Ausgabe 
28.7.1926
 
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Natur und Technik.

Das Jahrbuch der Technik ist wieder da! Der bekannte Verlag derTechni­schen Bücher für Alle" Dieck & Co., Stuttgart, gibt jährlich ein prächtigesJahrbuch der Technik" heraus. Band XII 1925/26, liegt uns vor. Er ist in Ausstattung und Inhalt, wie seine Vorgänger, wieder ganz vorzüglich ausgefallen. Delondere Bemühungen wurden auf die Beschaffung vieler die Darlegungen erläuternder und neuester Bilder gelegt: so sind auf 384 Seiten über 430 Textbilder vereinigt. Jeder Mann des tätigen Lebens, auch die Jugend, und überhaupt alle werden dies Buch mit Genust lesen. Wenn man seine Vorzüge bedenkt, so ist der Preis von 6 Mk. für diesen prächtigen Ganzleinenband sehr gering. 170

Häusliche Blumenpflege. Eine Anleitung zur Pflege der dankbarsten Zirnrner- und Balkonpflanzen. Von Paul F. F. Schulz. 220 Seiten mit zahlreichen Abbildungen im Text und auf Tafeln. In Leinenband 3 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Das Buch gibt Winke über die zweckmäßige Aufstellungs­weise der Zimmerpflanzen, die Beschaffenheit der Blumentöpfe und der Erde und über alles Be­achtenswerte bei der Wasserversorgung. Düngung, dem Umsetzen, Säen. Stecklingemachen, Beschnei­den usw. Im einzelnen werden dann eingehende Pflegeanweisungen für die bekannten Stuben- und Balkonpflanzen gegeben. Die Darstellung ist ungemein übersichtlich knapp und doch klar und fesselnd. Dieses Werk sei allen Blumen­freunden aufs wärmste empfohlen. v 417

- M it Falthoot und Zelt. Don P. Walther. (Sportbkbliothek.) 79 Seiten mH 63 Abbildungen. Preis in Leinenband 3,20 Mk. (Verlag Quelle & Meyer in Leipzig.) In flüssiger, leichtverständlicher Weise führt der Ver­fasser in alles ein, was der Faltbootfahrer wissen muh. Ein selten vielseitiges Abbildungs­material unterstützt die Darstellung auf das beste. Das Bändchen möge dem Faltbootsport neue Freunde zu den alten werben und mit Vor­urteilen aufräumen. 416

Länder und Völker.

Kanada, das Land der Seen, der weiten Weizenfelder, das Land ungeahnter Wasserkräfte, ehemals das Land wildromantischer Jagden nach edlem Pelztiere in einsamer Eiswildnis, heute das Land mächtig enrporstrebender Industrien, dies Kanada steht heute im Mittelpunkt 'des politischen Interesses. Zweifellos sind hier be­sonders lebhafte Bestrebungen nach gänzlicher Lösung vom britischen Mutterland, Bestre­bungen. die vom immer freundlichen Rachbarn im Süden, den Vereinigten Staaten, wacker unter­stützt werden. Worum es hier geht, welchen Edelstein das britische Imperium aus seiner Krone zu verlieren droht, sehen wir so recht in dem neuesten, Kanada gewidmeten Bande des SammelwerksOrbis terrarum des Verlages Ernst Wasmuth, A.-G. Berlin W 8, in dem Louis Hamilton fast dreihundert prächtig repro­duzierte Bilder nach vielseitigsten Gesichtspurckten zusammengestellt hat. Lehrreich ist auch die Ein­leitung, lehrreicher das wundervolle Anschau­ungsmaterial, das uns Kunde gibt von diesem Herrlichen Zukunftsland, in dem noch unsere Väter nur Cis und Schnee vermuteten. 315

14 Jahre unter Engländern. Ein Auswandererschicksal in Kanada. Don Karl Karger, Breslau. (Selbstverlag des Derfassers, Breslau 2.) Der Verfasser berichtet in fesselw- der Erzählung von seinem entbehrungs- und. ent­täuschungsreichen Leben unter den Fremden dort drüben. Hier entrollt sich ein packendes Stück Auswandererringen, das auf den Leser einen starken Eindruck macht. Das Buch bekämpft die westliche Demokratie mit Teinperament: es zeigt den Engländer, wie er wirklich ist, und warnt den gefühlsseligen Deutschen vor ihm: es wirft Blicke auf alle Verhältnisse in Amerika bis in die Einzelheiten: es läht den Leser lebendig mit- erleben, was der Verfasser erlebt hat. und möchte den Besten unseres Volkes womöglich eine Amerikareise ersparen. 46

Owen Rowc O'Reil: Abenteuer in Swaziland. (Union, Deutsche Verlagsgesell­schaft in Stuttgart.) Der Verfasser dieses Buches ist tief im Innern Transvaals auf der elterlichen Farm aufgewachsen. Kleine nackte Kcrffern waren seine Spielgefährten. Als Zehnjähriger durfte er zum ersten Male seinen Onkel nach Swaziland

Chianti.

Don Hans Blunck (Oldemaren).

Dickbäuchig hebt sich die Flasche Chianti vor mir. Sie steht nicht eigentlich auf den Gartentisch Emilia Biancas, sie hat sich leicht darüber ge­hoben: das dunkelblaue Ligurische Meer, das sie ganz umfängt, läßt sie schweben, je mehr als zum Abend dämmert. Dicht daß mein Blick trübe wäre. nein, es ist die uralte Zauberei dieser südlichen Dämmerungen, die alles ins Unwirkliche rücken selbst die Flasche, unter der der Tisch zu wandern scheint.

Hinter mir der Lärm des Albergo, in der ich zur Dacht weilen werde. Wer hat das Wort Albergo doch erfunden? Landsknechte und Hand­werksburschen brachten es vom Dorden herüber, sagte man mir. Sie kamen wie Sand am Meer viele Jahrhunderte hier entlang. Hnb wollten Herberge und Wein und Wege, ließen ein Al­bergo neben dem andern an den Straßen ent­stehen und zogen den uralten Zug der Menschen nach Süden, den gleichen, um dessen Willen auch ich ein Sandkorn im Wehen der Dölker hier an der Ligurischen See sitze und meinen Zins an Emilia Bianca zahle.

Lautlos, ohne Atemzug, liegt das Wasser da. Die Wege, die sich dunkel und dumpf an den Hügeln der Levante entlang winden, scheinen voll grauen Bewegens. Es ist, als wanderten n«H immer blasse Züge der Erinnerung den Weg der Jahrtausende, ohne Aufhalten, ohne Besinnung, ohne Frage des Warum, nebelhaft dem Süden zu. Schleuderhast des Volkstums" nennen die Ge­lehrten diesen unzähmbaren Trieb in die Ferne. Sonnenwunsch war es, möchte ich eher glauben: die endlose Sehnsucht näher zum Licht war es, die eine Welle nach der andern in dieses Landbecken herüber schlagen ließ: feindlich und hungernd, als die Etrusker von Dorden, als die Lombarden von der Diederelbe und die schwäbischen Staufer einbrachen, friedlich zahlend, als der ewige Zug der Wanderer in dies Land zu strömen begann und die Albergos schuf.

begleiten, wohin dieser im Auftrag der Trans- vaal-Degierung Tributzahlungen überbrachte. Bei diesem Aufenthalt in der Residenz des mäch­tigsten und grausamsten Degerfürsten Südafrikas erlebte der weiße Knabe die wunderbarsten Aben­teuer. Diese unverwischbaren Kindheitserinnerun­gen hielten auch in dem zum Mann Gereiften die Sehnsucht wach, die Stätte dieser Erlebnisse wiederzusehen. Mit gleich abenteuerlustigen Ge­fährten kehrte er nach Afrika zurück. Dur Selbst­erlebtes. wahrlich nicht alltäglicher Art, wird in einer frischen, oft humorvollen Weise, berichtet.

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Zurück zur Steinzeit so will es manchmal scheinen führt uns ein neues Drock- Haus-Reisewerk. Es ist eins der schönnsten, die in letzter Zeit herausgelommen sind. Frank Hurley:Perlen uwd Wilde. Abenteuer in der Luft, an Land und auf See in Deu- guinea" (Leinen Mk. 16.,) nennt sich diese Be­schreibung einer soeben beendeten Reise in un­bekannte Gegenden: eine Forschungsreise des zwanzigsten Jahrhunderts mit den modernsten Hilfsmitteln: Flugzeug, Radio, Filmkamera, Phonograph. Hurley entdeckt einen verschollenen urzeitlichen Stamm tief im Innern Deuguineas an einem sagenhaften See, Kopfjäger. Was Hurley alles sieht und schildert, kann hier nur angedeutet werden, Entstehung der Korallen­riffe, seltsamste Witwen- und Trauerbräuche das Trauerkleid wird durch weihen Ton erseht, mit dem sich die Wilden von oben bis unten be­schmieren, ein Sängerfest auf Mekeo, Zwerg­völker im Innern, ein Flug in einem Tropen­gewitter. eine Taucherfahrt nach Pevlen, die Schädelschreine und Ahnenschilder der Eingebore­nen, Leben der Tiere, eine Jagd auf Seekühe auf die Fülle des Gesagten kommt es in diesem Buche nicht einmal an, daßWie" ist die Haupt­sache! Der Hauptreiz liegt nicht in der Dar- steÜung atembeklemmender Abenteuer und Ge­fahren. wenngleich auch davon viel zu berichten ist, sondern in dem immer aufs neue fesselnden Eigenerleben des Forschers. Eine starke Per­sönlichkeit lernen wir tannen, die dem Buche seinen dauernden Wert gibt und es zum Ge­schenk besonders empfiehlt. Es ist mit so tiefer Datur- und Menschenliebe geschrieben, daß jeder danach greifen sollte, der für ein paar Stunden den Staub und die Dervenqual unserer Zeit in der Schilderung der Schönheit eines unbe­rührten Landes und unberührter Daturmenschen vergessen will. Hervorragendes Bildmaterial be­reichert das Buch in angenehmster Weise. 372

Deutsche Bilder, ReiheV.Mün­chen und das Bayerische Hochland". Die Großartigkeit und Wucht gewaltiger Berge, die Eigenart oberbayerischer Dörfer, die Romantik der stillen Klöster, der weltabgeschiedenen Ruinen, der tiefen Seen und mächtigen Schlösser werden hier im Bilde noch einmal lebendig. Uralte Stätten der Kul­tur, die Schöpfungen hohen Kunstsinns, die Sonder­heiten des bayerifcken Volkes in Sitten und Tracht sind in ihrem Zauber und ihrer Poesie festgehalten. (Deutscher Werbeverlag Carl Gerber, K.-G., Mün­chen.) 379

Verschiedenes.

Erhard Breitner: Der reichste Mann der Welt. Aus dem Lebensroman des Oelkönigs John Davison Rockefeller. Gebunden 4,50 Mk. Verlag für Kulturpolitik in Berlin. Wie man aus nichts Milliarden macht, das ist der Romaninhalt des Lebens RockefeUers. Der kleine Lehrling steigt von Stufe zu Stufe. Wir folgen seinem Lebenslauf. Sein kleines Geschäft wächst; mit fünfzig Jahren etwa setzt er sich zur Ruhe und organisiert in demselben Mah- stabe seine Wohltätigkeit, wie er Petroleum or­ganisiert hat. Seine Lebensentwicklung ist zu­gleich die Entwicklung der modernen Organi­sation des Großbetriebes und des Entstehens des Trusts. Man lernt bei ihm, indem man zu­gleich lebenswahrsten Roman liest. 429

Forstlicher Jahresbericht für das Jahr 192 4. Deue Fo'lge des Jahres­berichts über die Fortschritte, Veröffentlichungen und wichtigeren Ereignisse im Gebiete des Forst-, Jagd- und Fischereiwesens. Herausgegeben von Dr. Heinrich Weber, o. Professor der Forst­wissenschaft an der Universität Freiburg i. B. 1926. VIII, 186 S. Lex. 8". Verlag H. Laupp'sche Buchhandlung, Tübingen. Brosch. 15 Mk., geb. 18 Mk.) Aus dem Inhalt: Forstliche Standorts­lehre und Bodenkunde. Forstschuh. A. Forst­zoologie und Schuh gegen Tiere. , B. Pflanzen­pathologie und Schutz gegen Pflanzen. C. Schuh

Kein Lüftlein über dem Meer, das trag, unbewegt, in dunkel schillernden Farben ein­sinkt. Fern noch zwei rote dreieckige Segel, die ihr Leuchten bewahrten und am Rand des Hfers ein schweifender Streif, der die Helle anzog. Don Licht zu Licht des Hafens ein paar Lieder, bann ein verklingendes «Kirchglöcklein, das rasch wie ein Tänzer durch die Straßen schwingt und mich unruhig macht.

Habe ich dies Bild der Landschaft nicht gesucht? Was bleibt wie ein Unfriede wach? Palmen sind über mir. Drüben unter der Lampe auf der Mauer spielen die Feuerbachschen Jungen ihre Karlen aus, blauschwarz sind die Farben von See und Himmel, wie ich sie niemals da oben sah. Und der Lorbeer duftet und die Orangen blühen betäubend stark wartete ich nicht darauf?

Ach, als ich ging, waren die ersten schnee­weißen Obstblüten aufgesprungen. Mein Blick geht über den Hafen zu den staubgrauen Oliv­hügeln. Hätte ich jetzt einen Kirschzweig hier, wie gern würde ich diese fremde Schwüle fahren lassen, nach der ich mich sehnte. Unfriede ist um mich, ein schlechter Dank!

Schwerkraft der Heimat? Ich gieße mir lächelnd das. Glas voll und will wieder der bunten verwirrenden Musik der Mole nach­lauschen. Aber ich bleibe nicht dabei. Ich sehe voll Unruhe den Zug der Sonnensüchtigen nach Süden und möchte wissen, ob sie meinen Undank teilen. Da, wie ich lange ins dämmernde Grau schaue, ist mir tröstend, als strömte jenem Zug eine andere heimwandernde Schar entgegen, blasser, müder, aber die Augen voll Werbens, das stärker ist, als alle Blicke sonnenwärts. Unfriede?

Fische jagen sich im Wasser, zwei-, dreimal springt ein gehetzter Schwarm über die dunkel­blanke Fläche und trübt sie.

Mein Auge hebt sich zu den Heimkehrern, geht über die wandernden Straßen zu den Berg­riesen, die einfarbig dunkel werden und bei Tage so gnadenlos nackt und steinern blinken. Und mir ist, als wüchse nach meinem Wunsch schon

gegen menschliche Eingriffe und Störungen, sowie gegen atmosphärische Einwirkungen und außer­ordentliche Raturereignisse. Forstbenuhung. Forstliches Transportwesen. Forsteinrich- tung. Holzmeh- und Ertragskunde. Wald­wertrechnung und forstliche Statik. Forstpolitik. Forstverwältung. Forstgeschichte und Forst- statistik. Waldbau. 74

Jahrbuch des Deutschen Sän­gerbundes 192 6. Amtliches Handbuch des Deutschen Sängerbundes. . Bearbeitet von Amts­rat Schlicht, Berlin. (Wilh. Limpert-Derlag, Dresden-A. 1.) Das Buch stellt den ersten Jahrgang dar. Die Herausgabe verfolgt den Zweck, die Kenntnis von den Zielen, der Glie­derung und den Einrichtungen des Deutschen Sängerbundes über die Sängerkreise hinaus in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Gleichzeitig wird versucht, über die Lebensbedingungen und Arbeitsformen der Männergesangvereine im all­gemeinen einen Heberblick zu geben. Der erste Band dieser geplanten jährlichen Folge wird seiner Aufgabe vollkommen gerecht. Das Buch ist für jeden Sänger und Sangesfreund so inter­essant, daß wir die Anschaffung empfehlen kön­nen. Man darf mit Spannung den weiteren Ausgaben entgegensehen. , 850

2 an b 6 au Hessen". Ein prächtiges Werk über bie ländliche Bauweise in Hessen ist soeben im Deutschen Architektur- und In­dustrie-(Dari-)Derlag in Berlin-Halensee erschie­nen. Cs ist der jüngste der Bände, die unter dem TitelDeutschlands Landbau" schon in größerer Zahl vorliegen. Das Buch enthält außer zwei Kunstbeilagen in seinem redaktionellen Teil 190 Abbildungen. Die Redaktion lag in den Händen des Leiters des Bauamtes der Landwirtschafts­kammer für Hessen. Ein Aufsatz führt uns in bie Schönheiten der alten hessischen Bauerndörfer ein. Dann folgen in zahlreichen Abbildungen in Grundriß und Photographien, Ausführungen aus dem ländlichen - und speziell landwirtschaftlichen Bauwesen, bie von dem Bauamt der Landwirt­schaftskammer für Hessen in den letzten Jahren durch geführt wurden. Das Buch wird dazu bei­tragen, das Verständnis, zu wecken für die hohen Werte, bie in dem hessischen Bauernhaus für bie schöne hessische Landschaft geborgen liegen und dazu anregen, Reubauten auf dem Land unter Anlehnung an die uns übernommenen Formen in einfachster Art zu lösen. (Preis Ganzleinen 5,50 Mk.) 389

Kinderturnen im Hause. Richt­linien und Anleitung zur körperlichen Erziehung der Kinder für Eltern, Lehrer unb Erzieher. Don Diplorn-Turn- und Spottlehrer F. Strube. 70 Seiten mit 19 Tafeln. Preis in Leinenband 3,20 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Das Reuartige und Wertvolle an der Strube- schen Methode ist, daß es kein Turnen im Hause einführen will, so wie wir es in der Schule kennen, sondern es will eine körperliche Erziehung finden, die den Steigungen der Kinder entspricht, ihnen Freude macht, fie begeistert und sie daher schon ganz frühe zu Anhängern der täglichen Leibesübungen werden läßt. Stach einer ausführ­lichen Einleitung zeigt der Verfasser den Weg, wie ohne große Kostsn das Kinderturnen im Hause durchgeführt werden kann. Die zahlreichen anschaulichen Slbbildnngen ermöglichen es jedem Laien, die Hebungen mit seinen Kindern durch­zuführen. Sllle Eltern unb Erzieher sollten sich dieses sehr wertvolle Buch anschaffen. 332

Kindersport. Körperübungen für bas frühe Kindesalter. Von Major a. D. Detlefs Sleumann-Sleurobe. Mit Vorwort ein ge­führt von Geh. Medizinalrat Professor Dr. S)eubner und Prof. Dr. Klapp. 77 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Preis kart. 3 Mk., in Leinenband 4 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Einer der bekanntesten Vorkämpfer für bie körperliche Betätigung des Kleinkindes ist Major Reumann-Steurode, der Begründer der Säuglingsghmnastik. Das vor­liegende Buch, in fünfter Auflage erschienen, bildet eine Art Fortsetzung zur in Tausenden von Exemplaren verbreiteten Säuglingsgymnastik desselben Verfassers. Hier zeigt er an Hand von zahlreichen photographischen Abbildungen die Hebungen, bie er im Turnunterricht des Kindes im Alter von 16 Jahren auf Grund seiner reichen Erfahrungen für am meisten geeignet hält. Eltern, Erziehern und Aerzten wird hier ein einzigartiges Hilfsmittel für den Kampf gegen Krankheit und Schwächlichkeit der Kleinen in die Hand gedrückt. Mögen sie es richtig gebrauchen.

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ein grüner Wald hin, der im Winde rauscht unb schwere duftende Arme breitet und ich wäre mit jenen, bie umkehrten, wieder unter seinem heilenden Schatten.

Die giegenboär-Batterie.

Don Zivilingenieur Wilhelm Beilke, Berlin- Halensee.

1864 fanden ihn die Garde-Artilleristen in einem zerschossenen Gehöft an den Düppeler Schanzen. Die Batterie adoptierte den elenden Knirps, der jämmerlich nach Milch und der von Granatsplittern zerrissenen Mutter schrie. Ein hinterpommerscher Bauernsohn nahm etwas Milch in den Mund unb flöhte sie durch einen Strohhalm in bas meckernde Käulchen. So wurde er Mitglied der Batterie, die nach ifjm lange Zeit benannt wurde: Die Ziegenbock- Batterie.

1866! Die Garde-Artilleristen zogen aus in den Bruderkrieg. Der Liebling der Batterie, der mit Kommisbrot und dem guten Heu zu einem stattlichen Ziegenbock mit langem schnee­weißen Bart unb wehrhaften Hörnern aufgefüt­tert war, wurde auf Befehl des Batteriechefs eingesperrt: man konnte ihn im Kriege nicht brauchen. Rasselnd fuhr die Batterie durch das Kasernentor. Da fegte in langen Sätzen der Ziegenbock neben dem Regiment her, bis er feine Batterie erkannt hatte:' ein gewaltiger Sprung, und er stand auf dem Protzkasten des ersten Geschützes, auf dem er jede Hebung der Batterie und auch bie Manöver mitgemacht hatte. Freu­diger Zuruf der Kanoniere unb ein freundliches Süden des Chefs begrüßten den Liebling der Batterie. So zog er mit hinaus in den Krieg.

Königgrätz! Auf einem Hügel, durch Wa­cholderbüsche gedeckt, stand bie Batterie im Feuer. Ohne Furcht vor dem Getöse der Schlacht äste der Ziegenbock dicht neben den Geschützen die spärlichen Grashalme: er kannte den Lärm von dem Manöver her. Rur wenn ein roter Feuer­strahl aus einer Geschützmündung zuckte und der Hügel von dem donnernden Knall erzitterte, hob er verwundert den Kopf: der Geschützdonner

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

n. Grohen-Linden, 27. Juli. Mit der Ernte des Roggens ist hier auf gering­wertigem Boden begonnen worden. Auf gutem Lehnboden ist der Roggen noch nicht reif. Die Getreideernte ist in diesem Jahre spät, dagegen wirb der Körnerertrag gut. Am Samstag­abend feierte der hiesige Turnverein im Schaumschen Saale seine diesjährigen Siege. Zu dieser Feier war man durchaus berechtigt, waren doch alle hiesigen Wettkämpfer von dem am 13. Juni in Laubach stattgehabten Bezirks-Wetturnen preisgekrönt heim- gekehrt, und beim Gauturnfest am 11. Juli in Ribda erzielten u. a. hiesige Turner in bet» Oberstufe (Zwölfkampf) den 1., 4. und 9. Sieg. Am Sonntag hielt der hiesige Schühenver- ein ein Preisschiehen ab. Diele unb schöne Preise waren dazu gesttftet worden.

ck. Heuchelheim, 27.Juli. Bei einer Rad- tour verunglückte am Sonntag an einer ab­schüssigen Stelle kurz vor Kinzenbach die von hier stammende Emmy Arnold schwer. Sie hatte die Gewalt über ihr Rad verloren und stihr mit voller Wucht g e g e n '"'6 i-»c n Baum. Hierbei erlitt sie eine klaffende Wunde über den ganzen Kopf. Die Sanitätskolonne von Kinzenbach legte ihr einen Notoerband an und brachte sie mit einem Wagen zum Arzt nach Heuchelheim. Die Chaussierung s- und Kanalisierungs­arbeiten in der Heimstraße sind auf dem Sub­missionswege an Pflastermeister Ludwig Sack von hier vergeben worden. Es ist zu begrüßen, daß die Kanalisierung gleich bei dem Neubau der Straße vorgenommen wird, denn der Bau der Wasserlei­tung ließ sich doch nicht mehr hinausschieben.

v Londorf, 27. Juli. Ein Zusarnrnen- st o ß zwischen einem Personenauto und einem Motorradfahrer aus Frankfurt, am Main ereignete sich gestern an der ge­fährlichen Kurve bei der Gastwirtschaft Höchst. Der Motorradfahrer erlitt ziemliche Verletzungen, während der Autobesiher mit einigen leichteren Schrammen davonkam. Der Vorfall möge allen Kraftfahrern, die diese ge­fährliche Stelle berühren, eine Warnung da­hin sein, daß sie dort in langsamem Tempo fahren. Im übrigen wäre es vielleicht auch zweck­mäßig, an der gefährlichen Stelle eine War­nungstafel anzubrinqen.

ch K e s s e l b a ch, 27. Juli. Laut Beschluß des letzten Gauturntages in Wieseck findet das für unser Dörfchen geplante Gau-Bergfest des Lahn-Dünsberg-Gaues bereits am 7., 8. und 9. August statt. Mit dem Fest ist das ursprüng­lich für Rodheim a.d.Bieber vorgesehene Gau- Schüler-Turnen verbunden. Unser im Jahre 1912 gegründeter Turnverein unter seinem 1. Vor­sitzenden Balthasar Dietz ist eifrig bemüht, das Fest würdig zu gestalten. Um den Verkehr zu be­wältigen, wird die Lumdatalbahn am Festsonntag morgens und abends je einen Sonderzug ein- legen.

ibk. K e s s e l b a ch , 27. Juli. Die Frage der Errichtung eines Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Gemeinde geht nun ihrer Lösung entgegen. Der Entwurf hierzu wurde von Architekt S ch m i d t (Gießen) gefertigt"; er schließt sich an das für die Teilnehmer des 70er Feldzugs ge­schaffene Ehrenmal unserer Gemeinde an. Das neue Ehrenzeichen soll aus heimischem Ma­terial (ßungftein) hergestellt werden und seinen Platz neben dem schon bestehenden Denkmal stn- ben. Die Ausführung wurde dem hiesigen Bild­hauer Heinrich Grotzhaus übertragen.

Kreis Friedberg.

WSA. Butzbach, 27. Juli. Wie viele deutsche Städte, hatte auch Butzbach im Mittel- alter einen Pranger. Am Rathaus befand sich das H a l s e i s e n, an das man bie Hebel­tater anfettete und so der allgemeinen Verachtung preisgab. Das Eisen wurde später entfernt. Run- mehr beabsichtigt die Stadt, das Halseisen als eine Sehenswürdigkeit für die Fremden wieder an seinem alten Platz anzubringen; sie hat be­schlossen. als Muster das am Alsfelder Wein- Haus befindliche Eisen nachbilden zu lassen. SKit der Anfertigung ist ein Alsfelder Handwerker beauftragt.

Kreis Büdingen.

ld. R i d d a, 27. Juli. Selbst der die heimische Dogelwelt beobachtende Laie kann feststellen, daß in den letzten Jahren manche Vogel­arten in der Hingebung unseres Städtchens an

schien doch ein wenig stärker zu fein, als er es bei den Manövern gewohnt war.

Da plötzlich, ein tosender Krach! Eine Staub­und Pulverwolke hüllte die Batterie ein, und aus den graugelben Schwaden heraus Todes- schreie von Menschen und Pferden, in die sich das klägliche Meckern einer Ziege mischte. So besiegelte auch der Ziegenbock seine Treue zur Batterie mit seinem Blut.

Aber bie Wunde war nicht lebensgefährlich, ein Granatsplitter hatte ihm den Oberschenkel zerrissen, unb auf die dringenden Bitten der Kanoniere wurde er mit den Verwundeten zum Verbandplatz getragen.

Hnter dem Jubel des Volkes zog das sieg­reiche Heer durch das Brandenburger Tor in die Hauptstadt ein. Fröhliches Lachen aber mischte sich in den Jubel, als die Ziegenbock-^. Batterie vorbeizog: Hoch auf dem Protzkasten des ersten Geschützes stand ein großer, schnee­weißer Ziegenbock, stolz erhoben das Haupt miti den wehrhaften Hörnern und dem wallenden Barte. Was aber die Berliner am meisten freute, das waren die blanken Gefreitenknöpfe, die seit der Feuertaufe bei Königgrätz den HalS- riemen des tapferen Ziegenbockes zierten.

Tempelhofer Feld! Der greife Sieger von Königgrätz nahm bie Parade über die Garde ab. Als dieZiegenbock-Batterie" vorbeidefilierte, fragte der König erstaunt, wo der Ziegenbock sei; seitdem durfte er bei keiner Parade fehlen.

Eines Morgens fanden ihn die Kanoniere tot im Stall; nach der Meldung der Stallwache hatte ihn eine junge Rernonte, der er sich un­vorsichtig genähert hatte, erschlagen. Die trau­ernde Batterie schaufelte ihm das Soldatengrab hinter der Kaserne und schmückte es mit einem Kranz aus Eichenlaub. Das Andenken an ihn - wurde fange Zeit in der Batterie durch die Schil- berung seines heldenhaften Benehmens in bet Schlacht bei Königgrätz wachgehalten.

Mein Onkel, ein Veteran von 1864 unb 1866, der bei berZiegenbock-Batterie" gestanden hatte, erzählte mir die Geschichte: auch er ist längst zur großen Armee eingerüdt.

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