippen. — Die Arbeiten am Seenbach sind für ein paar Wochen eingestellt tonrßen. Das


