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Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Ciusparuugen im Haushalt.

< (Von unserer Darmstädter Redaktion.)

Darmstadt, 28. Ian. In den heutigen Be­ratungen des Staatsooranschlags kam es zu den ersten entscheidenden Abstimmungen. Zu Kapitel 1 (Forst- und Kameralgüter) wurde ein Antrag ein­stimmig angenommen, die Stellen der Vorstände von 4 Forstämtern auf denJnhaberzu bewilligen. Die Forstämter werden noch von der Regierung be­stimmt. Weiter wurde ein Antrag angenommen, eine Anzahl von Oberförstereien aufzuheben und auf benachbarte Bezirke zu verteilen. Dieser An­trag fand mit 9 gegen 5 Stimmen Annahme. Ferner wurde ein Antrag einstimmig angenommen eine An­zahl von Hilfsstellen zu streichen. Dieser von den Sozialdemokraten gestellte Antrag will, daß die Zahl von 10 Oberförstern und 17 Assessoren auf zusammen 17 reduziert wird. Außerdem wurde einer Entschlie­ßung zugestimmt, daß die Regierung in Gestalt einer Denkschrift über die Größe der Forstbezirke in Hessen Auskunft gibt, um so eine Unterlage zu schassen für die Ausführung der bereits vom Aus­schuß angenommenen Anträge. Ferner wurde ein Antrag Heinstadt-Blank angenommen, die Dien st- aufwandsentschädigung der Amtsvorsteher (Oberförster) im Betrage oony 25 750 Mk. zu strei­chen. Desgleichen stimmte man einem Anträge Heinstadt-Blank zu. die F a h r t k o st e n der Amts- vorstände von 77 400 Mk. auf 50 000 Mk. herabzu­setzen. Außerdem wurde ein Antrag Reiber ange­nommen, die W e g e k o st e n von 350 000 Mk. auf 250 000 Mk. herabzusetzen. Auch ein Antrag Glaser sand Zustimmung; er will Stundung des Holzgeldes. Die Regierung hat ihre Zustim­mung dazu erteilt und die Bedinstünaen dazu fest­gesetzt. Zunächst ist ein niedriger Zinsfuß zu zahlen, dann treten nach drei Monaten die üblichen Stun­dungszinsen in Kraft. Ein Antrag Heinstadt-Blank. die Regierung zu ermächtigen, Pachtrückstände aus den Jahren 1923 und 24 in Fällen wirtschaft­licher Rot oder gefährdeter Existenz herabzusetzen oder ganz zu erlassen, wurde gleichfalls angenom­men. Darauf fand das gan^e Kapitel mit den durch die Anträge erforderlichen Abänderungen Annahme. Die Verpflichtungen aus der V e r m ö g e n s a u s- einandersetzung mit dem früheren Großherzog lehnten die Sozialdemokraten, wie in früheren Jah­ren, ab.

Kapitel 2 (Siedlungswesen) wurde angenommen, ebenso Kapitel 3 (Kameralgüter unter Bauverwal­tung). Zu Kapitel 4 (Weingüter) lagen verschiedene Anträge vor, darunter war einer, daß die staatliche Eiaenbewirtschaftung der Weingüter beibehalten werden soll. Von den Anträgen des Sechseraus­schusses fand nur ein Antrag Annahme, der die Tagegelder und Reisekosten von 4500 Mk. auf 3000 herabgesetzt Das Kapitel wurde angenommen.

Parlamentarisches aus Hessen.

Die Fraktion des Bauernbund cs beantragt, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregie- rung dahin wirken zu wollen, dah die im 'Kot* gebiet gestundete Einkommen- und Um­satzsteuer aus dem Rechnungsjahr 1924/25 erlassen wird.

Ein weiterer Antrag der gleichen Fraktion beschäftigt sich mit dem Äagdpachtstempel. Es heißt da: Der Landtag wolle beschliehen: im Rechnungsjahr 1926/27 ist der 2agdpacht- stempel auf den Friedens st and zu er­mäßigen. um dadurch die Einnahmen der Gemeinden auS den Iagdpachten zu erhöhen. Bei bereits abgeschlossenen und laufenden Jagd- Pachtverträgen ist für die Dauer dieser Verträge der Stempel in seitheriger Höhe zu zahlen, jedoch fließt der Hnterschiedsbetrag zwischen den seit­herigen Stempelkosten und den neu festzusetzen­den in die Kasse der verpachtenden Gemeinde.

Ein volksparteilicher Antrag ersucht, die Regierung bei Schätzungen in Brand­fällen seitens der Brandversichermngskammer nicht die Friedenspreise, sondern die tatsäch­lichen Gestehungskosten zugrunde zu legen und die Entschädigungen demgemäß auszu­zahlen. *

Der deutschnationale Abg. Werner bean­tragt, die Regierung zu ersuchen, eine abgeän­derte Stempelsteuervorlage in der Richtung einer Erhöhung der staatlichen Stempel- sähe für karnevalistische Vergnü­gungen schleunigst vvrzulegen.

Die sozialdemokratische Fraktion hat folgen­dere Antrag eingebracht: Rach Artikel 111 des Tabaksteuergesetzes vom 10. August 1925 erhalten Tabakarbeiter, die infolge der Abgaben­erhöhung arbeitslos werden oder verkürzt arbeiten, eine Sonderunterstühung. Die Kosten der Sonderunterstützung für Kurzarbeiter trägt der Bezirksfürsorgeverband, dem die Auf- enlhaltsgemeinde des Unterstützten angehört. Das Reich erstattet diesem Dezirkssürsorgeverband 80 Prozent des bis zum 1. Oktober 1925 erwach­senden Rnterstühungsaufwandes für Kurzarbeiter. Der Bezirksfürsorgeverband kann bestimmen, daß die einzelne Aufenthaltsgemeinde bis zu 10 Pro­zent des in ihr für die Kurzarbeiterstützung ent­stehenden Aufwandes zu tragen hat. Rach einer statistischen Erhebung, die der Deutsche Tabak­arbeiterverband über den Umfang der Arbeits­losigkeit und Kurzarbeit in der Tabakindustrie Ende Dezember 1925 veranstaltete, waren 25,44 Vrozent völlig arbeitslos und 34,46 Prozent muhten verkürzt arbeiten. Die Gemeinden, in denen die Tabakindustrie vorherrschend ist, wer­den vielfach nicht in der Lage fein, die Mittel für die Kurzarbeiterunterstützung zur Verfügung zu stellen.

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Wir beantragen, der Landtag wolle be­schließen:

1. Den Dezirksfürsorgeverbänden sind für die Sonderunterstützung für Kurzarbeiter in der Tabakindustrie von der hessischen Regierung 20 Prozent zur Verfügung zu stellen.

2. 3m Interesse der Einheitlichkeit ist die Sonderunterstützung für Kurzarbeiter, ebenso tote für völlig Erwerbslose, durch die Ar­beitsämter auszuzahlen.

Wirtschaftskrise und

Landgemeinden.

Der Vor st and des Deutschen Land» gemeinbetages hat sich in seiner am 2Ll.M. in Berlin stattgefundenen Sitzung u. a. auch' mit der zeitigen Wirtschaftskrise beschäftigt und dabei emftimmig eine Entschließung gefaßt, in der es heißt:

Der Deutsche Landgemeindetag erblickt in der Belebung der Bauindustrie, die als Schlüsselindustrie anerkannt werden muß, ein be­sonders geeignetes Mittel zur Ueberwindung der gegenwärtigen Gesamtkrise. Denn eine umfang­reiche Bautätigkeit verheißt neben der Beseitigung der unerträglichen Wohnungsnot reiche Arbeits­möglichkeit im Baugewerbe, wirkt produktionsför­dernd auf die meisten anderen Gewerbezweige und schafft oolkswirtschaflliche Werte. Daher ist es not­wendig, daß der Wohnungsbauförderung im Rah­men der Staatsaufgaben eine erhöhte Bedeutung angemessen wird und demgemäß für sie wesent­lich höhere Beträge wie zur Zeit zur Ver­fügung gestellt werden. Soweit Inlandmittel nicht ausreichen, muß die Heranziehung von Ausland- kapital erstrebt werden. Im Hinblick auf die Not­wendigkeit, ein Bauprogramm für längere Zeit zu entwerfen, ist es dabei erforderlich, die aufkom­menden Mittel für einen längeren Zeitraum sicher­zustellen.

Außerdem ist die Vorwegnahme für später in Aussicht genommener Arbeiten durch Reich, Staat und Gemeinde nötig. Soweit auch diese Maßnahmen noch nicht ausreichen, um der ungeheueren Er­werbslosigkeit zu steuern, ist eine bessere Förde­rung der Notstandsarbeiten geboten, wo­bei bezüglich des Kostenanteils auf die leistungs­schwachen Gemeinden besondere Rücksicht zu neh­men ist. Es muß auch eine Milderung der Be­dingungen, und ,zwar durch weitere Erhöhung des Gefamtförderungsfatzes sowie durch Verlängerung der Tilgungsdauer bis zu 15 Jahren Platz greifen. Diese in erster Linie für Industrie und Gewerbe in Betracht kommenden Hilfsmaßnahmen müssen im Interesse der gesamten Volksernährung wie der Wirtschaft und der Gemeinden überhaupt durch eine wirksame Hilfe für die Landwirtschaft, besonders durch Gewährung von langfristigen der Rentabilität entsprechenden Realkrediten ergänzt werden.

Alles das hat auch eine entsprechende Aende - rung öer Steuerpolitik mit dem Ziele zur Voraussetzung, daß eine Kapitalbildung von unten herauf ermöglicht wird. Dadurch wäre gleichzeitig ein größerer Anreiz zur Sparsam­keit, die unter allen Umständen gefördert werden muß, gegeben. Es darf sich aber nicht nur um die Snarlamkeit des Bürgers handeln, sie ist vielmehr ganz anders als bisher, auch vonReich,Staat und anderen öffentlichen Körperschaf- ten, zum Teil aber auch von der Wirtschaft zu betreiben, wie sie die Landgemeinden schon bisher üben mußten.

Aus aller Welt.

Sturmkatastrophe in Australien.

Westaustralien wurde von einem Wirbel­sturm heimgesucht, der ungeheuren Schaden an­richtete. Die Geschwindigkeit des Windes betrug zeitweise über 100 Seemeilen. Die Häuser wur­den förmlich zusammengccknickt. Größeren Schaden erlitt eine Flotte von Perlfifch«rbarken, 200 an der Zahl, die gleichzeitig sanken. Auch in Reu- Südwales tobte ein Sturm, der die Dächer abhob.

Lebendig verbrannt.

Sn E s ch a. d. Alzette brach in dem Hause eines Korbmachers ein Brand aus. dem die hochbetagten Eheleute Eames zum Opfer fielen. Sie wurden in ihrem Schlafzimmer verkohlt auf­gefunden.

Aus der provWalhauptftM.

Gießen, den 29. Sanuar 1926.

Autopostoerbmdung Gehen Kkeebachlal?

Die Frage der Crschließung des Klee­bachtales, die schon vor dem Kriege mehr­fach den Gegenstand von Erörterungen zwischen den beteiligten Gemeinden und den Städten bil­dete, wurde gestern in einer von Einwohnern dieser Gemeinden in die Gastwirtschaft Langs­dorf in Riederkleen einberufenen Versamm­lung eingehend besprochen. Dazu waren auch ein Vertreter der Stadt Gießen und des Gießener Verkehrsvereins erschienen. Man war sich allgemein darin einig, dah die wirtschaftlichen Beziehungen des Kleebachtales fast ausschließlich nach Gie­ßen gehen, dazu kommt, daß Gießen der Sih höherer Schulen, der Universität und zahlreicher Kliniken ist, sowie daß dort in normalen Ver­hältnissen auch reichlich Arbeitsgelegenheit vor­handen ist. Mit der Verwirklichung des früher geplanten Dahnbaues durch das Kleebach­tal ist im Hinblick auf die durch den Krieg und die Rachkriegszeit geschaffenen Verhältnisse in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Es soll daher versucht werden, eine Autobusverbindung zwischen Drandoberndorf, Klceberg, Ober­kleen. Riederkleen, Dornholzhausen. Hochelheim, Hörnsheim, Lützellinden, Grotzen-Linden, Klein-

Lrnden und Gießen ins Leben zu rufen. Es wurde ein Aus schuß gebildet, dem Vertreter jeder Gemeinde und der Stadt Gießen angeboren. Dieser Ausschuß soll auf schnellstem Wege mit ben zuständigen Oberpvstdirektionen in Frankfurt a. M. und Darmstadt in Verbin­dung treten. Als Ort für die vorläufigen Zu­sammenkünfte des Ausschusses wurde Gießen bestimmt. Die Einwohnerschaft aller beteiligten Gemeinden und der Stadt Gießen hat großes Interesse daran, daß der Plan recht bald in die Wirklichkeit umgeseht wird: sie erwartet, daß^ er besonders auch von feiten der zuständigen behördlichen Stellen weitgehendste Unter­stützung findet.

Die Krankenversicherung in Gefahr.

Von der Allgemeinen Ortskrankenkasse für die Landgemeinden des Kreises Gießen wird uns geschrieben:

Der Ausschuß der Allgemeinen Ortskranken­kasse _für die Landgemeinden des Kreises Gießen beschäftigte sich in seiner Sitzung vor einigen Tagen mir der Prüfung der Leistungs­fähigkeit der Kasse. Er kam nach ein­gehender Prüfung der gegebenen Verhältnisse einstimmig zum Entschluß, die Wehrlei- stungen an Krankengeld abzubauen, dies auch erst vom vierten Tage nach eingetrete­ner Arbeitsunfähigkeit zu zahlen.

Diese für die beteiligten Versicherten ein­schneidende Maßnahme wurde mit der sehr schwierigen finanziellen Lage der Kasse begründet. Ein sehr betrübendes Bild über das Verhalten der Versicherten bei der. Inanspruchnahme der Kassenleistungen wurde hierbei entrollt. Ist es doch vorgekommen, daß bei Betriebseinstellungen sich die ganze Be­legschaft als arbeitsunfähig erkrankt meldete und die satzungsmäßigen Leistungen angesprochen hat. Der größte Teil dieser Versicherten verstand es auch, dir hierzu erforderliche ärztliche Bestäti­gung zu erlangen. Tlm diesem Unfug einiger­maßen zu steuern, muhte dos gar nicht gern ge­sehene System der vertrauensärztlichen Untersuchungen verschärft angewenüet werden.

Im zweiten Teil des Jahres 1924 er­folgten 176 Vorstellungen. Hiervon a) wurden vor der Untersuchung arbeitsfähig bzw. leisteten der Ladung keine Folge 69, b) wurden für sofort arbeits­fähig erklärt 42, c) wurden für arbeitsfähig nach einigen Tagen erklärt 31, d) blieben arbeitsunfähig 34 Personen. Im Jahre 1925 wurden vorgestellt gleich 559. Davon wurden a) ohne weiteres arbeits­fähig 251, b) bei der Untersuchung arbeitsfähig 116, c) nach einigen Tagen arbeitsfähig 69, d) blieben arbeitsfähig 123 Personen. Von diesen im Jahre 1925 vorgestellten Versicherten entfallen allein auf den Monat Dezember 105, wovon nur 7 als weiterhin krank bezeichnet werden konnten. Diese Zahlen bekunden einen sehr bedauerlichen Tiefstand des Verantwortlichkeitsgefühls der die Leistungen ansprechenden Versicherten.

Das Anwachsen der Arbeitsunfähigen ist gerade­zu unheimlich und wirkt sich katastrophal aus; be­trugen diese noch im September 188, so betrugen sie Ende November schon 274 und Mitte Dezember 319. Das bedeutet im September 3,05 v. H., Ende No­vember 5,20 und Mitte Dezember 6,04 u. H. der Versicherten.

Mußten im 3. Vierteljahr 1925 gleich 26 918 Mk. Krankengeld aufgewandt werden, so betrug dieses im 4. Vierteljahr 1925 trotz verminderter Mitglieder­zahl 39123 Mk. Entfiel im Jahre 1923 auf 2,71 Mit­glieder ein Krankheitsfall, so sank diese Ziffer in 1924 auf 1,82 Mitglieder und in 1925 bereits au 1,23 Mitglieder. Diese Vorgänge drücken sich auch in den gesteigerten Heiloehandlungskosten aus, ebenso gesteigert ist das Krankengeld, das von 94 000 Mark in 1924 auf 152 000 Mark in 1925 sich er­höht hat.

Ein weiteres betrübliches Zeichen sind die großen Beitragsaus stände, wobei auch ein gesun­kenes Derantworllichkeitsgefühl vieler Arbeitgeber hinsichtlich ihrer Verpflichtungen der Kasie gegenüber zutage tritt. Gerade von den Arbeitgeberbeisitzern des Ausschusses wurde diese Erscheinung aufs schärfste gegeißelt und gefordert, gegen dieses Per halten die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen. Die notwendigen, von der Verwaltung näher bargelegten Beitreidurigsverfahrey wurden als ungeheuerlich und die Handlungsweise der renitenten Arbeitgeber als unverantwortlich gekennzeichnet, zumal die zu zahlenden Beiträge doch nur \ Belastung der Wirt­schaft darstellen. Auch wurde gefordert, gegen die Arbeitgeber, die in unverzeihlicher Weise bei Er­stattung der Meldungen vorgingen, insbesondere falsche Arbeitszeiten und Löhne angeben, mit aller Schärfe vorzugehen, da die ihre Pflicht erfüllenden Arbeitgeber nicht mehr gewillt seien, für diese Art von Arbeitgebern erhöhte '.Beiträge zu leisten; mußte doch zugegeben werden, daß bei fast allen Buchprü­fungen mehr oder weniger Anstände, bei einzelnen sogar von recht erheblicher Art festgestellt worden sind.

Daß mit Rücksicht auf die bargelegten außer­ordentlichen Maßnahmen auch erhöhte Verwaltungs­arbeiten notwendigerweise auftreten und eine er­höhte Belastung neben anderen bedingen, wurde anerkannt. Die in der Oeffentlichkeit verbreiteten irrigen Gerüchte konnten klargelegt werden.

Diese Darlegungen lassen die sehr gefährdete Lage der Kasse erkennen. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde einhellig von Arbeitgebern und von Versicherten der bestimmte Wunsch ausgesprochen, die Oeffentlichkeit hiervon zu unterrichten, auch öffentlich auszusprechen, daß bas Opfer allein nicht von den Versicherten durch Abbau der Leistungen gefordert werden dürfe, sondern daß an alle an der Krankenversicherung Beteiligten, wie Aerzte, Zahn­ärzte, Dentisten, Apotheker usw. die letzte und ernste Bitte gerichtet werden müsse, ihrer großen Verant­wortlichkeit eingedenk zu sein. Sollte diese Bitte un- gehört verhallen, dann dürfte es in kürzester Frist den Kasten nicht mehr möglich fein, ihrer hohen sitt­lichen Aufgabe, den wirklich kranken Versicherten

die unbedingt notwendige Hilfe zuteil werden zu lassen, gerecht zu werden.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadltheater: 7.30 Ahr .Der Glückspilz" (Ende 9.45 Ahr). Lichtspielhaus 'Dahnhvfstr.Bis­marck". Palastlichtspiele (Kirchenplah) .Quer durch die Wüste Sahara". Astoria-Lichtspiele: .Die Abenteuer einet Hvchzeitsnacht".

D ie Rerother-Wandervögel veranstalten morgen abend im Großen Hörsaal der Universität einen Lichtbilder-VortragZu Fuß durch Griechenland". Der gleiche Vortrag hat in zahlreichen anderen Städten sehr starken Anklang gesunden, u. a. mußte er in Wiesbaden viermal wiederholt werden. Die jungen Leute, die durch ihren Führer Oelbermann sprechen lassen, haben sich im vorigen Jahre auch hier gut eingesührt. Der Vortrag sei daher emp­fohlen.

WeLtsrvoranssage.

Weiter ansteigende Temperaturen, milde, weitere Regenfälle, meist bedeckt.

Sieber den britischen Inseln liegt ein kräf­tiger Wirbel, der östlich stark an Raum gewon­nen hat und dessen Regenfront uns bald er­reichen dürste.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 7,5 Grad C., Minimum: 0,0 Gr. C. Heutige Morgen­temperatur: 1,4 Gr. C.

Die Erhebung der Gewerbeer­tragssteuer betrifft eine ftäötii Bekannt- machung in unserem heutigen Qln .cigenteU, auf die wir bie_ Interessenten besonders Hinweisen.

-d. Städtische Brennholzverstei­gerung. Bei der gestrigen Brennholzversteige- rung im Gießener Stadtwald wurden folgende Preise erzielt: Eichenscheiter 9,50 Mk., Fichten- rundscheiter 7,80 Mk., Eichenknüppel 9 Mt., Kiefernknüppel 8,50 Mk., Fichtenknüppel 6,50 Mk., Eichenstöcke 6,50 Mk., Fichtenstöcke 2,50 Mk., Weihtannenknüppelreisig 4 Mk., Fichtenknüppel- reisig 3.50 Mk. je Raummeter: Eichenwellen 15 Mk., Eschenwellen 8 Mk., Kiesernwellcn 8 Mk., Fichtenwetten 7 Mk je 100 Stück.

* * Vortrag überE l s a ß - L o t h ri n g e n und Locarno". Dr. N i ck l i n , der Präsident des Komitees der »Zukunft", der ehemalige Präsi­dent des Landtags von Elfaß-Lothringen, schreibt in Nr. 4 derZukunft", der autonomistischen Straßburger Wochenschrift:Ich erkläre, daß die autonomistische Bewegung, die bei uns einen sol­chen Umfang angenommen hat. daß sie drei Viertel aller Elsaß-Lothringer umfaßt, meiner Schätzung nach, nicht einzig und allein den Fehlern der star- tellregierungen zuzuschreibcn ist." Diese Mißstim­mung ist gewachsen von Tag zu Tag, bis zu solchem Maße, daß heute, aber nicht erst seit heule, die über- walttgende Mehrheit meiner Landsleuie nach einem Mittel sucht, unserer trostlosen, unglücklichen Lage ein Ende zu bereiten. Und diese Mehrheit sieht keine andere Möglichkeit zur Rettung seiner 5tarn- mesart, die teineswegs keltisch oder französisch, son bern germanisch oder deutsch ist, als die Autonomie." Dies die programmatischen Worte des ehemaligen Londtagspräsidenten von Elsaß-Lothringen. Das Schicksal unserer Volksgenosten in Elsaß-Lothringen kann uns nicht gleichgültig fein. Es ist der Orts gruppe GießendesVereins für das Deutschtum tm Ausland" daher eine beson­dere Freude, zu einem Vortrag des in den Kreisen desGrenz- und Auslanddeulfchtums" rühmlichst bekannten Dr. Robert E r n ft, des Herausgebers der MonatsschriftElsaß-Lothringen Heimatstimmen" einlaben zu können. Dr. R. E r n st wirb am Montag, 1. Februar, abenbs im Hotel HinbendurgüberElsaß-Lothringen und Lo­carno" sprechen. Mitglieder und Freunde des V. D. A., insbesondere die Elsaß-Lotbringer aus Gießen und Umgebung, sind zu dem Vortrag eingeladen. (Siehe heutige Anzeige.)

Rundfunk-Pt c gramm

deS ArankfnrLer GenderS.

(Aus derRadio-Amschau".)

Samstag, 30. Januar:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. Aus dem deutschen Liederkranz <Liedervorträge Frankfurter Schulen). 4.30 bis 6 äUjr: Rach­mittagskonzert des Hausorchesters. 6 bis 6.30 Rhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend). Meister Reinecke" von Earl Ewald. 6.30 bis 7 älhr: Stunde des Südtoestdeutschen Radio- Klubs: Kursvortrag E. Becker:Hochfrequenz­verstärkung". 7 bis 7.20 Uhr: Die Bücher- stunde. 7.20 bis 7.30 Ahr: Stunde bet Frank­furter Vereinigung für Heimatkunde:Das Frankfurter Stadtarchiv und seine Schätze", Vor­trag von Archivdirektor Dr. RupperSberg. 7.30 bis 8 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung:Romain Rolland, zum 60. Geburtstag des Dichters", Vortrag von Frau Dr. Hanna Szasz. 8 bis 9 Llhr: Mozart-Zyklus des Amar-Quartetts. Reunter Abend. 9 bis 10 Ubr: Heiterer Abend. Anschließend bis 12 älhr: Rebertragung t>on Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.

Seit erdenklichen Zeiten schätzt man die anregende Wirkung der Kamille auf die Kopfhaut. Von der unpraktischen und zeitraubenden Verwendung reiner c.mitten ist man aber langst abgekomnnn, .ft)ent in dem bekannten Kopfwasch- ttverSchaumpon mit den, chwarzen Kopf* mit Kamillenznsay

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