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durch das Feuer vollständig vernichtet.

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Abend des Genusses!

L. W.

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wieder kommen muhte, konnte die Deifallsfreudig- keit nicht abdämpf en. 3a, es war wirklich ein

gegen künftigen planmäßigen Einschlag im Stadt­wald beziehen würde. Im Stadtwald etwa in der

Reinhardt-Gastspiel im Frankfurter Schauspielhaus» Gin Abend seltenen Behagens! Die Rei

gende Originalität einer Künstleridee erweckt den guten, alten Goldvni zu neuem Leben. Ma? Reinhardt heiht der Zaubermeister, der nicht nur Menschen, sondern auch Theaterstücke nach seinem Künstlerwillen formt; hier ein Beweis. Das Spiel wirbelt, Situation hetzt Situation, zwischendurch werden zu der Musik Mozarts Ein­lagen mit neuen Texten gesungen, Tempo heiht die Zauberformel. Alle Künstler, Bekannte von der flimmernden Leinwand, der sonst so düstere Friedrich Kühne, die schöne Dagny S e r v a e s, die kecke Amn Mewes, die grazile Sybille Binder, Karl E t t l i n g e r, Raul Lange, Gustav v. Wangenheim, der Sohn Winter- steins, Wilh. B o e l k e r und Theodor Dan - negger, jetzt der unsrige, sie alle erleben und gestalten ihre Figuren mit leicht karikaturistischem Anflug und erfüllen ihre Szenen mit humorvoller, spielbesessener Lebendigkeit. Aber einer, bei dem wächst dieser Humor zur Dynamik, dieser eine ist Hermann T h i m i g! Er ist die Hauptperson des Spieles und des Abends,aufzuwarten": der Truffaldino. Er allein würde genügen, um den Abend vollkommen zu machen. Er rutscht und springt aus der Bühne herum, sein Gesicht, sein ganzer Körper spielt mit, aber niemals wird er ein Opfer naheliegender ^lebertreibung, immer bleibt er der Hebe Kerl. Es ist wundervoll, wenn er seinen beiden Herrn mit ewig knurren­dem Magen auftoartet, sich aus allen Verfäng­lichkeiten herauslügt. Höhepunkt ist die Wirts- hausszene, da er nach rechts imb links bedient und zwischendurch noch eine Sondernummer mit demFricksafe und demlieben Pudling" spielt. Hier ist er geradezu erschütternd, es bleibt kein Auge trocken beim Anblick dieses hinreihenden Spieles. Das Publikum tobte Beifall, sogar der eiserne Vorhang, durch den Thimig immer

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Mhe des V. f. B.-Waldfportplatzes oder im Schiffen- bergertal könnte eine solche Anlage einen geradezu idealen Platz haben, um den uns manche andere Stadt beneiden dürfte. Uebertriebene Aengftlichkeit und Fürsorge um ein kleines Stück unseres gewiß sehr schätzenswerten und mit Liebe zu hütenden Wal­des darf bei dieser Angelegenheit nicht bestimmender sein als die Sorge um die Volksgesundheit, bei deren Förderung oder Vernachlässigung es sich doch um weit größere Werte handelt. Und frische, energisch zupackendc Tatkraft ist eine weitere Bedingung für die baldige Verwirklichung dieser für die Gesamtheit segensreichen Einrichtung. Man denke hierbei nur an die gesundheitlichen Schäden der Wohnungsnot, denen durch eine Luft- und Sonnenbad-Anlage in beachtenswertem Maße entgegengewirkt werden könnte. Auch unseren Wafserbadegelegen- h e i t e n möchten wir eine erhöhte städtische Für­sorge zugewandt wissen. Zunächst die Plahsrage: Daß die Lahnbäder jetzt an der richtigen Stelle sich befinden, werden mit uns wohl die meisten Mitbürger bezweifeln. Zwar ist die Wohnwagen­burg der Schausteller an der Lahnbrücke jetzt ver­mindert und damit einen Stein der Anfechtung kleiner geworden. Es bleiben aber immer noch ge­nug andere, ohne weiteres klar zutaye liegende Ge­sichtspunkte übrig, die gegen die jetzigen Plätze der Lahnbadeanstalten sprechen. Sollte es nicht möal> sein, die Badeanstalten weiter stromaufwärts, etwa in die Nähe des Felsens zu verlegen? Zwar würde dadurch der Weg von der Stadt zu den Badege­legenheiten etwas verlängert, aber einen Nachteil könnten wir darin nicht erblicken, denn eine kleine Strecke des Weges mehr nach dem Wasserbad oder von dort nach Hause wäre u. E. nicht so schlimm, und im übrigen dürfte jene Gegend in nicht allzu langer Zeit ja auch wohl bebaut sein. Weiterhin würden wir es begrüßen, wenn die Stadt sich a> einen Einfluß auf die Ausgestaltung und die Füh­rung der Badeanstalten verschaffen würde. Und schließlich die Kinderspielplatz-Frage. Auf diesem Gebiete der Fürsorge für unsere Kleinen sieht es heute in unserer Stadt recht trostlos aus. Entweder müssen die Kinder auf den Straßen her­umspringen, wo sie ständig den vielfachen Gefahren des Verkehrs unterliegen, oder die Höfe werden als Spielplatz in Anspruch genommen, die doch alles andere als gesundheitsfördernd find. Die Schulhöfe üben auf die schulpflichtigen Kinder außerhalb der Schulzeit aus naheliegenden Gründen keinen Anreiz aus, außerdem kann es auch nicht gerade erwünscht sein, daß sich die Kinder ohne Aufsicht dort auf­halten, weil dann doch mancherlei Schaden zu be­fürchten wäre. Für die kleinere, noch nicht schul- pflichtige Gesellschaft stehen nur die paar kümmer­lichen Spieleckchen in der Süd-, Ost- und Nord­anlage zur Verfügung, die, an vielbefahrenen und daher staubigen Straßen liegend, vom hygienischen Standpunkt aus auch alles andere als ideal sind. 'Notwendig erscheint uns die Schaffung hygie­nisch einwandfreier Spielplätze, die nach Lage der Verhältnisse leider nur noch an der Peripherie der Stadt möglich ist, da man in frühe­ren Jahren bei städtebaulichen Entscheidungen auf derartige Zukunftsmöglichkeiten kein Augenmerk ge­richtet hat. Diese neu zu schaffenden Kinderspielplätze, die für die verschiedensten Altersstufen Anreiz haben müßten, wären so anzuordnen, daß sie ohne Schwie­rigkeiten organisch in den neuen Stadtbebauungs­plan eingegliedert werden könnten. Daß man für jedes Stadtviertel einen solchen Spielplatz schaffen müßte, bedarf wohl weiter keiner Begründung, und daß man bei derartigen Anlagen nicht engherzig ver­fahren darf, ist ja ebenso selbstverständlich. Diese Einrichtungen könnten vielleicht am Philosophen- wald, am Rodberg, in der Nähe der Hardt, bei der Schönen Aussicht und im Schiffenberger Tal ge­schaffen werden. Wer andere, bessere Vorschläge zu machen hat, möge mit seiner Meinung hervortreten, er wird durch eine ernste sachliche Erörterung dieser bedeutsamen Fragen dem Gemeinwohl dienen.

Wir sind uns natürlich darüber klar, daß für die hier besprochenen Anlagen Geldaufwendungen der Allgemeinheit notwendig sind. Indessen sind wir uns auch bewußt, daß diese Ausgaben durchaus nicht unerschwinglich sind und daß wir sie auf uns nehmen müssen, wenn wir ein gesundes und starkes Geschlecht großziehen wollen. Die Reichsgesundheits-

Bauern zum Opfer gefallen, die sie Maurengräber und Maurenfriedhöfe nennen. Dem balkarischen Bauern steckt noch immer der alte Haß gegen die einstige bedrückende Maurenherrschaft im Blute, und da er alle die wunderbaren megalithischen Bauten auf den Inseln kurzweg denMoros", den Mauren, zuschiebt, ist er bestrebt, alles an diese Erinnernde auszusilgen und zu vernichten, wodurch der archäo­logischen Wissenschaft ein großer Schaden erwächst.

Auf der Insel Mallorca bei der Hafenstadt Alcudia, sind diese eigenartigen Gräber zum Teil so angelegt, daß sie die Sitzreihen eines alten | Amphitheaters quer oder schräg durchschneiden. Uebrigens habe ich nirgends eine einheitliche Orien­tierung der Gräber nach einer bestimmten Him­melsrichtung wahrnehmen können. Vielmehr scheint die Beschaffenheit des Bodens die Insel besteht fast nur aus felsigem Boden maßgebend für ihre Anlage gewesen zu fein. Auf dieser Insel ftn- bet sich auch die eigentliche olerdulanische Form mit dem besonderen Ausschnitt für den Kopf. Die Seitenkanten verlaufen oft bewundernswert gerade und sind glattbearbeitet. Die Länge der Gräber läßt auf keine besonders große Rasse schließen. In anderen Grabformen hat man auf den Balearen Knochen und Knochenteile gefunden, die zum Teil einer wenig robusten Rasse angehärten, während andere den Vergleich mit den stärksten der Cro- magnonrasse aufnehmen konnten. Betreffs des wichtigsten Fundftückes, eines Frauenschädels, ist man der Ansicht, daß er in seinen Maßen an die brachycephale Rasse von Grenelle erinnert.

Leider ist bisher noch immer versäumt wor­den, von diesen merkwürdigen Grabstätten eine regelrechte Bestandaufnahme zu machen und so das Wenige, was uns noch überliefert ist, für die Wissen­schaft zu retten.

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Starkenburg.

WER. Darmstadt, 29. April. Der Ober­bürgermeister hat gegen die kürzliche Entscheidung des Provinzialausschusses, durch den die Ge­tränkesteuer der Stadt Darmstadt für ungültig erklärt wird, Berufung beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt.

* Darmstadt, 29. April. In der Rähe von Wiebelsbach war vor einigen Tagen ein junges Mädchen aus Heubach von einem Land st reicher vergewaltigt worden. Die Gendarmerie in Groß-Tlmstadt hat jetzt den Täter ermittelt und fest genommen. In Reichen­bach i. O. geriet das Auto des Arztes Dr. Wolpert in Brand, als dieser auf dem Wege zu einem Krankenbesuche war. Der Wagen

rund 3 0 0 00 0 Mark zu rechnen haben. Auch hier wird es Sache des Haushaltsausschufses fein, nachzuprüfen, ob der Verteilungsschlüssel nicht geändert werden kann, weil die Erhöhung der Ausgaben, besonders der Soziallasten, in erster Linie auf die industriellen Landgemeinden entfällt.

$ Groß-Rechtenbach, 29, April. Bei der gestern hier stattgefundenen Nutzholzsubmis- s i o n der Gemeinden Volpertshausen und Groß-Rechtenlkach wurden folgende Höchst­gebote abgegeben: a) für Volpertshausen auf Fichten­stämme: Klasse la 13,50 Mk., Klasse 1b 16,25 2)1 L, Klasse 2a 18,20 Mk., Klasse 2b 20,50 Mk., Klasse 3a 22 Mk., Klasse 3b 24 Mk., Klasse 4a 26 Mk.; Kiefern, flämme Klasse 2a bis 4a 13,50 Mk. je Festmeter. Auf Kiefernstämme 3. und 4. Klasse aus dem Vor­jahre wurden 13 bzw. 12 Mk. je Festmeter ge- boten; die Höchstgebote für das Holz- von Groß- Rechtenbach betrugen für Fichtenstämme: Klasse la bis 3b 18 Mk. und für Kiefernstämme: Klasse la bis 3a 15 Mk. je Festmeter.

Lützellinden, 29. April. In unierem Dorfe trifft man viele alte Fachwerkge­bäude an. deren Bauzeit zum Teil noch in das 16. Iahrhundert zurückreicht. Viele dieser Bauten sind im Laufe der Iahre mit einem Bewurf versehen worden, so daß nut wenige sich in ihrer ursprünglichen Gestalt dem Auge des Beschauers darbieten. Besonderes Interesse dürfte ein nahe bei der Schule stehendes Haus finden, das durch sein ehrwürdiges Eichenfach­werk mit den guterhaltenen Verzierungen und Schnitzereien eine Sehenswürdigkeit unseres Ortes ist. Das im Anfang des Dreißigjäh­rigen Krieges erbaute Haus erfuhr vor dem Krieg einen neuen Anstrich, der die ur­sprüngliche!^ Schönheiten in rechter Weise her- vortreten läßt. Außer den an den äußeren Balken und am Giebel befindlichen kunstvollen Verzierungen verdient ein an dem linken Eck­balken des Hauses angebrachtes Schnitzwerk be­sondere Beachtung. Es stellt in sinniger Weis« die bekannte Szene aus dem Hündenfall bar, in welcher Eva dem Adam den Apfel überreicht, während im Gezweig des Baumes die Schlange sichtbar ift Es ist erfreulich daß in der letzten . Zeit diesen alten, kulturell wertvollen Fachwerk­gebäuden immer mehr Aufmerksamkeit gewid­met und daß von berufener Seite alles zu« Erhaltung derselben auf geboten toirb.

Dillkreis.

WSR. Herborn, 29. April. Auf der Kruppschen Sottersbachbahn bei Her­dorf wollte der Lokomottvführer Reisen- r a t h an seiner Lokomotive etwas nachsehern Plötzlich setzte sich der Zug aus noch unbekannter Ursache in Bewegung, überfuhr den Mann und tötete ihn auf der Stell».

bl. Herborn, 29. April. Das Wilderer» Unwesen macht sich in der letzten Zeit auf dem Westerwald stark bemerkbar. In allen Gemar­kungen findet man verendetes Wild in Schlingen vor, teils schon der Verwesung anheimgefallen. 2>ie Wilddiebe gehen mit seltener Dreistigkeit vor und scheuen sogar nicht den hellichten Tag. Die Forst- verwaltungen sind dem Treiben gegenüber machtlos.

dl. N i e d e r s che l d, 29. April. Die Bautätig­keit hat sich in unserer Gemeinde in der letzten Zeit stark entwickelt. Unter Zuhilfenahme von Darlehen war es einer Reihe von Einwohnern.mög­lich, em eigenes Heim zu errichten, so daß etwa acht bis zehn Neubauten geschaffen wurden. Rechts an der Dillenburger Landstraße ist eine kleine Kolonie ent­standen, die durch ihre schöne Lage besonders an- mutend wirkt.

bl. Fleisbach, 29. April. Im Laufe dieses Jahres soll auch in unserer Gemeinde ein Krieger­denkmal erstehen. Die Einwohnerschaft wird sich rege an dem Liebeswerk beteiligen.

Oberwesterwaldkreis.

WSR. Hachenburg, 29. April. In der Rähe der Westenbhalle brach dieser Tage plötzlich ein Draht der Stark st romleitung und fiel auf die Pferde eines zufällig vorüberfah­renden Fuhrwerks. Beide Pferde, junge kräfttge Tiere, waren sofort tot.

hardtbühnen Wien-Berlin spielen Carlo G o l b o n i s »Diener zweier Herrn", und Freude springt aus dem Spiel in das verdunkelte Haus und weckt ein Lachecho in Parkett, Logen unb Rängen. Cs liegt eine ungeheure Intensivität über der ganzen Darstellung, die schon in der Inszenierung zutage tritt Die alles beschwin-

woche wird erst dann voll und ganz nutzbar wer­den, wenn ihre Lehren und Ratschläge in erster Linie zum Besten der Heranwachsenden Jugend Anwendung finden, für deren Wohlergehen uns fein Opfer zu groß sein darf. Eine vollwertige Generation für Deutschlands Zukunft wird wirtschaftlich gespro­chen die beste Verzinsung des Anlagekapitals von heute fein.

Jur Wohnungsfrage in Gießen.

Man schreibt uns: Im Abenblatt den Frankfurter Zeitung" Rr. 265 vom 10. April steht die Rachricht. daß nach der Berliner Wohnungszählung vom 3. Mai v. I. in Berlin 1 179 612 Wohnungen, aber 1 254 150 Haushaltungen gezählt wurden, sodaß also 74 528 Haushaltungen (= 5,94 Prozent) keine eigene Wohnung besahen. Anscheinend wird diese Mel­dung gemacht, um die s chlecht en Berliner Wohnungsverhältnisse recht drastisch darzustellen. Demgegenüber ist festzustellen, daß die Wohnungsnot in Gießen noch we­sentlich schärfer ist. Wir haben in Gie­ßen 8248 Haushaltungen, von denen 102 3 keine eigene Wohnung besitzen, d. h. 12,4 Prozent aller Haushaltungen leben ohne eigene Wohnung. Wenn auch ver­mutet werden muh, dah die Haushaltungen ohne eigene Wohnung in Berlin zum Teil schlechter untergebracht sind als in Gießen, so sprechen die angeführten Zahlen aber doch für das auherordeutliche Wohnungseiend, das in Gießen herrscht.

Kakadus trifft man häufig ihr blendendweißes Gefieder nimmt sich wunderschön zwischen dem Grün der Bäume aus. Wer jedoch die austra­lische Vogelwelt am besten beobachten will, der nutz sich wett von der Landstraße entfernen, muh 'ich mitten in das Dickicht des Busches be­geben, wohin kein Auto unb keine fröhliche Picknickgesellschaft dringen kann. Da beginnt das eigentliche Reich der australischen Vögel. Die lärmende Grohstadk mit ihren lauten Landstraßen und hastendem Geschäftstrubel vertreibt alle Raturwesen, und dort, wo sie noch vor wenigen Jahren zu Hause waren, ist ihr Gezwitscher und ihr Trillern verstummt, hört man heute nur das eintönige Tuten der Autos, dieser machtsüchligen Beherrscher unseres färb» und klanglosen Jahr­hunderts ...

Man kann sich von der Intensität und Wahrheit deS Ausdrucks, von der Leidenschaftlichkeit dieses Musizierens mit dem ganz wunderbaren Orchester keine Vorstellung machen.

Die Scala hatte Rose R a i f a, die italienische Ieritza als Turandot, unb Fleta, den außer­ordentlichen Tenor, als Prinzen in das heiße Feuer der Premiere geschickt beide Voll­naturen und geistige Sänger. Das heitere Tri­folium führte glänzend Rimini; die Zam- boni ist eine sympathische, wenngleich feine ideale Liu. Regie unb Bilder der im Llebermaß von Kostümpracht schwelgenden Aufführung^ sind nicht gain glücklich von Forzcmv, Caramba und Chigi geleitet und entworfen. Hier harrt der deutschen Operbühnen Reformarbeit.

Von dein rauschendem Erfolg der Premiere, zu der sich in dem gigantischen Hause der Scala Kunstfreunde und Fachleute aus der ganzen Welt trafen, wäre noch zu melden. Als in der zwölften Stunde der Chorckondukt mit Liu hinter dem langsam fallenden Vorhang verklang, das Wert inmitten der unbeendeten Arbeit jach abbrechend, blieben die Diertaufenb Menschen wie auf stum­men Befehl einige Augenblicke im Dunkel dann erst brach der Beifall aus.

Nutzanwendung der Reichsgesundheitswoche.

Bei einer rückschauenden Betrachtung auf die Reichsgesundheitswoche in Gießen wird auch der strenge Kritiker zugeben müssen, daß diese Veranstal­tung einen starken Erfolg davongetragen hat. Dank der populär-wissenschaftlichen, sehr belehrenden Vor­träge angesehener eingesessener Mediziner waren die Veranstaltungen der Reichsgesundheitswoche all­abendlich außerordentlich stark besucht, und mit ge­spanntestem Interesse folgten die Zuhörer den Dar­legungen der Referenten, die eine Fülle von An­regungen und guten Winken für die richtige Gesund­heitspflege zu geben hatten. Zn dieser starken Be­teiligung des Publikums an den ausgezeichneten Ver­anstaltungen kommt deren großer Erfolg schon äußerlich deutlich sichtbar zum Ausdruck. Aufgabe der Zuhörer ist es nun, den Gewinn von diesen lehr­reichen Vorträgen zu bewahren und richtig anzuwen­den, damit er dauernd werde. Diesen Nutzen aus der Veranstaltung zu erlangen, kann dem einzelnen nicht schwer sein. Er muß nur die richtige Folgerung aus dem von den berufenen Männern Gehörten ziehen, diese Ratschläge befolgen, und dann hat er den Erfolg, der in erster Linie seiner Gesundheit, darüber hinaus aber auch der Allgemeinheit zugute kommt. Aber auch der Bürgergesamtheit kann es nicht schwer fallen, die guten Ratschläge der Reichs- gesundheitswoche in dauernd nützlicher Weise anzu- wenden, wenn mit Ernst und Großzügigkeit an die Umsetzung der Worte in Taten herangegangen wird. Nutzanwendungen des Gesagten lassen sich nach vielerlei Richtungen ziehen. 2lus dieser Vielfältigkeit möchten wir heute nur eine Folgerung als be - sonders dringlich für unsere Stadt, aber auch für zahlreiche andere Gemeinwesen hervorheben: Schafft Luft - und Sonnenbäder, sorgt für gute Wasserbäder, errichtet ein­wandfreie Kinderspielplätze!

Ueber die Notwendigkeit derartiger Einrichtungen für die Dolksgesundheitspflege brauchen wir in die­sem Zufamenhang nichts weiter zu sagen. Wir möchten uns hier mit einigen Möglichkeiten zur Ver­wirklichung dieser Forderungen in Gießen beschäf­tigen. Der Männerbadeoerein hat zwar heute schon eine Abteilung feines Geländes an der Lahn für Luft- und Sonnenbäder bestimmt, aber dieser Platz ist für die Inanspruchnahme durch breitere Volks­schichten zu klein, denn er ist in erster Linie nur für die Vereinsmitglieder zu beschränktem Gebrauch be­rechnet, und im übrigen weist er u. W. auch nicht die Mittel auf, die ein zeitgemäßes Luftbad haben muß: einige Turngeräte, wie z. B. Reck und Barren, einen Bauspielplatz, Dusche usw. Ein zeitgemäßes, allen Ansprüchen genügendes Luft- und Sonnen­bad zu schaffen ist u. E. Aufgabe der Stadt, die mit einer solchen Einrichtung einem dringlichen gesundheitlichen Interesse der Einwohnerschaft ae° nügen würde, im übrigen damit aber auch eine An­lage schüfe, die sich zum mindesten selber tragen dürste. Die Geldfrage würde hierbei nicht allzu stark ins Gewicht fallen, da man dieses Bad auf städtischem Grundeigentum errichten und für die Holzbauten den Stadtwald dergestalt zu Hilfe neh­men könnte, daß man fertige Balken, Bohlen, Bret- ter, Pfosten usw. von einem Sägewerk im Austausch

Flachgräber auf den Balearen.

Von E. Seeger, Kiel.

Auf den beiden balearischen Inseln Mallorca und Minorca findet man im flachen Felsboden aus» gehauen oder ausgeschnitten flache, längliche Ver­tiefungen, deren Kanten zum Teil noch recht gut erhalten sind und auf eine einstige sorgfältige Be­arbeitung schließen lassen. Es sind Flachgräber aus der Bronzezeit, nach der spanischen Provinz Oler- dula, wo man sie zuerst und in vollendetster Form fand, olerdulanische Flachgräber genannt. Auf der kleineren Baleare Minorca sind sie in besonders großer Zahl vorhanden und bilden ganze vorge­schichtliche Friedhöfe, die stets außerhalb der zyklo­pischen Mauern liegen, welche die prähistorischen Niederlassungen umschlossen. Die Gräber sind ver­schieden groß, bald für Erwachsene, bald für Kin­der bestimmt gewesen, bald auch sind drei oder mehr Leichen darin bestattet worden. Sie haben jedoch nicht, wie die Gräber von Olerbula, einen besonderen Ausschnitt für Kopf und Schultern, son­dern sind nur am Kopfende breiter und tiefer, als am Fußende, das oft so schmal ist, daß gerade zwei Füße nebeneinander Platz haben. In einigen dieser Gräber hat man, in die spärliche Erde ge­bettet, welche sie ausfüllt, Menschenknochen gefun­den. Die großen Decksteine, mit denen sie bedeckt waren, sind längst verschwunden, höchst wahrschein­lich wie so viele uralte Zeugen längst vergangener Zeiten dort, zum Bau von Straßen und Häusern verwendet. Doch können sich einzelne Leute noch an die großen Felsenplatten erinnern. Gewiß sind auch viele der Gräber selbst der Hacke der

Preußen.

Hreis Weirlcrr.

ZJ Wetzlar, 29. April. Die Kreisoerwal- t u n g hat den Etatsentwurf für das Rech­nungsjahr 1926 den Mitgliedern des Kreistages zugehen lassen. Die Beratungen im Haushaltsaus­schuß werden sofort aufgenommen. Die entscheidende Kreistagssitzung soll bereits am 12. Mai stattfinden. Ob dies bei der Fülle des Stoffes möglich fein wird, steht heute noch dahin. Interessant ist auch hier, daß die Endsummen des Etats gegen das Vorjahr b e - deutend gestiegen sind. So hat sich die Summe der Kreis- und Provinzialsteuern mehr als verdop­pelt und betägt rund 620 000 Mk. Auch die Be­triebe des Kreises, wie der viel umstrittene Leu ner Steinbruch, erfordern erhöhte Z u - s ch ü s s e. Wie bei einem solch vermehrten Steuer­betrag der Etat der Bürgermeistereien unb besonders der Stadt Wetzlar ausgeglichen werden soll, ist eine Frage, die den zuständigen Körperschaften noch viel Kopfzerbrechen verursachen wird. Es wird Sache des Haushaltsausschusses fein, die einzelnen Positionen einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen und Ab­striche von beträchtticher Höhe zu machen, weil sonst die Gemeinden vor die größten Schwierigkeiten ge­stellt sein werden. Die Erhöhung der steuerlichen Umlage dürste in erster Linie auch hier auf die starke Zahl der zu unterstützenden Erwerbslosen zu- rückzufijhren sein, die besonders im Kreise selbst groß ist. Da die Stadt Wetzlar im vorigen Jahre allein 47 Prozent aller Kreissteuern aufzubringen hatte, so dürfte sie bei gleichen Sätzen im neuen Jahre mit einem Belastungsbetrag von

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