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öer moletularbifperfen Lösungen nähern. Ferner müssen die Aussagen, die die Molekulartheorie über das Verhalten gelöster Stosse macht, auch auf diese „Riefenmoleküle" übertragbar und an ihnen, da sie der Beobachtung auf jeden Fall leichter zugänglich R werden können, experimentell prüf«
l Damit eröffnet sich aber ein Weg, überhaupt zu einer experimentellen Bestätigung der atomistischen Darstellungen zu gelangen. Diesen Weg folgerichtig gegangen zu sein, ist nun das Hauptverdienst der drei Forscher, die mit kühnem Mute zu ihrem Ziele oorgedrungen sind, geleitet von der Theorie der Lösungen, wie sie von v a n ’ t Hoff, 91 e r n ft und, insbesondere diesem Ziele zugewendet, von Einstein und v. Smoluchowski ihnen an die Hand gegeben worden ist. Lernen wir nun den Anteil jedes einzelnen Preisträgers an der Lösung dieser Ausgabe in großen Zügen kennen.
Mit der Konstruktion des U l t r a m i k r o s k o - pes durch S i e d e n t o p s und Z s i g m o n d y wurde der Kolloidchemie eines ihrer allerwichtigsten Werkzeuge beschert. Es hat die Aufgabe, Teilchen noch sichtbar zu machen, die in einem gewöhnlichen Mikroskop nicht mehr wahrgenommen werden können, --ein Gedanke, wie der aller genialen Er- sindungen, ist recht einfach: Es wird mittels eines Linsenjystems in dem in einer kleinen, gläsernen Beobachtungskammer befindlichen Sol ein horizontal verlaufender Faraday-Tyndallkegel erzeugt und von oben, also senkrecht zur Richtung des ein« fallenden Lichtes, durch ein Mikroskop beobachtet. Wäre die Lösung molekulardispers, mithin „optisch leer", so würde das Gesichtsfeld dunkel bleiben, da ia fein Licht in das Beobachtungsmikroskop eintritt. Findet in dem Sol aber eine Abbeugung des Lichtes statt, io kann das abgebeugte Licht, das diffus nach allen Seiten zerstreut wird, ins Auge gelangen. Dabei wird in einer, bei erstmaliger Beobachtung auch ästhetisch überwältigenden, wunderbaren Erscheinung dos diskontinuierliche Wesen der scheinbar homogenen Lösung offenbart. Hören wir die Worte, mit denen Zfigmondy selbst vor etwas mehr als 20 Jahren den Eindruck beschrieb, den er beim Beschauen eines wässerigen Goldsoles erlebte: „Die kleinen Goldteilchen schweben nicht mehr, sie bewegen sich — und das mit staunenswerter Lebhaftigkeit. Wer einen Schwarm tanzender Mücken sieht im Sonnenschein, der kann sich eine Vorstellung machen von den Bewegungen der Goldteilchen im Hydrosol des Goldes. Das ist ein Hüpfen, Tanzen, Springen, ein Zusammenprallen und Voreinander- fliehen, daß man Mühe hat, sich in dem Gewirre zurechtzufinden."
Die unterhalb der mikroskopischen Sichtbarkeit gelegenen Teilchen werden zwar nicht ihrer Gestalt nach abgebildet, sie heben sich aber hell auf dunklem Grunde (Dunkelsleck) ab als die Orte, an denen die Abbeugung des Lichtes stattfindet, und sie sind, wie es die kinetische Theorie der Materie schon lange für die Moleküle vorhersagte, in ständiger, bin« und her- sahrender Bewegung begriffen, ohne einer Vorzugsrichtung zu folgen, befinden sich also im Zustande „idealer Unordnung'. Die schon von dem Botaniker Brown im Jahre 1827 entdeckte und nach ihm benannte Bewegung, die er an gröberen mikroskopischen Teilchen beobachtet hatte, kehrte hier in ungleich lebendigerem Maße wieder und wurde, um ihre theoretische Deutung als Folge des Bombardements der umgebenden Wassermoleküle anzubahnen, zuerst von Z s i g m o n d y einem eingehenderen ultramikroskopischen Studium unterzogen. Bon der kinetischen Theorie erwartete er die Lösung ihres Rätsels. E i n st e i n und o. Smoluchowski entwickelten daraufhin eine eingehende Theorie der Brownschen Bewegung, die durch P e r r i n s und Soedbergs berühmte Versuche mit mathematischer Strenge bestätigt werden konnte. Z s i g m o n d y lehrte die reproduzierbare Herstellung reiner Sole, insbesondere der so sehr geeigneten Goldsole, bildete die Verfahren zur Messung und Zählung der Teilchen aus, und errichtete als Altmeister das Gebäude der exakten Kolloidchemie, die er auch in einem hervorragenden Lehrbuche darzustellen unternahm.
• Svedber g bediente sich zu seinen Unter suchungen des Ultramikroskopes und wies in einer Reihe hervorragender Arbeiten nach, daß^alle von der leone von Einstein und von v. Smoluchowski vorhergesagten Einzelheiten von der Brownschen Bewegung erfüllt wurden. Dazu verfolgte und registrierte er die Zickzackbahnen der einzelnen Teilchen ober zählte er die von Beobachtung zu Beobachtung veränderliche Zahl der Teilchen im Gesichtsfelde, um festzustellen, daß diese Schwankungen genau den von der Molekulartheorie oorher- gesagten entsprechen. Außerdem verfolgte er experimentell den Zusammenhang von Farbe und Teil- chengröße durch das Studium von Lösungen verschiedener Stoffe, die sowohl im molekulardispersen Zustande wie auch in Gestalt kolloider Lösungen von höchstem Dispersitätsgrade auf ihre Lichtabsorption untersucht wurden. Dabei stellte es sich heraus, daß die Farbe der Sole mit abnehmender Teilchengröße sich kontinuierlich in der Richtung auf die Farbe der echten Lösungen änderte. Auch hier folgte die Theorie, indem Ak i e den Zusammenhang von Farbe und Teilchengröße entwickelte, eine Theorie, für die insbesondere von Schaum und seinen Mitarbeitern experimentelle Bestätigung erbracht werden konnte. Svedberg, ein vielfach bewahrter Meister kolloidchemischer Meßkunst, Hot seine aufsehenerregenden Ergehnisse erstmalig in seinem Buche „Die Existenz der Moleküle" zusammengefaßt.
Gleichermaßen berühmt ist das von Lottermoser übersetzte und schwungvoll geschriebene Werk von Per rin, „Die Atome", in dessen Mittelpunkt ebenfalls die zu einer wesentlichen Stütze der Atomistik gewordenen Versuche an kolloiden Systemen stehen, llrrb zwar arbeitete Perrin mit Suspensionen feiner Gummiguttkügelchen in Wasser ober anderen Flüssigkeiten. Diese Kügelchen waren immerhin so groß, daß sie bequem in einem gewöhnlichen Mikroskop wahrgenommen werden konnten. Damit war auch eine genaue Auszählung und Ausmessung möglich, jo daß Perrin über die Kennknis von Durchmesser und Gewicht des einzelnen „Riesen- moleküles" verfügte. In ähnlicher Weise wie S v e d- berg gelang es ihm, die Theorie der Brownschen Bewegung zu bestätigen, sogar tn bezug auf die Rotation, die die einzelnen Teilchen neben der fortschreitenden Bewegung ausführten. Befonderes Müffchen erregte die ebenso geniale wie elegante Methode des Sedimentation-gleich gewichtes zur Bestimmung der Loschmidt - Avogadroschen Zahl, d.h. der Anzahl der Moleküle, die in einem Gramm-Molekül eines Stoffes (z. B. in 2 Gramm Wasserstoffgas ober in 200 Gramm Quecksilber) enthalten sind. Sie wurde in Uebereinftimmung mit dem aus der Theorie der Brownschen Bewegung ermittelten Werte zu 0,6 Quadrillionen (1 O'iadr. ist eine 1 mit 24 Nullen) gesunden uyd gestattet, nun auch das absolute Gewicht eines einzelnen Atomes zu berechnen: so erhält man für das Gewicht eines Wasserftosfatomes den Wert
eines Quadrillionstels von 1,66 Gramm. — Herrin beobachtete, daß die Teilchen seiner Gummigutt- uspensionen zwar zu Boden sanken, aber nicht auf dem Grunde des Gefäßes ruhten, föntem eine von Molekularbewegung belebte „Perrinfche Atmo- jphäre" von winziger Höhenentwicklung bildeten, in der die Konzentration, wie bei der Erdatmo- phäre, nach oben nach eben demselben Gesetze abnahm, nur unvergleichlich viel schneller, offenbar um o viel schneller, als das Gewicht eines ihrer „Rie- enmoleküle" dem eines Sauerstoff- ober Stickstoff- moleküles ber Luft überlegen ist. Da die Luft erst in einer Höhe von 6 Kilometer auf die Hälfte ihrer normalen Dichte gelangt, die Teilchen^rhl in der Perrinschen Atmosphäre dagegen schon bei einer Erhebung von 6 Tausendsteln Millimeter (also einem miUiaröenmal kleineren Sprunge!) auf die Hälfte zurückgeht, so beträgt das bekannte Gewicht des Gurnrnigiittkügelchens das Milliardenfache eines Luftrnoleküles, das somit der Berechnung zugänglich ist.
Die Atomistik, eine Jahrtausende alte (frage ter Philosophie, ist dank mühevollster Forschungsarbeit, an der gerade diese drei Nobelpreisträger hervorragendsten Anteil haben, durch experimentelle Entscheidung zur sicheren Grundlage unseres physikali- chen Weltbildes ausgebaut worden. Darum wissen nicht nur die Naturforscher diesen Männern Dank.
Wirtschaft.
Das Wirtschaftsjahr 1926.
ii.
Auf dem Gebiete des Außenhandels wird man voraussichtlich mit einem Ausgleich der Gin- und Ausfuhr rechnen dürfen, wenn nicht sogar ein kleiner Einfuhrüberschuß eintreten wird. Man hat tn den ersten Monaten des Jahres, in denen teilweise nicht unbeträchtliche Akiivsaldi bekannt wurden, dies als ein erfreuliches Moment hingestellt. Diese Ansicht erscheint durchaus falsch. Deutschland ist ein eng besiedeltes Industrieland, das nun einmal trotz aller Bemühungen auf Jahre hinaus, und wahrscheinlich nie, in der Lage sein wird, sich selbst zu ernähren. Mit einer Verbesserung der Lebenslage werden auch die Konsumansprüche größer, die nur durch Zukauf aus dem Auslande befriedigt werden können. Deutschland ist aber auch auf der anderen Seite ein Industrieland mit außerordentlich knabber Rohstoffbasis. Weitere Entwicklung seiner Industrie bedeutet entsprechend Vermehrung der Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren. Man wird die Einfuhr von fertigen Waren bis zu einem gewissen Grade und vermittels einer geschickten Handelspolitik drosseln können, man wird auf der anderen Seite, wie dies bereits geschieht, auf die Ausfuhr deutscher Fertigwaren das Hauptaugenmerk richten. Ob man aber jemals dazu kommen wird, auch in Zeiten blühender Industrie einen wesentlichen Ausfuhrüberschuß zu erlangen, erscheint fraglich. Man darf nicht übersehen, daß wir heute bereits in der Ausfuhr die Vorkriegsziffer, allerdings ohne Berücksichtigung der Geldentwertung, erreicht haben, während sie in der Einfuhr bereits um ein wesentliches überschritten ist. älnsere Rohstoffbasis ist durch die Gebietsverluste ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen, und wir werden daher kaum daran denken können, jemals die Dorkriegsverhältnisse tm Außenhandel zu erreichen, die aber bekanntlich stets passiv waren. Wie gesagt, illustrieren die Außenhandelsziffern gerade des Jahres 1926 unferc Lage ganz besonders. Mit der Besserung unserer wirtschaftlichen Lage in den letzten Monaten geigen nicht nur die Einfuhrziffern für Rohstoffe und Halbwaren, sondern auch diejenigen für Lebensrnittel und Fertigwaren fast durchweg steigende Tendenz. Dasselbe gilt allerdings auch für die Ausfuhrz ffern, jedoch nur in geringem Maße für die Ausfuhrz'ffern an Fertigwaren. Bei der Betrachtung der Rohstoffausfuhr ist die Ausnahmelage bei der Kohle zu berücksichtigen, auf die zu großen Teil die Steigerung zurückzufiihren ist. Auch die Betrachtung unseres Außenhandels mit den einzelnen Ländern gibt der Ansicht, daß wir niemals in der Lage sein werden, unsere Reparativnspflicht aus Mehrausfuhr zu decken, recht. Wir sind in der Regelung unserer Verhältnisse mit den einzelnen Ländern im verflossenen Jahre ein gut Stück weitergekommen. Wir haben Handelsverträge mit einer ganzen Reihe von Ländern zum Abschluß gebracht und ratifiziert, und auch gewisse Erfolge dieser Abschlüsse lassen sich bereits fettff eiten. Gegenüber der Mehrzahl der europäischen Länder ist unsere Handelsbilanz aktiv, dies wird aber mehr als wett gemacht durch unsere Handelsbilanz mit den beiden Hauptrvhstoffländern, den ^Bereinigten Staaten und Argentinien, die beide stark passiv sind. Unferc Passivität gegenüber den Vereinigten Staaten allein ist mit 700 Mill, sicherlich nicht zu gering geschäht. Die Handelspolitik der Vereinigten S aalen wird cs uns nie gestatten, diese Verhältnisse irgendwie grundlegend zu ändern. Auch unsere Handelsbilanz gegenüber Argentinien ist mit mehreren hundert Millionen passiv, und de Tendenz in Argentinien gehl eher dahin, diese Verhältnisse noch zu verschlechtern, als zu verbessern. Die Tatsache, daß eine Reihe von Rohstoffländern der Vorkriegszeit in der Entwickttrng ihrer Industrie begriffen sind und nicht daran denken, hiervon abzulassen, wird bei der Beurteilung der Allssichten unserer Handelsbilanz immer noch viel zu wenig berücksichtigt. Mag man auch im Laufe der Zett in einzelnen Ländern von der Tendenz des übertriebenen Schutzes nationaler Arbeit abfommen, der Entwicklung der Industrien in den Rohstoffländern kann man sich nicht e.it- gegenftemmen, und gerade diese find es, die für uns als Abnehmer unserer Industrie-Produkte in erster Linie in Betracht gekommen waren. Hauptaufgabe unserer Handelspolitik ftär das kommende Jahr bleibt im wesentlichen noch die Regelung unserer Handelsbeziehungen zu Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei. Die Schwierigkeiten der Verhandlungen mit Frankreich haben sie im Verlauf erwiesen. Sie dürsten sich in der Folge vielleicht dadurch erleichtern, daß sich die Währungsverhältnisse in Frankreich zu konsolidieren beginnen. Im Zusammenhang hiermit und auch wohl als Folge einer Reinigung der Atmosphäre durch den provisorischen Vertrag mit Frankreich hat sich in den letzten Monaten unsere Handelsbilanz mit Frankreich günstig gestaltet.
Die deutsche Regierung hat im verflossenen Jahre durch eine Reihe von Maßnahmen den Gang der Wirtschaft stark zu beeinflussen gesucht. Ob immer mit Erfolg im Eime der Wirtschaftsentwicklung. mag dahingestellt bleiben. Zu erinnern ist an die Bestrebungen in der Richtung eines Preisabbaues, die man wohl ins
gesamt als euren Fehlschlag bezeichnen darf, alsdann an die Verhandlungen, die den Zweck hatten, die landwirtschaftliche Preisschere zu schließen und insbesondere den Roggenpreis in besseren Eintlang mit den Produktionskosten zu bringen. Tatsächlich ist die Schließung dieser Schere gelungen. Die Getreidepreise stehen heute im normalen Verhältnis zu den übrigen Preisen. Eine Frage ist jedoch, ob die Maßnahmen der Regierung diese Entwicklung irgendwie ausschlaggebend beeinflussen. Anzunehmen ist vielmehr, daß wir es hier mit einer natürlichen Folge der gesamten Marftlage zu tun haben. Zu erwähnen ist weiter die Schaffung einer Export-Kredi t-Versichern n g und einer gewissen Garantie des Reichs, sowie die A u s f a 11 b ü r g s ch a f t in der Lieferung nach Rußland, die unverkennbar das Geschäft mit Rußland bedeutend gehoben hat. Besonders aktiv waren die gesetzgebenden und Verwaltungsbehörden auf dem Gebiete der Sozialpolitik. Betrachtet man die Entwicklung unserer Erwerbslosenfürsorge, so ist an sich diese Aktivität begreiflich. Es hat allen Anschein, als wenn auch in Deutschland das Erwerbslosenproblem ebenso chronisch wird, wie in England. Die Er- werbslosenzisfer, die gegen Ende des Vorjahres stark im Ansteigen begriffen war, hat zwar im März ihren Höhepunkt erreicht, sie konnte aber während der günstigen Sommermonate nur verhältnismäßig gering ermäßigt werden, so daß sie jetzt immer noch um etwa eine Million höher ist als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Infolge Fortfalls der verschiedenen Saisonarbeiten ist aber gerade jetzt wieder mit einer erneuten Steigerung zu rechnen. Die Ursachen der starken Erwerbslosigkeit in Deutschland sind zu bekannt, um hier nochmals wieder aufgezählt werden zu müssen. Wie weit die Regierung durch Förderung der produktiven Erweroslosenfürsorge Linderung geschaffen hat, läßt sich naturgemäß nicht fest- stellen. Immerhin darf man annehmen, daß die verschiedenen Rötst andsarbeiten sowohl wie auch die Bereitstellung von Mitteln, um die Beschäftigung der Industrie zu heben, nicht ohne Einfluß auf die Erwerbslosenziffer geblieben sind. Die Idee der Gewerkschaften, durch Verkürzung der Arbeitszeit dem Problem beizukommen, vermag die Wirtschaft bekanntlich nicht zu folgen Einzig und allein eine gesunde Finanz-, (Steuer- und Wirtschaftspolitik dürfte in der Lage fein, durch Hebung der Kaufkraft nach innen und außen dieses Problem auf die Dauer zu lösen.
* Fusionierung in der 21 u t o m o b i l* industrie. Wie der WTB.-Handelsdienst von maßgebender Stelle erfährt, werden zum Zwecke der Rationalisierung die Siemens Schlickert G.m.b.H. und die Rationale Automobilgesellschaft A.G. ihre Kraftwagenfabrikation vereinigen. Rach Fertigstellung der in Arbeit befindlichen Serien des Protos-Personenwagens, der bisher von der Protos Automobil G.m.b.H. in Berlin Siemenstadt verkauft wurde, soll die Fabrikation in die Werkstätten der R.A.G. überführt werden. Als äußeres Zeichen des Zusammenschlusses werden künftig die in gemeinschaftlicher Arbeit her- gestellten Personenwagen den Ramen „R.A.G.» Protos" führen. Die zahlreichen in- und ausländischen Geschäftsstellen der S.S.W. werden künftighin auch für den Vertrieb der Erzeugnisse der R.A.G. und zwar sowohl für den Verkauf der Personen.- als auch für den der Lastwagen, tätig sein. Auch die Reparaturwerkstätten der beiden Firmen werden demnächst zusammen- gelegt. Für die Transaktion stehen Rm. 2 Millionen Aktien der R.A.G. mit Dividende zur Verfügung, die von dem S.S.W. übernommen werden.
Frankfurt c orsc.
Frankfurt a. M„ 29. Dez. Tendenz: Nach uneinheitlichem Beginn im Verlaufe f e ft. — Die Effektenbörse brachte zunächst infolge Glattstellungen der Spekulation in den bisher von ihr bevorzugten Mannesmann- und Stahlvereinsaktien einen Kursrückgang für sämtliche M o n t a n a k t i e n , da wohl noch keine offiziellen Verhandlungen über die Angliederung von Mannesmann an den Stahlverein fiattgefunöcn haben. Daneben setzten Großbank- a k t i e n überwiegend in mäßigem Tempo die A b - schwächung fort. Auch die letzttägige Bewegung in Scheideanstalt kam zum Stillstand, das Papier wurde um etwa 5 Proz. schwächer. Dagegen traten I. - G. - Farben heute aus ihrer bisherigen Reserve heraus und stellten sich bald in den Mittelpunkt des Interesses bei einer Kursbefestr - g u n g von 4 Prozent. Von Montanaktien wurden höher: Harpener plus 1,75 Proz., Klöckner plus 3,5 Proz., Deutsch-Lux plus 1 Proz.; dagegen waren abgeschwächt: Mannesmann minus 4 Pzr., Stahlverein minus 1,25 Prozent. Braunkohlenaktien etwa 1 Prozent befestigt. Großbankaktien setzten ihre Abwärtsbewegung fort und waren bis zu 1,5 Prozent abgefchwächt. Nur Bayrische Hypotheken- und Commerz-Bank gut behauptet. Elek- t r o a f t i e n überwiegend gut befestigt. AEG. und Lahmeyer plus je 3 Proz., Bergmann plus 2,25 Pzt. Petroleumwerte freundlicher. Erdöl plus 1,5 Prozent, Rütgerswerke plus 1 Prozent. Schifffahrtsaktien uneinheitlich. Hapag plus 0,75 Prozent, Nordlloyd minus 2 Prozent. Von variablen Werten standen Süddeutsche Zucker- a k t i e n mit Kursbesserungen bis zu 3 Prozent im Vordergründe. Autoaktien bis 0,75 Prozent höher. Bauaktien ruhig, doch gut behauptet. Von heimischen Anleihen setzten Kriegsanleihe ihre Aufwärtsbewegung fort 0,805. Von fremden Renten lagen Türken sehr ruhig.. Anatolier konnten sich auf die Rücklaussverhandlust- gen der Angora-Regierung gut befestigen. Anatolier I 34.—. Der weitere Börsenverlauf blieb fest. J.-G.-Farben stellten sich auf 324 Prozent, Harpener auf 198,5 Prozent. Am Geldmarkt ist Tagesgeld wieder leichter mit 5 Prozent. Monatsgeld blieb dagegen gesucht. Im Devisenverkehr schwächte sich Mailand gegen London auf 108,25 ab. Paris kaum verändert mit 122,5 gegen das Pfund. Die Reichsmark Hegt fest mit 20,365 gegen London und 4,1945 gegen Kabel.
Berliner Börse.
Berlin. 29. Dez. Die Tkmsahtätigkeit an den Aktienmärkten hat heute etwas nachgelassen. Die Kursbewegung war daher heute nicht so lebhaft wie gestern. Die Grund st immung blieb freundlich und für einzelne Spezi a l w c r t e fest. Die Zahl der haussierenden Dividendenpapiere reichte heute nicht mehr an die der gestrigen Spezialbeweg-ingen heran. Am M on 1 an ma r f t setzten sämtliche Braunkohlen- werte höher ein. Harpener plus 2 Proz.. Rhein. Braunkohlen plus 5,25 Proz. Trcrnsaktivns- geruchte boten für Autowerke einige Anregung. Auch für Maschinenaktien zeigte sich
etwas Interesse. Elektrowerre blieben gleichfalls gefragt. Die Kursbefestisungen betrugen etwa 2 bis 3 Proz. Dauaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Dank- und Schiffahrtsaktien blieben vernachlässigt. Am heimischen Rentenmarkt waren Kriegsanleihe weiter gefragt und höher. Die übrigen Staatsrenten lagen unverändert. Don Auslandrenten zeichneten sich Türken und Mexikaner aus. Am Geldmarkt hörte man für Monatsgeld ?Vr bis 81/» Proz., für Tagss- gelb 41/’ bis 6 Proz. Im Devisenverkehr lagen das englische Pftmd und die Reichsmark gegen Kabel weiter fest. Die übrigen Valuten waren kaum verändert.
<Bört enterte«
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlug. 1 t-Uhr.
Kura 1 Kur,
Schluh. ft in:»
Anfang fturs
Datum:
28. 12. 1 29.12.
2d. 12.
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5% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche Rcichsanlcive • 8,/a7« Deutsche ReichSanlethe 3°/0 Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svci «Prämienanleihe 4% Preußische Konsols . . . 4% Hessen...........
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Deutsche Wcrtb- Dollar-Snl- dto- Doll.-Schay-Anlretsng. .
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4% Zolltürken 5% Goldmextkauer
Berliner Handclsacsellschast. Commerz und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Dcutichc Bank Diskonto Commandit .... Dresdner Bank Metall bank ..........
Mitteldeutsche Creditbank. . Dcsieire-.chische Creditanstalt. Rcichsbank..........
Bochumer Guß ......
BuderuS........
Caro..............
Deutsch-Luxemburg CSclscnkirchcncr Bergwerke. . Harvcner Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Mannesmann . » ManSselber » Oberbcdars . • . . Pbönir Bergbau.......
Rheinische Braunkohlen. . . Rhcinstabl...........
Riebcck Montan Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke.... Hamburg-Amerika Paket. ... Norddeutscher Lloyd .... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Slnglo Cont. Knano.....
Chemische Mayer Slaptn. . . «Goldschmidt..........
Holzverkohlung. . . ff (3 Karben-Industrie. . . RütgerSwcrkc Scheideanstalt.........
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........
Elcktr. Lieferungen ..... Licht und Kraft........ Mainkrastwerke Schuckert........••••
Siemens &. Halske .....
Adlerwcrke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligcnstacdt Meguin..........
Mannheimer Motoren ....
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . MelaUgesellichaft Frankfurt - Pcl. Union A.-G Schnhsabrik Herz.......
Sichel • • .Zellstoff Aschaffenburg« • . . Zcllston Waldyof.......
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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
T e l e grap htsche Auszahlung.
28. Dezbr.
29. Dezbr.
Amtliche
Notnrung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Öklo
Bries
Amst-Roi'
161.68
168,10 1,735
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Brff.-Antw.
58,30
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5.29
5-32
5,29
5,31 4,197
Canada .
4.187
4.197
4,187
Uruguay
4.25
4,26
1.25
4.26
Tatro . .
20.886
20,912
20,866
20.918
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 29. Dez. Es wurden ‘notiert: Weizen, Wetterauer, 29.25 bis 29.50, Roggen, inländischer, 24.50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26.50. Hafer, inländischer, 19 bis 19.50. Mais (gelb) 19.50, Weizenmehl, inländisches. Spezial 0, 41 bis 41.50, Roggenmehk 35 bis 36. Weizenkleie 11.75, Roggenkleie 12. Tendenz: Ruhig.
oranksurtcr Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M.. 29. Dez. Auftrieb: 4 Rinder, 930 Kälber, 451 Schafe, 256 Schweine.
Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 80 bis 85; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 79; geringe Kälber 65 bis 69. — Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 45; mittlere Mastlämmer. ältere Mast- hämmel und gut genährte Schafe 34 bis 39; fleischiges Schafvieh 30 bis 33. — Schweine: Feftscbweine über 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 75, vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 75; von ca. 160 bis 240 Pfund Lebendgewicht 74 bis 76. — Marktverkauf: Kälber und Schafe bei anfangs lebhaftem, zum Schluß abflauendem Handel ausverkauft Schweine gedrückt und etwas Ucberftanh. Der nächste Viehmarkt sindet am Montag, 3. Januar 1927 statt.
Briefkasten der Redaktion.
iRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der
Schriftleitang.)
2fi. 33. Wir empfehlen Ihnen, einen Arzt um Rat zu fragen. Wenn Sie die Sache nur auf Nervosität zurückführen, fo wenden Sie sich am besten an einen Nervenarzt.
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