Ausgabe 
30.7.1926
 
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Nr. 176 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Zrettay, 30, Zull 1920

Turnen, Sport und Spiel.

Die neue Fußballspielzeit.

Vier Wochen hatte der die Welt umspan­nende Lederbali Ruhe, nun geht es mit Macht und neuem Mut ans Werk. Rach vier wetteren Wochen Vorbereitung, die Zeit genug geben, in privaten Treffen die Kräfte für den Meister- schaftskampf zu messen, setzt das ernste Ringen um das hohe Ziel, die Meisterschaft, ein. Dennoch bildet dieses Streben nach Ruhm und Würde nur Mittel zum Zweck, denn das Wollen liegt eben in der körperlichen Betätigung des ein- zelnen. Mit Hilfe eines in der ganzen Weit geltenden Spiclsystems, der Punttkämpse. und unter den überall gleichen Spielregeln fesseln die Kämpfe mit dem Fortschreiten der Spielzeit immer aufs neue, um dann in der Mitte des kommenden Jahres mit den den Höhepunkt bil­denden Entscheidungsspielen zugleich ihren Ab- schluh zu finden.

Lleoerall in der Welt, wo man Fußball spielt, ob unter der heißen Sonne Afrikas, oder in den kalten Gefilden des nördlichen Europas, gelten das gleiche Spielsystem und die gleichen Regely. Richt aber erstreckt sich die Spielzeit auf die gleiche Zeitdauer, was in Anbetracht der in den einzelnen Ländern verschiedenen. Witterungsumstände verständlich ist. Fußball ist em ausgesprochener Wintersport, der sich über die winterlichen Tücken eines leichten Schneefalles oder einer ertragbaren Kälte hinwegseht. Aber nur die Engländer, also jene Ration, die neben den Südamerikanern das Fußballspiel zu höchster Kultur entwickelt hak. halten sich streng an diese klimatische Eingliederung des Fußballspiels. das im Laufe der sechs Jahrzehnte sich zu ihrem Rationalspiel entwickelt hat. Die Engländer^ be­ginnen ihre Spielzeit pünktlich mit dem 1. Sep­tember und beenden sie ebenso pünktlich mit dem 30. April, sehen also eine strenge Diermonatpause ein, die nur anfangs und gegen Ende der Spiel- zeft infofern in Ausnahmefällen durchbrochen werden darf, als es sich um Wohltätigkeitsspiele der Berufsspieler-Mannschaften für irgendwelche öffentlichen und sozialen Einrichtungen der Be­hörden handelt. Das ist verständlich, denn die englischen Berussspielermannschaften haben mit 42 MÄsterschastsspielen neben den verschiedenen Pokcckrunden. an denen sie beteiligt sind, in den 8 Monaten eine harte Saison hinter sich ge­bracht. In den nördlichen Ländern, wie Schwe­den und Rorwegen, ruht des Schnees und der starken Kälte wegen der Fußballbetrieb vom Rovember bis Februar, durchbrochen von Privat» spielen, sofern einmal ein günftiger Spieltag das Verlassen der Traininghalle gestattet. Hierin liegt auch der Grund dafür, daß die schwedischen Fußballer im allgemeinen Spieler mit besserer Körperbeherrschung und Körperbildung sind. Die lange Winterpause zwingt sie zu einem besonders gymnastisch eingestellten Hallentraining. In Oesterreich und Ungarn ist man von der zwei­monatigen Wittterpause wieder abgekommen, da der ilebergang zum Berufssport dem Fußball einen kommerziellen Einschlag gab. In Ungarn ordnet daS Ministerium das Spielverbot an; es ist aber, um die Leichtathletik und die an­deren Sommersports zu fördern, von Anfang Juni bis in den August gelegt.

In Deutschland, wo von Bundes wegen für den Monat Juli eine Fuhballsperre besteht die Verbände haben aber das Recht, Ausnahmen zuzulassen, beginnt mit dem 1. August die neue Spielzeit, und am ersten Septembersonntag sehen allerorts die Meisterschaftskämpfe ein. Einen wie großen Betrieb der Fußballsport dar- stellt, ersieht man aus einer Betrachtung der gegebenen Ziffern. Die 850 000 Mitglieder des Deutschen Fußball-Bundes als der maß­gebenden ^hörde für den deutschen Fuhball- sport vereinen sich in rund 6500 Vereinen, die über 42 000 Mannschaften ins Feld stellen, welche vergleichsweise im letzten Jahre einschl. des privaten Spielbetriebes rund 900 000 Spiele austrugen. Das bedeutet, pro Spiel mit Schieds- und Linienrichter auf 25 Mann ge­rechnet, eine Bewegung von über einer hal­ben Million aktiver Fußballspieler pro Spieltag.

Der Deutsche Fußball-Bund, der sich in den 25 Jahren seines Bestehens zum größten Sport- verband der Welt entwickelt hat, ist damit au einem beachtlichen Faktor für die körperliche Erziehung unseres Volkes geworden. Dieser or­ganisierte Sportbetrieb erfordert eine gewaltige Verwaltungsarbeit, deren wichtigster Teil m der

Wie bleibe ich schlank?

Don Dr. W. Schweisheimer.

Aus Amerika ist das Streben nach Schlank- Vleiben und Schlankwerden gekommen. Es han­delt sich hier nicht um eine reine Modefrage. Eine gesundheitliche Rotwendigkeit wird vielmehr dabei aufgezeigt. die von großer Bedeutung für die ganze Lebensführung ist. Es ist statistisch nach- gewiesen, daß schlanke, ja magere Personen im Durchschnitt ein beträchtlich höheres Alter er­reichen als dicke. , . = _

Die häufigste Llrsache des Verlustes der Schlankheit ist übermäßige Rahrungszufuhr bei ungenügendem Verbrauch von Spannkräften. Schon ein Deiner Lieberschuß an Rahrung. wenn er nur regelmäßig zugeführt wird, verursacht überschüssigen Fettansatz. Es fei angenommen, daß ein Mensch nur jeden L,ag 200 Kalorien über ff einen Bedarf hinaus ißt. Diese Menge ist in einem Drittel Liter Milch oder einem halben Liier leichten Bieres enthalten oder in 25 Gramm Butter. Die Folge lann ein Fettansatzvon 215 Gramm pro Tag fein; im Jahr entspricht das einer Gewichtszunahme von 7,8o Kilogramm in zehn Jahren von 78 Kilogramm! Dabei wird es niemand als Völlerei ^ei^nen toenn er am Tag ein Drittel Liter Milch über fernen tat fachlichen Rahrungsbedarf hinaus genießt Aw deinerseits zeigt sich an diesem Beispiel, wie leicht es bei richtigem Vorgehen gelingen muß. übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden oder abzubauew

Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie reichliche Rährwerte sie versteckt zu hd) nehmen, etwa in Form von fetten Saucen, fetten u>e» tnüfen usw. Sie glauben, nur mageres <z-leifch. nur leichte Gemüsetost zu sich zu nehmen, way- Hend doch der hohe Fettgehalt der ^aucei^ allsyonnaisen, des Gemüses ihnen unwissentlicy

spielfreien Zett geleistet wird. Hier gilt es, die Mannschaften m die vorhandenen Spielklassen so einzugliedern, daß keine allzugroßen Stärke­unterschiede herauskommen, um die Spiele inter­essant zu gestalten, weiterhin dem herrschenden Epielplahmangel dadurch Rechnung zu tragen, daß man die Spiele 'terminlich sowohl in Bezug auf Spieltage als Tageszeiten so anseyt, daß die vorhandenen Plätze voll ausgenuht werden und keine Doppelbesehungen der Plätze ftatt- sinden. Mit dem Umfang des Spielbetriebs wächst die Derwaltungsarbeit; diele wiederum, in aller Stifte und Bescheidenheit ausgeführt, soll man bei der Anerkennung der Bewegung nicht vergessen.

Die Termine für die großen Bundesenlkchei- dungen, die Runden um den Bundespokal und um die Deutsche Meisterschaft, Unb satzungsmäßig sestgelegt. Eingegliedert werden die Städte- kämpse und Repräsentativtrefsen der Verbände, die zum Teil noch nicht seststehen. Den Höhe­punkt bilden die Begegnungen mit den Rational­mannschaften der anderen Länder, die gerade in der kommenden Spielzeit infofey erhöhte Be­deutung haben, als sie zum letzten Kraftmesser vor der Olympiade werden. C. K.

Turnen.

Dom Gau WetLerau.

OO Am Sonntag fand in Obbornhofen die Austragung der leichtathletischen Meisterschaften, verbunden mit der Ban­ne r w e i h e des TurnvereinsGut Heil" Obbornhofen statt.

Rach einer ausgezeichneten Begrüßungsfeier am Vorabend begann am Sonntag früh um 7 Uhr die Austragung der Gaumeisterschaften in: 3000-, 1500-, 800-, 400-, 200- und 100-Meter-Laus. Kugel- und Steinstohen. Diskus- und Speerwurf, Weit-. Freihoch-. Freiweithoch- and Dreisprung, Stabhochsprung, Schwedenstaffel, 3 1000-Mcter°. 4xl00-Meter-Stafette und Tauziehen. Leichte Regengüsse am Sonntagvormittag verzögerten das Turnen und drückten die Leistungen, be­sonders im Springen. Gemeldet waren 288 Tur­ner. die fast vollzählig starteten. Das Turnen verlief ohne größere Unfälle und wurde von einer riesigen Zuschauermenge aufmerksam ver­folgt. Rach dem Festzug. der um 2 Uhr nach­mittags durch die sehr schön geschmückten Stra­ßen ging, begrüßte der Vorsitzende des fest- gebenden Vereins, Z u l a u f, die Festteilnehmer. Dekan Engel weihte dann mit einer sehr schönen Ansprache die neue Fahne, die nach einem Prolog von Frl. Frieda Hahn dem Fahnenträger übergeben wurde. Gauvorsihender Dietz brachte eine märkische Ansprache, welcher der WahlspruchFrisch, Fromm. Froh, Frei" zu Grunde gelegt war, ferner richtete der Bun- desvorsihende Roth aufmunternde und aner­kennende Worte an die Turner des Gaues. Aus der Liste der Sieger ist hervorzuheben:

3000-Meter-Lauf: Meister: Adolf Ladner, Gettenau. 9:14,1 Min.; 1. Karl Lüdge, Pohlgöns, 9:27,3 Min.; 2. Ioh. Reichold, Eichen, 9:34 Min.

1500-Meter- Lauf: Meister: Helmut Schwemmler, Holzhausen, 4:30,4 Min.; 1. Otto Schweitzer, Gettenau, 4:38,1 Min.; 2. Willi Ulrich, Dorheim, 4:51,1 Min.

800-Meter- Lauf: Meister: Helmut Schwemmler, Holzhausen, 2:18,4 Min.; 1. Helmut Kullmann, Berstadt, 2:21,4 Min.; 2. Reinh. Schepp, Pohlgöns, 2:22,2 Min.

400-Meter-Lauf: Meister: Gustav Schäfer, Echzell, 54 Sek.; 1. Heinrich Lang, Ulfa, 60,3 Sek.; 2. Robert Knorz. Pohlgöns 62.3 Sek.

200-Meter-Lauf: Meister: Gustav Schäfer. Echzell. 24.1 Sek.; 1. Bernh. Meier, Dor­heim, 25 Sek.; 2. Richard Lust, Friedberg-Fauer­bach. 25,3 Sek.

100-Meter-Lauf: Meister: Gustav Schäfer, Echzell. 11,4 Sek.; 1. August Luh, Leih­gestern und Theo Koch. Rieder-Florstadt. 12 Sek.

Kugel st oßen: Meister: Wilhelm Müller, Rodheim v. d.H., 9.65 Meter; 1. Albert Wehr- Heim. Rodheim v. d. H., 9,60 Meter; 2. Robert Tag, Utphe, 9,60 Meter.

Steinstohen: Meister: Wilhelm Rau- mann, Bleichenbach, 7,25 Meter; 1. Wilhelm Müller, Rodheim v. d. H., 6,85 Meter, 2. Her­mann Weitzel, Kaichen, 6,60 Meter.

Diskuswerfen: Meister: Wilhelm Ben­der, Södel, 28,20 Meter; 1. Heinrich Thomas,

Eichen. 27.45 Meter; 2. Ioh. Stiegelwagner. Gettenau, 25 Meter.

Speerwerfen: Meister: Albert Wehr- heim. Rodheim v. d. H.. 38,23 Meter; 1. Wilhelm Loy. Bisses. 35.53 Meter: 2. Wilhelm Adam. Eichen. 34.85 Meter.

W e i l s p r u n g: Meister: Adolf Philippi. Wohnbach. 6.35 Meter; 1. Heinrich Lang. Ulfa, 5,85 Meter; 2. Richard Lust. Friedberg-Fauer­bach. 5.77 Meter.

Freihochsprung: Meister: Philipp Schwarz. Utphc. 1,50 Meter; 1. Wilhelm Müller, Rodheim v. d. H. 1,45 Meier; 2. Albert Boger. Ulla. 1.45 Meter.

Freiweithochsprung: Meister: Phil. Schwarz. Utphe. 1.60 Meter hoch. 3.20 Meter weit; 1. Hugo Hahn. Obbornhofen. 1.50 Meter hoch. 3 Meter weit; 2. August Billasch. Fried­berg-Fauerbach, 1,50 Meter hoch. 3 Meter weit.

Dreisprung: Meister: Ioh. Schweitzer, Holzhausen. 12,1 Meter; 1. August Billasch, Friedberg-Fauerbach. 12 Meter; 2. Adolf Philippi. Wohnbach und Phil^ Schwarz. Utphe. 11,75 Meter.

Stabhochsprung: Meister: Philipp Schwarz, Utphe, 2,80 Meter; 1. Gustav Fatum, Wohnbach. 2,65 Meter; 2. Robert Günther. Mel­bach. 2,45 Meter.

Schweden staffel: Meister: Holzhausen. 2,22 Min.; 1. Dorheim, 2,24 Min.; 2. Pohlgöns, 2,26 Min.

3xl000-Meter-Stasette: Meister: Gettenau, 9:19,3 Min.; 1. Dorheim, 10:36,1 Min.

4X100-Meter-Etafette: Meister:

Holzhausen, 48,2 Sek.; 1. Echzell, 48^2 Sek.; 2. Ulfa, 48,3 Sek.

Fuhball.

D. s. B.

(=) Am Samstag war die Alte-Herren- Vereintgung des D. s. B. Gießen einer Ein­ladung der A-H.-Bereinigung der Germania Marburg gefolgt, wo sich die alten Inaktiven beider Vereine zu einem Gesellschaftsspiel gegen­überstanden. Der einwandfreie und harmonische Verlauf des Treffens stellt dem Freundschafts­verhältnis zwischen Gastgeber und Gästen das denkbar beste Zeugnis aus. Bei allem sportlichen Ernst wurde auch mit viel Humorgekämpft". Für beide Teile war das Spiel ein Erfolg, beson­ders für D. f. B., der einen klaren 3:1-Sieg mit nach Hause brachte. Dis Halbzeit hatte Gießen mehr vom Spiel und drückte seine Ueber- Icgcnbeit durch zwei Tore aus, denen Marburg bis dahin nichts entgegensetzen konnte. Rach der Pause kam die Platzmannschaft etwas auf, ge­staltete das Spiel ausgeglichen und kam auch zum verdienten Ehreittreffer, dem V. f. D. jedoch ein drittes Tor folgen lieh, so den Sieg sicherstellend. Das Zusammentreffen beider Vereinigungen durste den besten Beweis dafür geliefert haben, daß gerade die Alte-Herren-Treffen dazu be­rufen find, die freundschaftlichen Beziehungen zu den Rachbarvereinen zu wecken und zu pflegen.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Jreie Turnerschaft Gießen.

Zum nächsten Sonntagnachmittag hat sich die Freie Turnerschaft Gießen zum letzten Gesell­schaftsspiel vor der Herbstrunde die 1. und 2. Mannschaft des M. T. V. Marburg zu Gast geladen. Das Vorspiel in Marburg konnte die Gießener l.Elf mit 7:0 für sich entscheiden, die 2. siegte 2:3. Da Gießen wieder umgestellt hat, bleibt das Resultat abzuwarten.

Vormittags trägt die Iugendmann- schäft ihr erstes Serienspiel in der Herbst runde gegen die gleiche von Dlasbach aus.

Das erste Verbandsspiel der Rachrunde.

L An den ersten Sonntagen des August be­ginnt die Rachrunde der Verbandsspiele, damit seht in den beteiligten Vereinen wieder der intensivste Spielbetrieb ein. Im großen und ganzen hat dieser in den Sommermonaten ge­ruht, nur hier und da wurden Gesellschaftsspiele ausgetragen, da ein offizielles Spielverbot in dieser Organisation nicht besteht. Vereinzelt wer­den die Mannschaften wohl in veränderter Auf­stellung antreten, wobei es sich schon in den ersten Spielen zeigen muh, ob sie dadurch ge­wonnen oder an Spielstärke eingebüht haben. Das erste Treffen findet am Sonntag auf dem

Wiefecker Sportplatz statt, wo der Plan verein mit der ersten Mannschaft des Männerturn­vereins Marburg den Kamps um die Punkte austrägt. Eine Vorprobe hierzu am vergangenen Sonntag ging Auungunften Wiesecks aus. daS diesmal voraussichtlich in kompletter Qlufftel- fteUung antritt. Ein voraussichtlich harter, aber technisch hochstehender Kamps steht zu erwarten, in dem der schußfreudigste Sturm die meisten Siegesaussichten hat.

Leichtathlettk.

Deutsche Leichtathletik- Meisterschaften 1926.

Das Gesamtmeldeergebnis für die am 7. und 8. August im Wacker-Stadion zu Leipzig statt- ftndenden Meisterschaften beträgt: 260 Einzel- dungen und 19 Staffeln. Diese Meldungen wur­den abgegeben von insgesamt 199 Wettkämpfern, die sich auf die einzelnen Landesverbände wie folgt verteilen: Daltenverband 11, Verband Brandenburgischer Athletik-Verein 45, Mittel­deutschland 58, Rorddeutschland 10, Süddeutsch­land 40, Westdeutschland 22, Südostdeutsch­land 12, Ausländsdeutsche 1.

Flugsport.

Das Endergebnis im Seeflugwettbewerb.

Warnemünde, 28. Juli. Als Erster beendete um 2.30 ilbr von Gronau aus Hein- kel HE Rr. 5 die Flugstrecke. Er hatte somit eine reine Flugzeit von 5,30 Stunden erzielt. Ihm folgte Langanke (Junkers W Rr. 30), von Dewitz (Heinkel HE Rr. 5), Starke- Kessel (Heinkel S 1) und Spieß (Heinkel HD Rr. 24). Run steht noch Friedensburg (Jun­kers A Rr. 20) aus, der aber erst morgen zu- rüdfommen kann. Er startete mittags von All dämm nach Pillau, nachdem seine Maschine repa riert worden war. von Dewitz und von Gronau stehen somit an der Spitze, denen Langanke folgt. Unter den am Ziel angc- fommenen fünf Flugzeugen befinden sich vier Heinkelmaschinen. Damit hat dieses Wer' an der Spitze fein Konstrukteur Dr. Jng. Hein- k e l, einen schönen Erfolg erzielt.

Schwimmen.

Ein neuer Weltrekord.

In Philadelphia schlug W. Spencc in einem offenen Wettbewerb bei den Rationale Meisterschaften den Weltrekord im Brust­schwimmen über 440 Bards in 6:16,8 Min

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hohe Energiewerte spendet. Wer schlank werden will, braucht nicht zu hungern er darf das sogar nicht, wenn er berufstätig bleiben will, aber er muh sich die richtigen Rahrungsmittel auswählen. Abmagerungskuren müssen aus Kosten des Körperfettes, niemals auf Kosten des Körper­ei weißes durchgeführt werden. Butier und Schmalz, Oel- und Fleischfett sind auszuschalten oder möglichst einzuschränken. AUoholische Ge­tränke sind in sehr beschränktem Maße zu ge­nießen. Süßigkeiten, Schokolade usw. sind nur dann zulässig, wenn man sie an Stelle anderer Kalorien-(Rährwert-)spender in die Rahrung einschiebt, nicht als Mehrspender. Am wichtigsten ist die Verminderung der Fettzufuhr. Gemüse, Kartoffeln und Mehlspeisen sind deshalb- fett­arm zuzubereiten. Wenn man das beachtet, farm man unbedenklich zur Sättigung Brot und Kar­toffeln in reichlicher Menge genießen.

Erlaubte Speisen für den, der seine Schlank­heit bewahren will, sind vor allem: mageres Fleisch, Brot, nicht - fetter Käse, Gemüse (mit wenig Fettzusatz). Kartoffeln (ohne Fettzusatz, Salat, weiche und harte Eier (Rühreier und Spiegeleier find mit Fett zubereitet), Obst, von alkoholischen Getränken am ehesten leichte Weine. Man muh sich über den Rährwert der einzelnen Speisen im klaren sein. Eine genaue Rahrtabelle, für die hier der Platz fehlt, findet sich in mechrem neuen BuchDickwerden und Schlankbleiven. Verhütung und Behandlung von Fettleibigkeit und Fettsucht" (München, Verlag I. F. Berg­mann, 140 Seiten). Im einzelnen wird die Ge­schmacksrichtung oft den richtigen Fingerzeig ge­ben. Zulagen von Obst und Gemüse gleichen aus, was an stärkeren Spannkraftbildnern vor­her entzogen wurde. Eine Hungerkur muß unter allen .Umftänben vermieden werden. Fasttage können notwendig werden bei der Behandlung

stärkerer Fettleibigkeit; sie sind unnötig bei den gewöhnlichen Bemühungen schlank zu bleiben oder zu werden.

Wasser darf in beliebiger Qllenge genoffen werden. Manche Abmagerungskuren verbieten alle Flüssigkeitszufuhr. Soweit dadurch der Ge- nuß von Bier und Wein eingeschränft wird, ist das nur zu begrüßen. Wasserentzug verrnin- deri vorübergehend den Wassergehalt des Kör­pers und kann dadurch auch eine Gewichtsab­nahme vortäuschen. Da aber ja nicht das Körper­gewicht durch Wasserentzug herabgesetzt werden, sondern das überflüssige Fett abgebaut werden soll, ist das ganz vergeblich. Außerdem erseht sich das Wasser in Kürze wieder, so daß der anfängliche Gewichtsverlust ausgeglichen wird.

Mindestens ebenso wichtig wie die Verringe­rung der Stoffeinnahmen ist die Vermehrung der Stoffausgaoen. Leibesübungen jeder Form tragen dazu bei. Wer schlank bleiben oder werden will, muh sein Augenmerk ernstlich auf Hebung der körperlichen Tätigkeit richten. Es ist richtig, persönlichen Liebhabereien und praktischen Mög­lichkeiten dabei entgegenzukommen. Immer ist der Zweck der, durch erhöhte Muskelarbeit mehr Spannkräfte zu verbrauchen, als mit der Rahrung eingeführt werden, und dabei die Fettdepots im Körper anzugreifen. Sport ist hier vortreftlich, seien es Rasenspiele oder Tennis. Reiten oder Bergsteigen. Tanzen oder das ganz besonders wirksame Schwimmen. Häusliche Freiübungen. Gymnastik oder Hebungen an Tumapparaten dienen dem gleichen Ziel. Zuweilen genügt eine geringfügige Aenderung der Lebensweise, na­mentlich bei älteren Personen. Gehen statt Fahren zur Arbeitsstelle, ausgedehnte Spaziergänge.Ver­meiden von Autofahren. In allen Fällen muh langsam und methodisch vorgegangen werden; Hebertreibung Wringt nur eine Schädigung des

Körpers, namentlich des Herzens und der Rerven, mit sich.

Wirkliche Fettleibigkeit uni) Fettsucht, die oft auf Störungen der inneren Sekretion beruhen, müssen natürlich anders angegriffen werden. Hier können sich auch Medikamente, Heilquellen, Sana­toriumskuren als notwendig erweisen, die beim gewöhnlichen Schlankbleibenwollen und Schlank- werdenwollen nicht am Platz sind.

Mit am wichtigsten für den Erfolg der an­gewandten Maßnahmen ist die stete 'Benutzung der Wage. Man muh zunächst wissen, wie groß das Durchschnittsgewicht normalerweise sein soll. In meinem erwähnten Buch überDickwerden und wchlankbleiben" finöcn sich ausführliche Ta­bellen über das normale Körpergewicht bei Män­nern und Frauen, unter Rücksichtnahme auf die Körpergröße und das Lebensalter. Das ist wich­tig; denn das Körpergewicht nimmt normaler­weise nicht nur mit der Größe, sondern auch mit dem Alter etwas zu. Die Erstrebung eines allzu großen Untergewichtes wird sich rächen. Für den Erfolg von Abmagerungsbestrebungen gib! nur regelmäßiges Wiegen und fortlaufendes Ein­trägen der Ergebnisse in eine Tabelle Gewißheit. An Horch der 'Wage ist zu verfolgen, ob über» stürzt eine schädliche Gewichtsabnahme ein­gesetzt hat, oder ob trotz der angewandten Maß­nahmen das Gewicht noch zunimmt. Die Wage gibt dem, der sie zu lesen versteht, untrüglichen Hinweis auf das. was zu ändern ist. Gewissen­haft und regelmäßig muß auch hier vorgegangen werden. Dabei darf man ruhig einmal anläßlich eines Festes oder eines Freudentages üb:r die Stränge schlagen Die Menschen, die anlählich einer Hochzeit oder einer Jubiläumsfeier zu viel elfen, verlieren ihre Schlankheit nicht, wohl aber jene, die an allen anderen Sagen ihren wirk­lichen Bedarf überschreiten.