Der hessischen Jugend zum Neuen Jahre!
Bestimmungsort werden die Luftpostsen
dungen auf den gewöhnlichen Zustellgängen abge- rragen. Falls sofortige Zustellung ge-
etwa 14 Ta
wird, ist ein Zuschlag zu entrichten. Ein
I
im
erhalten zum Opfe-
tragen. Am
g^nd sind ihre Ideale kein Leckerbissen, sondern täglich Brot. Damit meine ich jenen vorwärtsdrängenden Gei st, der auch im
viel mehr, woher die Kinder eine Ahnung haben, wie es so in einem Kabarett, in einein richtigen, zugeht. Don mir nicht! Aber veileicht von deinem Bruder Emil! An Echtheit hat der Abend jedenfalls nichts zu wünschen übrig glasen."
„Uni) die gute Sparbüchse kann immerhin mit einem kleinen Bäuchlein ins neueIahr hinüber- gehen! Der-Zweck ist erreicht. Run wollen wir unS mal an die Bereitung des Silvesterpunsches machen! Und ihr, ihr Göhren — für euch ist doch schon längst Polizeistunde! Aber weil ihr es so nett gemacht habt, dürst ihr noch eine Stunde ausbleiben ukö einen extra großen Berliner Pfannkuchen mit uns verzehren! Das eine Iaht euch aber gesagt fein: »Alle Jahre wieder —- dürst ihr uns mit solch einer Komödie nicht kommen!"
Bogel, der immer seltener wird, bleibt und nicht einem „Schieber" fällt. Ein Läger schont ihn!
Kreis Friedberg.
„Wer will, der kann, Wür's Drechen wär's 'Biegen, Wer will, wird siegen!
Rur nicht bequem werden. Rur nicht verliegen!
Es ist kein Stillstand in der Zeit, aber die Jahreswende ist von alters her wie der Stern, auf den wir uns für einige Augenblicke verschnaufend sehen, um das Rückwärtige zu überprüfen und über das vor uns Liegende teils hoffend, teils bangend zu sinnieren. Ich kannte einen Menschen, der kaufte sich alljährlich um diese Zeit ein dickes Buch voller wunderbarer Weister Blätter, malte mit feinen Buchstaben den Titel „Tagebuch" auf die erst« Seite und schrieb am Silvesterabend ein packendes und ergreifendes Dorwort dazu. Es war packend in der Abrechnung mit dem alten und war ergreifend in der Fülle reinster und bester Dorsähe für das kommende Iahr. Allerdings, weiter brachte er keines von seinen Büchern, und die schönen Dorworte standen Iahr für Iahr vor leeren Blättern. Aber vielleicht ist er nicht der einzige, dem es so ging. Die guten Dorsätze sind wohlfeil um die Reujahrszeit.
Habt keine Angst, ihr jungen Menschen, ich will mich nicht in den Grohvaterstuhl sehen und euch mit Erfahrungen und Ermahnungen traktieren. Aus solcher Art wird kein vollwertiges Leben, das macht seine stärksten Erfahrungen selbst. Aber der Weg, den ich als Leiter der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Iugendpflege in Hessen seither mit euch gegangen bin, brachte mir so viel des Erfreulichen und Schönen, dah es für mich undenkbar wäre, diesmal in das neue Iahr einzutreten, ohne eurer und eures Strebens und eurer Arbeit rückblickend und ausfchauend zu gedenken.
älnd da muh ich nun zuerst sagen, daß ich die frohesten Stunden meiner Arbeit und meines Iahresweges da erlebte, wo sie mich mit Arbeit, Fest und Spiel der Iugendverbände zusammen- sührten. Das ist nicht verwunderlich. Ich habe Stürme und Kämpfe gesehen, ich habe Auseinandersetzungen und hitzigen Geistesfehden bei» gewohnt, ich habe laute und stille Freude mit» erleben dürfen, mag es gewesen sein, was es will, mag es auch gewesen fein, wo es will: bei der Wanderjugend, bei den Singegemeinden der Iugend. bei der Iugend der Religiösen, der turnerischen, der sportlichen Derbände, bei der Arbeiterjugend, bei den Bünden der Iugend- betoegung und des Deutschen Iugendrings. bei der Kaufmannsjugend, bei der Gewerkschaftsjugend. oder gleichwo sonst, überall war es der frohe Ernst, war es die ernste Freude, war es die Sehnsucht nach Dorwärts und Aufwärts des einzelnen und der Gesamtheit, die aus den Hellen Augen leuchteten und dem Werk den Stempel des Echten und Guten gaben. Ein Stempel, der leider dem Werk der Erwachsenen nicht selten fehlt. Aber auch das ist begreiflich. Cs ist ja leicht, so lange wir jung sind, stürmisch das Gute zu wollen, voll Eifer und begünstigt von ungebrochener und ungehemmter Kraft, die Verwirklichung der einmal erkannten und aufwärts führenden Ideen anzustreben, aber weit schwerer ist es schon, sich diesen Geist zu bewahren und ihn ins Mannes- und Frauenalter mit hinüber zu retten. Das soll wahrlich feine Entschuldigung für die „Altgewordenen" fein. Für das „Altwerden" in diesem Sinne, für dieses Stehenbleiben unb Rückwärtsgehen gibt es keine Entschuldigung, aber wir müssen als junge Menschen schon diese Gefahr erkennen, um ihr rechtzeitig und mit aller Entschiedenheit bei uns selbst begegnen zu können. Wie oft geschieht einem dies: Ein junger Mensch steht vor einem, er ist erfüllt von seinem guten und starken Wollen, ein Apostel der Ideen seines Iugendkreises, man schüttelt ihm, fast neidisch auf so viel gesunde Kraft, als Freund und Mitstreiter die Hand, man freut sich dieses urwüchsig frischen Gefchlechtes, aber wenn man wieder allein ist, denkt man schmerzvoll fo vieler ehrlicher Eiferer aus der eigenen Jugendzeit, die nun längst „alt" geworden sind und über uns Iunge lächeln. Man wehrt sich, man will es nicht wahr haben, will es abschütteln, aber man kennt auch die Gefahren, denen jeder junge Mensch auf diesem Wege b?gegnet. Iugendlicher Geist drängt immer vorwärts, weil er sich nicht genügen läßt an sattem Behagen des Erreichten, denn der Iu-
Dolkes und Daterlandes.
Sommert nicht, daß die Zeit fo hart! Zeit ist elfemes Wollen und Wagen. Ist ein gläubiges Brückenschlägen Aus umdüsterter Gegenwart Zu lichten und schöneren Tagen.
Hilst kein Klagen und hilft kein Flehen. Trotzt und beißt die Zähne zusammen, Helft die Pfeiler ins Strombett rammen, Brückcnjoch laßt auf Ioch erstehen, Daß wir über die Fluten gehen!
In diesem Sinne reiche ich euch allen
kosten: 1. gewöhnliche Gebühr, 2. Luftpostzuschlag, 3. Eilbotenzuschlag (Inland 0,30, Ausland 0,60 Mk. Die Luftpostzuschlaggebühren für Briefe, Päckchen und Pakete sind:
a) nach dem Inlands, sowie nach der Freien Stadt Danzig, Litauen einschließlich Memelgebiet und Oesterreich für Postkarten 0,10 Mk., für andere Briefsendungen (einschl. Päckchen) bis 20 Gramm 0,10 Mk., über 20 bis 50 Gramm 0,20 Mk., über 50 bis 100 Gramm 0,40 Mk., über 100 bis 250 Gramm 1 Mk., über 250 bis 500 Gramm 1,50 Mk., über 500 Gramm bis 1 Kilo 3 Mk., über 1 Kilo bis 11 Kilo 4,50 Mk., über 11 bis 2 Kilo 6 Mk., für Pakete bis 1 Kilo 2 Mk., darüber für jedes angefangene 1 Kilo 0,60 Mk.;
b) nach dem Auslands für Postkarten 0,20 Mk., für andere Briefsendungen für je 20 Gramm 0,20 Mark, für Pakete (soweit nicht andere, besonders veröffentlichte Sätze gelten) bis 1 Kilo 3 Mk., bar» über für jedes angefangene 1 Kilo 0,80 Mk.
Die Gewichtsgrenze für Briefe bzw. Päckchen, dis mit Luftpost befördert werden können, beträgt demnach 2 Kilo. Die Gewichtsgrenze für Luftpostpakete ist bei Inlandsendungen 20 Kilo, bei Aus- landsendungen 10 Kilo. Sendungen, die diese Gewichte überschreiten, können nicht durch Luftpost befördert, sondern müssen bei der Luftverkehrsgesellschaft als Luftfracht aufgeliefert werden.
Die erste Luftpost Verbindung wurde, wie in diesem Zusammenhang mitgeteilt sein mag, am 5. Februar 1919 mit der Tagung der Nationalversammlung auf der Strecke Berlin—Leipzig— Weimar eröffnet. .
± Butzbach, 29. Dez. Die vor________
gen in Betrieb genommenen Auto-Strecke.
wünscht , Eilbotenluftpostbrief würde folgende Gebühren
Das Silvester-Kabarett.
Don Sophus Flöte.
Cs hatte für bi« gesamt« Familie Mütter «nicht im Iahresprograrnm gestanden und es wäre auch gewiß nicht in ® cf (Meinung getreten, wenn nicht Frau Müller ausgerechnet am ersten Weihnachtstag auch noch ihren Geburtstag hätte und ihre beiden hoffnungsvollen Töchterchen Doris und Lisa nicht noch am Rachmittag des 24. Dezembers mit dem Anliegen an Papa Müller herangetveten wären: bitte drei Mark aus der Kindersparbüchse herauszurücken, und zwar für ein Alpenveilchen für Mama Mütter. Der Dater sträubte sich zunächst weidlich ob solchen Begehrens, konnte aber seine Ansicht nicht durchsetzen, daß die Sparkasse anläßlich der Festtage schon genügend geplündert fei, und rückte schließlich die verlangte Summ« heraus, den Kindern nicht die Freude des Schenkens zu verderben, und auf die ausdrückliche Zusicherung hin, dah die lieben Heinen Plünderer den Schaden «noch mit Ablauf des Jahres wieder wettmachen würden.
So war denn Weihnachten für dir Familie Müller in jeder Beziehung ein harmonisches Fest. Was aber ein gewisses „Wettmachen" anbetraf, so ließ sich bis zum Silvesterabend nichts davon verlauten. Zusicherungen, sozusagen als Der- sprechen gegeben, müßen unbedingt erfüllt werden - sagte sich Dater Müller schon aus erzieherischen Gründen, und nahm sich vor, die Angelegenheit noch vor Ablauf des alten Iahres mit seinen hoffnungsvollen Zwillingen zur Sprache zu bringen. Die aber kamen ihm zuvor, indem sie Dater und Mutter höchst feierlich zum Silvester-Kabarett einluden.
„Ihr müßt aber in Abendtoilette kommen, Dater im schwarzen Rock und Muttchen in dem neuen Brokatene,,! Unb ihr müht ganz richtig den Hut aussetzen und di« Mäntel umtun. wie toenn ihr irgendwelche fremden Leute wäret — sonst machts nur halb fo viel Späh!" Das wurde den guten Eltern immer Wieder eingeschärft, nachdrni sie lachend di« Einladung ober Auf- fqrberung angenommen hatten.
erfreuen sich fortgesetzt stärksten Zuspruchs, s daß selbst der große Kraftwagen fast stets über füllt ist und manchmal mehr als 53 Personen also übernormale Belastung — aufweist, ©an« besonders sind es die preußischen Orte, die die neu eingerichtete Verkehrslinie sehr ftarl benutzen; gerade diese Gemeinden haben besonderes Interesse daran, eine angenehme Derk-,' öung nach hier aufrecht zu erhalten, denn au<6 früher schon tätigten ole Bewohner dieser Orte ihre Gesamteinläufe am hiesigen Platze. In der gleichen Weise stark beansprucht wird auch die Fahrstrecke nach Ziegenberg im Ufatale, die dort bequemen Anschluß an die Kraftpersonen- Post Bad-Rauheim — ttsingen ermöglicht und aui der öfters der große Kraftwagen meh- reremals hintereinander eipgefeht werden mußte. Die gleiche volle Besetzung weisen die Wagen von hier nach Holzheim und zurück, s-toie die seitherigen Stich- uni) Probefahrten nach Rieder-Weisel auf. Cs hat sich daher als Rotwendigkeit herausgestel t, einen zweiten großen Wagen so rsach als möglich zu bekommen, damit der Derkehrsandrang bewältigt werden kann. Der Autobetrieb wird, von der Firma Freitag-Butzbach in Verbindung mit den Daimler-Benz-Werken geführt. Letztere haben den ersten, schönen 22sitz g.n Kraftwagen auf die Dauer von drei Monaten zur Verfügung gestellt. Ein großer Teil der an den Verkehrslinien interessierten Gemeinden hat sich zur 3ddj» nung eines Garantiefonds bereit erklärt, ebenso die hiesig< Geschäftswelt und Industrie. Geplant ist, die Linie nach Brandoberndors
Mannes- und Frauenalter noch etwas anderes will als Bequemlichkeit, Herkömmlichkeit und Denkfaulheit, der imstande ist, von seinem „hohen" Piedestal herunterzusteigen und dem Herzschlag der Iugend zu lauschen, dem die eigenen Ansichten und Anschaurmgen nie zu „fest" und zu „gut" sind, um nicht von dem ernsten Streben und Wollen der Iungen korrigiert werden zu können, der allezeit bereit ist, für das Gute, zu kämpfen und der bestrebt ist, Das Gut« noch besser zu gestalten. Wer diesen Geist verliert, der ist verloren für das große Werk seines Volkes, feiner Ration, feiner Kirche, für daS Vorwärts- und Aufwärtsstreben der Menschheit. Denket daran, ihr Iugendlichen aller Verbände. daß euer vorwärts stürmender Geist eine hohe Gnade ist unb ringet darum mit allenWiderfachern in euch und um euch, daß ihr diese Gnade nicht verliert! Unb wie dies mein Reujahrswunsch für jeden einzelnen auS euren Reihen ist, so möchte ich euch auch zu- rufen: Lasset diesen Wunsch euren eigenen werden, kämpfet um euer Iungsein unb gebet diesem Wunsch in euren Vorsätzen für das neue Iahr die Kraft eines Gebetes.
Roch eines: Erlahmet nicht in eurer Arbeit! Richt so sehr sage ich das wegen dieses ober jenes Zieles, das ihr für euch anstrebt, bas muß und wirb euch — wie ich eure Arbeit tm einzelnen kenne — nicht aus den Augen verloren gehen. Ich denke jetzt und hier vor allem an die Auswirkung eures Gesamtstrebens unb eurer Gesamtarbeit auf die Gestaltung eines gesunden unb kraftvollen Volkslebens. Sei eure Arbeit mehr auf bas Geistige unb Seelische oder mehr auf bas Körperliche gerichtet, sie ist unb bleibt bas stärkste Gegengewicht gegen die für das Volksleben so verderblichen Erscheinungen unserer Zeit, die Verflachung, bi« Sensations- unb Genußsucht, ben Kitsch unb Schmutz geschäftlicher Großstadtkreife, bie Blasiertheit und Großmannssucht einer irre geleiteten ober schlecht geleiteten mobemen Iugend. Cure Arbeit ist bas Gesunde unb Echte, das, was Werte hat und Werte schafft, unb deshalb seid ihr als Mensch, als Bürger eures Staates, als Angehörige eurer Kirche unb als Glieder bes großen Lebensbaumes eures Volkes verpflichtet, diese eure Arbeit — mögen mitunter bie Widerstände fo groß fein, wie sie wollen — weiterzuführen unb auszubauen. Deshalb der Ruf an euch, in biefet großen Arbeit nicht zu erlahmen: sie bedeutet Richtung unb Weg, sie bedeutet Ehrlichkeit unb Gesundung, sie bedeutet Aufstieg unb kraftvolleDvlksentwick- lung. Daß ihre Wiberstänbe sich verringern, unb bah ihr noch schönere Erfolge beschieden fein mögen, baß ist mein zweiter Reujahrswunsch an euch, ihr jungen Menschen unserer hessischen Iugenbverbänbe. Ich banke euch unb euren Führern herzlich für bas große Maß von Der- traiten. bas ihr im abgelaufenen Iahre bet Zentralstelle zur Förberung der Volksbildung unb Jugendpflege in Hessen entgegengebracht habt. Wir wollen auch im neuen Jahr nach allen Kräften zusammentoirken, damit unsere gemeinsame Arbeit sich noch inniger verschmelze im Dienste für bie geistige, seelische unb körperliche Wohlfahrt unb innere Erneuerung unseres
Deutsche Luftpost.
Der deutsche Luftpostverkehr hat sich in den wenigen Jahren seines Bestehens ausgezeichnet entwickelt. Während im Jahre 1922 insgesamt 32 000 Kilo, 1923 nur 5000 und 1924 rund 22 000 Kilo Postsachen auf dem Luftwea befördert wurden, stellte sich das Ergebnis von Anfang April bis 15. Oktober 1926 auf 171 117 Kilogramm. Das Borjahr (1925) zeigt zwar mit 287 000 Kilo eine größere Ziffer, jedoch mutz dabei die Tatsache berücksichtigt werden, daß im Borjahr ein großer Teil der Luftpostsendungen in den von verschiedenen Verlagsanstalten 511m Versand gebrachten Zeitungen bestand, während in diesem Jahr mehrere dieser Zeitungsverlage eigene Flugzeuge benutzen.
Jedenfalls darf man damit rechnen, daß der Luftpostoerkehr sich beim Publikum noch mehr einbürgern wird, sobald durch die Einführung eines regelmäßigen Nachtflugbetriebes eine sofortig« Beförderung der abends ausgelieferten Postsendungen gewährleistet ist. Ein Beispiel dafür ist die einzige, während des Sommers betriebene Nachtslugstrecke Berlin—Danzig—Königsberg mit Anschluß nach Moskau, die in bezug auf bie Post- beförderung das beste Resultat aufweist.
Offenbar liegt der Grund, daß die Luftpost noch nicht von weiteren Kreisen in Anspruch genommenen wird, darin, daß man über die Art vieler Beförderung noch nicht hinreichend unterrichtet ist.
Der derzeitige Stand des L u f t p 0 st wese ns in Deutschland ist folgender:
Die A u f l i e f e r u n gv 0 n Luftpost-Sen- dun g e n kann bei allen Postanstalten erfolgen. Gewöhnliche Luftpostbriessendungen können auch durch B r i e f k ä st e n aufgeliefert werden. Bestehen an Orten, die an den Lustpostverkehr angeschlvssen sind, mehrere Pvstanstalten, so empfiehlt es sich, die Sendungen bei der Postanstalt (Luftpostanstalt) aufzuliefern, die den Luftpostdienst für den ganzen Ort vermittelt. Don der Postanstalt werden die Sendungen zum Flughafen befördert. Postanstalten in Orten ohne Luftpostverbindungen führen die bei ihnen aufgelieferten Luftpostsendungen mit den schnellsten Befürderungsgelegenheiten dein g ü n = stigst gelegenen Flughafen zu. Sendun gen, die nach "einem über den Endflughafen der zuständigen Strecke hinausgelegenen Ort bestimmt sind, werden gleichfalls mit den schnellsten B e - förderungsgelegenheiten rocitergcleitet. Um die Luftpostsendungen zur Unterscheidung uon anderen Sendungen besser zu kennzeichnen, empfiehlt es sich, sie durch Luftpo st brief marken freizumachen. Außerdem müssen alle Luftpostsendungen die deutliche Angabe „mit L u f t p 0 st"
„Wenn bie Herrschaften hier ablegen möchten —", sagte Doris ganz tierisch ernst auf dem Korridor vor ber Tür des geheimnisvoll ver- schlosfenen Kinberzimmers. „Pro Person breißig Pfennig, toenn ich bitten darf."
Daler staunte über solch: Geschäftstüchtigkeit, aber auch darüber, wie entzückend ber Kleinen das Servierhäubchen des Zimmermädchens Abele stanb. Hier hieß es Würbe bewahren.
Als sich die Tür zum Kinderzimmer öffnete, sah ba Lisa auf dem herangerückten Kinderpult als Kassiererin und sagte schlicht: „Zwei Eintrittskarten — macht eine Mark und fünfzig Pfennig."
Dater hatte wieder zu zücken unb zu blechen, um bann mit Mutter auf den beiden, nach vorne gerückten Stühlen Platz zu nehmen. Er war aber mit solcherlei B.schästigung noch nicht ganz fertig geworben, als auch Doris schon durch die Tür des Eßzimmers bercintrat mit einem selbstgeschriebenen, will heißen: ziemlich verklebten Zettel: „Programm gefällig? Di« Herrschaften nehmen wohl nur ein Programm zusammen?"' .ilnb ihr Blick glitt ebenso leicht ironisch über die Erscheinung des gewiß etwas geizigen Kavaliers hinweg, wie es dito anzüglich in ihrer ganz spitz gestellten Frag« gezittert hatte. „Dier- zig $fe>inig, wenn ich bitten darf. Danke auch vielmals."
Inzwischen mußte sich Lisa heimlich von ihrem Kinbervult losgelöst haben, denn auch sie trat jetzt durch bie Tür aus dem Sfaimmer, unb zwar jetzt nicht weniger entzückend mit dem Servierhäubchen des Zimmermädchens angetan unb ein Tablett in ben Händen: „Schokolade — Zigaretten gefällig?“
Das war beim boch etwas stark! Hatte bas Mäbel einfach ben Weihnachtstisch ber Eltern heimlich geplündert!
„Kaufen Sie Ihrer Dame nicht eine Tafel Schokolade, mein Herr?" fragte sie spöttisch. „Sechzig Pfennig bitte für die Schokolade unb vier Zigaretten zu fünf — macht zusammen achtzig Pfennig — nein, bas Trinkgelb nicht miteinbegriffen?" Dater zuckte, aber zückte,
Bun war Dons auf irgendein imaginäres Podium getreten unb begrüßte als Ansagerin
Die dickste Eiche.
Da man in Amerika stets mit Superlativen arbeitet, so ist es nicht verwunderlich, baß die Bürger von Los Angeles sich rühmen, den dicksten Elchenbaum der Welt zu haben Dieser Baum hat einen Stamm von 37 Fuß 4 Zoll Umfang. Aber es scheint, als ob es in der 2T[ten Well sehr viel dicker« Cichenbäume gibt Wenigstens behauptet ein englischer Forsts ach verständiger, daß zahlreiche britische Eichen einen größeren Ilmfang haben. Berühmt war in früheren Zeiten die Damory-Eiche in der Rahe von Dlanbsorb, bk am Boden nicht weniger als 63 Fuß dick war: sie muß ihre Blüte bereits in der Zeit des Einfalls der (Horm an neu erreicht haben unb hatte in den Tagen Oliver Cromwells bereits eine Höhlung von 15 Fuß Breite und 17 Fuß Höhe, so baß eine Di erhall« darin eingerichtet wurde. Die Glyn Cetriog-Siche in der Nähe von Chirk Castle maß an Dicke des Stammes 51 Fuß, unb eine ander« berühmte Eiche, die in~ ber Um* aegenb von London stand, war 48 Fuß 6 Zoll dick. In dem Park des Herzogs von PortlmH zu Weibeck Abbey standen einige der dicksten Eichen Englands, von denen eine einen Umfang von 38 Fuß, die andere 34 Fuß Umfang hatte Solcher Rieseneichen mag es noch manch? hi England geben.
lächelnd bie Gäste, bie, toenn sie auch nicht allzu zahlreich erschienen seien, doch einen entschieden „prominenten" Eindruck machten: auch hier komme es weniger auf die Quantität, als auf bie Qualität an — was Dater aber hinsichtlich eines solchen „Repps", von dem er leise etwas in den Bart murmelte, nicht wahr haben wollte, tooiür er einen verächtlich strafenden Blick seines Töchterleins einzustecken hatte. „Cs scheinen einige Herrschaften aus ber Provinz hier anwesend zu fein . . . .", hatte er auch schon sein Fett fettens ber entfdjieben nicht auf ben Mund gefallenen Ansagerin toejr „älnb nun wirb uns bie bcEamite Diseuse Lisa Müller aus Paris m't einigen Dichtungen aufwarten. Ich bitte um Ihre sehr geschätzte Aufmerksamkeit!"
Dah sich diese Dichtungen als nichts anderes denn das eben mit Ach unb Krach auswendig gelernte Weihnachtsgedicht von Hey heraus» stellte: „Alle Iahre wieder kommt das Christus- kind", beruhte wohl nur auf einem Hörfehler der nicht ganz wohlmeinenden Eltern.
Kaum war bie letzte von ben sechs Gedicht- zetten verklungen: „Daß cs treu mich leite an ber lieben Hanb", kaum war ber mäßig bewegte Beifall verebbt — was bie junge Dichterin neckisch zu ber Publikums-Apostrophierung veranlaßte: „Sttmmung, meine Herrschaften, Stimmung!" ba erschien auch schon Doris wieber aus dem Eßzimmer mit ein paar armseligen verwelkten, ob= geschnittenen Alpenveilchen in ber Hand: „Rosen aus bem Süden, mein Herr — kaufen Sie boch Ihrer Dame! Das Stück nur fünfzig Pfennig — um im allen Iahr zu räumen!"
Dem Dater warb bereits etwas schwül. Jaja, so ein Kabarett, besonders am Silvesterabend — ba mußte man sich schon rupfen lassen! Aber all seine weiteren Befürchtungen wurden durch Lisas Stimme sanft beseitiat: „Die Polizeistunde ist leider so unhöflich, unser reichhaltiges Programm jäh abzuschneiden! Aus Wiedersehen. meine verehrten Herrschaften!"
„Alle Jahre wieder?", seufzte der arg mtt- genomm.ne Dater. „Don wem haben bloß die Mädels solches Repp-T ilent ?"
..Ra — etwa von mir?", fuhr da die lachende Mutter dazwischen. „Das eine interessiert mich
Oberhessen.
Landkreis Gictzen.
ri. Lich, 29. Dez. Am ersten Weihnachtstage starb in Sülzhayn im Harz, wie die im „Gießener Anzeiger" erschienene Todesanzeige bereits gemeldet hat, nach langem Leiden in noch jungen Jahren unser früherer langjähriger Stiftspfarrer Rudolf Freytag. Er kam seinerzeit als junger Pfarramtskandidat als Hauslehrer und Erzieher des später im Kriege gefallenen Erbprinzen Philipp von Solms-Hohenfolms-Lich in das hiesige.fürstliche Schloß. Im Frühjahr 1907 wurde er dem Stists- pfarrer D. Weber, der durch einen Schlaganfall an der ferneren Ausübung seines Dienstes oerhin- dert war, als Pfarrassistent beigegeben. In dieser Eigenschaft war er auch nach dem Tode Pfarrer Webers tätig unb wurde im Sommer 1910 definitiv zum zweiten Stiftspfarrer in Lich unb Pfarrer in Nieber-Befsingen ernannt. Währenb bes Krieges, im Herbst 1916, verließ er Lich unb nahm eine Pfaerstelle in Groß-Wanzau in ber Altmark an. Seit einigen Jahren war er in ber Heimat seiner Frau in Schweben im Schulbienst. Jedoch war diese Tätigkeit nicht von langer Dauer, da sich bald die Spuren des heimtückischen Leidens zeigten, das ihn zu einem frühen Tod gebracht hat. Er hat nur ein Alter von 49 Jahren erreicht. Die Gemeinden Lich unb Nieder- Bessingen bewahren ihrem langjährigen Seelsorger, ber wegen seines liebenswürdigen Wesens allseitig beliebt war, ein dankbares Gedächtnis.
V Watzenborn. Steinbe-rg^ 29. Dez. Am heiligen Abend wurde in Garbenteich unter Leitung von Lehrer W e i f e l ein Krippenspiel aufgeführt, das einen liefen Eindruck hinterließ. Auch die gesanglichen Leistungen des Kirchenge sangvereins unb bes Schülerchores beim Heiligabendgottesdienst in Watzenborn-Stein, berg stanben auf beachtenswerter Höhe.
y. Ruttershausen, 29. Dez. Eine ber schönsten Eisbahnen in ber ganzen Umgegend ist bie hier gelegene sogen. „Alte Lahn". Da sie ein stillstehendes Gewässer ist, friert sie sehr schnell zu unb zeigt eine spiegelglatte Fläche, bie ben „künstlichen" Eisbahnen nicht nachsteht. Dazu ist sie einen Kilometer lang, gegen Osten völlig geschützt unb außerordentlich idyllisch gelegen. So war sie auch an den vergangenen Festtagen von einer großen Menge belebt, die sich fleißig dem gesunden Schlittschuhlaufen hingab.
FI Queckborn, 29. Dez. In tiefen Tagen zeigte sich hier an der „Aeschersbach" ein stattlicher Reiher. Wre man hört, hat sich ein solcher auch an ter Wetter bei Ober-Bessin- gen gezeigt. Cs ist zu wünschen, daß der schone
Geiste in Treue die Hand und bin mit herzlichen Reujahrswünschen
Euer
Heinrich Hassinger, Schulrat, Leiter der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung undIugendpflege in Hessen.
Darmstadt, Ende Dezember 1926.
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G Üaubad), Hiesige öisvere bti Mmöbergs, Am Reihen bunt mit -Mischer T lange und 60 n Diehl bot ttti ebenso sand eisr - Auch in diese kinderschule bescherung. Der sangverein ! im „öoünler Hos lvsung, der G e s solche mit Thea ab. - In dies.
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