deutschen Volkes aus fein koloniales Erbe heraus- zureißen. Auch für die koloniale Schuldlüge muß darum eine öffentliche Verhandlung, und damit die unausbleibliche Revision zugunsten Deutschlands, herbeigesührt werden.
Schundlileraturgesetz und SKandalprefse.
Don Dr. Heinz P o t t h o s s.
Wenn der Reichstag nunmehr an die zweite Lesung des Gesetzes zur Bewahrung deräugend vorEchund-undSchmuh- s ch r i s t e n herangeht, wird er eine neue Fülle von ablehnenden und warnenden AeußeruNgen aus den Kreisen deS Schrifttmns wie der Erzieher vorfinden. Diese richten sich nicht gegen .,-jn Zweck des Gesetzes, natürlich nicht, denn Liefe Gefahr der Schmutzliteratur wird von niemandem verkannt und seine Bekämpfung dringend gewünscht. Das von der Reichsregierung borge- legte Gesetz aber, das im Reichstagsausschusse neben Verbesserungen auch bedenkliche Verschlecht terungen erfahren hat, erscheint nach Form und Inhalt nicht geeignet und man befürchtet, daß sowohl die äknbestimmtheit der Begriffe, wie die Lockung einer öffentlich bekanntgemachten Ver- botsliste mehr Schaden als Ruhen stiften könnte.
Dies bezieht sich nicht nur auf den positiven Inhalt des Entwurfes, sondern auch auf seine Lücken. Er läßt eines der schlimmsten Hebet ganz unangetastet, ja wird vielleicht zu seiner Vermehrung beitragen. Die sogenannte Skandal- Presse soll gar nicht betroffen werden. Das Privileg dürfte ihr eine wertvolle Förderung sein.
Der Schuh der Jugend wird darin gesucht, das) Schriften, die von einer Prüfstelle als Schmutz und Schund erachtet werden, aus eine Liste kommen. Was aus diesen Listen steht, darf nicht im Hausier- und Straßenhandel feilgeboten, nicht in Schaufenstern ausgestellt oder angepriesen und nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden. Das gilt nicht nur für Bücher, 'onbern auch für Zeitschriften und Tageszeitungen. Für diese hat das Verbot einer einzelnen Rümmer natürlich keine praktische Bedeutung, denn bis zur Beendigung des Verfahrens ist diese Rümmer langst veraltet und wertlos geworden. Aber wenn innerhalb Jahresfrist zwei Rummern einer periodischen Druckschrift auf die Liste gesetzt sind, so kann auch die Druckschrift als solche aus die Dauer von 3 bis 12 Monaten auf die Liste gefetzt werden.
Eine solche Riastregel würde meist das Ende der Zeitung bedeuten. Da jedes Land eine Prüfstelle einrichten kann und sein Spruch für ganz Deutschland gilt, da ferner nicht vorgeschrieben ist, daß die gleiche Stelle die zwei Einzelnummern und die Zeitschrift im ganzen auf die Liste setzen must, so besteht hier, allerdings eine gefährliche Was'e gegen periodische Schundschriften.
Aber die Bedeuten gegen die Gefahr eines Mißbrauch» dieser Waffen haben den Reichs- tagsausschuh veranlaßt, zwei Sicherungen einzulügen. Richt nur soll eine Schrift wegen ihrer politischen, sozialen, religiösen, ethischen oder weltanschaulichen Tendenz als solche nicht auf die Liste gesetzt werden tonnest, sondern die oben genannte Dorschrift über periodische Druckschriften soll keine Anwendung finden auf „p o l i - tische Tageszeitungen'. Damit werden diese vollkommen dtzm Geltungsbereiche des Schuhgesehes entzogen. Denn die Berfehmung einzelner Rummern ist, wie gesagt, praktisch bedeutungslos.
Run gibt es. in allen Großstädten Tageszeitungen, die politischen Inhalt haben, als politische Zeitungen gelten wollen und rechtlich wohl auch angeseyen werden müssen: die ober in her Hauptsache mit Skandalgeschichten gefüllt sind und diesen ihre Lebensfähigkeit verdanken. RaMentlich Gerichtsverhandlungen und Verbrechen geben ihnen dankbaren Stoff. Jeder Massenmörder und erst recht jeder Sexualver- bcecher wird Bier den Lesern in Wort und Bild vorgesührt. Diese Zeitungen sind geradezu eine Verherrlichung des Verbrechertums. Man kann nicht schneller berühmt werden als durch irgendein möglichst bestialisches oder perverses oder auch absonderliches Verbrechen. Während die alten Juden als schlimmsten Fluch des Schwerverbrechers das Totschweigen kannten, züchten wir geradezu neue Verbrechen durch breiteste Reklame. Wie dauerhaft der „Ruhm" sein kann, zeigt das Beispiel des harmlosen Hauptmanns von Cöpenik, der noch nach Jahrzehnten im Kino und in der amtlichen Polizeiausstellung in Lebensgröße vorgeführt wird. Man sollte einmal feststellen, was an Bildern aus der Polizeiausstellung in die Zeitungen gekommen ist; man würde wahrscheinlich erstaunt sein!
Die Wirkung solcher Bilder Und Berichte auf die Heranwachsende Jugend ist nicht zu leugnen. Nur zu oft lesen wir ja bei Vernehmung jugendlicher Missetäter, daß ein solcher Zeitungsbericht (ober auch ein Kim; stück) den Anstoß zur Entstehung eines Verbrechens gegeben hat.
Will man also mit neuen gesetzlichen Waffen schädliche Einflüsse von der Jugend fernhalten, so darf man an dieser Gefahr nicht achtlos vorübergehen. Der jetzt im Reichstag liegende Entwurf bedeutet geradezu ein Schutzgesetz für die Skandalpresse und wird ganz sicher zur Folge haben, daß diese Presse neuen Aufschwung nimmt. Denn mancher Schund und Schmutz, der bisher in anderer Form serviert wurde, wird sich in die Form der politischen Tageszeitung flüchten, wo die Priifungs-> stelle ihm nichts anhaben kann. Wir werden ein liebel nicht ausrotten, sondern . nur durch ein anderes verdrängen. Und vielleicht bedeutet das den Teufel durch Beelzebub austreiben.
Auch dieser Gesichtspunkt muß zu der Erkenntnis führen, daß der Gesetzentwurf nicht äusgereitt ist, und daß der Reichstag gut täte, seine Erledigung zu verschieben, bis eine wirklich geeignete Form der Bekämpfung von Schmutz und Schund gefunden ist.
Das holländische Kolomalproblem.
Kapital und Kommunismus oder Kolonisator und Eingeborener?
Von Unserem äe.-Berichterstatter.
< Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Der große, aber wie die letzten Rachrichten es zeigen, ungefährlich verlaufene sogenannte K o m m u n l st e n p u t s ch" auf Java laßt sich jetzt in seinem vollen Umfange beurteilen, nachdem in den ersten Wochen die Meldungen voll holländischer Seite stark zurückhaltend ge- touiet hatten. Hiernach ist die Angelegenheit keineswegs so gefährlich, wie man es nach den ersten Rachrichten glaubte, aber immerhin bedeutend genüg, um die Aufmerksamkeit ganz Hollands auf die Probleme zu lenken, 6te bereits .seit längerer Zeit in den Kolonien heraufzudämmern beginnen. Die großangelegte Verschwörung ter sogenannten malayischen Kommunisten, die zur Verhaftung von etwa 2000 Personen .zwang und die zehntausend Briefe, die zu gleichzeitigem Losschlagen auf der ganzen Insel Java piuffottetlen, sind eine Mahnung, die Dinge nicht allzusehr aus die leichte Schulter zu nehmen, r Jedoch von einer Gefahr für den Bestand der Herrschaft selbst ist damit für die Gegenwart - noch nichts gesagt, da das holländische Polizei- shstem sich noch einmal vorzüglich bewährt hat und die Aufständischen nur in den wenigen großen Städten der Insel im Westen eine zahlreichere Anhängerschaft fanden.
Trotzdem zwingen diese Ereignisse natürlich zum Rachdenken. Denn, wenn tatsächlich eines Tages die gesamten Eingeborenen des holländischen Kolonialreiches aufstehen sollten, so wäre eben öle Herrschaft der Holländer vorbei, da die 30 000 Wann holländischer Truppen und die evtl, im Rotfalle zu bewaffnenden weiteren 40 000 bis 50 000 weißen Plan- lagenbesiher sich gegen die 48 Millionen Eingeborenen kaum zu halten vermöchten, üM so mehr, als die Weißen Über das gesamte Gebiet verstreut wohnen und militärische Aktionen großen Stiles durch die Ratur des Landes unmöglich gemacht werden. Es kommt daher nicht so sehr auf diese, tn Europa unnötig betonte Frage, an, wie auf andere Probleme, die mit der Behandlung der Eingeborenen und der Verwaltung des Kolonial«- gebietes zusammenhängen.
Man muß sich nämlich die holländische Herr^ schas! in Ostindien durchaus nicht als eine solche „kolonialer Ratur" vvrstellen, bei der Eingeborene und sonstige Einwohner des Gebietes ganz glatt der Willkür der regierenden Schicht ausgeliefert sind. Bis auf die wenigen Gebiete, die seinerzeit mit Gewalt erobert und unterworfen wurden, beruht die holländische Macht fast überall aus der ererbten Macht der einheimischen Herrschergeschlechter und Sultane, die meist sehr willig am Gängelband der ihnen von den Holländern gegebenen Berater laufen. StaatsvertrSge mit Öen einheimischen Staaten, die meist ohne Kampf abgeschlossen wurden, bilden das Gerüst, auf das sich die koloniale Verwaltung stützt. Das heißt also, daß die Holländer nach außen hin ckch nicht in die innere Angelegenheiten ter Eingeborenen ein mischen und nur soweit wie es unbedingt notwendig ist, ihre „Herrenrechte" geltend macken, obgleich natürlich auch in Ostindien scharf zwischen Weiß und Farbig unterschieden wird, wenn es sich um die Geltendmachung politischer Rechte handelt. Selbst in oen ihnen völlig unterstellten Provinzen regierten daher die Holländer durchEingeborene,
und nur wenige Ausnahmebestimmungen schufen ein Sonderrecht für Weiße, die in der Hauptsache damit zusammenhingen, daß der weihe Pflanzer farbige Arbeitskräfte zur Bewirtschaftung seiner Plantagen freiwillig nut schwer erhält. Das System, soweit es bestand und noch besteht, war also dem Charakter der sreiheitsliebenden und sehr difsizilen Bevölkerung durchaus angepaßt, ohne den Holländern viel mehr als das Recht auf fteie wirtschaftliche Betätigung zu getoäbren.
Nun hat aber der Krieg, der in so vielen Dingen einen grundsätzlichen Wandel brachte, auch in Hol- ländisch-Ostindien zwei Bewegungen auftauchen lassen, die dieses gut funktionierende und ausbalancierte System über den Haufen warf: Einmal eine Bewegung auf Selb st Verwaltung bei den holländischen und sonstigen europäischen Pflanzern im Lande, Und eine sich gegen die Europäer richtende F reiheitsbewegllna bet Eingeborenen, die gleichfalls die Selbstverwaltung auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Die europäischen Pflanzer fühlten sich durch die Regierung, die streng auf Innehaltung ter konservativen Tradition Möglichster Nichteinmischung in die GewohNhsiten der Eingeborenen hielt, benachteiligt, da nach Aufhebung der alten Zwangsstellung von Arbeitskräften sich au- mählich immer weniger Eingeborene aür Arbeit auf den Plantagen meldeten, und auch der Import chinesischer Kulis den Arbeiterbedarf Nicht ausreichend deckte. Die Unzufriedenheit wär so groß, daß es fast zu Loslöfungsbc- st red UN gen der Kolonie gekommen päre. Da gleichzeitig aber auch die Eingeborenen auf Beteiligung an der Regierung drängten, blieb der Regierung nichts anderes übrig, als eine Art Parlament von 61 Köpfen für die gesamte Kolonie einzurichten, bei dem allerdings die Eingeborenen sehr viel schlechter gestellt wurden, als die Europäer, da sie Nur 20 Sitze von den 38 gewählten — die übrigen werden vom Gouverneur ernannt — erhielten.
Die ÄeeinflUffUngsmöglichkeit, die die Weißen Pflanzer von der holländischen Regierung zugebilligt erhielten, schlug jedoch nicht zllm Segeh der Kolo- Nlalverwclltung aus. Zwar der in Kolonialdingen erfahrene und klug abwägende GeneralgouöerneUr Lirnburg-Stikum vermochte es, allzu hitzige Forderungen feines „Dölksraads" abzuwehren, aber unter feinem Nachfolger, dem Rechtsanwalt Fock, wurden zum Teil Gesetze und Verordnungen erlassen, die nichts weniger als eine völlige Interes f e n w i r t s ch a f t zNgunsten der Groh- pflaNzer bedeuteten. Der Versuch, iri die völlig primitiven Rechtsvorstellungen ter Eingeborenen den Begriff des Privateigentums und des bindenden Arbeitsvertrages einzuführen — früher gab es nur das kommunistische Sippeneigentum und der Arbeiter lief fort, wenn es ihm paßte — hatte jedoch nur znm Erfolg, daß die bis dahin wenig erfolgreichen Strömungen auf Gleichstellung der Eingeborenen mit den Europäern ungeheuer an Boden gewannen und in den einzelnen Vereinigungen der Eingeborenen (varikat Islam, Sarikat Rejah) die radikalen Flügel die Oberhand gewannen. Als vor wenigen Wochen Meester Fock seinen Posten einem Nachfolger d e Grat übergab, war die Lage o gespannt, daß man täglich mit einem Losschlagen Der Radikalen rechnen mußte Und daher nur noch in ter Gefangensetzung der fjaupirätelsfübrer fein heil sah, was denn auch schließlich zum offenen A u f st a n d der Freiheitsanhänger führte.
Das Nachgeben an allzukapitalistische Interessen kann man also ebenso wie das Festhalten an der alt
Praktische Dereinsarbeit.
Von führenden Persönlichkeiien des SkectnS- lebens Und aU5 wetten Kreisen der Bevölkerung kann man ost blttete AeutzerUnaen darüber hören, daß an einem Abend ober Sonntag zwei oder drei Veränstaltungen gleicher odsr ähnlicher Art gleichzeitig fldttfinten. Diese Klagen sind nicht ohne Berechtigung. Die Vereine bereiten sich mitunter monatelang auf eine Veranstaltung vor — man denke z. B. an die Gesangvereine —x Jie ziehen ihre aktiven Mitglieder weitgehend, je naher ter Zeitpunkt der Veranstaltung kommt, immer stärker zur Mitwirkung heran, nehmen erhebliche geldliche Verpflichtungen auf sich, um schließlich bei der Veranstaltung durch mangelnden Besuch mehr ober weniger stärk enttäuscht und pekuniär geschädigt zu sein. Dem Publikum erwächst aus ter Gleichzeitigkeit von Veranstaltungen gleicher oder ähnlicher Art die Schwierigkeit der Besuchsentfcheidung. Mancher möchte sich gerne einen bemerkenswerten Vortrag anhören, einem guten Konzert lauschen — unglücklicherweise ist aber an demselben Abend ein anderer, ihn nicht minder interessierender Vortrag, ein Konzert ober dergleichen. _ Man braucht nicht etwa ein Mensch zu sein, der überall dabei sein mochte, und muß es gleichwohl bedauern, daß einem durch die Duplizität gleich wertvoller Ereignisse eines derselben verloren geht — zum eigenen Verdruß und zum Rachteil der Veranstalter. Derartige Fälle sind glich in diesen Herbstwocken schon mehrfach wieder zu verzeichnen gewesen, und für die Wintermonate sind sie zum Teil schon bestimmt, zum Teil mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten.
Äs erhebt fick) bei teefor Betrachtung die Frage: Können solche älnam'.ehmlichkeiieu für beide Teile vermieden werden? Diese Frage muß man bejahen. Das Mittel dazu ist sehr einfach. 3m Laufe des Winters brauchten die berufenen Vertreter der Vereine nur einmal gemeinsam über die für den Sommer in Aussicht genommenen Veranstaltungen zu beraten, im Sommer eine gleiche Konferenz für die Winterveranstaltungen abzuhalten. Bei allseitigem guten Willen wird und muß es da doch möglich fein, Terminbestimmungen für die einzelnen Veranstaltungen zu treffen, die Doppel- oder gar Dreifach-- Ereignisse an einem ober innerhalb nanz weniger Tage ausschließen. Es ließe sich auf biesem Wege wohl auch eine glücklichere Reihenfolge der Veranstaltungen aL? bisher bestimmen, man könnte bann vielleicht hier und da mehr Farbe, mehr Abwechselung in die Gesamtheit bzr Saison ereig- nisse im Vereinsleben zustande bringen. Derartige gemeinsame Absprachen mühten natürlich auch von allen Seiten für die Regel gehalten werten, nur in ganz besonderen Ausnahmefällen. die voraus- gusehen außerhalb der Möglichkeiten des betreffenden Vereins oder Veranstalters liegt, wäre ein Abweichen von der Verabredung vertretbar. Jedoch wäre bei solchen Veränderungen im Terminkalender die weitestgehende Rücksichtnahme aus die anderen Interessenten der Generalver- einbarllng zu nehmest, schon um ter Folgewirkung und damit auch um der eigenen Belange willen. Män wird Nicht tzistwenben können, baß durch eist solches Verfahren das Selbstbestimmungsrecht eines Bersins Ober anderen Veranstalters aus- geschaltet würde. Die ganze, hier voraefchlageNe Regelung soll auf dem Prlstzip ter Freiwilligkeit beruhen, eine gewisse Bindung bet Vereinbarenden natürlich in sich schließen. Diese freiwillige Unterorbnnng des Vereins oder Veranstalters unter eine Gcneral-AbmackuNg soll natürlich illt gegebenen Zeitpunkt auch ihm selbst voll zugulc kommen dadurch, daß er vor konkurrierenden Veranstaltungen bewahrt bleibt, anderseits fall dadurch eine teil gc Rücksichtnahme auf das Publikum erreicht werden, das darauf einen gut begründeten Anspruch hat. Denn dieses Publikum seht sich doch überwiegend zU- fanunen ans den BllxgerkreifeN, die vielfach selbst als Mitglieder dem einen oder dem anderen Verein angehören^ und wühl auch aus diesem Grunde verständnisvolles Entgegenkommen der VereittsleitUstgen erwarten dürfen.
Wie könnten nlln ble Vereine und cuttere nicht in Bereistsfvrm in der Öffentlichkeit wirtende DeraN- stälter zu dem besprochenen Zweck unter eisten Hut gebracht werten? Es ist einleuchtend, und öbert schon gesagt, daß ein Zwang nicht möglich und auch Nicht erwünscht ist, verständlich ist natürlich auch, daß keiner der direkten Interessenten die Sache in die Hand nehmen kann, ohne sich von vornherein Mißdeutungen auszUsetzen und sicherem Fiasko entgegen, zugthen. Zur Führung in so schwierigen, zum,2. eil vielleicht auch heiklen Verhandlungen kann nut'eine dikekt völlig unintereisitzkte. parteilose Stelle berufen seist. Die beste Lösung wäre wohl die, daß öle Stadtverwaltung solchen Dereinskonseicnzen vräsidierte und dabei den selbstlosen, ehrlichen Makler abgeben würde. Denn es kann ja auch der Stadtverwaltung nur angehebm sein, wenn alle Bercm- stalter am Estte ihrer Anstrengungen ohne Enr- täuschgng dästeheN: bekanntlich bringt ein volles Halls der Veranstalter auch einen ganz anderen Er- trag an Vergnügungssteuer, als ein nur halb ober noch geringer besetztes. Jetzt schon ist ja die Stadtverwaltung in jeder Hinsicht in gewissem Maße tätig, da sie allen Veranstaltern vor der Festsetzung von Terminen gerne Auskunft gibt (Stadthaus, Berg fttaße, Zimmer 14) darüber, ob ter vorgesehene Tag in gleicher ober ähnlicher Weise schon anderweitig besetzt ist. Don dieser Möglichkeit des Dorher-Uuter- rlchtens wird jedoch nicht allzusehr Gebrauch gemacht. Zweckmäßiger erscheint es ja auch, eine zeitlich möglichst weit ar eisende, t m (H n d ernt b m e n alter Interessenten sestgestellte Dorherbe st immung der Termine
überlieferten Darstellung Der absoluten Bevorrech- tung der Weißen als die Haupturfachen teß Auf' standes bezeichnen, den eine klügere und festere Politik der Zentralgewalt leicht hätte verhindern können. Die Wege, wie ble Schwierigkeiten Nils dem Wege zu räumen wären, sind somit Mit dieser Feststellung gleichfalls gekennzeichnet. Nur darf Man eben die Schwierigkeiten der Durchführung eines solchen literalen Programms nicht unterschätzen. Denn die Interessen ter Großpflanzor, tegttl die sich eine die soziale Unruhe tefeingenbe Gesetzgebung und Politik richten würde, sind Bbetl auch die Inter- essen, die die noioniest den Hollandern wertvoll machen. Schädigt man sie au sehr, dann verliert Holland das Interesse nach einem Besitz, der nicht« mehr einbringt. Man darf daher gespannt seist, wag Mir Maßnahmen die Regierung von Ostindien beschließen wird, um einerseits die die Herrschaft der Holländer gefährdende Freiheitsbewegung ihrer Propagnnbmnitiet zll tetaubeh, und andererseits doch dell wirtschaftlichen Wert ter Besitzung für die europäischen Pflanzer zu erhalten.
zu treffen, und hierbei rennte die S:adkverwaltu«g den Vereinen 'ehr wertvolle Dienste leisten. Sollte die Stadtverwaltung vielleicht aus besonderen Gründen diese Mittler-Rolle nicht übernehmen können, io dürfte der B e r k e h r s o c r e i n wohl bereit fein, auch hier in die Bresche ;u springen und in seinem Borstand den Vereinen einen uneigennützigen Makler und tatfrohen Förderer zu stellen.
Wenn unsere Anregungen überall in der rechten Weise aufqertommen und in großzügiger Gesinnung als freiwilliger Dienst an der. Geiamtheit in die Tat umgesetzt werden, dann wird die Arbeit zum Vorteil beider Teilt, der Vereine Und des Publikums, ausfallen.
die fei
»re hinaus.
etwa 30 Jahren saft verschwunden ge« ei. trete seit nunmehr 2 Jahren in einem
.....___irs chen-
und Zw e t sche'n aN l a g en . eine gründliche Durcharbeitung der alten Bestände und die Anlage eines Vogelschutz gehölzes. Sehr wertvolle Winke für die Durchführung dieser Arbeitest wurden -gegeben. Der Wegzwischen Dieseck und dem Philüsophenwalk» soll mit Akazien bepflanzt werten. D'.eS dient zunächst Der Befestigung des Wegs, weiter wird dieföv dadurch beschattet, und in der Hauptsache wird den Bienen damit eine hochwertige Bohrung geboten. Ebenso wird die Anpflanzung des „Schrei" mit Akazien warm empsohlen. Hier kann auch noch eine wertvolle Holznuhung hinzukvmmen. Alle diese Ratschläge fallest in einem äuszuarbeikenben Programm fesdgelegt und an Hand desselben alHährlich ein Teil dies«-
Interessante kommunale Pläne in Wieseck.
i. Zn Auswirkung eines BsschURseS. den der Gemeindetai zu Wieseck nach Abschluß ter Feldbereinigttna sagte, fand am Donnerstag eine VeranstoUung statt, die ob ihrer Durchführung weiteste Beachtung finden wird. Aus Einladung ter Geweinte stellte sich Kreisobstbauinspektor Metternich, Büdingen. alS aiterkannter Fachmann zUr 'Verfügung. Es muß von vornherein gesagt werten, daß et seine Aufgabe glänzend gelöst hät.
Der erste Teil ter Veranstaltung bestond in einem Gemarkungsrunogang. ter durch alle Teile ter lehr ausgedehnten Feldgemarkung führte und sich bis in die Rachmittagsstunden hinzog. Fast ter gesamte Gemeintevvrstand und eine größere Anzahl 3u .ressenten nahmen daran teil. Der Ründgang sollte einmal uulerlagen dafür schaffen, welche Obstsorten in den verschiedenartig gelagerten Botenvethäitnisfen anzupflanzen find, und welche Arbeiten in test bestehenden Ob st bäum Pflanzungen ter Gemeinte und der privaten Besitzer durch die veränderten Besihverhältnisstz und angesichts ter langjährigen Vernachlässigung butchgesührt werten müssen. An Haob des reichhaltigen Anschauungsmaterials konnte Fnspcktoe Metternich an Ort und Stelle recht wertvolle Ausschlüsse über begangene Fehler, oestehente Mängel und sofort dutchzufühtende UnterhaltungS- arbeiten geben. Das große 3nteresse aller Teilnehmer ließ etketmen. daß die Rotwendigkeit einer rationellen Obstzucht von allen Seiten erkannt wirb.
Am Abend fand Un Schneiderschen Saal unter dem Vorsitz des Bürgermeisters S ch d m - b e r eine zahlreich besuchte Versammlung statt, in ter Inspektor Metternich in einem groß- angelegten Vortrag alle Fragen des vb st - baues unter besonderer Berücksichtigung der hiesigen VerhältNifls und deS am Vormittag Gesehenen behandelte. Eingehend würdigte er bi« nunmehr abgeschlossene Feldbereiniaung als eine Äliltur tat, die ihre guten Früchte bald zeitigen werde, Run gelte es. die neuen Grundstüc.e neu zu bearbeiten. Dies treffe auch für die Gemeinde zu. Tvieseck fei um seine sehr ausgedehnten, zur Obstanlage gut geeigneten Cäncereten zu beneiden ^eilige Gemeinden seien in gleich günstiger Lage. In einet Reihe von Jähren sind hier große Kulturarbeiten durchzusühren. die der Gemeinde einmal zn großem Segim gereichen werben. Durch die Kriegs-- Uttü Rachkrlegsjahre hat eine stärke Vermehrung der Obstbaumschädlinge ftdttgefun- ten, besonders des Blütenstechers. Frostspanner-, der Obstmade, bet Apfelblattmotte und der Apseib attminietmotte. Besonders die letztere.
teefeit ei. trete seit nunmehr 2 Jahren in einem Tlebermaß auf, daß größte Gefahr für ten Obstbau bestand. Das versäumte muß nun mit Energie nachgeholt werden. Zunächst müssen die alten Bestände renoviert werden, falsch sei es, hemmungslos mit der Reuanlage zu beginnen. Redner beschäftigte sich weiter sehr eingehend Mit der tägsüber durchgeführten Besichtigung. Die wichtigste Arbeit sei zunächst daS Entfernen aller über ständigen und Halbdürren Bäume und 21 eft e. DieS sind die Brutstätten der Schädlinge. Weitet mutzte festgestellt werden, daß der Borkenkäfer durch gesetzte alte Baumvlähle (mit der Rinde!) eingeschleppt toötben ist. Das jetzige feuchte Wetter sei für die Säuberung der Bäume am günstigsten. Beim Ausputzen hüte man sich vor dem Kahlsteilen, derartige Bäume versallen all* mählick'sn Siechtum. Weiter beachte man, datz die Krone den Stamm genügend beschatten kann. In der Bearbeitung der Wunden ist viel Arbeit Nötig. Wertvolle Winke würden von dem Redner hierzu gegeben. An Stelle ter offenen Baumfcke'chrN empfahl er bei älteren Anlagen (über 20 Jahre) die Anlage von Pflugstreifen, da diese ber Lockerung, Öüftung imd Düngung dienstbar gemacht werden foimeit In einem Fall konnte der Referent nachweifen, was zwei Jahve BodentearbeitUng und Düngung für Die Bä^me ausmachen. Beim Bepflanzen alter Däurnftücke ist Wechselbäu sehr notwendig, da. wo die« nicht aNgättglg ist. muß unbedingt in die alte Baumgrube gepflanzt werten. Der dabei zu befürchtende Wurzelfchlminel ist durch reichliche Kalkzufubr zu bekämpfen. Besonderes Augenmerk ist Vkm Vogelschutz zu widmen. Für die verschwuntencn Hecken und Büsche sollen Ri st last eit ausgehängt werten. Die Schul« müß hier aufklärend elngteifen. Für die kommenden Reitanlagen schlug Redner eine Reihe Bolizelverordnurtgen vor, diese Müssen sich auf die elMubaltenben (Entfernungen vom Rachbargiündstuck, da? Verbot der Anlage von Obstpslauzüngen auf hbchwer.igem landwi.tfchaft- lichem Gelänoe und das Verbot des Pflanzen- von Hochstämmen in Grabgärten beziehen. Sodann beschäftigte sich der Redner mit den besonderen Arbeiten für das sehr umfangreich« Gemeindegelände. Das hier festgelegt wurde, bringt reichliche Arbeit aus Iah' Geplant sind u. a. umfangreiche K


