, yietzener Wochenmarktpreise.
SS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Dutter 140 biS 150, Matte 35 bis 40, Wirsing 8 biS 10, Weißkraut 5 bis 3, Rotkraut 10 bis 12. gelb« Rüben 10, rote Rüben 10. Spinat 25 bis 30. älnter-Kohlrabi 8. Grünkohl 20, Rosenkohl 45 biS 50. Feldsalat 80 bis 140, Tomaten 50 bis 100, Zwiebeln 10. Meerrettich 38 biS 80, Schwarz- wurzeln 45 bis 50, Kartoffeln 6, Aepsel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 15. Dörrobst 30, Honig 30. Russe 60 biS 90. junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110. Gänse 90 bis 110 Pf. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 150 Df.: Tauben 50 bis 70, Sier 17 biS 20. Dlumenkohl 80 bis 150, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15. Sellerie 20 bis 40 Pf. da- Stück.
Bornotizen.
— TageSkalender für Donnerstag Stadttheater'. 3.30 Uhr nachm. Märchenspiel „ ,irau Holle" (Ende 5 45 Uhr). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Junges Dlut". — Astoria-Licht- sp eie „Maciste aus der Hochzeitsreise".
AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: GS sei auch an dieser Stelle darauf hinaewiefen, dah die Aufführung her Suppeschen Operette .Bocc accio" am n orgigen Silvesterabend bereit- um 6.30 Uhr beginnt, so dah mit Ende der Vorstellung gegen 9.30 Uhr zu rechnen ist.
e
" Personalien. Durch Entschliehung des Hessischen Justizministerium- wurden zu Mit- Sliedern des Disziplinarhofes für Rotare für die ehre 1927. 1928 und 1929 auS Giehen ernannt : Justizrat Dr. Ernst Rosenberg zum Mitglied, Rotar Dr. Kurt S p v h r zum Stellvertreter. zu Mitgliedern der- Disziplinarkammer für die Rotare der Provinz Oberhessen für die Jahre 1927. 1928. 1929 die Rotare Justizrat Hermann K a h in Giehen und Theodor Beil- st e i n in Grünberg, zu Stellvertretern die Rotare Arthur Stahl in Dad-Rauheim und Otto 3 öd11 in Friedberg. — In den dauernden Ruhestand verseht wurde auf Grund des Alters- Sirenzegesehes der Lehrer im einstweiligen Ruhe- tand Philipp Köhler zu Wohnbach (Kreis Friedberg). mit Wirkung vom 1. Januar 1927 ab.
•• Wiederherstellung», und (E r • neuerungsarb eiten in den städtifchen Anlagen find gegenwärtig im Gange und geben einer Reihe von Erwerbslosen unserer Stadt für einige Zeit lohnende Beschäftigung. Dor allem wer- den die weiten Grasflächen umgegraben und neu eingesät, damit der grüne Teppich unserer Einlagen vom nächsten Jahre ab sich wieder in schönster Weise präsentieren kann. Ferner werden Bäume und Sträucher beschnitten, schadhafte Umzäunungen repariert, die Wege in Ordnung gebracht, und ahn- ltche Derbesserungen mehr. Man kann diese Be- mühungen der Stadtverwaltung zur Verschönerung des Stadtbildes mir begrüßen, muß aber von der Bevölkerung auch erwarten, daß sie dies« Arbeit in der rechten Weise würdigt und die Anlagen pfleg, lich behandelt unb beschützt.
' Racheichu'ng der Maße und Wichte. Die in zweijähriger Wiederkehr gesetzlich vorgcschriebene Racheichung der im eichpflich- tigcn Derkchr befindlichen Meßgeräte (das sind Längen- und FlüssigkeitSmaße. Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, Hohlmaße, Gewichte und trans- p r'.able Handelswagen bis ausschließlich 3000 Kilogramm) soll in der Stadt Gießen im Januar wie folgt durchgeführt werden: Dom 3. bis 8. Januar: Marklslraße, Rittergajse. Reustadt, Plodstraßc, Teufelslustgärtchen, Johannesstraße und Diezstrahe. Dom 10. biS 15. Januar: Mark.platz, MäuSburg. Lindenplah, Kirchenplah, S^ulftraße, Schloßgajie, Kaplaneigasse, Wagen- gasse. Wetlcrgasse, Kirchstraße, Durggraben, Aus der Dach, Dreihäusergasse. Dom 17. b t S 2 2. Januar. Marktstraße, Rittergasse, Reustadt. Löbershos. Mühlstraße. Kleine Mühlgasse, Korn- btumengasfe, Westanlag«, Rordaniage, Oswalds- garten, Hammstraße, Lahnstraße. Rodheimer Straße Krcfdorfer Straße. Schützenstrahe. Hardt. Weitere Eichungen finden im Februar und März statt. Rähere Auskunft erteilt das Eichamt.
** Ehrung vorbildlicher Tierfreunde. Am ersten Wcihnachtsfeiertag veranstaltete der Gießener Tierschuhverein im Kauf- männischen DereinshauS die alljährliche Auszeichnung von Männern, die sich um den Tierschutz im Jahre 1926 besondere Derdienste er worben haben. Rach einer Ansprache des Dor- standSmitgliedcS des Tierschuhvereins. Bäcker- vbermcisterS Wilhelm Lober, wurden drei Diplome und 15 Prämien als äußeres Zeichen der Anerkennung des TierschuhvereinS von dem 2. Vorsitzenden. Lohnkutschereibesiher Ludwig HaaS. verteilt. Die Diplome erhielten die Fuhrleute Karl D i t t m a r und Andreas Krug, sowie der Oberweikmeister Philipp Meininger, die beiden erstgenannten für langjährige vorbildliche Fuhrmannstätigkelt, der letztere in Würdigung seiner Erfindung, Prämien im Betrage von je 5 Mark erhielten: Amtsgehilse Karl Decker. Mehgermeister Karl Euler, sowie die Fuhrleute Hans C o r n u s , Wilhelm Decher, Heinrich Dietz. Ludwig Euler, Adam Heß, Friedrich Maus. Franz M o n - jon. Karl Müller. KorneliuS Müller. Friedrich Ratbcs. Otto Roth, Karl schwing und Aloys Steffens. Der Wille, auch künftig den treuen Gefährten und Gehilfen des Menschen ein warmherziger Beschützer und Pfleger zu sein, wird bei den ausgezeichneten > 'nen immer lebendig bleiben. Möge er anderen Mitbürgern Vorbild sein und zur Rach- eiferura anspornen!
*' Oberhessischer Kun st verein. ES sei nochmals aus die Anzeige im „Gießener Anzeiger" vom 27. Selber betr. Lotterie Künstlerhilfe hingewiesen. Die Gewinner, welche ihre Gewinne durch Vermittelung des K-nstvereins zu beziehen wünschen, mögen ihre Rumn.-rn bis spätestens 3. Januar 1927 dem Dreine schriftlich anmelden. Da die Gewinne aus der I a h r e s - D e r l o s u n g für die Mit - •Jr:cbcr des Vereins noch nicht alle abgeholt sind, so bleibt die derzeittge Ausstellung noch, njlb Sonntag, 2. Januar 1927, von 11—I Uhr, geöffnet. Am 16. Januar folgt eine neue Aus- stellung, in welcher insbesondere Werke e l - sässischer Künstler zu Schau kommen.
DER. Reue Fünfmark st ücke. Mit Ablauf dieses Jahres wird bekanntlich eine Serie von Renten-Fünfmarlscheinen ungültig. Zum Ersatz sollen neue Fünfmarkscheine herausgegeben werden, jedoch ist auch die Prägung von 3- und 5-MarkHückerl geplant. Eine Ausprägung von Fünsmarkstücken ist bisher nur in der Form der hflcnanntcn Rhein-Fünfmarkstücke erfolgt. Die äußere Form der neuen Münzen wird sich nach
dem Ergebnis d«S kürzlich veranstalteten Wett» I bewerbe- gestalten. Die Entscheidung liegt beim Reichsfinan^minifterium.
„ "* 9 m 3 a f) r e 1 9 2 7 lallen di« beweglichen Teste wie folgt: eeptuagefimä 13. Februar: Fast- nadjt 1 Marz: Aschermittwoch 2. März: Osterfonn-
^bnfti Himmelfahrt 26. Mai: Pslngstfonntag 5. Juni: Trinitatissonntag 12. Juni Fronleichnam 16. Juni: 1. Advent 27. November. Im Jahre 1927 ereignen sich drei Sonnen- und zwei Mondfinsternsse. Die erste Sonnenfinftemis tft nngiormig; sie fällt auf den 3. Januar und ist «".UNS Nicht sichtbar, sondern nur auf der südlichen Erdhalfte in den Gebieten um den Stillen Ozean ?lc Sonnenfinsternis, eine völlige, fällt auf den 29. Juni: sie ist in unserer Gegend nur in den Nachmittagsstunden als teilweise Finsternis wahren- nehmen. Die dritte ist am 24. Dezember: sie ist teilweise und kann nur auf der südlici)en Erdhalb, kugel beobachtet werden. Die erste Mondfinsternis findet am 15. Juni statt, sie ist völlig und bei uns nicht sichtbar. Die zweite Mondfinsternis fällt auf den 8. Dezember: auch sie ist bei uns nicht sichtbar. Im Jahre 1927, am 10. November, ist ferner ein Dorübergang des Planeten Merkur vor der Son nenscheibe fällig. In unserer Gegend ist der Dor- gang nur beim Austritt zu beobachten.
•* Weihnachtsfeier des „Stahl. Helm" Gießen. Eine stimmungsvolle Weih- nachtsfeier hielt die Ortsgruppe Gießen des „Stahlhelm", Bund der Frontsoldaten, am 1. Weihnachts- feieriag im Katholischen Vereinshaus. Neben den Kameraden hatten sich sehr viele Freunde und Gönner des Stahlhelmgedankens zu der Veranstaltung eingefunden. Nach dem eindrucksvollen Vortrag eines Weihnachtspotpourris durch die Kapelle Topp begrüßte der Orttgruppenführer Kam. Spies die stattliche Festversammlung mit Herz- lichen Worten, wobei er anschließend kurz die Ziele des Stahlhelms barlegte. Gemeinsamer Gesang eines Wcihnachtsliedes leitete dann über zu der Ansprache des früheren Divisionspfarrers Haupt, der in tiefempfundenen und eindrucksvollen Worten barlegte, wie heute ein rechtes beutsches Weihnachtsfest gefeiert werden müsse. Lebende Bilder aus der Schützengrabenzeit, fein gestaltete Gesangsoorträge von Frau Lucie Dunkel und Herrn Wiek, ein von Kam. Dunkel vortrefflich einstubiertes und von ihm und mehreren anderen Personen bar- gestelltes Schauspiel „Der 18. Januar", Konzertstücke unb eine Verlosung füllten ben weiteren Verlauf bes Abenbs in bester Weise aus unb gaben Anlaß zu reichem, wohlverbienten Beifall. Die harmonische, genußreiche Feier wirb den Teilneh- mem in schönster Erinnerung bleiben.
Ein vorbildliches Handwerkerhaus
In der Braubachstraße in Frankfurt a. M. nahe dem historischen Römer, ist ein imposantes Bauwerk fertiggeftellt worden, das ein monumentales Symbol der 12 000 selbständige Betriebe darstellenden Frankfurter Handwerkerschaft darstellt. „Handwerkerhaus" heißt das eine Front von 32 Metern fassende Werk der Frankfurter Architekten Faravicini-Delcher, dessen Arbeiten und Lieferungen teilweise kostenlos gestellt wurden, während sich verschiedene Handwerkerkor- porationen finanzielle Hilfe leisteten. Nicht zu ver- gessen die Stadt Frankfurt, die den Bauplatz billig hergab und eine Baugeldhypothek von 550 000 Mk. bewilligte. Die Einweihung des Bauwerkes, das sich unter Wahrung moderner Auffassung stilgerecht in den Altstabtrahmen fügt, ist für Ende Januar ober anfangs Februar vorgesehen. Außer etwa 50 Bureauräumlichkeiten für die gesamten handwerklichen Organisationen sind fünf große Säle für Versammlungen und Vorstandssitzunaen in dem großen Bau enthalten, u. a. ein „Abolf-Jung-Saal". ein „Jureit-Saal", beide nach verdienten Frankfurtern Förderern des Handwerks, bann ein „Meister-Saal" mit ftänbiger Ausstellung von Meisterstücken, eine neue Handwerkerbibiliothek, ein Lesezimmer, eine Werkstätte zur Ausführung von Meisterarbeiten u. a. m. Das Neue unb Einzigartige an biefem Frankfurter Hanbwerkerhaus ist bie Zusammenfassung aller handwerklicher Behör - ben mit der Pflege der Geselligkeit unb des handwerklichen Solidaritätsgefühls, das für das Handwerk heutzutage notwendiger ist denn le. Die Einweihung wird nach allen Anzeichen cin Ereignis, an dem die gesamte deutsche Handwerkschaft Anteil nehmen wird.
Sinter denKulissenderReichspost
WSN. Frankfurt a. TI., 29. Dez. Die Ober- postdirektion Frankfurt a.M hat heute Presseoer- tretern Gelegenheit gegeben, einen Blick Hinte r die Kulissen der Reichspost, unb zwar in das verantwortungsvolle Gebiet der Briefabfertigung, zu tun. Unter fachkundiger Führung wurde die Briefabfertigung im Post- amt 1 (Hauptpost) und später des Postamts 2 (Bahnpostamt) eingehend besichtigt, und mit Staunen konnte man feststeUen. welch gute, schnelle unb gründliche Arbeit im Postbetrieb geleistet wird, ferner aber auch, mit welchen unausrottbaren Schwierigkeiten unsere Post zu kämpfen hat. Um einige Zahlen zu nennen, sei erwähnt, daß die Gesamtzahl der allein beim Postam11 eingelieferten Brief- sendungen täglich gegenwärtig etwa 480 OM bis 500 000 beträgt, davon an kleinen Sendungen 400 000 bis 430 000, an großen Sendungen wie Päckchen, Warenproben, Rollen usw., für die sich im Postbetrieb der bezeichnende Ausdruck „Knüppel" eingeführt hat, etwa 15 000, an Einschreibebriefen rund 6000. Nicht mitgerechnet sind die zur Zeit sich immer mehr einführenden Barfrankierung auf gelieferten Sendungen, meistens Drucksachen, deren Zahl täglich zwischen 20 000 unb 100 000 schwankt unb im Durchschnitt 50 000 bis 60 000 beträgt, an außergewöhnlichen Tagen aber auch schon bie Zahl von 140 000 Stück erreicht hat. Die etwa 200 Briefkästen des Amtes werden täglich 7—8mal geleert; außerdem finden in der Innenstadt noch zahlreiche Zwiichenentleerungen statt. Sämtliche Leerungen finden durch Radfahrer, zum Teil auch mittels Motorrads statt. Die Abstempelung erfolgt fast ausschließlich durch Stempelmaschinen, mittels deren Abstempelungen von 300 bis 600 Stück in der Minute erzielt werden. Außerdem finden noch zahl- reiche Handstempel Verwendung für Briefschaften mit nicht ordnungsgemäß aufgeklebter Freimarke. Da mit dieser Abstempelungsart minütlich nur 10 bis 20 Briefe entwertet werden können, erwächst der Post hierdurch eine erhebliche Mehrarbeit, die noch vergrößert wird durch bie zahlreichen Briefumschläge mit oben breit unb quer aufgeörudter Firma. Diese An Briefköpfe haben übrigens, wie von zuständiger Seite versichert wurde, nur noch bis Oktober 1927 Gültigkeit; den Geschäftsleuten ist deshalb anzuraten, ihre Adressen künftig entsprechend adzuändeni. Viele <Hnaen hörte man auch über di?
mangelhafte Frankierung von Ausländsbriefen, hauptsächlich nach Polen dzw. Polnifch-Oderschle- sien. Fast ein Drittel sämtlicher Auslandssenbungcn ist unter- bzw. überfranhert und lelbft große unb bekannte Finnen sündigen aus diesem Gebiete außerordentitch. Zur Bewältigung der Arbeiten find auf dem Postamt 1 etwa 17 5 Beamte unb etwa 60 Aushelfer, auf dem Postamt 2 etwa 235 Beamte erfordettich. Letzteres hat übrigens eine nicht viel weniger große Arbeit zu leisten als das Hauptpostamt, roas~ daraus hervorgeht, daß neben täglich 160 000 bis 180 000 Briefkastensendungen noch etwa 500 000 Durchgangssendungen zu bearbeiten sind. Außerdem ist diesem Amt eine Druck sachenoerteilungsstelle ungegliedert, welcher die Drucksachen für die beiden Oberpostdirektionen Franksutt und Darmstadt, sowie Teile des Aus- lands (Schweiz, Spanien und z. Zt. Italien) obliegt. 21 n Einschreibesendungen, die übrigens Tag und Nacht angenommen werden, werden t ä g • 1 i ch etwa 6000 ausgeliesert. Schließlich ist diesem Postamt auch noch ein L u s t p o st a m t angegeben, dessen Leistungen zwar nicht mit den obengenannten in Parallele gestellt werden können. Bemerkenswert ist immerhin, daß das Ge- wicht der abbeförberten Luftpostseichungen in einem ber letzten Monate etwa 3500 Kilogramm betrug.
Turnen, Sport und Spiel.
Bezirk Hessen-Hannover.
H- Die letzten Punktekämpfe im alten Jahre paben die Lage im Bezirk noch einmal blitzartig beleuchtet. Die beiden Kasseler Spiele, die zudem noch Lokaltreffen waren, erregen durch ihre ausgefallenen Ergebnis^ besonderes Interesse, nachdem nur noch wenige Spielsonntage bis zur Ermittlung der Meister bevorstehen. In ber Norbgruppe bat ber Spielv. Kassel, die einzige in ganz Westdeutschland in der 1. Bez.-Klasse ungeschlagene Mannschaft, durch seine überraschende 0:4-Nieder- läge die Spitze ben Pluspunkten nach an „Sport" Kassel, den vorjährigen Meister, abgetreten. Wie die Tabelle zeigt, hat aber Spielv. zu seinen Punkten 2 Spiele weniger aebrcmcht, als die „Sport"leute. Es ist nun mehr als fraglich, ob „Sport" Spitzen inhaver bleiben wird, zumal das insgesamt nicht mehr von ihm allein abhängt. Bedauerlich ist bas, denn nach bem letzten Spiel haben wir in „Sport" nicht nur eine spielerisch bessere (als der Spielv.), fonbern auch bie kampffreudigste unb kräftigste Mannschaft des Bezirks gesehen, das besonders, nachdem Kurhessen in einem Privattreffen mit 05 Göttingen nichts besonders Meisterliches zeigte. Zit dem Kampf um bie Spitze im Norden gesellt sich aber nun noch ber aufrürfenbe S. C. 03 Kassel, der schließlich auch noch ein Wort wird mitrcöen können. Kurz vor Jahressckluß zeigt die nachstehende Tabelle noch bas Erreichte an Spiel, Punkten und Toren.
Nord.
Verein
Spiele
Punkte
Tore
„Sport"
12
17
43:24
Spielv.
10
16
38:16
03 S. C.
10
14
42:24
Iura
11
11
31:26
05 Göttingen
11
11
20:14
S. Vg. Göttingen
12
11
30:31
Einbeck
12
6
30:52
Münden
10
2
17:62
Süd.
Kurhesfei
9
15
35:7
Gießen
10
11
20:24
Hermann,
9
9
17:30
Hessen 09
7
8
14:12
Fulda
8
8
16:15
Marburg
9
1
10:33
Kurhessen Kassel
ist damit sicherer Meister der
Südgruppe.
II. Bezirksklasse Lahnkreis.
tz. Nach ben letzten Resultaten finb in ber Spitzengruppe wesentliche Veränderungen zu ver zeichnen, insofern als der Abstand zur führenden Germania sich einmal durch ben Sieg von Gießen 1900 erheblich verringert hat, und zweitens dadurch, bah bie nadjfolgenben Mannschaften leinen Boben verloren hoben. Wir haben voraussichtlich sogar mit, einem heftigen Enbkampf von mehr als Zwei Anwärtern auf bie Meisterschaft zu rechnen. Nähere Einzelheiten finb aus ber nachstehenden Tabelle zu ersehen:
Verein
Spiele
Punkte
Tore
Germania Marburg
11
18
45:20
Herborn
13
17
34:28
Gießen 1900
11
16
21:18
Ockershausen
12
16
31:15
Frankenberg
10
12
18:17
F. C. Wetzla«
7
9
19:16
Butzbach
B. C. Wegla
11
11
9
8
30:30 26:27
Niedergirmes
12
7
22:45
Gladenbach
11
6
26:43
Dillenburg
11
2
15:28
Buntes Allerlei.
Ein moderner Eukenspiegel.
Ganz Versailles lacht über die Späße eines modernen Eulenspiegel, der in der Weihnachts- Woche verschiedenen Leuten den größten Schabernack gespielt hat. Die Polizei hat über 100 Beschwerden von Opfern erhalten, die diesem merkwürdigen Spaßmacher „aufgesessen" sind, und sie sucht jetzt mit Eifer nach dem ilebcltäter, damit er nicht ungestraft seine Mitbürger zum besten hält. Der neue Eulenspiegel bediente sich des Telephons und bestellte bei den verschiedensten Kaufleuten alle möglichen Weihnachtsgeschenke. für Leute, die von diesen Gaben des heiligen Christs unvermutet überrascht wurden. Recht lebhaft ging es nun im Hause eines bekannten Malers zu, dem Voten aus verschiedenen Geschäften nacheinander brachten: 2 Cor beert raiiAe, 10 Kisten Champagner, drei große Körbe mit Spielzeug, zwei Grammophone, einen Radioapparat und sechs Dutzend Austern. Roch anzüglicher war die W.ihnachtsüberraschung einer alten Jungfer, vor deren Tür plötzlich zwölf reichgeschmückte Hochzeitswagen mit galonierten Kutschern und Dienern hielten. Ein anderer Versailler bekam aus Paris eine vollständige Einrichtung für ein Eßzimmer und von einem Kohlenhändler eineinhalb Tonnen Kohlen. Er hatte sich noch nicht von dieser Gabenflut erholt, als Pakete von den verschiedensten Vuchhandlungen bei chm anlangten, die 150 Vstcher über ©bi» ritismus enthielten. Ein Schlächter schickte auf eine Bestellung des Eulenspiegel hin 50 Beefsteak- in ein Restaurant, das an dem stillen Weihnachtsabend mit diesen Fleischmengen nichts aiuufanaen wusite
RtchepinS Geständnis.
Der große ftanzösifche Dichter Jean Richepin der jetzt dahingegangen ist, erlangte feinen Ruhm als der Sänger der Vagabunden. Lumpen und Verbrecher, und die meisten feiner Dichtungen sind fehr weltlich und unfromm gewesen. Da- stärkste in bielcr Hinsicht leistete er in feinem „Blasphemcs" betitelten Gedichtband. RlS er aber fchließlich doch .akademiefähig' geworden war und man ihn unter die .Unsterblichen" aufnahm da stimmte zur ast. gemeinen Berwunderungauch der Kardinal Maibieu für ihn. Diele Stimme, bie der Kirchenfürst bem Gotteslästerer gab, bat eine besondere kleineGeschichte. Bekanntlich muh derjenige, der sich um einen Sitz in der Akademie bewirbt, jedem der .Unsterblichen" einen .Anstandsbesuch" machen, bei dem er sich bas Wohlwollen de- Akademiker- zu erringen fucht. Als Richepin zu Kardinal Mathieu kam, hatte er wenig Hostnung und war lehr erstaunt, von diesem freundlich ausgenommen zu werden. Seme Verwunderung stieg aber auf- höchste, al- der Äarbinu . freundlich zu ihm sagte. .Sie werden mir e- gewiß nicht glauben wollen, Herr Richepin, aber - ich habe ihre „Bhsphemes" gelesen!' Der Dichter, durch dieses Geständnis außer Fassung gebrach' wollte nun nicht zurückbleiben und ries aus: .Unb ich will Eurer Eminenz etwas anvertrauen, was Sie mir sicher noch weniger glauben werden: ich bade Ihre Predigten gelesen." Der Kardinal schüttelte energisch den Kopf unb erklärte: .Das ist sicher nicht wahr." Von ber Energie dieser Behauptung niedergeschmettert, beugte Richepin da- Haupt unb gestand kleinlaut: „€>ie haben recht Eminenz. eS ist nicht wahr!" RichepinS freimütige- Geständnis gefiel nun aber dem Kardinal so gut, dah er bet der entscheidenden Sitzung für den Dichter der „Blasphemien" stimmte.
Die Gesetze de- ZusaNS.
Der leidenschaftliche Spieler glaubt felsenfest an die „Gesetze des Zufalls" und strahl danach, diese Geheimnisse des sich drehenden Roulettes au erkennen, um dadurch das Glück für Immer an sich zu fesseln. Sinern solchen Studium tommt ein« der merlwürdigsten Zeitschriften der Welt entgegen, die .Revue von Monte Carlo", die in Monaco erscheint. Dieses Heft, das wöchentlich herauskommt, wird von allen Stammgästen der Spielhöllen an der Riviera regelmäßig gekauft und eifrig studiert. Wenn man es durchblättert, so findet man nichts al- Zahlen, die Seite für Seile in langen parallelen Reihen angcorbnet sind. Das sind die authentischen Berichte über die Ergebnisse des Roulette-Spiels einer Woche an dem Roulettetisch Ar. 2 von Monte Carlo. Q3< • fchäfligt man sich mit einer solchen Rummel näher, so findet man z. B, daß die Gesamtzahl der Gewinne während der ganzen Woche 4510 betrug. Davon fielen 2201 aus Schwarz, 2197 auf Rot, die übrigbleibenden 212 fallen natürlich auf die neutrale Rull. Grade Zahlen erschieneit 2206mal, ungrade 2192mal. Besser noch lassen sich diese .Gesetze des Zufalls" an den Berichten über das Erscheinen der einzelnen Rümmer studieren. Jede Rümmer erschien einmal in 37 Umdrehungen oder bei 4510 Drehungen ungefähr 125mal. Die »glücklichste' Rümmer kam 135mal heraus, die schlechteste HOmal. Don den übrigen Zahlen erschienen 12 Hummern zwischen 120- u. 130mal. Die Durchschnittszahl, die für alle Ziffern gilt, beläuft sich auf 125,7. Die Schlüsse freilich, die man aus diesem objektiven Material zieht, sind sehr verschieden, und so führt denn auch die eifrigste Beschäftigung mit der .Revue von Monte Carll»" nicht immer zu Mil! Ionen gewinnen.
Phonograph und käse.
Eine amerikanische Fabrik phonographischer Platten machte die merkwürdige Beobachtung, dah die Kupferntatrizen aus einem bestimmten Bad bedeutend härter waren als die aus allen andern: infolgedessen ließen sich mit weniger Kupfer viel mehr Phonographenplatten pressen. Man ging dieser merkwürdigen Erschelnung nach und ließ das Bad durch eine chemische Unter- suchungsanstalt prüfen, die das Vorhandensein eines organischen Stoffes feftfteilte? Da ein solcher Stoss der Losung nicht betgegeben war, stand man vor einem Rätsel. Der Chemiker Dr. William Blum fand aber die ebenso überraschende wie einfache Losung. Bei der Herstellung der fraglichen Platten hatten sich wählend der Frühstückspause ein paar italienische Arbeiter geneckt, und der eine hatte ein Stück Käse aÖ Wurfgeschoß benutzt um einen andern zu treffen. Er hatte aber sein Ziel verfehlt, der Käse war in eines der Kupferbäder gefallen und hatte dort unerkannt die günstige Wirkung ausgeübt. Rachdem auf diese Weile die Ur- fache der Härtung erklärt war. fehl die Firma jetzt allen ihren Kupferbädern Kasein zu und hat dadurch die Herstellung der Platten verbilligt und verbessert.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Freitag, den 31. Dezember. Silvester.
Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker.
Johanneskirche. 8 Uhr: Pfarrer Ausseid.
Katholische Gemeinden.
Giehen. Freitag, 31. Dezbr. 4‘ . u. 7 Beichte. 5'/, Predigt u. Silvesterandacht mit Te Deum
Israelitisch« Gemeinden.
Isr. ReltglonSgemeindr. GotteSd.t. d.Shnagog« (Südanlage). Samstag, den 1. Zan. 1927. Vorabend: 4.30, morgens: 9.00. abends: 4.45 und 5.25
Gottesdienst der isr. ReltgtonSgesellschast. (Sabbatfeier, den 1. Jan. 1927. Freitag abend 4 10, Samstag vormittagS.30,nachmittag 3.30, SabbatauS- ^ang 5.25, WochengotteSdienst: morgens 7.10, abends
Rundfunk-Programm
deS frankfurter Senders.
(Aus der .Radio-Umschau".)
Freitag, 31. Dezember.
3.30 biS 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Konzert des HausorchesterS: ^Silvesteroall' 5.45 bis 6.05. Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45: Stenographischer Fottbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 6.45 bis 7.15: Italienischer Sprachunterricht. 7.15 bis 7.45: »Die Invalidenversicherung". Vortrag von Georg Abrahamsohn. 8.15 bis nach 12: Silvester-Feier. 1. Bunter Teil — 2 Kyritz-Pyritz, Pokse mit Gelang von Wllken und JuktinuS.


