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Worten be* Präsidenten Henkel für die gast­liche Aufnahme und einem Schlußwort von Lehrer Sauer- Ober-Lais, worin er einen baldigen Gegenbesuch in Gedern in Aussicht stellte, um die freundnachbarlichen Beziehungen weiterzu­pflegen.

ld. AuS dem Vogelsberg, 28. Juli. Ginige Gutsbesitzer und Gutspächter des Dogels- berges sind im Laufe der letzten Jahre dazu übergegangen, an Stelle der offenen die einge- zäunte Weide zu sehen, die einmal den Hirten entbehrlich macht, dann aber auch das Drauhen- bleiben des Viehes zur Rachtzeit gestattet. Der Gedanke der Modernisierung des Weidebetriebs wird zurzeit im Gebiete des vorderen Vogelsberges lebhaft erörtert, besonders in Gemeinden, in denen man kaum noch den Weidegang kennt. Hier, wo viele Bauern, meist Kleinbauern, sich eben vom Diehhalter zum Viehzüchter entwickeln, hat man die Wichtig­keit des Freiluftaufenthaltes und Weideganges für die Viehzucht erkannt und arbeitet an der Wiederkehr des im Laufe der letzten Jahr­zehnte immer mehr verminderten Weidebetriebes, allerdings in zeitgemäßer Ausgestaltung. Das Vorgehen der Gemeinde 11 [ f a, inmitten eines Waldwiesengrundes eine größere genossenschaft­liche Viehweide zu schaffen, wird viel besprochen und findet lebhafteste Zustimmung. Geeignete Wiesenflächen, die an einem Wasserlans liegen und somit über eine natürliche Tränke verfügen, sind überall vorhanden. Die Kosten der Ein­zäunung fallen kaum ins Gewicht, da ein großer Teil der Vogelsberger Gemeinden Woldbesih hat. Die Viehbesiher in den Gemeinden des höheren Vogelsbergs mit ihrem reicheren Viehbestand und ausgedehnten Weidebetrieb auf großen Weide­flächen müßten, da die Viehzahl für eine ge­nossenschaftliche Weide zu groß würde, zur An­lage von Einzelweiden schreiten, die auch viel­leicht nur in arbeitsreichen Erntezeiten benutzt würden, um die Arbeitskraft, die jeder Vogels­berger landwirtschaftliche Betrieb, und sei es der kleinste, täglich für den Weidebetrieb braucht, als Erntearbeiter verwenden zu können. 3n müßigen Zeiten wären dann tagsüber die nicht eingezäunten Weiden zu befahren, denn bei der Kleinheit der Parzellen in Vogelsberger Dors- gernarkungen verfügt jeder Dauer über mehrere zerstreut liegende Hutweiden, die er nicht alle einzäunen kann. Erst die Durchführung der Feldbereinigung in allen Vogelsberger Feldmarken stellte jedem Bauern größere Flä­chest für modernen Weidebetrieb zur Verfügung. Als Weg zur Höherentwicklung der Vogelsberger Viehzucht und Einsparung von Arbeitskräften in den landwirtschaftlichen Mittel- und Klein­betrieben des Gebirges müßte der Gedanke der Modernisierung des Weidebetriebes von Fach­leuten einmal gründlich auf seine Verwendbar- barkeit in den verschiedensten Lagen des DogelSberaes untersucht werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wären ein zugkräftiges Thema für Vorträge der Londwirtschafts- Ämter, die sicherlich der raschen Durchführung neuzeitlicher Ideen in kleineren und mittleren Vogelsberger Viehzuchtbetrieben sehr forderlich wären.

Starkenburg.

* Darmftabt, 28. Juli. In Gernsheim unternahmen drei junge Leute in angeheiterter Stimmung nach einer Kneiperei eine Kahn- partie. Das Boot schlug um, als einer von ihnen den Mast erkletterte, und alle fielen ins Wasser. Während sich zwei ans Land retten konnten, e r trank der 17jährige Schneiderlehrling M e i st e r.

Rheinhessen.

WER. Mainz, 28. Juli. In der Flom­borner Raubmordaffäre, in der ein fremder, unbekannter Mann auf frei­em Felde ermordet, seiner Habe beraubt und in einer Feldgrube verscharrt wurde, ist, dem Mainzer Anzeiger" zufolge, eine überraschende Wendung eingetreten. Der Tat verdächtig waren bekanntlich zwei Handwerksburschen, welche zu­sammen mit einem dritten, dem angeblich Er­mordeten, durch die Alzeyer Gegend gewandert waren. Die Annahme, daß der dritte Hand­werksbursche der Ermordete gewesen sei, hat sich jetzt als irrig herausgestellt. Vach einer bei der Mainzer Staatsanwaltschaft eingelausenen amt­lichen Mitteilung befindet sich der angeblich er­mordete Handwerksbursche gegenwärtig wohl­behalten in Augsburg. Ec war sehr erstaunt, als man ihm von seiner angeblichen Ermordung und dem Verdacht gegen seine Kameraden Mit­teilung machte. Die beiden 5 e ft genom­menen wurden sofort freige lassen und das Kleeblatt setzte gemeinsam seine Wander­schaft fort. Der Fall dürste wohl unaufgeklärt bleiben.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 29. Juli. Ein interessantes Er­eignis für unsere Stadt und die Umgebung dürste der Flug tag werden, der am kom­menden Sonntag. 1. August, hier stattfinden soll. Eine Anzahl Flugzeuge der Frankfurter Flug- sport-Gesellschaft wird alle Arten von Flug­sport zeigen (Kunstflüge, Kampsflüge, Geschwader­flüge, Ballon-Verfolgung. Fallschirm-Abstürze usw.). Während der slugsportlichen Veranstal­tungen findet Konzert statt. Man beachte die heutige Anzeige.

- - Atzbach. 28. Juli. Die Grummet­ernte in den ausgedehnten Wiesengründen auf beiden Seiten der Lahn verspricht, wie auch die Heuernte, recht ausgiebtg zu werden. Die Überschwemmungen vor einigen Wochen haben außerordentlich günstig auf die Grasbildung ein- gewirlt. sv daß man stellenweise an dem ver­stärkten Graswuchs feststellen kann, tote weit das Wasser gestanden hat. Anderseits jedoch haben die Überschwemmungen das Versauern mancher Wiesen gefordert, und auch in vielen Fällen eine verstärkte Moosbildung zur Folge gehabt.

Q Atzbach. 28. Juli. Auf der am 18. und 19. bult in Lützellinden stattgehabten Kreis- synode Wetzlar wurde beschlossen, die nächstjährigeShnode. die ebenfalls wieder eine Dauer von 2 Tagen umfassen soll, im hien- gen Orte abzuhalten.

5 Klein-Rechtenbach, 28. Juli. Das hie­sige Waisenhaus Zoar, auch Hof Rechten­bach genannt, feiert im September sein 70; ad­riges Jubiläum. Das Waisenhaus ist eine Zweigcmstalt der Diakonieanstalten zu Bad Kreuz­nach: es hat seine Räumlichkeiten durch einen im

vorigen und in diesem Jahre errichteten Anbau wesentlich erweitert, wodurch die Belegungsziffer bedeutend erhöht ist. Augenblicklich sind außer den Schwestern und dem sonstigen Personal 41 Waisenkinder in dem Hause untergebracht.

*O> Hochelheim. 28. Juli. Die Sammlung für die Zeppelin-Eckener-Spende er­gab in der hiesigen Gemeinde den Betrag von 90.40 Mk., ein Ergebnis, das bei der heutigen allgemeinen Geldknappheit für unfern Ort als durchaus befriedigend bezeichnet werden kann.

O Oberkleen. 28. Juli. Die Fabrik- aniagen der Vereinigten Werke für Dahnmaterial, einer Schwesterfirma der Bamag-Meguin A G. zu Berlin-Buhbach, stehen schon seit Monaten still, ohne daß Aus­sicht auf eine Wiedereröffnung vorhanden wäre. Die Fabrik hat während ihres Betriebes vielen Arbeitern der hiesigen und der umliegenden Ge­meinden Deschäftigungsmoglichkeit gegeben, so daß daß eine erneute Betriebsausnahme zur Linde­rung der Arbeitsnot. die sich auch in der hie­sigen Gemeinde immer mehr bemerkbar macht, sehr zu begrüßen wäre.

00 Aus dem Kleebachtal, 28. Juli. Wer vor Jahren die Fischerei i m K l e c b a d) aus- geübt hat, wird die Erfahrung geniadjt haben, daß in dem Bach vorwiegend Weißfische zu Hause waren, während man die Forelle weniger vorsand. Heute kann man sagen, daß fast das Gegenteil der Fall ist. da nach Aussage von Fischereipächtern mehr Forellen als Weißfische gefangen werden Dies mag in der Hauptsache darauf zurückzuführen sein, daß bei den in den letzten Jahren stattgehabten Reu- verpachtungen der Fischereien der einzelnen Ge­meinden den Pächtern vertraglich die Verpflich­tung auferlegt wurde, jedes Jahr eine größere Anzahl Forellenbrut ober eine entsprechende Menge Setzlinge auszusehen Die Erfüllung die­ser Vertragsbestimmungen scheint sich nun zum Ruhen der Fischeieiberechtigten auszuwirten. In der Gemarkung Dornholzhausen werden bei der dort zur Zeit im Gange befindlichen wirt­schaftlichen Umlegung der Grundstücke zwei Kleebachdurchstiche ausgeführt. Die Ar­beiten an den Durchstichen wird schon seit einiger Zeit im Gange und werden voraussichtlich noch bis in den Monat September hinein andauern. Es bleibt abzuwarten. ob bei der hierdurch ent­stehenden starken Trübung des Kleebach-Wassers die Fische in dem Teile unterhalb der Durchstiche keinen Schaden erleiden werden. Im Interesse der Hochhaltung der Fischzucht wäre dies außer­ordentlich zu bedauern. Was die Fischereiberech­tigung in dem Kleebache anlangt, so ist als Kuriosum zu verzeichnen, daß diese mit Aus­nahme von Oberkleen denjenigen Gemeinden ge­hört. deren Gemarkung der Kleebach durchfließt. In Oberkleen wird das Fischereirecht von einem eingesessenen Landwirt beansprucht, dessen Vor­fahren es schon vor längeren Jahren käuflich erworben haben wollen.

ObcrlahukrciS.

0 G raven eck. 28. Juli. Auf der Grube Georg Joseph stürzte ein belaßener Wagen in den Forderschacht und blieb darin hängen. Rach Abfahren des leeren Wagens war der Förderkorb aufgezogen worden, und so mußte der angefahrene volle Wagen in die Tiefe stürzen. Dieser Sage gingen zwei von der Hadamarer Besserungsanstalt hier bei Bauern unter geb rachteD ie n st m ä dchen durch: sie sind noch nicht zurückgekehrt. Die An­stifterin hat ihre sämtlichen Kleider (5 an der Zahl angehabt, was erst abends be­merkt wurde.

Kreis Westerburg.

00 Westerburg, 28. Juli. In S e ck fiel der 2' .jährige Knabe Erich Güth in einem unbe­wachten Augenblick in den Holzbach . der an der Wohnung feiner Eltern vorbeifließt, und ertrank. Als man das Kind vermißte, wurde die Feuerwehr alarmiert, die sofort Rachsor- schungen anstellte, aber erst nach stundenlangem, eifrigen Suchen die Leiche in der Rähe des Davpricher Hofes finden konnte. Der Kauf­mann Diederichs aus Solingen erlegte in der Hundfangei Gemeindejagd einen starken Rehbo 6 mit vier vollständigen, schonen Stangen. Rach Willmen­rod wurde der Pfarrer G e n s i ck e aus Alpen­rod verseht: er wird in den nächsten Tage sein Amt antreten. An die Pfarrstelle nach Alpen­rod wurde Pfarrer Schütz von Rieder-Tiefen­bach berufen. Man fürchtet hier, daß die Rot der hiesigen Steinarbeiter in nächster Zukunft sehr groß wird. Die Ursache für diese Befürchtung ist in der Annahme des deutsch-schwedischen Handelsvertrages zu suchen. Rach diesem Vertrag sollen Pflastersteine und Steinmaterial zollfrei aus Schweden ein­geführt werden. Das bedeutet eine weitere Verschlechterung der We st deutschen Steinindustrie und in deren Gefolge eine Erhöhung der Zahl der arbeitslosen Steinarbeiter.

Kreis Marburg.

Fronhausen, 28. Juli. Trotz der ver­schiedenen, durch Hochwasser verursachten (Stö­rungen nehmen die Lahnregulterungs- ar beit en einen guten Fortgang. Die erste Strecke ist in einer Lange von 400 Meter bereits fertiggestellt, so daß hier mit dem Durchstich der Dämme, die das alte vom neuen Flußbett trennen, in Kürze begonnen werden kann. Große Hinder­nisse bereiten die mächtigen, feit Jahrhunderten in der Erde ruhenden tiesschwarz gewordenen Baumstämme bis zu 6 Kubikmeter Inhalt und Pfähle von 9 Meter Länge, die ein wildes Durcheinander bilden. Es handelt sich da um Reste des großen Schentenwaldes, der einst diese Fluren, die ja heute noch diesen Ramen tragen, bedeckte. Bet den neulich gemeldeten Funden von behauenen Stämmen und zugespihten Pfählen soll es sich auch um die Stauanlage einer Mühle, die hier im Mittelalter stand, gehandelt haben. Auch alte Eisenteile und Tonstüde werden oft zu­tage gefordert. Mit den gewonnenen Erd- und Kiesmassen wird ein Damm errichtet, der vier Kilometer lang südlich von Roth bis zur Friedelhäuser Eisenbahnbrücke sich hinzieht und zum Teil schon fertiggestellt ist. Insgesamt wird das Flußbett um 1500 Meter kürzer. Wenn sich die Heranschaffung großer Erdmassen ermöglicht, kann durch die Zuschüttung des alten Flußbettes viel Land nutz­bar gemacht werden.

Dillkreis.

Herborn, 28. Juli. Die Vogtsche Handelsschule in Gießen hat in diesen Tagen eine Zweiganstalt in unserer Stadt

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. O r b a ch

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Losungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 72.

Don O. Remo.

L

6

5

3

7

4

g

8

6

5

3

4

Schwarz.

M? M

.....AM......i

Weiß.

Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt.

Weiß: 3 Steine Kgl. Lf3, 14.

Schwarz: 2 Steine Kh3 ; Bg6.

Partie Nr. 55.

Die nachstehende, von Schwarz stark geführte Partie wurde in der 4. Runde des jetzt statt­findenden Wiener Meistctturniers am 22. Juli 1926 gespielt.

Unregelmäßige Eröffnung.

Weiß: Dlümich.

Schwarz: Dünmann.

1. Sgl-f3

2. e2-e4

3. Lfl c4

4. Sbl-c3

5. d2-d4

1. g7g6

2. Lf8-g7

3. e7-e6

4. 37-26

5. b7-b5

Rur durch ganz bizarre Spielweisen lassen sich jetzt in den Meisterturnieren Erfolge erzielen. 6. Lc4-d3 6. Lc8-b7

7. 0-0 7. d7

8. Lei -e3 8. Sb8-d7

9. Sf3-d2 9. Sg8-e7

10. Sc3-e2 10. 0-0

11. c2-c4

Anstatt vieles Zuges ist 11. c2c3 vorzu­ziehen.

11 11. b5-b4

12. Ddl-b3?

Ein schwacher und unverständlicher Zug, welchem der Hauptverlust der Partie zuzu­schreiben ist. Was soll die Dame hier?

12 12. c7-c5

13. Tal - el 13. ab-ab

14. f2 f4 14. f7-f5!

Zertrümmert das weiße Zentrum.

15. e4-e5 15. c5xd4

16. Le3xd4 16. d6xe5

17. f4xe5 17. Lg7xe5

18. Ld4xe5 18. Sd7-c5!

Ein sehr feiner sowie entscheidender Zug,

welcher die Aeberlegenheit der schwarzen Stel­lung klar und deutlich zum Ausdruck bringt.

19. Db3 - c2 19. Sc5xd3

20. Le5-g3 20. Sd3xel

21. Tflxel 21. Se7-c6

22. Sd2-f3 22. e6-e5!

Ein interessantes Bauernopfer, durch welches Schwarz Spielraum in der offenen e-Linie erhält. 23. Sf3Xe5 23.'Sc6xe5

24. Lg3xe5 24. Tf8-e8

25. Le5-g3 25. Lb7-e4

'7

33. KgS-g

34. Tf7-f6

es

41.

42.

29. TeSxel 4-

30. Dd2xcl

des Problems Rr. 70. Don 3. Drtina.

Dd7-d3

Dd3-d2 Le4 c2

c4c5

a2-a3 Aufgegeben,

Losung

ruhig die Partie aufgeben.

31. Ta8-f8

32. Tf8-f7

35. Del-dl

36. f5-f4

37. Kg7-h6

38. Kh6-h5

39. Tf6-f5

40. H7-h6

41. Lc2-e4

42. Lc4xg2!

war auch höchste Zeit.

26.

27.

28.

26. Dc2-b3

27. Se2-cl

28. Lg3-f2

29. Db3-g3

30. U2Xel

31. Dg3-e5

Weiß sollte hier 31.....

32. De5-d5+

33. Dd5-d8 +

34. Dd8-d4 +

35. Kgl-12

36. Lei -d2

37. Dd4-d7+

38. Dd7-d4

39. H2-h3

40. Dd4-d7

1. Dg4-g2', c3-c2 2. Dg2-g7! nebst Dg7-a7 oder al matt

I......Lei - a3 oder b2 2. Dg2 - e6-s- nebst matt

auf b5 oder a8.

1......Ka4-a3 2. Dg2-c2 etc.

1......Ka4-a5 2. Dg2xc6 etc.

AuS der Schachwelt.

Außer dem zur Zeit stattfindenden Kon­gresse des Wiener Schachvereines, ist augenblick­lich ein internationales Turnier in Bartfeld, in der Tschechoslowakei, im Gange, welches bis 6. August dauert

Capablanca bewies seine Meisterschaft von neuem, indem er in einem in Amerika veran­stalteten Turniere vor den bewährten Meistern Kupchik, Maroczh, Marshall, Edouard Lasker 1. Preisträger ohne Derlustpartte wurde.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RevaMonSttsch.

Zarte Anspielung.

Der Detter aus der Großstadt ist zukurzem Besuch' bei den Verwandten auf dem Lande ein- getroffen und macht es sich dort mehrere Wochen bequem, ohne an Abreise zu denken.Denkst du denn garnicht daran,' sagt schließlich die Hausftau schüchtern,daß du deiner Frau und den Kindern fehlst?'Ja, das ist richttg', lautete die ruhige Antwort.Ich danke Dir für den Wink. Ich werde gleich an sie schreiben, daß sie nachkommen."

Aus der Kleinbahn.

Schaffner!" schreit der Reisende.Warum hal­ten Sie denn nicht? Das ist meine Statiön.Hier halten wir nicht," sagt der Schaffner,der Loko- mottvlührer ist mit dem Stationsvorsteher böse."

Der kluge Schotte.

D:e^ f ?tenfinb ebenso wie die Iren eine Haupt- zielfch?. > des englischen Witzes, und besonders mad'! m?.n ii :i) über ihre sprichwörtliche Sparsam­keit liisig, die die erlaubten Grenzen bisweilen stark überschreitet. Bezeichnend dafür ist die Ge­schichte von einem Schotten, der bei einigen eng­lischen Freunden seine Ferien verbringen wollte. Er brachte eine Pfundnote und ein sauberes Hemd mit und hat beide die ganzen vier Wochen nicht gewechselt!

Geistesgegenwart.

Mitterwurzer spielte einmal auf einer Gastspiel- reise in einem Stück, in dem er und ein anderer Mitspieler sich in der Anfangsszene niedersehen muß­ten. Aus Versehen stand aber nur ein Stuhl auf der Bühne. . ietzen wir uns", sagte der andere Schauspieler, uc; die Abwesenheit des einen Stuhles nicht bemerkte. Das Publikum lachte, aber schnell gefaßt bot Mitterwurzer dem anderen den Stuhl an und sagte:Verzeihen Sie, wir sind gerade int älmzug."

eröffnet Bei der akademischen Feier waren Ver­treter des Magistrates, der Stadtverordneten­versammlung. des Kaufmannsstandes und der Lehrerschaft zugegen. Dr. R eu k a u f - Gießen hielt die Festrede, in der er die Bedeutung einer Handelsschule darlegte. Bürgermeister R i e ber­sch u l t e überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Ferner sprach Direktor Mendelsfohn- Dartholdy- Gießen im Ramen des Ver­bandes der freien (privaten- Schulen und Er­ziehungsanstalten in Hessen Glückwünsche für das Gedeihen der neuen Schule aus. Rachmittags vereinigte man sich im HotelRassauer Hof" mit den Schülern, Schülerinnen, Eltern und Gästen zu einer Veranstaltung in größerem Rah­men, bei der musikalische Darbietungen verschie­dener Art angenehmste -Unterhaltung boten.

Kreis Biedenkopf.

][ Biedenkopf, 28. Juli. Das ehe­malige Landratsamtsgebäude an der Straße nach Ludwigshütte, das als Erho­lungsheim für Sanitäter eingerichtet wurde, konnte jetzt seiner Bestimmung übergeben werden.

MSN. Biedenkopf, 28. Juli. Ein schwe­rer Unglücksfall ereignete sich in Rickerts- Hausen. Der 12jährige Schüler F i $ spielte mit anderen Kindern. Dabei schlug ihm ein Kind mit der A x t derartig auf eine Hand, daß diese f a ft oollständig abgeschlagen wurde. Das Kind wurde in eine Marburger Klinik eingeliefert.

Maingau.

Frankfurt a. M.» 28. Juli. «WER.- Auf Einladung derDänischen Hilfe für deutsche Kin­der" besuchten 40 Frankfurter Kinder, 20 Knaben und 20 Mädchen im Alter von 14 Jahren, vom 13. bis 24. Juli die Stadt Kopen­hagen und ihre schone Umgebung. Das dänische Komitee, das die Zrankfutter als seine Gäste betrachtete. ließ es sich angelegen sein, die Kin­der nicht nur mit den bedeutendsten Sehens­würdigkeiten Kopenhagens bekanntzumachen, son­dern führte sie auch mit dem Dampfer nach dem Seebad Klampenborg und noch weiter nach Hor­ben nach Hellingor und Schloß Kronenberg. Die Ferienlahrt war vom schönsten Wetter begünstigt und verlief ohne ernsten Zwischenfall. Sie bot allen Teilnehmern eine Fülle von Anregungen und frohen Erlebnissen, an die sie sicherlich zeit­lebens mit vieler Freude zurückdenken werden. Kurz nach 8 Uhr brach heute morgen in einem Tteubau der Löwengaffe Feuer aus. Der

Häuserblock, der für etwa 80 bis 100 Familien Wohnungen enthält, war gerade fertiggestellt worden und sollte bezogen werden. Man ver­mutet Brandstiftung, da das Feuer a n verschiedenen Stellen gleichzeitig ausgebrochen fein soll. Die Zahl der Per­sonen, die sich um Eintrittskarten zum Flessa- Prozeß bemüht hat, beträgt rund 500. Schon Stunden vor der Zeit zur Eintragung fanden sich Dutzende von Personen ein, die ausharrten, bis die Reihe an sie kam. Unter den An­gemeldeten befinden sich zahlreiche Frauen. Das Los wird nun entscheiden, wer Karten erhält.

Schwälmer Volks-und Trachten­fest.

' Treysa, 28. Juli. Die Vorbereitungen zu dem großzügig angelegten Schwälmer Volks- und Trachtenfest, das in den Tagen vom 31. Juli bis einschl. 2. August dahier abgehalten werden soll, sind dem Abschluß nahe. Sie haben einen ungewohnten Umfang ange­nommen. versprechen aber bei gutem Festtoetter einen glänzenden Erfolg. Das Hauptinteresse wird naturgemäß der große yistorische Festzug am Sonntag. 1. August, nachmittags 2 Uhr. in Anspruch nehmen, zu dem mehr als 30 Wagen gestellt werden. Das Leben bet Schwalmtalbewohner wird in feiner Einfachheit und mit feinen Sitten, mit seiner harten, aber ehrenden Bauernarbeit und mit feinen Freuden in dem Zug an den Augen der Festbefucher Dorübergleiten. Malerische Bilder werden zu sehen fein. Die Tracht der Schwälmer in ihrer Schönheit und Bielf ei tigkeit gibt dem Fest ein ganz eigenartiges Gepräge, und nur selten wird es sonst jemand möglich sein, so gut wie auf dem Trehfaer Schwalmfestdie Schwalm" kennen zu lernen. Ramhafte Künstler, wie z. D. Geheimrat D a n tz e r, dessen GemäldeSchwälmer Abend­mahl" sich in der Rattonalgalerie in Berlin be­findet, die Kunstmaler Mons und Metz u. a. m., haben durch ihren sachverständigen Rat das Fest unterstützt. Den Besuch dieses Festes kann man jedem empfehlen, der sich für deutsches Volks­tum interessiert. Eine befonbete Festschrift wird eine wertvolle Bereicherung der Heimat­geschichte darstellen. Die auf der Strecke Kassel Frankfurt und F r a n kf urtKa f se l ver­kehrenden Züge werden je nach Bedarf durch Sonderwagen verstärkt.