Einzelbild herunterladen

des

gemacht war, M u'n g ein

So haben die inneren Mediziner in vorbildlicher Weise jede Sitzung mit einem allgemeinen Thema begonnen, das von verschiedenen Fachleuten re­feriert und von der Versammlung diskutiert wurde. Was für Resultate dabei für die ein­zelnen Sonderfächer herausgekommen sind, wird man erst übersehen können, wenn die Protokolle veröffentlicht sind.

Größte Beachtung fanden, wie stets, die Vor­träge der Hauptversammlung. Sie sind ein Indi­kator für die Strömungen, welche die Natur- wissenschaft und Medizin der Zeit beherrschen. So ist es kein Zufall, daß die naturwissenschaft­lichen Hauptvorträge Fragen der angewandten Naturwissenschaften zum Gegenstand hatten. Der Kreislauf Wissenschaft-Technik, Technik-Arbeit, Arbeit-Wirtschaft. Wirtschaft-Wissenschast wurde von Generaldirektor Bögler in fesselnder Weise veranschaulicht. Man fühlte die Nähe eines In­dustriegebietes von Weltbedeutung. Man sah förmlich die rauchenden Fabrikschlote, Symbol« durchgeistigter Arbeit. Auch Petersens Vor­trag über die moderne Forschung aus dem Ge­biete der Nichteisenmetalle, insbesondere der Leichtmetalle, der durch eine Filmvorführung m>ch veranschaulicht wurde, gab ein treffliches Bild der immer größer werdenden Bedeutung der Aluminium- und Magnesiumlegierungen. In praktischem Nahmen bewegte sich auch der Vortrag von Escher ich über die moderne Bekämpfung pflanzlicher und tierischer Schädlinge, eine Be­kämpfung, die volkswirtschaftlich von allergrößter Bedeutung ist, da es Millionen- und Milliarden- werte sind, die der Wirtschaft durch systematische Anwendung vor allem arsenhaltiger Stoffe er­halten werden können. Nochs Vortrag über

besichtigten im Anschluß daran das Institut für Schiffs- und Tropenrrankhelten. Heute abend wer­den sie der Eröffnungsvorstellung des Stadt- theaters beiwohnen. Für Mittwoch ist u. a. die

Besichtigung der Elektrizitätswerke und Gppendorfer Krankenhauses vorgesehen.

Spuren dec Berliner 3uroe(enräuber.

und Kleingebäude in Asche. Mehrere Wohn­häuser wurden außerdem noch beschädigt. DaS Feuer breitete sich sehr schnell aus. Dem Müh­lenbesitzer Schade verbrannte ein Zugpferd, und ein paar Schweine und alles Kleinvieh. Nach fieberhafter Arbeit gelang es schließlich, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Noch am Abend war der Brand weithin sichtbar. Lieber die Entstehung des Feuers ist noch nichts bekannt.

Grohfeuer im Hunsrück.

In Roxheim bei Kreuznach entstand in der Scheune des Landwirts Fuchs wahrscheinlich durch Selbstentzündung von Heu ein Feuer, das sich rasch auch auf das Wohnhaus und die Stallungen verbreitete. Das ganze An­wesen wurde völlig eingeäschert. Das Feuer griff dann auch auf zwei benachbarte Häuser und drei Scheunen über, die ebenfalls fast völlig n i e d e r b r a n n t e n. Der Schaden ist sehr erheblich und nur zum Teil durch Ver­sicherung gedeckt.

verworfene Revision.

Der Buffetier Edwin Delling aus Alten­burg war am 5. Iuli vom dortigen "Schwurgericht w e gen Mo rdversuchs zu drei Iahren neun Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Delling versuchte am 8. April seine Frau mit einem Strick zu erdrosseln. Gegen das Urteil war R e v i s i o n eingelegt worden, wobei geltend gemacht war daß während der Verhandlung ein Geschworener schlief. 5)ie Ermittelungen ergaben jedoch, daß der Geschworene nur ab u n d z u die Augen schloß, um mit ruhiger Ueberlegung der Verhandlung folgen zu können. Der erste Strafsenat des Reichsgettchts kam des­halb zur Verwerfung der Revision und bestätigte das Urteil der Dorinstanz.

sehen wollte, dem wurde die Arbeit nicht leicht gemacht, denn man toutbe von den nahezu 1000 Vorträgen, die in den 34 Sektionen abgehallen wurden, beinahe erschlagen. Weniger wäre ent« ! m^ht gewesen. Manche Sektionen mußten die Rededauer auf 6 bis 10 Minuten beschränken. Sin Vortrag nach dem anderen wurde mit der Uhr in der Hand losgelassen, und das Wert­volle verschwand unter dem Mittelmäßigen.

Peinlich berührte uns auch das laute Vor­dringen der industriellen Reklame. Eine statt- urT Lummer derklinischen Wochenschrift", die als offizielle Festschrift der medizinischen Aka- öemie in Düsseldorf überreicht wurde, entpuppte sich als em Inseratenbündel, unter dem der Text säst verschwand. Das offizielle Programm war 3yertl5cn durchsetzt, daß man sich kaum zurec^fand. Das ist ein Unfug, den Sauer- bruch m seinem Vortrag mit Recht brandmarkte uud der spontan« Beifall, der er dabei fand, be- wies daß er die allgemeinen Empfindungen der Versammlung wiedergab.

. Diese Uebelstände zeigen, daß es nicht ge- nugt, in traditionellen Bahnen weiterzuschreiten sondern daß es Zeit wird, neue Weg« zu suchen' wenn die Ralursorscherversammlungen auch küns- mmpnfrhn?J l9^^nxnt):Un[t deutschen Natur- KL nI? J? un.?r ^dizin und ein Symbol deut- feyen Kulturwillens sein wollen.

- fuan ein Bild von den greifbaren Er- 2fen der Tagung geben, so ist man vor eine Ä' % Aufgabe gestellt. Verschiedene Sek- ttonen haben durch Referenten «iiizelne The- das^ behandeln lassen, ein Vorgehen,

I das allen Sektionen sehr zu empfehlen wäre.

Die Umbildung destfchechifchenKabinetls

Prag, 28. Sept. (Wolff.) Der Führer der tschechischen Aorarpartei S v e h l a, hat sich zum Präsidenten M a s a r y k begeben, um ihm über die Stärkeverhältnisse im Parla­ment Bericht zu erstatten und ihm Vorschläge für dir Umbildung des Kabinetts zu unterbreiten. Das parlamentarische Herbstprv- gramm umfaßt den Staatsvoranschlag. Gesetze über die Steuerreform, über die Bauförderung, über daS Wahlrecht der Soldaten sowie gegen den Wucher. Bisher ist eine national- bürgerliche Mehrheit gesichert. In dem umgebildeten Kabinett sollen die Minister Cerny (Inneres), Denesch (Aeußeres) und Englisch (Finanzen) verbleiben. Ob es auch zu einer nur teiltveisen Parlamentarisierung des Beamtenkabinetts Eonnncn wird, steht noch nicht fest. Die deutschen Mehrheitsparteien würden nur in ein vollständig parlamentari­sches Kabinett Vertreter entsenden, wobei auch die Frage der Besetzung hoher Beamtenstellen durch Deutsche zu lösen wäre. Die tschechi­schen Nationaldemokraten fordern mit Rücksicht auf ihren faszistischen Flügel eine rein tschechische parlamentarische Regierung,_ wel­cher die deutschen Parteien ihre Unterstützung gewähren sollten. Die tschechischen Agrarier und Gewerbler sind bereit, die Brücken zu den in der Opposition befindlichen tschechischen Sozia­listen nicht völlig abzubrechen. Die Deutsch- nationalen verhalten sich zwar gegenüber der Mehrheitspartei und den übrigen deutschen bürgerlichen Parteien grundsätzlich ablehnend, wollen aber die praktischen Erfolge dieser Politik vorläufig abwarten.

Die Krisis in Polen.

Der Kampf zwischen Regierung und Sejm.

Warschau, 28. Sept. (WTB.) Ministerpräsi­dent Bartel hat heute nachmittag in der Frage des Streits zwischen der polnischen Regierung und dem Landtag eine Besprechung mit Sejmmarschall Rataj gehabt. Es wurde beschlossen, daß am Don­nerstag auf jeden Fall eine Sejmsitzung abgehalten werden soll. Wahrscheinlich wird Ministerpräsident Bartel mit einer kurzen Erklärung hervortreten und dann die Vertrauensfrage stellen. Die Taktik der Regierung soll auf eine baldige Auflösung der gesetzgebenden Körperschaft abzielen. Im Se - n a t haben die Oppositionsparteien des Budget- aesetz für das 4. Quartal im Senat zu Fall g e bracht, indem sie den Gesamtetat von 484 Mil­lionen auf 450 Millionen herabsetzten. Dieser gegen die Negierung gerichtete Antrag 'wurde im Senat mit 40 gegen 37 Stimmen bei sechs Enthaltungen angenommen. Ein Antrag der Nationaldemokraten, das Budget überhaupt zu verweigern, wurde vorher mit 44 gegen 36 Stimmen bei sieben Stimmenthal­tungen abgelehnt. Alle Abstimmungen waren na- meutlich. Die Folge der Abstimmung ist, daß die Vorlage noch einmal an den Sejm zurück­geht, was von den Oppositionsparteien offenbar beabsichtigt war, um auf diese Weise noch eine Sejmsitzung herbeizuführen und so den Sejm zu zwingen, zu der Wiederernennung der Regierung Bartel in völlig unveränderter Zusammensetzung nach dem Mißtrauensvotum gegen den Innen- und Unterrichtsminister Stellung zu nehmen.

Kadineliskrifis in Griechenland.

Athen , 28. Sept. (W.T. D. Funkspruch.) Die Führer sämtlicher politischen Parteien erschienen t heute beim Präsidenten der Republik, Kon- d u r h o t i s, bei dem sich auch Ministerpräsident < Kondylis eingefunden hatte, um u.a. über den Wahlmodus für die nächsten Parlamentswahlen und ferner darüber zu beraten, ob das gegen­wärtige Kabinett die Geschäfte weiterführen solle. Ein Einvernehmen zwischen den politischen Führern konnte in diesen lange andauernden Beratungen nicht erzielt werden. Ministerprä- Hi'ent Kondylis bot darauf dem Präsidenten der Republik, um diesem seine Aufgabe zu erleich» .lern, den Rücktritt des Kabinetts an. Der Präsident der Republik behielt sich seine Entscheidung vor.

x Die ßantmrbeiterfrage.

Ersatz ausländischer durch deutsche Arbeitskräfte.

Berlin, 28. Sept. (Wolff.) Die Reichs­regierung hat beschlossen, im Rahmen des Ar- beitSbeschaffungsprogramms und im Einverneh­men mit der preußischen Staatsregierung die Zahl der in der Landwirtschaft be­schäftigten Ausländer erheblich e i n- zuschränken. Das Genehmigungsverfahren für die Zulassung ausländischer Landarbeiter wird für 1927 deshalb bereits jetzt in Angriff ge­

Einllückblickallfi>ie89.versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte.

Don Prof. Henry E. Sigerist, Direktor des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Leipzig.

Die Tagung ist zu Ende. Die vielen Tau­send« von Teilnehmern haben sich in alle Winde zerstreut. Still ist es deswegen in D ü s s e l d o r f doch nicht geworden, denn noch drei Wochen flattern die Fahnen über der Gesolei, und ziehen Schulen und Verein« aus ganz Deutschland ein. Roch wird Kongreß auf Kongreß abgehvlten.

' Trotz des wahrhaft glänzenden Empfanges, den die Stadt Düsseldorf uns bereitete, ist man auch von dieser Tagung mit gemischten Gefühlen nach Hause zurückgekehrt. Der einstige Haupt- zweck der Versammlung,den Naturforschern und - Aerzten Deutschlands Gelegenheit zu verschaffen sich persönlich kennen zu lernen", wird durch die von Tagung zu Tagung größer werdende Teil- neymerzahl immer schwerer erreichbar. Auch der größte Saal ist heute nicht mehr imstande, die Hörer der Hauptversammlung zu fassen, und die Hebertragung der Vorträge durch Rundfunk und Lautsprecher auf einen zweiten Saal ist zweifel­los keine ideale Lösung, da der Kontakt mit dem Dedner dabei verloren geht. Aus den stillen Gelehrtenzusammenkünften sind Feste geworden zu denen Diele Mitglieder mit der ganzen Fa­milie hinziehen.

Wer sich nicht nur für sein Spezialfach inter­essiert, sondern sich auch in Nachbargebieten um­

Der Prinz am Fenster.

Dem demokratischem ^Berliner Tage­blatt" entnehmen wir folgende Geschichte:

DaS Schloß von T a r o s p ist, wie in jedem Reisebuch zu lesen ist, eine Sehenswürdigkeit. Es liegt sehr schön auf einem Berg, der die ganze Gegend beherrscht, hat geschichtliche Erinnerungen, wurde von einem der klügsten Selfmademen der letzten fünfzig Iahre, dem verstorbenen Geheim­rat Lingner, mit Künstlergeschmack ausgebaut und gehört nun durch Vermächtnis dem früheren G roß Herzog von Hessen. Der abgedankte Fürst, der keinen Feind in seinem Lande hatte, wohnt mit seiner Familie im Sommer auf Tarasp und ist bei den Schweizer Nachbarn sehr beliebt, weil er ein freundlicher und bescheidener Herr ist.

»Der selige Geheimrat war viel vornehmer als der Großherzog", erzählt« ein Mann aus dem Dorf am Schloßberg.Man mutz schon sagen, der Herr Lingner verstand sich bester aufs Regieren."

Nun, jetzt hat der Großherzog nichts mehr zu regieren und er scheint sich dabei sehr behaglich zu fühlen. An sonnigen Tagen liest und arbeitet die Familie im Garten, am Abend sitzen alle in dem großen Saal mit der Orgel zusammen, aus dessen Fenstern der Blick nach allen Seiten in die Ferne fährt. Viel Schönheit ist da zu sehen, toemt die Sonne sinkt und die Nacht ihren Starnen- mantel um die Berge schlägt. Zuweilen aber sieht der Mensch am Fenster, der andächtig vor der Grötze dieser Landschaft steht, auch Menschliches, was nicht schön ist, sondern erschreckend und furchtbar.

So erging es dem ältesten Sohn des Groh- na. D. an einem Spätabend im August. Er über nach der Landstrahe, di« von getan nad) Schuls fuhrt, es gewitterte stark und durch den stürzenden Regen zuckten die Blitze. Drüben flog ein anderes Licht über die Chaussee, der weiße Glanz eines Scheinwerfers. Da fuhr ein Mensch in rasender Eile sein Auto nach Schuls. Plötzlich verschwand das weiße Licht, ein donnern­des Krachen klang dumpf über den Inn, und dann war nut Sturm ringsum, fein Menschenlaut.

,,Ein älnglück', dachte der junge Prinz, lief zum Telephon und rief den Amtsvorstand von Schuls an. Es war auch ein älnglück: ein Bade­arzt von Schuls war in der Nacht zu einem Kranken gefahren, der Führer des Wagens, vorn Regen geblendet, fuhr an einer gefährlichen Bie­gung über den Weg hinaus und der Wagen mit feinen Insassen stürzte den Abhang hinab.

Der Arzt lebte noch, als Hilfe kam Aber er hatte über eine Stunde im kalten Wasser gelegen und konnte die Lungenentzündung, die er sich ge­holt hatte, nicht überstehen.

Allgemein war die Trauer. Nur wenige aber wissen es, daß der erste, der das Unglück ge­meldet hatte, der junge Prinz gewesen ist. Denn er hatte sofort gebeten, nichts von seinem Anruf zu erzählen, und dabei das hübsche Wort gesägt:

Papa will es nicht, daß wir irgendwie Auf­sehen machen."

Solche Bescheidenheit ist selten und deshalb wird hier die Geschichte erzählt. Denn wir haben von manchen Prinzen gehört, di« ziemlich unlieb­sames Aufsehen gemacht haben.

nommen. Da es in vielen Fällen für di« von der Kontingentsverkürzung betroffenen Arbeit­geber finanziell nicht tragbar fein dürfte, den Ausfall der ausländischen Arbettskräfte durch den Dau von Werkwohnungen für neu anzusetzende Deputatfamilien auszugleichen, entschloß sich das preußische Wohlfahrtsminister ium zu einer Son- dermaßnahme. Auch im Rahmen dieser Sonder- maßnahm« toirb jedoch dem Dau von Land- arbeltereigenfceimcn unter Errichtung von Heimstätten auf genossenschaftlicher Grund­lage besondere Aufmerksamkeit au widmen sein. Hierbei erklärt sich der Wohlfahrtsminister be­reit, den Bau von Werkwohnungen für die ' einzustellenden deutschstämmigen Landarbei­terfamilien durch Bewilligung von Zus atz da r- leben über den böchstzulässigen Förderungs­betrag hinaus zu erleichtern. Voraussetzung hier­für ist jedoch, daß in jedem Einzelfall durch die Erstellung der im Rahmen der Sondermaßnahme verstärkt geförderten Werkwohnung nachweislich eine entsprechende Anzahl auslän- discherLandarbeiterzugunstendeut- scher Landarbeiter abgelöst wird. Die Höhe des Zusatzdarlehens wird auf 10 Rm. je Quadratmeter Wohnfläche und 5 Rm. je Qua­dratmeter Stallfläche festgesetzt. Alm die sofortig« Einstellung deutschstärnmiger Ersatzkräfte zu er­leichtern, ist der Wohlfahrtsminister ferner be­reit, auch für die Einrichtung von Behelfswoh>- nungen zur vorläufigen Unterbringung solcher Landarbeiterfamilien Förderung aus den Mitteln der Sondermaßnahme zu gewähren.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Vor einer neuen Nede Sikverbergs.

Berlin, 28. Sept. Auf der Tagung deo Ver­eins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen von Rheinland und Westfalen am 1. Ott. in Düsseldorf werden Kommerzienrat R e u s ch und Generaldirektor Silverberg sprechen. Am 14.Oktober vormittags findet eine Sitzung des Präsidiums des Reichsoer,bandcv der deutschen Industrie statt, und am Nach­mittag des gleichen Tages wird der erweiterte V o r st a n d des Verbandes tagen. Die Sitzungen, so heißt es imBerliner Tageblatt", sollen Klar­heit darüber schassen, in welchem Umfange der Reichsverband der deutschen Industrie die Ini­tiative zu einer praktischen Zusammen­arbeit zwischen Unternehmerschaft und Arbeiter­schaft ergreifen wird.

Cherno-Therapie und der vielbeachtete Vortrag pon A* ? a " b über Genußgifte waren vorzüg- un9en behandelten Gebiete.

2lber die Hauptversammlungen wollen nicht nur Que^r chnitte durch die Wissenschaft der Zeit geben. Sie wollen auch der Zukunft norarbel- m?-c.r^DJcn Kmrnend di« Stimm« erheben, wo Mißstande sich bemerkbar machen. In dieser Richtung sprachen der Heidelberger Pathologe E r n st und der Münchener Chirurg Sauer- re nr $n pathetischen Worten erging sich !?rnst über das morphologische Bedürfnis. Bon historischen Aleberlegungen ausgehend, zeigte er wie der anatomische Gedanke die Denkform un­serer Medizin ist, die ohne Schaden nicht ver- lassen werden darf, und er schloß mit einem kraftvollen Bekenntnis zu Goethe.

Sauerbruchs temperamentvoller, häufig von Beifall unterbrochener Vortrag über Medizin und Naturwissenschaft war vielleicht der Höhe­punkt der Tagung. Wie einst Biers viel­besprochener Vortrag über Homöopathie, war er ein Symptom der Krise, in der sich die Medizin heut« befindet. Von der jungen Generation rest­los bewundert, von der alten geschmäht, wird Sauerbruchs Vortrag noch zu vielen Diskussionen Anlaß geben. Sauerbruch macht« sich zum Sprachrohr der immer größer werdenden Zahl von Aerzten, die in der Medizin mehr als nur angewandte Wissenschaft erblicken, für die das Heilen eine Kunst ist, die nur von einer starken, impulsionsfähigen Persönlichleit ausgeübt werden kann. Es war ein Glockenschlag, der weithin tönen wird.

Aus aller Wett.

Die Ursache der Thphusepideurie in Hannover.

wie das Presseamt der Stabt Hannover mitteilt, hat die Stadtverwaltung 50 Brunnen in den verschiedenen Stadtgcgenden durch das Chemische Untersuchungsamt untersuchen lassen. Die Unter­suchung hat ergeben, daß das wasser von 13 Brun­nen zur Benutzung als Trinkwasser nicht geeignet sei, und das von 21 weiteren Brunnen als verdächtig angesprochen werden könnte.

Schweres Unwetter in Italien.

Ein schweres Unwetter hat in Nord- und Süditalien, vor allem im Bezirk Brindisi, schweren Schaden ungerichtet. Die Flüsse sind über die Ufer getreten und haben die Felder überschwemmt. Der Gesamtschaden wird nach den ersten Schatzungen aus 10 Millionen Lire an­gegeben. Auch im Trentino und in V e n e - t t_e n hat bas Unwetter stellenweise sehr arg ge­testet. Die Stadt Triest liegt infolge der Unter­brechung der Lichtleitung vollständig im Dunkeln. Der Strahenbahnverkehr mußte eingestellt wer­den. Die Straßen waren in Wildbäche ver­wandelt, da die unterirdische Kanalisation das strömende Wasser nicht mehr aufnehmen konnte. Auf dem Verdiplah drang das Wasser mit einer solchen Wucht in die Kaffeehäuser und Verkaufs­läden, daß die Tische und Stühle bis zum Meer weggeschwemmt wurden. Der Eisenbahnverkehr blieb einige Zeit unterbrochen. Das Wasser des Isonzo ist stark gestiegen. Die Feuerwehren ar­beiten ununterbrochen am Dau von Schuh- dämmen. In Motta di Livenzo hat ein Ge­wittersturm zahlreiche Häuser abge­deckt und Kamine weggesegt. Mehrere Menschen kamen zu Tod«.

holländischer Bürgermeisterbesuch in Hamburg.

Die Bürgermeister der Städte Amster­dam, Rotterdam, Arnheim und Zut- P h e n sind zu mehrtägigem Besuch in Hamburg eingetroffen, um am Hafen die Organi­sation des Gesundheitswesens und andere städtische Einrichtungen kennenzulernen. Arn Montag statteten die Herren in Begleitung des holländischen Generalkonsuls dem Senat einen oftiziellen Besuch im Rathaus ab, wo sie von dem Ersten Bürgermeister Petersen emp­fangen wurden. Am Dienstag vormittag unter­nahmen die Gäste unter Führung des Senators Dr. Buchard Motz eine Hafenrundfahrt und

Wie dasB. T." hört, verfolgt die Polizei eine wichtige Spur, die aller Wahrscheinlichkeit nach zur Aufklärung des Iuwelenrcrubes in der Tauenyienstraße führen wird. Mehrere Berliner Kriminalbeamte sind nach anderen Städten ent­sandt worden, um dort wichtig« Feststellungen zu treffen. Rach den eingelaufenen vielen An­zeichen scheiitt es sich um internationale' Verbrecher zu handeln. Nach einer anderen Meldung teilte eine Frau der Berliner Polizei mit, daß ihr in einem Vorortzug Kauls­dorfBerlin ein Mann, auf den die Personen- beschrelbung eines der Täter paßt, eine Pla­tin k e 11 e mit einem groschenförmigen Smaragd zum Kauf angeboten habe. Ein solches Schmuckstück befindet sich auch unter den geraubten Iuwelen. Di« Polizei neigt daher der Ansicht, zu, daß es sich bei dem Raubüberfall um Ber­liner Verbrecher handelt.

Cin Iuwelendleb verhaftet.

Durch die Aufmerksamkeit der Empfangschefs konnte im Berliner Eden-Hotel ein langgesuchter internationaler Iuwelendieb, der unter verschiedenen Namen auftrat und sich im Eden-Hotel als Kaufmann Flatow eingetra­gen hatte, auf frischer T a t ertappt und von Kriminalbeamten verhaftet werden. Der Verbrecher hatte vor einiger Zeit im Hotel Bristol Schmuckgegenstände von hohem Werte erbeutet.

Jör 70 000 Mark Postwertzeichen gestohlen.

Im Hauptpostamt Eßlingen wurde ein schwe­rer Einbruch verübt. Der Täter, der die Oertlichkeit zuvor genau ausgekundschaftet hatte, öffnete mit Bohrer und Brecheisen die Behältnisse, in denen größere Vorräte an Postwertzeichen, Steuer- und Versicherungsmarken verwahrt waren. Als abhan- den gekommen sind festgestellt für insgesamt 70 000 Mark Wertzeichen.

Tin Radfahrer als Mörder.

Auf tragisch« Weise den Tod gefunden hat der Werkstättenarbeiter Holstein aus Pallien bei Trier. Mit seiner Braut unternahm et einen Ausflug. Als beide sich auf dem Heimwege befan­den und es schon zu dunkeln anfing, begegneten ihnen auf der Bitburger Straße drei Radfah- ter, die ohne Licht fuhren. Während einer der Radfahrer sie anrempelte, soll Holstein die Aeuße- rung gemacht haben, es sei doch Vorschrift, in der Dunkelheit Licht zu machen. Der betreffende Rad­fahrer zog als Antwort den Revolver und gab auf Holstein drei Schüsse ab, wovon einer ihn in den Hinterkopf traf. Holstein brach auf der Stelle tot zusammen. Es ist noch nicht gelungen, den Täter zu fassen.

Ein verbrechen im Eisenbahnzug.

Aus dem Bahnkörper im Gleise Trois­dorfWahn in der Nähe des Kilometer­steines 17.7 wurde eine weiblich« Leiche aufgefund«n. Die Nachforschungen ergaben, daß die Tote aus dem Eilzug 86, vermutlich in ver­brecherischer Absicht, hinausgeworfen worden war. Im Eisenbahnabteil wurden in Siegen Dlutspuren an Bank und Fenster fest- gestellt. Nach den bei der Toten Vorgefundenen Papieren handelt es sich um di« etwa 20jährige Luise R ü b f a tn e n aus Daaden, die In M.- GladbachWaldhausen beschäftigt war. Von dem Vorfall wurden sofort die Staatsanwaltschaft Köln und die Polizeibehörde in Sieglar durch die Eisenbahndirektton verständigt.,

von einem Automobil überfahren.

In der Nacht zum Montag wurden auf der Landstraße KölnBonn ein 25jähriger Schiffer und eine 19jährige Arbeiterin, die sich auf dem Heimwege von einer Kirmesvercmstaltung in Urfeld befanden, von einem Kraftwagen überfahren und schwer verletzt, so daß beide kurz darauf st a r b e n. Der ober die in Frage kommenden Kraft­fahrer sind unerkannt entkommen.

Schweres Autounglück.

Ein dem Weinhändler Faber aus Gerolstein gehörendes Auto mit zwei Insassen sttirzte in­folge Reifenbruchs zwischen Büdesheim und Lessingen in voller Fahrt die Böschung hin­unter. Der Sohn war sofort tot, während der andere Insasse, der Kaufmann DIisen aus Gerolstein, schwer verwundet wurde und nach einigen Stunden st a r b. Die LInglücklichen waren bis zur älickeimtlichkeit entstellt.

Großseuer.

Am Sonntagnachmittag entstand in Beuren bei Worbis (Kassel) ein Großfeuer. Die Teich­mühle brannte in kurzer Zeit lichterloh. Ein Wohnhaus, Stallungen und Scheune wurden ein- geäschert. Da das Feuer zu spät bemerkt wurde, griff es auf die Nachbargruirdstücke über und legte weitere vier Scheunen, einige Stallunge^